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PRINZIPIEN DES SEINS

THE RELATIVITY OF (HUMAN) BEING

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Prägnanterweise wendet man sprachlich die substanziellen Gegebenheiten mentaler Organe an, dem gemäß man auf das jeweilige Wirkungsverhältnis Bezug nimmt, u.a. den Geist, die Erinnerung, das Bewußtsein, den Instinkt und die Triebe. Im Körperlichen hat man die Präsenzen der Organe ausgiebig ergründet und erfahren wir auch als Selbstverständlichkeit, jedoch verharrt das philosophisch-psychologische Verhältnis im Bezug des Einen der Psyche, welches über den Geist hervortritt, wobei selbst der Geist nicht als ein funktionales mentales Organ seine Erachtung erfährt. Dem gegenüber hat sich ein naturwissenschaftliches Spektrum entwickelt, wonach der Mensch einzig noch Phyi(kali)sches repräsentiert und somit darin auch keine Psyche existiert. Was hat es somit auf sich mit dem, was in diesen beiden Bezugsverhältnissen außen vor steht? Worum handelt es sich? Hierzu zunächst einmal die kategorischen Differenzen, wie sie sich aufzeigen.

Philosophie/Psychologie, Wissenschaft und das Meinige im Nebeneinander

Die Unterscheidungen kann man sich vergleichsweise über das Computerwesen vor Augen führen, gemäß dem die Peripherie/Hardware dem Leib und somit der Hülle des Menschlichen entspricht. Die Software und damit verbundenes Wirkwesen entspricht der Seele, gemäß dem, was das Leben ausmacht. Dies entspricht dem althergebrachten philosophischen Verhältniswesen, worin die Seele hingegen als eine untrennbare Einheit in Betracht gezogen wird. Die sich später herausbildende, abspaltende und spezialisierende Psychologie hingegen, zieht das in Betracht, was sich über den Geist über das Seelenleben vermittelt. Die Seele selbst erfährt somit hierin einzig eine indirekte Inbetrachtnahme, jedoch gleichermaßen als eine singuläre Einheit. Dem gegenüber bildeten sich die Spezialisierungen der Naturwissenschaften über die Ergründung des Physikalisch-Köperlichen spezialisiert in der Anatomie des Körpers abseits dessen, worin das den Augen Ersichtliche die Grundlage und Voraussetzung der Inbetrachtziehung ist und somit auch die Psyche, gemäß der regulären Erachtung ihres Erscheinungsverhältnisses, in keiner Weise Bestandteil der inhaltlichen Inbetrachtziehung (Medizin ↔ Psychologie/Philosophie), jedoch involvierter Bestandteil (gemäß der Software) ist. Die Unterscheidung des Meinigen besteht in der Differenzierung der substanziellen Bezugnahme, indem in der erlebensbegründeten Ausbildung primär das Substanzwesen der anteiligen Wirkungsmechnismen der Seele (Veranlagung, Instinkt, Geist, ...), welche über das Innenerleben erfahrbar sind (Über- und Unterbewußtsein), ihre inbetrachtziehende Erachtung findet und sich die Seele als alles umfassendes funktionales Ganzes erweist. Es ist vor allem, gemäß der gegebenen Einrichtung der Wahrnehmung, induktiv aus dem Selbst heraus begründet, dem sich das Deduktive anschließt und darüber sich die Wesensart als solches darlegt. Vergleichsweise wurden somit hierin primär die Softwarebestandteile und deren funktionales Konstrukt ergründet, gemäß dem sich daraus auch die Spezifikation und Deklaration mentaler Organe ergibt, gemäß deren Verhältnis zu den körperlichen Organen.

Grundlegend ist somit auch das Verhältnis zum Substanz- und Funktionswesen des Seins ein anderes - ein (wieder) vereinendes dessen, was man aus den Urgründen heraus systematisierend voneinander trennte, trotz dessen das jeweilige Eine ohne das Andere nicht existiert, jedoch die Ideologie des Geistes dies als ein Mögliches ersieht. Als Grundlage ergab sich im Laufe der Entwicklung die Erkenntnis über das Substanzverhältnis, daß das Seins sich aus den beiden Grundbestandteilen der raumausfüllenden Substanz und der Wirksubstanz (Bewegung) aufweist und das Sein als solches sich von dem des inhaltlichen Stattfindens differenziert, gemäß sich uns das Verhältnis von Sein, Werden und Vergehen darbietet, hingegen die Funktionalität sich als ein Eigenständiges aufweist. Die Einheiten und Einheitsverbünde bilden sich gemäß dem, im Verhältnis von Gemeinsamkeiten, Ergänzungen und Widersprüchen. Als maßgebliche Grundlage unseres Bezugsverhältnisses, welche einzig über die Wahrnehmung seine in Betracht ziehende Inhaltlichkeit erfährt, erweist sich, daß weder Widersprüche, noch ein Nichts existiert, worauf auch mein ursprünglicher ausgehender Grundstock des Entwicklungsprozesses beruht, gemäß des Funktionalen des Verstandeswesens, worin die Bewertung der Inbetrachtziehung der Wahrnehmung und Gegenüberstellung zur Vorstellung sich als elementares Werkzeug und Realitätssinn stellt. Dieser Entwicklungsprozeß von mittlerweile 30 Jahren, ist somit auch vorwiegend damit erfüllt, aus den präsenten Gegebenheiten das sich aufweisende Widersprüchliche spezifisch in Betracht zu ziehen und in seinem Mißwesen aufzuklären. Darauf fußend wurden somit auch die synonymen Präsenzen, die auf der Einheit des Gemeinsamen und Differenzierenden beruhen, zum zentralen Inbetrachtziehungs- und Erörterungsgegenstand. Man möge somit beachten, daß das Sein als solches, Wahrnehmung, Vorstellung und Sprache gemäß ihrer funktionalen substanziellen Differenzierung im Nebeneinander seine Inbetrachtziehung erfährt und in der hier ausgeführten singulären Darstellung über die Sprache vom Betrachter das Entsprechende von sich aufzubringen ist, um es für seine Wahrnehmungs- und Erkenntnisbildung nutzbar zu machen. Die Worte alleine können es in keiner Weise vermitteln und sind für sich einzig Hinweise. Und vor allem, wo es hierin um das Sinneswesen Mensch und dessen Sinnhaftigkeit sich dreht, ist das Selbst als unabdingbares Bezugswesen zu integrieren, da Sprache nur Sinnhaftes, jedoch keine Sinnesempfindung vermitteln kann.

Wir verfügen über die Kenntnis, daß eine 'funktionale Einheit' einzig die eigene Funktionsweise, jedoch nicht die einer anderen hervorbringen kann. Bereits Aristoteles brachte hierzu einst auf, daß das Ohr nur das Hören, aber nicht das Sehen und auch nicht die Funktionsweisen der anderen Organe hervorbringen kann, gemäß dem es sich für alle funktionalen Einrichtungen (nicht nur!) des Körperlichen verhält. Darüber hinaus brachte er auch auf, daß es eines eigenständigen Organes bedinge, welches die diversen Wahrnehmungen kombiniert miteinander hervorbringt und wir dem gemäß über unser Innenerleben in der Bewußtwerdung erfahren. Hinzu kommt, daß wie Kant zum Ausdruck brachte, das Innenleben doch gar nicht über die äußeren Sinne ersichtlich ist und sich generell die innere Wahrnehmung von der Äußeren substanziell differenziert. Wie verhält es sich mit all den Erkenntnissen, welche man in der kulturellen Entwicklung geschaffen hat? Wie sich zeigt, so hat man nicht erst über den reinen Physikalismus derartige Aussonderungen vorgenommen, sondern bereits zuvor, worüber der Mensch als solches immer weniger in seinem Selbst in Erscheinung tritt.

Dem gegenüber ist meine Entwicklung rein menschlich aus dem Selbst heraus begründet, einst vor 30 Jahren aus meiner Lebenssituation heraus entstanden, begann ich, die Gegebenheiten der sich aufweisenden Widersprüche in Frage zu stellen und zu ergründen, wie dieses Selbst funktioniert. Darauf basiert meine langjährige Ergründung der Präsenzen, welche ich aufzeige, indem ich die diversen funktionalen Bestandteile in ihrer sich repräsentierenden Funktionsweise der Wirkungen ergründete, wie sie sich voneinander unterscheiden und damit verbunden sich auch das Organisationsprinzip der Einheit darlegt, primär das von Über- und Unterbewußtsein, wozu ein direkter Wahrnehmungsbezug über das Innenerleben gegeben ist. Letztendlich führte dies jedoch auch zu einer grundlegenden Ergründung der Wahrnehmung und deren Funktionsweise, worüber sich vor allem auch das desaströse Verhältnis zur Substanz aufklärte. Auch diese Erkenntnisse sind nicht neu, dem gegenüber man doch in Erfahrung gebracht hat, daß die raumausfüllende Substanz (die man als Materie bzw. das Stoffliche erachtet) gar nicht wahrnehmbar ist, sondern einzig Wirkungen. Dem gemäß erfährt man bei mir auch das Verhältnis von Wirksubstanzen, gemäß dem wir sie auch sprachlich als Substantive antreffen und keineswegs unbedacht derart gebildet sind, denn sie haben Substanz.

So trifft man bei mir damit verbunden auch auf eine entsprechend angemessene sprachtechnische Anwendung, gemäß meiner erlangten Erkenntnisse. In erster Instanz betrifft dies somit auch die Bezeichnung 'mentale Organe', da sie sich als Wirksubstanzen zeigen, aus denen heraus die jeweiligen Wirkungen hervorgehen und es sich hierin gleichermaßen stellt, wie es bezüglich der körperlichen Organe in ihrer jeweiligen Eigenart heraus bekannt ist (es ist einzig der substanzielle Bezug ein anderer, nicht hingegen das Spezifische des Funktionswesens!). Das die Mentalität Ausmachende entspricht dem Teilbereich der Psyche, welcher über das Innenerleben erfahrbar ist. Hierin besteht eine Differenzierung von Über- und Unterbewußtsein, gemäß des erfahrenden Über- und Unterbewußten, sowie der örtlich differenzierenden Lage (oben/unten), welches sich entsprechend als Einheit Bewußtsein nennt. Die spezifizierenden und differenzierenden Merkmale basieren auf dem Erwirkenden (Ursache/Wirkung - woraus tritt es hervor), dem Vermittelnden (Sinne, Geist, ... - worüber es reflektiert wird), dem Hervorbringenden und Reflektierenden (Bewußtsinn/Instinkt/Geist, ... worüber es hervortritt), dem Vorgang des Hervorbringens (Bewußtwerdung/Vorstellung, ...), dem Hervorgebrachten (Bewußtwerdungs-/,Vorstellungsinhalt, Handlung, ...) und dem Bewirkenden ([Wahrnehmungs-, Realitäts-, ...]Bewußtsein, Handlung, ...), sowie der Sprache, über die wir mit uns selbst und anderen kommunizieren. Es sind diese spezifischen Unterscheidungen, worüber es entsprechend seiner erforderlichen Detailliertheit ersichtlich ist.

Erwirkendes
(Ursache/Wirkung)

Vermittelndenes
(Sinne, Geist, ...)

ReflektierendesHervorbringendes
(Bewußtsinn/Instinkt/Geist, ...)

Vorgang des Hervorbringens
(Bewußtwerdung/Vorstellung, ...)

Hervorgebrachtes
(Bewußtwerdungsinhalt, ...)

Bewirkendes
([Wahrnehmungs-, Realitäts-, ...]Bewußtsein, Handlung, ...)

Sprache

Das Mentale des Geistigen ist hingegen ein Teilbereich dessen - das durch den Geist Hervortretende. Die zugrundeliegende Unterscheidung basiert auf dem der Wahrnehmung gegenüber der Vorstellung. Das sprach-sachtechnische Handikap besteht hierin in der Undifferenziertheit des Sinngebildeten. Die erforderliche spezifizierende Differenzierung besteht in dem von Sinnesempfindungen und -gefühlen beinhaltenden, dem gegenüber das über den Geist aus der Erinnerung Hervortretende einzig Versinnbildlichungen hervorbringt. Der Bezug hierin ist das Sinn-Machende, sinnvoll-Seiende, etc. - die Gegebenheiten von Sachlichkeiten. Ausschlaggebend ist somit auch die Unterscheidung des Hervorbringenden, worin der Bewußtsinn die erlebende Wahrnehmung und der Geist die in der Erinnerung gespeicherten versinnbildlichten Abbilder hervorbringt. Nachfolgend das Konstrukt des Zirkelwesens, welches darüber hinaus auch das Nachdenken verdeutlicht und das Kernwesen der Inbetrachtziehung ausmacht, da alles Erfahrende über die Bewußtwerdung stattfindet und somit alles Erfahrbare über dieses Zentrum unseres Seins miteinander in Erscheinung tritt. Aus diesem Verhältnis heraus auch die Bezeichnung Bewußtsinn.

Bewußtsinn

Über diesen Ermessensbezug wird ersichtlich, daß die funktionale Präsenz der geistigen Vorstellung, Erinnerung, Bewußtwerdung, Verstandeswesen, Instinkt, Begabung, Charakter und sexueller Konstitution relativ dem entspricht, was sich über die Wahrnehmungs-, Sinnes- und Funktionsorgane des Physischen darlegt. Sie repräsentieren eine jeweilige funktionale Einheit unserer Präsenz, worüber sich der Ablauf unseres Daseins gestaltet. Die Unterscheidung besteht darin, daß sie einzig in des jeweiligen Selbst ersichtlich sind, hingegen den Augen und somit dem damit verbundenen äußeren Ersichten gegenüber nicht ersichtlich gemacht werden können. Hierzu gilt zu bedenken, daß es sich regulär umgekehrt stellt und die mentalen Organe als solches im inneren Selbst offen ersichtlich sind, hingegen nicht die 'inneren' körperlichen Organe, ohne den Körper zu öffnen. Man vergleiche hierzu auch das Verhältnis von Über- und Unterbewußtsein gegenüber diesem Verhältnis der äußeren und inneren körperlichen Organe! So gilt es jedoch auch hierin der Öffnung, nämlich gegenüber der bezugnehmenden Inbetrachtziehung dessen, was sich über das Innenerleben über die inneren Sinne darbietet. Es liegt prinzipiell rein im Ermessensbezug, inwiefern was ersichtlich ist, sodaß meine Ausführungen sich vor allem darauf beziehen, die Voraussetzungen entsprechend zu vermitteln, um die Ersichtlichkeit darüber zu gewährleisten. Somit ist das Kernwesen, um das es sich hierbei dreht, vor allem auch das der Wahrnehmung und deren Funktionsweise.

Mein erstes Buch ist derart gestaltet, den Kern der Sache aufzubringen, um speziell die substanziellen Bewandtnisse aufzuzeigen, dem gegenüber in meinem zweiten Buch, welches an dieser Stelle hier seine Rohfassung erhält, zusätzlich anderer Autoren mit eingebunden werden, welche ein derartiges funktionales Erachten der Gegebenheiten hervorgebracht haben. So treffe ich hierin z.B. auf Aristoteles, welcher den Inneren Sinn (den ich Bewußtsinn nenne) aus seiner logischen Erachtung heraus aufbringt, John Locke beschreibt in ausgiebiger Weise die Funktionsweise der Erinnerung und somit auch, wie sich daraus der Geist speist, sowie sich viele weitere Autoren darbieten, über die diversen Präsenzen Erläuterndes aufzubringen, welches dem entspricht, was sich mir über die langjährige Beschäftigung aufzeigte. Mir gilt es damit verbunden vor allem darzulegen, daß mein Aufbringen keineswegs etwas Erneuerndes oder gar Unbekanntes darbietet, sondern im Gegenteil, wie es sich sprachlich spezifizierend darstellt, vielmehr eine Regeneration von Verlorenem, oder konkreter ausgedrückt, unbeachteter Menschlichkeit darstellt, in welcher das seine Substanz erfährt, gemäß dem es sich über unsere Menschlichkeit repräsentiert. Man möge Einblick nehmen in meine und der anderen Darlegungen, vor allem auch in sein inneres Selbst und erfahren, was es darüber zu erfahren gilt.

Diese Seite ist derart gegliedert, daß ich den Kern des jeweiligen Aufbringens hier im Verbund darlege und das Weiterführende auf einer jeweils dafür eingerichteten verlinkten Seite. Des Gestaltungswesens wegen sind die Links bewußt nicht regulär herausragend markiert, werden jedoch über das Überfahren mit der Maus als solches ersichtlich (zusätzliche Links sind als Punkt hinter dem Jeweiligen aufgeführt - anzutreffen bei Büchern, welche an diversen Stellen verfügbar sind). Statt auf anderen ihr Aufbringen nur zu verweisen oder zu interpretieren, verwende und zitiere ich vorwiegend und insofern öffentlich zugänglich den Originaltext, bzw. Übersetzungen, damit gewährleistet ist, daß dieser im Verbund und direkt zugänglich ist und gemäß dem auch seine Erachtung erfährt (Links zu den öffentlich zugänglichen Originaltexten sind mit angegeben). Was die Anwendung auf Smartphones o.ä. betrifft, so möge man es im Querformat sich anzeigen lassen, wobei es sich vor allem aufgrund des Umfanges dafür nicht als geeignet erweist. Auch ergeben sich generell Probleme mit der Schriftgröße, die in gravierender Weise variieren, welche auf body {font-size:120%} eingestellt ist, um dem Mißverhältnis entgegen zu wirken, sodaß es jedoch trotz dessen hier und da der Anpassung des Anwenders bedingt (bitte per Ansicht - Zoomfaktor anpassen).

Was die Auswahl der Autoren und deren Inhalte betrifft, so wird man feststellen, daß sie weitläufig aus einer ganz bestimmten Epoche stammen, nämlich aus der Zeitenwende, wo sich die alten Erkenntnisse mit den Neuen koordinierten, was weitläufig im 18. Jh. anzutreffen ist. Als maßgeblich zeigt sich, daß in der neueren Zeit die Blickwinkel immer mehr nur noch rein aus dem neuwissenschaftlichen Verhältnis seine Erachtung findet und somit auch nicht mehr das beinhaltet, worauf es hierin ankommt und selbst die Bezugnahmen zum Alten recht selten überhaupt dem entsprechen, was es als solches hervor bringt. So ist es denn auch die anwendende sprachliche Begrifflichkeit, welche mich geleitet, das jeweilige Nächste ausfindig zu machen, wie man es besonders deutlich z.B. über das Aufbringen des Inneren Sinnes durch Aristoteles antrifft, dessen Bedeutung in der Neuzeit zwar noch seine Erwähnung findet, so wie bei Freud oder auch Thomas Metzinger, jedoch nicht mehr als eine Erwähnung hervorbringt, sodaß es keinen Sinn ergibt, auf derartiges einzugehen. Als vorteilhaft ergibt sich hierin vor allem auch die freie Verfügbarkeit der Texte, sodaß ein direkter Zugang und auch Einbindung darüber gestaltbar ist. Es wäre selbstverständlich von Vorteil, wenn sich aus der Gegenwart Verbindungslinien aufzeigen würden, jedoch treffe ich bisher nur vereinzelt ein solches an. Eigenständiges Denken ist halt doch eine 'althergebrachte' Rarität.

Ich möchte hierzu noch erwähnen, daß der außergewöhnliche Gehalt unserer deutschen Sprache darauf beruht, daß man diese nicht einfach nur übertragen hat aus ihrem Ursprung heraus, wie man es in der englischen Sprache antrifft(!), sondern die Sachlichkeit des jeweiligen Gegenstandes auf einer jeweiligen Ergründung basiert, woraus sich die Begrifflichkeit bildete (Land der Dichter UND Denker!), vor allem auch die detaillierten Spezifikationen der Synonyme auf besondere Weise dazu beigetragen haben, was man in keiner anderen Sprache derart antrifft. Gerade dieses Detailreichtum ist für das Verständniswesen unerläßlich und bildet die Grundlage dafür, die erforderlichen Klarheiten zu erlangen - das wahrnehmende Erkennen sachlich auf diese zu übertragen und ein klares Bezugsverhältnis zu bilden, sodaß sich die Erkenntnisse mit dem nachvollziehbaren Verständnis kombiniert. Auch hierin fand ein Wandel von der Entwicklung hin zum Fortschritt statt, sodaß die neuzeitliche Sprachanwendung sich als mehr Unverständigkeit bildend stellt, als das sie qualitative Verständigkeit schafft. Dem gemäß gestaltet sich auch die Auswahl der einbindenden Autoren: insofern sie ein Auge dafür haben, dies gemäß dem zu ersichten und darüber zu berichten, wie es uns das Sein aufzeigt.

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Das Sein erfahren wir über die Wahrnehmung der Perspektivenschauen der äußeren und inneren Sinne, koordiniert hervortretendend als Bewußtwerdung über den Bewußtsinn, in Verbindung mit den geistigen Projektionen aus der Erinnerung, worüber sich unser reflektives Verhältnis zum Einheitswesen des Seins ergibt.

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Die Vielfalt existenziellem Seins besteht aus schier unendlich vielen individuellen Varianten, jedoch funktioniert das Sein als solches nach klaren einheitlichen Prinzipien, worüber dies hervortritt. Diese Prinzipien aus der Vielfalt herauszufiltern, bedingte mir vieler Jahre, um sie in Erfahrung zu bringen. Als grundlegendes Handikap erwies sich, daß wir mit Verständnissen über das Sein gefüttert werden, die sich zumeist als rein geistig ideologische Dogmen erweisen. Gerade die Beschäftigung damit verdeutlichte mir hingegen den zusätzlichen und ausgehenden Kern der bedingenden Inbetrachtziehung, daß wir mit zwei Bezugsverhältnissen zum Sein konfrontiert sind: der sinnenvermittelnden Wahrnehmung und der geistigen Vorstellung. Und da Wahrnehmung und Vorstellung aufeinander einwirken, so ist in erster Instanz dieses Verhältnis des Selbst zum Sein als grundlegendes Selbstverständnis in Erfahrung zu bringen. Hieraus ergibt sich, daß die (Er-)Kenntnisse über das Selbst und das Sein in ihrer unmittelbaren Verbundenheit zu erachten sind, ohne das ein tatsächliches Realitätsverhältnis überhaupt nicht entstehen kann, denn jegliches substanzielles Selbst geht in seinem Verbund mit dem Sein einher - nichts existiert für sich isoliert - jegliches Sein ist eingebunden in das kollektive Dasein. Die Symbiose ist somit grundlegender Bestandteil des Seins, in welcher sie sich gemäß des Ideals darin entfaltet.

Über die Wirkungen, welche aus unserem Selbst hervortreten, kombiniert mit den Wirkungen, welche über die Sinne von außerhalb aufgenommen werden und sich über das Kombinat daraus das innere reflektierende Wirken gestaltet, zeigt sich uns das Selbst als solches und dessen verhältnismäßige Präsenz im Sein. Und über das Erweitern an Erfahrungen an substanziellem Selbst in Anderem erweitert sich auch das Verhältnis des Sichtens des Seins, worüber die Prinzipialität in Erfahrung gebracht werden kann über die darüber sich aufweisende Funktionalität. Da einzig im eigenen Selbst das Innere derart erfahrbar ist, bildet dies auch die Grundlage für das generelle Verständnis des Seins. Darüber zeigt sich vor allem auch, wie es sich zwischen dem inneren und äußeren Dasein verhält, sich das Verhältniswesen der Wirkungen voneinander unterscheidet und das Selbst ausmacht. Es gibt somit zwei Verhältnisse, worüber das Sein nicht rein über die Wahrnehmung faßbar ist, zum Einen aufgrund dieser Substanzwesensart und zum Anderen aufgrund des unaufhaltsamen Flusses der stattfindenden Abläufe, dem noch hinzukommt, daß ein Selbst nicht rein aus sich selbst heraus existiert. Aufgrund dessen bedingt es zum tatsächlichen Ersehen der Gegebenheiten auch der Kenntnisse über die jeweilige 'bedingende Funktionalität', sodaß in der Gegenüberstellung des Bildnisses des Prinzips das jeweilige Seinsverhältnis auch in seiner statischen Präsenz ersichtlich wird. Die Wahrnehmung ist somit auch das, was das im Fluß von Werden, Sein und Vergehen sich Befindende als solches vermittelt, wohingegen es der Vorstellung bedingt, um es in seiner Relation der funktionalen Präsenz in Erfahrung zu bringen. Elementar ist hierin, daß die Funktionsweise dem jeweiligen Präsenten nicht gegeben ist, sondern Werden, Sein und Vergehen darauf beruhen, inwiefern sich gemäß der Funktionalität eine Präsenz ergibt. Die substanzielle Funktionalität ist (im Gegensatz zur allgemeinen Inbetrachtziehung!) nicht Bestandteil der substanziellen Präsenzen. Aus dem Grund erfährt man bei mir auch die Bezugnahme der Prinzipien des Seins, denn sie sind eine Eigenständigkeit, welche nicht mit der Substanz selbst einhergehen. Dies zeigt sich uns über die Relativitäten des Seins. Erst in dem Verhältnis - des Ganzen - gelangt man zum gegenseitigen Bezugsverhältnis von Selbst und Sein und somit zum Einheitswesen des Seins.

Die Substanzen, worüber es sich vermittelt und die Wirkungen, welche sich darüber vermitteln, sind die beiden Bestandteile, worüber sich das Sein im Bezugsverhältnis der Funktionalität aufklärt. Es ist somit primär eine Frage der Entfaltung darin, worüber sich das Ersehen ergibt. Und somit ist mir auch meine eigene Entfaltung der Meilenstein im Leben, über den es mir zu berichten gilt. In meinem ersten Buch geht es dem entsprechend auch zunächst einmal um die Aufklärung über das Substanzielle und unser Verhältniswesen dem gegenüber. Wie man in der Physik mittlerweile erkannt hat, so kann man die raumausfüllende Substanz und somit, was man als Materie(ll) in Betracht zieht, gar nicht ermitteln - als solches in Erfahrung bringen. Was man hingegen nicht erkannt hat ist, daß wir einzig in Erfahrung bringen können, was uns die Wahrnehmung vermittelt und somit einzig Wirkungen, sodaß sowohl dem Menschen, wie auch technischen Konstruktionen, einzig dies in direkter Weise ersichtlich gemacht werden kann. Es handelt sich um zwei Bestandteile, deren es der substanziell unterscheidenden Erachtung bedingt: der raumausfüllenden Substanz und der Wirksubstanzen. Die Beschäftigung mit dem Bewußtsein (resp. Psyche) führte es mir in aller Deutlichkeit vor Augen, wie es sich damit verhält. Und letztendlich zeigte sich mir darüber auch, daß die Funktionalität nicht als Bestandteil der Wirkwesen einher geht, sondern sich das Wirkwesen daraus ergibt. Es ist nicht Bestandteil des jeweiligen Selbst, sondern erwirkt das Werden, Sein und Vergehen des Jeweiligen. Verfänglicherweise bleibt dies dem Physikalismus verschlossen, da darin einzig existiert, was den Augen ersichtlich gemacht werden kann, dem gegenüber man in der Philosophie und Psychologie ausschließlich das geistige Einhergehen in Betracht zieht. Dem gegenüber ist die Funktionalität des Menschen derart eingerichtet, um das Sein gemäß seiner Präsenz selbst in Erfahrung zu bringen und es mir somit zu vermitteln gilt, wie man dazu gelangt.

Homepage: Die substanzielle Beschaffenheit - Bewußtsein

Die Gegebenheiten erweisen sich als gravierender kultureller Mißstand, worin nicht nur des Menschen Selbst immer mehr außen vor gerät, sondern jegliches Selbst seine Achtung verliert. Alles miteinander erfährt einzig noch eine äußerlich ausgrenzende Inbetrachtziehung. Wie es dazu kommen konnte und was es damit auf sich hat, ist somit auch zu einem wesentlichen Teil meiner Ergründung geworden. Wo Licht ist, ist auch Schatten, sagt man und da es den Schatten gibt, so kann man seine Präsenz nicht ignorieren, denn was wäre das Licht ohne Schatten? Es wäre nicht das, was es ist. Und so trifft man bei mir auch weiträumig die Beschäftigung mit der Kontroverse an, denn sie verschafft dem Sein seine erforderliche Individualität, worüber es auch seine spezifizierende Beschreibung erfährt. Es ist das Einheitswesen, welches man darüber im Kern seiner Wesensart von Gemeinsamkeiten, Ergänzungen und Widersprüchen erfährt. Und da kein isoliertes Etwas existiert und es sich somit generell um Einheiten und Einheitsverbünde handelt, welche dem gemäß unser erfahrbares Erleben ausmachen, so ist dies auch der Grundstock der Inbetrachtziehung. Dies tritt im Besonderen in der Einheit des Menschen im Verbundswesen seiner anteiligen Glieder hervor und da man hierin antrifft, was es zu (v)ermitteln gilt, alles miteinander darin präsent ist und vor allem einzig hierin Subjekt und Objekt eins sind, so ist das Sein auch primär aus diesem Selbst erfahrbar zu erlangen. Der Mensch lebt es und erfährt es über sein Wirken und gerade dieses Selbst gilt es mir dieser Situation des außen vor stellens gegenüber zu stellen. Das Selbst ist dem entsprechend auch die zentrale Beschäftigung, denn einzig über dieses Sein zeigen sich sämtliche Gegebenheiten - die im Inneren und im Äußeren - einzig hierüber ist alles miteinander ersichtlich, wohingegen man im Äußeren das Innere nicht erblicken kann.

Die substanzielle Beschaffenheit - Bewußtsein

Im ersten Buch erfährt das Ganze seine Darlegung auf den Punkt gebracht. Hierin wird der Kern der Angelegenheit dargelegt, in Verbindung mit dem Mißwesen, worüber es dazu gelangte, daß der Mensch diese natürlichen Gegebenheiten nicht gemäß seiner funktionalen Einrichtung nutzt. Dem gegenüber gilt es in dieser Ausführung hier vor allem auch darzulegen, daß die diversen Kenntnisse vorhanden sind. Das erstgeschaffene Buch bildet die Einleitung, auf das die Detaillierungen folgen. Und während es hier um das Bewußtsein in seiner Gänze sich dreht, so findet über eine weitere Entstehung das Spezifische der mentalen Veranlagungen seine Beschreibungen, anhand der sexuellen Veranlagung der » Bisexualität « mustergültig dargelegt.

Die substanzielle Beschaffenheit

Bewusstsein

Die substanzielle Beschaffenheit - Bewußtsein

Handeinband Halbfranzband Marmorpapier
Anfertigung: » Buchbinderei Diller «
Selbstverlag - 300 Seiten - 134,- Euro

» Leseprobe (45 Seiten) «

Zunächst noch ein Tip für Diejenigen, welche sich für die alten Originale interessieren, zu denen ich jeweils auch per Link verweise: zum Erlesen der Frakturschrift bedarf es nichts anderes, als diese zu 'erlesen', denn bis zurück ins 16. Jh. ist die deutsche Sprache nicht sonderlich anders (in diesem Bezugsverhältnis), sondern maßgeblich ist es das Schriftbild. Die Fraktur basiert auf der mit Feder gezeichneten kalligraphischen Schrift, gegenüber der römischen in Stein gemeißelten Keilschrift und deren Präsenz als solche hat NICHTS mit der Nazizeit zu tun. Viele der Buchstaben sind auch nicht sonderlich anders in ihrer Grundgestalt, sodaß man beim Lesen zunächst einmal das liest, was lesbar ist und systematisch dann über den Inhalt die jeweiligen unlesbaren Buchstaben ergänzt. Mit der Zeit werden dann automatisch auch diese Buchstaben erkenntlich. So weit es mir möglich ist, verwende ich auch generell die originalen Texte der Schriftwerke, denn wie mir die Erfahrung aufzeigt, so gibt es nur sehr wenige 'Interpreten', welche überhaupt das Original gemäß des Aufgebrachten wiedergeben, hingegen Andere ihr Eigenes, weitläufig gar höchst willkürlich dort hinein interpretieren, was weitläufig zu völligen Verfälschungen geführt hat. Generell sind Worte und Aussagen niemals identisch mit dem Original, insofern beides nicht identisch ist, worüber es sich auch als Interpretation davon differenziert. So bringe ich hier auch bewußt das Original, Zitate daraus, sowie auch das, was sich mir darüber vermittelt, im Kombinat miteinander auf (soweit mir der Zugriff darauf gegeben ist - dem gegenüber ich jedoch einzig der deutschen und englischen Sprache mächtig bin), sodaß man sich dies auch entsprechend vor Augen führen kann. Mein Fokus liegt hierin vor allem darauf, wie die jeweilige Erkenntnis zustande kam, denn darüber zeigen sich die Leitlinien. Man bedenke auch, daß die Gegenwart 'als Resultat' der Vergangenheit einher geht und sich somit 'das kausale Sein' der Gegenwart auch einzig in Verbindung mit der Vergangenheit in Erfahrung bringen läßt. Auch dies ist ein grundlegender Bestandteil unseres Seins und somit bedingt es auch diesem seine besondere Aufmerksamkeit.

» Isidor von Sevilla «

"Wenn Du in einem Wort etwas Wahres über das mit dem Wort bezeichnete Objekt erkennen willst, dann überprüfe den Ursprung des Objekts, oder seine Wirkung oder das Gegenteil davon darauf, ob Du sprachliche und/oder sachliche/inhaltliche Ähnlichkeiten zwischen Wort und Sache findest." Eine auf diese Weise 'etymologisch' gewonnene Wesenserkenntnis eines Begriffes gilt als tiefgründiger, als im Vergleich zu anders (philosophisch, naturwissenschaftlich) gewonnenen Erkenntnissen.

Dies gilt es zu bedenken, bezüglich meiner Handhabe, in welcher nicht nur Begriff und Sprache eine derartiges Händling erfährt, sondern auch die geistige Vorstellung. Die Sache selbst bildet (mir) gemäß des aus dem Ersehen zu Verstehen die Grundlage, dem gegenüber Begriff und Sprache, wie auch die Vorstellung ein Instrumentarium begründet, worüber alle Dreie im Nebeneinander und Miteinander ihre Erörterung erfahren. Resultierend aus den Erkenntnissen heraus, erfährt die Sprache, gleich der Vorstellung, eine entsprechende Anpassung daran. Wie ein Handwerker sich einst sein Werkzeug bildete, so bildete ich mir hierin auch die Meinigen. Wer sich somit mit meinen ausführenden 'Worten' beschäftigt, sollte sich darüber im Klaren sein, daß ihre Bedeutung im Verbund mit der Aussage zu entfalten sind und vor allem in Anbetracht der jeweiligen Sache selbst. Auch aus diesem Grunde nutze ich, so weit wie möglich, die Worte anderer, um meine Darlegungen darüber zusätzlich zu vermitteln. Gerade aufgrund dieser Andersartigkeit, wie im Zitat hervorgehoben, trifft man aber auch das Meinige in der Philosophie nicht an, sondern einzig Verhältnismäßiges, was sich jedoch auf besondere Weise zur Vermittlung eignet. Das Meinige ist nicht völlig anders, was es mir darüber auch hervorzuheben gilt, sondern nur einen Tick, jedoch besteht gerade in diesem Tick das Wesentlichste, das man übergeht. Und gerade dies gilt es mir eben auch zu vermitteln.

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EINLEITUNG

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Primär geht es hierin um die Wirkungspräsenzen der mentalen Organe und der ausführlichen Erläuterung der sich aufweisenden Spezifikation der Funktionalität, aufgrund dessen sie als solche erfahrbar ersichtlich sind und darüber ihre Präsenz aufweisen. Wie man der aufgliedernden Veranschaulichung entnehmen kann, so ergaben sich mir hierin Sichtungen substanzieller Präsenzen, welche in Betrachtziehung als funktionale Organe unbekannt sind, es sich jedoch um ein Bekanntheitsverhältnis handelt, gemäß dem man es bezeichnenderweise sprachlich benennt. Es ist somit als solches nicht unbekannt, jedoch erfährt es über meine Darlegung ein spezifizierendes substanzielles Verhältnis. Im Vorfeld gilt es mir hierzu noch auf einige Prinzipien einzugehen, deren Erachtung es generell bedingt, um sich dieses aufweisende Verhältniswesen ersichtlich werden zu lassen. Primär bedingt es nämlich des Verständnisses für die Funktionalität der Wahrnehmung, worüber das Substanzielle und die Funktionsweisen ersichtlich werden. Die Wahrnehmung ist der funktionale Bestandteil, welcher zwischen dem Sein und dem Erfahren dessen steht und somit bildet das Verständnis dafür auch die Grundlage für alles Weitere. Und hierzu bedingt es, sich zuvorderst der Relativitäten des Seins auch klar zu werden, denn gerade dazu dienen die Wahrnehmungsinstrumentarien, um dies ersichten zu können.

Gemeinsamkeiten & Ergänzungen ↔ Widersprüche

Da ich meinen Werdegang die ersten beiden Jahrzehnte ohne die Vorlagen von Lehren praktizierte, sie gar als die Verursacher meiner entstandenen Mißverhältnisse erkannte, waren sie mir auch generell nicht ins Auge gefaßt. Hingegen war mir im Verlaufe die Sprache zu einem Werkzeug geworden, um mir spezifizierende Klarheiten zu verschaffen. Erst im Bestreben, anderen das Meinige zu vermitteln, ergab sich mir die unausweichliche Notwendigkeit, mich mit den diversen Lehren und Ideologien zu beschäftigen, da sie mir unausweichlich als dogmatische Hemmnis gegenüber stehen, die es zu überwinden gilt. Hiermit begann das systematische Ergründen der diversen Entwicklungen und den Hintergründen deren Präsenz. Zunächst im Groben rückwärts gehend bis zu den alten Griechen, bin ich seitdem auch dabei, die Details zu hinterfragen, was es damit auf sich hat, daß ich primär mit einer solchen Unkenntlichkeit und sekundär mit der sich aufweisenden Widersprüchlichkeit gegenüber meinem Aufbringen überhaupt konfrontiert bin. Mittlerweile ersehe ich darin auch, daß es sich gleichermaßen aufklärt, wie die Natur des Seins, nämlich im Verhältnis des Daseins von Gemeinsamkeiten, Ergänzungen und Widersprüchen, sodaß ich dies auch ganz bewußt mit einbinde in meine Darstellungen, da es letztendlich darum geht, das Sein im Sein in Einklang zu bringen und sich darüber wiederum aufzeigt, wie es sich damit verhält. Des weiteren ersehe ich es auch als ein hilfreiches Mittel, um anderen das Meinige über vorstellungsgemäße Sprachkenntnisse näher zu bringen, dessen es letztendlich zwar des Erlebensinhaltes, primär jedoch der kommunikativen Hinleitung bedingt. Zum Anderen ist von mir die Quantität gar nicht aufzubringen, derer es bedingt, um meine aufbringenden Prinzipien in ihrer Vielfalt der Anwendung darzubieten, gemäß dem ich mich auch grundsätzlich dem Ergründen des Qualitativen verschrieben habe. Es gibt vielfältige Fragmente, worin mein Aufbringen enthalten ist, jedoch nicht aus dieser spezifischen Betrachtungsweise seine Erachtung findet. Gerade darüber erfährt es aber auch die Ausweitung der bezugsverbundenen Klarheit (auch für mich selbst).

Das Verhältnis der Einheiten des Seins gemäß der Gemeinsamkeiten, Ergänzungen und Widersprüche zeigte sich mir zunächst im menschlichen Umgangsverhältnis, jedoch erkannte ich im Verlaufe darin das generelle Einheitsprinzip des Seins als das Verbindende über die Gemeinsamkeiten und Ergänzungen und das Abgrenzende zu Widersprüchen. Grundlage dessen ist, daß in der Natur des Seins keine Widersprüche existieren (können). Hierzu gilt es, sich zu verdeutlichen, daß es kein einzelnes 'isoliertes' Unteilbares (Atom) gibt, da der gesamte Raum erfüllt ist und somit von Grund auf das Sein auch mit Einheitsverbünden einher geht, gemäß dem wir es erfahren (es ist nur geistig theoretisierend isolierbar, nicht hingegen im Sein selbst!). Widersprüche gibt es einzig in den geistigen Bildnissen, gemäß dem unser Verstandeswesen funktional darauf eingerichtet ist, diese gegenüber dem Bezugsverhältnis der Wahrnehmung als solche zu identifizieren, um darüber das Illusionieren einzuschränken (über diese Aktiva erkennt man das Verstandeswesen). Betrachtet man sich hierzu einmal die sich aufweisenden Prinzipien der (klassischen) Chemie, so zeigt sich gerade auch darin in aller Deutlichkeit dieses Verhältnisbildende und -abgrenzende von Einheiten und Einheitsverbünden, sowie auch das Molekül den Grundsatz des Prinzips des Verbundes beinhaltet. Ein weiteres Musterbeispiel erfahren wir im Sprachverhältnis über die Synonyme, worin ein verbindendes Gemeinsames mit einem Unterscheidenden Verbünde darlegen und sich von anderem abgrenzt. Hierüber ergibt sich auch das Prinzip der Kategorisierungen des Daseins in diesem Koordinierungs- und Abgrenzungsverhältnis (worin bestehen die Gemeinsamkeiten, Ergänzungen und Widersprüche). Gerade darüber bildet sich das erforderliche Grundverständnis für das substanzielle Sein, da sich darüber das weitreichende Spektrum einerseits in seinen elementaren Formen abbildet und gleichzeitig auch wiederum abgrenzt gegenüber dem (geistig illusionierenden) Nichtsein in seinem Sein.

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Wahrnehmung & Vorstellung ↔ Sein

Einleitend gilt es ebenfalls, sich das Wahrnehmungsprinzip in seinem Verhältniswesen vor Augen zu führen. Das objektive Ersichten eines (hausgroßen) Würfels ist von einem Punkt aus in keiner Weise zu erlangen, egal von wo aus man diesen in Betracht zieht. Selbst von zwei relativ gegenüberliegenden Punkten ist dessen Dreidimensionalität nicht endgültig ersichtlich. Erst ab einem Verhältnis eines Dreiecks ergibt sich das Sichten seiner dreidimensionalen Präsenz. Gemäß dem Prinzip resultiert die Objektivität aus der Summe subjektiver Betrachtungen. Die Ersichtung des Würfels findet hierin jedoch einzig von außen statt, worüber das Innere nicht ersichtlich ist. Nimmt man hingegen die Betrachtung dessen von innen vor, ergibt sich ein ganz anderes Bildnis, welches in keiner Weise dem Äußeren gleich ist. Es sind zwei völlig unterschiedliche Wirkungsverhältnisse (Seinsverhältnisse!). Der maßgebliche Unterschied hierin: das jeweilige Selbst ist einzig aus diesem selbst heraus in seinem Eigenwirken ersichtlich (der Präsenz seines Selbst!), wohingegen man im Äußerlichen einzig reflektierende Wirkungen erfährt. Hierauf basiert auch das Differenzierungsverhältnis unseres eigenen Innen- und Außen(er)lebens. Betrachtet man sich selbst aus seinem Innenerleben heraus, erfährt man ein völlig anderes Ersichten, als über die Außenbetrachtung. Entscheidend hierin ist, daß man in seinem Selbst grundsätzlich über beide Perspektivenverhältnisse verfügt, da wir für beiderlei Verhältnisse eingerichtet sind und somit auch mit einer inneren und äußeren Wahrnehmung, welches beides miteinander im Inneren in Erscheinung tritt. Nachfolgend hierzu einmal die Verbildlichung des differenzierenden Wirkungsverhältnisses.

Würfel

Eine Erkenntnis der alten Griechen lautet, daß in einer handvoll Sand die gesamte Weisheit steckt. Dies verfolgt man dem gemäß in der Philosophie in Anbetracht des Haufens und in der Physik in Anbetracht des Einen. Weder noch bildet jedoch das Sein ab, wie es ist, sondern es bedingt der Inbetrachtziehung des Selbst in seinem Verbundverhältnis mit dem Ganzen. Die Kugel entspricht dem Selbst und das Bildnis dem Wirkungswesen des Seins. Es ist, so wie es ist, über die Wirkungen den Sinnen ersichtlich. Aufgrund der Verschlossenheit des inneren Selbst ist einzig aus dem Selbst heraus das Sein in seinem ganzen Umfange erfahrbar, gemäß dem wir es über unsere eigene menschliche Präsenz erfahren. Es bedingt somit beider Sichtweisen, die uns über unsere Sinne vermittelt werden und im Inneren miteinander ersichtlich sind. Gemäß dem wird auch jegliches andere Sein einzig aus diesem Verhältnis des inneren Selbst heraus ersichtlich.

