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René Descartes

Discours de la méthode . (1637)
René Descartes Hauptschriften .
Übersetzung von Kuno Fischer (1868)

"Seit langem hatte ich bemerkt, daß in Betreff der Sitten man bisweilen Ansichten, die man als sehr unsicher kennt, folgen müsse, als ob sie ganz zweifellos wären. Aber weil ich damals bloß der Erforschung der Wahrheit leben wollte, so meinte ich gerade das Gegenteil tun zu müssen und als vollkommen falsch Alles, worin sich auch nur das kleinste Bedenken auffinden ließe, zu verwerfen, um zu sehen, ob danach Nichts zweifellos in meiner Annahme übrig bleiben würde. So wollte ich, weil unsere Sinne uns bisweilen täuschen, annehmen, daß kein Ding so wäre, als die Sinne es uns vorstellen lassen; und weil sich manche Leute in ihren Urteilen, selbst bei den einfachsten Materien der Geometrie täuschen und Fehlschlüsse machen, so verwarf ich, weil ich meinte, dem Irrtum so gut als jeder Andere unterworfen zu sein, alle Gründe als falsch, die ich vorher zu meinen Beweisen genommen hatte; endlich, wie ich dachte, daß alle Gedanken, die wir im Wachen haben, uns auch im Schlaf kommen können, ohne daß dann einer davon wahr sei, so machte ich mir absichtlich die erdichtete Vorstellung, daß alle Dinge, die jemals in meinen Geist kommen, nicht wahrer seien als die Trugbilder meiner Träume. Alsbald aber machte ich die Wahrnehmung, daß, während ich so denken wollte, Alles sei falsch, doch notwendig ich, der ich dachte, irgend etwas sein müßte, und da bemerkte ich, daß die Wahrheit 'ich denke also bin ich', so fest und sicher wäre, daß auch die überspanntesten Annahmen der Skeptiker sie nicht zu erschüttern ermöchten, so konnte ich sie meinem Dafürhalten nach als das erste Prinzip der Philosophie, die suchte, annehmen."

"Dann prüfte ich aufmerksam, was ich wäre, und sah, daß ich mir vorstellen könnte, ich hätte keinen Körper, es gäbe keine Welt und keinen Ort, wo ich mich befände, aber daß ich mir deshalb nicht vorstellen könnte, daß ich nicht wäre; im Gegenteil, selbst daraus, daß ich an der Wahrheit der anderen Dinge zu zweifeln dachte, folgte ja ganz einleuchtend und sicher, daß ich war; sobald ich dagegen aufgehört zu denken, mochte wohl alles Andere, das ich mir jemals vorgestellt, wahr gewesen sein, ich aber hatte keinen Grund mehr, an mein Dasein zu glauben. Also erkannte ich daraus, daß ich eine Substanz sei, deren ganzes Wesen und Natur bloß im Denken bestehe, und die zu ihrem Dasein weder eines Ortes bedürfe, noch von einem materiellen Dinge abhänge, so daß dieses Ich, d.h. die Seele, wodurch ich bin, was ich bin, vom Körper völlig verschieden und selbst leichter zu erkennen ist als dieser, und auch ohne Körper nicht aufhören werde, Alles zu sein was sie ist."

Was die Inbetrachtnahme seines Händling betrifft, so möchte ich an dieser Stelle einmal mein eigenes einst praktiziertes Händling mit dazu einbringen, wie ich es in meinem Buch formuliert habe. Man beachte die Parallelen und auch Differenzen (siehe Leseprobe auf Seite 35):

