Der Analytiker und seine Projekte
Es ist eine Sache, etwas zu WISSEN,
jedoch eine ganz andere, es zu VERSTEHEN.

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 Bewußtsein versus Geist/Physik 

—» Die sexuelle Konstitution «—
Begrifflichkeit und Sachlichkeit
im Wandel der Zeit

Ich möchte an dieser Stelle einbringen, daß die eigentliche Perversion darin begraben liegt, daß die 'begriffliche' Unterscheidung zwischen Sex(ualität) und Geschlecht 'generell' verloren gegangen ist. Im Englischen ist sex = Geschlecht!!!

Was kommt da nun bei 'bisex' raus?

Nun, bi kommt aus dem lateinischen/griechischen und bedeutet auch auf deutsch, wie auch in englisch 'zwei'.

Wenn man jetzt das Ganze rein in deutsch ausdrückt, kommt bei bisexuell 'raus:

mit Zweien sexuell verkehren.

Tatsächlich treffe ich (auch!) im Deutschen nur eine einzige Anwendung an, nämlich:

mit zwei Geschlechtern sexuell verkehren.

Das ist aber kein englisch, sondern basiert darauf, daß man ursprünglich davon ausgegangen ist, daß da welche sexuell mit beiden Geschlechtern verkehren, weil diese beide Geschlechter in sich tragen (beinhalten). Aus dieser Überzeugung heraus hatte man die Bezeichnung bisexuell (= ist zweigeschlechtlich) aus der Biologie/Botanik übernommen und bezog sich darüber auch auf die beiden Geschlechter zu beinhalten, sowie damit verbunden bzw. aufgrund dessen, mit zwei Geschlechtern zu verkehren.

Später ist man davon abgekommen, daß diese zwei Geschlechter beinhalten, hat jedoch die Deklaration beibehalten. Man ist aber auch von dem gleichzeitigen Bezug zu zwei Geschlechtern abgewichen, sodaß man dies als Ambisexualität hätte deklarieren müssen. So werden ja auch in den Berichten zu der Zeit beide Begriffe äquivalent angewendet, was zum Ausdruck bringt, daß man es einerseits mit beidem zu tun hatte und andererseits sich nicht im Klaren war, womit man es zu tun hat, wie auch man danach suchte, eine gemeinsame Einheit darin zu finden. Maßgeblich war zu jener Zeit, daß wenn es sich dabei nicht um den Umgang mit einer sexuellen Orientierung handelt, es keinen Grund mehr gibt, danach 'in dem Konsenz' zu forschen.

Mit der Kinsey-Skala kam es dann zur völligen Umdeklarierung dessen. Kinsey hatte zwar in seinen Schriften ermahnt, daß er NICHT die Bisexualität, sondern ein 'bisexuelles Verhalten' beschreibt/darlegt, aber trotzdem wurde aufgrund seiner Veröffentlichungen regelrecht der Bisexualitätsbegriff für seine Deklaration mißbraucht, um 'dieser Inhaltlichkeit' den entsprechenden Stellenwert zu verschaffen. Wie man erleben kann, so hat man diesen Mißbrauch auch dankend angenommen, denn dadurch verschwand das eigentliche Bisexualitätsverständnis mehr und mehr in der Versenkung und diese Inhaltlichkeit wird seitdem fast ausschließlich über das Mehrheitsverhältnis der Hetero- und Homosparte zugeordnet. Das es sich bei diesem Händling um die Ausgeprägtheit handelt, wird bis zum heutigen Tag nicht wahrgenommen.

Kinsey-Skala

umgangssprachlich:

straight hetero
0 1 2 3 4 5 umgangssprachlich:

stockschwul
ausschließlich
heterosexuell
←   →
bisexuell
ausschließlich
homosexuell

Die Folge daraus ist, daß sich dieses Prinzip in der Wissenschaft(!) nicht nur als Allgemeinprinzip, sondern auch als fast ausschließliche Prinzip für die Bisexualität durchgesetzt hat und daß 'man' dementsprechend seitdem darüber manifestiert, daß es eine 'eigentliche' Bisexualität gar nicht gibt, sondern daß es sich dabei um ein zwischen Heterosexualität und Homosexualität Stehendes handelt, in Form von nicht voll ausgebildete bzw. unterentwickelte Heterosexuelle und nicht voll ausgebildete bzw. unterentwickelte Homosexuelle.

Mir ist es hier vor allem daran gelegen, darzulegen und vor allem zunächst einmal das bewußt sein zu vermitteln, daß es sich dabei um etwas völlig anderes, nämlich um die AUSGEPRÄGTHEIT der sexuellen Veranlagung handelt, wofür da der Bisexualitätsbegriff mißbraucht wird. Diesbezüglich muß man sich darüber klar werden, daß es ein derartiges 'dazwischen stehen' gar nicht gibt. Die Ausgeprägtheit ist ein Sachstand, welcher das Hervortreten der Veranlagung ausdrückt. Diese Vorgehensweise eliminierte jedoch vor allem die eigenständige Substanzgegebenheit von Bisexualität und ist somit von Grund auf inakzeptabel. Vor allem gibt es diesen Sachstand von Ausgeprägtheit nicht nur bezüglich der sexuellen Veranlagungen, sondern ist prinzipieller Relationsbezug von Veranlagungen. In diesem Bezug hat man es somit mit zwei zu unterscheidenden 'Aspekten' zu tun, nämlich der Unterscheidung inwiefern man es bei der Sachlichkeit um die Bisexualität überhaupt um Bisexualität handelt und inwiefern man es innerhalb der Bisexualität mit der AUSGEPRÄGTHEIT der sexuellen Veranlagungen zu tun hat. Man muß also zunächst einmal auch diese verwirrenden Inhalte beseitigen, um zum Kern der Sache überhaupt vordringen zu können!

Die korrekte Anwendungsweise

ist sich des
heterosexuell seins
nicht bewußt
ist sich des
homosexuell seins
nicht bewußt
ist sich des
bisexuell seins
nicht bewußt
ist sich des
transsexuell seins
nicht bewußt
↑ unausgeprägt ↑
teilweise ausgeprägt
↓ voll ausgeprägt ↓
ist sich des
heterosexuell seins
eindeutig bewußt
ist sich des
homosexuell seins
eindeutig bewußt
ist sich des
bisexuell seins
eindeutig bewußt
ist sich des
transsexuell seins
eindeutig bewußt

Es ist also unumgänglich, auch diesen Sachbezug mit einzubeziehen und
entsprechend zu unterscheiden bei der Deklaration des Ist-Zustandes in:
ist unausgeprägt ..., teilweise ausgeprägt ..., voll ausgeprägt ...!

Nun, nicht nur ich, sondern auch die Sprache selbst sagt: "Sprache muß logisch sein, sonst funktioniert sie nicht" und in diesem Zusammenhang treffen eine ganze Reihe von Unlogiken aufeinander, sodaß man weder noch die Sache, noch das was da gesagt wird, tatsächlich nachvollziehen kann, insofern es über die einfachsten Sachstände hinausgeht und damit "wird man" in der Bisexualität generell konfrontiert.

Hier(!) geht es maßgeblich darum, daß es neben der Bisexualität auch die Ambisexualität gibt und es in der Biologie/Botanik 'nach wie vor' eine klare Unterscheidung dafür gibt. Des weiteren sage nicht nur ich, sondern wie ich feststellen muß, immer mehr, daß es sich bei diesem allgemeinen Händling, was da stattfindet, um Ambisexualität handelt.

Jörg Lenau
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