Der Analytiker und seine Projekte
Es ist eine Sache, etwas zu WISSEN,
jedoch eine ganz andere, es zu VERSTEHEN.

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 Bewußtsein versus Geist/Physik 

—» Die sexuelle Konstitution «—
Monogamie

"Die Kinsey-Umfrage 1948 kam zu dem Ergebnis, dass über 90 Prozent der Bevölkerung zu einem gewissen Grad bisexuell seien. Dieser Schock hat die Finanzierung der Forschung im Bereich Bisexualität ausgebremst."

Diese Aussage hat mehr Relevanz, als man allgemein anzunehmen pflegt und um diese Relevanz ausfindig zu machen, mußte ich auch ziemlich tief 'graben'. Tatsächlich handelt es sich hierbei um die Fortsetzung der Aussagen, welche schon ein Jahrhundert zuvor die Gemüter erregt hatten und die Aussage gebildet wurde, daß der Großteil der Menschen bisexuell seien, jedoch mit dem derzeitigen inhaltlichen Bezug des beinhaltens beider Geschlechter. Der eigentliche Schock in dem Bezug war nicht, daß dies festgestellt wurde, sondern daß all die Bemühungen, 'von diesem Relationsverhältnis wegzukommen' unfruchtbar waren und sich der eigentliche Sachstand der Verhältnissituation in keinster Weise geändert hatte. Es zeigt nämlich auf, daß die Menschen eben nicht grundsätzlich und vor allem nicht im Mehrheitsverhältnis bestrebt sind, in einem derartigen monogamen Miteinander, wie es vorgegeben wird zu leben, es somit nur tun, weil es erwartet wird und was dies in einem Mehrheitssystem, in welchem dies als fundamentaler Maßstab des Miteinander maßgeblich vorgegeben wird bedeutet, erklärt sich von selbst.

Die Thematik um die es bezüglich der Sache selbst geht,
lautet vom Grundsatz her jedoch nicht Bisexualität, sondern Monogamie!

Bei diesem Sachverhältnis handelt es sich nicht um ein 'bisexuell sein',
sondern um ein nicht monogam sein!

Auch hier wird, wie in eigentlich allen öffentlichen Händlings von diffamierenden Thematiken, die Bisexualität als 'Deckmantel' mißbraucht, um den eigentlichen Sachstand nicht zum Vorschein treten zu lassen. So ist aber auch hier, in dem Händling von Monogamie, der eigentliche Makel in der Quantisierung der Sache zu finden, denn um das Verhältnis von Monogamie 'verstehen' zu können, bedarf es des Einbezuges des Verhältnisses des Menschen als 'Herdentier', wie man es allgemeingültig zu spezifizieren pflegt. Der instinktive Trieb strebt nämlich an erster Stelle zur Gemeinschaft in einer Gruppe und der sexuelle personelle Bezug ist ein 'anteiliger zentraler' Bestandteil dessen, sodaß die Monogamie im dementsprechenden Relationsverhältnis diesem untergeordnet ist und der Sachstand von Monogamie sich der Relationsgegebenheit gleich stellt. Es kann eben nicht Ausgangspunkt sein, was aus sich selbst heraus Resultat ist!

Und genau das ist auch die Aussage, welche in den Statistiken zum Ausdruck kommt, nämlich daß die Menschen in einem rein monogamen Bezug, welcher nur und einzig die Sexualpartnerschaft beinhaltet, sich unbefriedigt fühlen, das Bedürfnis aufzeigen, daraus auszubrechen und inwiefern es sich überhaupt primär um sexuelle oder anderweitig 'anhängenden' Gründe handelt, wäre diesbezüglich zu ergründen. Jeder Mensch bedarf der 'sinnlichen' Gemeinschaftsinhalte, welche durch den monogamen Sexualbezug alleine nicht ausgefüllt werden können. DAS hat nichts mit Bisexualität zu tun! Nur dort, wo das monogame sexuelle Verhältnis maßgeblich zum Erhalt und/oder Ausbau dieser Bedürftigkeit an Gemeinschaftsverhältnissen beiträgt, erfährt das monogame Verhältnis die Beständigkeit.

Bei meinen langjährigen Erfahrungen bin ich immer wieder auf den Sachverhalt gestoßen, daß gegenwärtig nicht nur sexuelle Beziehungen/Ehen von Grund auf oder nach einiger Zeit als isolierte Zweisamkeit ausgeführt werden, sondern auch im Händling von Freundschaften/Kameradschaften trifft man ein derartiges einschränkendes Händling an, sodaß in der Gegenwart die Definition von "Freundeskreis", wie überhaupt der gesamte Sachstand diesbezüglich einer ganz neuen Sichtweise unterliegt. Als zentraler Aspekt wird darin 'zu einer Person' gehändelt, sodaß darüber auch ein entweder Kameradschaft, Freundschaft, Beziehung oder Ehe die Maßregel ist. Auch das familiäre Verhältnis ist davon betroffen, sodaß der Bezug zu den Eltern, sobald eine derartige Zweisamkeit entsteht und auch auch der Bezug zu den eigenen Kinder, sobald sie eigenständig bzw. volljährig sind, von dieser Zweisamkeit getrennt wird.

Relevant ist somit, daß nicht nur im Bezug auf die Bisexualität die Monogamie sich in seiner Allgemeingültigkeit auf die Zahl zwei beschränkt und darüber dem bisexuellen Verhältnis den Stempel der Bigamie aufdrückt. Hierin fehlt es absolut einem Verständnis, daß sich bei dem bisexuellen Verhältnis zu dritt um eine 'singuläre' monogame Beziehung handelt und nicht aus drei Beziehungen besteht. Überhaupt ist jedoch das Verständnis für Gemeinschaftsverhältnisse über die Singularität hinaus verloren gegangen, wobei ich dazu fügen muß, daß man einzig nur noch in diese Richtung schaut und Derartiges abbildet. Auch diesbezüglich gilt, daß man von vorne herein die Belange zur 'Aussprache' bringt, sodaß klar wird, welche Bedürfnisse man hat und welche Ansprüche man stellt. Die Anspassung an diese Gegebenheit ist absolut der falsche Weg.

Elementar ist aber auch das Bestreiten des Lebensweges. Wer hat das noch nicht erlebt, daß es da zu einer gewissen Zeit einen nahen Bezug zu einer bestimmten Person oder Personen gibt und sich dieses Verhältnis im Laufe der Zeit ändert. Dies ergibt sich aufgrund interner oder externer differenzierter Veränderungen, wobei bei der Interna die Bewußtseinsveränderung (bzw. -entwicklung) der Ausgangspunkt und bei der Externa das Resultat dessen ist. Nur so lange, wie dies von den Partnern gleichermaßen vollzogen bzw. erlebt wird, kann sich auch das bestehende Verhältnis der Partnerschaft erhalten, ansonsten ändert sich gleichermaßen auch dieses Verhältnis dementsprechend oder geht vollständig verloren.

Jörg Lenau
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