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John Locke

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An Essay concerning Humane Understanding
(Third Edition - 1695)
All in one Book:
Book I - Of Innate Notions, Book II - Of Ideas, Book III - Of Words, Book IV - Of Knowledge and Opinion


Versuch über den menschlichen Verstand.. - Band 2, Band 3
Übersetzung von Wilhelm Gottlieb Tennemann (1795)

weitere Übersetzung von Julius Heinrich von Kirchmann. (1872/73)

Bezüglich Locke gilt es mir zunächst einmal auf den Mißstand der Interpretationen einzugehen, vor allem der Übersetzungen. Hierzu einmal aus der Geschichte der Pädagogik die Worte: "John Locke formulierte den Gedanken der tabula rasa, nach dem die Menschen bei Geburt wie ein leeres Blatt seien, das erst durch die Erziehung beschrieben würde." Wenn man, wie auch bei Tennemann derart anzutreffen, Mind mit Seele übersetzt und trotz oder aufgrund des Detailreichtums den Inhalt nicht im erforderlichen Maße nachvollzieht, dann führt dies zu derartigen Verfälschungen. Dies hat keineswegs etwas mit Locke's Aufbringen zu tun, sondern damit, daß man sein Aufbringen nicht nachzuvollziehen weiß, da man sich nicht den erforderlichen Bezug des Nachvollzuges verschafft. Ich kenne dieses Verhältnis ausgiebig aus meinen eigenen Erfahrungen. Dies basiert maßgeblich auf der Unverhältnismäßigkeit gegenüber den Details synonymer Verhältnisse, sodaß gerade das Eingehen auf dieses Detailreichtum die Meisten ganz einfach überfordert und diese somit nicht nur den Faden, sondern sogar Grund und Boden für das nachvollziehende Verständnis verlieren. So ist es überhaupt erstaunlich, jemanden anzutreffen, welcher derart spezifiziert die Details in einer solch klaren detaillierten Ordnung zu ersichten und voneinander zu scheiden vermag und dies auch noch über die erforderlichen erklärenden Worte darzulegen weiß. Gerade hierin besteht der ursächliche Mißstand, daß man weitläufig die erforderlichen Erachtungen gar nicht zu fassen weiß.

Bei Locke's ersten Buchteil handelt es sich um einen Kontrapunkt gegenüber Plato's aufgebrachten Prinzip der "innate Ideas" (angeborenen Ideen). Dieser Buchteil beinhaltet die erörtende Wiederlegung angeborener Präsenzen geistiger Ideen. Hierbei gilt es zu beachten, daß es sich hierin rein um das Geistige, oder besser gesagt, um das geistige Verhältnis handelt, was über Locke überhaupt einmal ein klares Bildnis erfährt. Was nicht sein Thema ist, jedoch gerade zur Mißdeutung seiner Worte führt ist, daß es sehr wohl Angeborenes gibt, nämlich grundlegend die funktionalen Wirkmechanismen, und darin vor allem auch das Vegetative, sowie die mentalen Veranlagungen ihrer besonderen Beachtung bedingen. Sein Thema ist somit auch nicht die Psyche und man wird auch selten auf eine solche Bezugnahme stoßen, sondern rein sein abbildender Ausschnitt, welchen er darlegt. Bringt man den Sachstand der Bewußtwerdung hierzu mit ein, zeigt sich das nachfolgende ausschnitthafte Bildnis, welches über Locke dargelegt wird:

