Der Analytiker und seine Projekte
Es ist eine Sache, etwas zu WISSEN,
jedoch eine ganz andere, es zu VERSTEHEN.

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 Bewußtsein versus Geist/Physik 

—» Die sexuelle Konstitution «—
Die persönliche Situation

Ich selbst habe in meinem Leben eine ganze Reihe von Variationen durchlebt, welche man im Zusammenhang mit der Bisexualität erleben kann. Als Kleinkind war mein zentraler Bezug Mutter und Vater. In der Schule war ich dann regelmäßig das dritte Rad am Wagen von jeweils zwei Kumpels. Mit der aufkommenden Pubertät kam es dann so, daß ich zunächst eine Freundin hatte, nach Abbruch dessen dann ihre Freundin meine Freundin wurde. Mit 20 heiratete ich ein Frau, welche bereits ein Tochter hatte. Nach der Scheidung hatte ich dann eine monogame Beziehung zu einer Frau, aber zur gleichen Zeit auch eine tiefere platonische Freundschaft zu einer anderen Frau. Schon während dieser Zeit habe ich einen Wandel in Richtung Transsexualität vollzogen, um meinen entstandenen reinen Bezug zu Frauen zu hinterfragen und zu der Zeit wandte sich mein sexuell-emotionales Interesse ebenfalls in Richtung Bigender, wobei die grundsätzliche Inhaltlichkeit von männlich auf der Gegenseite mich jedoch generell wieder davon wegbrachte. Mir wurde jedoch darüber klar, daß es beim Miteinander mit den Frauen nicht nur um einen sinnlichen, sondern vor allem damit verbunden auch um einen sexuell-sinnlichen Bezug mit zwei Frauen, wie auch derer untereinander handelt.

Dieser Vorgang und ein darauf folgendes Schlüsselerlebnis veränderte grundlegend alles, denn ab dem Moment wurde mir überhaupt erst bewußt, daß es sich bei den 'scheinbar' völlig verschiedenen Erlebnissen um ein und dasselbe handelte, nämlich um einen substanziellen Gemeinschaftsinhalt von Dreien, den ich nicht bewußt geplant hatte, sondern instinktiv zustande kam. Das war mir zuvor nicht aufgefallen. Zur Zeit meiner damaligen Auseinandersetzung hatte ich dann auch auf rein platonische Freundschaften mit Frauen umgestellt. Die zuvor erlebte Sexualität hatte mich nie befriedigt, war irgendwie nur mechanisch-körperlich und nicht ausfüllend sinnlich und darüber rückte mir auch der spezifisch emotionale Bezug des Miteinander derart ins Blickfeld. Was mir vor allem aber das Überdenken der Erlebnisse verdeutlichte und hervorhob war, daß alle Bezüge einzig über die gleichzeitige Präsenz von allen Dreien entstanden und mit dem Ausstieg einer Person auch der Bezug zu der anderen Person abbrach oder zumindest brach lag. Mir wurde auf einmal klar, daß man diesen Sachverhalt in die Kommunikation des miteinander 'unbedingt' und vor allem bewußt einbringen muß, um sich mit dieser Gegebenheit auseinanderzusetzen, um dies auch planbar gestalten und bewahren zu können. Ich wollte das in den Griff bekommen, denn seit der Zeit nach meiner Ehe gab es da keine Kontakte mehr, die ich verlieren wollte. Vor allem aber wollte ich zu diesem Zeitpunkt diesen Sachstand auch von Grund auf vermitteln, denn wie das Gemeinschaftsverhältnis von der Gegenseite erachtet wurde, war ja ebenfalls ein Handikap, welches enorm auf die jeweiligen Gegebenheiten einwirkte. Das man die Gegebenheit eines bisexuellen Verhältnisses nicht als Grundsatz mir gegenüber auch nur in Erwägung zog, wurde mir fortan zu dem Handikap schlechthin.

Der darauf folgende Notstand, in welchen ich danach für viele Jahre versetzt wurde, kam jedoch weder durch mich selbst, noch durch die anderen Beteiligten, sondern aufgrund des Sachstandes zustande, daß sich meine Inhaltlichkeit gar nicht sprachlich, vor allem über die Bisexualität ausdrücken ließ, denn ich pflege doch nicht zu zwei 'Geschlechtern' meinen Bezug, womit man diese Inhaltlichkeit meiner selbst der Bigamie zuordnen würde und einzig die der meinem Bezug entsprechenden Frauen der Bisexualität (wenn überhaupt). Es paßte alles irgendwie von Grund auf nicht zueinander - allem voran sprachtechnisch. Ich hätte einzig über meine Partnerinnen eine Aussage bilden können, aber sind sie überhaupt bisexuell veranlagt oder wirke ich nur beeinflussend auf ihr Sein ein, ...? Meinerseits ergab sich ein immergleiches Muster, aber war und ist das auch auf der Gegenseite so?