Das Ersichten des Selbst wurde mir einst zum Meilenstein in der Ergründung der mentalen Veranlagungen im Unterbewußtsein. Hierüber zeigte sich mir dieses generelle Prinzip. So ist denn auch die Innenansicht seines Selbst der Grundstein für das Erfahren nicht nur seines eigenen Selbst, sondern der Grundstock der Ersichtung des Seins generell. Die sich aufweisenden inneren Präsenzen und deren Wirkwesen sind von außen nicht ersichtlich, dem gegenüber sich jedoch jegliches äußere Sichten dem Inneren vermittelt, sodaß hierin beides miteinander kombiniert im Inneren in Erscheinung tritt. Der Blick nach draußen ist hierin prinzipiell ein Sichten aus dem Selbst heraus, selbst wenn die Aufmerksamkeit einzig auf die äußeren Sinne gerichtet ist, denn es sind die inneren Sinne, welche dies verarbeiten und uns ersichtlich werden lassen. Hierüber zeigt sich, wie es sich prinzipiell damit verhält im Bezug auf jegliches Einheitswesen, daß nämlich das Innere nicht selbst zum Äußeren gelangt, sondern über das äußere Einwirken einzig Reflektionen daraus hervortreten, welche jedoch nicht das Selbst beinhalten, sodaß auch generell einzig das jeweilige Selbst aus diesem selbst heraus erfahrbar ist.

Man wird feststellen, daß die hauptsächliche Beschäftigung hierin die der Wahrnehmung ist, worüber sich all das darbietet, was ich darlegen werde. Somit bedingt dies auch, neben der Erachtung des Differenzierungsverhältnisses des Inneren und Äußeren, primär der klaren Unterscheidung von Wahrnehmung und Vorstellung, denn die geistige Vorstellung bringt nicht die Wahrnehmung hervor, welche uns die Sinne vermitteln, sondern Abbilder von Versinnbildlichungen dessen und somit enthalten sie vor allem einen Bestandteil grundsätzlich nicht, nämlich das Sinnliche. Hierin tritt somit ein ebensolches Verhältnis auf, worin man das Gesamte einzig aus der einen Sicht erfahren kann und zwar über die bewußtwerdende Wahrnehmung über den Bewußtsinn. Was es damit auf sich hat, werde ich in Verbindung mit dem Funktionswesen im weiteren Verlauf ausführlich erläutern, denn es bildet den Kern dessen, worüber all das ersichtlich wird, was ich im weiteren darlege, sodaß der konstruktionelle Aufbau dieses Werkes vor allem auf dieses Verhältnis und auch dessen Mißverhältnisse hin eingerichtet ist.

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Selbst & Sein ↔ Wirkung(sverhältnis!)

Warum somit nicht nur die Physi(kali)sche, sondern auch die philosophisch-psychologische Inbetrachtziehung von ihrem Grundprinzip her einzig eine Außenperspektivische ist, gilt es mir zusätzlich darzulegen. Es handelt sich hierbei keineswegs darum, daß man keine Erforschung aus dem Inneren heraus praktiziert (im Gegenteil, wie ich aufzeigen werde), sondern beruht darauf, daß man im Inneren einzig Ersichtungen im Verhältnis des Geistigen in Betracht zieht, wobei es sich jedoch um Spiegelbildnisse handelt, da hierin nicht der Vorgang der Bewußtwerdung in Betracht gezogen wird, sondern des Bewußtseins, dessen elementare Unterscheidung einer weiteren Erachtung bedingt. Dies beruht darauf, daß man im Inneren einzig einen Geistbezug überhaupt in Betracht zieht und kein anderes überhaupt in Erwägung zieht! Der Geist ist jedoch nicht das Wahrnehmende, sondern dieser projiziert die hervortretenden Vorstellungen aus der Erinnerung heraus. Der Geist ist rein ein Projektor im Bezug des Wahrnehmungswesens. Hierin besteht die elementare funktionale Unterscheidung von Wahrnehmung und Vorstellung. Bewußtwerdung (der Vorgang der bewußt hervortretenden Wahrnehmung) und Bewußtsein (sich in der Inbetrachtnahme dessen kontinuierlich bewußt zu werden) sind zwei unterschiedliche Gegebenheiten. Der fließende Vorgang der bewußtwerdenden Wahrnehmung findet abseits des Geistes über den Bewußtsinn statt, wohingegen das statische Bewußtsein über die geistige Reflektion bewirkt wird und ebenfalls über den Bewußtsinn hervortritt. Darin besteht der substanzielle funktionale Unterschied zwischen bewußter Wahrnehmung und Vorstellung, daß sämtliche bewußtwerdende Wahrnehmung über den Bewußtsinn hervortritt und es sich bei den geistigen Vorstellungen um Projektionen aus der Erinnerung handelt. Man verdeutliche sich das funktionale Prinzip an nachfolgendem Schaubild.

Bewußtsinn

Gravierend hierin ist darüber hinaus die Zweiseitigkeit des Wahrnehmungsverhältnisses des Bewußtsinns, sodaß man regelrecht in zwei Richtungen blickt und in Verbindung mit dem Zirkelwesen im Verbund mit der Erinnerung und dem Geist ergibt sich auch diese absondernde Betrachtungsweise, worin das Unterbewußtsein und somit seine funktional wirkende Präsenz im Verhältnis von Unbewußtsein einher geht. Nicht nur das Unterbewußtsein, sondern auch der Bewußtsinn selbst tritt hierin einzig als Unbewußtes in Erscheinung, da in dieser Richtungsorientierung im Verhältnis geistiger Projektionen einzig reflektierte Ver(sinn)bildlichungen aus den Erinnerungen heraus hervortreten, nicht jedoch der Ursprung der bewußtwerdenden Wahrnehmung, sodaß auch das Empfindungs- und Gefühlswesen über diese Blickrichtung ebenfalls nicht in Erscheinung treten kann. Um dies ersichtlich werden zu lassen, bedingt es somit der einzurichtenden Aufmerksamkeitssteuerung auf beide Richtungswesensarten und das Händling miteinander in Einklang zu bringen. Im angezeigten nachfolgenden Bildnis die Gegebenheit der diversen funktionalen Präsenzen von Über- und Unterbewußtsein, wohingegen beim anklicken das Bildnis erscheint, worin über die geistige Fokussierung nur ein Bruchteil dessen zur Wahrnehmung gelangt. Das Markante hierin ist, daß wenn eine Kamera sich selbst im reflektierenden Spiegelbild sieht, sich zwar selbst wahrnimmt, das Erkennen jedoch ein anderer Vorgang ist. Der maßgebliche Punkt hierin ist somit, daß der Bewußtsinn nur die Wahrnehmung, jedoch nicht das Erkennen hervorbringt, sondern dies einzig über die Erinnerung in Verbindung mit der geistigen Projektion stattfindet, sodaß dieser Effekt zustande kommt, daß der Bewußtsinn darüber nicht in Erscheinung tritt, insofern dieser nicht als solches in erkenntlicher Erachtung ist. Man verdeutliche sich dies an sich selbst, wie es sich darin verhält und staune über diesen Effekt des gravierenden Unterschiedes.

Bewußtwerdungsbezug

Maßgeblich ist hierin die Perspektiven- und die Aufmerksamkeitssteuerung, worin beides einerseits reflektorisch wirkend stattfindet, jedoch auch der bewußten Steuerung unterliegt und das Verbundwesen von Wahrnehmung und Vorstellung das Einheitswesen darin hervorbringt. Hierüber gestaltet sich auch die eigentliche Inbetrachtnahme des Selbst, welches in seinen veranlagten Gegebenheiten im Unterbewußtsein anzutreffen ist, sodaß auch dies einzig ersichtlich wird, insofern man es in Betracht zieht. Zwar kommen die diversen sinnlichen Wirkungen und Reflektionen von dort und sind 'an sich' nicht übersehbar. Wie man jedoch der allgemeinen präsenten Gegebenheit entnehmen kann, so ist dies doch möglich, nämlich über die stattfindende Manipulation geistiger Präsenzen, denn Wahrnehmung und Vorstellung gehen miteinander im Kombinat einher und wirken somit aufeinander ein. So wird man in meinen Ausführungen auch den kulturellen Hintergrund erfahren, was es mit dem jeweiligen Ausgrenzenden auf sich hat, welche allesamt auf Ideologien basieren, worin der Mensch eben nicht die Grundlage des Substanziellen bildet, sondern anderes, dem der Mensch untergeordnet wird. Und gemäß dem Erscheinen, welches sich hierüber darbietet, sogar gänzlich ausgegrenzt wird in seiner Substanz an Menschlichkeit. Mir gilt es dem gegenüber aufzuzeigen, was mir die präsente Funktionalität aufweist, nämlich wie der Mensch in seinem Einheitswesen funktional eingerichtet ist.

Außenperspektive  ←   Innenperspektive    →   Außenperspektive
Philosophie/Psychologie, Wissenschaft und das Meinige im Nebeneinander

Beiderlei Mißverhältnisse basieren auf dem des rein objektiv Erachtenden, in Ausgrenzung des Subjekts. Die Ersichtung kann einzig in Anbetracht des wahrnehmenden Subjekts und somit über den Bewußtsinn stattfinden, worüber sämtliche Perspektiven in Erscheinung treten. Es ist somit aber auch kein Sachstand des Könnens, sondern einzig eine Sache der ermessungsmäßigen Erachtung, wie ich über die diversen aufzeigenden Autoren darlegen werde, denen die Sichtung sehr wohl in Erscheinung tritt, jedoch deren Aufbringen nicht die erforderliche Erachtung erfährt. Es wird nämlich funktional bedingt zwangsläufig sehr wohl ersehen. Da es jedoch nicht als solches in Betracht gezogen wird, erscheint es aufgrund dessen auch einzig als ein Unbewußtsein. Hinzu kommt, daß die Abläufe ineinander übergehen und alles miteinander kombiniert einhergeht, sodaß überhaupt erst in Anbetracht des funktionalen Vorganges das Jeweilige gemäß seines Erscheinens ersichtlich wird. Es verhält sich jedoch mit den mentalen Organen nicht anders, wie mit den Körperlichen, worin man auch nicht in Frage stellt, ob es sich bei dem von den Augen Vermittelten um ein Sehen der Augen handelt, sondern dies stellt sich als Selbstverständlichkeit aufgrund der stattfindenden Anwendung. Gleiches gilt jedoch für die Sinne im Inneren, insofern sie die entsprechende Erachtung erfahren, worüber sich diese Selbstverständlichkeit gleichermaßen darin ergibt. Ich kann dies über die Praxis bestätigen, worin es sich mir nämlich gemäß dem auch ergibt. Man bedenke in all dem, daß zwischen dem jeweiligen Sein und dem Selbst die Wahrnehmung steht, welche das Verbindende der Wirkungen vermittelt, dem gegenüber sich das Selbst auch dem Sein zuwenden muß, da sich ansonsten die vermittelnden Wirkungen ihm nicht zeigen. Es ist die Aufmerksamkeit, worüber sich dies steuert. Meinerseits kann ich nur darauf hinweisen, was ersichtlicherweise präsent ist, hingegen bedingt es auch der Erachtung des jeweiligen Selbst, um es sich ersichtlich werden zu lassen. Auch das kann man nicht von außen erlangen, sondern einzig über das jeweilige innere Selbst.

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DIE POLARITÄT

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Im Vorfeld gilt es mir vor allem auch auf das einzugehen, was sich im Bezug auf die einsteigenden Thematiken über die diversen bezugnehmenden Autoren nicht darlegen läßt, jedoch elementar ist für das Verständnis des Ganzen: die Präsenz des Unterbewußtseins über dessen Sinnespräsenz. Gerade auch hierüber gerät das Ganze völlig durcheinander, da es keine Beachtung findet, jedoch bedingt es mir zur Hinführung, daß ich die erforderliche Detaillierung hinten anstelle, hingegen zunächst einmal die Kernpunkte dessen aufbringe, damit diese ihre Berücksichtigung erfahren. Maßgeblich ist hierin vor allem, daß das Ich/Selbst sich im Unterbewußtsein befindet und das Überbewußtsein 'nur' ein zusätzliches Instrumentarium ist. Im Geistigen handelt es sich nicht um dieses Ich/Selbst, sondern um eine eigenständige geistige Identität, welche sich über das Bezugsverhältnis bildet. Während das Ich/Selbst als geprägte mentale Veranlagung eine Konstante des Lebensdaseins ist, ist die geistige Identität eine relativ Einhergehende und bildet sich aus seiner Positionierung heraus aus dem inneren Ich/Selbst und dem Äußeren und hat funktional eine diplomatische Stellung inne.

Es sind die mentalen Veranlagungen, welche die Triebe und das sogenannte Vegetative beinhalten in ihrer Präsenz von Charakter, Begabung, sexueller Konstitution, sowie dem Instinkt, worüber es auch seine nicht nur gemäß des Überlebenstriebes, sondern auch des Erfüllungstriebes, erfährt. Dies bildet den Inhalt des Ich/Selbst. Der Geist ist dem gegenüber nur der Reiter des Pferdes, wie es sich sinngemäß beschreibt. Hierzu gilt es auch, sich die evolutionäre Entwicklung in Betracht zu ziehen, gemäß dem das Überbewußtsein und das Gehirn(!) gleichermaßen eine erweiternde Entwicklung des Grundstockes sind, jedoch nicht der Grundstock selbst. Gerade darüber legt sich noch einmal spezifisch dessen funktionale Einrichtung und Stellung im Gesamtwesen dar. Wie sich mir aufweist, besteht aufgrund dieses fehlenden Bezugsverhältnisses zum spezifizierenden Selbst auch das damit verbundene Bezugsverhältnis zur Polarität, was man aufgrund dessen als ein Phänomen erachtet, obwohl sich das Selbst-Sein prinzipiell in diesem Verhältnis darlegt (es gibt kein links/rechts, hell/dunkel, kalt/warm, richtig/falsch, ... ohne ein Dazwischen - vielmehr basiert dies aufgrund des dazwischen stehens!) und vor allem auch die menschliche Individualität im Kern seines Daseins ausmacht. Dies ist Grundbedingung zur Ersichtung des jeweiligen Daseins, da es darüber seine Umsetzung des Selbst erlangt und aufgrund dessen überhaupt als solches existiert.

Maßgeblich ist damit verbunden auch das fehlende Trennungsverhältnis von Empfindungen und Gefühlen, sowie deren Differenzierung zur Wahrnehmung, was ebenfalls einzig im Verbundsverhältnis des Unterbewußtseins ersichtlich wird. Bei der Empfindung handelt es sich um eine reine Reizwirkung der Nervenreize, wohingegen Gefühle Reflektionen der mentalen Sinne enthalten. In dem Einen wird einzig eine erlangte Wirkung wiedergegeben und in dem Anderen finden Verknüpfungen mit der substanziellen Präsenz und daraus hervortretenden Reflektionen statt. Hierin wirkt die Präsenz als Initiator (Aktiva in seiner Bedürftigkeit) und Reflektor (Reaktiva auf darauf Einwirkendes), gemäß dem das erfahrende Verhältnis von Harmonie und Disharmonie hervortritt und bringt darüber auch seine damit verbundene Polarität hervor - das Verhältnis des Selbst zum Sein, gemäß seiner positiven und negativen Wirkungen. Es handelt sich um das Prinzip der Waage, welches ein Naturprinzip ist und sich in Verbindung von Gemeinsamkeiten, Ergänzungen und Widersprüchen die Einheitswesen des Seins gestalten. Es ist somit die reine Reizwirkung, welche eine Besonderheit darstellt, denn sie enthält nicht das Subjekt. Und was die Differenzierung der Wahrnehmung betrifft, so beinhaltet diese weder noch, wie sich zum Beispiel über das Sehen der Augen darlegt.

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ORGANISATIONSKONSTRUKT

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Während die einzelnen Organe in ihrem funktionalen Konstrukt autonom sind und ihr funktionales Wirken sich als solches stellt, so ist dies jedoch nicht gegeben im Verhältnis der Abläufe der durchdringenden Wirkungen. Diese wirken sich jeweils auf den gesamten Organismus über das Verbundskonstrukt aus. Es handelt sich um ein Kollektivwirken, worüber sich überhaupt dieses Einheitwesen als solches umsetzen kann, sich als Einheit erhält und fortbildet. Die jeweilige Auswirkung ist relativ der anteilsmäßigen reflektiven Steuerungsimpulse und somit sind es auch die zentralen Steuerungsorgane, worüber dies spezifisch in Erscheinung tritt. So sind es jedoch die substanziellen Präsenzen und deren funktionalen Gegebenheiten, worüber sich darlegt, wie es sich damit verhält, wohingegen die reine Erachtung der Wirkungen nur das Relativa des Verbundswirkens hervorbringt, worauf es auch beruht, daß man dem Geist und/oder Gehirn jegliches zuschreibt. Wie man dem Bildnis entnehmen kann, so steht an vorderster/oberster Stelle der Instinkt und nicht Geist und/oder Gehirn, was anderweitig überhaupt keine Erachtung erfährt - Bewußtsinn und Instinkt überhaupt nicht Inhalt sind, sodaß sich darüber auch zwangsläufig deren Bildnis ergibt. Hierzu gilt zu bedenken, daß das, was die Psyche ausmacht, das ist, was das Leben ausmacht. Dem gegenüber ist das physikalische Verhältnis des Gehirns rein mechanisch reflektiv und der Geist verfügt über keine inhaltliche veranlagte Präsenz. Beide sind auch nicht das jeweilige Zentrum, sondern nur anteilig. Hingegen repräsentiert der Instinkt nicht nur die Individualität des Selbst, sondern auch das vegetative Wirkwesen, welches die Lebensführung in seiner bedingenden, wie auch individuellen Art in Gang hält.

Das Organisationskonstrukt

Dem entsprechend gilt es mir, in meinen Ausführungen auch entsprechend das vernetzte Wirken aufzuzeigen, im Verhältnis der jeweiligen Funktionsweise der Organe, um darüber auch das ersichtlich werden zu lassen, was aus den Abläufen heraus nur dadurch bedingt überhaupt möglich ist. Gerade in dem Bezug werde ich jedoch so weit wie möglich nicht das einbringen, wie man es anderweitig verfälschend in Betracht zieht, da man diese Funktionalität gar nicht zum Inhalt hat, sodaß darüber die zu erachtenden Abgrenzungen gar nicht beinhaltet sind und somit auch keinen tatsächliche Erläuterung darbieten. Man bedenke hierzu den Sachstand bezüglich des Bewußtsinns und das völlige außen vor stellen des Unterbewußtseins. So verdeutlicht sich gerade darüber, welches Teilwesen man überhaupt in Betracht zieht, sowie auch die rein geistigen oder gehirnbezogenen Darstellungen in keiner Weise das Gesamtwesen überhaupt in Betracht haben. Man verdeutliche sich hingegen das Prinzip des Kollektivs als solches, um des Wesens Kern nachzuvollziehen und darüber die jeweiligen Inbetrachtziehungen in der erforderlichen Relationsberücksichtigung vorzunehmen. Es ist keineswegs so, daß sich das Ganze aus dem Einzelnen zusammensetzt, sondern das sich aus der Einheit das Einzelne herausbildet. Man bedenke hierzu die eine Zelle, aus der heraus sich der gesamte Organismus über die Zellteilung bildet - dies verdeutlicht es eben auch auf materiell inbetrachtziehender Ebene. So bilden meine Ausführungen die Ausschnitte ab und das Jeweilige stellt sich gemäß einer Buchseite, welche auch nur eine Seite des Buches ist, jedoch nicht der Inhalt des Buches. Wie es sich darin verhält, bedingt auch der Inbetrachtziehung des Ganzen. Erst darüber erfährt tatsächlich erst das Einzelne seine klare und deutliche Ersichtung.

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SPRACHE - SACHE

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Es bestehen hierin weiträumig sprachtechnische Probleme, das Jeweilige in seiner sich darbietenden Deutlichkeit zu vermitteln. Wie sich mir jedoch aufzeigt, ist dies keine neuerliche oder auch nur auf das Meinige bezogene Situation, sondern wie man im Nachfolgenden erfahren wird, haben sich schon Viele damit herumgeschlagen, daß die sprachlichen Gegebenheiten nicht dem entsprechen, um das aufzuweisende Sein darüber eindeutig zu vermitteln. Und wie man dem gleichermaßen entnehmen kann, erweist es sich als generelles Handikap, dessen Ursachen jedoch nicht im Sprachlichen liegen, sondern in der Anwendungsform von Sprache, denn dafür bedingt es der allgemeinen Anerkenntnis des Sprachgebildeten und gerade hierin trifft man auf kein Einheitswesen. Auch darin besteht ein besonderes Handikap. Die Sprache bildet hingegen grundsätzlich nur einen Hinweis ab und es liegt am Gegenüber, inwiefern dieser Hinweis als solcher auch die erlebenstechnische praktische Nachbildung erlangt. Gerade in der Philosophie, wo weitläufig einzig aus dem geistigen Verhältnis heraus die Inbetrachtziehungen stattfinden, ergeben sich somit aber auch die größten Schwierigkeiten damit, insofern der Erlebensbezug nicht den erforderlichen ausfüllenden Inhalt erfährt, sodaß solches mehr verklärt, als aufklärt. So wird man in meinen Ausführung dies auch in besonderer Weise berücksichtigt finden, indem ich mich so weit wie möglich auf den Pragmatismus, sowie auch dem der Autoren beziehe, welche über ihr Aufbringen hervorbringen, was seinen Ursprung des erfahrenden Erlebenswesens auch tatsächlich aufweist. Das Ersehen substanziellem Seins erfüllt sich vor allem im Verhältnis der Kontrastierung, sodaß das Jeweilige umso klarer in Erscheinung gelangt, umso klarer die Kontrastierung zu dem hervortritt, was nicht dessen Sein ist. Dies trifft man damit verbunden auch in der Sprachbildung an. Das Detailwesen hingegen, um das es sich hierin weitläufig dreht, nennt sich Synonymität, welches sich aus einem gemeinsamen und einem differenzierenden Teil zusammensetzt und ebenfalls meine besondere Beachtung erfährt. Gerade im Verhältnis des Bewußtseins ist dies aufgrund der Verschlungenheit der Abläufe unumgänglich, im Besonderen darauf seine Aufmerksamkeit zu richten, zumal hierin keine ersichtlichen Objekte Bestandteil der Inbetrachtnahmen sind. Das Substanzielle wird hierin einzig über die Wirkungen ersichtlich und somit geht es hierin um das Substanzielle der Wirkungen.

Gerade darin besteht auch ein wesentlicher Grundgehalt unserer deutschen Sprache. Wie sich mir jedoch generell aufzeigt, so hat man darüber weiträumig nicht die erforderlichen Kenntnisse und wurde weitläufig einzig von denen aufgebracht, welche dies sprachlich ausbildeten, woraus sich ein weiteres gravierendes Mißverhältnis ergibt, sodaß sich die Erkenntnisse, auch wenn sie ihre Spezifikationen erfahren haben, nur bedingt dem gemäß vermitteln. Gerade dies zeigt sich auch über die diversen Autoren, welche ich aufzeigen werde, die sehr wohl klare Verhältnisse über das Ihrige erlangten, jedoch der Nachvollzug sich für das Weitere, wie auch für andere ganz einfach nicht ergibt, sodaß die vielfältigen Entwicklungen gerade über den Mißstand des Ermittelns der Nachvollziehenden nicht ihre erforderliche Umsetzung erlangen. Als gravierendes Musterbeispiel möchte ich mit Aristoteles beginnen, welcher der Erste war, die Psyche als solche zu ergründen. Dieser brachte den elementaren Bestandteil auf, den ich Bewußtsinn nenne, jedoch nicht aus der Ersichtung dessen selbst, sondern aufgrund seiner logischen Erörterung der Sinneswahrnehmung gegenüber der bewußtwerdenden Wahrnehmung. Mustergültig zeigt sich auch hierüber bereits das äußere Sichten, welches generelle Anwendung ist und auch das Mißverhältnis, welches sich darüber ergibt, daß das Jeweilige selbst darüber gar nicht ersichtlich wird. Man gelangt somit auch nicht tatsächlich zum Jeweiligen und aufgrund dessen geht der Kern der jeweiligen Angelegenheit auch in den Spekulationen unter, welche zu allem möglichen führen, jedoch vor allem von dem weg führen, wozu man gelangte. Mit dem Werdegang der Bezugnahme des inneren Sinnes hatte man nämlich den Kern der Sache in der Hand, die Wahrnehmung von der Vorstellung in Verbindung mit der Trennung der Organe von innerer Sinn und Geist/Erinnerung zu trennen. Es kam jedoch nicht dazu, hingegen ging diese Entwicklung im weiteren unter gegenüber dem Aufbringen des Bewußtseins, worinnen sich das vollzog, was wir noch heute als Maß der Dinge darin antreffen. So gilt es mir hierin vor allem, die Autoren ausfindig zu machen, welche Klarheiten geschaffen haben, um diese im Verbund mit der Sache hier mit einzubringen. Ich werde hierbei immer wieder in Erstaunen versetzt, daß doch alles, was ich aufbringe, als bekannt im Raume steht, eindeutigerweise jedoch nicht seine erforderliche Erachtung erfahren hat, weil das Jeweilige als isoliertes Fragment präsent ist. In meiner Ausführung erfahren diese Fragmente wohl auch zum ersten Male ihr zugehöriges gemeinsames Ganzes, welches es mir darzulegen gilt.

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INNERER SINN

(BEWUSSTSINN)

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Zum sprachtechnischen Verhältnis gilt es, sich das Entwicklungswesen vor Augen zu führen, gemäß dem es zunächst in griechischer, dann in lateinischer und zuletzt auch in deutscher Sprache seine Erachtung fand. Ausgehend hierin ist vor allem die Spaltung der Inbetrachtziehungen, welche wir auch im Bezug auf den Wortstamm des Sinnes antreffen und sich trennt in das Sinnenbezogene und dem Sinn Machenden. Auch hierin wiederum ist das Funktionale das substanziell Trennende. Gemäß dem ergab sich mir aber auch die Deklaration von Bewußtsinn als die spezifizierende Deklaration und wenn man einmal nachprüft, wird man erfahren, daß auch diese Deklaration bereits in Anwendung ist, jedoch einzig als 'Bewusstsinn', mit doppel-s, gemäß der neueren Rechtschreibung und zeigt darüber auch auf, daß es sich rein um neuere Anwendungen handelt. Markanterweise trennt sich hierin jedoch auch das Sachliche voneinander, sodaß mein Aufbringen von Bewußtsinn sich von dem des Bewusstsinnes in der substanziellen Unterscheidung hierin darlegt. Man sagt, die alte Schreibweise sei überholt, jedoch sind es gerade die Details hierin, welche den entscheidenden Unterschied ausmachen, vor allem, wenn man sich mit dem geschichtlichen Entwicklungswesen beschäftigt. Hierzu auch einmal eine Information dazu bezüglich der Google-Suche: Google macht keinen Unterschied zwischen dem 'ß' und 'ss' bei der regulären Suche, dem gegenüber, wenn man die Suche in Anführungszeichen setzt, diese Unterscheidung stattfindet. Man gebe hierzu einmal meine Deklaration von Bewußtsinn und vergleichend Bewusstsinn mit zwei s dazu ein und erfahre den Unterschied. Gerade wenn man geschichtliche Informationen erarbeitet, bedingt es der exakten formellen Schreibweise, um zum Jeweiligen das Dazugehörige ausfindig machen zu können. So ist denn auch meine Bewahrung der alten Schreibweise nicht nur ideologisch gegenüber der Neuen begründet, sondern vor allem auch aufgrund des inhaltlichen Bewahrens der Bezugsverhältnisse.

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Aristoteles

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Aristoteles' Aufbringen des koinê aisthêsis
sowie der Anwendung der sprachtechnischen Präsenzen

Aristoteles war der Erste, welcher die Psyche der ausgiebigen Erörterung unterzog. In 'De Anima' erörtert er die Sinneswahrnehmungen der fünf Sinne und die Infragestellung des gebündelte Hervortretens als Einheit, sowie einer damit hervortretenden Wahrnehmungskraft, die nicht dem jeweiligen Sinnesorgan eigen sein kann. Die Ohren können nicht sehen, die Augen nicht hören, die Nase nicht schmecken - keines der Sinnesorgane kann des Anderen Wirkung hervorbringen. Aristoteles' Schlußfolgerung ist, daß ein weiteres, davon differenziertes Organ existieren müsse, worüber dieser Vorgang zustande kommt.

Aristoteles hatte einst als Erster die Inbetrachtziehung des Gegenstandes aufgebracht, den ich Bewußtsinn nenne - ein Organ, über welches die koordinierte Wahrnehmung bewußt werdend hervortritt. Man betrachte sich hierin einmal, wie er dazu gelangte, nämlich über die Logik (aus dem Verhältnis des Objektiven), dessen es mir ursprünglich gar nicht dieser Art der Erörterung bedingte, aufgrund der Selbstverständlichkeit der wahrnehmenden händelnden Präsenz aus dem Verhältnis des Bewußtsinns (des Subjekts) heraus. Seine aufgebrachte Logik, die sich auf das 'von außen das Innere ermitteln' bezieht, ist jedoch im Verbund mit dem Meinigen 'aus dem Selbst heraus' elementar für das Verständnis der Funktionalität der Wahrnehmung, da das Sein über beide Bezugsverhältnisse abgebildet wird und darüber das Subjekt(ive) und Objekt(tive) beinhaltet, dem gegenüber isoliert für sich das Jeweilige nicht das Andere enthält. Über Aristoteles und Diejenigen, welche nachfolgend diesen Bezug aufbringen, kann man sich vor Augen führen, wie es sich mit diesem handhabenden Trennungsverhältnis stellt. Bis heute wird diese Gegebenheit von der Warte des Äußeren aus einzig in Frage gestellt, obwohl sie die unwiderlegbare Gegebenheit aufweist, die man im Inneren regulär als solche erfährt.

innere Sinne ↔ äußere Sinne
Innenperspektive ↔ Außenperspektive
Subjekt(ivität) ↔ Objekt(ivität)

Der maßgebliche Aspekt bezüglich Aristoteles' Aufbringen und der Weiterentwicklung darin ist, daß über die äußeren Sinne die Inneren nicht auf direkte Weise erfahrbar sind, sodaß diese nicht die erforderliche Inbetrachtziehung erlangen können. Insofern diese nicht aus ihrem Selbst heraus in Betracht gezogen werden, sind diese dem Äußeren nicht zugänglich und können einzig gemäß Aristoteles' Aufbringen als logische Konsequenz in Erscheinung treten. Elementar ist hierin, daß man dem Inneren gar keine Sinne zuschreibt, sodaß man sich einzig auf die Wahrnehmung der äußeren Sinne bezieht. Aristoteles' Aufbringen ist somit der elementare Schritt, um überhaupt zum Verhältnis von Sinneswahrnehmung im Inneren überhaupt zu gelangen. Wie man jedoch den Entwicklungen entnehmen kann, so ist dieser eine Sinn weitläufig nicht vermittelbar und diesbezüglich gilt es mir hier auch zunächst einmal aufzuklären, warum es sich derart stellt. Hierzu die entsprechende Darstellung der Gegebenheit.

Bewußtsinn

Sachstand hierin ist das Verhältnis zweier Varianten des Wahrnehmungsbezuges, worin es sich in Aristoteles' Bezug um die Hervorbringung der bewußtwerdenden Wahrnehmung der durch die Sinne hervorgebrachten Inhalte handelt, dem gegenüber es auch das davon sich scheidende Hervorbringen bewußtwerdender Wahrnehmung geistiger Projektionen aus der Erinnerung heraus gibt. Beides tritt gleichermaßen über den Inneren Sinn (Bewußtsinn) hervor, kann jedoch einzig derart ersehen werden, insofern es seine differenzierende Erachtung erfährt. Die Unterscheidung treffen wir hingegen sachtechnisch an in der Differenzierung von Bewußtwerdung und Bewußtsein, dessen Unterscheidung jedoch ebenfalls weitläufig keine Beachtung findet. Der Unterschied besteht darin, daß die Bewußtwerdung, wie generell des Vorganges des Wirkens der Sinnesorgane (der Wahrnehmung), ein fließender Vorgang ist und sich rein auf das bewußte Hervortreten über den Inneren Sinn (Bewußtsinn) bezieht. Dem gegenüber enthält das Aufrechterhalten des Statischen des Bewußtseins sowohl den fließenden Vorgang der Bewußtwerdung, worüber es hervortritt, jedoch ist hierin die Inbetrachtziehung die statische Präsenz der Reflektion dessen, was über die geistige Projektion aus der Erinnerung heraus erwirkt wird. Insofern somit dies Unterscheidung nicht die erforderliche Erachtung erfährt, kann auch das Verhältnis, welches Aristoteles aufbringt, sich nicht umsetzen, da es der Differenzierung von Wahrnehmung und Vorstellung entbehrt. Darauf basiert es auch, daß in der Inbetrachtnahme des Inneren nur Eines seine Erachtung findet und das ist der Geist und so kommt es auch letztendlich dazu, daß man dem Geist die Wahrnehmung zuschreibt, wie sich später über Descartes' manifestieren wird. Wer darauf achtet, wird jedoch feststellen, daß einzig das Bewußtsein eine Erachtung erfährt und in keiner Weise die, bzw. eine Ausdifferenzierung zur Bewußtwerdung.

Zu Aristoteles' sprach-sachtechnischen Aufbringen: die begriffliche Herkunft des 'koinê' basiert auf dem, was man (All-)Gemein-, Hoch- oder auch Schriftsprache nennt (Volkssprache wäre hingegen irreführend), worin auf Grundlage der präsenten dialektischen Sprachen eine gemeinsame schriftfixierende Sprachsubstanz gebildet wurde (dem gegenüber Fachsprachen sich aus diesem Verhältnis heraus wiederum zu dialektischen Verhältnissen herausbilden!). Es handelt sich diesbezüglich um das Gemeinsame, teils als dem gemäß angewandt und anderweitig auch als reguläres Gemeinsames, gemäß dem sich darin auch die späteren 'zwei Lager' der Inbetrachtziehungen von Innerer Sinn spalten, was vor allem jedoch darauf beruht, daß der 'Sinn' sprach-sachtechnisch zweideutig ist, nämlich einerseits in seinem Bezug zu den wahrnehmenden Sinnen und andererseits zu dem des Sinn-Haften/-Machenden Intellektuellen. So ergeben sich auch zweierlei Bezüge zu koinê aisthêsis bereits in Aristoteles' Darlegungen, worin es zum Einen um den Inneren Sinn sich dreht, welcher das Gemeinsame der unterschiedlichen Sinnesorgane koordiniert miteinander hervorbringt und zum Anderen ebenfalls um das, was man Gemeinsinn nennt.

Die Synonyme griechischer Begriffe in diesem Bezug (in Englisch u.a. im Glossary von ): koinê aisthêsis, koinâs aisthêseis, aisthanomenon, proaisthanomenon, aisthanêsthai, aisthêsis, aisthêsis/antilêpsisaisthêta, aisthêtikon, aisthêtikos, aisthêtos, aisthêtêrion, anaisthêtos, sunaisthanêsis.

Zur spezifizierenden Differenzierung der Sinnesverhältnisse bedingt es der Unterscheidung der jeweiligen Wesensart gemäß dem, worüber etwas hervortritt (das Auge [Wahrnehmungsinstrument]), auf welche Art es hervortritt (das Sehen [Wahrnehmungsvorgang]) und was es inhaltlich hervorbringt (das Ersehene [Wahrnehmungsinhalt]). Dies bildet den Kern des Gegenstandes, wobei das Jeweilige wiederum ein jeweiliges zu unterscheidendes anhängiges Verhältniswesen des Wirkwesens beinhaltet (z.B. über das Gesehene nachdenken). Das sprachliche Sehen weist dem gegenüber die Gleichzeitigkeit zweierlei Bezüge auf, sowohl sich auf den funktionalen Vorgang beziehend, wie auch auf das inhaltliche Hervorbringen ('ich sehe ...' bezieht sich auf Vorgang und Inhalt). Dies ist genereller Mißstand im Bezug auf sämtliche Sinne und basiert darauf, daß zur Zeit dessen sprachbildenden Hervorbringung noch keine solche Unterscheidung bestand und auch bis heute keine sprachtechnische Ausdifferenziertheit vollzogen wurde. Man achte einmal auf die Infragestellung, was die Wahrnehmung des Sehens hervorbringe, das Auge oder das Gehirn, worüber sich die Verworrenheit beider Ungetrenntheiten verdeutlicht. Für die Erörterung der Sache selbst und somit der bewußtwerdenden Wahrnehmung durch den Bewußtsinn (innerer Sinn, ...), bedingt es hingegen zwangsläufig dieser Beachtung - dem 'was bringt es hervor' - wie generell der substanziellen Unterscheidung von Instrument, Vorgang und Inhalt. Sämtliche präsenten Gegebenheiten im Bezug des Bewußtseins, wie überhaupt dieses Substanzverhältnisses, sind einzig im Verhältnis dieser Erachtung ersichtlich. Man achte hierzu einmal auf Aristoteles' Ausführung und wird darin erkennen, welchen besonderen Wert er diesen Unterscheidungen beimißt, hingegen bei seinen Nachahmern dies weitläufig jedoch nicht die erforderliche Beachtung erfährt.

Hierzu ein Auszug aus

Anmerkung S. 144: Using the participle of the verb ' to perceive', aisthamomenon, as he explains a few lines below. Aristotle is arguing from the premiss that verbs of perceiving have two uses, to the conclusion that nouns and adjectives of perceiving, aisthêsis and aisthêton, have two uses. Philoponus, whith his alternative reading, suggests he is arguing from the fact that the participle aisthamomenon, (and presumlably the adjectives aisthêtikon, akoustikon, et.) are used in two ways, to the conclusion that both the noun for the power, aisthêsis, and the verb for the exercise, aisthanesthai, are used in two ways.

Grundsätzlich gilt es, die synonymen Verhältnisse voneinander zu trennen, wie es leider nur selten anzutreffen ist - hingegen jedoch spezifiziert (gemäß seines Zeitwesens) bei Aristoteles. Diese sind: aisthêsis (der Sinn - differenziert der beiden Verhältnisse von Wahrnehmung und Vorstellung), aisthêton (Wahrnehmungsinhalt/Sinnesobjekt), aisthêterion (Sinnesorgan) und auch das aisthêtikon (Sinnes-, Wahrnehmungsvermögen) in Abgrenzung zum phantastikon (Vorstellungsvermögen), welches bereits von Plato ausgiebig seine Separierung erfuhr. Sachstand der zentralen Erörterung hierin ist die Bedingung: eines Organs, welches die Inhaltlichkeit hervor bringt und im Weiteren somit auch, um welches Organ es sich dabei handelt. Dazu bedingt es der substanziellen Differenzierung von Empfindung/Gefühle, Wahrnehmung und Vorstellung und 'welches Organ das Jeweilige hervorbringt', um es davon zu separieren, worüber alles miteinander hervortritt. Gerade Aristoteles' Aufbringen, daß es nicht das sein kann, welches seine (anteilige!) Eigenart hat, ist das Elementare hierin, um zum widerspruchsfreien und somit tatsächlichen Sein zu gelangen (gemäß dem man es [er]lebt!). Maßgeblich: es handelt sich hierin nicht nur um den Bewußtsinn, den es zu ersichten gilt in seiner funktionalen Eigenart, sondern daß überhaupt erst die funktionalen Scheidungen substanzieller Eigenheiten in Betrachtziehung des Bewußtsinns ersichtlich werden. Es handelt sich um eine wechselseitige Bedingung, ohne die man nicht dazu gelangt. Und somit bedingt es auch der Grundsätzlichkeit darin, das Innere im Verhältnis von Organen generell in Erachtung zu bringen. Als Deklaration wende ich dazu 'mentale' Organe an. Maßgeblich ist dem gegenüber auch, daß selbst der Geist nicht als ein mentales Organ erachtet wird. Ein Umstand, welcher der Verheerendste überhaupt ist, denn es zeigt, daß die voraussetzende Bedingung generell außen vor gestellt wird, ohne die jedoch keinerlei Sachverständigkeit gebildet werden kann. So trifft man es leider auch über Aristoteles an, daß seine reine logische Erwähnung, ohne die Beschäftigung mit dem Organ selbst nicht das erforderliche Verständnis zur Sache erwirkt, sondern nur zu Erwägungen führt, ohne jedoch darüber hinaus zu gelangen.

Zum Sachstand des Englischsprachigen,
dargelegt von
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There ist no word in ancient Greek that directly corresonds to our 'consciousness', but there are a number of related concepts. In Plato, the most relevant term ist aísthêsis - typically translate as either 'sensation', 'sense', or 'perception'. It is a complex term, and the plurality of uses adds to the difficulty of our task. Aísthêsis has an English equivalent - aesthesis (or esthesis) - which is typically defined as a kind of primitive or rudimentary sensation. It appears, in negate form, in our 'anaesthetic' (an-aísthêsis, or non-awareness). And it is the source of the word 'aesthetic', though this term has now become narrowly defined als the perception of art and visual beauty.

Wie dies darlegt, so existiert ein englischsprachiges Äquivalent zum Ursprung, jedoch findet sich nicht die Entsprechung der Anwendung dazu. Grundsätzlich fehlt es der englischen Sprache der synonymen Spezifikationen, welche gegenüber der deutschen Sprache weitestgehend von Grund auf darin fehlen oder aber ein anderes Bezugsverhältnis in der Übersetzung aufweisen. Wie es sich erweist, so liegt dies daran, daß man im deutschsprachigem Raum (im Land der Dichter und Denker!) generell die sprach-sachtechnischen Gegebenheiten kombiniert miteinander komplett neu überarbeitet/ergründet hat, hingegen im Englischen dies nicht derart stattfand.

Eisler's 'Handwörterbuch der Philosophie

Wahrnehmung innere, ist die Wahrnehmung des 'Innern', d. h. des Psychischen, als Inbegriff unserer eigenen Erlebnisse als solcher, in ihrer unmittelbaren, auf das Subjekt, nicht auf Objekte bezogenen Qualität.

Hierbei geht es um die Unterscheidung dessen, was z.B. das Auge (äußere Sinne) wahrnimmt und was der Bewußtsinn (innerer Sinn) wahrnimmt (sehen - ersehen). Da der Bewußtsinn kein isoliertes/alleiniges Sehen der Augen hervorbringt, würde es in dieser Anwendung zum Ersehen dessen, was die Augen als solches hervorbringen, einer Abtrennung vom Subjekt bedingen. Da eine solche Abtrennung jedoch faktisch unmöglich ist, so ist diese Inbetrachtnahme auch rein spekulativ abstrahierend. Aus diesem Grund erwirkt dies aber auch die damit einhergehende simulierende Abtrennung zwischen Subjekt und Objekt, wie auch generell das trennende Verhältnis von Psychischem und Physi(kali)schem (über das dem ausschnitthaften Sein des dem Auge[nscheinlich] Ersichtlichen), dem gegenüber der Geist als verbindender Simulator/Diplomat seine präsente Stellung einnimmt. Elementar ist hierin die reguläre funktionale Inbetrachtziehung und Unterscheidung des (aus sich heraus) Wirkens gegenüber dem Aufnehmen und der Reflektion von Wirkungen. Hierüber erlangt man das Ersichten aus dem jeweiligen Subjekt heraus, woraus es selbst ersichtlich ist und bildet die Grundlage des erforderlichen Händlings.

Urheber

Hierin ist besonders auf die Urheberschaft von Sprache und Sache zu achten, worüber das Jeweilige sein Geleitwerk erfährt, die Bezugnahmen und Übernahmen jedoch weitläufig nicht das Abbilden, was dem Ursprung entspricht. Es bedingt somit einer gegenüberstellenden Achtung der Unterscheidungen, da bezüglich der bezugnehmenden Begrifflichkeit und Spezifizierungen weitläufig Unstimmigkeiten vorherrschen und nicht ihre erforderliche Abgrenzung erfahren. Besonders gravierend erweist sich dies im sprachübergreifenden Bestand der Gegebenheiten - den Übersetzungen. Gerade hierüber zeigt sich, welche elementare Rolle die Synonymität einnimmt und zu was es führt, wenn diese nicht die erforderliche Erachtung erfährt. Das Sachtechnische und Sprachtechnische Verhältnis gehen hierin Hand in Hand, gemäß dem man es über die diversen Autoren entsprechend dargeboten bekommt. Es gilt somit auch im Besonderen darauf zu achten, wer was mit welcher Deklaration jeweils aufbringt und wie es seine jeweilige nachahmende Entfaltung erfährt. Man wird darüber erfahren, daß nur selten überhaupt Klarheiten anzutreffen sind. Ursache hierin ist wie generell das fehlende Grundlagenverständnis der Trennung zwischen Wahrnehmung und Vorstellung, sodaß sich überhaupt die ganze Entwicklung als ein Akt des Erlangens dieser Unterscheidung stellt, ohne die keine Klarheiten sein können.

synaisthesis/syneidesin/synaisthesin (griech.: Selbstwahrnehmung/Selbstbewußtsein) → 'sensus sui' (lat. - Cicero)
syneidêsis (grch.) → conscientia (lat. Gewissen - Mitwissen) → consciousness (engl.) → Bewußtsein (Descartes/Wolff)
sensus interior (Augustinus)/interni/internus (lat.)
aesthesis/esthesis - inner/internal sense (engl.)
Bewußtsinn - Innerer Sinn ↔ Gemeinsinn, sensus communis (lat.), common sense (engl.)