Bewußtsinn

So enthält Locke's Ausführung markanterweise keinerlei Bezugnahme zum Inneren Sinn (Bewußtsinn) oder der entsprechenden Bezugnahme zur Bewußtwerdung oder Bewußtsein. Es ist nicht Bestandteil seiner Inbetrachtnahmen, sondern das Verhältnis vermittelnder Inhalte der Sinne hin zur Erinnerung, welche darin als Abbildnisse ihre Speicherung erfahren, woraus diese als Ideas im Geiste hervortreten. Elementarer Bestandteil ist ihm darzulegen, daß jegliche geistige Erscheinung in ihrem Ursprung ein Abbildnis ist dessen, was die Wahrnehmung vermittelte. Und obwohl der fließende Vorgang der bewußten Wahrnehumg hierin nicht Bestandteil der Inbetrachtnahme ist, so sieht er doch die Gegebenheiten der von ihm dargelegten Ausschnitte gemäß dem, wie es sich darin verhält. Aufgrund der sich aufweisenden Unbekanntheit Lockes' tatsächlichen Aufbringens einerseits und vor allem auch, da dieser ein derartiges Breitenspektrum aufbringt, welches dem Meinigen entspricht und es entsprechend ausfüllt, werde ich entsprechend weiträumig ausholen, seine eigenen Worte darzubieten und mit meinem Bezugsverhältnis kommentierend weitere Details hinzufügen. Ich werde mich hierin ebenfalls, so weit wie möglich, auf das einschränken, was sein Aufbringen ist, dem gegenüber jedoch zu bedenken ist, daß sich gerade darüber vieles Weitere aufweist und man über dieses Aufbringen zu der Klarheit gelangt, welche darüber hinausgeht.

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Book I

No innate Principles in the mind

Chapter II

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Book I - Chapter II - § 15

"The Senses at first let in particular Ideas, and furnish the yet empty Cabinet : And the Mind by degrees growing familiar with some of them, they are lodged in the Memory, and Names got to them. Afterwards the Mind proceeding farther, abstracts them, and by degrees learns the use of general Names. In this manner the Mind comes to be furnish'd with Ideas and Language, the Materials about which to exercise its discursive Faculty : And the use of Reason becomes daily more visible, as these Materials, that give it Employment, increase. But though the having of general Ideas, and the use of general Word and Reason usually grow together ; yet, I fee not, how this any way proves them innate. The Knowledge of some Truths, I consess, is very early in the Mind ; but in a way that shows them not to be innate. For, if we will observe, we shall find it still to be about Ideas, not innate, but acquired : It beeing about those first, which are imprinted by external Things, whith which Infants have earliest to do, and which make the most frequent Impressions on their Senses. In Ideas, thus got, the Mind discovers, That some agree, and others differ, probably as soon as it has any use of Memory ; as soon as it is able, to retain and receive distinct Ideas : But wether it be then, or no, this is certain, it does so, long before it has the use of Words ; or comes to that, which we commonly call the use of Reason. For a Child knows certainly, before it can speak, the difference between the Ideas of Sweet and Bitter (i.e. That Sweet ist not Bitter) as it knows afterwards (when it comes to speak) That Wormwood and Sugar-plumps, are not the same thing."

Erstes Buch - Zweites Kapitel - § 15
Wie der Verstand zur Erkenntnis der Wahrheiten gelanget.

(Tennemann's Übersetzung)