1962 wurde ich geboren. 1990 hatte ich begonnen, mein Leben entsprechend meiner persönlichen Individualität neu einzurichten. 1999 hatte ich die Trennung zwischen persönlicher Identität und Gemeinschaftsidentität vorgenommen. 2009 fand die Erstveröffentlichung dieser Seite statt. Bei dieser Erstveröffentlichung ging es noch spezifisch darum, den logischen Verbund von Dreien in der Bisexualität zu beschreiben und dies dem Allgemeinzustand gegenüber zu stellen. Der Aufbau dieser Seite war dementsprechend einzig auf diesen Fokus ausgerichtet und so war auch zunächst alles andere nichts mehr, als Begleitmaterial, welches die chaotischen Zustände in diesem Bezug aufzeigte. Im Laufe des Jahres 2010 habe ich all dieses Begleitmaterial auf seine Bewandtnis hin geprüft, sortiert und auch aussortiert, was hier keinen direkten spezifischen Bezug hat und auch eine ganze Reihe von fehlenden Bestandteilen ergänzt. Vor allem wurde die Integrität zueinander einer sorgfältigen Prüfung unterzogen. Spezifischer Bestandteil aber war, über den Einbezug der logischen Dritten die Gesamtlogik über die sexuelle Konstitution zu überprüfen und neu zu ordnen. Des weiteren wurde die quantitative Masse umgesetzt in mehr an qualitativer Inhaltlichkeit, wodurch der Text kürzer, jedoch übersichtlicher wird. Was man jetzt hier antrifft, ist das Resultat daraus, wobei ich vor allem den Einstieg über die Infragestellung beibehalten habe, um die Relevanz der Unterscheidung zwischen dem unterschiedlichen Händling der sexuellen Ausrichtung als Veranlagung und als sexuelle Vorliebe und den jeweiligen logischen Bezug dazu nachvollziehbar zu gestalten. Was mir die meisten Kopfschmerzen bereitete war, die Verständlichkeit meiner Darstellung entsprechend der Notwendigkeiten vermitteln zu können, da ich mich sprachtechnisch auf völlig neuem Terrain bewegte. Aufgrund der Gegebenheiten blieb mir nichts anderes übrig, als meine Darstellung im Einbezug synonymer Verhältnisse zu gestalten, was zwar zunächst äußerst mühselig war, sich jedoch als eine äußerst wirkungsvolle Bereicherung erweist und sich darüber ein objektivierendes Bild ergibt. Es gilt zu bedenken, daß ich ein 'autodidakter Pragmatiker' bin und gerade dies mir ein ganz anderes Sachverhältnis verschafft, als man es allgemein gewohnt ist.

Mein Sein als bisexueller Dritter und die damit verbundenen Umstände haben somit dazu geführt, daß ich einen wesentlichen Bestandteil meines Lebens damit verbringe, dieses Sein als solches, sowie die darauf einwirkenden Umstände zunächst für sich und dann auch bezüglich der Verhältnisse zueinander zu klären. Um dies auch anderen vermitteln zu können, bedurfte es jedoch letztendlich, aufgrund der differenzierten Verhältnisse der Anwendung der Spezifikationen, einer systematischen Neuordnung des Gesamtkomplexes der sexuellen Konstitution, um der Präsenz der elementaren Bestandteile darin überhaupt erst einmal ihren Gehalt zu verschaffen. So beginnt der Einstieg auch über die Konsequenz der Logik der logischen Dritten in der Bisexualität, was sich in erster Instanz vor allem über die reine Geschlechtszuordnung vermitteln läßt.

Ich habe mich lange damit beschäftigen müssen, um überhaupt nachvollziehen zu können, um was es sich anderweitig überhaupt handelt, wenn man da Bisexualität beschreibt und dabei ist mir irgendwann aufgefallen, daß da jeweils 'nur' vom Bezug zu zwei Geschlechtern die Rede ist und auch von wechselnden Geschlechtsbezügen, aber nirgends außer in Darstellungen in Filmen und in Schriften über Erlebnisse fand ich den Grundsatz der Einheit von Dreien. Vor allem aber fand da eine Deklaration von bisexuell nur im Bezug auf eine(n) Beteiligte(n) die Anwendung, nirgends jedoch eine Deklaration der Gegenseite. Den sachlichen Inhalt meiner selbst fand ich jedoch nirgends innerhalb der Thematik der Bisexualität, aber über die Logik fand ich dann heraus, daß es sich bezüglich meiner Inhaltlichkeit genau darum handelt, was dem allgemeinen Händling fehlt und so kam ich zu der Entscheidung, daß ich mich selbst definieren muß und darüber entstand der Begriff des bisexuellen Dritten, damit verbunden auch die differenzierende Spezifikation der beiden Pondants und die inhaltlich separierende Darstellung der jeweiligen Inhaltlichkeit über die Ausgangslage der damit verbundenen Logik, worüber sich dies auch erklärt.