Aristoteles - De anima

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» Liste bekannter Forscher zur antiken Philosophie «
» (detaillierte Beschreibungen über Wikiwand) «


(Griechisch/Latein - )

(Griechisch/Deutsch - )


Die Rezeption der aristotelischen Philosophie
im 16. und 17. Jahrhundert

Verlag: B.R. Grüner

Der Aristotelismus bei den Griechen

» Band 2: Der Aristotelismus im I. und II. Jh. n. Chr. (1984) «
» Band 3: Alexander von Aphrodisias (2001) «
Verlag: de Gruyter
» « (Band 3: Jürgen Wiesner)
Gründer des Aristoteles Archivs

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» Diverse Autorenquellen «

Generell grenzt sich diese Bezugnahme ab, wie dieser Abschnitt in seinem Verhältnis zum Weiteren hervorheben wird. An sich geht es zwar um das Gleiche, jedoch wie die unterscheidende Deklaration von 'innerer Sinn' und 'Bewußtsein' bereits hervorhebt, handelt es sich hierin um zwei verschiedene Bezugsverhältnisse. Während beim Inneren Sinn die Inbetrachtnahmen aus dem Verhältnis der äußeren Sinne und seinem Ursprung von Aristoteles' Aufbringen vorgenommen wird, ist es hingegen beim Bewußtsein das Geistige im Verhältnis des Neuen von Descartes' Aufbringen. Wie man den diversen Autoren entnehmen kann, so geht es diesen darum, Aristoteles Aufbringen nachzuvollziehen und man beachte hierin einmal auf deren Schwierigkeiten, dies bewältigt zu bekommen. Hinderungsgrund hierin ist die funktionale Gegebenheit, daß man sich nicht vorstellen kann, was man nicht kennt und somit sich das Zirkelwesen ergibt, daß man aus diesem Verhältnis heraus auch nicht wahrnehmen kann, was nicht deutlich ersichtlich ist. Aristoteles' Aufbringen beinhaltet ja nur die logische Konsequenz. Im nachfolgenden geht es jedoch darum, dies auch als solches zu fassen. Und wie sich zeigt, ist diesen sogar die Logik selbst weitläufig noch einmal in seiner Klarheit ersichtlich, sodaß sich auch nachfolgende Abbildnisse ergeben.

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» Aristoteles' Ethica Nicomachea «


Wer sieht, nimmt sein Sehen, wer hört, sein Hören, wer geht, sein Gehen wahr (aisthanesthai), und bei den anderen Funktionen gibt es ebenso etwas, was unsere Tätigkeit (energein) wahrnimmt (ti to aisthanomenon), so dass, wenn wir wahrnehmen, wir unser Wahrnehmen und, wenn wir denken, unser Denken wahrnehmen. Und unsere Wahrnehmung von unserem Wahrnehmen und Denken heißt unsere Wahrnehmung von unserem Existieren, denn Existenz (to einai) hieß eben Wahrnehmen oder Denken.

Dies beschreibt den Sachstand des Umstandes der Situation, daß der Vorgang der Wahrnehmung sprachtechnisch als eine Einheit gebildet ist, gemäß dem sich darüber die Präsenzen der Ausdifferenzierungen nicht aufweisen lassen. Ich betrachte die Gegebenheiten im Verhältnis der Wirkungen und dem entsprechend werden hierin die Wirkungen, welche zum Wahrnehmungsorgan gelangen von diesem gemäß seiner Konfiguration aufgenommen und weitergeleitet. Im Falle der Bewußtwerdung hat man es mit der Besonderheit zu tun, daß es zweierlei Arten von Weiterleitungen beinhaltet, in welchem die Eine die Bewußtwerdung der Wahrnehmung hervorbringt, worüber sich auch die Besonderheit und somit Spezifikation des hervorbringenden Wahrnehmungsorganes darlegt.

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I. Transzendentale Elementarlehre

Erster Teil: Die transzendentale Ästhetik
1. Abschnitt: Von dem Raume

» § 2 Metaphysische Erörterung dieses Begriffs «

Vermittelst des äußeren Sinnes (einer Eigenschaft unsres Gemüts) stellen wir uns Gegenstände als außer uns, und diese insgesamt im Raume vor. Darinnen ist ihre Gestalt, Größe und Verhältnis gegen einander bestimmt, oder bestimmbar. Der innere Sinn, vermittelst dessen das Gemüt sich selbst, oder seinen inneren Zustand anschauet, gibt zwar keine Anschauung von der Seele selbst, als einem Objekt; allein es ist doch eine bestimmte Form, unter der die Anschauung ihres innern Zustandes allein möglich ist, so, daß alles, was zu den innern Bestimmungen gehört, in Verhältnissen der Zeit vorgestellt wird.

Kant bildet hiermit das Ergänzungsglied zu Aristoteles' logischen Schlusses der Bedingung eines eigenständigen Organes, welche das Gemeinsame der äußeren Sinne (im Innern) hervorbringt. Maßgeblich hierin ist, daß die äußeren Sinne gar kein inneres Ersichten hervorbringen, was Kant in seiner Aussage vermittelt. Hiermit spezifiert Kant das, was alleinig über den inneren Sinn überhaupt gegeben ist. Darüber hinaus verdeutlicht dieser auch, daß die Wahrnehmung generell im Innern stattfindet und eben nicht im Draußen und somit auch nicht in den äußeren Sinnen. So trifft man bei ihm auch weitläufig die Gleichsetzung von innerem Sinn und innerer Wahrnehmung.

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So schätzbar aber die auf die Analyse der psychischen Thätigkeiten in neuester Zeit vewandten Bemühungen eines Beneke, Drobisch, Lotze, Waitz u. A. um eine Psychologie vom reinen empirischen Standpunkte des innern Sinnes sind, so reichen sie doch noch immer nicht völlig aus, um ein bestimmt abgegrenztes Feld von innern Thatsachen zu verzeichnen, auf welchem hinfort, abgesehen von aller Verschiedenheit, welche aus bloßem metaphysischen Meinungen entspringt, von den Anhängern der entgegengesetzten spekulativen Richtungen gemeinsam fortgearbeitet werden könne. Dies kommt nicht daher, daß es an unbestreitbaren Thatsachen und Gesetzen der innern Welt bisher gänzlich gemangelt hätte, sondern vielmehr daher, daß man es nicht für der Mühe werth hielt, dieselben für sich selbst und möglichst weit entfernt von aller spekulativer oder metaphysischer Ansicht zu verzeichnen, sondern daß man mehr oder weniger von der Annahme ausging, eine Psychologie, welche nicht eine bestimmte Meinung über das Wesen der Seele mitbringe, dürfte gar nicht wagen, vor die Augen des Publicums zu treten, ähnlich wie man vor Baco die Ansicht hegte, daß die spekulative Meinung über das Wesen der Materie die Hauptsache sei, ohne welche keine wahre Physik bestehen könne.

Der Verfasser der vorliegenden Arbeit ist der entgegengesetzten Ansicht, Er glaubt, daß erst dann die Psychologie größere Erfolge bieten wird, wenn sie sich ganz auf die Analyse der im innern Sinn oder der unmittelbaren Wahrnehmung des Bewußtseins vorliegenden Prozesse und deren Erklärungen durch sich selbst beschränkt, und die voreiligen Fragen nach dem metaphysischen Wesen der Seele gänzlich von sich weist. Nicht wenige durch Leibniz, Spinoza, Kant u. A. bereits aufgedeckte Gesetze des inwendigen Getriebes unserer Vorstellungen gelten nur darum noch nicht als völlig evident und nur dadurch verhindert, ins allgemeine Bewußtsein aufklärend einzudringen, weil sie selten oder niemals ohne alle Beimischung spekulativer Ansichten vorgetragen wurden und man daher häufig mit Beiseiteschaffung einer falschen spekulativen Ansicht zugleich glaubte, die richtige psychologische Beobachtung, an welche jene sich lehnte, bei Seite geschafft zu haben. Nur alleine auf diese Art hat sich bis zum heutigen Tage das Vorurtheil von der Unsicherheit der psychologischen Erkenntnis forpflanzen können, welches an sich nicht mehr Grund hat, als das Vorurtheil des Alterthums von der Unsicherheit aller Naturerkenntnis hatte.

Was in beiden Sinne, im äußeren sowohl als im innern, mit einem mal in dem gerade gegenwärtigen Zeitmomente der Beobachtung unterliegt, davon sagen wir, es sei im Bewußtsein oder es sei uns bewußt. Eine beobachtete Vorstellung nennen wir Wahrnehmung. Wären sämmtliche Vorstellungen bewußt, so gäbe es in beiden Sinnen nichts als Wahrnehmungen. Vorstellung und Bewußtsein, Sinn und Beobachtung würden als unzertrennlich erscheinen und man könnte, wollte man nicht Vorstellen, Bewußtsein, Beobachten und Wahrnehmen geradezu für eins setzen, hochstens nachforschen, welcher von diesen Ausdrücken für das Substanzielle der Sache passender wäre.

Das Phänomen der Erinnerung, wonach bewußte Vorstellungen die Fähigkeit haben, völlig zu erlöschen und sich in zukünftigen Zeitmomenten wieder im Beobachtungsfelde zu zeigen, widerspricht.

Man achte einmal auf den Zeitpunkt des Aufbringens. Während sich über Descartes bereits 200 Jahre zuvor das Prinzip ausbreitete, daß das Bewußtsein über das Denken hervortritt - Denken und Bewußtsein einzig miteinander einhergehen, hat sich damit verbunden auch der Grundsatz herausgebildet, daß die Wahrnehmung zweifach stattfindet, nämlich über die äußere und innere Wahrnehmung. Hingegen heben seine Worte hervor, was sie auch inhaltlich demonstrieren, daß nämlich das Gesamtwesen darin sich in reinen Spekulationen verliert. So zeigt sich gar hierin, daß sich das Verhältnis von Aristoteles mit dem des Descartes ineinander vermischt, was sich leztendlich jedoch zwangsläufig ergibt über die Inbetrachtnahme des Einzigen, dem Geiste. Seine Worte beinhalten das Elementare, nämlich die Gegebenheiten auf ihre Widersprüche hin zu sondieren. Nur darüber gelangt man zu klaren und wahren Verhältnissen, jedoch ist dieses Prinzip im weiten Felde der Spekulanten nur der Wenigen Werkzeug. Generell erweisen sich die Spekulationen als die sich Durchsetzenden, was darauf beruht, daß die Synthese sich perfekt stellt mit dem Verhältnis des rein Geistigen, da sie diesem entspringt. Das sich somit auch keine Trennung von Wahrnehmung und Vorstellung durchsetzen kann, ist darin Programm. Und wie seine Worte darlegen, so wird gar die Differenzierung der Erinnerung als ein Phänomen und somit nicht der Erfordernis entsprechend erachtet. Die Zentralisierung und Alleinstellung des Geistes erweist sich über dessen Worte aber auch als abgeschlossen und endgültig vollzogen zu jener Zeit und wie man der Gegenwart entnehmen kann, so hat sich bis heute nichts daran geändert.

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K.L. Reinhold: Versuch einer neuen Theorie des Vorstellungsvermögens, II. aufl. Prag und Jena 1795, ist der Meinung, dass man die Sinnlichkeit nicht dürfe abhängig sein lassen von einer erkennbaren Organisation unseres Körpers, deren durch äussere Gegenstände bewirkte Veränderung in uns Vorstellungen hervorbringen; ein solcher Begriff der Sinnlichkeit wäre zu eng: 'Da die Sinnlichkeit wesentlich aus dem inneren und äusseren Sinne besteht, die Organisation aber und die fünf Sinne, in wie ferne sie vorstellbar sind, zum Vorstellungsvermögen nur als empirische Modifikation des äusseren Sinnes gehören, so raubt jede Definition der Sinnlichkeit überhaupt, welche die Organisation unter die Merkmale der Sinnlichkeit aufnimmt, der Sinnlichkeit die eine wesentliche Hälfte ihres Vermögens, nämlich den inneren Sinn, und ist folglich für den Grundbegriff der Sinnlichkeit zu enge' ... 'es würde alsdann keine anderen als äussere, das heisst solche sinnliche Vorstellungen geben können, die auch etwas ausser dem Gemüthe bezogen werden; keine innere Empfindungen und innere Anschauungen', mit einem Worte keinen inneren Sinn, denn 'in wie ferne die sinnlich Vorstellung durch die Art, wie die Receptivität von innen afficiert wird, entsteht, heisst sie in ihrer Bezeichnung auf Subject innere Empfindung; auf's Object - innere Anschauung; die bestimmte Fähigkeit der Receptivität aber von innen afficiert zu werden - der innere Sinn'. ... Dieser 'innere Sinn ist zwar mit dem äussern in ein und eben derselben Receptivität vorhanden, aber als ein von dem äusseren wesentlich verschiedenes Vermögen.'

Hierin steckt der weitere Kern der Angelegenheit, denn es handelt sich um diverse Sinneshervortretungen 'im Inneren', welche auch darin nicht nur über Eines zustandekommen kann, denn was für die äußeren Sinne gilt, gilt gleichermaßen für die Inneren. Wie ausgeführt, so findet einzig eine Inbetrachtnahme äußerer Sinne statt, wohingegen im Inneren sich ein gleiches Verhältnis von Ausdifferenzierungen aufweist. Sachstand ist darin jedoch, erst einmal dazu zu gelangen, überhaupt zur Inbetrachtnahme des Inneren Sinnes zu gelangen, wobei doch gerade seine Worte hervorheben, daß die Bedingung sich gleichermaßen daraus ergibt, daß eine innere Sinnlichkeit stattfindet und sich darüber erweist, daß es nicht nur äußere, sondern auch innere Sinne gibt. Es ist somit nicht nur dieser eine Sinn im Blickfeld der Erörterung präsent, sondern eine generelle Erörterung der inhaltlichen Präsenzen im Inneren, worin sich das Sinnliche von dem Geistigen scheidet, dem jedoch gegenüber steht, daß man generell alles dem Geiste zuschreibt. Auch hier wiederum weist die Bezugnahme der Rezeptivität auf den eigentlichen Mißstand der Undifferenziertheiten hin, wie sie weitläufig anzutreffen sind. Dem steht somit auch gegenüber, daß dieser eine Sinn überhaupt erst in der erforderlichen Klarheit ersichtlich wird und seine Stellung erfährt, über das Ersichten der weiteren Sinne, sodaß sich dieses isolierte Aufbringen dieses einen Sinnes als ein vages Etwas stellt. Leider führt auch dies wiederum einzig zur Debattierung der Sache, hingegen nicht zur Aufweisung der sich aufweisenden Spezifikationen, derer es hierin grundsätzlich fehlt, wie ich aufzeige aus dem Grund, da es des Bezuges zum Unterbewußtseins fehlt, worüber diese Sinnesaktivitäten hervorgebracht werden. Zumindest jedoch zeigt sich hierüber, daß die Wahrnehmung diesbezüglich dies hervorbringt, jedoch sich rein aus der Wahrnehmung, wie generell, nicht das Verständnis für das Seiende ergibt. Aus dem Grund gelangt auch letztendlich alles wiederum ins Spielfeld des Geistigen, wobei es primär des Verständnisses gar nicht bedingt, um gemäß der präsenten Funktionalität dies anzuwenden. Wie jedoch Fortlage zuvor aufbrachte, sind die Erfordernisse der Erwartungen derart gestellt, daß ohne Erklärung keine Akzeptanz erwirkt werden kann, was jedoch zumal von den Spekulanten gefordert wird, die einzig zur Erbringung von Erklärungen fähig sind (man verdeutliche sich, was sich daraus ergibt, nämlich genau das, was man darin antrifft - letztendlich eine Reinheit an Spekulationen!).

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Untersuchungen zur empirischen Psychologie

"Was Augustin sensus interior nennt, ist nichts anderes als der sensus communis der Scholastiker. Sein eigentlicher Gegenstand sind die sensibilia communia, die mehreren Sinnen gemeinsamen Qualitäten; er ist eine von den besonderen Sinnen verschiedene Fähigkeit, aber dennoch enge mit ihnen verbunden: nicht bloss die Thätigkeiten, sondern auch die Inhalte der Thätigkeiten sind sein Objekt, diese Inhalte werden darum sämtlich von den Einzelsinnen dem sensus interior oder communis übermittelt. Thomas v. Aquin fügt noch die Anschauung hinzu, dass die Einzelsinne nur in Verbindung mit dem sensus communis thätig sein können. Trotzdem hält Thomas entschieden daran fest, dass die Akte der Einzelsinne durchaus verschieden sind von dem Akte des sensus communis."

"Bei jeder äusseren Wahrnehmung sind demnach, wie Thomas glaubt, zwei Akte vorhanden, der Akt des sensus proprius, dessen Objekt der äussere Gegenstand bildet, und der Akt des sensus communis, der den Akt des sensus proprius zu seinem Objekt hat. Beide Akte sind in der äusseren Wahrnehmung notwendig miteinander verbunden, unabtrennbar voneinander. Objekt des sensus communis ist nicht bloss der Akt des sensus proprius, sondern auch sein Inhalt oder Gegenstand. Besonders nachdrücklich hebt Augustin hervor, dass Inhalt und Akt der äusseren Wahrnehmung Objekt des sensus communis oder, in seiner Terminologie, des sensus interior ist."

"Vielleicht kann man mit Brentano sagen: die äussere Wahrnehmung sei in erster Linie auf den äusseren Gegenstand, in zweiter Linie und nebenbei nur auf sich selbst gerichtet, der Ton sei das primäre, das Hören des Tones hingegen das sekundäre Objekt. Aber da nach Brentanos ausdrücklicher Erklärung das Hören ohne Ton undenkbar ist, so müsste der Ton entweder doppelt vorgestellt werden, einmal primär und dann sekundär - dann wären zwei Akte vorhanden -, oder der Ton würde nur einschliesslich mit dem Hören vorgestellt - dann kehrte die Ansicht des Aegidius Romanus wieder. Es scheint unmöglich, die so schwierige Theorie des Thomas in der hier versuchten Weise zu umgehen. Unterscheidet man das immanente und das auf Wahrnehmung beruhende Bewusstsein, dann kann natürlich der Akt der äusseren Wahrnehmung in immanenter Weise bewusst sein, ohne dass es eines zweiten auf ihn gerichteten Aktes, eines Aktes der inneren Wahrnehmung bedarf."

Hierin geht es um das Ausdifferenzieren dessen, daß es das Instrument Ohr ist, auf welches die Wirkung einwirkt, und das Ohr als Mittler zur Hervorbringung des Tones fungiert (wie uns die Anatomie aufzeigt, so wird im Ohr der Ton über das funktionale Konstrukt des Ohres gar zur Verstärkung der Wirkung reproduziert). Das Ohr bringt somit selbst den eigentlichen Ton hervor. Die Fragestellung, welche hierin zur Erörterung gelangt ist, daß insofern die Psyche (und somit das Bewußtsein) immanent ist und sich somit auch auf das Ohr erstreckt, es somit auch keines weiteren Sinnesorganes bedinge. Die Gegebenheit, daß die Inhaltlichkeiten sämtlicher Sinne in einem miteinander hervortritt, wird hierin ganz einfach außen vor gestellt über die Bezugnahme des Einen der Psyche und bildet somit eigentlich nur die Parallele der Bezugnahme des Geistes ab, welcher gleichermaßen nicht von der Psyche sondiert wird. Gerade hierin tritt wiederum das uralte Grundproblem auf, daß die Psyche nie die erforderliche Untergliederung seiner Bestandteile erfahren hat. Man dreht sich somit auch immer wieder einzig im Kreise, ohne einen Schritt weiter darin zu gelangen. Letztendlich führt gerade dies dann auch zur Ausgrenzung der Psyche, da sie in dem Verhältnis als überflüssig sich stellt, worauf sich die entwickelnde Physiologie aufbaut, indem sie dies ganz einfach außen vor stellt, da es angeblich dessen gar nicht bedingt, um zu sein.

Dieser Sachstand der Unerklärlichkeit aufgrund der fehlenden Ausdifferenzierungen ist bis heute Sachstand regulärer Inbetrachtnahmen und hat sich auch auf das Verhältniswesen des Gehirns dem gemäß übertragen, worin zwar die physi(kali)schen präsenten Erklärungen einen ganz anderen Stand einnehmen können, indem man sich darin auf die 'visuelle (physikalische) Wahrnehmung' beschränkt und darüber die Psyche grundsätzlich außen vor stellt. Jedoch ergibt sich im Gehirn das gleiche Problem, welches darauf beruht, daß die Inbetrachtziehung der Lokalisation der funktionalen Bestandteile darin nicht derart funktioniert, wie man dies sich vorstellte, sondern im Gegenteil. Dies bedeutet somit auch, daß sich hierin das fortsetzt, was zuvor im Inneren geschah, daß man nämlich zu keiner Ausdifferenzierung gelangt, da sie aus dem Äußeren heraus nicht zu ergründen ist. Damit ergibt sich ein klarer Fingerzeig, wohingegen man jedoch darin bemüht ist, Philosophie und Psychologie grundsätzlich außen vor zu stellen aufgrund ihrer angeblichen Überflüssigkeit und vor allem, da sie keine praktikablen und universell beweisbaren Mittel aufbringen, derer sie habhaft werden könnten zu ihrem Nutzen. Sie geraten vor allem aufgrund deren Präsenz in die gleichen Erklärungsnöte, die nach wie vor bestehen, da nämlich der Sachstand deren Inbetrachtnahmen nicht das innere Erleben beseitigt. Das spekulative Prinzip des rein Physi(kali)schen erscheint somit auch nur oberflächlich und isoliert betrachtet als aufklärend, hingegen schafft dies noch mehr Verwirrung, als zuvor bestand. Letztendlich trifft man hierin auf das Auswägungsverhältnis zwischen Ausgrenzung der Psyche gegenüber dem Eingrenzen des Physikalischen. An diesem Punkt dürfte sich dann auch vermitteln, daß es nirgends um die Sache selbst geht, sondern um ganz andere Bewandtnisse.

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Wir finden meist in der Psychologie des inneren Sinnes eine Trennung der äußeren und inneren Erfahrung, an die sich die Forderung knüpft, daß die Forschungsmethoden in beiden Gebieten verschiedene seien; diesem Standpunkte tritt in der Psychologie unserer Tage die Behauptung entgegen, daß die Erfahrung einheitlich sei und nur je nach dem Standpunkte der Betrachtung in eine mittelbare und unmittelbare Erfahrung zerfalle. Die Geschichte der Psychologie ist aber nicht von diesen Gegenüberstellungen ausgegangen, sondern der Anknüpfungspunkt lag in einem Teilproblem der inneren Wahrnehmung, in der Frage nämlich, wie wir ein Bewußtsein von den eigenen Wahrnehmungsakten haben können. Nicht die Verschiedenheit von Erscheinungen, wie Gefühlen, Affekten, Entschlüssen auf der einen Seite, Farben, Tönen usf. auf der andern Seite, sondern die Tatsache, daß wir bei der Wahrnehmung von Farben, Tönen usf. ein besonderes Bewußtsein dieser Wahrnehmungen haben können, sie ist dasjenige Erlebnis gewesen, um dessentwillen ein besonderer innerer Sinn angenommen wurde. Diese innere Wahrnehmung im prägnanten Sinn, deren Objekt selbst ein gewöhnlicher Wahrnehmungsvorgang ist, erscheint uns als eine besondere Form innerer Erfahrung, als eine Verinnerlichung des inneren Sinnes selbst, um in jenem Anschauungskreise zu bleiben.

Diese Worte klingen nicht umsonst nach Wehmut. Es ist vielmehr ein Appell, sich der Gegebenheiten des Seins weiterhin gewahr zu werden und sich nicht einfach abzuwenden von dem, was des Menschen Wesensart ausmacht. Hier treffen wir dann auch auf einen Paradigmenwandel, worin dann endgültig nicht mehr die Menschlichkeit Bestandteil der Erachtung ist, sondern einzig noch die Sachlichkeit zählt. Da sich die Wissenschaft generell über das sachlich-Wirtschaftliche umsetzte, ergab sich dies zwangsläufig, denn was es hierin seitdem zu erlangen gilt, sind technische Erneuerungen, welche dem Menschen auf indirekte Weise dienen sollen. Alles miteinander hat seinen Lauf und das Alte wird systematisch als ein Überkommenes erachtet und systematisch außen vor gestellt, um dem Neuen seinen Raum zu verschaffen. Das dies alles von Menschenhand geleitet wird, ändert daran gar nichts. Der Mensch ist hierin nur ein anteiliger Prozeß, um den es sich jedoch gar nicht dreht. Das Zeitalter der Technik hat sich seinen Weg gebahnt und entwickelt sich weiterhin fort. Und so ergibt sich daraus auch die Stellung der Philosophie und Psychologie dem gemäß, daß sie nur noch als ein Anhängsel erscheinen und außen vor geraten, insofern sie sich nicht dem anpassen. Sie bringen jedoch auch keinerlei Grundlagen auf, um dem zu entgegnen, obwohl sie es in Händen halten, wie ich aufzeigen werde. Hier wird diesen das zum Verhängnis, worin ihr großer Wert zuvor bestand, nämlich des Wirkens der Individualität des Einzelnen, wohingegen die Wissenschaft aus dem Ganzen ihres Einheitswesens schöpft. Es sind zwei Systeme, die sich nicht nur gemäß ihrer Bezugsverhältnisse unterscheiden, sondern vor allem auch ihrer Grundlagen. Die Zukunft darin ist festgeschrieben, denn weder noch läßt sich das Eine mit dem Anderen vereinbaren, beide haben ihre ganz eigenen Prinzipien und Grundlagen und aufgrund dieser Spaltung ergibt sich auch die damit verbundene Abspaltung des Menschen und die Ausgrenzung der Menschlichkeit. Wobei der Urgrund darin zu finden ist, daß man die Seele zu keiner Zeit einer Aufspaltung aussetzte und letztendlich aufgrund dessen auch scheiterte, Anteil zu nehmen an den stattgefundenen Entwicklungen.

Man betrachte sich hierzu einmal das Prinzip der Wissenschaft, worin aus dem kleinsten Teilchen (dem Atom ) die Wirkung stammt, die man ermißt - das Sein sich rein aus Atomen und dessen Wirken zusammensetzt zum Ganzen. Wie stellt es sich dem gegenüber mit einer Seele, welche sich als kleinste Einheit stellt? Die Gegensätze, welche hierin gegenüber stehen, sind von Grund auf unüberbrückbar, sodaß es sich überhaupt als fraglich stellt, wie dies als Verbund einhergehen kann. Dieses Mißverhältnis hat somit keineswegs seine Ursache einzig in der Differenzierung von inneren und äußeren Sinnen, sowie innerer und äußerer Inbetrachtnahmen, sondern vielmehr aufgrund der substanziellen Unterschiede, die sich darin gegenüber stehen. Physis und Psyche lassen sich nicht miteinander vereinbaren. Viel zu sehr hatte man sich bereits zu jener Zeit von den aufkommenden Physikalien einschränken lassen und wenn man den heutigen Stand betrachtet, so ist man darin angelangt, daß von Psyche, Geist und Bewußtsein nichts mehr übrig geblieben ist. Es gab Bestrebungen, zu entsprechen, jedoch war dies von vorne herein unmöglich, da das Prinzip der Physikalität gar nichts anderes zuläßt, als was den Augen ersichtlich ist. Somit ist der Sachstand eindeutig keiner der Wissenschaft, worin es hierin geht. Ich habe dies erkannt, jedoch wohl dort noch immer nicht, sonst würde nicht heute noch die Philosophie und Psychologie, sowie Anhang, noch immer innerhalb der Wissenschaft verweilen. Was haben die Spekulanten dazu zu vermelden?

Sachstand ist, daß weder das Sein, noch der Mensch aus zwei verschiedenden Substanzen besteht, die voneinander trennbar wären, sondern beides ein substanzielles Einheitswesen ist, welche aus seinen Bestandteilen hervorgehen. Es somit vielmehr so, daß sich diese beiden Extreme aus der gegenseitigen Auseinanderdriftung heraus entwickelt haben. Es ist jedoch die Lücke, welche beide hinterlassen, worüber sich der Kern der Angelegenheit zeigt, welcher nämlich darin besteht, daß beide sich weigern anzuerkennen, daß beides miteinander ist. So wurde es hingegen für mich zum grundlegenden Umstand, mir die Klärung des Substanziellen selbst zu verschaffen, da ich keinerlei derartiges Einheitswesen in der substanziellen Erachtung antreffen konnte. Ich werde darüber berichten im entsprechenden Bezugsverhältnis, jedoch sei hier dazu aufgebracht, daß sie alle, auch wenn sie das Ganze beschreiben, nur Fragmente sehen gemäß ihres Substanzverständnisses und darin erging es dem Atom nicht anders, wie der Psyche, daß darin am Anfang das Ende beschrieben steht, denn in beiden Verhältnissen gilt das Substanzverhältnis als Grundbedingung des Seins, wobei es sich hierin darum handelt, die Dinge festzuschreiben, bevor sie überhaupt erkundet sind. Es erweist sich als Verhängnis beider Verhältnisse, daß sie organisatorisch gar nicht anders können, als dies derart zu handhaben. Es liegt nicht in deren Händen, sondern in der Natur der Sache. Nicht umsonst beschreibt man die Deklaration des Philosophen als den die Weisheit Suchenden und derer der Wissenschaften als Wissen schaffenden, auch wenn sich darin Diejenigen aufhalten, denen es um wahre Erkenntnisse geht, so ist das Einheitswesen nicht darauf eingerichtet und kann dem auch nicht entsprechen.

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WAHRNEHMUNG
EMPFINDUNG/GEFÜHLE

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Über den Bewußtsinn ergibt sich die klare Trennung von Wahrnehmung und Vorstellung im Verhältnis von Wiedergabe und Projektion. Dies bildet die Grundlage für das Weitere, worin zunächst einmal ebenfalls, und zwar primär, dieser Unterscheidung bedingt, um zur weiterführenden Differenzierung im Bezug auf Wahrnehmung, Empfindung und Gefühl zu gelangen. Der Mißstand besteht hierin ebenfalls in der Ungetrenntheit der zu scheidenden Bestandteile, gemäß der eingangs beschriebenen Bedingung, sodaß es weitläufig als Eines in Betracht gezogen wird.

Erwirkendes
(Ursache/Wirkung)

Vermittelndenes
(Sinne, Geist, ...)

ReflektierendesHervorbringendes
(Bewußtsinn/Instinkt/Geist, ...)

Vorgang des Hervorbringens
(Bewußtwerdung/Vorstellung, ...)

Hervorgebrachtes
(Bewußtwerdungsinhalt, ...)

Bewirkendes
([Wahrnehmungs-, Realitäts-, ...]Bewußtsein, Handlung, ...)

Sprache

Die Empfindung ist der Reiz, welcher sich aus dem Einwirken auf die Nerven ergibt und diese ihre Reizwirkung weiterleiten. Sie leiten nicht die auftreffende Wirkung selbst weiter, sondern ihr eigenständiges reflektierendes Wirken (Nervenreiz). Darin besteht auch deren Unterscheidung des Verhältnisses gegenüber den physischen Sinnesorganen in ihrer spezifzierenden Eigenart, welche die Wirkungen selbst reflektierend weiterleiten. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist, daß die Empfindungen über das Gehirn zum Unterbewußtsein gelangen, wo sie von den Veranlagungen reflektiert werden und die reinen Reizwirkungen in ihrem Verhältnis zum Selbst, gemäß des Prinzips der Waage, als Harmonie- und Disharmonie wiedergespiegelt werden und hiernach zum Bewußtsinn als dem gemäß sich aufweisende Gefühle gelangen und uns darüber dem entsprechend bewußt werden. Hingegen gelangen die weitergeleiteten Sinnesaufnahmen an Wirkungen zunächst zum Bewußtsinn und hiernach zum Instinkt. Sie enthalten (aufgrund dessen) weder Empfindung, noch Gefühle. Entscheidend ist vor allem auch, daß der Bezug zu 'Wahrnehmung' sich im eigentlichen Sinne einzig auf das bezieht, worin es sich um die erfahrende Wahrnehmung handelt und ein Reaktiva hervorbringt. So ist die Aufnahme und weiterleitende Reflektion als solches keine Wahrnehmung. Man bedenke hierzu einmal eine Überblendung beim Sehen, worin sowohl über das Auge, das Gehirn, das Unter- und Überbewußtsein ein Reaktiva stattfindet und sich somit alles miteinander jeweils als Wahrnehmung stellt und das Auge zweifach ausgestattet ist und sowohl Nervenreize und Wirkungsreflektion hervorbringt und somit in diesem Verhältnis alles miteinander kombiniert hervortritt. Aufnahme, Weiterleitung und Reaktiva sind jedoch drei verschiedene Gegebenheiten, die als solches ihrer trennenden Erachtung bedingen, dem gegenüber die Wahrnehmung ein Kombinat ist, mit dem spezifischen Inhalt des Reaktivas auf das Einwirkende. Die Relativas hierin sind vielfältig, sodaß es auch bedingt, sich diese spezifisch vor Augen zu führen, um sich die jeweilige Eigenart und Unterscheidungsmerkmale zu verdeutlichen.

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Nun ist, wie weiter entwickelt wird, die bewusste Empfindung noch nicht Wahrnehmung oder Bewusstsein, sondern nur Bestandtheil der Wahrnehmung in zwiefacher Weise, einmal als subjektiver Zustand, sodann als Empfundenes, oder als Inhalt der Empfindung, die durch das Bewusstsein als ein selbstständiges Wesen dem empfindenden Subjekt gegenübergestellt wird. Ebenso zwiefach verhält sich das wahrnehmende Bewusstsein, welches erstens innere Wahrnehmung ist, insofern es das empfindende Subjekt zum Gegenstande hat, zweitens äussere Wahrnehmung, insofern es das Empfundene auf ein Objekt bezieht. In diesem Akt identificirt sich das wahrnehmende Subjekt, d. i. das Ich, mit dem empfindenden, indem es zugleich sein Wahrnehmen von seinem Empfinden unterscheidet: Synthetische Selbstbestimmung des Ich durch einen bestimmten Empfindungszustand. Die äussere Wahrnehmung hat die innere zur Voraussetzung, denn sie ist Bewusstsein des Empfundenen als Empfundenen (wie könnte sonst die Empfindung als letztes Element durch ihre Analyse gefunden werden?), das Empfundene kann nicht als solches gewusst werden, ohne dass auch die Empfindung gewusst würde (da es nur als Inhalt der Empfindung Empfundenes ist). Es ist z. B. unmöglich, einen Gegenstand zu sehen, ohne die entsprechende Gesichtsempfindung zu haben, und zwar bewusster Weise.

Umgekehrt werden wir uns keiner Empfindung bewusst, ohne ihren Inhalt, das Empfundene, auszuscheiden und zu objektiviren. Alle bewussten Sinneserregungen finden wir mit einer Unterscheidung unserer selbst als des wahrnehmenden und empfindenden Ich von einem Fremden, einem Nicht-Ich, d. i. mit einer Hindeutung auf die Aussenwelt verbunden. Dieses scheint uns so sehr dem Begriffe der Empfindung wesentlich zu sein, dass wir dieselbe dadurch allein positiv von andern bewussten Seelenzuständen unterscheiden können. Die entgegengesetzte Ansicht, der man allerdings häufig genug begegnet, beruht wohl auf einer Verwechselung des Begriffes der Aussenwelt mit demjenigen der Ursache unserer Sinneserregungen. Zur Aussenwelt ist nämlich auch der eigene Leib zu rechnen, und dass alle Sinnesempfindung in ihrer Warnehmung mindestens auf die entsprechenden Organe, also auf das leibliche Dasein bezogen werden, scheint uns unzweifelhaft.

Zunächst wäre es wünschenswerth gewesen, zu erfahren, was Bergmann unter Empfindung versteht. Denn seine Behauptung: 'Es ist unmöglich, einen Gegenstand zu sehen, ohne die entsprechende Gesichtsempfindung zu haben, und zwar bewusster Weise', lässt schliessen, dass er das Wort Empfindung in demselben Sinne, wie Ulrici und viele Physiologen von der unbewussten Affektion der Sinnesorgane braucht. Uns ist kein Mensch bekannt, der im normalen Zustande beim Sehen irgend welche Empfindung im gewöhnlichen Sinne hätte; nur geschwächte Augen werden bei angestrengtem Sehen schmerzhaft afficirt. Was aber die Unterscheidung des wahrnehmenden und empfindenden Ich von der Aussenwelt betrifft, so besteht sie, so lange nicht philosophische Theorien bestimmend einwirken, in der Unterscheidung des wahrgenommenen Gegenstandes vom eigenen Leibe; dieser ist das Ich, was ausserhalb desselben liegt, das Nicht-Ich. Dass die Sinnesempfindungen in ihren Wahrnehmungen auf die entsprechenden leiblichen Organe bezogen werden, ist in einem gewissen Sinne allerdings 'unzweifelhaft'; man weiss nämlich durch Erfahrung, dass man vermittelst der Augen sieht, mittelst der Ohren hört etc., und bezieht demgemäss die Eindrücke der Sinne, aber nur, wenn man sich besonders und ausdrücklich auf das Zustandekommen der Wahrnehmungen besinnt. Diese Beziehung ist keineswegs durch eine directe Empfindung, sondern lediglich durch ein vermitteltes, abstraktes Wissen veranlasst.

Maßgeblich in seiner Darlegung ist, daß die Empfindung zur Wahrnehmung führt oder konkreter ausgedrückt, das Empfinden die Wahrnehmung erwirkt. Erst nachdem das Empfinden stattgefunden hat, entsteht ein bewußter Bezug dazu und damit verbunden auch die bewußt einsetzende Wahrnehmung. Des weiteren ist der Objektbezug maßgeblich, welcher ebenfalls sich erst in dieser Reihenfolge ergibt. Und dies gilt vor allem auch für das Äußere, wo nicht die Wahrnehmung, sondern die Sinneserregung die Wahrnehmung zur Folge hat, bzw. in fließenden Ablaufe dies steuert. So ist auch gerade beim Sehen der Inhalt der Wahrnehmung empfindungslos, gemäß dem wir auch Bildnisse in Betracht ziehen können, ohne auch nur irgend eine Sinnesregung von Empfindung oder Gefühle.

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Wir finden meist in der Psychologie des inneren Sinnes eine Trennung der äußeren und inneren Erfahrung, an die sich die Forderung knüpft, daß die Forschungsmethoden in beiden Gebieten verschiedene seien; diesem Standpunkte tritt in der Psychologie unserer Tage die Behauptung entgegen, daß die Erfahrung einheitlich sei und nur je nach dem Standpunkte der Betrachtung in eine mittelbare und unmittelbare Erfahrung zerfalle. Die Geschichte der Psychologie ist aber nicht von diesen Gegenüberstellungen ausgegangen, sondern der Anknüpfungspunkt lag in einem Teilproblem der inneren Wahrnehmung, in der Frage nämlich, wie wir ein Bewußtsein von den eigenen Wahrnehmungsakten haben können. Nicht die Verschiedenheit von Erscheinungen, wie Gefühlen, Affekten, Entschlüssen auf der einen Seite, Farben, Tönen usf. auf der andern Seite, sondern die Tatsache, daß wir bei der Wahrnehmung von Farben, Tönen usf. ein besonderes Bewußtsein dieser Wahrnehmungen haben können, sie ist dasjenige Erlebnis gewesen, um dessentwillen ein besonderer innerer Sinn angenommen wurde. Diese innere Wahrnehmung im prägnanten Sinn, deren Objekt selbst ein gewöhnlicher Wahrnehmungsvorgang ist, erscheint uns als eine besondere Form innerer Erfahrung, als eine Verinnerlichung des inneren Sinnes selbst, um in jenem Anschauungskreise zu bleiben. Aber wie so häufig in der Geschichte hat auch hier die auffallendste Erscheinung, die durchaus nicht die einfachste zu sein braucht, den Ausgangspunkt gebildet.

Uphues stellt hierin seine und auch von diversen anderen aufgestellte Theorie dar. Man achte einmal auf die gravierenden Unterschiede, zumal sie alle miteinander nicht die Inbetrachtziehung der Nerven im Bezug haben, obwohl diese zu jener Zeit bereits Kernthema der menschlichen Inbetrachtziehung waren. Gerade hierin besteht nämlich ein Maßgebliches, die drei Bestandteile voneinander zu unterscheiden.

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DAS BEWUSSTSEIN

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Übersetzung von ()

Mit Descartes tritt eine gravierende Erneuerung des Denkwesens auf den Plan. Primär jedoch nicht bezüglich seines Anwendungswesens, sondern seines Inbetrachtziehungswesens, denn durch diesen wird das Bewußtsein (erachtet als!) Bestandteil des Denkens. Und zwar über seinen Elementarsatz "Ich denke, also bin ich", welcher wahrlich elementar ist, wie ich aufzeigen werde, jedoch einen wesentlichen Makel enthält, denn wie kann das Denken ein solches hervorbringen, ohne daß man sich dessen bewußt ist (ich bin mir bewußt, daß ich denke, also bin ich!)? Gerade darin liegt jedoch der Kern der Sache, daß hierüber manifestiert wird, daß das Bewußtsein über das Denken zustande käme. Was dieser nicht sieht ist und somit auch nach wie vor bis heute Thema der erforderlichen Trennung ist, daß ein elementarer Unterschied besteht zwischen dem fließenden wahrnehmenden Vorgang der Bewußtwerdung und der statischen Inbetrachtziehung dessen und zwar ein substanziell elementarer Unterschied, welcher sich über die funktionale Unterscheidung aufzeigt und sich auch nichts daran geändert hat, daß wir diese Trennung erfahrungsgemäß erleben. Was es damit auf sich hat, daß er dies anders erfährt, dazu bedingt es die Beschreibungen seiner Worte in Betracht zu ziehen, worüber man erkennen kann, welcher Sonderfall sich hieraus ergibt, der sich nämlich anders stellt, als das reguläre Erfahrungswesen darin.

Sein Aufbringen ist jedoch elementar für den sich ausbreitenden Popularismus der Philosophie des Geistes, welcher sich zunächst als ein Anteiliges, jedoch im Verlaufe immer mehr zum Einzigen der Präsenzen der Philosophie wird und letztendlich auch in der Psychologie mündet, welche ihren Grundstock daraus bezieht. Es ist eine Entwicklung, welche jedoch letztendlich in der Phänomenologie endet, worin sie bis heute stecken geblieben ist aufgrund ihrer Ausgrenzung aus dem Ganzen, dessen Verhältnis hierin nur noch marginalen Inhalt bietet, da jegliche Präsenz sich über das Geistige darlegt, gemäß dann auch in der Psychologie letztendlich die Psyche Resultat des Geistes (geistiger Aktivitäten) ist. Elementar ist hierin vor allem, daß sich hierüber die Beschäftigung mit dem Inneren Sinn erübrigte, da gemäß dessen Erachtungsweise die Wahrnehmung Bestandteil geistigen Hervortretens ist, gemäß des Aufbringens, daß die Bewußtwerdung (der Wahrnehmung) über das Denken hervortritt. Während einerseits darin endgültig Leib und Seele eine vollkommene Trennung erfuhr, vollzog sich darin genau das Gegenteil, daß nämlich jegliche Trennung von Wahrnehmung und Vorstellung aufgelöst wurde. Unübersehbar wird dies aber erst im späteren Stand der Psychologie und deren Erachtungsweisen.

Auch hierin setzt sich somit wiederum das durch, was Erklärungen liefert, nämlich die geistige Spekulationen, auch wenn darin nur geistig Logisches seinen Maßstab erfährt, ergibt sich eben nichts, was dies widerlegen kann, außer dem des erlebenden Erfahrens und genau dies wird als subjektiv und nicht als Erkenntnis gewertet. So ist es aber auch bei Descartes, wenn man seinen Worten folgt, wie ich sie von ihm aufbringe, zunächst auf das Erleben beschränkt und äußerst deutlich dargelegt, wie es sich darin verhält. Hingegen sind seine weiteren Entwicklungen aus seiner Erkenntnis heraus rein spekulativ und entfernen sich gänzlich von seinem Ursprung. Es ist das Leidwesen der Entwicklungen, daß 'ein Elementares' nicht seinen Wert erfährt und somit die Hervorbringenden nötigt, ihr Übriges dazu beizutragen, was letztendlich immer wieder dazu führt, daß die Aufbringenden regelrecht damit ihr eigenes Werk zerstören der Anerkennung wegen. Es ist grundsätzlich eine Frage der Anerkennung gewinnen und somit ergibt es sich zwangsläufig für Diejenigen, welche die Öffentlichkeit suchen in ihrem Werken. Die Öffentlichkeit ist hierin jedoch vor allem die Fachschaft und diese bilden sich aus ihren Vorgaben, welche das Neue nur zulassen, insofern es sich in das Gegebene integriert. Mir ist dies sehr wohl geläufig und darum erfährt man auch meine entsprechende Handlungsweise, da das Meinige in keiner Weise integrierbar ist, sondern sich als Aufklärung stellt. Das ich dabei die Lehrenden ebenfalls anvisiere, hat seinen speziellen Grund und basiert genau auf dem, was Descartes über das Seinige aufbringt. Man möge es an sich selbst erörtern und darüber erfahren, worum es sich handelt. Das eigentliche Dilemma der Anschauung hierin ist, daß fast man allerorts einzig das Bewußtsein in Betracht zieht, ohne 'darin' auch das Andere der Bewußtwerdung zu sehen, was man jedoch erlebenstechnisch anders erfährt. Und da Theorie und Praxis nie ihre endgültige Auflösung erfahren können, so erübrigt sich nämlich 'an sich' die spezielle Beschäftigung damit, denn dies klärt sich auch wieder von selbst, ohne daß man sein Spezielles dazu beitragen muß. Darum beschränke ich mich auch bewußt auf den Sachstand der Aufklärung.