"Die Sinne führen dem Verstand zuerst particuläre Begriffe zu, und füllen die Leere desselben aus. So wie der Verstand nach und nach mit einigen bekannter wird, so werden sie in dem Gedächtnis geordnet und mit Worten bezeichnet. Nun gebet der Verstand weiter, bildet von ihnen Abstraktionen, und lernt nach und nach den Gebrauch allgemeiner Sprachzeichen. Auf diese Weise wird die Seele mit Begriffen und mit der Sprache bereichert, welches die Materialien sind, an welchen sich ihre Denkkraft übt. Der Gebrauch der Vernunft wird täglich in dem Verhältnisse sichtbarer, als die Materialien, welche sie beschäftigen, auswachsen. Allein obgleich die Bildung allgemeiner Begriffe, der Gebrauch allgemeiner Sprachzeichen und die Wirksamkeit der Vernunft mit einander aufwachsen, so sehe ich doch nicht, wie man diese Art beweisen kann, daß jene Begriffe angeboren sind. Es ist wahr, man findet die Erkenntnis gewisser Wahrheiten sehr frühzeitig in der Seele, aber die Art und Weise, wie sie dazu gelangt, zeigt, daß sie nicht angeboren sind. Denn die Beobachtung wird uns lehren, daß diese Erkenntniss keine angeborene, sondern erworbene Vorstellungen zum Gegenstande hat, das heißt, solche Vorstellungen, welche von den äußeren Gegenständen gegeben sind, mit denen die Kinder am frühesten zu thun haben, und die am öftersten Eindrücke auf ihre Sinne machen. Auf diesen, auf solche Art erlangten Vorstellungen entdeckt der Verstand, wahrscheinlich so bald als er von dem Gedächtnis Gebrauch macht, um im Stand ist, deutliche Vorstellungen zu empfangen und aufzubewahren, daß einige zusammenstimmen, andere entgegengesetzt sind. Dem sey aber wie ihm wolle, so ist doch soviel gewiß, daß der Verstand lange zuvor, ehe er sich der Worte bedient, oder wie man es gewöhnlich nennt, zum Gebrauche der Vernunft gelanget, diese Tätigkeit äußert. Denn ein Kind erkennet gewiß, ehe es sprechen kann, den Unterschied zwischen Süß und Bitter, das ist, daß das Bittere nicht süß ist, so wie es späterhin, wenn es der Sprache fähig ist, erkennt, daß Wermuth und Zuckerkörner nicht einerlei Dinge sind."

Man achte hierbei einmal auf die Unterscheidung der Spezifizierungen von Locke und Tennemann, welche (vor allem für den Laien) eindeutig nicht ersichtlich werden, insofern einzig der deutsche Text in Betracht gezogen wird, jedoch in seinem Inhalt gravierende Widersprüchlichkeiten aufweist und darüber verklärt, was über Locke seine derartige Deutlichkeit der Widergabe erfährt und die Details derart spezifisch in passende und differenzierende Worte gefaßt sind. Allem voran der anwendende Seelenbezug wirft im Deutschen die Gegebenheit völlig durcheinander, gemäß dem man es beständig antreffen wird in der Verschiebung der Gegebenheiten. So sind es auch keine Begriffe, sondern Benennendes/Bezeichnendes, was Kleinkinder als Erstes aufbringen, sobald sie die Sprache gebrauchen im Umgang mit den Gegebenheiten (Tennemann hat wohl viel zu sehr Plato's Ursprung im Sinn, sodaß er nicht erkennt, daß es nur hintergründig darum geht.

Was hat es mit der Unterscheidung von "Cabinet", "Memory" und "Mind" auf sich, ist das Elementare. Dies wird Locke im Weiteren erläutern, jedoch trifft man die spezielle Bezugnahme zum Kabinett(schrank) nur hier an und so gilt es mir dies dem entsprechend vorab auch zu erläutern, damit das Nachfolgende seine entsprechende Klarheit erfährt. Maßgeblich hierbei ist, daß sich primär die Erinnerung erfüllt über die Wahrnehmung der Sinne und hiernach sich das sogenannte Denken involviert, aufgrund dessen sich auch nicht nur dieses Eine, sondern diverse Verhältnisse ergeben bezüglich dem, was über den Geist daraus hervortretend in Erscheinung tritt. Wie sich dies im Detail unterscheidet und was es damit aus sich hat, erfährt über Locke's Ausführung seine ausführliche Erläuterung. Es geht um die kategorischen Differenzierungen des Aufnehmenden der Sinne und den diversen Varianten des Hervortretenden.