"Und so kam es auch dazu, daß ich mit 26 Jahren gegenüber dem stattfindenden Ablauf einen Schlußstrich zog. Ich entband mich all der bestehenden Verbindungen und richtete mir mein Leben dazu ein, dieser Gegebenheit auf den Grund zu gehen. Ausgangspunkt dessen wurde das Trennungsverhältnis meines Seins gegenüber dem anders sein, sowie auch die generelle Auseinandersetzung mit dem Sein als solches. Es dauerte einige Jahre, den Sachverhalt der Trennung zustande zu bringen und überhaupt einmal ein regulierendes Bezugsverhältnis zum Sein als solches herzustellen. Als eigentlicher wirkungsvoller Schritt erwies sich darin jedoch die Trennung zwischen reinem Wissen und meiner persönlich erlebten Erfahrung. Die umfangreiche Beschäftigung zeigte mir, daß sich hierin eine Einseitigkeit aufwies, worüber sich die Widersprüchlichkeiten ergaben und auf der Unkenntnis nicht selbst erlebter Erfahrung beruhte. Vor allem, daß darin das Jeweilige faktisch nicht überprüfbar ist, bedingte darüber hinaus des außen vor stellens dessen. Es stellte sich heraus, daß Fragestellungen nicht die mißlichen Verhältnisse darin aufklären, sondern verschlimmbessern. Auf der Grundlage dessen befaßte ich mich dann auch fortan damit, meine Erfahrungen und Erkenntnisse entsprechend der jeweiligen Erfordernis zu erweitern, sodaß ich darüber zur Aufklärung gelange. Im Laufe der Jahre traten dann auch klar ersichtliche Puzzleteile hervor, die sich darüber hinaus als anteilige Bestandteile eines Zauberwürfels aufwiesen, sodaß ich mich dann auch darauf spezifizierte, dies entsprechend zu ordnen und die bestehenden Lücken auszufüllen."

"Im Nachhinein betrachtet, verdeutlicht sich mir, daß ich all die Jahre vorwiegend damit beschäftigt war, den Müll aus meiner Vorstellung zu entfernen und die fortwährend von außen darauf stattfindende Einwirkung auszusondieren."

Ich bin mir bewußt, also bin ich.

Den Grund seiner Handlungsweise beschreibt Descartes in seinem Buch ebenfalls zuvor sehr ausführlich und besteht bei ihm darin, daß er bei anderen die wahren Kenntnisse nicht antraf und sich selbst in dem Verhältnis sieht, daß er über keine verfügt. Somit schafft er auch diese Leere, um darüber von Grund auf für sich selbst das Konstrukt seiner eigenen Erkenntnisse zu erschaffen. In seinem Handeln sieht er jedoch nicht, daß er dabei grundsätzlich die sinnenerlebte Erfahrung außen vor stellt. Man achte einmal auf die von mir fett gestalteten Textteile und die Unterstreichung und füge dies zusammen. Darüber zeigt sich, wo Descartes hingelangt ist, nämlich an den Ursprung der Philosophie der reinen Vergeistigung(!), worin es nur noch einen Sinn gibt, nämlich den (der) Geist (hervorbringt) und alle anderen Sinne (aufgrund ihrer dem gegenüber stehenden Unsinnigkeit!) außen vor stehen. Um diesen Vorgang einmal in seinem Detail darzulegen, nachfolgendes Schaubild, welches das funktionale Konstrukt darin aufzeigt.

Bewusstsinn

Wie die Pfeilführung aufzeigt, so finden die Vorgänge zum Einen darin nur in jeweils einer Richtung statt und man hat es im Verhältnis von Bewußtsinn, Erinnerung und Geist mit einem Kreislauf zu tun (was in dem Verhältnis, worinnen einzig der Geist seine Erachtung erfährt, gar nicht in Erscheinung tritt!). Wenn man sich einmal bewußt auf das Empfinden der Fußsohlen konzentriert und gleichzeitig versucht, bewußt über etwas 'anderes' nachzudenken, wird man darüber noch ein Weiteres erfahren, daß man nämlich nur eines von beidem bewußt wahrnehmbar vollziehen kann. Man hat es hierin mit dem Ersichten in zwei Richtungen zu tun, in welchem dies einzig im zusammengehörigen Kombinat möglich ist und somit die geistige Beschäftigung mit dem in Einklang steht, womit man sich sinnlich beschäftigt. Die Extremwirkung erfährt man über Descartes' Ausführung, indem nämlich hierin einzig noch das Geistige überhaupt in Erscheinung tritt, da die Fixierung der Ersichtung rein dorthin gerichtet ist. Dies bildet auch einer der wesentlichen Sachstände des Unbewußtseins gegenüber dem, was an sich bewußt erfahrbar ist - die Sinne vermitteln - aufgrund dieses Richtungsverhältnisses. Aus dem Grund nimmt auch Descartes seinen Körper nicht mehr wahr 'darüber', da er derart fixiert ist, rein auf die Leere des Geistes zu blicken und somit selbst die Erinnerung an Erfahrung darin nicht in Erscheinung treten kann, worüber der Geist seine Inhalte erhält, sodaß sich genau das Bildnis ergibt, welcher dieser beschreibt.