Man beachte hierzu einmal Descartes' Vorgehensweise, welche darauf beruht, seinen Geist zunächst zu leeren, worüber er zu diesem Verbundenheitsverhältnis von wahrnehmender Erkenntnis gelangt. Es ist tatsächlich so, daß dieser darüber zum Grundstock der Erkenntnis gelangt ist, der notwendig ist, um zu sehen, wie sich uns das Sein gemäß seiner Wirkungen als solches aufweist, nämlich über das Bezugsverhältnis der reinen Wahrnehmung. Es ist das geistige Urteil, welches dem entgegen wirkt und sich darüber hinweg setzt, sich darin zu entfalten und die Gegebenheiten so zu sehen, wie sie sich über die Wirkungen vermitteln. In seiner erkenntnisbildenden Erschauung trifft er damit tatsächlich auf das Zentrum, worin nämlich Subjekt und Objekt eins sind in seinem Wesenskern der bewußten Wahrnehmung. Somit verhält es sich tatsächlich so, daß in dieser Erkenntnis der Grundstein zur Erbauung des Ganzverhältnisses steckt. Es ist somit auch gar nicht die Fülle, welche erfüllt, sondern im Gegenteil, es ist die geistige Leere, welche dies bewirkt. Man vergleiche hierzu einmal den Versuch von Augustinus, über die Unterscheidung der 'regulären' inhaltlichen Präsenzen zu einer Differenzierung von se cogitare und se nosse zu gelangen, was derart nämlich gar nicht möglich ist. Um die regulären Verhältnisse erfassen zu können, bedingt es der grundlegend Kenntnis über die unterscheidenden funktionalen Präsenzen, worüber es hervortritt, dem gegenüber es jedoch der Extreme (scheidenden Kontraste) bedingt, um diese überhaupt als solche in Erfahrung zu bringen. Mir ergab sich dies letztendlich auch einzig über die Extreme an Erfahrungen, im Verbund mit der langjährigen bewußten Beschäftigung damit, daß es derart klar ersichtlich ist.

Was Descartes' Veröffentlichung von 'Discourse on the Method' betrifft, so vergleiche man dies mit Gomez Pereira´s 'Antoniana Margarita'!

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» (Reprint 2009) «

Auf Desartes's Akt folgte der eigentlich Folgenschwere, welcher von Christian Wolff umgesetzt wurde, indem dieser gemäß Descartes' Prinzip das Substantiv Bewußtsein bildete. Gravierend hierin ist, daß es sich auf das Denken bezieht und somit besagt, daß das Bewußtsein über das Denken hervortreten würde, was ja 'anteilig für sich' mit diesem Sein darin übereinstimmt, jedoch dem Bewußtsein seinen Sinn der im Gebrauche stehenden Eigenständigkeit im Verhältnis der Bewußtwerdung entzieht. Es nimmt dem Menschen seine Ausdrucksmöglichkeit darin und so steht man bis heute vor dem Streite, ob dies nun eine Einheit oder doch das Bewußtsein ein davon Unabhängiges sei.

Hiermit möchte ich auch einmal spezifisch auf die Gegebenheit der Synonymität hinweisen. Besonders im Verhältnis des Bewußtseins ist es unumgänglich, dem sein besonderes Augenmerk zu widmen, da man es hierin mit einem ineinanderverwobenen Kollektivwirken zu tun hat, worin die Unterscheidungen ohne die spezifische synonymen Differenzierung unmöglich sind, wie man dem Bezug von Bewußtwerdung und Bewußtsein heraus entnehmen kann. So besteht auch meine Klarheit darin letztendlich vor allem auch auf dem erlangten Ersichten des Spezifischen der Funktionalität des Jeweiligen, sodaß darüber das Jeweilige aus dem Ineinanderwirkenden heraus ersehen werden kann. Wie man dem Musterbeispiel aber auch entnehmen kann, so muß man auch in das Sprachverhältnis Gleiches ein- und aufbringen.

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... im XVII. Und XVIII. Jahrhundert
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Grau geht in seinem Buch erst spät auf den eigentlichen Sachstand ein, worin man vor allem die Erwirkungen des Positiven über Wolff's Aufbringen des 'im Dunkeln liegenden' erfährt. Man beginnt von diesem ausgehend systematisch dieses Dunkle gemäß eines solchen zu ergründen und hierüber erfährt man auch die Entwicklungsschritte der Vorläufer der Beschäftigung mit dem Unterbewußtsein.

Die Entwicklung basiert letztendlich auf der stattgefundenen Eingrenzung der Psyche über das anatomisch-wissenschaftliche Aufkommen der Physis in Verbindung mit der Abwendung zum Religiösen/Mystischen, sodaß das Bewußtsein zum Ersatzbezug der Psyche wurde. Was man hierin antrifft, ist die verharrende Bewahrung der Beständigkeit im Einklang mit der Veränderung, sodaß sich letztendlich Psyche, Bewußtsein und auch der Geist nur noch als Synonyme stellen (parallel dazu die Entwicklung der Erachtung des physischen Gehirns sich darin nicht anders stellt). Betrachtet man sich die gravierenden Differenzen des Aufbringens, zeigt sich auch hierin das Fehlen der Ankerpunkte - einer differenzierenden Spezifierung, worüber das Jeweilige hervortritt - derer es keine gibt, außer diesen Dreien, sodaß sich die Synonymität in seinen Details wiederum verliert, ohne zueinander Bezugsverhältnisse überhaupt herstellen zu können und letztendlich auch in nichts anderem hervortreten können, außer den geistigen Projektionen der Vorstellungen (gemäß dem man es auch in der Parallele der Inbetrachtnahme des physischen Gehirns im Verhältnis der Lokalisation zu ändern sucht - gerade jedoch dies darin gar nicht aufzufinden ist!).

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Da das Bewußtsein bei allen Gedanken von so großer Wichtigkeit ist, so verdient es unstreitig ein nähere Untersuchung. Diejenigen Philosophen, die versucht haben, es in eine Definition zu bringen, haben durch ihr Beispiel bewiesen, daß dies unmöglich ist; die Unterscheidung einer Vorstellung von der andern, in welchem sie das Bewußtsein bestehen lassen, kommt eigentlich dem Urteil zu, und Bewußtsein ist nicht Urteil. Ein wenig mehr Aufmerksamkeit auf diesen Begriff würde sie gelehrt haben, daß es sich nur fühlen, nicht definieren läßt; man mag ihn fassen wie man will, so entwischt er entweder, oder verwickelt sich in andere Begriffe, mit denen er nicht vermischt werden darf. Sagt man Bewußtsein ist Gefühl, so verirrt man sich in einen Zirkel, wenn man das Gefühl definieren soll, denn Gefühl läßt sich nicht ohne Bewußtsein denken; sagt man, es ist Wissen, oder Überzeugung davon, daß man einen Gedanken hat, so verstrickt man sich in den Begriffen des Wissens und der Überzeugung, denn was ist Überzeugung anderes als Bewußtsein? Mit einem Worte, die Idee des Bewußtseins ist so einfach, daß sie unmöglich in andere aufgelöst, unter ein Genus gebracht, und folglich definiert werden kann.

Während Wolff's Aufbringen zunächst in die Abgründe des Dunklen des Bewußtseins führen, führt Tiedemann's hingegen wieder ins Lichte hinaus, um den offensichtlichen Details ihre klare Kenntlichkeit zu verschaffen. Es ist die Zeit neuer Errungenschaften im Verhältnis der Physis und so entsteht hierüber auch ein anderes Sichten auf das Innenleben. So ist es nicht verwunderlich, daß gerade dieser dann auch aufbringt, daß es den erforderlichen Kenntnissen über die inneren Organen und Ideen fehlt, um die Vorgänge im Inneren der Psyche erfassen zu können. An sich ein Fingerzeig, den man hierin hätte nicht übergehen können. Jedoch wies dieser Fingerzeig fälschlicherweise wohl in Richtung Physis und somit konnte darüber auch nicht in Erscheinung treten, was für sich seine Worte bereits als grundlegende Kenntnis aufbringt. Er sieht die Dinge, wie sie kein anderer sieht und so verhallen wohl auch dem gemäß seine elementaren Worte.

Um jedoch sich darüber hinaus das Wesen der Zeit sich einmal vor Augen zu führen, empfehle ich ( - ) von in Betracht zu ziehen, um darüber sich ein Bildnis darüber zu verschaffen, wie mittelalterlich 'dunkel' doch die Zeit weitläufig noch einher ging (Wolff's Erstausgabe erschien 1720) und man doch klärende Verhältnisse antrifft.

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ERINNERUNG

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from https://www.mentalfirst.com/konzentrierter-lifestyle-6-einfache-uebungen-fuer-mehr-widerstandskraft-und-leistung/gehirn-nervenzellen-und-synapsen/

In diesem Abschnitt möchte ich auf die Funktionalität der Erinnerung eingehen. Wie sich aufweist, so ersehen nur Wenige diese funktionale Eigenständigkeit abseits des Geistes. Auch hier wiederum führt erst das Verständnis über die Funktionalität zum eigentlichen Nachvollzug. Vor allem ergeben sich über die abgrenzenden Ausdifferenzierungen der jeweiligen Eigenart überhaupt erst die konkreten Ersichtungen, was vor allem auch auf dem generellen kollektiven Wirken beruht, aufgrund dessen kein isoliertes Aktiva/Reaktiva stattfindet und somit aus dem Ablauf heraus gar nicht derart ersichtlich werden kann. Hierin gibt es Zweie, eines im Überbewußtsein und eines im Unterbewußtsein und im Gegensatz zur allgemeinen Erachtung findet das Funktionswesen der Erinnerung abseits des Geistes als ein Eigenständiges statt, gemäß dem wir es als solches erfahren, benennen und es sich auch funktional spezifizierend als solches darlegt.

Hierzu gilt es mir anzumerken, daß auch ich einst, wo ich noch rein mit dem Unterbewußtsein und den mentalen Veranlagungen beschäftigt war, die Verortung des Überbewußten dem Gehirn zugeordnete. Es war die spezielle Beschäftigung mit dem Erinnerungswesen, worüber sich mir die klare Trennung aufwies über das Funktions- und Verbundwesen der beiden Erinnerungsorgane des Bewußtseins, wobei in dem des Unterbewußtseins sämtliche Erinnerungen gespeichert werden und in dem des Überbewußtseins werden Ausschnitte präsent gehalten, gemäß des jeweiligen gegenwärtigen Gebrauches. Es verhält sich darin ähnlich des Computers in der Unterscheidung von Festplatte und Ramspeicher. Über diesen Einheitsverbund zeigte sich mir erstmalig eindeutig, aufgrund dessen Einheitswesens, daß das Überbewußtsein eben nicht Bestandteil des Gehirns ist, sondern gemäß meiner ausführenden Beschreibungen Teil des Bewußtseins ist. Physis und Psyche erfahren gerade über die Beschreibung der Funktionalität ihre Besonderheit der substanziellen Trennung und somit auch, wie sich das Erinnerungswesen des Gehirns von dem des Bewußtseins unterscheidet, allem voran nämlich über das differenzierte Verbundwesen. So sind diese von der Funktionsweise her miteinander vergleichbar, jedoch haben wir es hierin mit zwei unterschiedlichen Substanzwesensarten zu tun, gemäß Physis und Psyche, sowie damit verbunden auch mit anderen Verbundsystemen, sodaß auch die Inhalte grundsätzlich andere sind. Das Innenerleben, welches wir als geistiges Verhältnis erfahren, findet in keiner Weise im Gehirn statt, hingegen erwirken geistige Aktivas, da dieser ein Steuerungsorgan ist, assoziative Reaktionen im Gehirn, sodaß auch darin meßtechnisch erfahrbar ist, was man darüber damit in Verbindung bringt.

Hingegen sind alle drei Erinnerungsorgane in ihrem funktionalen Konstrukt und der Funktionsweise relativ gleich, gemäß dem es über die Beschreibungen des Nervensystems im Verhältnis der Nervenknotenpunkte/Ganglien und deren Vernetzung im Gehirn seine Erläuterung findet, was eigentlich verwundern sollte, jedoch ein wesentliches Erklärungspotenzial aufweist über das Generelle der Einheiten und Unterscheidungen. Es besteht aus einem Netzwerk mit Informationsknotenpunkten, worin diese untereinander interagieren, sich ausbilden und darüber auch ein Erwirken stattfindet, welches man jedoch den geistigen Aktivitäten zuschreibt. Hingegen projiziert der Geist einzig seine Inhalte aus der Erinnerung heraus und die Weiträumigkeit der Inbetrachtziehungen dessen Aktiva findet nicht in diesem, sondern in der Erinnerung statt. Dem gegenüber beziehen sich die Aktivitäten im Gehirn rein auf das Konstrukt seines Verbundwesen des Nervensystems und daß man darin Aktivitäten antrifft, welche im Verbund mit Aktivitäten von Erinnerung und Geist des Bewußtseins einhergehen, ergibt sich zwangsläufig, da der Geist ein Steuerungsorgan ist und da der Körper (die Physis) im Verbund mit der Psyche einhergeht, ergibt sich somit auch das kombinierte Wirken, sodaß wenn man auch nur nachdenkend aktiv ist, steuerungstechnisch aktiv ist und somit zwangsläufig auch der Körper auf ein Aktiva eingestellt ist und zwangsläufig auch im Gehirn entsprechende Aktiva anzutreffen sind. In meinen Erläuterungen zur Physis, spezifisch des Nervensystems werde ich dazu noch detaillierter darauf eingehen, jedoch gilt es mir an dieser Stelle hervorzuheben, daß das anteilige Funktionswesen des Gehirns in der Physis dem des Überbewußtseins entspricht und somit einzig eine Erweiterung und Ergänzung des Basissystems darstellt. Maßgeblich zur Ersichtung ist somit die Inbetrachtziehung des funktionalen Konstruktes in seiner Präsenz des Überbewußtseins, was sich als bewußt erfahrbares Erleben abgrenzt, wohingegen man das, was im Gehirn stattfindet, nicht durch sein Innenerleben erfahren kann, außer spezieller Nervenreize des Schmerzes etc..

So möchte ich hier auch erst einmal aufbringen, was an funktionalen Kenntnissen im Bezug auf das Erinnerungswesen des Bewußtseins präsent ist. Diesbezüglich bin ich auf John Locke gestoßen, welcher in ausgiebiger Weise die Funktionsweise des menschlichen Verständnisses (human understanding) eingeht und darüber auf direkte Weise eine Beschreibung liefert, wie dies funktional über das Erinnerungswesen stattfindet. Maßgeblich ist hierin sein einleitendes Aufbringen, daß des Menschen Erinnerung zu Beginn leer ist und sich rein über das wahrnehmende Erleben erfüllt, was es bereits als ein Eigenständiges und auch als Behältnis darlegt. Das Besondere bei Locke ist somit vor allem, daß er die Funktionsweise der Erinnerung in ihrer Eigenständigkeit ersieht und ausführlich beschreibt und somit dies in seiner Erfordernis entsprechend von dem Geistigen abtrennend in Betracht ziehend erfährt und beschreibt. Darüber hinaus beschreibt er nicht nur, wie es sich befüllt, sondern auch mit was und wie sich darin die Grundkonstrukte ergeben, die er ideas und somit Ideen nennt. Diese Bezeichnung erweist sich als absolut passend, wie man darüber erfahren wird, denn es ist vor allem nicht das, was wir wahrnehmen, was sich darin abbildet. Es ist nicht identisch mit dem, was über die Wahrnehmung dorthin vermittelt daraus entsteht. Es ist eine Idee über das, was man wahrgenommen hat und bildet den Grundstock unseres geistigen Verständnisses über das Sein. Elementar ist somit aber auch sein Aufbringen, daß unser geistiges Verhältnis eben nicht dem entspricht, wie Plato es einst im Bezug seiner aufbringenden idea spezifizierte. Hingegen ergibt sich hierin ein Gegeneinander von Ansichten, die es nebeneinander zu stellen gilt, um das Erforderliche daraus zu ersichten. Über Locke's Detailwesen ergibt sich ein weitreichendes Sichten, auch wenn es nur einen ganz spezifischen Ausschnitt aufzeigt, jedoch in einer Klarheit und einem Detailwesen, welches einzigartig ist darin.

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» John Locke «

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(Third Edition - )
All in one Book:
Book I - Of Innate Notions, Book II - Of Ideas, Book III - Of Words, Book IV - Of Knowledge and Opinion

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Übersetzung von » « ()
Locke's Versuch über den menschlichen Verstand

Einleitend Friedrich Albert Lang aus:
» Geschichte des Materialismus «

Wie er durch einen einfachen Anlaß - durch einen resultatlosen Streit einiger Freunde - auf die Frage nach dem Ursprung und den Grenzen der menschlichen Erkenntnis gekommen sein will, so bedient er sich auch allenthalben einfacher, aber durchschlagender Gesichtspunkte bei seinen Untersuchungen. Wir haben in Deutschland noch heutzutage sogenannte Philosophen, welche in einer Art von metaphysischer Tölpelhaftigkeit große Abhandlungen über die Vorstellungsbildung schreiben - wohl gar noch mit dem Anspruch auf »exakte Beobachtung mittels des inneren Sinns« -, ohne auch nur daran zu denken, daß es, vielleicht in ihrem eigenen Hause, Kinderstuben gibt, in welchen man wenigstens die Symptome der Vorstellungsbildung mit seinen Augen und Ohren beobachten kann. Dergleichen Unkraut kommt in England nicht auf. Locke beruft sich in seinem Kampf gegen die angebornen Vorstellungen auf Kinder und Idioten. Alle Ungebildeten sind ohne Ahnung von unsern abstrakten Sätzen, und doch sollen diese angeboren sein? Den Einwand, daß jene Vorstellungen zwar im Verstande seien, aber ohne dessen Wissen, bezeichnet er als widersinnig. Eben das wird ja gewußt, was im Verstande ist. Auch kann man nicht sagen, daß die allgemeinen Sätze gleich mit dem Beginn des Verstandesgebrauches zum Bewußtsein kämen. Vielmehr ist die Erkenntnis des Speziellen früher. Längst bevor das Kind den logischen Satz des Widerspruchs kennt, weiß es, daß süß nicht bitter ist.

Locke zeigt, daß der wirkliche Weg der Verstandesbildung der umgekehrte ist. Es finden sich nicht zuerst gewisse allgemeine Sätze im Bewußtsein ein, die sich sodann durch die Erfahrung mit speziellem Inhalte erfüllen, sondern die Erfahrung, und zwar die sinnliche Erfahrung ist der erste Ursprung unsrer Erkenntnisse. Zuerst geben uns die Sinne gewisse einfache Ideen, ein Ausdruck, der bei Locke ganz allgemein ist und etwa das besagt, was die Herbartianer »Vorstellungen« nennen. Solche einfachen Ideen sind die Töne, die Farben, das Widerstandsgefühl des Tastsinnes, die Vorstellungen der Ausdehnung und der Bewegung. Wenn die Sinne solche einfache Ideen häufig gegeben haben, so entsteht die Zusammenfassung des Gleichartigen und dadurch die Bildung der abstrakten Vorstellungen. Zur Empfindung (Sensation) gesellt sich die innere Wahrnehmung (Reflexion), und dies sind »die einzigen Fenster«, durch welche das Dunkel des ungebildeten Verstandes erhellt wird. Die Ideen der Substanzen, der wechselnden Eigenschaften und der Verhältnisse sind zusammengesetzte Ideen. Wir kennen von den Substanzen im Grunde nur ihre Attribute, welche aus einfachen Sinneseindrücken, als Tönen, Farben usw. entnommen werden. Nur dadurch, daß diese Attribute sich häufig in einer gewissen Verbindung zeigen, kommen wir dazu, uns die zusammengesetzte Idee einer Substanz, welche den wechselnden Erscheinungen zugrunde liegt, zu bilden. Selbst Gefühle und Affekte entspringen aus der Widerholung und mannigfachen Verbindung der einfachen, durch die Sinne vermittelten Empfindungen.

Jetzt erst gewannen die alten aristotelischen oder vermeintlich aristotelischen Sätze, daß die Seele ursprünglich eine »tabula rasa« sei ('tabula, in qua nihil est actu scriptum' findet sich bei Aristoteles de anima III, c. 4), und daß nichts im Geiste sein könne, was nicht vorher in den Sinnen war, die Bedeutung, welche man ihnen heutzutage beizulegen pflegt, und in diesem Sinne können diese Sätze auf Locke zurückgeführt werden.

Indem nun der menschliche Geist, der sich den Sinneseindrücken und auch der Bildung zusammengesetzter Ideen gegenüber bloß rezeptiv verhält, dazu fortschreitet, die gewonnenen abstrakten Ideen durch Worte zu fixieren und diese Worte nun willkürlich zu Gedanken zu verbinden, gerät er auf die Bahn, wo die Sicherheit der natürlichen Erfahrung aufhört. Je weiter sich der Mensch vom Sinnlichen entfernt, desto mehr unterliegt er dem Irrtum, und die Sprache ist die wichtigste Trägerin desselben. Sobald die Worte als adäquate Bilder von Dingen genommen, oder mit wirklichen anschaulichen Dingen verwechselt werden, während sie doch nur willkürliche, mit Vorsicht zu gebrauchende Zeichen für gewisse Ideen sind, ist das Feld zahlloser Irrtümer erschlossen. Locke's Vernunftkritik läuft daher in eine Kritik der Sprache aus, die ihrem Grundgedanken nach wohl von höherem Wert ist, als irgendein andrer Teil des Systems. In der Tat ist die wichtige Unterscheidung des rein logischen und des psychologisch-historischen Elementes in der Sprache von Locke angebahnt, aber, von den Vorarbeiten der Linguistiker abgesehen, bisher kaum wesentlich gefördert worden.

Tatsächlich ist das Bildnis von Locke nicht derart anzutreffen, wie er es gebildet hat, was sich als besonders gravierend erweist, da sich doch sein Aufbringen genau darum dreht, die Dinge so wahrzunehmen, wie sie sich einem darbieten und sich darüber das wahre Sein zeigt, sowie sich darüber auch die Irrungen als solche eingrenzen lassen, gemäß dem es schließlich auch das Verstandeswesen als solches aufbringt. Dem gegenüber läßt sich gerade über den Verbund seines Aufbringens am idealsten darlegen, wie es sich darin verhält. Er beschreibt nämlich die Vorgänge gemäß der funktionalen Einrichtung, gemäß auch ich sie erfahre in Erweiterung des Verstandeswesens, über dessen Funktionsweise sich das Realitätsverhältnis standardisiert reguliert, indem darin die Wahrnehmung und Vorstellung in ihrem Verhältniswesen auf Widersprüche überprüft und als solche aufgezeigt werden. Nur befindet sich dieses Verhältnis von Grund auf in einer Schieflage, da der Mensch sich immer mehr mit Sprachgebilden und weitläufig auch mit reinen Sprachgebilden ausbildet und über dieses Verhältnis das Ermessungswesen gar nicht stattfinden kann. Dies kann man mustergültig auch über die Übersetzer und Interpreten von Locke's Worten nachvollziehen, da sie sprachlich Gegebenheiten darlegen, bzw. Bezug nehmen, zu denen sie erfahrungstechnisch gar keinen Bezug haben und bilden können. Da die Worte jedoch in ihrer grammatikalischen Ausführung korrekt sind, werden sie als solche übernommen von anderen, welche sich ebenfalls in diesem Verhältnis befinden. Und da weitläufig grundsätzlich das aufgebrachte Informelle als solches unbekannt ist, setzt sich dieses reine Sprachverhältnis auch als solches um. Gravierend ist, und das ist leider nicht Teil Locke's Aufbringen, daß Illussionen zwar kein Realwesen beinhalten, jedoch auf das Handlungswesen steuerungsmäßig einwirken, sodaß sich darüber auch reale Handlungverhältnisse ergeben, wie man sie in diesem Verhältnis antrifft.

Das sein Aufbringen an Detailwesen den Grundstock bildet über die Funktionsweise der Erinnerung und den Geist hat man grundsätzlich nicht ersehen, wobei man überhaupt die Thematisierung überhaupt anderweitig nicht in Betracht zieht, denn es entspricht in keiner Weise dem gängigen Prinzip der Erachtung. Es sind die Ideologien, welche allgegenwärtig den Inbetrachtziehungen und Erklärungen voraus gehen. So ist es auch erstaunenswert, wie akribisch seine Beobachtungen sich auf das Wahrnehmende beziehen, um dies von dem Geistigen zu trennen, um vor allem auch deren Trennungsverhältnis vor Augen zu führen. Hierin steckt der Kern der Angelegenheit, die Wahrnehmung und Vorstellung voneinander überhaupt trennen zu können, da sie beide aufeinander einwirken, sodaß einzig über die Funktionsweise dies überhaupt erst in seiner Klarheit ersehen werden kann. Auch wenn er das funktionale Prinzip als solches nicht ersieht, gemäß dem ich es aufbringe, so liefern seine inhaltlichen Beschreibungen jedoch das entsprechende Bezugsverhältnis innerhalb dessen, gemäß dem es aus den Abläufen heraus ersichtlich ist. Das instrumentelle funktionale Verhältnis hingegen ist noch einmal eine andere Art des Fassens, dem gegenüber seine Ausführung auch die Hinleitung dazu ist, denn was man erlebenstechnisch erfährt und somit das Ersehen ist das, was Locke aufbringt, wohingegen mein Aufbringen darüber hinaus das Verständnis aufbringt, die Funktionalität als solches zu erfahren. Erst darüber erlangt das Verstehen, was Locke eigentlich im Sinn hat, das Erforderliche zum Nachvollzug. Wobei es mir hervorzuheben gilt, daß es mir weitläufig nicht anders wie Locke ergeht, daß man nämlich die Sache selbst nicht in Betracht zieht und somit mein Verständnis nicht vermittelt. Somit auch meine Anwendung, es im Miteinander weiträumiger zu erlangen.

Book I - Chapter II - § 15

The Senses at first let in particular Ideas, and furnish the yet empty Cabinet: And the Mind by degrees growing familiar with some of them, they are lodged in the Memory, and Names got to them. Afterwards the Mind proceeding farther, abstracts them, and by degrees learns the use of general Names. In this manner the Mind comes to be furnish'd with Ideas and Language, the Materials about which to exercise its discursive Faculty: And the use of Reason becomes daily more visible, as these Materials, that give it Employment, increase. ...

Einleitend jedoch einmal den Kern dessen, was ihm zu Ehren gereichte. Als Kontrapunkt zu Plato's Aufbringen legt er gemäß diesen Worten dar, daß die Erinnerung und somit der Geist, zu Anfang leer ist, sich erst über das Erfahren dessen, was sich über die Sinne vermittelt befüllt und sich darüber ausbildet. Was man dem gegenüber anwendet und als von ihm aufgebracht ausgiebt, bezieht sich jedoch darauf , daß 'der Mensch' bei Geburt wie ein leeres Blatt sei. Jedoch spezifziert er seine Ausführung auf 'Geist und Erinnerung', dem gegenüber man es fälschlicherweise auch auf die mentalen Veranlagungen bezieht. Dies ist jedoch inhaltlich gar nicht sein Thema, führt jedoch darüber zur Verschlimmbesserung. So gilt Locke als Grundlage vor allem für die Pädagogik und Erziehungswissenschaften und ist somit ein weiterer Bestandteil, worüber das menschliche Selbst außen vor geraten ist, denn im Geiste trifft man einzig auf die geistige Identität, worin es im Verbund mit der geistigen Logik einzig derart sich verhält, jedoch im Verhältnis der mentalen Veranlagungen und dem Vegetativen und somit auch dem Logos trifft man auf das Angeborene, dessen Präsenz hierüber völlig außen vor geriet. Während dies über Plato zumindest indirekt mit in Erscheinung trat, ist es weder bei Locke, noch dem daraus Folgenden in irgend einer Art noch vertreten.

Bewußtsinn

So ist in diesem Bezug vor allem zu bedenken, daß der Innere Sinn (Bewußtsinn) und das darüber Hervortretende gar nicht der Sachstand der Inbetrachtziehung und Erörterung ist, was funktional elementare Erfordernis ist, um das, was aus dem Unterbewußtsein in Erscheinung tritt, auch als solches zu erfahren. Grundsätzlich ergibt sich ein Sichten aus diesem Verhältnis von Erinnerung und Geist ein solches Sichten nicht, sodaß es allgemein derart in Betracht ziehend darüber außen vor gerät. Es ist jedoch als solches präsent wirkend, sodaß der Mensch es auch erfahrend erlebt, jedoch wie es sich immer wieder verdeutlicht einzig, insofern es auch seine aufmerksamkeitsbedingte erforderliche Erachtung findet. Das gilt gleichermaßen für die Präsenz des Inneren Sinnes (Bewußtsinn), wie auch der Eigenständigkeit des Erinnerungswesens, von dem das Geistige sich scheidet und nur in dem Verhältnis alles miteinander gemäß seiner wirkenden Präsenz ersichtlich ist. Zumindest erfährt über Locke jedoch das Erinnerungswesen und dessen Funktionsweise eine umfangreiche Beschreibung, worüber sich auch für das Geistige eine weitreichende aufklärende Erläuterung darbietet. Der Geist ist halt doch nur ein Bildnisse projizierender Bestandteil im überbewußten Wirkwesen und dem vor allem bedingt es der speziellen Beachtung.

Hier noch ein paar Worte zu Locke's Entwicklung darin aus der » Encyclopaedia Britannica «:

Throughout his time in Exeter House, Locke kept in close contact with his friends. Indeed, the long gestation of his most important philosophical work, An Essay Concerning Human Understanding (1689), began at a meeting with friends in his rooms, probably in February 1671. The group had gathered to consider questions of morality and revealed religion (knowledge of God derived through revelation). Locke pointed out that, before they could make progress, they would need to consider the prior question of what the human mind is (and is not) capable of comprehending. It was agreed that Locke should prepare a paper on the topic for their next meeting, and it was this paper that became the first draft of his great work.

Das dieser mit seinem Werk das hervorgebracht hat, was der Ausschnitt der fettgedruckten Worte besagt, hat er wohl selbst gar nicht daraus ersehen, obwohl doch seine Ausführung der Unterscheidung und somit der Abgrenzung von Wahrnehmung und Erinnerung dem Geiste gegenüber seine eigentliche Funktion darlegt. Gerade diese Infragestellung trifft man ansonsten überhaupt nicht an, sondern man sieht einzig und bezieht sich einzig auf den Geist. Gerade darin besteht das Elementare seines Aufbringens.

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( - Reprint 2007)

An Introduction by Peter Millican

Locke, like Descartes, had used the vague word 'idea' for 'whatsoever is the object of the understanding when a man thinks' (Essay, I. i. 8 ). Thus according to Locke, anyone who sees the blue sky or feels a pain has in his mind an idea of that colour or of that sensation, and likewise anyone who merely thinks about the sky or contemplates pain also has in his mind corresponding ideas. Hume, however, considers this broad usage to be inappropriate, for it conflates together two quite distinct mental operations - namely the awareness of sensations or feelings, and the consideration of thoughts - and only the latter, in his opinion, can properly be called 'ideas' in the conventional sense. He therefore restricts the scope of 'idea' to refer to thoughts alone, coining the new term 'impression' to refer to sensations and feelings, and the term 'perception' for the general class of objects of the mind, comprising impressions and ideas together (so Lockean 'ideas' become Humean 'perceptions'). In general, impressions are more 'forceful and vivacious' than ideas, though this rule can break down if 'the mind be disordered by disease or madness' (E 2.1 ): a madman's thoughts could be as vivid to him as his sensations, in which case he would presumably be unable to tell the difference.

Hume bringt einen Trennungsbestandteil ein, welcher von Locke nicht die erforderliche Erachtung erfährt und nur indirekt bei ihm in Erscheinung tritt, nämlich die elementare Unterscheidung zwischen dem Hervortretenden der Wahrnehmung gegenüber dem des Geistigen. Was er hervorhebt ist, daß das im Geiste Hervortretende nicht das Sinnliche (sensations) beinhaltet, welches man einzig über die sinnenvermittelnde Wahrnehmung erfährt. Und auch zeigt er auf, daß generell die Bildnisse des Geistiges nur relativ dem entsprechen, was über die Wahrnehmung vermittelt wurde und wird (wie Hume stelle man sich dies gegenüber, woraus es ersichtlich wird). Die geistigen Vorstellungen (ideas) erweisen sich somit grundsätzlich als ein anderes, zwar aus der Wahrnehmung heraus gebildet, jedoch nicht als identisch. Wie man dem Hantieren mit den sprachlichen Deklarationen entnehmen kann, ist dieses Verhältnis weitläufig diffus, was darauf beruht, daß man es hierin mit diversen Relativitäten zu tun hat und dies somit im reinen Verhältnis von Erinnerung und Geist und noch viel weniger im reinen Geistverhältnis seine Klarheit finden kann. Maßgeblich ist dem gegenüber jedoch, daß das erlebende Erfahren es aufzeigt, wie es sich darin verhält und man darüber sich ein klares Bildnis darüber verschaffen kann, gemäß dem es Locke und Hume aufbringen. Die Funktionalität, welche ich aufbringe, verschafft darüber hinaus jedoch eine Klarheit, welche darüber alleine nicht zu erlangen ist.

Gerade darüber legt sich jedoch dar, daß es sich bei den Erinnerungsgebilden rein um Abbildnisse handelt und dies nicht identisch ist mit seinem wirkungsbezogenen Ursprung und auch nicht daraus heraus gebildet ist. Es ist nicht die Wirkung selbst, sondern ein Bildnis dessen, gemäß einer Kamera erzeugt, welche in dessen eingerichteten Konstruktion Bildnisse aus den Wirkungsverhältnissen heraus erzeugt. Und gerade diesbezüglich ist nicht nur das Verhältnis der sinnenvermittelnden Wahrnehmung gegenüber dem, was im Geiste in Erscheinung tritt maßgeblich, sondern vor allem auch, inwiefern was überhaupt in die Erinnerung gelangt, was sich darüber aufweist, was daraus im Geiste hervortritt. Daraus wird nämlich überhaupt erst spezifisch ersichtlich, daß die Wahrnehmung eben nicht über die Erinnerung und den Geist, sondern in der Positionierung zunächst 'zuvor' über den Bewußtsinn stattfindet. Gerade das 'zuvor' ist maßgeblich, was Locke indirekt über den Bildungsweg der Erinnerung darlegt. Gerade über Hume's Aufbringen jedoch greift wiederum das Prinzip, wie es ursprünglich Aristoteles aufbrachte, daß aufgrund dessen, daß es über den Geist nicht hervortritt (nicht hervortreten kann!), es eines eigenständigen Organes zur Hervorbringung dessen bedingt. Die Erinnerung und das Geistige abzugrenzen, verschafft überhaupt erst das erforderliche klare Bildnis über den Inneren Sinn (Bewußtsinn), wobei sich vor allem in Verbindung mit dem Wirkungsverlauf die eigentliche klare Ersichtung ergibt. Dem gegenüber stellen sich Locke's und Hume's sprachlichen Bemühungen als ein regelrechtes Zurechtbasteln, um über die verfügbaren Worte das Entsprechende zum Ausdruck zu bringen.

All our reasonings concerning matter of fact are founded on a species of Analogy, which leads us to expect from any cause the same events, which we have observed to result from similar causes. ... But our wonder will, perhaps, cease or diminish; when we consider, that the experimental reasoning itself, which we possess in common with beasts, and on which the whole conduct of life depends, is nothing but a species of instinct or mechanical power, that acts in us unknown to ourselves; and in its chief operations, is not directed by any such relations or comparisons of ideas, as are the proper objects of our intellectual faculties.

Hierüber bringt Hume einen weiteren elementaren Bestandteil ein, denn gegenüber Locke, welcher einzig eine Erachtung des geistigen Verhältnisses als solches in Betracht zieht, ersieht Hume hingegen den darüber hinausgehenden Teil, der auch in seiner Relation bei Plato anzutreffen ist, nämlich den des Instinktiven, was zwar im Intellektuellen des Geistigen seine Auswirkungen aufweist, jedoch nicht aus diesem heraus hervor geht, da es sich hierin um Prinzipien handelt, welche den Erfahrungen vorausgehen und nicht aus den Erfahrungen heraus entstehen, zwar entstehen könnten, jedoch die Wirkungsweise eine andere und vor allem eine Vorgebildete ist. Das Instinktive ist jedoch Teil des Unterbewußtseins, sodaß ich es hier nur aufbringe, jedoch in dem Bezug konkreter darauf eingehen werde. Hierzu gilt es mir die Unterscheidung der Logik gegenüber des Logos darzulegen, was ich bei Locke aufbringen werde.

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GEIST

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Was ist der Geist? Betrachtet man sich die diversen kulturellen Bezüge, so driften die sich darüber aufweisenden Mutmaßungen noch viel weiter auseinander, als die kultursprachlichen Deklarationen selbst. Der Geist ist hingegen keineswegs gespenstisch, wie der indogermanische Wortstamm andeutet, vielmehr ist das gespenstisch, wie Menschen das Geistige handhaben und als was sie das darüber Hervortretende im Verhältnis des Seienden erachten. So zeigt sich jedoch, daß gar kein anderes Bezugsverhältnis zum Geist besteht, außer zu dem des inhaltlich Hervortretenden, dessen Projektionen, welche wie zuvor aufgezeigt, aus den Erinnerungen heraus dort in Erscheinung treten. Und wie ich in meinem ersten Buch mustergültig über Christian Wolff darlegte, so nimmt man weitläufig noch nicht einmal dies, sondern gar einzig die sprachlichen Inhalte in Betracht. Und da Wahrnehmung und Vorstellung aufeinander einwirken, so ergibt sich das Entsprechende über den Maßstab der Priorität.

Dem entsprechend prioriär ist somit aber auch die bedingende Inbetrachtziehung der Funktionalität. Und darin erweist sich der Geist rein als ein Projektor, welcher seine projizierenden Inhalte aus der Erinnerung bezieht. Mehr ist bezüglich seiner Funktionalität nicht auszuführen. Der wesentliche Punkt hierin ist, daß man es derartig nicht in Betracht zieht, obwohl u.a. Locke's Beschreibungen es genau so darlegen, jedoch einzig indirekt. So sind denn auch all die Vorgänge, welche man dem Geiste als solches zuschreibt, wie das Denken, Nachdenken und all das Intellektuelle, Vorgänge, welche entweder im Erinnerungswesen stattfinden oder im Zirkelwesen von Erinnerung, geistiger Projektion und bewußter Wahrnehmung. Und auch die funktionale Positionierung als Steuerungsorgan ergibt sich rein aus diesem Verhältnis, indem über die bewußte Wahrnehmung das seine Wirkung entfaltet, was im Geiste in Erscheinung tritt. Hingegen findet das Unbewußte, ohne die Anteilnahme dieser Steuerung, über den Instinkt statt.

Bewußtsinn

Somit geht es in meiner Darlegung über den Geist vor allem darum, was damit auf sich hat, daß der Geist derartige Bildnisse erfährt und die Menschen es derart übernehmen und anwenden läßt. Und dazu erweist sich mir Plato's Aufbringen als elementare Darlegung dessen, was sich mir über meine Erfahrungen darüber aufzeigte. Als Grundlage dessen erwiesen sich nämlich die Ideologien, die einzig in geistigen Verhältnissen existieren und derer es einer solche Monisierung und Isolierung bedingt, um derart zu sein. Gerade hierin handelt es sich um rein informelle Substanzen, welche einzig über das Erinnerungswesen und den Geist existent sind und des Empfindungswesens entbehren. Träger dessen ist die Sprache, worüber es seine Umsetzung und gänzliche Abgrenzung zum Empfindungswesen erfährt, was nicht nur auf deren Substanzlosigkeit an Empfindung beruht, sondern der Voraussetzung, daß die bewußte Entfaltung des Sprachinhaltes der vorigen Entfaltung über die Erinnerung bedingt, wonach dies erst zum den Bewußtsinn und der damit verundenen Bewußtwerdung gelangt und somit bewußt wahrgenommen werden kann, sodaß auch sowohl das Kommunikative mit Anderen, sowie mit sich selbst, primär ohne den Bewußtsinn und somit dem Verbindungs- und Koordinierungsverhältnis zum Empfindungswesen stattfindet. Auch wenn das reguläre wahrnehmende Erleben im Übergang in die Erinnerung eine Ver(sinn)bildlichung erfährt und die Erinnerungen somit grundsätzlich ohne sinnlichem (empfindungslosen) Inhalt sind, so unterscheiden diese sich doch elementar von denen reiner Vergeistigungen darin, daß diese den tatsächlichen Erlebensbezug und somit den Empfindungsbezug beinhalten, wohingegen rein geistige Erzeugnisse ohne diesen Bezug dem entbehren und sich darüber das ergibt, was Ideologien sind. Darum auch meine spezielle Bezugnahme zu Plato's Aufbringen seiner Idéa, woraus sich auch der Wortstamm der diversen Unterscheidungen bildete, die es hierin zu beachten gilt.

Primär gilt es somit aber auch zunächst einmal das funktionale Organistionskonstrukt des Überbewußtseins in Betracht zu ziehen, worüber sich im Verbundswesen von Innerer Sinn (Bewußtsinn), Erinnerung und Geist der Wesenskern dieser mentalen Organe überhaupt erst darlegt. Man verdeutliche sich hierüber, wie elementar die Inbetrachtziehung der Präsenz des Inneren Sinnes (Bewußtsinns) ist, worüber sich einzig überhaupt diese Klarheit ergibt. Man betrachte sich nachfolgendes Schaubild, worüber es aufzuzeigen gilt, wie es sich darin verhält in der Unterscheidung. Das angezeigte Bildnis veranschaulicht das reguläre Funktionswesen, dem gegenüber das Bildnis, welches in Erscheinung tritt, wenn man das Bild anklickt, das Wirkwesen darlegt, welches stattfindet, insofern man die bewußtwerdende Wahrnehmung nicht als eigenständigen funktionalen Bestandteil, sondern wie weitläufig in Anwendung, als funktionaler Bestandteil des Geistes erachtet. Die erläuternden Details dazu bringe ich im jeweiligen Bezugsverhältnis auf. Hierüber gilt es mir noch einmal zu verdeutlichen, daß umso mehr man die jeweiligen funktionalen Einheiten als solche erkennt und handhabt, das Jeweilige über das Andere auch umso deutlicher ersichtlich wird. Und so wird auch das reine Projektionsverhältnis des Geistes überhaupt erst derart klar ersichtlich, wenn man das Ganze in seinen jeweiligen anteiligen Beschaffenheiten ersieht, sodaß ich die Darlegung des Geistigen auch auf den Kern dessen beschränke, welches seine Deutlichkeit überhaupt erst erfährt über die Beschreibungen der anderweitigen funktionalen Präsenzen und dem funktionalen Kollektivwesen. Der Geist ist sehr wohl an dem Weitreichenden, was man über diesen berichtet, beteiligt, jedoch inwiefern ist hierin das Unterscheidungskriterium, worauf es ankommt. Der Geist ist nur der Reiter des Pferdes, wie ich es symbolisch in Worte gefaßt, zum Ausdruck bringe!