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Elementar ist bei Locke neben seinem Detailreichtum vor allem die Art und Weise der Inbetrachtnahme, worin dieser sich detailliert den erlebenden Abläufen widmet, welche er unübersehbar akribisch ergründete. Sein Fokus ist darin die Idea und darin zeigt sich sein Potential, vor allem auch, daß er hierin das Wahrnehmende inbetrachtnehmend, derart gegenüber sprachlichen Verfälschungen abzuschirmen fähig ist. Überhaupt nimmt dieser im gesamten Verlauf eine Warte der Inbetrachtnahme vor, welche dem 'natürlichen Zustand' entspricht, den Menschen in seiner grundlegenden Funktionalität in Betracht zu ziehen, über die detaillierte Inbetrachtziehung des Entwicklungsprozesses, worüber es überhaupt erst ersichtlich wird, was von anderen auf sträflichste Weise versäumt wird. Gerade auch die Sprache derart zu sondieren, differenziert sein Aufbringen auf elementarste Weise gegenüber dem Sonstigen/Allgemeinwesen. Ein elementarer Bestandteil, wie ich noch des weiteren aufzeigen werde. So gilt es vor allen Dingen auch der konstruktiven Darlegung zu folgen, worüber nicht nur die Gegebenheit seine ausleuchtende schrittweise detaillierende Klarheit erfährt, sondern auch dem sprachlichen Umgang des Spezifizierens die gleiche Aufmerksamkeit zu widmen. So stecken in der Sache und somit auch dem Begriff der Idea vielerlei Bezugsverhältnisse, worüber das Selbst darin sich als eine Variantierung stellt, gemäß dem es anzutreffen ist. Und diese Relativas sind nun einmal nicht alle auf einmal präsent und auch nicht auf einmal faßbar, sodaß es der Sondierung gemäß seiner Vorgehensweise bedingt. Die spezifizierende substanzielle Bezugnahme ist somit auch hier wiederum der Grundstock des Verständnisses.

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Book I

No innate Practical Principles

Chapter III

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Book I - Chapter III - § 2

"Whether there be any such moral Principles, wherein all Men do agree, I appeal to any, who have been moderately conversant in the History of Mankind, and look'd abroad beyond the Smoak of their own Chimneys. Where is that practical Truth, that is universally received without doubt or question, as it must be if innate? Justice, and keeping of Contracts, is that which most Men seem to agree in. This is a Principle, which is thought to extend it self to the Dens of Thieves, and the confederacies of the greatest Villiains, and they who have gone farthest towards the putting off of Humanity it self ; keep Faith and Rules of Justice one with another. I grant that Outlaws themselves do this one amongst another : but'tis, without receiving these as the innate Laws of Nature. They practice them as Rules of convenience within their own Communities : But it is impossible to conceive, that he imbraces Justice as a practical Principle, who acts fairly with his fellow High-way-men, and at the same time plunders, or kills the next honored Man he meets with. Justice and Truth are the common ties of Society ; and therefore, even Outlaws and Robbers, who break with all the World besides, must keep Faith and Rules of Equity amongst themselves, or else they cannot hold together. But will any one say, that those that live by Fraud and Rapine, have innate Principles of Truth and Justice, which they allow and affent to?"