Was er jedoch in diesem Verhältnis entdeckt, ist der Denkvorgang für sich. Folgt man seinen Worten von Anbeginn des Buches, so kann man im Gegenüber erkennen, daß dieser zuvor nur mit den Denkinhalten beschäftigt war. Hiernach hingegen erfährt dieser jedoch ein ganz anderes Blicken und ersieht den 'funktionalen Vorgang' geistigen Denkens. Der funktionale Vorgang des Denkens und der inhaltliche Vorgang des Denkens sind zwei verschiedene Dinge, so wie auch der funktionale Vorgang des Sehens und der Vorgang inhaltlichem Sehens. Beides erfährt noch seine Erweiterung und Detaillierung, wie zum Beispiel über das Verstehen und das Ersehen. Gerade dies erfährt in meiner Handhabung seine spezielle Unterscheidung, wohingegen man anderweitig einzig sich mit den Inhalten beschäftigt, aus denen heraus dies überhaupt nicht derart in Erscheinung treten kann. Und so erfährt man auch über Descartes Gleiches, indem dieser zwar im Ansatz die funktionale Präsenz ersieht, jedoch aufgrund seiner Fokussierung auf anderes dies ihm gar nicht derart ersichtlich wird. Gerade über die Funktionsweise wird jedoch erst ersichtlich, daß da nicht nur eine geistige Präsenz am wirken ist und die bewußtwerdende Wahrnehmung abseits dessen stattfindet. Die einzige Relevanz ist dem gegenüber hierin, daß es der bewußtwerdende Vorgang ist, welcher dies zustande bringt. So kann es auch das Spüren der Fußsohlen sein, daß man wahrnimmt, daß man ist, da in der Bewußtwerdung die Wahrnehmung und Bewußtwerdung kombiniert miteinander einhergehen und somit sich darüber das Erleben (zu sein!) vermittelt.

Ich bin mir bewußt, also bin ich.

Maßgeblich ist Descartes dem gegenüber jedoch der Grundstock und das Konstrukt der Erkenntnis und so erfährt auch einzig der sich ihm darlegende Beweis, welcher sich ihm ergibt, die alleinige Aufmerksamkeit. Wie sich darüber darlegt, geht es gar nicht um die Erkenntnis, sondern um den absoluten Beweis, woraus sich die Erkenntnisse ableiten lassen. Er kehrt damit die herkömmliche Verfahrensweise um - zumindest ist es sein Bestreben. So ist es auch nicht verwunderlich, daß Descartes zu einem Leitbild der erneuernden Philosophie wird, denn gerade dies war zuvor im rein Geistigen gar nicht möglich. Und so entwickelt sich gerade hierüber das Verhältnis des Geistes als Wahrnehmungsorgan, was sich spezifisch über Christian Wolff und dessen Bezugnahme in der Bildung des Bewußtseinsbegriffs noch zusätzlich manifestiert, da hierüber der Geist zum Wahrnehmungsorgan wird und sich somit darüber Wahrnehmung und Vorstellung nicht mehr voneinander scheiden läßt. Damit ist diesen das Werkzeug gegeben, das Geistige über alles zu stellen (in ihrer Vorstellung!). Doch hier einmal die zentrale Fragestellung:

Was ist Erkenntnis?