Bewußtwerdungsbezug

Ein Verständnis für das Kernwesen der Ideologie kann man sich über Plato's Aufbringen zur Idéa verschaffen. Man verdeutliche sich seine Bezugnahme des Verhältnisses einmal über die Form eines Dreiecks. So erkennt dieser nicht nur, daß die Sprache hierin etwas anderes darbietet, als man es in der Natur anzutreffen vermag, nämlich das eines perfekten/mathematischen Dreiecks, sondern wie uns mustergültig die Mineralien aufweisen, so ist das Formkonstrukt in sich funktional ein eigenständiges, gemäß dem sich auch die Entwicklungen von Werden, Sein und Vergehen gestalten. Dem gegenüber steht jedoch die Kausalität, aufgrund dessen es sich auch nicht derart exakt/vollständig in seinem Konstrukt ausgestaltet, sondern nur relativ dem, inwiefern anderes darauf einwirkt. Elementar ist hierin, daß dieses Prinzip der Vorgabe (die Funktionalität) nicht Bestandteil des substanziellen Seins des Jeweiligen ist, sondern sich die konstruktive Präsenz im Verhältnis der Funktionalität ergibt. Genau das bildet jedoch die Sprache ab, indem sie sich nicht auf die Substanz, sondern auf die Sachlichkeit der Gegebenheit bezieht, sodaß ein Dreieck auch nur ein solches ist, insofern es ist und damit verbunden ein solches wird und gemäß dem als solches benannt wird. Der regulären (fließenden) Wahrnehmung hingegen erscheint einzig das Verhältnis des Werden, Sein und Vergehens als solches und somit im Verbund mit der Funktionalität, sodaß sich hierüber die damit verbundenen dem entsprechenden scheinbaren Gemeinsamkeiten ergeben. Darin besteht der Kern seines Aufbringens, daß die Wahrnehmung eine Täuschung darbiete, jedoch bezieht er sich primär auf den Geist, welcher über die erforderlichen Kenntnisse verfüge und nur sekundär auf die Gegebenheit der Sprache, sodaß es sich aufgrund dessen als irreführend erweist. Der Geist folgt nämlich regulär der Wahrnehmung, oder besser gesagt, das Geistige erfolgt regulär aus der Wahrnehmung heraus, dem gegenüber Begriffe jedoch Bezeichner einer Sache sind und die Gegebenheit sich aufgrund dessen regelrecht umkehrt. So ist die Sprache auch keineswegs aus diesem Regulat heraus gebildet, sondern aus dem Bezeichnungswesen heraus, sodaß sein Aufbringen der Sprache ein ganz neues Sichtungspotenzial und Verhältniswesen schafft (oder konkreter ausgedrückt, darlegt, wie man es handhabt). Leider hat man auch diese Gegebenheit nicht wirklich verstanden, sodaß sich zwar unsere Sprache weiterhin zu einem solchen Gehalt entwickelt hat, wie wir sie antreffen, man es jedoch immer weiter ausbreitend einzig in rein geistigen Verhältnissen in Betracht zieht, gemäß dem es Plato darlegt. So unterscheidet sich seine aufbringende Idéa auch substanziell von dem Locke's, worüber diese Unterscheidung im Nebeneinander seine erforderliche Darlegung erfährt. Der entscheidende Punkt hierin ist, daß auf diesem Verhältnis die Ideologien fußen, indem darin die geistigen Ersichtungen nicht nur über die der Wahrnehmung gestellt werden, denen ein Irrungsverhältnis zugeschrieben wird, da sie angeblich nicht das Sein in seiner tatsächlichen Gegebenheit wiedergeben, sondern die reguläre Wahrnehmung darüber gar gänzlich außen vor gestellt wird. Das Wahrnehmungsverhältnis erfährt darüber seine Ausgrenzung, was sich über die sprachliche Manifestierung umsetzt. Darüber ergibt sich der damit verbundene Bumerangeffekt, worüber es sich umsetzt.

» Plato «

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Erster Band ()

Aber wenn nun der forschende Philosoph jene verschiedene Scheine zu zergliedern suchet, etwas tiefer unter die Oberfläche der Seele hineindringet, und daselbst dem Entstehen der unterschiedenen Kraft-Aeußerungen aus dem innern thätigen Princip der Seele nachspüret ; wie weit hinein erstrecket sich alsdann ihre äußerliche Verschiedenartigkeit, und wie tief geht sie in das Innere hinein? Es ist Ein und dasselbige Wesen, die gemeinschaftliche Quelle, aus der alle Seelen-Thätigkeiten entspringen. Wo und auf welche Art theilen sie sich in die verschiedene Ausflüsse, welche die Beobachtung unsers Selbst uns gewahrnehmen läßt?

Ist vielleicht ihre ganze Verschiedenheit bloß äußerlich? Ist Empfinden, Denken, Vorstellungen machen, von welchen hier nur zunächst die Rede ist, an sich eben dieselbige gleichartige Thätigkeit der Seele, die nur andere Gestalten annimmt, je nachdem die Gegenstände verschieden sind, auf welche man sie anwendet?

Oder bestehet ihre Verschiedenheit allein in der Verschiedenheit der Werkzeuge, durch welche das innere Princip der Seele arbeitet? wie bey den äußern Sinnen, wo das Empfindungsvermögen dasselbige ist, aber doch in mehrere äußere Sinne sich zertheilet, weil die Organe verschieden sind, wodurch wir empfinden? Wenn es so ist ; so kann man die Hoffnung fast aufgeben, hierüber zur Gewißheit zu kommen, da uns die innern Organe der Seele, und ihre Verschiedenheiten unaufdeckbar verborgen sind.

Die Simplicität, die wir in den wirklichen Dingen anzutreffen meinen, ist nur zu oft bloßer Schein, welcher auf Dunkelheit, Verwirrung und Einseitigkeit unsrer Ideen beruhet, eine wahre Einfalt aus Unwissenheit ist, und sich verlieret, wenn die Beobachtung die Gegenstände uns näher bringet und unsere Begriffe lichter, vollständiger und vielseitiger macht.

Es ist ohne Streit ein Merkmal unserer Modifikationen, welche Vorstellungen sind, daß sie andere Sachen und Objekte unmittelbar uns vorhalten, und durch sie erkennen lassen, so oft wir sie als Bilder gebrauchen. Und wenn wir sie nicht gebrauchen ; so haben sie doch dieses als etwas Eigenes an sich, daß man sich ihrer auf eine solche Art bedienen kann. Es würde nur die Frage übrig bleiben, ob man mit diesem Merkmal ausreiche, um sie von allen übrigen Seelen-Veränderungen völlig zu unterscheiden? Wir finden gewiß keine Modifikation in uns, der wir uns selbst auf die gedachte Art bedienen können, welche nicht auch ohne Bedenken zu der Klasse der Vorstellungen gebracht werden könnte. Nicht zwar jedwede Modifikation, aus der, als einer Wirkung, ihre Ursache unmittelbar erkennbar ist, oder überhaupt, von irgend einem Verstande daraus erkannt werden kann, ist eine Vorstellung in diesem besondern Sinn des Worts ; aber jedwede, der wir uns selbst zu diesem Zweck auf diese Art bedienen können, ist es. Darum würde es auch eine vorläufige angemessene Erklärung von der Vorstellung abgeben, 'daß' sie eine solche Modifikation von uns sey, aus der eine "andere Sache unmittelbar von uns erkannt werden 'könne'. Und in der That ist diese Erklärung fruchtbar, und führet, wenn sie entwickelt wird, zu wichtigen Folgerungen. Aber was sie mangelhaft macht, ist theils dieses, daß ihre Entwicklung nicht leicht seyn würde, indem der Unterschied zwischen der unmittelbaren und mittelbaren Erkennbarkeit dazu deutlich auseinander gesetzet werden müßte, wobey vieles Dunkle vorkommen würde ; theils, daß sie entweder gar nicht, oder wenigstens nicht anders als durch einen langen Umweg, auf das Eigene in der bildlichen oder zeichnenden Beziehung auf andere Sachen, welches wir in den Vorstellungen antreffen, hinführet, noch den Grund desselben, worinn das vornehmste Unterscheidungsmerkmal dieser Gattung von Seelen-Veränderungen enthalten ist, aufdecket.

Hierin besteht der Kern der Angelegenheit, denn in der Unterscheidung 'des Einen' kann eine solche gar nicht erfolgen. Hierzu bedingt es der inbetrachtziehenden Unterscheidung, welche ich eingangs aufbrachte. Generell ist zu unterscheiden zwischen dem Erwirkenden (Ursache/Wirkung), dem Vermittelnden (Sinne), dem Reflektierenden (Gehirn/Instinkt/ Erinnerung), dem Hervorbringenden (Bewußtsinn/Geist), dem Vorgang des Hervorbringens (Bewußtwerdung/Vorstellung), dem Hervorgebrachten (Bewußtwerdungsinhalt) und dem Erwirkenden ([Wahrnehmungs-, Realitäts-, ...]Bewußtsein), sowie der Sprache, über die wir mit uns selbst und anderen kommunizieren - erst darüber ergibt sich das Erforderliche zum Erkennen der Gegebenheiten! So betrachte man sich hierin einmal Tetens, wie er sich darin abmüht, seine drei erörtenden Bestandteile von Denken, Empfinden und Vorstellung voneinander zu scheiden.

6) Solche von unsern Modifikationen in uns zurückgelassene, und durch ein Vermögen, das in uns ist, wieder hervorzuziehende oder auszuwickelnde Spuren machen unsere Vorstellungen aus. Sie stellen jene Zustände, oder deren entferntere Ursachen wieder dar ; genug, es sind Vorstellungen von andern Gegenständen ; Modifikationen, die etwas anders abbilden, und, wenn sie gegenwärtig sind, nicht sowohl sich selbst, als ihre Gegenstände uns sehen und erkennen lassen.

Diese Beziehung der Vorstellungen auf andere vorhergegangene Modifikationen ist der wesentliche Charakter von ihnen. Die Vorstellungen gehören selbst auch zu unsern Modifikationen ; aber dieß ist ihre Eigenheit, woran sie unter den übrigen Veränderungen der Seele auszukennen sind. Die Freude, die Hofnung, und die Begierde, sind an sich nicht Vorstellungen. Aber wenn wir vermittelst ihrer uns die ähnlichen Empfindniße und Zustände bey andern Menschen vorstellen ; so haben wir jene Zustände selbst nicht mehr in uns ; so sind es ihre in uns hinterlassene ihnen entsprechende Folgen, die durch die Eigenmacht der Seele wieder hervorgebracht und entwickelt sind. Alsdenn sind sie für uns Abbildungen von andern Dingen.

Darin besteht der Kern der Spezifzierung des Geistigen, daß darin Bildnisse von Erlebtem und daraus Modifiziertem (aus der Erinnerung heraus - siehe: » Locke «) erscheinen und sich das Hervortreten daraus darin unterscheidet, daß keine Empfindungen und Gefühle enthalten sind → Ver(sinn)bildlichungen! Darauf basiert auch unser Verhältnis der erlebenden Differenzierung von Sinnlichkeit und Sachlichkeit, indem rein Geistiges nur das Eine - den reinen informellen Inhalt - beinhaltet. Der Geist ist somit auch kein Sinnesorgan, sondern entspricht einem Funktionsorgan, welches nicht das ursprüngliche sinnenerfüllte Erleben hervor bringt.

Die ersten ursprünglichen Vorstellungen will ich Empfindungsvorstellungen nennen. Sie sind Bilder oder Vorstellungen, wie man sie aus der Empfindung der Sachen erlanget, und stellen die Sachen dar, wie sie empfunden werden. Wenn solche Vorstellungen nach einiger Zeit wieder hervorgezogen werden, ohne daß ihre Empfindungen vorhanden sind ; so können sie noch ebendieselbigen Züge an sich haben, die sie vorher an sich hatten, und also noch jetzo die Objekte so vorstellen, wie diese empfunden worden sind. Die ersten Empfindungsvorstellungen, die während der Empfindung in uns entstehen, und erhalten werden, sind die Nachempfindungen; sie sind das, was von den Philosophen Empfindungen genennet wird, wenn man Empfindungen zu den Vorstellungen hinrechnet. Es ist in ihnen etwas eigenes, und unter diesem ein eigener Grad der Lebhaftigkeit, der alsdenn fehlet, wenn sie in der Abwesenheit ihrer Gegenstände wieder hervorkommen.

Tetens beschreibt eine elementare Gegebenheit gleich auf zweifache Weise im Bezug auf den gemeinsamen Nenner, nämlich die Rückführung der Gegebenheiten auf DAS EINE - das ist, wonach sie alle streben. Was er selbst nicht sieht, jedoch ebenfalls ein gravierender Mißstand in den Erachtungen der Gegebenheiten ist, basiert darauf, daß auch im Äußeren keine Unterscheidung vorgenommen wird - bezüglich der Unterscheidung von Empfindung und Wahrnehmung - auch hierin das Abbilden des Einen Programm ist. Dies wird auch überhaupt erst zu einem unausweichlichen Kriterium der heutigen Gegenwart durch das Aufkommen der Kybernetik, worin eine spezifizierende Scheidung der Information dies zwangsläufig zu einen elementaren Erachtungsgegenstand werden läßt. Er sieht jedoch den Mißstand im Innern, wo aufgrund der reinen Erachtung des Einen gar gänzlich der Zugang verborgen bleibt, die inneren Organe der Seele ersichtlich werden zu lassen. Gerade über ihn wird somit auch deutlich, daß es keineswegs von allen mißachtet wird, was auch ich als Prinzip dazu aufbringe: daß es zur Hervorbringung einer jeweiligen Funktionalität einer spezifischen 'Funktionseinrichtung' bedingt und somit sich die bedingende Präsenz der mentalen Organe auch als solches darlegt. Er hat diesen Bezug dazu, jedoch ist dieser mit einem Nichts an bestehendem Informationsmaterial konfrontiert, dem gegenüber das Präsente hingegen nicht daraufhin ausgerichtet ist. Leider verliert er sich damit verbunden in der unendlichen Vielheit seiner erforderlichen Erneuerungen der Inbetrachtnahmen, die wie er es richtig ersieht, aus seinem Verhältnis heraus unumgänglich sind, sodaß er zwar hier und da den Wesenskern trifft, sich jedoch in den Quantitäten wiederum verliert.

Was man in der neuern Psychologie die analytische, auch wohl die anthropologische Methode nennet, ist ein hievon ganz unterschiedenes Verfahren. Man betrachtet die Seelenveränderungen von der Seite, da sie etwas in dem Gehirn, als dem innern Organ der Seele sind, und sucht sie als solche Gehirnsbeschaffenheiten und Veränderungen zu erklären. Der Materialist löst alles in Körperveränderungen auf, die eine Folge der innern Organisation sind; die mechanischen Psychologen unterscheiden zwar die unkörperliche Seele, das Ich, von dem körperlichen Organ, und lassen auch jener ihren eigenen Antheil an den Seelenäußerungen, der von dem Antheil, den das Organ daran hat, verschieden ist ; aber es geht doch bey ihren Analysen eben sowohl, als bey den Erklärungen der erstern alles dahin, zu zeigen, wie weit Fühlen, Vorstellen, Bewußtseyn, Denken, Lust, Unlust, Wollen, Thun, nicht nur von der Organisation des Gehirns abhängen, sondern selbst in Veränderungen und Beschaffenheiten desselben bestehen. Und was nun in dem körperlichen Organ seinen Sitz nicht haben kann, das hat ihn denn in der immateriellen Seele bey denen, die eine solche annehmen. Das Denkorgan ist eine Maschine, wozu die Seele die bewegende Kraft ist. Was der Seele im gewöhnlichen Verstande oder dem Seelenwesen zugeschrieben wird, ist etwas in diesem beseelten Organ, als in seinem Subjekt. Es kommt also bey diesen analytischen Erklärungen der Seelenveränderungen darauf an, genauer die Art zu bestimmen, wie sie es sind. Diese Auflösungen sollten billig die metaphysischen heißen. Sie liegen ganz außer den Gränzen der Beobachtung, und bestehen am Ende in einer Reduktion dessen, was man bey der Seele beobachtet, auf Modifikationen des Gehirns, woran aber ein immaterielles Ich, als wirkende und bewegende Kraft Antheil haben, und zugleich mit dem Gehirn modificirt werden kann.

3) In den Vorstellungen entstehet keine Veränderung, die nicht mit einer gewissen dazu gehörigen Modifikation des Gehirns verbunden ist, so wie auch umgekehrt eine jede Modifikation in dem Organ, als dem Sitz der materiellen Ideen, mit einer Art von Rückwirkung auf die Seele verbunden ist, wodurch in dieser eine Empfindung oder ein Gefühl verursachet wird. Ich gebrauche hier diesen Satz nicht sowohl zu einem Beweis, als zur Erläuterung, und wer das Gehirn und die Seele noch als ein Einziges Wesen betrachtet, der darf nur die Redensarten abändern, so bleibet alles bestehen, was hier behauptet wird. Wenn also von einem auswärts gerichteten Bestreben der Denkkraft eine Veränderung in den Vorstellungen verursachet wird, so ist hiemit eine Veränderung in den Organen verbunden, die wiederum von der Seele empfunden werden kann. So ist es begreiflich, wie eine Empfindung der Aktion auf die Ideen in der Seele selbst auf die nemliche Art entstehen könne, wie von einem Eindruck auf das Organ, den ein äußeres Objekt hervorbringet, eine Empfindung verursachet wird. Dieß würde das Gefühl des Denkens seyn, das Gefühl nemlich von der Wirkung, die aus der unmittelbar vorhergegangenen Thätigkeit entstanden ist. Die Augenblicke des thätigen Denkens und des Gefühls dieser Thätigkeit sind verschieden, oder lassen sich so ansehen. Diese Empfindung des Denkens kann nun auch ihre Nachempfindung haben, und hat sie, und mit dieser Nachempfindung kann das Gewahrnehmen und die Reflexion verbunden werden.

Das Organisationskonstrukt

Hierzu an dieser Stelle einmal das funktionale Gesamtkonstrukt. Zu verdeutlichen gilt es darin, daß es zwar Abläufe gibt, welche unserer bewußten Wahrnehmung (dem Bewußtsinn) entgehen, nicht jedoch dem Instinkt, welcher in der funktionalen Verbindung mit dem Gehirn steht, sodaß sich darüber das Resonierende daraus ergibt und somit auch das Verhältnis des Geistes darin involviert ist. Das man heutzutage (zu jener Zeit einst entstanden) alles über das Gehirn den Anschein erweckt, darlegen und erklären zu können, da die Aktiva sich dort abzeichnen, ergibt sich rein aus diesem Resonanzverhältnis heraus. Es handelt sich jedoch bei den Aktivitäten im Gehirn um Reflektionen im Verhältnis des Kollektivwesens, nicht um die Wirkung selbst, insofern es aus dem Innern heraus stammt. Was hingegen die äußeren Sinnesempfindungen betrifft und somit dem aus dem Äußeren hinein gelangend, so besteht hierin ein davon differenzierendes Verhältnis, welches ich jedoch an entsprechender Stelle erläutern werde. An dieser Stelle so viel: die Wirkungen der körperlichen Sinnesempfindungen gelangen über das Gehirn zum Instinkt, wohingegen jedoch die Wirkungen der sich davon unterscheidenden Sinneswahrnehmungen vom jeweiligen Sinnesorgan zum Bewußtsinn gelangen und erst sekundär zu Instinkt und Gehirn. Auch hier ist man mit der EINheit konfrontiert, wie sie Tetens ausspricht, derer es der entsprechenden Ausdifferenzierung bedingt.

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VERSTANDESWESEN

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» Ludwig Strümpel «

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Auch wenn der Titel seiner Abhandlung es gar nicht vermuten läßt, so führt seine Abhandlung uns in das Verständniswesen des Verstandes. Wie ich darüber aufbringe, so besteht dessen Funktionalität darin, Wahrnehmung und Vorstellung gegeneinander zu prüfen auf ihre Widersprüchlichkeiten, worüber es überhaupt erst möglich ist, das geistige Verhältnis gemäß dem funktional zu nutzen, wie es der Mensch hervorbringt. Grundlage hierin ist, daß insofern dies nicht gegeben ist, das geistige Verhältnis sich völlig verselbstständigen würde und somit eine vollkommene Verirrung darin nur bestände - gar kein Sinn darin entstehen würde. Was Strümpel damit verbunden aufbringt ist, daß aufgrund des Fehlens dessen, bei den Tieren somit auch gar nicht erst ein vergeistigendes Verhältnis überhaupt aufkommt. Die höher entwickelten Tiere verfügen, wie Strümpel ausführt, sehr wohl über ein Erinnerungsvermögen und dessen geistigen Hervorbringens, jedoch ist dies darin auf den reinen wahrgenommenen Gehalt beschränkt, dies dem gemäß wiederzugehen. Tiere besitzen somit sehr wohl über einen Geist, jedoch nicht über die Geistigkeit, bezüglich derer der Mensch umher irrt, um dazu zu gelangen, wozu es eigentlich funktional eingerichtet ist, nämlich als ein zusätzliches Instrumentarium. DAS gilt es als solches zu erkennen und Schütz's Worte verschaffen hierzu einen wesentlichen Beitrag, um dies sich ersichtlich werden zu lassen.

Im Menschen wie im Thier liegt eine Verbindung, ein Zusammenhang zwischen zwei Erscheinungsgebieten vor, für welche man seit jeher geneigt war, auch ganz verschiedenartige reale Gründe, Ursachen und Kräfte vorauszusetzen. Das körperliche Gebiet bezog man auf Stoffe, Elemente, Atome ohne Bewusstsein und inneres Leben, das geistige auf ein immaterielles Princip, eine bewusstvolle Seele. Diese Auffassung hat sich nun aber gleichfalls vielfach geändert, indem bald das Körperliche dem Geistigen, bald dieses jenem näher gerückt und verwandter gefasst, bald für beides ein drittes Gemeinsames als Realgrund gedacht, bald das Körperliche ganz als ein Product des Geistigen, bald dieses für ein Product des Körperlichen gehalten wurde. Man sieht ein, dass von der gewählten und bevorzugten Auffassung auch die Schätzung abhängig ist, welche man dem thierischen Geistesleben widmet im Vergleich zu dem des Menschen, und insbesondere wird jenes diesem so ziemlich gleich erachtet werden, wenn man das Geistesleben des Menschen für ein Product des Körperlichen, speciell für ein Product des Gehirns hält.

Darin besteht die eigentliche Problematik im Umgang mit dem, was man ansonsten antrifft, denn in den rein geistigen Erachtungen besteht noch nicht einmal ein einheitliches Verständnis darüber, was den Geist überhaupt ausmacht, was sich vor allem darüber verdeutlicht, daß derartige Gegensätze sich darin gegenüber stehen. Betrachtet man sich hierzu meine Ausführungen, so wird man darüber feststellen, daß ich zunächst einmal all das darlege, was eben nicht dem Geiste zugehörig ist, sodaß sich darüber auch das Bildnis des Geistigen eingrenzt. Es ist vor allem auch gar nicht die Sache selbst, welche dazu führt, sondern daß sich allesamt rein auf den Geiste beziehen und nichts anderes im Blickfeld haben.

Zunächst wird den Thieren das Vermögen des Gedächtnisses und der Erinnerung zugeschrieben, da eine grosse Anzahl von Fällen zu der Annahme nöthigt, dass die Sinneseindrücke, zumal die häufig wiederholten, auch im Innern der Thiere fortbestehen, selbst wenn die Gegenstände, von denen die Eindrücke herrühren, nicht mehr gegenwärtig sind. Wir haben zwar keine Vorstellung davon, welcher Zustand diesem Fortbestehen der Gesichts-, Gehörs-, Geruchs- und Geschmacksempfindungen entspricht, wenn das Thier nicht mehr wirklich sieht oder hört oder riecht oder schmeckt. Allein jene Annahme ist unvermeidlich, weil uns sonst jeder Grund eines Zusammenhanges im psychischen Thierleben fehlen würde, der aber wiederum von anderen Thatsachen bezeugt wird. Ohne einen Zusammenhang des Gegenwärtigen mit einem noch aus früherer Zeit Beharrenden könnten wir es nicht verstehen, dass zum Beispiel die Hausthiere auf einen bestimmten Ruf herbeilaufen, der sie zum Futter einladet, u. dgl. In diesem Falle macht sich die frühere Wahrnehmung des Futters, der frühere Genuss, der den Hunger stillte, die frühere Wahrnehmung des Ortes, wo gefüttert wird, die frühere Wahrnehmung des gehörten Rufes unzweifelhaft als ein fortbestandener Zustand geltend, der auf das Verhalten, worin das Thier sich augenblicklich befand, einen bestimmten Einfluss ausübte. Dass ferner die Formen und Gestalten der Dinge, die räumlichen Stellungen derselben neben, hinter, vor und über einander den Thieren wohl ebenso, wie den Menschen erscheinen, schliesst man aus Hunderten von Bewegungen und Handlungen, welche die Thiere unter und zwischen den Dingen angemessen einer leitenden Vorstellung oder angemessen der Umgebung, in der sie sich bewegen und handeln, ausführen. Man hält es sogar für wahrscheinlich, dass das, was man den Raumsinn nennt, bei manchen Thieren noch ausgebildeter sei, als beim Menschen, obwohl hieraus für die Verstandesthätigkeit derselben nichts folgt, da diese Ausbildung sowohl beim Menschen wie beim Thier bis zu einer gewissen Gränze vollständig durch unbewusst wirkende Vorgänge und Kräfte und ohne alle Mithilfe irgend einer Verstandesthätigkeit geschieht.

Das ist der Bestandteil, welcher hierin elementar ist. Wie ich in Verbindung mit Locke aufbringe, so geschieht das geistige Hervortreten der Vorstellung aus der Erinnerung heraus. Somit ist hierüber bereits dargelegt, daß Tiere über die gleichen Instrumentarien darin verfügen.

Das Kind greift zunächst durch die Wirkung eines blossen Empfindungs- und Vorstellungsmechanismus nach dem Löffel, der ihm früher zum Erfassen der zu geniessenden Flüssigkeit in die Hand gegeben war und den es liegen sieht. Es greift ihn aber falsch; und nun mag eine neue mechanische Wirkung noch Etwas zur Correction beitragen, aber nicht so viel, dass nicht noch immer Etwas verschüttet würde. Alsdann aber, so zeigt die Erfahrung, tritt eine Correction ganz anderer Art auf, die aus keinem Mechanismus mehr ableitbar ist (obwohl gerade das Nichtausreichende desselben dazu den Anlass giebt), sondern nur daraus, dass im Bewusstsein des Kindes die augenblickliche Wahrnehmung des, wie wir sagen, falsch gehaltenen Löffels und der davon herkommenden Ausschüttung der Flüssigkeit mit dem von innen entgegenkommenden Gefühl der Nichtbefriedigung in Conflict geräth, und dass aus diesem Conflict der neue Bewusstseinsinhalt entspringt, den wir Erwachsenen das Zusammenpassen der Handlung mit der gesuchten Befriedigung oder überhaupt mit dem Zwecke nennen. Diesen neuen Bewusstseinsinhalt, den wir Erwachsenen in der eben ausgesprochenen abstracten Vorstellung besitzen, hat das Kind in dieser Form allerdings gewiss nicht; aber er ist unzweifelhaft in dem Einzelfalle zugehörigen singulären Bewusstsein auch im Kinde vorhanden, was wir mit Gewissheit aus dem Zustandekommen seines neuen Handelns und aus dessen Erfolge schliessen können. Von diesem neuen Bewusstseinsinhalte gelangt aber das Kind alsbald, wie wiederum die Erfahrung zeigt, noch weiter, nämlich zu einer Anwendung desselben auf einen zweiten, dritten u. s. w. ähnlichen Fall. Dies heisst: ein Kind, dass den Löffel richtig zu halten und richtig zum Munde zu führen gelernt hat, und zwar durch die Zusammenwirkung zweier Kräfte, nämlich der einen im Vorstellungsmechanismus, der anderen in einem aus der Tiefe des Geistes entsprungenen neuen Bewusstseinsinhalte, wendet das Resultat dieser Zusammenwirkung auch da an, wo es nicht mehr den Löffel, sondern ein Messer oder eine Gabel, oder einen Stuhl, oder eine kleine Treppe, oder eine Scheere, oder überhaupt irgend ein Werkzeug zur Befriedigung einer Begehrung zu gebrauchen Anlass findet. Wäre hier im Menschengeiste bloss und allein ein Mechanismus unter den innern Zuständen desselben wirksam, den er mit dem Thiere theilt, dann käme er auch nicht weiter, als das Thier, welches eben nicht weiter kommt, weil ihm die zweite Kraft fehlt.

Es nennt sich Lernprozeß, wobei auch Tiere wahrlich lernfähig sind, jedoch nicht in dieser expandierenden Art der Übertragung des Erlernten, worin der Kern der Angelegenheit besteht. Dies erlangt der Mensch über die abstrahierende Vorstellung, welche sich ganz von dem Gegenstande selbst löst und für sich weiterentwickelt. Das ist dem Tier nicht gegeben, den es verharrt einzig im Bezugsverhältnis des Erlebens, ohne sich davon geistig zu lösen, sodaß der jeweilige Lernprozeß sich auch spezifisch auf das Jeweilige/Einzelne beschränkt.

Betrachtet man nun ferner dasjenige Bewusstsein, welches in dem Satze hegt 'der wahrgenommene Gegenstand ist ein Baum', dann kommt man zu derjenigen Art von Bewusstsein, deren Kenntniss für unsere Frage wichtig ist; und zugleich kommt man auf eine von den Bedeutungen, die das Wort Erinnerung hat. Eine Zerlegung jenes Satzes lässt nämlich erkennen, dass, wenn das in ihm ausgesprochene Bewusstsein vorhanden sein soll, dann 1. ein einzelner Baum wirklich in einem bestimmten Augenblick wahrgenommen werden muss; 2. dass der Wahrnehmende auch schon früher einmal einen Baum muss gesehen haben, und 3. dass von der früheren Wahrnehmung noch eine Vorstellung geblieben und nunmehr zurückgekehrt sein muss, weil er sonst eben nicht wissen könnte, dass das, was er jetzt sieht, auch ein Baum, aber nicht etwas Anderes ist. Da nun die Wahrnehmung des Baumes statthat als ein wirkliches inneres Erleben dessen, der wahrnimmt, auch wenn er nicht weiss, dass das, was er wahrnimmt, ein Baum ist, sowie es der Fall ist für Jeden, der zum ersten Mal einen Baum sieht, so müssen wir auch für diesen tatsächlich vorhandenen Wahrnehmungszustand einen besonderen Namen gebrauchen, um sein Dasein zu bezeichnen. Wir gebrauchen dazu die Benennung 'unmittelbares Bewusstsein', und sagen, die Wahrnehmung, die als thatsächliches Erlebniss des Wahrnehmenden da ist, ist als solche unmittelbar bewusst, ist ein unmittelbar Bewusstes. Mit anderen Worten: jeder Ton, der gehört wird, ist als solcher etwas unmittelbar Bewusstes; ebenso jede Farbe, die gesehen, jeder Druck, der gefühlt, jeder Geruch, der gerochen, jeder Geschmack, der geschmeckt wird, überhaupt jede Empfindung, Wahrnehmung, Anschauung, deren Inhalt thatsächlich vorhanden ist. Dieses Bewusstsein heisst unmittelbar, weil es die erste und nicht weiter reducirbare Art des Bewusstseins ist, die wir kennen, ohne welche keine der übrigen, abgeleiteten oder vermittelten Arten des Bewusstseins möglich ist. Man kann ganz allgemein sagen: die erste Bewusstseinsart ist das unmittelbare Empfindungs- und Wahrnehmungsbewusstsein. Sein Inhalt, die unmittelbar bewusste Wahrnehmung, ist es zunächst, von der nun, auch wenn der Baum oder der betreffende Gegenstand nicht mehr gesehen wird, ein Rückstand in der Seele fortdauert, welcher für gewöhnlich ganz unbewusst ist, aber doch auch befähigt bleibt, später unter Bedingungen eine gewisse Stärke unmittelbaren Bewusstseins wiederzugewinnen, das heisst, in einem gewissen Grade wiederum bewusst zu werden oder, wie man sagt, ins Bewusstsein zurückzukehren.

Das Verständniss aller dieser Fälle hängt wesentlich davon ab, dass man einen richtigen Begriff von dem hat, was ich das unmittelbare Empfindungs- und Wahrnehmungsbewusstsein nannte, und sich klar macht, wie die Bestandteile desselben mit den Rückständen entsprechender alter Empfindungen und Wahrnehmungen in einen Reproduktionsverkehr treten, dessen Wirkungen die Inhalte dieser Bestandtheile und Rückstände nicht überschreiten, wohl aber das denselben zugehörige Bewusstsein modificiren.

Gerade hierin verdeutlich der Vergleich mit den Tieren wiederum etwas wesentliches, nämlich daß im Gegensatz zu Locke's Ausführungen keineswegs grundsätzlich eine Idee über eine Sache entsteht, sondern primär die erlangte Wahrnehmung als solche in der Erinnerung verweilt und erst über die Beschäftigung damit eine eigentliche Idee zur Sache entsteht (beim Menschen!). Da die Tiere jedoch grundsätzlich rein sinnengeleitet sind, so ergibt sich diesen auch in dem Bezug kein eigentlicher, denn die Sinnesempfindungen gelangen ja gar nicht in die Erinnerung, sondern einzig Versinnbildlichungen, woraus sich diesen auch kein solches Bezugsverhältnis ergibt, wie dem Menschen. Das 'Wiedererkennen' hat bei den Tieren somit auch rein das beinhaltet und kein Weiterführendes. Maßgeblich ist jedoch in diesem Punkt, daß sie es bewußt wahrnehmen und hierüber sich ein Zeugnis darüber darlegt, daß sie über eine bewußtwerdende Wahrnehmung und somit auch über den Bewußtsinn verfügen.

Ohne dass es nöthig wäre, dieser Mittheilung noch ein Wort zur näheren Interpretation des geschilderten Vorganges hinzuzufügen, gehe ich nun sogleich zu dem über, was in meiner Darstellung noch fehlt, nämlich der Nachweis der fundamentalsten specifischen Bestandteile und Verhältnisse, welche die Natur des eigentlichen Verstandes ausmachen und im Thier nicht vorkommen. Diese Bestandtheile und Verhältnisse sind im Geistesleben des Menschen wiederum Neues, welches in der Entwickelung desselben den im Empfindungs- und Wahrnehmungsbewusstsein wirkenden Mechanismus überschreitet, während dieser im Thier nur auf seine eigenen Resultate beschränkt bleibt. Einige von diesen Bestandteilen und Verhältnissen mussten schon in der bisherigen Darstellung erwähnt weiden. Jetzt aber ist die Aufgabe, nicht ein einzelnes Dieses oder Jenes, sondern dasjenige zu nennen, was das fundamentale Bedingende ist, wenn überhaupt Verstandesthätigkeit möglich sein soll. Der Nachweiss, dass Dasselbe nicht durch eine formale Abänderung und noch weniger, wie die Abstammungslehre meint, durch eine graduelle Steigerung Dessen entstehen konnte noch entstehen kann, was das vom Menschen mit dem Thiere getheilte Empfindungs- und Wahrnehmungsbewusstsein nebst den in ihm statthabenden Vorgängen der Associationen. Reproduktionen und Hemmungen ist und leistet, gehört zu unserer zweiten Aufgabe, während der Nachweiss, dass Dasselbe etwas Neues und den psychischen Mechanissmus Ueberschreitendes ist, mit im Rahmen des Nächstfolgenden liegt.

Das Wort Verstand oder Verstandesthätigkeit bedeutet die Befähigung des Menschen, von dem Inhalte der Erfahrungswelt, wie derselbe in seinen thatsächlichen Beschaffenheiten gegeben ist, sich adäquate Vorstellungen zu bilden, diese als solche zu denken und durch die Verknüpfung derselben von den Bezügen und Verhältnissen, die unter den Bestandteilen der Erfahrung, den Dingen, Ereignissen and Zuständen, stattfinden, richtige Urtheile zu bilden, sowie endlich auf Grund solcher Erkenntniss auch derselben gemäss zu handeln.

Hiermit benennt dieser exakt den Kern der Angelegenheit. Während nämlich andere den Verstand gleich setzen mit dem Intellekt, so gibt dieser eine Spezifikation darüber, die sich von dem reinen Intellekt absondert, nicht Bestandteil dessen ist, sondern darüber steht als ein Instrument der Beurteilungsfähigkeit, welche einzig darüber zustande kommt. Man bedenke hierzu, daß man geistig 'urteilen' kann, ohne beurteilungsfähig zu sein, worüber sich die Unterscheidung von Intellekt und Verstand auf besondere Weise verdeutlicht.

Wird nun untersucht, welche eigentümlichen Bewusstseinsinhalte als die fundamentalsten Bedingungen im Geiste vorhanden sein und ihrer Bedeutung nach wirken müssen, wenn ein Verhalten des Vorstellens und Denkens soll zu Stande kommen können, welches den Namen des Verstandes und der Verständigkeit verdient, so ergeben sich folgende Bedingungen als wesentlich dazu erforderlich.

Zuerst muss der Mensch, damit seine vorstellende Thätigkeit nicht mehr bloss der Herrschaft des psychischen Mechanismus unterworfen bleibt, sondern auch unter den Einfluss einer anderen, als bloss naturnothwendigen Causalität, nämlich der Causalität des logischen Denkens gerathen kann, das Bewusstsein oder das Wissen davon besitzen, dass es Wirkliches giebt: er muss denken können, dass Etwas wirklich ist oder wirklich geschieht.

Dieser Gedanke der Wirklichkeit oder des Seins ist nun thatsächlich im Menschen vorhanden und zwar schon im Menschen auf der niedrigsten Kulturstufe. Der Mensch nimmt nicht bloss wahr, sondern er hat auch das Bewusstsein, dass das Wahrgenommene ist, und erst durch diesen Gedanken wird ihm seine Wahrnehmung das Bild eines Dinges. Er nimmt nicht bloss das Herabfallen des Wassers vom Himmel wahr, sondern er weiss auch, dass es fällt: erst durch diesen Gedanken wird ihm die Wahrnehmung das Bild eines wirklichen Ereignisses oder Geschehens. Er fühlt nicht bloss die Wärme der Sonne, sondern er weiss auch, dass die Sonne und die Wärme und sein Gefühl da sind. Er steht oder geht nicht bloss, sondern er weiss auch, dass er steht oder geht. Er denkt nicht bloss, sondern er weiss auch, dass er denkt und dass das Denken geschieht. Er ist nicht bloss, sondern er weiss auch, dass er ist: er hat ein Bewusstsein von seiner eigenen Wirklichkeit. In solchem Bewusstsein offenbart sich dem Menschen die Macht des Wirklichen, die Gewalt des Thatsächlichen, die Selbstständigkeit des an sich vorhandenen Inhaltes der Welt!

Insofern nun aber sein Empfinden, Wahrnehmen und Vorstellen aus dem unmittelbaren Bewusstsein ins Unbewusstsein schwindet und an seine Stelle wiederum ein anderes unmittelbar Bewusstes tritt, jenes aber doch in Rückständen beharrt, die als Erinnerungen wiederkehren, so entsteht im Menschen auch das Bewusstsein eines vom Wirklichen Unterschiedlichen: der Mensch lernt Wirkliches vom Nichtwirklichen unterscheiden. Dieser Unterschied ist zuerst mit dem Unterschiede zwischen wirklich Wahrgenommenem und bloss Erinnertem, wirklich Erlebtem und bloss Vorgestelltem einerlei, erweitert sich aber allmälig durch neue Denkerfahrungen dahin, dass der Mensch überhaupt und ganz allgemein zwischen Wirklichkeit und Einbildung unterscheiden und auch das Eine vom Anderen absondern lernt.

Wo der eben genannte Bewusstseinsinhalt nicht ist, da ist auch kein Verstand möglich, und nur so weit ist dieser vorhanden, wie weit die Einbildungen von den Wirklichkeiten abgeschieden sind. Es wird jetzt nicht gefragt, wie ein solcher Zustand entsteht; wohl aber lässt sich ohne weitere Erörterung erkennen, dass er aus den Empfindungen, Wahrnehmungen und deren Erinnerungen nicht entsteht. Die gewöhnliche Meinung geht dahin, dass in der Empfindung und Wahrnehmung unmittelbar auch das Sein, die Existenz, die Wirklichkeit mit gegeben, gleichsam mit ein Product des Sinnes sei. Dies ist ein Irrthum, der dadurch entsteht, dass der Gedanke des Seins, wenn er einmal mit dem Empfundenen und Wahrgenommenen sich innig verknüpft hat, davon unablöslich erscheint, der aber durch eine einfache Besinnung auf den Inhalt des Empfundenen und Wahrgenommenen corrigirt werden kann. In der Wahrnehmung des Zuckers liegt weiter nichts als die Summe der verknüpften Sinnesempfindungen: Niemand kann in diesen den Gedanken des Seins, der Existenz, der Wirklichkeit entdecken, Niemand ihn daraus ableiten. Und so ist es in allen Fällen sinnlicher Empfindung und Wahrnehmung. Nicht anders ist es in Betreff der Erinnerungsvorstellungen, die weiter nichts vermögen, als die früheren Inhalte in gewisser Bewusstseinsstärke zu erneuern. Ebenso endlich ist es in Betreff jedes anderen inneren Erlebnisses, eines Gefühls, eines Affectes, einer Begierde, eines Wollens u. s. w. In keinem Zustande der Art liegt das Bewusstsein des Seins. Wir sind genöthigt, anzunehmen, dass hier zu einem alten Vorhandenen ein Neues hinzukommt.

Ist dies aber richtig, dann ist auch die Folgerung nothwendig, dass dieser neue Bewusstseinsinhalt nicht durch denjenigen Mechanismus erwirkt sein kann, der die vorhandenen Empfindungen, Wahrnehmungen und Vorstellungen beherrscht. Der psychische Mechanismus kann überhaupt keinen neuen Bewusstseinsinhalt erwirken, das Alte nicht in ein Neues umwandeln; er kann nur, was schon vorhanden ist, verbinden und trennen, hemmen und reproduciren. Entsteht hierbei etwas Neues, dann ist es durch ihn nur veranlasst, aber nicht verursacht: es selbst kommt anderswoher.

Soll Verstand möglich sein, so muss der Mensch zweitens über die Inhalte seines Bewusstseins auch insofern hinauskommen, dass er nicht mehr an deren bloss vorwärts gerichteten Ablauf, wie ihn der psychische Mechanismus erwirkt, gebunden bleibt. Er muss diese Inhalte auf einander beziehen, mit einander vergleichen, in einen nicht bloss zeitlichen, sondern von ihrer Bedeutung determinirten Zusammenhange vorstellen und denken können. Mit der thatsächlichen Erfüllung dieser Bedingung, die im Menschen statthat, ist die Entstehung neuer Vorstellungen oder Gedanken verbunden, welche zu prädicativen Bestimmungen des Wirklichen dienen. Das, was ist und geschieht, wird für den Menschen allerdings zuerst ein Gegenstand des Verstandes dadurch, dass es als ein Wirkliches gedacht und vom Nichtwirklichen unterschieden wird. Allein damit der Verstand weiter komme, muss auch über das Wirkliche noch Dasjenige gedacht werden, was ihm zukommt, wenn ein Wirkliches nicht isolirt, sondern mit anderem Wirklichen zusammen gedacht wird. Die hierbei entstehenden Gedanken sind deshalb sämmtlich, wie man es ausdrückt, formaler Art. Durch sie entspringt im Denken ein Verkehr mit dem Wirklichen, worin über dasselbe geurtheilt und durch Urtheile neue Erkenntnisse gewonnen werden. Solche neue Vorstellungen sind zum Beispiel die des Ganzen und des Theiles, der Gleichheit, des Grossen und des Kleinen, des Vielen und des Einen, des Mehr und des Weniger, der Aehnlichkeit und der Verschiedenheit, des Ortes und der Entfernung, der Bewegung und der Ruhe, der Zu- und Abnahme, des Verbundenen und des Getrennten, der Herkunft des Einen von einem Andern, des Entstehens und Vergehens, des Wirkens und des Leidens, des Bedingenden und des Bedingten, der Ursache und der Wirkung, des Lebendigen und des Todten, u. a. In dem Gebrauche gerade dieser Vorstellungen wandelt der Mensch seine Empfindungs- und Wahrnehmungswelt in eine Verstandeswelt um, in die er nach und nach alles Wirkliche anordnet.

Man beachte seine Beschreibung der Funktionalität, gemäß dem der Verstand die Erinnerung mit dem Bildnisse der wahrnehmenden 'Wirklichkeit' vergleicht. Maßstab ist hierin, beides miteinander in Einklang zu bringen und dies wird über den Mechanismus des Verstandes erlangt, wobei, wie Strümpel verdeutlicht, es des Bezuges des Realistischen bedingt, um ein solches zustande zu bringen. Menschen somit, welche in reiner Vergeistigung leben, ist dies somit auch nicht gegeben, sondern es bedingt grundsätzlich des erlebenden Bezuges zur jeweiligen Sache, denn der Verstand prüft nicht die Wahrnehmung oder Vorstellung für sich, sondern einzig diese beiden gegeneinander.