Wer erkennt hierin das Instinktwesen? Es erscheint bei denen, welche sich mit dem reinen Geistwesen beschäftigen in keiner Weise, wie sich über die Vielfalt der Autoren darlegt. Einerseits ist es von Grund auf nicht Thema, oder man trifft auf die Vorstellung, daß einzig die Tiere instinktiv handeln und der Mensch rein geistig. Wie sich jedoch nicht nur durch den Reflex, sondern generell über das Handlungswesen des Menschen darlegt, so ist das geistige Händling nur ein Zusätzliches. Und das zeigt auch Lockes' musterhaftes Aufbringen über das Vertrauen, worin es hierin nämlich geht, welches in keiner Weise sich als ein (rein) Geistiges zeigt, sondern primär ein instinktives Verhältnis aufweist, gemäß dem es seine Handhabung erfährt. So ist es das (instinktgebildete) Vertrauen, worauf die Gemeinschaft in seinem Grunde basiert und sich darüber das Miteinander (ver)bindet, was dieser über seine Worte zwar darlegt, jedoch davon abschweift (man vergleiche hierzu einmal das Gewohnheitsrecht, worin dies enthalten ist, gegenüber dem Vertrags- und Staatsrecht, dessen Unterscheidung ihm nicht in den Sinn kommt). Er beweist hierin wahrlich Kenntnis über den Gegenstand als solchen, jedoch hat seine Erkenntnis hingegen den Makel, daß er nicht begreift, worum es sich hierin in seinem Grundwesen handelt und somit auch nicht ersieht, worüber dies zustande kommt (Ursache ↔ Wirkung). Letztendlich verfängt dieser in diesem Bezug in der reinen Begrifflichkeit, worin ein Räuber eben doch seinen Kumpanen gegenüber kein solcher ist (auch hierin trifft man auf das elementare Verhältnis der Synonymität/Relativität). Die Relativität des Seins hat ihre eigenen Grundlagen, die gerade in der Begrifflichkeit ihre Verfänglichkeit erfährt, sodaß es das Begreifen einzig darüber zu erlangen auch unmöglich macht. Gerade die Sprache wird dem Handlungswesen gegenüber somit aber auch zum Zerstörer von Gegebenheiten, insofern die gebildete Schrift- und Verbalsprache nicht ihr Verbunds- und Trennungswesen gegenüber der Natürlichkeit des Seins erfährt, welche in direktem Verbund mit den Wirkungsverhältnissen einhergeht. Eine Handlung ist eine Wirkung, welche sich über die Wahrnehmung vermittelt und dazu bedingt es in seinem Grunde keines Zusätzlichen, um daraus zu ersehen, was die Gegebenheit ist, wohingegen die geistige Beschäftigung eine Zusätzliche ist und auch ein Separiertes, dessen es der Beachtung dieses Sachverhaltes bedingt, ansonsten sich die Dinge verklären, genau so, wie es sich über Lockes Aufbringen in diesem Bezug ergibt. Man bedenke hierzu auch, daß das schriftliche Vertragswesen, wie auch das Staats- und Gesellschaftsrecht in keiner Weise das Gewohnheitsrecht beseitigt hat, sondern im Gegenteil, was man erfährt, wenn man sich die menschlichen Umgänge im Miteinander in Betracht zieht (auch hierin trifft man auf exoterische und esoterische Verhältnisse). So existiert nicht umsonst keine Rechtschutzversicherung für das Erbwesen, da nämlich hierin beides untrennbar ineinander greift und somit eine Absicherung in keiner Weise gegeben ist. Im Gegenteil, denn gerade die Situation des Zusätzlichen der Vertragswesen fördert gar das Gaunerwesen auf besondere Art, da es keine klare Ordnung, sondern einzig die Zwiespalt aufgrund dessen gibt. Das Miteinander der Menschen bedingt das direkte Verbundwesen, ohne das es nicht sein kann. Und da der Mensch, wie man es bezeichnet, ein Heerdentier ist, so legt sich auch darüber dar, daß 'sein Instinktwesen' sehr wohl angeboren ist, sich jedoch nicht im Geiste befindet und somit auch darin nicht anzutreffen ist.

Das Locke einen Kontrapunkt bildet gegen die natürlichen Gegebenheiten menschlicher Kapazitäten, zeigt sich vor allem auch in der Gegenüberstellung, die auch gegenüber Herbert of Cherbury aufbringt (drittes Kapitel - § 15). Ich werde auf den Sachstand später im speziellen Bezug des Instinktes und des Unterbewußtseins noch spezifischer eingehen, jedoch hier zunächst einmal diesen Kontrapunkt von Herbert vorwegnehmen aufgrund des gravierenden Gegensatzes, den man nicht nur im Bezug auf Locke, sondern allgemein antrifft, dem gegenüber der Mensch als eine Leere in Betracht gezogen wird. Hierüber zeigt sich auch der Hauptgrund des außen vor stellens der menschlichen Instinkte, nämlich im Verhältnis des Rechts-/Herrschaftswesens, gemäß dem es nämlich des geistigen Willens bedingt zur Erfüllung der Strafe. Insofern ein Mensch nicht aus eigenem Willen, sondern Fremdwirken handelt, kann dieser nicht zur Strafe herangezogen werden. In Herbert's Bezugsverhaltnis sind die Instinkte von Gott und dem gemäß als solches gegeben. Man achte hierzu einmal auf Locke's entgegenbringendes Argument:

Book I - Chapter III - § 20

"Nor will it be of much moment here, to offer that very ready, but not very material Answer, (viz.) That the innate Principles of Morality, may, by Education and Custom, and the general Opinion of those, among it whom we conserve, be darkned, and at last quite worn out of the Minds of Men. Which assertion ot theirs, if true, quite takes away the Argument of universal Consent, by which this Opinion of innate Principles is endeavoured to be proved : unless those Men will think it reasonable, that their own private Perswasions, or that of their Party, should pass for universal Consent ; a thing not unfrequently done, when Men persuming themselves to be the rest of Mankind, as not worthy the reckoning. And then their Argument stands thus : The Principles which all mankind allow for true, are innate ; those that Men of right Reason admit, are the Principles allowed by all mankind ; we and those of our mind, are Men of Reason ; therefore we agreeing, our Principles are innate : which is a very pretty way of arguing, and a short cut to Insallibility. For otherwise it will be very hard to understand, how there be some Principles, which all Men do acknowledge, and agree in ; and yet there are none of those Principles, which are not by depraved Custom and ill Education blotted out of the minds of many Men : Which is to fay, That all Men admit, but yet many Men do deny, and diffent from them. And indeed the supposition of such first Principles, will serve us to very little purpose ; and we shall be as much at a loss, with, as without them, if they may by any human Power, such as is the Will of our Teachers, or Opinions of our Companions, be altered of lost in us : an notwithstanding all this boast of first Principles, and innate Light, we shall be as much in the dark and uncertainly, as if there were no such thing at all : It beeing all one to have no Rule, and one that will warp any way ; or amongst various cotrary Rules, not to know which is the right. But concerning innate Principles, I desire these Men to say, whether they can, or cannot, by Education and Custom, be blurr'd and bottled out : If they cannot, we must find them in all Mankind alike, and they must be clear in every body : And if they may suffer variation from adventitious Notions, we must then find clearest and most perspicuous, nearest the Fountain, in Children and illiterate People, who have received leaft impressions from foreign Opinions. Let them take which side they please, they will certainly find it inconsistent whith visible matter of fact, and daily observation."

Genau dies ist die Erfordernis an die geistige Kompetenz. Insofern sie das Maß der Dinge ist, bedingt es dessen angeborene einheitliche Präsenz, um derart seine Handhabe zu finden. Dies ist jedoch nicht der Fall, wie Locke weiträumig darlegt. Hingegen wird dies durch äußere Einflüsse derart geformt, sodaß es sich als stimmig erweist darüber, derart zu sein. Es handelt sich hierbei um die geistige Identität, welche ich im Bezug der sexuellen Konstutition weiträumiger ausführe. Es ist die geistige Einrichtung, welche sich dermaßen konstruiert, gemäß dem sich eine Stimmigkeit darin ergibt. Und dies ist keineswegs grundsätzlich das Innere in seiner Wesensart, worüber sich dies bestimmt, sondern generell bestimmt es sich über die geistige Ausrichtung, worüber die Maßstäbe und Einrichtungen sich ergeben. Man führe sich die kulturellen Ideologien vor Augen und man kann es daraus ersehen, daß der Mensch gerade hierin nicht aus sich selbst heraus seine geistige Identität einrichtet, sondern gerade die Popularität hierin ihr volles Werk ausschöpft, um die Umsetzungen darüber zu gestalten. Die Moral, welche einer dieser Bestandteile ist, bildet sich spezifisch über die Ausrichtung aus und da die Moral das Leitwerk des Gemeinschaftswesens ist und die Grundlagen des Miteinanders darüber ihre Regulierung finden, ist dies vielmehr ein prädestinierendes Gegenbeispiel dafür, um darzulegen, wie es sich darin verhält (wie ich es über die sexuelle Konstitution demonstriere).