Die ersten Erlebnisse in der Anwendung dessen waren jedoch äußerst merkwürdig im Verlauf und nach einer ganzen Weile fand ich heraus, daß man mich trotz all der Mühe, welche ich mir gemacht hatte, um dies alles verständlich zu vermitteln, noch nicht einmal im Ansatz verstehen konnte. Wie meine darauf folgenden Recherchen ergaben, so lag die Ursache darin, daß ich mich von Anfang an auf die 'begriffliche' Substanz und seine Abstammungsbezug aus der Biologie beziehe, der Bisexualitätsbegriff jedoch im Laufe des 20. Jahrhunderts eine gewaltige Veränderung durchlaufen hat, sodaß die heutige 'wissenschaftlich fundierte' Inhaltlichkeit mit dem Ursprung überhaupt nichts mehr zu tun hat. So handelt es sich bei der gegenwärtigen allgemeinen Deklaration von bisexuell sein um ein 'unterentwickelt' heterosexuell oder homosexuell sein oder auch um ein zwischen heterosexuell und homosexuell stehen, jedoch geht es zumeist gar nicht mehr um eine substanzielle Dreisamkeit oder überhaupt um ein eigenständiges Etwas.

Auch muß ich gegenwärtig über die Betrachtung des geschichtlichen Verlaufes feststellen, daß man wissenschaftlich einzig im 19. Jahrhundert und anfänglichen 20. Jahrhunderts noch von einer zu separierenden eigenständigen Veranlagung des bisexuell seins ausging, welches man darüber zu begründen suchte, daß es sich dabei inhaltlich um zwei Geschlechter handele, worüber auch diese begriffliche Übernahme aus der Botanik/Zoologie zustande kam. Im Verlaufe des 20. Jahrhunderts hat sich jedoch das gesamte Händling in der Art verändert, daß nur noch der Bezug zu zwei Geschlechtern in Betracht gezogen wurde und im weiteren Verlauf das bisexuell sein zu einem anteiligen Bestandteil von hetero- oder homosexuell sein wurde. Dieses bisexuell sein drückt in der Wissenschaft wie darüber auch allgemeingültig ein 'graduell' hetero- oder homosexuell sein aus, wie auch ein zwischen hetero- und homosexuell stehend statuiert wird.

Populär wurde diese Theorie nicht erst durch Kinsey, jedoch wurde über diesen die Weichen für das weitere Händling gestellt. Was von Anbeginn an nur 'eine' der möglichen Varianten der Erklärung der differenzierten sexuellen Orientierungen war, wurde infolge dessen Popularität zur Einzigen. Das Verheerende, was dadurch angerichtet wurde ist, daß infolge dessen die Bisexualität prinzipiell als kategorische Unausgeprägtheit 'abgeschoben' wurde und sich die Wissenschaft grundsätzlich darüber vom eigentlichen Händling des bisexuell seins, wie auch des bisexuell unausgeprägt seins vollständig distanziert hat. Was jedoch noch gravierender ist, ist der Sachstand, daß nicht nur bezüglich der Bisexualität, sondern grundsätzlich das gesamte Händling zu einem reinen Willensakt 'verkommen' ist, sodaß es den Anschein vermittelt, es ginge da einzig noch um eine Glaubensfrage, obwohl doch gerade dadurch die 'wissenschaftlichen Essentialisten', die an ein Wesen, einen Charakterzug, einen Zustand von Homosexualität 'glauben', ins Abseits gestellt werden. Es gibt darin schon psychologische Ansätze, jedoch bezieht sich die 'wissenschaftliche Psyche' auf die rein physiologischen Vorgänge und nicht auf die mentale Beschaffenheit.

Worauf sich diese wissenschaftlichen Theorien jedoch beziehen, ist die AUSGEPRÄGTHEIT. Das es bei diesem Händling jedoch nicht um die Ausgeprägtheit einer Veranlagung geht und auch nicht gehen kann, weil diese nämlich nur Physiologisches händeln, zeigt sich über deren Beschreibung auf ausführliche Weise. Wenn jemand schwach ausgeprägt ist in seiner Veranlagung, dann kann sich die Inhaltlichkeit der Veranlagung auch nicht dementsprechend spezifiziert umsetzen (Vergleich: Charakter, Begabung). Somit kommt es darüber auch dazu, daß das Händling dessen unspezifiziert ist! Das hat jedoch nichts mit bisexuell sein zu tun, sondern es ist dem einzig 'in einer gewissen Relation' ähnlich. Bei der Bisexualität geht es um eine sexuelle mentale Veranlagung mit spezifischer Gleichzeitigkeit von Dreien und dies trifft man dort generell nicht an, worüber dies auch sachlich klar und eindeutig voneinander separierbar ist. Hier ist man spezifiziert - dort nicht.

Mein Credo dazu:

Man kann einzelne Bestandteile nur verstehen,
wenn man das Ganze versteht,
sowie man das Ganze nur verstehen kann,
wenn man all seine Bestandteile versteht.

Jörg Lenau
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