Ein sich aufklärender Akt über das Sein

Hierin verhält es sich nicht anders, wie generell, denn aus einem Jeweiligen alleine läßt sich dies nicht ergründen und schon gar nicht, wenn man es rein auf geistiger Ebene in Frage stellt. Und wie man somit den diversen Autoren entnehmen kann, welche darüber eine Beschreibung geliefert haben, so ist man darin auch durchweg mit Spekulationen konfrontiert, welche teils gänzlich voneinander weg driften, ohne darin einen vereinbaren gemeinsamen Nenner anzutreffen. Und genau den sieht Descartes in seinem 'ersten' grundsteinlegenden Beweis. Tatsächlich jedoch ist doch die Erkenntnis gar kein Beweis, sondern gemäß der sprachlichen Bildung ein Erkennen. Und was steht dem nebenan? Das Ersehen, woraus sich das Verstehen begründet. Somit stehen sich hierin Kennen und Sehen gegenüber, worüber sich darlegt, was in erster Instanz die Grundlage bildet und gleichzeitig auch, daß es sich um einen ausfüllenden Akt der Wahrnehmung handelt. Das Kennen bezieht sich auf die gegebene Präsenz und somit auf das, was in der Erinnerung präsent ist und die Erkenntnis erwirkt sich aus dem Erkennen darin. Es ist ein Akt, welcher in der Erinnerung stattfindet, worin die sich bildenden Verknüpfungen zu einem konstruktionellen Gesamtbildnis führen. Wer den Umgang mit den Erkenntnissen erlebensgemäß in Betracht zieht, wird daraus ersehen können, daß es keineswegs ein Bildungsvorgang im Geiste ist, sondern als ein vollendeter darin erscheint und das Verarbeiten und zusätzlich Eindringendes Neuerliches erwirkt, sodaß wie im Falle von Descartes, worin über seine Aktivitäten der Leerung des Geistes ein neuerliches, zuvor unbekanntes Verhältnis hinzutritt zu den Erfahrungen und somit auch regelrecht wie ein Hebel wirkt. Man kann es gemäß eines Puzzles sehen, worinnen bestimmte Puzzleteile das Gesamtbild erscheinen lassen, welches zuvor nur fragmentarisch in seinen Bruchstücken und ungeordnet, jedoch nicht in seiner Einheit als Ganzes zu ersichtlich ist. Der Erkenntniseffekt beruht auf der Ausfüllung markanter Bestandteile, worüber das Gesamtbildnisse in Erscheinung tritt. Das ist der Effekt, welcher darüber stattfindet und dazu bedingt es des entsprechenden Grundstockes, welcher seine konstruktiv systematische Erfüllung erfährt. Gedankliche Aktivitäten können dies begünstigen, jedoch gleichermaßen auch zur Verblendung führen. Die Erkenntnis ist vor allem ein Akt der Klarheit - einer klaren Sichtweise 'seines eigenen Verhältnisses' zum Sein. Es handelt sich somit um ein erweisen eines Nachweises. Es ist keineswegs ein Beweis für das Sein der jeweiligen Angelegenheit, sondern bezieht sich rein auf die innere Einstellung zur Sache. Aus dem Grund gibt es auch den Sachstand diverser Erkenntnisse zur selben Sache. Es handelt sich um Abbilder des Seins, womit man es darin zu tun hat und nicht das Sein selbst.

Verdeutlicht sich, was es mir zu vermitteln gilt? Insofern man es derart handhabt, daß man einzig das Draußen als ein reales Sein in Betracht zieht und nur in dessen Bezug überhaupt eine Realität definiert, verhält es sich gleichermaßen, wie wenn man im Selbst ein solches praktiziert. Das Selbst existiert einzig als und im Verbund mit dem Sein. Der informelle Bund darin findet über das Wahrnehmungswesen statt, aus dem Grund auch die Wahrnehmung den informellen Grundstock liefert für das Dasein. Bei diesen sich vermittelnden Inhalten handelt es sich um Wirkungen und Reflektionen des Jeweiligen, sodaß es darüber in direkter Weise erfahrbar ist. Was liegt somit näher, als dies zu verwerten, um das Sein in Erfahrung zu bringen? Und was liegt näher, als den Bewußtsinn hierin als Zentrum in Betracht zu ziehen, da es dieser doch ist, worüber uns sämtliche Wahrnehmung bewußt wird. Nichts, vielmehr entfernt man sich mit dem Jeweiligen von diesem Zentrum und gelangt bereits im Nächstliegenden, dem Verhältnis des Geistes abseits der Wahrnehmung und zu reinen Abbildern und somit auch fernab der erlebenden Wirkung. Wie verhält es sich somit mit der gelebten Erfahrung gegenüber der geistigen Vorstellung? Es sind zwei Welten unseres Daseinsverhältnisses, worinnen das, was im Geiste erscheint nichts ist, was tatsächlich existiert, hingegen die Wirkungen, welche wir wahrnehmen eine reale Präsenz sind. So ist zwar das Denken eine reale Präsenz, jedoch nicht sein projizierter Inhalt. Somit dann auch einmal zu eigentlichen elementaren Bestandteil, welcher Descartes aufbringt in seinem aufzeigenden Verhältnis:

Ich bin mir bewußt, daß ich denke, also bin ich.