Für die Wissenschaft ist es eine unverständige, das heisst, nicht auf Verständniss beruhende Redensart, wenn man im wörtlichen Sinne verlangt, man solle den Verstand eines Kindes bilden. Die Kinder haben noch keinen Verstand, können aber solchen erwerben. Es liegt in ihnen keine eigentümliche Verstandeskraft schlummernd oder latent da, auf die man behufs ihrer Aufweckung oder Entbindung einwirken könnte, damit sie sich allmälig graduell steigere. Nichts von diesem Allen ist Thatsache. Vielmehr darauf kommt es an, dass zunächst bestimmte Bewusstseinsinhalte oder, wie man sagt, Anschauungen, Vorstellungen und Erinnerungen mit Hilfe der physischen und psychischen Causalitäten veranlasst werden. Diese werden dann, wenn sie mit der nöthigen Bewusstseinsstärke da sind, auch schon die logische Causalität in Gang bringen, und nur, wie weit dies geschieht, so weit wird auch Verstand entstehen. Wo keine Anschauungen, Vorstellungen und Erinnerungen sind, da ist kein Verstand möglich. Die Bildung nicht des Verstandes, sondern zum Verstande ist weder die Ausdehnung einer schon vorhandenen Fälligkeit noch die Steigerung einer unbekannten, verborgenen Kraft, sondern eine Bildung bestimmter concreter Anschauungen, Vorstellungen, Erinnerungen und derjenigen Verhältnisse derselben zu einander, in denen die Bedingungen der psychischen wie logischen Causalität liegen. Bilden heisst hier so viel, wie die Bedingungen herbeiführen, dass Kräfte entstehen, die noch nicht waren. Daher gewinnt das Kind auch immer nur innerhalb derjenigen Vorstellungen, überhaupt derjenigen Bewusstseinsinhalte Verstand, welche es besitzt und deren Verhältnisse sich so fügen, wie es zur Erzeugung einer neuen Kraft nöthig ist, und nur so viel Verstand gewinnt es, wie viele von diesen Bedingungen erfüllt sind. Eben deshalb hat ein Mensch in gewissen Vorstellungsgebieten grossen und starken Verstand, in anderen Vorstellungsgebieten schwächeren, in noch anderen gar keinen; und was man hier grösser, stärker, schwächer nennt, ist keine Steigerung eines schon früher Vorhandenen, sondern eine bessere oder schlechtere Formbildung bestimmter Bewußtseinsinhalte oder eine grössere Summe solcher, auf deren Wirksamkeit sich mit Sicherheit rechnen lässt. Es giebt nicht bloss einen und nicht einerlei Verstand, sondern viele Sorten, je nach dem Unterschiede der Vorstellungsgebiete. Aber einerlei und gleichartig sind sie allerdings insofern, als alle Sorten auf einerlei Bedingungen und Ursachen basiren.

Maßgeblich ist hierin, daß es sich beim Verstand um eine Begabung (Gabe) handelt und es sich somit gleichermaßen verhält, wie mit den anderen Fähigkeiten, die der Begabung entspringen. Es bedingt somit auch der entsprechenden Anwendung und Ausbildung, um zu einem talentierten Wirken zu gelangen. So ist es denn auch so, daß nicht nur unterschiedliche Grade der Entwicklung anzutreffen sind, maßgeblich vor allem bewirkt durch die unterschiedliche Ausprägung, sondern auch die Verstandeslosigkeit anzutreffen ist (Unausgeprägtheit). Entgegen Schütz's Worte, wird hierin somit auch nicht der Verstand als solches gebildet, dessen Bildnis ja ebenfalls darauf beruht, daß er es nicht als eine substanzielle Präsenz ersieht, sondern über die Aktiva wird die Verstandestätigkeit in Tätigkeit versetzt und darüber auch ausgebildet. Eine Hemmung dessen führt selbstverständlicherweise auch zur Verkümmerung dessen, wie es auch bei anderen Veranlagungen sich auf die jeweilige Art darlegt. Das der Mensch in den einen Gebieten mehr Verstandeswirken aufweist, als in anderen, basiert hingegen auf dem Bezugs- und Verständnisgehalt zum Jeweiligen. Der Verstand ist sehr wohl eine singuläre funktionale Einrichtung, hingegen das, inwiefern und womit sein funktionales Wirkwesen seine Umsetzung erfährt eben nicht.

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INSTINKT

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» Joseph Jungmann «

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Über Jungmann erfährt man indirekt das damalige Zeitgeschehen bezüglich des Wandels der Anschauungsweisen der menschlichen Funktionsweise. Um den von ihm aufgebrachten Sachverhalt nachvollziehen zu können, bedingt es zusätzlich der Inbetrachtziehung der entstandenen (physiologischen) Vorstellung über das Nervensystem, worüber sich die elementaren Änderungen der Sichtweisen ergaben. Gerade hierin zeig(t)en sich in aller Deutlichkeit zwei der Grundlagen der Wirkungsverhältnisse, die sich in Wahrnehmung (Efferenz/Wirkungsaufnahme/Input) und Handlung (Afferenz/Wirkungsabgabe/Output) unterscheiden.

Das Grundproblem, welches jedoch damit verbunden auftrat war, daß die damit verbundene mechanische/motorische Inbetrachtziehung nur einen Teil der Erklärungen liefert, dem gegenüber das sich aufweisende Reaktio keineswegs rein reflektiv der eingehenden Wirkungen ist, sodaß aufgrund dessen sich gerade darüber aufwies, daß es ein weiteres, ein eigenständiges Wirken gibt. Dem gemäß unterscheidet man im Physischen auch zwischen dem vegetativen (motorischen) und somatischen (animalischen) Nervensystem. Hierin steht jedoch ein Instinktives außen vor.

So ist Jungmann's Aufbringen und somit des Althergebrachten an sich eine gegenpolige Darstellung gegenüber den entstandenen physischen Inbetrachtziehungen. Entgegen seiner ausschnitthaften Ausführung wurden jedoch von Thomas von Aquin und somit auch Aristoteles zwischen drei bis gar fünf Funktionen unterschieden, nämlich bezüglich der anima vegetabilis (Vitalfunktionen), anima sensibilis (sinnliche Wahrnehmung), potentia appetitiva (triebhaftes Streben) und darüber hinaus auch bezüglich der potentia motiva secundum locum (Bewegungsfähigkeit) und anima rationalis (Verstand).

Die facultas 'vegetiva' und 'motiva secundum locum', jene Kräfte, vermöge deren die Seele den Stoff zum lebendigen Leibe macht und die Bewegung seiner Glieder wirkt, lassen wir, unserm Zwecke entsprechend, unberücksichtigt.

So gilt mir Jungmann's Input vor allem auch, die diversen Gegenüberstellungen in Betracht zu ziehen, um darüber zu ersehen, welche Einheiten man darin jeweils miteinander kombiniert und was man aussondert über diese Handlungsweisen, um darüber hinzuleiten zu dem Kernwesen dessen, was es ausmacht.

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Hierzu gilt es, die zeitgeschichtliche Entwicklung in Betracht zu ziehen, worin nämlich zunächst die Erachtung rein aus dem der Triebe (der Handlung) heraus besteht, sich jedoch später ein Bezugsverhältnis zum Instinkt (aus dem lateinischen Instinctus abgeleitet) bildet. Der Hintergrund des Mißverhältnisses basiert jedoch vor allem auf dem animalischen Verhältnis, dem gegenüber man das Instinktive (das ohne geistige Beteiligung Stattfindende) als rein tierische Wesensart erachtet. Das dem nicht so ist, zeigt sich jedoch erst im Verbund mit den mentalen Veranlagungen, sodaß ich hier auch zunächst einmal darauf hinweise, daß es sich mit dem Instinktwesen genau so verhält, wie mit dem Geistwesen, daß beides jeweils einzig über den Verbund des Wirkungsverhältnisses nachvollziehbar auch ersichtlich wird. So, wie es im Überbewußtsein der Bewußtsinn und das Erinnerungsvermögen sind, worüber sich das Geistige klärt, so sind es im Unterbewußtsein die mentalen Veranlagungen, worüber sich das Instinktive klärt, denn das Wirken basiert nicht aus dem Instinkt selbst heraus, sondern wie ich bereits über die parallele Verhältnismäßigkeit des Geistigen aufzeigte, über das Erfüllende, worüber sich das weiträumige Wirkwesen ergibt, wohingegen der Instinkt auch ein Eigenwesen enthält und als solche jedoch im Verbund mit dem anderen mentalen Veranlagungen hervorbringt. Elementar ist somit gerade die primäre Differenzierung der Triebe gegenüber dem Instinktwesen. Darüber hinaus ergibt sich beim Instinkt jedoch nicht nur eine Erfüllung über die mentalen Veranlagungen von Charakter, Begabung und sexuelle Konstitution, sondern neben seinem Eigenwesen auch noch der Verbund zum Vegetativen. Und wie ich bereits bei Plato anführte, verfügt auch der Instinkt selbst an Präsenzen, welche sich mir als Logos darlegen - einer natürlichen Verbundenheit zum Seinsverhältnis. Die Verständlichkeit als solches zeigt sich somit auch tatsächlich primär über das Animalische im Bezug auf den Kernpunkt des abseitigen Wirkungsverhältnisses gegenüber dem Geistigen. Wie ich darüber aussage, so ist der Geist nur der Reiter des Pferdes, dem gegenüber die Umsetzungen rein über den Instinkt stattfinden. Dies zeigt sich nicht nur über den Reflex, sondern generell über das Handlungswesen.

Philosophie/Psychologie, Wissenschaft und das Meinige im Nebeneinander

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» Der Instinktbegriff «

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(Band 2 - )

Allgemein kennzeichnend für den Instinktbegriff ist seine Verortung im Rahmen einer Theorie von konstanten Prozessen der Natur und seine Absetzung vom Begriff der Vernunft des Menschen: Während die durch Instinkt verursachten Verhaltensweisen der Tiere konstant und arttypisch auftreten, erscheint das durch Vernunft geleitete Handeln des Menschen als variabel und in starkem Maße situations- und kulturabhängig. Durch diese Bindung der Instinkte an die Natur der Organismen werden sie mit ihrer körperlichen Organisation assoziiert: Wie morphologische und physiologische Merkmale werden sie als Resultanten der körperlichen Konstitution der Organismen konzeptualisiert und analysiert.

Darin besteht der Kern der Angelegenheit. Dem gilt hinzufügen, daß es sich weder um geistige, noch bewußte Handlungen handelt, wie die nachfolgenden Zitate beschreiben werden, dem gegenüber jedoch sich als markant erweist, daß in keiner Weise die Inbetrachtziehung des Unbewußten überhaupt eine Erwähnung findet in dieser Vielfalt der Schriftwerksbezüge. Sachstand ist jedoch, daß das Unbewußtsein zu keiner Zeit ergründet wurde und auch nie eine eigenständige Erachtung fand (erst im Verhältnis der späteren Psychoanalyse), wobei doch gerade dieser Gegenstand der elementare Bestandteil dessen ist, worüber es in Erscheinung tritt, in Verbindung über die ersichtlichen Abläufe und die Empfindungen und Gefühle. Der Mensch ist absolut kein rein geistig handelndes Wesen, im Gegenteil, denn der Geist ist nur anteilig Beteiligter im Verhältnis der Handlungen.

Die antike Lehre der Instinkte ist eine Theorie zur Erklärung des Verhaltens, die einer Lusttheorie entgegengesetzt ist: Sie kann erklären, dass ein Verhalten ausgelöst wird, bereits bevor die lustvolle Erfahrung bei der Erreichung des angestrebten Ziels vorliegt. Als Auslöser des Verhaltens wirkt also nicht nur das Begehren von etwas Lustvollem (siehe: Bedürfnis), sondern auch ein natürlicher Antrieb, der vor jeder Erfahrung wirksam ist. Besonders nachhaltig wird diese Theorie in der Stoa vertreten. Danach ist die Lust nur eine Folge, nicht aber die Ursache und das eigentliche Ziel eines instinktiven Verhaltens. Ein Verhalten werde ausgeführt, weil es naturgemäß erfolge, nicht aber weil es Lust bereite. Als Beleg für diese Auffassung sieht Cicero die Tatsache, dass Lebewesen das Naturgemäße aufsuchen, bevor dieses als lustvoll erkannt sei.

Hiermit befinden wir uns in der Differenzierung der Triebe gegenüber dem Instinktiven. Maßgeblich hierin ist, daß einzig die Triebe rein Triebhaftes, hingegen der Instinkt rein Reflektorisches hervorbringt, worin eine der markanten funktionalen Differenzierungen besteht.

Der in der Scholastik begründete Instinktbegriff ist im Wesentlichen auf die Tiere bezogen und steht in starker Opposition zum Konzept der Intelligenz und Freiheit im Handeln des Menschen. Die Instinkte stehen nach scholastischer Lehre mit der Sinnlichkeit in unmittelbarem Zusammenhang; sie werden als Ausdruck der sinnlichen Seele (»anima sensitiva«) der Tiere verstanden, die von der vernünftigen Seele (»anima intellectualis«) des Menschen grundsätzlich unterschieden wird. In diesem Sinne verallgemeinert Thomas von Aquin den Instinktbegriff, wie er von Avicenna eingeführt wird, und macht ihn zu einem universalen Erklärungsprinzip für das Verhalten der Tiere: »causa autem operationum brutorum animalium est instinctus quidam«. Nach dem scholastischen Wortverständnis ist ein Instinkt eine die Lebewesen lenkende Kraft, die den anorganischen Grundkräften gleichgesetzt wird. ... Immer ist es aber eine sinnliche Dimension, die mit den Instinkten verbunden ist, sie zielen nach scholastischer Lehre nicht - wie es der Erkenntnis des Menschen möglich sei - auf eine abstrakte Einsicht, sondern auf die angenehme Empfindung.

Worin besteht der Unterschied zwischen dem Sinnlichen und Geistigen? Das das Geistige keine Sinnlichkeit selbst hervorbringt. So ergibt sich auch über diese Unterscheidung der Wesenskern der Ermeßlichkeit, daß Sinnlichkeit einzig in Verbindung mit dem Instinkt präsent ist. Ein weiterer markanter Bestandteil, worüber sich die abseitige Präsenz gegenüber dem Geistigen aufweist. Vor allem aber auch, warum wir mit einer solchen Abseitigkeit des Geistigen konfrontiert sind!

Eine intensive Diskussion über Bedeutung und Umfang des Instinktbegriffs setzt in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts in Frankreich ein. J. Guibelet bestimmt den Instinkt 1631 als eine angeborene Fähigkeit, die der Mensch mit den Tieren gemeinsam habe. Über den Instinkt sei jedem Tier mitgeteilt, was es zu tun habe. Indem der Instinkt die Bewegungen zu einem Ziel führe, ohne dass dabei Bewusstsein oder Wollen eine Rolle spiele, stelle er eine Art Kraft dar.

Man erachte hierzu nicht nur den Tierbezug, sondern darüber hinausgehend den evolutionären Entwicklungsgang, worin das Triebhafte und Instinktive den Grundstock des lebendigen Daseins bildet, dem gegenüber das Überbewußtsein, sowie auch das Gehirn, erst später entstandene 'zusätzliche' Einrichtungen darstellen, die einzig überhaupt bei den höheren Tieren präsent sind. Betrachtet man sich hingegen die Präsenzen in den niederen Stufen, so erhält man eine viel spezifischere Klarheit über diese Gegebenheiten. Maßgeblich hierin ist vor allem auch, daß es eine 'eigenständige' Kraft ist, worüber sich dies als ein anteiliges Eigenständiges stellt.

Unterschieden wird das über Instinkte erhaltene Wissen der Tiere von dem individuell erworbenen Wissen. Immer wieder wird dabei darauf hingewiesen, dass viele Tiere ein instinktives Wissen besitzen, das über ihr Einsichtsvermögen weit hinausgeht. So liefert D.-R. Boullier 1737 eine Definition des Instinktbegriffs, in der ausdrücklich auf das Fehlen von Gewohnheit (»habitude«), Belehrung und Erfahrung verwiesen wird (»les Individus n'ont besoin ni de règle ni d'expérience«). Aufgrund ihrer Unabhängigkeit von Erfahrungen und Gleichförmigkeit bei allen Mitgliedern einer Art gelten die Instinkte für Boullier als eine angeborene Kunst (»un art inné«). Boullier erwägt es auch, Instinkte als eine Art von Vernunft (»une Raison particuliére«) anzusehen. Sie bilden in seiner Beschreibung insgesamt ein System von angeborenen Vermögen zur Initiation und Regulation von komplexen Bewegungsabläufen, die funktional auf die Erhaltung und Fortpflanzung von Organismen bezogen sind.

Erstaunlich und einer besonderen Erklärung bedürftig erscheinen vielen Autoren die Komplexität und zweckmäßige Voraussicht der Verhaltensweisen, die auf Instinkte zurückgeführt werden. Die Voraussicht übersteige dabei vielfach die Einsichtsfähigkeit der Tiere. So stellt D. Hume 1748 fest, dass der Instinkt den Tieren ein zweckmäßiges Verhalten ermöglicht, das den Grad ihrer normalerweise gezeigten Einsicht weit übersteigt (»which much exceed the share of capacity they possess on ordinary occasions«). Später finden sich bei G. Cuvier ähnliche Feststellungen

Das Bezugsverhältnis von Wissen und Einsicht erscheint hier fehl am Platze, jedoch handelt es sich gerade darin um den Logos, welchen ich aufbringe. Es sind natürliche Kenntnisse, die nicht erst erlangt werden, sondern in Verbindung mit dem Instinkt in Erscheinung treten. Sie bilden den Kern des Seinsbewußtseins, welches sich gegenüber dem Selbstbewußtsein auf das Seinsverhältnis als solches bezieht und es als solches vermittelt. Es ist ein sozusagen eingepflanztes natürliches Seinsverhältnis im Verbund der Selbstverständlichkeit dessen und unterscheidet sich darüber auch auf diese markante Art gegenüber dem wahrnehmungsbildenden Verständnis, welches sich über das überbewußte Erinnerungswesen bildet.

»Instinkt« und »Trieb« werden im Deutschen vielfach als synonym verstanden. Das Substantiv Trieb geht auf das Verb »treiben« (ahd. »triban«, engl. »drive«) mit der allgemeinen Bedeutung »in Bewegung setzen« zurück. Es bezieht sich ursprünglich auf das Treiben des Viehs, seit dem 16. Jahrhundert gewinnt es die allgemeinere Bedeutung »Eifer, innerer Antrieb«. Im Sprachgebrauch seit der Antike wird dem Ausdruck »Trieb« eine weitere Bedeutung als »Instinkt« zugeschrieben, insofern im Instinktbegriff die irrationale Komponente ein dominierendes Gewicht hat, beim Menschen z.B. im Sinne eines »irrational glückhaften Handelns«, die im Triebbegriff nicht vorliegen muss. Nicht jede Triebhandlung muss also eine naturhaft-irrationale Grundlage haben und insofern eine Instinkthandlung sein.

Diese Erläuterung kommt der Sache nahe, wobei es sich tatsächlich um ein synonymes Verhältnis handelt, denn zwar sind es die Triebe separat mit ihren Veranlagungen, die sich triebhaft dem Instinkt vermitteln und es sich über diesen umsetzt, jedoch sind ja die Triebe nicht das Umsetzende, sondern einzig der Instinkt, sodaß auch alles miteinander, das Triebhafte und Instinktive darüber seine Umsetzung erfährt und einzig in der synonymen Unterscheidung dies überhaupt erst ersichtlich ist. Es fehlt halt auch grundsätzlich einer substanziellen Unterscheidung des Hervorbringenden, sodaß es somit gar erstaunlich ist, wie klar diese Unterscheidung doch ist.

Im Anschluss an den älteren und umfassenderen Triebbegriff hält sich daneben aber auch die Bedeutung von »Trieb« zur Bezeichnung nicht nur der naturbedingten, dranghaften Verhaltensmotivationen, sondern gerade auch der durch Überlegung und Vernunft geleiteten. So formuliert J.G. Fichte 1800: »Die Selbstthätigkeit im Menschen, die seinen Charakter ausmacht, ihn von der gesammten Natur unterscheidet, uns außerhalb ihrer Gränzen setzt, muß sich auf etwas ihm Eigenthümliches gründen; und dieses Eigenthümliche eben ist der Trieb. Durch seinen Trieb ist der Mensch überhaupt Mensch«. Der Trieb wird von Fichte allgemein definiert als »eine innere sich selbst zur Kausalität bestimmende Kraft« und »das höchste, und einzige Princip der Selbstthätigkeit in uns; er allein ist es, der uns zu selbstständigen, beobachtenden, und handelnden Wesen macht«.

Hier dann auch die Benennung einer der mentalen Veranlagungen, welche Bestandteil meiner Darlegungen ist, nämlich die des Charakters, welcher in seiner Eigenart unverkennlich ist. Und zwar nicht nur im Bezug auf seine 'arttypische' Präsenz, sondern auch innerhalb dessen in seiner Varianz von Charaktertypen. Die 'innere sich selbst zur Kausalität bestimmende Kraft' beschreibt das Kernwesen des Selbst.

Am Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts sind die meisten Biologen und Psychologen der Auffassung, »Instinkt« sei ein wesentlich auf das Verhalten der Tiere anwendbarer Begriff. Es gibt aber auch die gegenteilige Meinung, nach der gerade der Mensch durch eine Vielzahl von Instinkten beherrscht sei. Sie wird 1890 von W. James mit der These vertreten, kein anderes Säugetier habe so viele Instinkte wie der Mensch: »no other mammal, not even the monkey, shows so large an array«. James gibt zur Stützung seiner These eine Liste von Instinkten des Menschen an. Spätere Psychologen in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts schließen sich dieser Sicht an und erweitern James' Liste (für McDougall siehe: Gefühl). So finden sich in einer Übersicht des Soziologen L.L. Bernard Hunderte von Instinkten zusammengestellt, verteilt über kulturelle Bereiche wie die des Ästhetischen, Ethischen, Ökonomischen, Intellektuellen sowie biologische wie Nahrungsaufnahme, Furcht, Spiel, Sex etc.

Gemäß der Evolution und der Stellung des Menschen darin ergibt sich zwangsläufig, daß der Mensch über mehr an 'instinktivem Potential' (die aus der instinktiven Präsenz heraus hervortreten!) verfügt, als es bei den Tieren anzutreffen ist. Der elementare Aspekt hierin ist jedoch, daß der Mensch sein Handlungswesen immer mehr ins Geistige verlagert, sodaß er darüber den Bezug zu seinen instinktiven Handlungsfähigkeiten verliert - jedoch einzig den Bezug und nicht dessen Präsenz an Kapazität. Damit sich jedoch Veranlagungen gemäß ihrer Prägung umsetzen, bedingt es auch deren An- und Verwendung, gemäß dem der Mensch auch einzig auf seinen Füßen laufen kann, gemäß dem er es umsetzt. So lebt der Mensch somit aber auch zwangsläufig mit diversen verkümmerten mentalen Fähigkeiten, da sie keine Beanspruchung erfahren.

Auch K. Lorenz betont in seinem Verständnis des Instinktbegriffs die funktionale Komponente in der Bestimmung von Instinkten: Instinkte werden im Hinblick auf den biologischen Zweck definiert, auf den sie gerichtet sind (z.B. »Beutefanginstinkt«, »Fluchtinstinkt« oder »Fortpflanzungsinstinkt«). Als Gefahr dieser »finalistischer Namen« der Instinkte sieht Lorenz einerseits die falsche Annahme eines »außernatürlichen teleologischen Faktors« in der Verursachung der Instinkte und andererseits die ebenso falsche Fiktion einer »Monokausalität« in der Auslösung von Instinkten. Die erste Gefahr bringt Lorenz mit der von ihm so genannten »vitalistischen Tierpsychologie der Jahrhundertwende« in Verbindung, in der Instinkte als nicht-kausale Naturkräfte verstanden worden seien. Der zweiten Gefahr hält er entgegen, dass Instinkte aus einem komplexen Gefüge von »Instinktbewegungen« zusammengesetzt seien und jeder Instinkt daher als eine Integration dieser einzelnen Bewegungen zu einem einheitlichen »Verhaltenssystem« verstanden werden müsse.

Hierin trifft man wiederum das typische Erachtungsmuster des Objektiven, aus dem Äußerlichen heraus die Äußerlichkeiten in Betracht zu ziehen, wie Lorenz es auch erkennt. Und wie er ebenfalls richtig erkennt, so hat man es im Inneren mit kombinierten Abläufen zu tun, derer es der Differenzierung bedingt, um zu einer Klarheit zu gelangen. Ursache und Wirkung getrennt zu erachten ist im Subjektbezug unerläßlich.

Seit den 1950er Jahren verliert der Begriff des Instinkts seine über Jahrhunderte vorhandene zentrale organisierende Funktion für die Beschreibung und Analyse des Verhaltens von Tieren. Mit der zunehmenden Kenntnis der neuronalen Mechanismen der Auslösung und Kontrolle von Verhalten schwindet die pauschalisierende Rede von »den Instinkten«. Eine Meidung des Begriffs durch Biologen stellt A. Portmann bereits 1953 fest. Versuche der Definition des Instinkts durch die vier Momente des Angeborenen, Arttypischen, Stereotypen und Arterhaltenden müssen nach Portmann nicht mehr im Detail diskutiert werden, weil eine solche Definition »als Ganzes durch die Forschung überholt worden ist und als zu einfach gelten muß«. Vor diesem Hintergrund erscheint es schon nicht mehr zeitgemäß, wenn N. Tinbergen sein Grundlagenwerk der Ethologie 1951 »The Study of Instinct« nennt.

Hiermit wandelt sich dann auch die Entwicklung darin in eine rein physische Inbetrachtziehung. Man vergißt jedoch, wie üblich den Menschen selbst, welcher nach wie vor die Verhältnisse pflegt, welche die Weisen der Geschichte in Worte gefaßt abgebildet haben. Und darin besteht auch ein wesentlicher Grund, warum ich mich derart umfangreich einzig auf die Alten beziehe, denn die Neuen haben etwas ganz anderes im Sinn, worin all dies gar nicht Inhalt ist, wie diese Worte ausreichend darlegen. Es sind jedoch nicht alle, welche sich davon wegbewegen, wie sich ebenfalls darüber darlegt!

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» Ludwig Schütz «

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Bezugnahmen seiner Ausführung:





















Ludwig Schütz bringt einen elementaren Vergleich ein, welcher ein wahrlich klares Bildnis verschafft über das geistige Verhältnis, als es irgend ein Anderes schafft, über den Geist selbst hervorzubringen. Es sind vor allem die Abgrenzungen gegenüber anderem, worüber sich überhaupt eine solche Klarheit ergibt. Konkret geht es hierin um die Unterscheidung des Instinktiven, Vegetativen und Intuitiven gegenüber dem Geistigen, sodaß vor allem aber auch darüber ersichtlich wird, über welche Kapazitäten Tier und Mensch im Vergleich verfügen und auch nicht. Man bedenke hierbei, daß der Mensch in seiner reinen Vergeistigung gerade die Kapazitäten, welche dem Tier das Geleitwerk ist, brach liegt und dies gar nicht nutzt. Und man führe sich vor allem auch vor Augen, was dieser aufgrund dessen nicht nur entbehrt, sondern ihn darüber auch von seinem Selbst trennt. So besteht das Markante gerade auch darin, daß der Mensch über die Fähigkeit des Selbstbewußtseins verfügt, jedoch sein Selbst über das rein Geistige gar nicht wahrnehmen kann, hingegen einzig das Tier, ohne über das Selbstbewußtsein zu verfügen, sein Selbst lebt, ohne es derartig zu erfahren. Auch hierin trifft man somit auf einen menschlichen Fortschritt, welcher sich von dem Entwicklungsprozeß entfernt.

Wie den Menschen, so ist es auch den jedenfalls graduell unter ihnen stehenden Thieren durch die Gunst der Natur verliehen, je nach der Verschiedenheit des Zweckes das passendste Mittel auszuwählen, es ist mit andern Worten nicht bloss dem Wirken und Walten der Menschen, sondern auch dem der Thiere der Stempel höchster Zweckmässigkeit aufgeprägt. Darum halten wir es, wenn auch nicht grade für entschuldbar, so denn doch wenigstens für begreiflich, wenn Jemand, der da einzig nur die vorgeführten Thatsachen und andere von gleicher Art ins Auge fasst, gar leicht der Vermuthung Raum gewährt, dass die auffallende Harmonie, der überraschende Einklang zwischen Mittel und Zweck, wie beim Menschen, so auch beim Thiere durch eine ihm angehörige Vernunft oder zum mindesten durch ein Vermögen bedingt und hergestellt werde, welches mit der Vernunft resp. mit dem Verstande des Menschen dem Wesen nach identisch ist. Haben ja auch die Lehrer der mittelalterlichen Schulen, an ihrer Spitze der h. Thomas von Aquin, welche doch zwischen Mensch und Thier nicht eine graduelle, sondern eine essenzielle Verschiedenheit statuirten, zur Erklärung der Thatsache, dass das Thier ähnlich dem Menschen das Nützliche und Schädliche erkennt und Beides von einander unterscheidet, dem Thiere ein eigenes Vermögen vindizirt, nämlich die sogenannte vis aestimativa oder Abschätzungsgabe, und die ihm beim Menschen entsprechende Kraft, die vis cogitativa, sogar ratio particularis d. i. partikuläre Vernunft genannt, obgleich sie freilich auch, um falschen Konsequenzen aus letzterer Bezeichnung vorzubeugen, aus- und nachdrücklich hervorhoben, dass die vis cogitativa des Menschen ebenso, wie die ihr entsprechende vis aestimativa des Thieres, nichts Anderes, als eine sinnliche und organische Kraft darstelle.

Hierin bewegen wir uns somit in einem spezifizierenden Teilbereich der Inneren Sinne (abseits des einen 'Inneren Sinnes - des Bewußtsinns', welcher die bewußtwerdende Wahrnehmung hervor bringt), gemäß deren Unterscheidung von sensus communis, phantasia, imaginato, vis cogitative, vis aestimativa, vis memorials es sich als 'allgemeingültig als solches erkannt' stellt, dem gegenüber jedoch das Hervortreten aus was(?) nicht das Händling bestimmt. Es bringt jedoch weitläufig klare Unterscheidungsmerkmale hervor, worüber sich die jeweilige funktionale Eigenart aufweist. So auch bei Schütz, bei dem es sich in seiner Ausführung auch nicht auf das Detail einer spezifizierender Trennung von Vegetativem gegenüber den individuellen Veranlagungen dreht, jedoch das Grundtypische der Unterscheidung zum Geistigen zum Augenschein bringt. So ist jedoch die Bezugnahme von Vernunft und Verstand als solches noch nicht einmal hierfür anwendbar, denn es würde voraussetzen, daß sowohl als auch der Mensch grundsätzlich danach handelt und da dieser sich geistig leitet, bzw. leiten läßt, in keiner Weise weder behaupten, noch auch nur annähernd als solches voraussetzen. Gerade darin aber steckt das unmißverständliche Anderssein des instinktiven 'animalischen' Handelns, daß es darin sich als enthalten erweist - auch hier wiederum ist man mit einem sprach-sachtechnischen Handikap konfrontiert, dem jedoch Schütz auf seine eigene Art zu entgegnen weiß, indem er sich nämlich nicht an Deklarationen festkrallt, sondern sich fast ausschließlich auf das Aufzeigen der vielfältigen Musterbeispiele bezieht, woraus man aus dem daraus Ersichtlichen den erforderlichen Nachvollzug schöpfen kann.

Es ist allerdings nicht zu läugnen, dass die Psychologie beim Menschen Vernunft und Verstand von einander unterscheidet. Allein nach den ausführlichen und tiefgehenden Untersuchungen, welche sie über das Verhältniss der Beiden anstellt, darf man den Unterschied derselben nicht in dem Sinne verstehen, als ob Vernunft und Verstand zwei der Sache nach verschiedene, zwei selbständige Kräfte der menschlichen Seele darstellten, vielmehr hat man sich unter denselben nur zwei verschiedene Seiten oder Sichtungen in der Thätigkeit ein und des nämlichen Vermögens zu denken. Und dies ist das übersinnliche Erkenntnissvermögen, so genannt, weil es in der Tragweite seiner Bethätigung über die der Sinne hinausreicht. Spricht man von ihm bloss insofern, als es intuitiv, d. h. nach Weise der ruhigen Anschauung und einfachen Vorstellung, nach Weise des Einsehens und Urtheilens, thätig ist, so nennt man es Vernunft, handelt man aber über dasselbe insofern, als es mit diskursiver Thätigkeit, d. h. in der Bewegung von einer Erkenntniss zur andern begriffen, also nachdenkend und überlegend, ableitend und folgernd, schliessend und beweisend auftritt, so wird es als Verstand bezeichnet. Die Verstandesthätigkeit steht im Range tiefer, als die Vernunftthätigkeit und ist ihr untergeordnet, weil das Ableiten und Schliessen in der ruhigen Erkenntniss und Anschauung, wie seinen Anfang, so auch sein Ende und seinen Zweck hat; wir folgern und beweisen ja, um zu einem Urtheil, zur Einsicht zu gelangen. Darum begreift es sich denn leicht, dass es Niemanden in den Sinn kommt, zu behaupten, das Thier habe zwar keinen Verstand, wohl aber Vernunft, weil man sonst dem gerechten Vorwurfe nicht ausweichen könnte, das Thier noch über den Menschen erhoben zu haben. Die Verstandesthätigkeit ist sodann auch nicht möglich ohne Vernunfterkenntniss; das Ableiten, Folgern, Schliessen und Beweisen kann ja doch nur dann stattfinden, wenn schon Erkenntnisse vorliegen und in ihrer Wahrheit klar angeschaut werden, woran die Operationen des Ableitens u. s. w. sich anlehnen sollen.

Jedoch bemüht er sich, gemäß dieser Worte, doch eine Klarheit der begrifflichen Sachlichkeit darzulegen. Hierzu möchte ich dazu einbringen, daß der Verstand sich primär darüber darlegt, daß dieser Wahrnehmung und Vorstellung auf Widersprüchlichkeiten prüft und entsprechend der sich aufweisenden Gegebenheiten daraufhin reagiert. DAS erweist sich als Kernwesen des Verstandes, dem gegenüber das nachvollziehende Verstehen sich aus dem Ersehen heraus gestaltet und damit verknüpft ist, jedoch im Erinnerungswesen stattfindet. Im primären Verhältnis des Verstandes hat man es mit einem Automatismus zu tun, welcher Bestandteil unserer Veranlagung ist, jedoch im bewußten Verhältnis des Überbewußtseins stattfindet (instinktiv wirkt, jedoch nicht über den Instinkt im Unterbewußtsein präsent ist, sondern im Überbewußtsein), worauf es sich auch bezieht, daß der Mensch grundsätzlich als (das Sein nachvollziehender) Verstandesmensch in Betracht gezogen wird. Betrachtet man sich hierzu Schütz's Worte, so verdeutlicht sich, daß es wohl eindeutig keine Klarheit gibt über beide Verhältnisse, wobei ich mich der Definierung der Vernunft entziehe, da sie des Verstandeswesens bedingt, da es nämlich des Erkennens (Ersehen -> Erkennen) bedingt und somit auf dem fußt, was das Verstandeswesen erwirkt. Und sage keiner, daß die Tiere grundsätzlich über keine Vernunft verfügen, denn ohne dies wäre kein Lebewesen überlebensfähig. Überhaupt der Sachstand, Gefahren aus dem Weg zu gehen und diesen zu entfliehen zeugt eindeutig von dieser Präsenz! Es soll jedoch hier nicht das Thema sein, denn es geht hierin im die Gegebenheit des Instinktes und des intuitiven Handelns, welches abseits des Geistigen stattfindet und darüber hat Schütz so einiges zu berichten, wie auch seine Bezugnahmen dazu noch unendlich weitere Berichte darüber aufzeigen, wie es sich darin verhält.

Wie ganz anders steht es um die Vorsorge jener Thiere für ihre zukünftige Jungen! Ohne Belehrung und Unterricht, ohne Erfahrung und Beobachtung treten sie sofort in die Aktion ein, wenn die Zeit des Eierlegens da ist, sie alle ergreifen die nämlichen Mittel und gehen dieselben Wege, und sämmtlich erreichen sie ihr Ziel, ohne dass jemals eine Korrektur ihrer vorausgetroffenen Massregeln nothwendig würde. Angesichts dieser unläugbaren Thatsache muss man wahrlich eingestehen, dass der weiseste Mensch mit aller seiner Vernunftanlage hinter jenen Thieren von ganz niederer Ordnung weit zurückbleibt. Ist aber Dies der Fall, so darf man auch die verallgemeinernde Behauptung aufstellen, dass das Thier den Menschen an Vorsicht und Klugheit in seinem Wirken übertrifft.

Einer der vielfältigen Beispiele, welche Schütz ausführt, worin sich die Gegebenheiten der Kenntnisse darlegen, welche keines 'geistigen Lehrganges' bedingen - einfach von Geburt an präsent sind und die Tiere danach handeln. Hingegen verdeutlichen seine Worte auch, daß der Mensch das Seinige darin gar nicht derart nutzt, sondern sich weiträumig darauf bezieht, was ihm die geistige Lehre (anderer!) vermittelt, sodaß er darüber kläglich versagt gegenüber den vielfältigen angeborenen Fähigkeiten, welche die Tiere naturgemäß nutzen. Leider stellt Schütz die Beispiele einzig für die Tiere dar und diese dem 'gelehrigen Menschen' gegenüber, wohingegen auch der Mensch über seine veranlagten Gegebenheiten verfügt. Tatsächlich ist es auch so, daß 'weitläufig' der Mensch völlig verloren ist, insofern man ihm die Fähigkeit nicht verschafft, denn er wird in eine Welt geboren, wo es als Unsitte gilt, instinktiv und intuitiv und somit 'nicht geistig' zu handeln. Bisher habe ich noch keine derartige Beschreibungen über den Menschen antreffen können, jedoch kann ich aus meiner eigenen Beschäftigung damit hervorbringen, daß dieser sehr wohl ebenfalls über die vielfältigsten Eigenschaften verfügt, über welche man einzig im Bezug der Tiere Bericht erstattet. Und gerade was die Fürsorge für die Nachkommenschaft betrifft, so steht der Mensch gerade darin 'weitläufig' den Tieren in nichts nach, 'weitläufig' ist sogar das Gegenteil der Fall, wenn man bedenkt, daß dies 'weitläufig' auch ihr Leben lang erhalten bleibt. Man kann den Menschen keineswegs in eine Schale werfen, wie man es bei den Tieren antrifft in ihrer jeweiligen Eigenart. Nicht umsonst bezeichnet sich der Mensch als ein Individuum, worin man nämlich auch die Individualität des Einzelnen antrifft, derart man sie bei Tieren derart nicht findet.

Wenden wir nunmehr unser Augenmerk dem Gebiete des menschlichen Handelns zu, d. i. dem Bereiche der sittlichen, der gesellschaftlichen und staatlichen Ordnung, auf dass die Berechtigung unserer Behauptung auch dorten einleuchte. Was sehen wir also dort? Um diese Frage gewissermassen in der Form von Aphorismen zu beantworten, kann man wohl sagen: Eine wunderliche Manchfaltigkeit in Sitten und Gebräuchen, in Handel und Wandel, in Lebensanschauung und Lebensführung, und all Dies nicht etwa je nach Stämmen und Völkern, sondern auch nach Staaten und Ständen, nach Städten und Dörfern, ja selbst nach Familien und Individuen; ein buntfarbiges Mosaikbild von Formen der einzelnen Staaten, welche ihrem Wesen und ihrer Einrichtung, ihrem Ursprung und Zweck, ihren Leistungen und Ansprüchen nach oftmal sehr von einander abweichen, zuweilen direkt einander entgegengesetzt sind; dazu dann noch ein stetiges Wanken und Schwanken in den Meinungen und Handlungen, ein unaufhörliches Schieben und Verschieben der gesellschaftlichen Ordnung, ein beständiges Aufblühen und Verwelken der Staaten, kurz eine nimmerrastende Fluktuation, eine quecksilberartige Beweglichkeit. So liefert denn also auch das zweite grosse Gebiet der menschlichen Thätigkeit, das der menschlichen Handlungen, den vollgültigen Beweis, dass dem Leben des Menschen in seiner breiten Entfaltung der Stempel der Manchfaltigkeit und Veränderlichkeit tief eingedrückt ist. Nunmehr käme es darauf an, diese in mehrfachem Lichte geschilderte Thatsache bis auf ihre tiefste Wurzel bloss zu legen, sie ans ihrer letzten Ursache zu erklären. Der letzte Grund derselben liegt anscheinend in der Willensfreiheit des Menschen. Und in der That lässt es sich auch nicht läugnen, dass durch sie der Mensch in den Stand gesetzt ist, sein Wollen und Begehren auf die verschiedensten Ziele hinzurichten, sich mit seinem Streben ganz beliebig in allen möglichen Richtungen, auch in der des Fortschritts oder des Rückschritts zu bewegen. Allein da der Wille eine sogenannte blinde Kraft ist, da er des Lichtes der Vernunft und ihrer Anregung bedarf, nicht bloss, um etwa auf dieses oder jenes, sondern um überhaupt auf ein Objekt seine Thätigkeit richten zu können, so ist es im letzten und tiefsten Grunde die sinnende und berechnende, die entdeckende und erdenkende Vernunft des Menschen, worauf die Manchfaltigkeit und Veränderlichkeit im Kreise der menschlichen Willensthätigkeit basirt.

Darin besteht das Kernwesen des Unterschiedes, den man den freien Willen nennt. Gegenüber Schopenhauer's und anderer Ausführungen geht es darin eben nicht um die Freiheit des Willens, denn auch dieser ist kausal im Verbund mit seinem anhängenden handelnden Wirken, sondern um die Freiheiten des Handlungswesens. Und diese expandierten sich maßgeblich über die geistigen Ideologien, welche Schütz hier anführt, denn darüber sind Wesensarten möglich geworden, welche über das rein Instinktive gar nicht gegeben sind - darin gar nicht derart in Erscheinung treten! Gerade dies löst den Menschen von seinem instinktiven Verhältnis seines Daseins und führt dazu, daß dieser sich dem auch völlig entsagt, denn die geistigen Ideologien sind im Sinneswesen gar nicht präsent, sondern einzig indirekt über das geistige Auftreten. Für instinktiv geleitete Tiere ist jegliches damit Verbunde somit auch gar nicht existent und wenn man dem Tiere einen Geldschein für die Nase hält, wird das Tier niemals darauf eingehen und auch nicht können, sowie auch deren Staaten nicht darauf beruhen, daß Einzelne sich dazu etwas geistig erdenken, sondern deren Natur darauf eingerichtet ist, demnach einzig zu funktionieren. Gerade auch hier tritt wiederum der Mensch als Individuum in Erscheinung, dem die Möglichkeit gegeben ist, sich den gegebenen Erfordernissen entsprechend einzurichten und umzusetzen. Und man denke bloß nicht, dieser täte dies aus rein geistiger Tätigkeit heraus, denn die Ideologien sind allesamt Selbstläufer und keineswegs in der Gewalt des Menschen, sodaß dieser gar nicht anders kann, als sich dem zu untergeben oder aus der Gemeinschaft seinen Ausschluß zu erfahren. Gerade hierin beweist sich in aller Deutlichkeit, daß auch der Mensch generell instinktiv handelt, denn die Gemeinschaft ist für diesen lebensbedingend - er kann ohne sie nicht existieren kann. In dem Bezug vor allem erweist sich, daß es sich keineswegs um einen freien Willen handelt, sondern dies determiniert ist auf die Erfordernisse seines existentiellen Daseins - es sich um erforderliche Anpassungen handelt. Hierzu gilt zu bedenken, daß ein denkendes Wollen für sich eine rein geistige Vorstellung ist und über die Abseitigkeit gegenüber dem Handeln die Präsenz und die Selbstläuferschaft der Ideologien beruhen.

Bei dieser Gelegenheit könnte freilich Jemand, um das soeben Gesagte in seiner Richtigkeit zu erschüttern, auf die bekannte Thatsache hinweisen, dass die Thiere einer Dressur zugänglich sind und in Folge dessen neue Fertigkeiten sich erwerben, dass man insofern also doch wohl von einem Fortschritte nach Art der Menschen bei ihnen reden dürfe. Indessen wie wahr auch die angeführte Thatsache ist, zu der an sie angelehnten Schlussfolgerung berechtigt sie nimmermehr. Bedenkt man einerseits, dass die Thiere von den Fertigkeiten, welche ihnen von dem Menschen andressirt, d. h. mit Schlägen und Schmerzen von Aussen aufgenöthigt, gleichsam mechanisch aufgepresst worden, niemals aus eigenem Antriebe Gebrauch machen, und erwägt man anderseits, dass die andressirten Fertigkeiten nicht vererbt werden und sich auch schon bei den Thieren, welche zu ihrem ehemaligen Naturzustande zurückkehren, sofort alle verlieren, wie das z. B. die wilden Pferde und Rinder Amerikas ganz deutlich beweisen, sowie auch die verwilderten Hunde, welche nicht mehr bellen, sondern heulen: so wird man nicht umhin können, einzuräumen, dass das auf einer Dressur beruhende Lernen der Thiere nur eine äussere Aehnlichkeit mit Demjenigen hat, was beim Menschen Lernen genannt wird, und dass ein eigentlicher Fortschritt, der sich nur vermittels Aufbewahrung imd Ueberlieferung des Erlernten vollzieht bei ihnen nicht möglich ist.