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Book I

Other Considerations
concerning innate Principles,
both speculative and practical

Chapter IV

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Book I - Chapter IV - § 2

"If we will attently consider new born Children, we shall have little Reason, to think, that they bring many Ideas into the World with them. For, bating, perhaps, some faint Ideas, of Hunger, and Thirst, and Warmth, and some Pains, which they may have felt in the Womb, there is not the least appearance of any setled Ideas at all in them ; especially of Ideas, answering the Terms, which make up these universal Propositions, that are esteemed innate Principles. One may perceive how, by degress, afterwards, Ideas come into their Mind ; and that they get no more, nor no other, that what Experience, and the Observation of things, that come in their way, furnish them with ; which might be enough to satisfie us, that they are not Original Characters, stamped on the Mind."

Der maßgebliche Aspekt hierin ist, daß das Bewußtsein im Verbund mit der Erinnerung erst nach ein paar Lebensjahren als solches hervortritt, sodaß bis zu diesem Zeitpunkt die Dinge unbewußt stattfinden und auch ohne geistige Abbildungen, wie man sie später erfährt. Gerade hierüber zeigt sich jedoch, daß auch Inhalte präsent sind, welche nicht der geistig-spezifischen Idea bedingen. Hierin grenzt dieser somit aber auch die simple Ideas viel zu sehr auf eine spezifische geistige Beschäftigung und gar auf ein nachvollziehendes Verständnis ein, wohingegen das reine Erleben ein wesentliche Grundlage des Erinnerungswesens bildet - woraus es sich nämlich ausbildet, auf die ich im Bezug auf das 'aus dem Ersehen verstehen' eingehe und sich gegenüber der geistigen speziellen Beschäftigung als solches differenziert. Zu verdeutlichen gilt es somit auch, daß seine simple Ideas eben nicht die reinen Abbilder der Wahrnehmung sind und somit nicht diesem reinen Verhältnis entsprechen, dem dieser ihnen zuspricht. Dies ergibt sich jedoch auch zwangsläufig, da dieser die bewußtwerdende Wahrnehmung nicht als Inhalt hat, sodaß die reine Wahrnehmung diesem auch nicht trennbar ist, bzw. als trennbar erscheint und zwangläufig sich dessen ursprüngliches Stadium auf die geistig verarbeite Widergabe bezieht. Es gibt somit noch ein Stadium davor, welches ohne die Idea stattfindet und einzig das Widererkennen hervorbringt und sich nicht zwangsläufig ein ausweitendes Ersichten sich ergibt, außer der Anreicherung an diversen Perspektivenbetrachtungen. Das Analysieren, Beurteilen und Weiterverarbeiten sind weitere Schritte, welche dieser jedoch in ihrer Art und Weise korrekt wiedergibt.

Meine Betrachtungsweisen beziehen sich grundsätzlich auf die Inbetrachtnahmen in Verbindung mit der Funktionalität des Hervorbringenden, worüber sich überhaupt erst die Details unterscheiden lassen. Und gerade dies findet leider auch hierin leider nicht seine erforderliche Beachtung. Darüber hinaus gilt zu bedenken, daß der Mensch nicht von Geburt an Laufen kann, es ihm nicht angeboren ist 'laufen zu können', sondern veranlagt lauffähig ist. Auch diese Art des Verhältnisses findet hierin nicht seine Erachtung. Locke führt in allen Details die konstruktive Erfüllung geistiger Präsenzen aus, jedoch erachtet dieser zu wenig die Entwicklungsphasen der 'Menschwerdung', welche in ihrer Veranlagung von Anfang an präsent ist, des Werdeganges bedingt und dies äußerst unterschiedlich ausfällt und stattfindet. Gerade was die Bildung betrifft, war die damalige Zeit prädestinierend für die gravierenden Unterschiede, sodaß dies entsprechend jedoch zu bedenken ist und erweiternd dazu in Betracht zu ziehen. Als maßgeblichen Bestandteil trifft man dies bei mir auch im ersten Buch an über das Differenzierungsverhältnis von Begabung und Talent. Allgemein wird darin gar nicht unterschieden zwischen den beiden Gegebenheiten, sodaß sich auch hierüber die weitläufig Unkundigkeit auswirkt und bisher ebenfalls der Aufklärung entbehrt, welche jedoch im Verbund meiner Darlegungen seine Veranschaulichung findet, wie es sich darin verhält.