Elementar ist hierin, daß die Bewußtwerdung der Akt der bewußtwerdenden Wahrnehmung ist und nicht die des Denkens. Dies bringt für sich das bewußte Sein hervor. Um sich dessen jedoch spezifisch bewußt zu sein, bedingt es der bewußten Wahrnehmung der bewußten Wahrnehmung und somit der Reflektion dessen. Dies ergibt sich daraus, da ein Instrumentarium der Wahrnehmung nicht sich selbst wahrnehmen kann, sondern dies einzig über den Akt der Reflektion stattfinden kann. Man bedenke hierzu den Grundsatz im Bezug auf Kamera und Projektor, worüber man sich dieses differenzierende Prinzip verdeutlichen kann. Hierin wird somit die geistige Projektion der bewußten Wahrnehmung zum Spiegelbild dessen und erwirkt darüber den Akt des 'sich seines Bewußtseins (und somit seiner selbst) bewußt zu sein', den Descartes beschreibt. Sein Bezug hingegen ist jedoch rein der des Geistes und so ergibt sich auch sein Erschauungswesen daraus. Hierin ist die Vorstellung wirkend, daß der Geist dies hervorbringe und somit entsteht auch das sich darüber entwickelnde grundsätzliche Mißverhältnis gegenüber der Sache. Man verdeutliche sich hierüber auch noch einmal, wie elementar es ist, die inhaltlichen Abläufe von der Funktionalität spezifisch zu sondern, ohne das eine solche Ersichtlichkeit auch gar nicht möglich ist. Hierzu noch einmal mein Schaubild zur Darlegung der Vorgänge.

Bewusstsinn

Der eigentliche Grundstein besteht somit tatsächlich in diesem Verhältnis, denn hierüber gelangen Subjekt und Objekt zu einer Einheit, werden Eins darin, wobei dieser Part der Reflektion nur eine Vorbereitung darauf ist, was Descartes auch in vollendeter Form erlangte. Jedoch werde ich dies in entsprechendem Kontext anderweitig erweiternd erläutern. Man bedenke bezüglich meines Aufbringens über Descartes, daß man im Bezug des '(ego) cogito ergo sum' regulär einzig seine in Latein verfaßte 'Meditationes de Prima Philosophia' in Betracht zieht, worin dieser regelrecht das Prinzip zerpflügt, indem er ersucht, das Prinzip auszuweiten über diverse Einbindungen, vom Zweifel bis hin zur Seele. Hingegen zeigt sich in seinem in französisch verfaßten Werk 'Discours de la méthode' noch der Ursprung un den Kern in seiner gegenen Klarheit auf. Darüber läßt sich klar abgrenzen, was er über sein späteres Werk zu vereinen sucht. Elementar ist hierin, daß das Erleben zu beschreiben zu einer der schwierigsten Dinge überhaupt gehört, denn wie auch immer die Beschreibung ausfällt, ändert nichts am Sein dessen, was man beschreibt. Im Verhältnis der Physis kann man ein Organ wegnehmen und daraus sich die erforderlichen Deutlichkeiten verschaffen. Hierin jedoch ist eine solche Handhabe nicht möglich. Man betrachte sich somit das Perplexe, was man hierin regulär antrifft. Fügt man etwas hinzu, was nicht ist, verändert dies Alles und bringt man etwas nicht auf, was ist, ebenfalls. Es ändern sich einzig die Bildnisse und hierin steckt der Ursprung, sich von dem wahrnehmbaren Sein abzuwenden, um nämlich diesen ihr Sein zu wahren (wahr zu sein). Mein Weg war und ist der, die Widersprüche aufzuklären. Und nur, insofern innerhalb der Bildnisse und gegenüber dem wahrnehmenden Sein keine solche ersichtlich sind, kann man sich sicher sein, realitätsbewußt zu sein. So wurde es hierin Descartes gar selbst zum Fallstrick, daß dieser kleine Ausschnitt der Inbetrachtziehung ihm nicht die Genugtuung verschaffte, um ihn als Stein des Weisen zu erfahren, worüber sich die anderen Dinge aus dieser Hervorhebung heraus als rein angeblich Seiendes davon trennen.

Portrait
JÖRG LENAU
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