Zu den Musterbeispielen, welche Schütz zahlreiche aufbringt, ist auch dieses von besonderer Markantz. Man übertrage diese Inbetrachtziehung einmal auf den Menschen und ziehe dazu in Betracht, daß er regulär über sämtliche seiner instinktiven angeborenen Fähigkeiten verfügt. Worauf basiert es, daß er sich darauf bezieht, einzig das umzusetzen, was ihm durch Lehren vermittelt wird? Auf dem Verhältnis der Bestrafung! Insofern dieser nämlich sein rein Instinktives umsetzt, wird er der Strafe unterzogen, damit er sich der Gelehrigkeit gefügig macht, die man von ihm erwartet. Worauf beruht dies? Hierzu gilt zu bedenken, daß sich Schütz auf domestiziertes Pferde etc. bezieht, dem gegenüber der Mensch einem Wildpferd noch nicht einmal zur Nähe gelangen könne. Was bedeutet domestiziert? Man sagt, dem Tier würde der Wille gebrochen. Dies stellt sich äußerst fragwürdig, denn demnach würde ein Tier über einen geistigen Willen verfügen, dem gegenüber doch gerade Schütz darlegt, daß es nicht der Fall ist. Vielmehr handelt es sich darum, daß das Tier einem geistigen Verhältnis unterworfen wird, indem das Einheitswesen von Über- und Unterbewußtsein und somit dem geistigen Verhältnis und des Selbst voneinander getrennt wird - ein gespaltenes Verhältnis damit einher geht über die erlangte Gewaltherrschaft von außen, welche regulär einzig über das Selbst stattfindet. Und insofern ein Nachkomme in diese Verhältnis hinein geboren wird, erlangt es darüber auch gar nicht die Möglichkeit, sein instinktives Selbst umzusetzen. Man bedenke hierzu einmal Tiere, welche wieder in die freie Wildbahn gelangen, deren Nachkommen sich dann wieder regulär umsetzen. Dem Menschen ist ein solches nicht gegeben!

Fassen wir diesen höchst merkwürdigen Umstand scharf aufs Korn, denn er ist von der weittragendsten Bedeutung; er beweist für sich allein schon, dass die Thiere keine eigentliche Sprache besitzen. Auch beim Menschen besteht nämlich die eigentliche Sprache, das Medium, worin seine Gedanken vorzugsweise ihren sinnfälligen Ausdruck finden, nur aus artikulirten Lauten. Hierauf hat schon Aristoteles hingewiesen, indem er schreibt: 'Sprache ist die Artikulation der Stimme durch die Zunge. Die Stimme und der Kehlkopf bringen nur die Vokale, die Zunge und die Lippen aber die Konsonanten hervor, und aus ihnen, sie zusammengenommen, besteht die Sprache. Daher sprechen all diejenigen animalischen Wesen nicht, welche gar keine oder wenigstens keine gelöste Zunge besitzen'. Die unartikulirten Laute des Menschen, wie er sie z. B. beim Lachen und Schreien, beim Stöhnen und Seufzen, beim Weinen und Wimmern, beim Staunen und Sichwundem ausstösst, sind keine wesentlichen Bestandtheile der eigentlichen Sprache; sie dienen ja, wie Dies auch schon der h. Thomas von Aquin lehrt, nur den augenblicklichen Stimmungen und Regungen des Gefühls, nur den Affekten des Gemüthes und sinnlichen Begehrungsvermögens als hörbares Zeichen. Sobald aber eine Idee, ein Gedanke der Vemunft, eine Reflexion, ein Urtheil des Verstandes in einer Lautäusserung sich versinnbilden soll, wird der Laut der Stimme durch Zunge und Lippen artikulirt; und darum enthalten die Wörter und Namen, diese Grundelemente der eigentlichen Sprache, fast ausnahmslos einen oder mehrere Konsonanten. Es ist Dies gewissermassen ein Sprachgesetz; und so durchgreifend macht sich dasselbe nach Lehre der vergleichenden Sprachwissenschaft geltend, dass man aus dem Konsonantenreichthum in den Wörtern einer Sprache im Allgemeinen schon ohne Weiteres auf die geistige Entwicklung des sie redenden Volkes zurückschliessen kann. Da nun kein einziges der Thiere aus sich heraus und in unverändertem Zustande seines Naturlebens jemals ein Wort, einen artikulirten Laut zu Stande bringt, auch nicht einmal eins von denjenigen, deren Stimmapparat dem des Menschen sehr nahe kommt, da ihre sämmtlichen Laute der Konsonanten, dieser auf Denken und Ueberlegung, wie auch auf Wollen und Absicht hindeutenden Zeichen, entbehren, so ist der Schluss nicht mehr gewagt, dass die Thiere in den ihnen eigenthümlichen Lauten und Stimmen keine menschenähnliche Sprache besitzen.

Darum ist mein Bezug im Kernwesen auch die Handlungssprache, über die alle Lebewesen von Natur aus verfügen und auch untereinander verstanden wird. Dem gegenüber ist die Laut- und vor allem die Schriftsprache, die wiederum eine Präsenz der Ideologien sind, eine rein geistige Präsenz, welche des Inhaltes entbehrt, da sie nämlich einzig einen Hinweis liefert für das, was man mit ihr bezeichnet. Man spricht ihr zwar einen Sinn zu, aber doch enthält sie keine Sinnlichkeit - keine Empfindung. Auch hierin trifft man wiederum auf eine substanzielle Gegebenheit, welche einzig für das Wohlsein der Ideologien präsent ist. Und wenn man genauer die Gegebenheiten in Betracht zieht, so erkennt man darüber auch, daß es die Menschen nur schwerlich erlangen, darüber 'wahrlich' zu kommunizieren. Auch hierin tritt das Gleiche auf, wie generell bezüglich des Händlings der präsenten Veranlagungen, daß man sie außen vor stellt, des anderen - der äußeren Präsenz willens. Betrachtet man sich hierzu die Handlungsweisen eines Gegenübers gegenüber seinen Sprachgebilden, so erkennt man auch das Verhältnis seiner generellen Zwiespalt geistiger Überbewußtseinspräsenz gegenüber seines Selbst, daß das Geistige und das Instinktive beim Menschen nicht generell als Einheit einhergeht. Nimmt man hingegen dem Menschen diese Sprache, stellt sich diese Einheit automatisch her, denn hierüber gelangt dann nicht mehr das Geistige zu dem Zentrum, wie es über die Sprache geschieht, sondern sein Blick fällt dann auch die Wirkungen und Handlungen, die aufgrund der Sprachzentrierung außen vor geraten.

Ein Blick in die vergleichende Sprachwissenschaft genügt, um uns davon zu vergewissern, dass die Sprachen, welche heutzutage den mündlichen Verkehr der Menschen ermöglichen, nicht bloss nach Völkerstämmen und Nationen, sondern auch nach einzelnen Ländern und Provinzen, ja selbst nach verschiedenen Distrikten variiren, und Dies nicht etwa bloss in nebensächlichen und untergeordneten, sondern oft auch in grundwesentlichen und prinzipalen Stücken, als da sind: Deklination und Konjugation, Wort- und Satzverbindung; obgleich auf der andern Seite nicht zu verkennen ist, dass all die vielen und verschiedenen Sprachen auch mancherlei Dinge, zumal einzelne Wörter mit einander gemeinsam haben, die man dann als die Rudimente der verloren gegangenen Ursprache des Menschengeschlechtes betrachtet. Ausserdem ist wohl zu beachten, dass alle jetzt lebenden Sprachen sich erst allmälig im Laufe der Jahrhunderte gebildet haben, - bei vielen derselben kennt man ja sogar Ursprung und Alter, - und dass jede derselben immer noch in einem beständigen Flusse, in einer stetigen Entwicklung begriffen ist, zuweilen bis zu dem Grade, dass es einer verhältnissmässig nur kurzen Zeit bedarf, um aus ihrem Schosse eine fast ganz neue Sprache hervorgehen zu lassen, wie Dies z. B. bei der Sprache der Indianer der Fall ist, wenn sich von ihrem Hauptstamme einzelne Familien abzweigen.

Gerade dies kann man auch heutzutage bei den Jugendlichen entdecken, welche gemäß ihrer jugendlichen Gemeinschaften eine Eigensprache anwenden und auch die Art und Weise der Kommunikation (Handy, etc.) sich maßgeblich unterscheidet von dem, was ihnen von ihren Eltern vermittelt wird. Grundsätzlich ist das Sprachverhältnis darauf begründet, sich einander nachvollziehbar verständlich mitzuteilen und dabei spielen die Umgebungsvarianten den Kern der Angelegenheit. So ist denn auch meine Aussage dazu, daß wir zwar alle mit dem gleichen Schriftsprachschatz hantieren, jedoch dies völlig individuelle Züge trägt, wie dies im Einzelfall seine Anwendung findet. Man achte hierzu auch einmal auf das Verhältnis der reinen Lautsprache (Dialekten), worin einzig Diejenigen überhaupt die diversen Varianten verständig nachvollziehen können, welche selbst über einen dieser verfügt, hingegen Diejenigen, welche einzig die hochdeutsche Schriftsprache erfahren haben, keine dieser Dialekte überhaupt sprachtechnisch verstehen kann. Es ist somit auch nicht die Sprache, welche den Kern der Angelegenheit ausmacht, sondern die angeborene Kompetenz der kommunikativen Fähigkeit, welche es ausmacht. Indem nämlich die Handlungs- und Lautsprache über die praktisch anwendende Handlung seine Entwicklung erfährt, wird die deutsche Schriftsprache hingegen über das Auswendiglernen vermittelt - somit besteht in Letzterem auch das anzutreffende rein geistige Verhältnis, welches dem des Handlungswesens weitläufig entbehrt.

Der Instinkt ist diejenige Eigenthümlichkeit oder Einrichtung im Begehrungsvermögen eines lebenden Wesens, derzufolge es, wenn es innerhalb der von Natur aus ihm zugewiesenen Lebenssphäre sich bewegt, stets zweckmässige Thätigkeiten verrichtet, aber ohne alle vorausgehende Erkenntniss ihrer Zweckmässigkeit. Merkwürdigerweise stimmt hiemit die Definition, welche ein ungläubiger Philosoph von dem Instinkte giebt, sachlich so ziemlich überein; Ed. von Hartmann, ihn meinen wir, schreibt nämlich: 'Instinct ist zweckmässiges Handeln ohne Bewusstsein des Zwecks

Gerade darin steckt der Kern der Angelegenheit, wobei dem hinzufügen ist, daß es hierbei um die eigene Zweckmäßigkeit geht, dem gegenüber der Geist in seiner Stellung zwischen dem Innen und Außen mehr eine Diplomatische inne hat und sich darüber auch die Andersartigkeit der beiden Verhältnisse daraus ergibt. Gerade hierin ist die Stellung und somit vor allem die funktionale Präsenz des Organes Instinkt speziell in Betracht zu ziehen, welcher nämlich im Verbund mit den weiteren mentalen Veranlagungen das Selbst im Unterbewußtsein repräsentiert. Hierauf beruht diese Zweckmäßigkeit, die nämlich primär auf dem Überlebenstrieb beruht, wie überhaupt die Triebe es sind, worüber sich diese Steuerung ergibt. Es steckt im Selbst drinnen, was zu erlangen ist und was diesem gegenüber tritt, wird daraufhin überprüft und dem gemäß gewertet, inwiefern es zweckmäßig ist. Im Gegensatz zum geistigen Verhältnis der erlebten Erinnerung besteht darin von Natur aus die Fülle, worüber sich das Handlungswesen über den Instinkt umsetzt. Es bedingt hierin nicht eines Bewußten, welches einzig über das Erleben im Bewußtsinn des Überbewußtseins in Erscheinung tritt - es findet auch ohne dessen Beteiligung statt und bedingt dessen nicht, denn das Reflektivwesen ist dem Instinkt für sich gegeben - es bedingt dazu nicht, daß wir es bewußt wahrnehmen und bewußt handeln - das gilt nicht nur für Tiere, sondern dies ist die generelle Gegebenheit. Gerade die evolutionäre Entwicklung zeigt auf, daß sowohl das Gehirn, wie auch das Überbewußtsein einzig ein zusätzliches Instrumentarium ist, dessen es für die reguläre Existenz als solches gar nicht bedingt.

Unserer Definition gemäss ist also der Instinkt keine selbständige Kraft, sondern vielmehr nur eine besondere Eigenthümlichkeit oder Einrichtung, eine besondere Anlage einer Kraft oder eines Vermögens der lebenden Wesen, und nicht einmal jedweden Vermögens, sondern bloss eines solchen, welches sich als eine begehrende Kraft, als ein Begehrungsvermögen auf irgend einen Titel hin ausweist; den wahrnehmenden oder erkennenden Vermögen schreiben wir keinen Instinkt zu. Weiterhin ist zu bemerken, dass man den Instinkt nicht verwechseln darf mit dem sogenannten Trieb, welcher, wie den Begehrungsvermögen, so auch allen übrigen Lebenskräften innewohnt und den eigentlichen Grund bildet, wesshalb jede derselben sofort in Aktion übergeht, sobald das ihr entsprechende Objekt vor ihr erscheint, sich also ganz ähnlich verhält, wie etwa die Kraft eines Magneten, die da gewissermassen stets auf ein Stück Eisen lauert, um es sofort anzuziehen, wenn es in seine Nähe kommt. Bei den Begehrungsvermögen ist freilich der Trieb und der Instinkt, materiell und sachlich genommen, Eins und Dasselbe, Beide liegen sozusagen als ein einziges treibendes Agens an der Wurzel jener Vermögen, um sie zur Thätigkeit immerfort zu drängen; trotzdem besteht zwischen Beiden ein begrifflicher und formeller Unterschied. Unter dem Triebe verstehen wir nämlich bloss den natürlichen Hang und Drang des Begehrungsvermögens zur Thätigkeit überhaupt, und unter dem Instinkte eben diesen natürlichen Zug, insofern er die Thätigkeit des Begehrungsvermögens jedes Mal auf das Zweckmässige und Zuträgliche hinleitet, ohne dass aber dabei von Seiten des begehrenden Wesens eine vorherige Erkenntniss der Zweckmässigkeit und Zuträglichkeit der begehrten Sache stattfindet.

Hierin ist das Wirkungsverhältnis ein anderes, als im Überbewußtsein, worin im Geiste einzig in Erscheinung tritt, was ihm aus der Erinnerung zuteil wird und die Steuerung dessen Erscheinung in Verbindung mit der bewußten Wahrnehmung dessen einher geht. Der Instinkt beinhaltet dem gegenüber die vegetativen Veranlagungen und Triebe, dem gegenüber die weiteren mentalen Organe und deren Veranlagungen und Triebe des Unterbewußtseins (derer ich den Charakter, die Begabung und die sexuelle Konstitution aufbringe) ebenfalls ein Eigenwirken hervorbringen, jedoch sich allesamt über den Instinkt umsetzen. Dieser leitet, wie Schütz richtig aufbringt, alleinig das ausführende Handlungswesen. Es handelt sich jedoch grundsätzlich um ein reflektives Verhältnis, denn auch die innere Triebkraft kommt als solche auch einzig in Erscheinung, insofern sie keine Gelegenheit erfährt, sich automatisch umzusetzen. Es basiert somit auch grundsätzlich auf der Reflektion und bedingt somit auch der Wahrnehmung der Gegebenheiten. Da jedoch hierin kein eigenständiges Organ dazu in Betracht gezogen wird, ergibt sich eine solche Erachtung, wie sie Schütz aufbringt, jedoch diese Eigenständigkeit des Seins darin somit aber auch wieder verwirft, zumal seine Bezugnahme von 'erkennenden Vermögen' sich wohl auf die physischen Gegebenheiten der Sinne beziehen, wobei doch gerade das Sinnliche, was hierüber zutage tritt, darüber doch gar nicht in Erscheinung tritt über diese äußeren Wahrnehmungsorgane.

Lässt es sich ja sogar mit Evidenz wissenschaftlich nachweisen, dass nicht einmal eine von den sensitiven Kräften, mit welchen das Thier und der Mensch ebenmässig ausgerüstet sind, der Pflanze zukomme; denn alle Pflanzen ohne Ausnahme, die sogenannte Sinnpflanze miteinbegriffen, ermangeln vollständig des Nervensystems, dieses Substrates und Leiters, dieses Vermittlers aller Empfindung und Wahrnehmung. Demgemäss ist es sonnenklar, dass die Pflanzen höchst zweckmässige Thätigkeiten verrichten, ohne die geringste Erkenntniss von deren Zweckmässigkeit zu besitzen, dass sie nach Zwecken streben, ohne es zu wollen und zu wissen. Ist aber Dies der Fall, so bleibt zur Erklärung des zweckmässigen Wirkens innerhalb ihrer Lebenssphäre platterdings keine andere Ausflucht übrig, als anzunehmen, dass ein angeborener und natürlicher Instinkt die Kräfte der Pflanze bei der Entfaltung ihrer Thätigkeiten stets dirigire. Und so besinnen wir uns denn auch nicht lange, die Hypothese von dem Walten eines Instinktes im Lebenskreise der Pflanze aufzustellen, ja wir zaudern sogar nicht einen Augenblick, diese Hypothese für allein richtig und desshalb für objektive Wahrheit auszugeben. Den Instinkt der Pflanze nennen wir mit genauerem Namen organischen oder vegetativen Instinkt.

Schütz's Aufbringen der Pflanzen in dieses Bezugsverhältnis ist wahrlich zu bewundern, denn wo man weit und breit gar den Menschen für sich betrachtet, ohne gar seinen Ursprung im Bezug der Tiere in Betracht zu ziehen, so bilden doch auch die Pflanzen ein breites Feld der Darbietung von Lebensformen an 'Organischem'. Man möge mein Aufbringen von 'mentalen Organen' einmal mit dieser Neutralität und in dem Bezug in Betracht ziehen und sehen, daß diese Inbetrachtziehung von 'funktionalen Einheiten' eine ganz natürliche ist. Dies erfährt seine Natürlichkeit aber erst, wenn man die Präsenz and funktionalen Einheiten in ihrer generellen Präsenz als solches erfährt. So ist gerade auch der Bezug zu dem, was vor dem Leben an Entwicklungen präsent ist, überhaupt erst erleuchtend, um zu ersehen, was sich als solches darbietet. So geht es mir auch gar nicht darum, wie es sich bezeichnet, sondern vielmehr darum, es als solches, gemäß seines Erscheinens zu benennen. Und was bietet sich da passenderes an, als das Verhältniswesen gemäß dem auch hierin darzulegen, wie man es von gewohnter Seite her kennt. So achte man hier einmal auch Schütz's Aufbringen des Fehlens des Nervensystems bei den Pflanzen, welche trotz dessen ein instinktives Wirken aufweisen. Zeigt sich hierüber nicht eindeutig, daß das Instinktwesen kein Bestandteil des Nervensystems ist?

Vergleicht man die sensitiven Thätigkeiten des Thieres mit jenen Funktionen, welche der Pflanze als solcher eignen, so gewahrt man alsbald zwischen Beiden eine wesentliche Verschiedenheit. Die Lebensfunktionen der Pflanze bewegen sich ausnahmslos auf demselben Niveau, worauf auch die Thätigkeiten der leblosen Naturwesen verlaufen, insofern sie nämlich weder eine Erkenntniss liefern, noch eine solche, um selbst in die Wirklichkeit einzutreten, vonnöthen haben. Die Kräfte der Ernährung, des Wachsthums und der Fortpflanzung fordern durch ihre Bethätigung keine Erkenntniss zu Tage, und sie unterstellen auch keine solche, um in Aktion übergehen zu können. Ganz anders die sensitiven oder animalischen Thätigkeiten des Thieres. Sie zerfallen gerade in solche, welche einen sinnlichen Erkenntnissakt darstellen, und in solche, welche auf einem sinnlichen Erkennen basiren. Zu ersteren gehören die Thätigkeiten der Sinneswahrnehmung, der Phantasie, des Gedächtnisses und der Erinnerung, und zu letzteren die Thätigkeiten des sinnlichen Begehrens und der örtlichen Bewegung; ausser ihnen giebt es keine andere Art mehr von animalischen Thätigkeiten. Da nun das Thier in all seinem Begehren und in all seinen Bewegungen stets von einer sinnlichen Erkenntniss abhängt und determinirt wird, insofern es nämlich nur Dasjenige erstrebt, was es zuvor erkennt, Dies aber bei der Pflanze von keiner einzigen ihrer Funktionen ausgesagt werden kann, so gewinnt es schier den Anschein, als ob man freilich die Zweckmässigkeiten innerhalb des Pflanzenlebens ganz wohl auf die blinde Leitung eines dort herrschenden Instinktes zurückführen dürfe, keineswegs aber die Zweckmässigkeiten im Kreise des Thierlebens, wenigstens nicht alle, weil sonst am Ende nicht zu begreifen wäre, wozu dem Thiere seine sinnlichen Erkenntnissvermögen denn überhaupt dienten. Scheint es nicht wirklich, so könnte man fragen, als ob das Thier ebendesswegen gerade die Vermögen der sinnlichen Erkenntniss besitze, damit es vermittels derselben die verschiedenen Objekte seines Strebens und Begehrens erfasse, sie in Bezug auf den Nutzen oder Schaden, den sie ihm einbringen könnten, gegeneinander abwäge und dann endlich dem Begehrungsvermögen jedes Mal das bessere Gute als Ziel des Strebens vorhalte? Und wenn Dies, so bedarf das Thier wahrlich keines Instinktes, auf dass es zweckmässig thätig sei, es bedarf desselben wenigstens nicht immer, weil es sich ja wie der Mensch geriren kann, wenn er überlegt und berechnet.

Was es besagt ist, daß die Pflanze sich nicht nur nicht fortbewegen kann, da sie nicht über die erforderlichen Einrichtungen verfügt, sondern daß sie darüber hinaus auch nicht über die 'weiterführenden' wahrnehmenden Sinne der Tiere verfügen. Jedoch sind diese wahrnehmende organische Wesen und sie verfügen über ein Reflektionsvermögen, worüber sich deren Sinne darlegen. Sie sind zwar niederer Art, jedoch auch Tier und Mensch verfügt über derartige Sinne, welche jedoch einer speziellen Betrachtung bedingen, um sie in beiderseitigen Bezugsverhältnis ersichtlich werden zu lassen. Man kann jedoch über die Pflanzen schließen, daß sich darüber die Urtriebe und Urinstinkte darlegen, die man wohl rein physikalisch erachtet, aber auch darin es nicht rein daraus sich ergibt. Hierzu gilt es jedoch, zunächst sich einmal in das Feld der Mineralien zu begeben, um darin seine Klarheit im Ganzen zu erlangen, wie die Prinzipien dessen sich darüber in aller Deutlichkeit darlegen. Es ist das reflektive Verhältnis der Wirkungen und die Wesensart der Einheitswesen, welches sich darüber darlegt, wie es im Grund funktioniert und sich das Weitere auch gleichermaßen darauf aufbaut und sich ineinander koordiniert. Die Wesensart der Substanz der Einheiten und das Koordinationswesen treten miteinander im Verbund auf und dies gilt es als solches zu ersehen.

Dass nun die Pflanzen bei all diesen und ähnlichen Vorgängen mit zweckmässiger Auswahl verfahren, Dies verdanken sie der besondern Anlage oder Einrichtung ihrer vegetativen Vermögen, welche ja sämmtlich den Charakter eines Begehrungsvermögens tragen, sie schulden es ihrem vegetativen oder organischen Instinkt, dem, zufolge sie sich in der angegebenen Weise bethätigen müssen Gleichwie nämlich die Kraft des Magneten von Natur aus so geartet und geordnet ist, dass er sich zufolge derselben an Eisenstücken jedes Mal wirksam erweist, allen anderen Stoffen gegenüber aber vollständig indifferent bleibt und absolut nicht anders aufzutreten vermag: so sind auch die Pflanzen durch den ihren Vermögen anhaftenden natürlichen Instinkt genöthigt, beim Entfalten ihrer Wirksamkeit stets das ihnen Nützliche zu ergreifen und zu verwerthen, das ihnen Schädliche aber zu vermeiden. Der Magnet erkennt das Eisen als solches nicht, wie er ja überhaupt Nichts erkennt, und dennoch greift er es immer richtig aus all den Dingen heraus, welche in seine Nähe gebracht werden, weil er sich mit seiner Kraft zufolge der ihr eigenthümlichen Natur gewissermassen nur in einem Schienengeleise bewegen und darum nicht in die Irre gehen kann. Ebenso treffen auch die Pflanzen stets richtig ihre Wahl unter all den Stoffen, von denen sie umgeben sind, ohne das ihnen Nützliche oder Schädliche als solches zu erkennen; sie können die Thätigkeit ihrer Vermögen nicht anders, als im Geleise und in der Richtung des ihnen einwohnenden Instinktes sich abspielen lassen, und der ist stets auf das ihnen Nützliche und Förderliche hin, von dem ihnen Schädlichen aber abgewendet. Mit diesem Seitenblick auf das Gebiet der Pflanzen haben wir die gesuchte Erklärung für die erste Serie zweckmässiger Thätigkeiten der Thiere schon gefunden; wir brauchen das über die Pflanzen Gesagte einfach nur, mutatis mutandis, auf die Thiere zu übertragen.

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Herbert of Cherbury

public domain from https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Edward_Herbert_1st_Baron_Herbert_of_Cherbury_by_Larkin.jpg

. (lat. /1633)

translated by Meyrick H. Carré, Bristol 1937

» Eisler's Philosophen-Lexikon «:

H, ist der Begründer des englischen Deismus, des Standpunktes der »Naturreligion«. Er gründet die letztere auf den »consensus gentium«, die Übereinstimmung der Menschen, die auf den Besitz allgemeiner Begriffe, »communes notitiae« hinweist, in welchen sich die Grundwahrheiten darstellen. Diese Begriffe sind Bedingungen der Erfahrung, also eine Art A priori. Es gibt einen »instinctus naturalis«, dem allgemeine, übereinstimmende Begriffe entspringen. Der »Naturinstinkt« ist die erste der seelischen Fähigkeiten; sie entfaltet sich allmählich nach den Objekten hin und hat eine antizipatorische Funktion. Die »notitiae communes« liegen in jedem normalen Menschen, von der Natur uns eingepflanzt (»restat, ut in nobis a natura describantur et ut, ista lege, explicentur.... notitiae communes«). Es gibt vier Arten der Wahrheit: 1) »veritas rei« als Übereinstimmung des Dinges mit sich selbst, 2) »veritas apparentiae«, Übereinstimmung der Erscheinung mit dem Ding, 3) »veritas conceptus«, Richtigkeit der Auffassung, 4) »veritas intellectus«, logische Richtigkeit. Zu den allgemeinen Wahrheiten gehören auch die sittlichen Grundsätze und endlich die religiösen Grundwahrheiten, die durch Aberglauben, Priestertrug usw. vielfach entstellt sind.

Prioritätenprinzip der Wahrheiten:

1. die gegebene Wahrheit einer Sache selbst;
2. die Wahrheit der Erscheinung;
3. die Wahrheit der Auffassungsgabe;
4. die Wahrheit des Verstandes.

Prioritätenprinzip der Fähigkeiten (facultates):

1. der natürliche Instinkt (instinctus naturalis);
2. der innere Gemeinsinn (sensus internus);
3. die äußeren Sinne (sensus externis);
4. der Wechselbezug der Fähigkeiten untereinander (discursus).

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INTUITION

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Intuition (altgriech. adroa epibole, lat. intuitio, intuitus, ital. intuizione, frz./engl. intuition) - schlagartig auftretende Erfassen des Ganzen eines Erkenntnisgegenstandes (auch Bauchgefühl, Innere Stimme, über-sinnliches Erkenntnisvermögen). Gegensatz: diskursiv - stufenweise voranschreitende Erkenntnis. Die Intuition ist erfahrungsunabhängig und führt zu apriorischen (Er-)Kenntnissen (scientia intuitiva), welches zur Hervorbringung keinerlei Sinneserfahrung voraussetzt.

Bezugsdifferenzierung:

(intuitiv) Intuition ↔ Intellekt (discursiv)

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(Dissertation )

Die Intuition ist ein bedeutsames Phänomen pädagogischer Tätigkeiten. Pädagogisches Handeln bedarf in hohem Masse nicht nur wissenschaftlicher Kompetenz, sondern auch der Intuition. Pädagogisch tätige Personen müssen also fähig sein, ihr berufliches Handeln auch durch Intuition leiten zu lassen. Das aber ist eine Sache von pädagogischen Grundausbildungen, was bedeutet, dass Konzepte vorhanden sein müssen, damit pädagogisch tätige Personen Erfahrungen mit ihrer eigenen Intuition machen können. Da dies bis heute nicht der Fall ist, müssen solche Konzepte geschaffen werden.

Sandra Weihs

(Magisterarbeit )

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Carl Gustav Jung

» Stangl, W. (2019) über Carl Gustav Jung. «

Das Unterbewusstsein ist der Sammelbegriff für alle Ursachen, die zwar auf unser Handeln wirken, aber durch das Ich-Bewusstsein nicht wahrgenommen werden können. Dabei handelt es sich bei dem persönlichen Unterbewussten beispielsweise um Vergessenes, Verdrängtes, um unterschwellig Wahrgenommenes, abgewehrte Triebe, Fixierungen und Programmierungen, um eingespielte Verhaltensabläufe, frühkindliche Prägungen und latente Begabungen. Das kollektive Unterbewusste ist ein Sammelbegriff für die genetisch verankerten Voraussetzungen des psychologischen Funktionierens und die Gesamtheit der allgemeinen Erfahrungs-, Verhaltens, und Entwicklungsmöglichkeiten. Es ist für den Menschen recht einfach festzustellen, wann das Unterbewusstsein Impulse zum Handeln gibt. Wann immer es nach außen durchbricht, wird die ICH-Bewußtseins-Kontinuität gestört. Das bedeutet. dass der Mensch in diesem Augenblick selbst ein diskontinuierliches Handeln fühlt. Dies ist nicht verwunderlich, da der plötzliche Handlungsimpuls nicht von ihm selbst kommt. Wenn also in einem Gespräch ein bestimmtes Wort fällt, auf welches man plötzlich unangemessen emotional reagiert, so kann man unter Umständen davon ausgehen, dass hier das Unterbewusstsein reagierte; offenbar wurde durch das Wort ein wunder Punkt angesprochen. In der analytischen Psychologie wird eine solche Abweichung des Verhaltens als Komplex bezeichnet. Die Erforschung der Komplexe ist der Königsweg zum Unterbewussten.

Das ICH ist jene Instanz der Persönlichkeit, die der Träger des Bewusstseins. von Außen-, und Innenwelt und der eigenen Identität ist. Obwohl uns das ICH am vertrautesten ist, ist nichts so schwierig, wie das ICH zu verstehen. Das ICH versucht, sich in dieser Welt zu orientieren; dies geschieht besonders durch vier Hauptfunktionen: Sinneswahrnehmung, Denken, Fühlen, Intuieren. In der Regel hat ein Individuum nur eine oder zwei Grundfunktionen ausreichend ausgebildet, so dass die Persönlichkeit unausgereift bleiben muss. Menschen, die besonders den Sinneswahrnehmungen und dem Denken verhaftet sind, bezeichnet Jung als extrovertierte Menschen. Die gegenteiligen Menschen, die Introvertierten, basieren hauptsächlich auf Fühlen und Intuition. Eine Bewusstseinserweiterung ist demnach immer eine Differenzierung und Ausgestaltung der bisher verkümmerten Funktionen. Des Weiteren wird das ICH von zwei anderen grundlegenden Fähigkeiten gebildet: der ICH-Stabilität und der ICH-Flexibilität. Die ICH-Stabilität dient der Abgrenzung, Ausschließung und Unterscheidung. Sie kann Überhand nehmen in ICH-Verkrampfung und ICH-Starre. Die ICH-Flexibilität ist für die Offenheit gegenüber neuen Einflüssen verantwortlich, um sich wandeln zu lassen. Eine Übersteigerung endet in ICH-Desorientierung und ICH-Auflösung.

Das Selbst ist das Zentrum der ganzen Persönlichkeit und somit die zentrale Steuerungsinstanz, die mit dem Augenblick der Befruchtung der Eizelle wirksam wird und alle Entwicklungsprozesse strukturiert. Die Entwicklungsmöglichkeiten, die im Selbst als Potenz angelegt sind, hängen in ihrer Realisierung von Umwelt und Gesellschaftsverhältnissen ab, besonders aber von der Beschaffenheit des Ich-Bewusstseins. Von seiner Fähigkeit, sich dem Selbst gegenüber zu öffnen, hängt der Verlauf dessen Entwicklung ab. Das Ich ist der bewusste Vertreter des Selbst, sein Auge, mit dessen Hilfe das Selbst sich selbst erkennen kann. Das Selbst kann sich identifizieren mit Tieren, Kristallen und den Sternen. Es ist der Gott in uns.

Individuation heißt, zu dem zu werden, der man wirklich ist, und meint einen Differenzierungsprozess, der die Entfaltung aller Fähigkeiten, Anlagen und Möglichkeiten eines Individuums durch stufenweise Bewusstwerdung und Realisierung des Selbst zum Ziel hat.

Bei der Ich-Werdung liegt der Schwerpunkt auf der Differenzierung der individuellen Persönlichkeit. Bei der Geburt trennt sich das ICH vom Selbst. Dieser Zustand der Trennung wird im Leben des Menschen zunächst dadurch überwunden, dass er sein Selbst in andere Menschen hineinprojeziert. Sei es beispielsweise die Mutter, der Klassenlehrer oder der Nationsführer. Das Selbst in seiner vorgeburtlichen Einheit wird bei der Geburt in seine polaren Gegensätze aufgespalten, meist ohne die Aussicht, im Laufe des Lebens auch wieder vollständig integriert zu werden. Denn in seiner Entwicklung ist der Mensch immer gezwungen, sich seiner sozialen Umgebung anzupassen; dies geht immer auch auf Kosten von sehr positiven Anlagen, die aber in der Außenwelt nicht gewürdigt oder toleriert werden. Um seine Entwicklung zu schützen, werden die von außen unerwünschten, aber zum Selbst gehörenden, Anlagen negativ 'geladen' und ab diesem Zeitpunkt gemieden und abgewehrt.

C. G. Jung unterscheidet in 'Psychologische Typen' vier Bewusstseinsfunktionen, nämlich Denken, Fühlen, Empfindung und Intuition. Bei jedem Menschen dominiert in der ersten Lebenshälfte eine der vier Funktionen. Mit der dominierenden Funktion richtet sich der Mensch im Leben ein. C. G. Jung nennt sie 'superiore Bewusstseinsfunktion'. Diese wird unterstützt durch eine auxiliäre Funktion. Die beiden anderen Funktionen sind mehr oder weniger unbewusst. Sie bilden daher die unbewusste Disposition zu den beiden bewussten Funktionen und werden minore Funktionen genannt. C. G. Jung unterscheidet zwischen wertenden und wahrnehmenden Bewusstseinsfunktionen. Wertend sind Denken und Fühlen. Denken wertet in Begriffen richtig und falsch, Fühlen nach 'angenehm' und 'unangenehm'. Demgegenüber werten Empfindung und Intuition nicht sondern nehmen wahr. Die Empfindung nimmt mit den Sinnesorganen die Welt wahr wie sie ist, die Intuition die verborgenen Möglichkeiten, die in den Dingen liegen. C. G. Jung unterscheidet aber nicht nur unter vier Bewusstseinsfunktionen sondern auch zwischen zwei Bewusstseins-Einstellungen, zwischen Extraversion und Introversion. Der extravertierte Mensch orientiert sich in erster Linie an der Aussenwelt, an den äußeren Bedingungen und Normen, am Zeitgeist, an dem, was gerade 'in' ist, der introvertierte Mensch primär an seinen psychischen Bedingungen, an seiner Innenwelt mit ihren Bildern und Symbolen. Daraus ergibt sich eine differenzierte Klassifizierung inextravertiertes Denken, extravertiertes Fühlen, extravertierte Empfindung, extravertierte Intuition, introvertiertes Denken, introvertiertes Fühlen, introvertierte Empfindung, introvertierte Intuition.

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SUBSTANZ

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Um die Gegebenheit der Substanz aufzuzeigen, gemäß dem ich es bereits in meinem ersten Buch aufbrachte, gilt es mir vorab den Kern der Angelegenheit zu veranschaulichen. Dieser besteht auf der Gegebenheit des Raumes, dessen Präsenz auf der substanziellen Erfülltheit beruht. Während dem gemäß ursprünglich im Philosophischen ein Substanzverhältnis von Leib und Seele und damit verbunden auch eine Scheidung von Materiellem und I(m)materiellem einher ging, entwickelte sich hingegen in der aufkommenden Wissenschaft ein zunächst scheidendes und dann doch zusammenführendes rein materielles Substanzverhältnis von Energie und Materie. Im Nebeneinander dieser beiden Prinzipien und dem Anspruch des verbindens verfiel zunächst das philosophische Prinzip aufgrund der Anforderung i(m)materieller Substanz, dem gegenüber des weiteren auch das wissenschaftliche Prinzip und somit das Allgegenwärtige, welches zum Grundsatz des Maßstabes wurde, indem man in der Atomisierung letztendlich anerkennen mußte, daß die als solche manifestierte materielle Substanz überhaupt nicht darin auffindbar ist.

Hierzu ein kurzer Abriss der Verwicklungen und jeweiligen Zerwürfnisse, die sich in den Neuerungen immer wieder ergaben. Friedrich Lange hat dies in Kurzfassung in seiner » Geschichte des Materialismus « recht präzise dargelegt.

Der Mißstand, mit welchem man hierin konfrontiert wird, basiert auf dem Unverständnis gegenüber der Funktionsweise der Wahrnehmung, welche einzig Wirkungen verarbeitet und somit darüber einzig Wirkungen hervortreten können und zwar gleichermaßen im Menschlichen, wie auch im Technischen, sodaß darüber einzig dies überhaupt als solches in Erfahrung gebracht werden kann (was nur Einzelnen bekannt ist)! So erfährt man auch den erfüllten Raum, bzw. die Substanz des erfüllenden Raumes einzig indirekt über die Wirkungen, jedoch kann das, was den Raum erfüllt selbst nicht ersichtlich gemacht werden, da es keine Wirkung ist! Und auch die wahrnehmbaren Wirkungen selbst sind die Auswirkungen im Verhältnis von Werden, Sein und Vergehen, welche auf dem zugrundeliegenden Wirkwesen beruhen (man beachte hierzu die Sprache, worin etwas nur ist, wenn es 'dem entsprechend' ist!). Im Verbund des Absoluten von Raum und Zeit, raumausfüllender Substanz und Wirkwesen ergibt sich das Relative des inhaltlichen Ganzheitswesens.

Das ist auch der Grund, warum sämtliche meiner Beschäftigungen sich primär auf die der Funktionalität beziehen, worüber sich die Prinzipien aufzeigen, wohingegen das sich darüber wahrnehmbar Aufweisende als solches vergänglich ist. Und darüber zeigt sich, daß die Substanzen des Einheitswesens, gemäß dem wir sie wahrnehmen und darüber als solche erfahren, keineswegs aus sich selbst heraus hervorgehen, sondern sich gemäß der Prinzipien über ihr dem entsprechendes Werden, Sein und Vergehen ergeben. So zeigt sich hierüber vor allem auch, daß es keineswegs nur zwei Bestandteile sind, woraus sich das Ganze bildet (die raumausfüllende Substanz und die Bewegung), sondern wie sich darüber aufzeigt, daß alles einzig auf Reaktionen beruht, daß das Bewegende das ist, was alles miteinander stattfinden läßt. Um was es sich dabei handelt, zeigt sich in seiner eigenständigen Präsenz über die funktionalen Prinzipien. Als maßgebliches Prinzip erweist sich hierin das der Waage (Ausgewogenheit), welches auf dem Verhältnis von Bewegung und Unbeweglichkeit beruht - jegliches Dasein (innerhalb des Ganzen) sich in einer solchen Gegebenheit ('zwischen' links-rechts, hell-dunkel, ...) befindet.

Betrachtet man sich dem gegenüber das reguläre menschliche Verhältnis, so ist diesem hingegen die Beschäftigung und der Umstand damit marginär, denn er pflegt von Grund auf ein Substanzverhältnis gemäß seines regulären Handlungswesens, was sich vor allem über das Subjekt-Verb-Objekt-Verhältnis in der Sprachsubstanz darlegt. Hingegen ist diesem die Substanz keine rein Objektbezogene, wie es die Substantive aufweisen, die keineswegs auf rein 'Materielles', sondern auch die Wirksubstanzen als solches benennen und man darüber erfährt, daß es weder der philosophischen, noch der wissenschaftlichen Scheidung entspricht! Das Bezugsverhältnis von Substanz erweist sich grundsätzlich als eine relative, gemäß der jeweiligen Erachtung. So trifft man es denn auch an, daß in der Naturwissenschaft einzig das als substanziell existent gilt, was den Augen ersichtlich gemacht werden kann, dem gegenüber die Augen doch einzig Reflektionen des Lichts wahrnehmen können. Dem Menschen wiederum ist das Gras nach wie vor Grün, obwohl er doch des anderen belehrt wird. Man bedenke somit auch grundsätzlich, daß des Menschen Umgang nicht die des Philosophen oder Wissenschaftler ist, denn er ist in seiner Funktionalität dazu eingerichtet ist, zu funktionieren innerhalb seines Selbst(verständnisses), dem gegenüber das Gelehrtenwesen keinerlei Rücksicht daraufhin aufweist - im Gegenteil. Wie der Mensch und damit verbunden sein Selbst funktioniert, ist mir hingegen die zentrale Bewandtnis meines Aufbringens, denn weder liegt es in des Menschen Hand, die Einrichtung seiner Funktionalität zu ändern und auch würde jegliche Art der Veränderung das kollektive Kompendium seiner dem entsprechenden Funktionalität berauben, gemäß dem es sich auch derart ausbreitet über die manifestierenden Ideologien. Man spricht von fortschrittlichen und rückständigen Kulturen, jedoch hat man noch nicht erkannt, was das Hinfortschreiten überhaupt bedeutet, das man hierin antrifft. Es ist ein entfernen vom Sein und so bildet meine Beschäftigung mit dem Selbst auch den entsprechenden Gegenpol.

So gelangte ich zu diesem Verhältnis über die Beschäftigung mit der substanziellen Beschaffenheit des Bewußtseins - des substanziell sich aufweisenden Selbst, worin die Präsenz rein über seine Wirkungen erfahrbar ist, jedoch nicht als eine gemäß des Körperlichen entsprechenden Substanz. Dem gegenüber erweist sich jedoch diese substanzielle Präsenz als Wirksubstanz, da hieraus Wirkungen hervortreten und darauf Einwirkendes Reflektionen erfährt, sodaß sich darüber vor allem aufweist, daß dies zwar einer anderen Art unterliegt, als das man es im Physi(kali)schen antrifft, jedoch das Physikalische sich substanziell darin unterscheidet, daß es dem gegenüber den Augen ersichtlich gemacht werden kann. Entscheidend darlegend, wie es sich damit verhält, war hierin jedoch vor allem der Sachstand, daß die Wirkungen von außen eindringend sich im Inneren weiter umsetzen und gleichermaßen die Wirkungen von innen nach außen hin sich umsetzen, sodaß sich gerade darüber darlegte, daß eine derartige grundlegende substanzielle Scheidung gar nicht besteht, sondern dieses Substanzverhältnis sich gemäß des Verhältnisses der Wahrnehmung voneinander unterscheidet. Man erachte hierzu das ursprüngliche Verhältnis von Leib und Seele, worin die Seele das bezeichnet, was das Leben ausmacht. So ist das Körperliche, was man heute als Physis erachtet, das beides Beinhaltende, dem gegenüber sich das davon scheidet, was nicht beides beinhaltet, gemäß dem sich mir nicht nur wahrnehmungsgemäß, sondern auch sachtechnisch sich somit auch das davon unterscheidet, was sich mir als Bewußtsein darlegt. Dem gegenüber können auch einzig die inneren Sinne das hervorbringen, was in diesem Inneren stattfindet, wohingegen den äußeren Sinnen dies aufgrund der Einrichtung ihrer Funktionsweise nicht zugänglich ist.

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» Isidor von Sevilla «

» Isidori Hispalensis episcopi etymologiarum sive originum libri XX «
» Book XI «
Latin text by W. M. Lindsay
published by Oxford University Press, 1911


Verlag: Weidmann

Drei Gegenstände sind es, um die sich das theologische Hauptwerk des Is. dreht, wie wir soeben erkannt haben: Gott, Welt, Mensch. Kehren wir von hier zum Ausgangspunkt unserer Untersuchung zurück! Auch in den Origines erkannten wir dort ein System. Nach der Einleitung, die die Artes liberales in der alten Weite zum Inhalt hat, folgt in ihnen zunächst die Lehre von Gott, dann die vom Menschen. Diese Ausführung von Gott enthält nicht nur die biblischchristliche Religion in der oben untersuchten Form, sondern auch die Ablehnung der griechisch-römischen durch die rationalistische Auflösung ihrer Götterwelt (B. VI-VIII). Die Lehre vom Menschen aber nimmt ihren Ausgang von seiner anthropologisch-physischen Seite und endet mit seiner Anatomie und Physiologie, um auf sie die Zoologie folgen zu lassen (B. IX, XI-XII). An diese Lehre von der von Gott geschaffenen lebenden Natur schließt sich die von der sog. toten Natur, während die Bücher XV-XX von den Beschäftigungsarten der Menschen reden. Drei Gruppen nehmen wir auch hier deutlich wahr, die sich gleichfalls um die drei Gegenstände: Gott, Welt, Mensch einen, wenn es Is. auch nicht gelungen ist, den Aufbau mit voller Klarheit und Schärfe durchzuführen. Denn hier stießen zwei wesentlich verschiedene Auffassungen an einander. Die Sententiarum libri betrachten, wie die Bibel überhaupt, prinzipiell nur das Verhältnis der Menschen zu Gott bzw. umgekehrt das Gottes zu den Menschen. Die Natur, an sich gewiß auch wertvoll, tritt dem gegenüber zurück. Die ganze griechisch(-römische) Auffassung dagegen sieht umgekehrt erst auf die Natur, dann auf den Menschen; denn der Mensch gilt ihr wesentlich nur als Teil der Natur. Is., der in den Origines aus seiner führenden Quelle die griechische Denkweise als Christ mit der christlichen Lehre verbindet, geht darum nach der Lehre von Gott (im Anschluß an die Bibel) vom Menschen und seiner Verbreitung über die Erde aus, und läßt die Natur als solche an die zweite Stelle treten, ist aber eben darum nicht imstande gewesen, eine einheitliche Disposition klar durchzuführen. Während er aber in den Sententiarum libri das religiöse Leben zum Gegenstände der Darstellung macht, nimmt er hier neben jenem das gesamte weltliche Leben zum Inhalt. Insofern ergänzen sich beide Werke noch einmal in einem höheren Sinn zur Einheit, zu einer Darstellung des Gesamtlebens und seiner theoretischen Erfassung. Als solche enthalten sie die wissenschaftliche Hauptarbeit des Is., zu der seine anderen Schriften mehr oder weniger Ergänzungen bilden.

Zugleich ergibt sich hieraus die Bedeutung und der latente Zweck, dem Is. mit seinen Arbeiten gedient hat. Er war der christlichen Kirche von ganzem Herzen ergeben und erkannte ihre Lehre als absolute Wahrheit und Norm für Leben und Sterben an. Doch erkannte er auch den Wert der alten Kultur und verschloß sich ihr nicht in stumpfer Zurückgezogenheit und Weltferne. Aber dieser Gesamtauffassung einen einheitlichen Ausdruck zu geben, dazu war er nicht imstande. Er stand zu sehr unter dem Eindruck der gewaltigen Persönlichkeit Augustins und seiner Geschichtsphilosophie, die die Verschiedenheit der christlichen und der griechisch-römischen Denkweise zu dem Gegensatz der Civitas divina und der Civitas terrena sive diaboli verschärft hatte, ohne daß er sich ihm jedoch voll angeschlossen hätte. Denn die Civitas terrena war für ihn nicht ganz ohne Wert, nicht bloß des Teufels; das bezeugt eben die Arbeit, die er ihr gewidmet hat. Aber diese verborgene Auffassung zu einer klaren Geschichtsphilosophie zu vertiefen, wie es Justin und Clemens von Alexandria getan hatten, und damit auch die griechisch-römische Kulturentwickelung und insbesondere ihre Philosophie unter den Gesichtspunkt einer göttlichen Erziehung des Menschengeschlechts zu stellen, der Gedanke ist ihm nicht gekommen und hat ihm bei seiner Grundauffassung zweifellos auch fern gelegen. Aber ein dunkles Gefühl von ihr hat ihn doch geleitet, wie es sich auch in der Wertung seiner Arbeiten durch die Zeitgenossen verrät, und bei seinen großen Nachfolgern, namentlich bei Alkuin, zu immer klarerer Auffassung durchbrach, wenn dieser in der Verbindung und Pflege der klassischen Bildung mit der christlichen Lehre die Kulturaufgabe der Kirche sah, die zu einer um so höheren Vollendung führe, als Christi Weisheit höher sei denn die der Akademie. In dieser Hinsicht ist Is. einer der intellektuellen Hauptträger der ersten Renaissance in Karls des Gr. Weltreich geworden. Doch Jahrhunderte lang blieb diese Auffassung wesentlich nur ein Unterton in der von Augustins Geschichtsphilosophie beherrschten Gedankenrichtung, bis sie in der zweiten Renaissance durch den Humanismus und in den ethischen Wertungen der Reformation eine vollere Anerkennung fand und in der Folge darum von neuem in voller Klarheit hervortrat.

» Die Enzyklopädie des Isidor von Sevilla (2008) «
Marix Verlag
» Lenelotte Möller «
» Rezension von Cardellede Hartmann «


Truth from Words
Verlag: Cambridge University Press


Verlag: De Gruyter


Nach der Pariser Handschrift und den Monseer Fragmenten
Verlag: De Gruyter
» «


Quellen und Forschungen zur Sprach- und Kulturgeschichte der Germanischen Völker
» Bd. 1. Textkritische Ausgabe der ersten Fassung Buch I - X (1974) «
Bd. 2. Textkritische Ausgabe der zweiten Fassung Buch I - VI (1982)
sowie des Buches XI in Kurz- und Langfassung

» Bd. 3. Wortschatz. Register der deutschen Glossen und ihrer lateinischen Bezugswörter (1995) «
Verlag: Walter de Gruyter

Vollständiges lateinisch-althochdeutsches Wörterbuch
zur althochdeutschen Isidor-Übersetzung
()

Institut für deutsche Sprache und Literatur (DAWB)
» «

Lateinisches und Romanisches aus den Etymologiae des Isidorus von Sevilla ()
(Forschungen zur griechischen und lateinischen Grammatik 9)
Untersuchungen zur lateinischen und romanischen Wortkunde
Lexikalische Untersuchungen zu den Etymologiae des Isidorus von Sevilla

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Isidor von Sevilla ()
Sein Leben, sein Werk und seine Zeit
Verlag: J. P. Bachem
Original: Justo Pérez de Urbel: San Isidoro de Sevilla. Su vida, su obra y su tiempo (1945)
deutsche Übersetzung von

Die historisch-geographischen Quellen in den etymologiae des Isidorus von Sevilla

» Band 2 - Textausgabe und Quellenangabe (1913) «
Verlag: Weidmann

» Isidor-Studien () «
Verlag: Beck

» Die Lagerung und Verbreitung der Handschriften des Isidorus von Sevilla () «
Verlag: Beck


Das Bild der Geschichte in der Enzyklopädie Isidors von Sevilla (S. 1-62)
Verlag: Böhlau

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Summarium Heinrici



Verlag: Walther de Gruyter


Werkentstehung, Textüberlieferung, Edition
Max Niemeyer Verlag

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» John Locke «

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An Essay concerning Humane Understanding (Book II - 1695)

» Of our complex Ideas of Substances «

» Power and Substance «

Locke bringt ein außergewöhnliches Verhältniswesen auf, welches sich grundlegend von dem aller anderen unterscheidet. Er folgt hierin dem Verhältnis dessen, was die Wahrnehmung vermittelt. Und darin trifft er nachvollziehbarerweise nur auf einen Bestandteil, welcher über die Wahrnehmung hervortritt und nennt es Power. Er ersieht die Gegebenheiten, wie sie sich dem Menschen über die Wahrnehmung vermitteln und bringt damit den Kern der Bewandtnis des Verständnisses über die Substanz auf. Wie er aufzeigt, ist das, was wir als wahrnehmende objektbeziehende Substanzen erachten, in seinem Grundstock des Wahrnehmenden nichts anderes, als das durch die Wirkungen Erfahrene, dem man dies zuschreibt. Stellt man dem meine Beschreibung dazu, daß die Wahrnehmung nichts anderes hervorbringen kann, als Wirkungen, dann kann man sich vor Augen führen, wie klar und Einzigartig seine Sicht auf die Gegebenheiten doch sind. Auch wenn er in seiner Ausführung nicht alles dem Verhältnis zuschreibt und es als solches offen läßt, so ist doch seine Prinzip, welches er auch sprachlich prädestiniert dafür eindeutig. Sonderbarerweise hat er dieses Thema gar nicht gesondert in einem eigenen Kapitel verfaßt.

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()

Die Wissenschaft betrachtet die Gegenstände der Außenwelt nach zweierlei Abstraktionen: einmal ihrem bloßen Dasein nach, abgesehen von ihren Wirkungen auf andre Gegenstände oder unsre Sinnesorgane; als solche bezeichnet sie dieselben als Materie. Das Dasein der Materie an sich ist uns also ein ruhiges, wirkungsloses; wir unterscheiden an ihr die räumliche Verteilung und die Quantität (Masse), welche als ewig unveränderlich gesetzt wird. Qualitative Unterschiede dürfen wir der Materie an sich nicht zuschreiben, denn wenn wir von verschiedenartigen Materien sprechen, so setzen wir ihre Verschiedenheit immer nur in die Verschiedenheit ihrer Wirkungen, d.h. in ihre Kräfte. Die Materie an sich kann deshalb auch keine andre Veränderung eingehen als eine räumliche, d.h. Bewegung. Die Gegenstände der Natur sind aber nicht wirkungslos, ja wir kommen überhaupt zu ihrer Kenntnis nur durch ihre Wirkungen, welche von ihnen aus auf unsre Sinnesorgane erfolgen, indem wir aus diesen Wirkungen auf ein Wirkendes schließen. Wenn wir also den Begriff der Materie in der Wirklichkeit anwenden wollen, so dürfen wir dies nur, indem wir durch eine zweite Abstraktion demselben wiederum hinzufügen, wovon wir vorher abstrahieren wollten, nämlich das Vermögen Wirkungen auszuüben, d.h. indem wir derselben Kräfte zuerteilen. Es ist einleuchtend, daß die Begriffe von Materie und Kraft in der Anwendung auf die Natur nie getrennt werden dürfen. Eine reine Materie wäre für die übrige Natur gleichgültig, weil sie nie eine Veränderung in dieser oder in unsern Sinnesorganen bedingen könnte; eine reine Kraft wäre etwas, was dasein sollte und doch wieder nicht dasein, weil wir das Daseiende Materie nennen. Ebenso fehlerhaft ist es, die Materie für etwas Wirkliches, die Kraft für einen bloßen Begriff erklären zu wollen, dem nichts Wirkliches entspräche; beides sind vielmehr Abstraktionen von dem Wirklichen, in ganz gleicher Art gebildet; wir können ja die Materie eben nur durch ihre Kräfte, nie an sich selbst, wahrnehmen.

Die Gegenstände der Natur sind aber nicht wirkungslos, ja wir kommen überhaupt zu ihrer Kenntnis nur durch die Wirkungen, welche von ihnen aus auf unsere Sinnesorgane erfolgen, indem wir aus diesen Wirkungen auf ein Wirkendes schließen. Wenn wir also den Begriff der Materie in der Wirklichkeit anwenden wollen, so dürfen wir dies nur, indem wir durch eine zweite Abstraktion (richtiger durch eine notwendige Dichtung, eine mit psychischem Zwang eintretende Personifikation) demselben wiederum hinzufügen, wovon wir vorher abstrahieren wollten, nämlich das Vermögen Wirkungen auszuüben, d.h. indem wir derselben Kräfte zuerteilen. Es ist einleuchtend, dass die Begriffe von Materie und Kraft in der Anwendung auf die Natur nie getrennt werden dürfen.

Wie man den Worten von Helmholtz entnehmen kann, so war (ihm) bekannt, daß man über die sinnliche Wahrnehmung ausschließlich Wirkungen wahrnehmen kann, jedoch erachtet man die Wirkung einzig im Verbund mit der materiellen Substanz. Elementar ist hierin, wie dieser anmerkt, der 'psychische Zwang', den ich dem gegenüber als Objektzwang ersehe, gemäß meiner Erläuterung in meinem Buch zum Ursprung des Materialismus.

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» Ludwig Büchner «

Kraft und Stoff - Dreizehnte Ausgabe - 1874

(Dreizehnte Ausgabe - )
sowie auch bei » Zeno «

Force and Matter


Force et Matière


Forza e materia


Fuerza y materia

Fuerza y materia

Mâdde ve Kuvvet

Mâdde ve Kuvvet

Kraft och Materia


Was die Beschäftigung mit der substanziellen Infragestellung betrifft, so war mir das Nebeneinanderstellen des wissenschaftlichen Materie-Energie-Verhältnisses mit dem Kraft-und-Stoff-Verhältnis die leitende Beschäftigung damit, worüber es das menschlich-Körperliche und das Bewußtsein in seiner Differenziertheit der Präsenz zu klären galt. In der Beschäftigung der Ganzheitlichkeit in dem Bezug kam ich grundsätzlich nicht umhin, die verfügbaren Kenntnisse anderer zu nutzen. Es war Büchners Schrift, welche mir in ihrer Inhaltlichkeit und vor allem auch der aufbringenden Klarheit den Grundstock bildete zur Aufklärung, in Verbindung mit der anschließenden Infragestellung, inwiefern hierin die Kraft das Bewegende sei und/oder Substanz. Das Entsprechende erläutere ich in meinem Buch, worin es um die Unterscheidung von 'ist Substanz' und 'hat Substanz' geht. Auch hierin trifft man wiederum auf eine sprachliche 'Vorbildung', worin diese Unterscheidung als solche nicht gegeben ist und somit, wie weitläufig, sich das Sprachverhältnis als eigentliches Handikap erweist.

Mittlerweile bin ich diesbezüglich auf » Leibniz « gestoßen, welcher eine spezifische Separierung der Bewegung als prinzipielle eigenständige Präsenz in Betracht zog, worin dieser statuierte, daß die antreffende Bewegung rein auf der Reaktion beruht und nicht aus sich selbst hervorgeht. In seiner fokussierenden lebenslangen Beschäftigung mit der Unterscheidung/Vereinbarung von Körper und Materie sieht dieser jedoch nicht, daß er die Antwort von Anbeginn in Händen hält und stattdessen der Unendlichkeit der Suche nach dem Anderen verfällt (und somit eigentlich dem Selbigen verfällt, wie die Wissenschaft in ihrer Gefolgschaft der materiellen Substanz).

Dieses Prinzip stellt sich gemäß dem Meinigen konträr zum angewandten wissenschaftlichen Prinzip, worin die Substanz des Einzelnen (das Atom) die Eigenschaft beinhaltet und das Gesamte auf der Erfülltheit durch das Einzelne beruht. In meinem bisherigen Sichten kann ich nur einen Bezug finden, wo man die Gänze als Wirkkraft in Betracht zieht, nämlich im Göttlichen, jedoch nicht im Räumlichen!

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Ernst Haeckel

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Max Planck

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Vortrag in Florenz (1944)

Meine Herren, als Physiker, der sein ganzes Leben der nüchternen Wissenschaft, der Erforschung der Materie widmete, bin ich sicher von dem Verdacht frei, für einen Schwarmgeist gehalten zu werden. Und so sage ich nach meinen Erforschungen des Atoms dieses: Es gibt keine Materie an sich. Alle Materie entsteht und besteht nur durch eine Kraft, welche die Atomteilchen in Schwingung bringt und sie zum winzigsten Sonnensystem des Alls zusammenhält. Da es im ganzen Weltall aber weder eine intelligente Kraft noch eine ewige Kraft gibt [...] so müssen wir hinter dieser Kraft einen bewußten intelligenten Geist annehmen. Dieser Geist ist der Urgrund aller Materie. Nicht die sichtbare, aber vergängliche Materie ist das Reale, Wahre, Wirkliche - denn die Materie bestünde ohne den Geist überhaupt nicht - , sondern der unsichtbare, unsterbliche Geist ist das Wahre! Da es aber Geist an sich ebenfalls nicht geben kann, sondern jeder Geist einem Wesen zugehört, müssen wir zwingend Geistwesen annehmen. [...] Damit kommt der Physiker, der sich mit der Materie zu befassen hat, vom Reiche des Stoffes in das Reich des Geistes. Und damit ist unsere Aufgabe zu Ende, und wir müssen unser Forschen weitergeben in die Hände der Philosophie.

Den gegenwärtigen Zeitgeist aufzuzeigen, erweist sich am treffendsten über Planck's Worte, die vermitteln, daß man von dem Fortschreiten darin nicht abzulassen gedenkt, um dem vorausgehenden Prinzip des Seins darin weiterhin zu folgen. Ein Verhängnis, dem letztendlich alle Ideologien unterliegen und darin untergehen, daß sie die Infragestellung des Urprinzips von Grund auf außen vor stellen. Hierzu gilt es darüber hinaus zu bedenken, daß man einst das Prinzip, daß einzig existiert, was den Augen ersichtlich gemacht werden kann, dazu diente, um sich von der Mystik abzugrenzen. Man erachte einmal seine Worte in Verbindung mit den Meinigen, worüber sich darlegt, daß sie sich genau darin letztendlich über den stattfindenden Bumerangeffekt einschließen. Man achte einmal darauf, was sie alles nicht beinhalten und man kann es ersehen, wie klein ihre Welt doch geworden ist, in welcher sie ins Universum hinaus gelangen, jedoch nicht in das innere Selbst. So ist es auch kein Wunder, daß der Zeitgeist darin es mit sich bringt, daß sie sich auch der Psyche gegenüber letztendlich gänzlich ausgrenzen und den Menschen gar nicht mehr als Inhalt aufweisen, sondern einzig ihr außenstehendes Präsentarium. Gerade sie, welche dem Inneren das Äußere zugesprochen hatten, haben genau hierin, wo sich das Sein über das Selbst im Selbst aufzeigt, dieses Innenleben von Grund auf ignoriert. Nicht, weil sie nicht wollen, sondern nicht können, aufgrund ihrer prinzipienbedingenden Gefangenheit.


(Neuauflage )

Die Aufgabe des physikalischen Weltbildes kann man in doppelter Weise formulieren, je nachdem man das Weltbild mit der realen Welt oder mit der Sinnenwelt in Zusammenhang bringt. ... Zweitens ist es aber höchst bemerkenswert, daß, obwohl der Anstoß zu jeder Verbesserung und Vereinfachung des physikalischen Weltbildes immer durch neuartige Beobachtungen, also durch Vorgänge in der Sinnenwelt, geliefert wird, dennoch das physikalische Weltbild sich in seiner Struktur immer weiter von der Sinnenwelt entfernt, daß es seinen anschaulichen, ursprünglich ganz anthropomorph gefärbten Charakter immer mehr einbüßt, daß die Sinnesempfindungen in steigendem Maße aus ihm ausgeschaltet werden - man denke nur an die physikalische Optik, in der vom menschlichen Auge gar nicht mehr die Rede ist - daß damit sein Wesen sich immer weiter ins Abstrakte verliert, wobei rein formale mathematische Operationen eine stets bedeutendere Rolle spielen und Qualitätsunterschiede immer mehr auf Quantitätsunterschiede zurückgeführt werden.

Hierin steckt der Kern dessen, was sich aus der Physik heraus entwickelte, nämlich das Sein abseits der menschlichen Wahrnehmung zu ergründen - das Bestreben reiner Objektivität. Und wie seine Worte darlegen, so entfernt sich diese über das Prinzip der Mathematik, welche selbst substanzlos ist und einzig die Quantität einer Unterscheidung hervorbringt. Das Resultat dessen ist die Verwerfung der bestehenden Kategorienlehren, grundlegend der strickten Trennung zwischen Subjekt und Objekt; die Beständigkeit der Kräfte; der absolute Raum und auch die Zeit. Alles miteinander wird einer neuen Ordnung unterworfen.

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Norbert Wiener

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» Cybernetics Or Communication And Control In The Animal And The Machine Norbert Wiener « (1948)

deutsche Übersetzung:
Kybernetik. Regelung und Nachrichtenübertragung im Lebewesen und in der Maschine (1948)

Information ist Information, nicht Materie oder Energie.

Kein Materialismus, der dies nicht zugibt, kann heute überleben.

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Jochen Fahrenberg

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Leib und Seele Konzeptvarianten

Fahrenbergs Ausschnitt über das kategoriale psycho-physische Verhältnis zeigt in Kurzfassung die wesentlichen heutigen Differenzierungen auf, welche in Anwendung sind. Dieser stellt damit verbunden aber auch die Kernsituation und -frage in den Raum:

Falls das Gehirn-Bewusstsein-Problem kein Scheinproblem ist, müssten unterschiedliche Auffassungen auch Konsequenzen für die Empirie haben. Diese naheliegende Hypothese ist bisher noch kaum untersucht worden. ... Die sehr ausgedehnte Diskussion des Gehirn-Bewusstseins-Problems während der vergangenen 50 Jahre mit Hunderten von Publikationen hat zwar viele Vorschläge und Einwände, jedoch keine weithin überzeugende Konzeption erbracht. ... Der Pluralismus der Auffassungen ist unübersehbar, bedeutet eine wechselseitige Relativierung und zugleich einen wissenschaftstheoretisch unbefriedigenden Zustand.

Wie man generell dem Sachverhalt entnehmen kann, so hängt es primär am unüberwindlichen Substanzdualismus, was mir aufgrund dessen auch zum Kern der Beschäftigung wurde, denn ohne die Aufklärung des Einheitswesens kann nur ein derartiges geteiltes Weltendasein in Erscheinung treten. Als Ursache der allgemeinen Situation erweist sich hierüber auch das Mißverhältnis darin, daß man Wahrnehmung und Wirkung nicht als Einheit zu erlangen erreicht, da man die Präsenz an Vorstellungen und Sprache nicht als davon differenzierende Projektion ersieht (theoretisch schon, jedoch wendet man es in der Praxis nicht an, worin nämlich das Geistige trotz der Kenntnis das Maß der Dinge ist!). Darüber zeigt sich auch, daß es immer wieder die Ideologien sind, welche das Maß der Dinge sind, derer man sich anpaßt, um nicht außen vor zu stehen.


Eine Systematik der Kontroversen

S. 29: "In wieweit kann die innere Erfahrung, die anderen Menschen unzugänglich bleibt, also nicht oder kaum überprüft werden kann, überhaupt zu einer Wissenschaft beitragen?

S. 482 - Holzkamp: "Als Zustand der Desintegration und Zersplitterung in eine Vielzahl von unverbunden nebeneinander stehenden Theorien bzw. theoretischen Minitrends; und als Isolation und Desintegration der verschiedenen Gegenstandsaspekte, wodurch Phänomene wie Wahrnehmung, Denken und Motivation jeweils für sich erforscht (bestenfalls nachträglich äußerlich in Beziehung gesetzt) werden, was teilweise bis zur Einfriedung in separate Teildisziplinen, wie Wahrnehmungspsychologie, Denkpsychologie und Motivationspsychologie geht: durch diese Ausblendung des Zusammenhangs können auch die Einzelphänomene nur mehr oder weniger einseitig und verzerrt erfasst werden.

S. 763: "Eine Theoretische Psychologie nach dem Vorbild der Theoretischen Biologie oder Physik ist nicht zu erwarten. Die kategorial grundverschiedenen Bezugssysteme der empirischen Psychologie sind, falls dieses Feld nicht dogmatisch beschränkt wird, eine Besonderheit der Wissenschaften vom Menschen.

S.584 - Werner Traxel: "Für die Entstehung und den Aufbau einer Wissenschaft reichen große Gedanken und große Entdeckungen nicht aus. Die Leistungen einzelner Genies, deren Namen später in den Geschichtsbüchern stehen, sind für die Wissenschaft oft oder meistens nur beschränkt tauglich, weil sie schwer verständlich, fragmentarisch oder widersprüchlich sind oder teilweise exotisch anmuten, jedenfalls den wissenschaftlichen Aufnahmebedingungen nicht genügen. Wenn aber an einem solchen Werk doch einiges dran ist, das - aus der augenblicklichen Situation gesehen - irgendwie zukunftsträchtig erscheint, so findet sich alsbald eine Gruppe professioneller Wissenschaftlicher zusammen und macht sich an die Arbeit, indem sie dieses Werk sichtet und prüft, kommentiert, modifiziert, urechtschneidet und mit anderem amalgamiert, bis es schließlich eine Gestalt angenommen hat, in der es vor der wissenschaftlichen und auch vor einer breiteren Öffentlichkeit präsentabel ist und von dieser akzeptiert werden kann.

Über Fahrenberg erhält man einen weiträumigen Überblick über die systemische Entwicklung der Psychologie und zeigt in aller Klarheit das sachliche, wie konstruktive Uneinheitswesen darin auf. Im Gegensatz zur Philosophie, worin sich nach wie vor diverse Leitlinien bilden, gilt hierin das Bestreben wissenschaftlich-empirischer Grundlage als das zu Erlangende, wobei eine Einheit in keiner Weise sich bildet und selbst die deklarations- und sprachmäßige Substanz mehr auseinanderdriftet, als sie zusammenfindet. Vor allem aber bildet es sich in individueller personell pragmantischer Orientierung. Dem gemäß haben sich die Anwendungen und Inhalte sich sogar immer mehr voneinander getrennt. Es besteht hierin vor allem auch ein konträres Prinzip, innerhalb derer selbst, wie auch den anderen Fachrichtungen gegenüber, worin die Verknüpfungselemente mehr Schein als Sein eines Verbindenden darstellen.

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S. 18: Die innere Empirie besteht in dem Auffassen des in uns Gegebenen, schlechthin als eines Gegebenen. Sobald zu diesem Auffassen hinzukommt ein Hineintragen in das Gegebene von etwas, was sich nicht als Gegebenes findet, ein Denken und Halten desselben durch Verstandes- und Vernunftbegriffe, ist die Erkenntnis nicht mehr eine bloß empirische.

Man beachte einmal das Fundamentale seiner Aussage, worin dieser sich auf die Vorgänge abseits des Geistes bezieht. Der Geist bildet gemäß seines funktionalen Konstruktes ein Eigenständiges ab, welches sich grundlegend von dem unterscheidet, was abseits dessen stattfindet (siehe Idea: Plato/Locke). Maßgeblich ist hierin, und das gilt es mir auch darzulegen, daß darin sehr wohl eine Empirie gegeben ist, jedoch aufgrund dessen, daß man unablässig in Anbetracht des Geistes die Gegebenheiten abseitig dessen in Betracht zieht, dies auch nicht ersehen wird. Dies basiert auf der Inakzeptanz des Seinenden. So sind letztendlich auch die geistigen Entwicklungen letztendlich nichts anderes, als der Gegenpol der Akzeptanz des durch die Wahrnehmung Gegebenen. Auch hierin trifft man somit auf das Prinzip der Waage und darüber kann man sich einmal den Grundsatz der Entwicklung und somit auch der Evolution vor Augen führen, die darauf beruht, einem entstandenen Ungleichgewicht sein Gleichgewicht zu verschaffen.

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WEITERES

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Friedrich Albert Lange

» Geschichte des Materialismus (1866) «

Die Welt wird vom Menschen aus erklärt;
nicht der Mensch aus den allgemeinen Naturgesetzen.

Passende Worte Lange's, die zwar Sokrates gelten, dem gegenüber mein Aufbringen jedoch ein grelles Licht aufleuchten läßt in seinem Urkern der Bewandtnis des Generellen darin - und nicht nur im Bezug der Wahrnehmung. Das Verständnis für das Sein kann man 'einzig' gemäß seines Selbstverständnisses erlangen. Und so trifft man in der Entwicklung fast ausschließlich auf Spekulationen, derer es notwendig ist, sich 'als Kontrast' damit zu beschäftigen, jedoch in seinem Prinzip vom Sein (und dem Selbst) wegführt.

Über Lange's » zusammenfassende Ausführung « zur damaligen Gegenwart erfährt man nachvollziehbar auch die Gegebenheit, welcher dem Materialismus den Boden unter den Füßen versanden ließ, auf dem sie ihre Atomistik aufbauten und zwar bereits ausgehend Epikur's Darstellung. Das Prinzip löst sich nämlich in dem Sachstand der bedingenden Klärung der Konsistenz der Substanz in Wohlgefallen auf, um gemäß den Verhältnissen der Bewegung zu sein. Gerade darin liegt auch das Elementare, was sich über meine Aufklärung darüber richtet, daß die Substanz nicht dem entspricht, was wir über die Wahrnehmung kennen. Markant ist dem gegenüber, daß der Mensch in seinem Grund den Kern der Sache erkannt hat, daß die Metaphysik (das darüber Hinausgehen über das direkt Wahrnehmbare) unabdingbar ist, um in seiner zielgerichteten Bedingung zum Verständnis des Seins zu gelangen.

Und noch etwas vermittelt sich ganz deutlich über Lang's Inbetrachtnahmen: der Materialismus tritt gar nicht so deutlich in Erscheinung, wie man sich dies vorstellt. Weitläufig muß man gar in seinen Worten danach suchen (obwohl er es bezugnehmend benennt), um es daraus zu ersehen, aber er bringt es auch weitläufig immer wieder auf den Punkt:

Vorzüglich müssen wir hier auch der Medizin gedenken,
die ja heutzutage gewissermaßen die Theologie der Materialisten geworden ist.

Hierzu gilt zu bedenken, daß in der Philosophie eine abspaltende Erachtung eines Materialismus über die Abtrennung der Seele vom Körper zustande kam und somit über die Bedingung des Gegenteiligen. Betrachtet man sich die Beschreibungen in Verbindung mit dem Sitz der Seele der alten Griechen, dann verdeutlicht sich, daß eine solche Trennung regulär gar nicht bestand. Der reguläre materialistische Substanzbezug kommt hingegen aus dem subjektiven Bezugsverhältnis des 'Greifbaren' heraus (ergreifen -> begreifen). Aus diesem Objektbezug (-> Objektivität!) heraus entstand auch das Verhältnis des 'aus diesem Hervortreten' der Wirkungen. Es ist der abtrennende subjektive Bezug zum Objekt, worüber es sich ergibt. Der eigentliche sich ausbreitende Materialismus entsteht somit auch mit dem kulturellen Organisationsgut, worin man Substanzen (Greifbarem) festgelegte Werte und Eigenschaften zumißt und gleichzeitig Substanzlosem Substanz verschafft, ausgehend von den Statuten und Ideologien. So ist ja auch der schriftliche Vertrag ein solcher materialistischer Bestand und steht der handlungsmäßigen Vereinbarung seitdem in Konkurrenz. Das Händlingsgebahren der Einheit oder Trennung des Menschen Einheit erweist sich somit auch als Bildnis der jeweiligen Präsenz des Generellen darin, wobei es sich im Mystischen gegensätzlich verhält. Die heutige Wesensartsbetrachtung des Materialismus entwickelte sich in einer schrittweisen Kontinuität und fand seine endgültige Form im Verhältnis des 18. Jahrhunderts und den mechanistischen Seinsbetrachtungen, welche durch die neuzeitlichen Atomisten wiederum dem Zerfall unterliegt.

In Lang's Beschreibungen erfährt man ausführlich das Wirken der Kämpfe, worin die Reformation sich nicht nur als eine Trennung der Einheit der Religion aufweist, sondern vor allem auf dem Materialismus in seiner Verbindung mit dem Atheismus seine Zentralstellung einnimmt. Gerade in diesen Bezügen trennte sich auch die Seele vom Leib und die Seele bekommt ein ganz anderes Bezugsverhältnis - sie steht fortan zwischen dem göttlichen und materialistischen Prinzip und was wir in der Gegenwart im Seelenbezug erfahren, ist die daraus entstandene völlige Auflösung von beidem! Dies zeigt sich unübersehbar im Wandel der sprach-sachlichen Bezugnahme, weg von der Seele, hin zum Bewußtsein, Geist und Gehirn, worin die Seele letztendlich gänzlich außen vor gerät, da sie im Gehirn nicht anzutreffen ist! Wie überall zeigen sich auch hierin die Mechanismen der Ideologien als die Vorherrschenden, welche über das wahre Sein zu herrschen bedingen, die den Entwicklungen des Hinwegbewegens unterliegen, um auf tiefgründigeren Verständnisse angeblich fußend dann doch das Selbst darüber zu verlieren. Nicht umsonst hat die römisch-katholische Kirche im 19. Jh. ihr Gestaltwesen zurückversetzt in den Stand des Mittelalters und darin eingemauert. Es gilt abzuwarten, inwiefern die andere Seite ebenfalls erkennt, in welches abgrundtiefe Verhältnis ihre Wesensart sie treibt.

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Dr. Johannes Müller

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Ein spezieller Bestandteil, welcher die Funktionsweise im Überbewußtsein vermittelt, ist die Gegebenheit, daß in der geistigen Vorstellung einzig Ver(sinn)bildlichungen erscheinen und keinerlei Empfindungen/Gefühle darüber hervortreten. Man achte einmal auf die Worte von Johannes Müller, wie er den Sachstand beschreibt, gemäß dem es allgemein erachtet wird: "Die Hemnisphären des grossen Gehirns zeigen beim Anstich und Anschneiden selbst keine Empfindlichkeit. Der Ort des Gehirns, wo die Empfindungen zu Vorstellungen gestaltet, die Vorstellungen aufbewahrt werden, um gleichsam als Schatten der Empfindung wieder zu erscheinen, ist selbst nicht empfindlich." Markant ist hierin, daß selbst Diejenigen, welche die substanzielle Gegebenheit der Empfindungen ergründen, nicht den Widerspruch erkennen, wonach einerseits der Geist die Wahrnehmung hervorbringt, jedoch gleichzeitig seine Vorstellung keine Empfindungen. Hiermit es der Inhalt gemeint, gemäß dem sich Müller's Darlegung sich als prädestinierend stellt, daß ein Solches gar nicht darüber hervor tritt! » Lang bemerkt hierzu «:

Wäre das Nachdenken des Forschers ganz auf den Vorgang des Denkens, Fühlens, Wollens gerichtet, so würde der Gedanke am nächsten liegen, das Überströmen der Erregung von einem Teil des Gehirns auf den andern, die fortschreitende Auslösung der Spannkräfte als das Objektive des psychischen Aktes zu betrachten, und nicht nach Wohnsitzen der verschiednen Kräfte zu suchen, sondern nach den Bahnen dieser Strömungen, ihren Zusammenhängen und Verbindungen.

Wie wahrlich doch seine Worte sind. Der entscheidene Punkt ist jedoch, daß die Wirkungsverläufe mit punktuellen Gradierungen zusammenfallen und nur bei der Erfassung von beidem sich einzig Klarheit ergibt. Sowohl, als auch bedingt es der kombinierten berücksichtigenden Ergründung, ist jedoch von außen und im Gehirn nicht anzutreffen (die Lokalisationstheorie wurde bereits vor 100 Jahren verworfen und führt nach wie vor ihr Scheinwesen fort!), sondern einzig über das Innenerleben, worin man eben keine örtliche Untersuchung und Differenzierung in Betracht zieht.

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Mariko Fuchs

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In der Dissertation von Mariko Fuchs über die Pädagogik des Zenmeisters zeigen sich spezifisch die Grundlagen des Buddhismus, welche in ihrem Kern darin besteht, eins zu werden/sein mit Buddha (dem Sein). Als Hinderungsgrund und somit, was einen davon trennt, wird die Sprache gesehen, welche eine Trennung von Subjekt und Objekt bewirkt. Dem gemäß sind die Übungen auch dahingehend eingerichtet, einerseits den Geist vollständig an die Körperlichkeit zu binden in denken und handeln (eins zu werden darin), andererseits das subjektive Sprachverhältnis aufzulösen. Dies bildet die Grundlage zur Hinführung der Auflösung jeglichen Differenzierungsverhältnisses, worüber die Erleuchtung und somit die Erfahrung der Einheit erlangt wird.

Im Buddhismus hat man den Bezug, welcher mir die Grundlage bildet, um das reguläre Bezugsverhältnis zum Einheitswesen des Seins zu praktizieren, gemäß des Abtrennungsverhältnisses geistiger Vorstellung und Sprache. Hierin besteht meine gängige Handhabe, die bewußte Wahrnehmung auf das Verbundwesen des Seins einzurichten und den Geist darauf einzustellen, abgrenzend zur sprachlichen Anwendung. Hingegen löse ich das Subjekt-Objektverhältnis nicht auf, sondern weite mein Bewußtsein gemäß des Wirkungsverhältnisses aus (was dem entspricht) und begebe mich darüber hinaus in ein Jeweiliges hinein, um es aus diesem selbst heraus zu erfahren/erleben. Das Subjektive der Wahrnehmung (nicht die des Geistes!) ist Grundlage der Orientierung, ohne die es sich stellt, wie ohne Orientierungssinn da zu stehen.

Man vergleiche dem gegenüber einmal die entgegengesetzte Anwendung des Wissenschaftlichen, worin man das Subjekt(ive) zu eliminieren sucht, weil man davon ausgeht, daß der Mensch das Subjektive hervorbringe - grundsätzlich und einzig subjektiv sei - nur der Geist könne Objektives hervorbringen. Gerade über diese Gegensätzlichkeit zeigt sich, wie es sich tatsächlich damit verhält.

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Rudolf Steiner

(Nachdruck )

Steiner beschreibt hierin, wie der (buddhistische) Werdegang zu gestalten ist. Es ist die Meditation oder auch innere Einkehr genannt, worüber das Einheitswesen des Selbst im Verbund mit dem Sein hervortritt und somit auch ein anderes ist, als die Vergeistigungen ' projizierend gestalten' (man achte darauf, daß er auch beim inneren Selbst vom Geist- und Gedankenbezug spricht, er dies jedoch gemäß der Gegebenheit sachlich differenziert: "... Gedanken, die in ihm aufsteigen ... geistige Augen und Ohren zu entwickeln ..."). So bezieht dieser sich auch auf Erkenntnisse der höheren Welten, wobei es sich im eigentlichen Sinne um den Verbund mit dem Sein über die inneren Sinne gegenüber dem Wissen des Geistes und dem Verständnis des Verstandeswesens handelt. In seinen Beschreibungen der Erlangung wird es entsprechend deutlich, wie es sich damit verhält. Elementar ist gemäß des Buddhismus die Erlangung der Auflösung des Subjekt-Objekt-Verhältnisses.

Hierin beschreibt er einen elementaren Aspekt, nämlich die darüber stattfindende Auflösung des Wirkungsverbundes von Wollen, Fühlen und Denken (psychisch, wie physisch), welcher regulär rein reflektiv in seinem Verbund stattfindet aufgrund der ausgrenzenden Differenzierung des Selbst vom Nicht-Selbst. In meinem Verhältnis ergibt sich über die (Er)Kenntnis der Differenzierung der Funktionalität eine solche Trennung über das bewußt trennende Händling dessen im Verbund mit der Selbstbeherrschung. Maßgeblich ist auch hierin das Verhältnis zur Außenwelt, worin es sich hingegen über das pflegende Einheitswesen gestaltet.

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Julia Trompeter

(Inauguraldissertation )

Über diese Dissertation erfährt man den Ursprung des Trennungsverhältnisses von Physis und Psyche, worin Galen gemäß Erasistratos und Herophilus nicht das Herz, sondern das Gehirn, gemeinsam mit dem Rückenmark, als die Quelle und den Ursprung der Nerven im Körper gelten (wobei weitläufig das Gehirn als erweiterter Teil des Rückenmarks angesehen wird!). Damit verbunden ordnet dieser ebenfalls, gleich seiner Vorgänger, die Wahrnehmung und den Willen dem zu. Dem gemäß wird hierin zwischen Wahrnehmungs- und Bewegungsnerven unterschieden. Hier zeigt sich auch der Ursprung, worin die Vorstellung des Einheitswesens der Nervenreize auf das Verhältnis von Wahrnehmung und Vorstellung übertragen wurde, sodaß sich darüber das Bildnis dieser Einheit darüber ausbildete. Es entstand somit nicht erst viel später in der Bezugnahme zum Geist, sondern wie sich hierin aufweist, bereits zu jener Zeit. Es erweist sich beiderseits jedoch als ideologische Anforderung eines monistischen Zentrums.

Dies zeigt sich vor allem auch über die Beschreibungen der diversen Vorstellungen über die Seele und deren Sitz, welche einst vorherrschten, worin maßgeblich die Seelenteilung vertreten war. Herausragend sind hierin vor allem Plato's praktische Widerlegungen gegen eine monistische Präsenz, welche nicht der funktionalen Repräsentanz entspricht. So zeigt die weitere Erörterung der Seelenverhältnisse auch das Grundproblem an, welches durchweg durch den geschichtlichen Werdegang in Widersprüchlichkeiten verfällt, nämlich das in Einklang bringen der Einheit von Substanz und Wirkung, welches speziell durch die aufkommende Anatomie der Physis unmöglich gemacht wurde, vielmehr dafür sorgte, daß die Gegebenheiten immer mehr der Physis zugeordnet wurden, da hierin 'scheinbar' dies gegeben ist (gemäß dem Prinzip: was man nicht ersichtlich machen kann, kann man auch nicht be-/widerlegen!).

Die zahlreichen Musterbeispiele zeigen auf, daß einst wie auch heute noch einzig Wirkungen und Auswirkungen in Betracht gezogen werden. So sind es hierin z.B. die Triebe oder auch der Zorn, aber keine Infragestellung, was dies (instrumental) hervorbringt. Zwar wird die Logik aufgebracht, daß es nicht das Eine der Seele sein kann, das die Variationen hervorbringt, jedoch wird hierin keinerlei Aspektierung einer instrumentalen Funktionalität vorgenommen. So sind auch die Verortungen der Seele weitläufig von zwiespältiger spekulativer Art, einerseits zwar auf Organe bezogen, jedoch nicht im Sinne physischer Organe. Auch hierin zeigt sich speziell das voneinander Abgrenzende. Man erfährt hierüber die weitläufigen Verfänglichkeiten, welche mit dem substanziell zu erfassenden Einheitswesen einhergehen, was Galens' Ausspruch auch verdeutlicht: "Wenn die Seele unkörperlich ist, dann ist das Pneuma, wie man sagt, ihre erste Behausung, wenn die Seele aber ein Körper ist, so ist dieses Pneuma selbst die Seele.".

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(Magisterarbeit )

Nehmen wir einmal an, Sie sitzen gerade in einem Zimmer und beginnen nun dieses Kapitel zu lesen. ... Spüren Sie den Druck an den Füßen, der Rückseite der Oberschenkel, dem Gesäß und dem Rücken, der durch die Sitzmöglichkeit hervorgerufen wird? ... Betrachten Sie die Farben und die Oberflächenbeschaffenheit der Dinge um sie herum! Befinden sich Geräusche in Ihrer Umgebung, Gerüche im Zimmer, die durch ein geöffnetes Fenster oder den Türspalt dringen? Ist es kalt oder doch eher angenehm warm? ... Betrachten Sie bitte erneut die soeben gelesenen Sätze! Die Verwendung dieser Begrifflichkeiten soll hier mit einem Weltbild in Konnotation gesetzt werden, welches als naiver Realismus bezeichnet wird. Diesem liegt eine Spaltung zwischen Subjekt und Objekt zugrunde, die in der Überschrift dieses Kapitels Sie und die Welt bereits angekündigt worden ist. Diese Weltsicht beruht auf der Vorstellung einer Trennung des eigenen Selbst, des Subjekts von den Objekten, die die Außenwelt um einen herum darstellen. Diese Objekte haben bestimmte Eigenschaften wie Farben, Gerüche, Greifbarkeit, Temperatur oder ihr Hinunterfallen. Das Subjekt kann all diese Objekte über seine Sinne wahrnehmen und erlangt somit eine objektive Ansicht der Realität. ... Schließen Sie nun bitte die Augen und stellen Sie sich Ihr Zimmer in Ihrer Abwesenheit vor! All die Eigenschaften, die Sie soeben sinnlich wahrgenommen haben, erscheinen nun wieder rein objektiv als Eigenschaften der Realität des Zimmers und somit unabhängig von Ihnen. Diesem Gedankengang liegt eine Abstraktion zugrunde, in der das Subjekt außen vorgelassen wird. So wird eine objektive Welt geschaffen.

Die objektive Welt des naiven Realismus ist eine 'Das ist so'-Welt. Dabei wird von einem denkenden, sprechenden, empfindenden, rechnenden und somit bedeutungs- und strukturgebenden Subjekt abstrahiert. Es wird eine reale objektive Welt postuliert, indem man die Eindrücke, die jeder einzelne Mensch subjektiv hat, von seinen Wurzeln abschneidet. Dieser Schnitt führt ein Ideal des Menschen ein, welches Ursache vieler Konflikte geworden ist. ... Indem vom Subjekt abstrahiert wird, entschwindet die Fehlbarkeit des menschlichen Denkens und an dessen Stelle tritt die objektive Wahrheit. Seitdem diese Wahrheit sprachlich formuliert werden kann, wird sie von vielen beansprucht.

In verständlich-nachvollziehbare Worte gefaßt, was es mir (über seine Worte hinaus) zu vermitteln gilt: nicht das Subjekt als solches ist subjektiv, denn es entwickelt in sich eine eigene Objektivität, sondern die abgetrennte geistig/sprachliche Vorstellung bildet (funktional bedingt!) eine vom Sein sich abgrenzendes Subjektverhältnis. So erfährt man über dessen Ausführung auch den 'neuen Werdegang' in der Wissenschaft, welche im Zerfall des Alten und Absoluten sich nicht mehr halten kann: die erfordernde Erfüllung im Verhältnis der Intersubjektivität zu erlangen. Ein elementarer Schritt in die richtige Richtung, was die Erkenntnis betrifft, wohingegen die Praxis darin noch weit entfernt ist, wie seine weiteren Worte auch vermitteln. Auch dieser gelangt zu der durchweg anzutreffenden Konsequenz, daß es für den Menschen einzig eine Subjektivität gäbe, obwohl dieser die Funktionalität 'und Präsenz' der Intersubjektivität beschreibt, welches das elementare Bindeglied ist.

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JÖRG LENAU

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