Als Muster möchte ich hierzu auch einmal einen blind geborenen Menschen einbringen, welcher später das Augenlicht erlangt. Auch dieser muß den Umgang damit erst einmal trainieren, um dies wie andere händeln zu können. Das Sehen basiert ja nicht nur auf dem Sehen der Augen, sondern darauf folgend auch des Händlings des Gesehen. Es handelt sich nicht um ein isoliertes Etwas, sondern unser Organismus ist eine konstruktive Einheit, worin es des erlernenden/trainierenden koordinieren dieses Umstandes bedingt. So bedingt es auch des Gehens nicht nur, auf den Füßen zu bleiben, sondern vor allem auch das Gleichgewicht im Lot zu halten. Es bedingt jedoch in jedem Falle grundsätzlich zunächst einmal der Anforderung, ohne die sich das Jeweilige nicht umsetzt und gemäß der Einrichtung funktioniert. So verfügen die Menschen auch über unterschiedliche funktionale Kapazitäten, die man Veranlagungen nennt (darum geht es doch tatsächlich!). Zum Einen sind es die Triebe, worüber sich die Veranlagungen antriebsweise umsetzen (worüber auch der Automatismus des Laufens zustande kommt), hingegen bedingt es andererseits der Anforderung von außen, damit sie zur Umsetzung gelangen. Und keineswegs nutzt jeder Mensch sämtliche Kapazitäten seiner Fähigkeiten und auch sind sie nicht alle gleich Jedem gegeben, worinnen somit auch nicht alle gleichermaßen musikalisch geprägt in Erscheinung treten. Elementar ist somit auch hierin die Gegebenheit der Funktionalität und die der Anwendung/Umsetzung separiert zu betrachten, gemäß dem es sich zwischen Begabung und Talent auch stellt, worin selbst das Saugen an der Mutterbrust zwar instinktiv stattfindet, jedoch ebenfalls des Trainierens zur richtigen Handhabung bedingt, gemäß dem auch die mütterliche Fürsorge entsprechend danach handelt, insofern sie sich des Trainings der Handhabe widmet, die funktional vorhanden ist und auch Mütter gibt, welche sich dem entziehen. Es ist somit auch generell kein Sachstand des Geistes für sich, hingegen jedoch des Verstandeswesens, allem voran jedoch des Handelswesens, worüber es sich ergibt und regulär auch rein reflektorisch instinktiv. Und somit auch weitaus komplexer, als es in Locke's reinen geistigen Verhältnisses ersichtlich wird.

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Book II

Of Ideas in general,
and their Orginal

Chapter I

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Book II - Chapter I - § 2

"Let us then suppose the Mind to be, as we say, white Paper, void of all Characters, without any Ideas ; How comes it to be furnished? When comes it by that vast store, which the busie and boundless Fantacy of Man has painted on it, with an almost endless variety? Whence has it all the materials of Reason and Knowledge? To this I answer, in one word, from Experience : In that, all our Knowledge is founded ; and from that it ultimately derives it self. Our observation employ'd either about external, sensible Objects ; or about internat Operations of our Minds, perceived and reflected on by our selves, is that, which supplies our Understandings with all the materials of thinking. These two are the Fountains of Knowledge, from whence all the ideas we have, or can naturally have, do spring."

Zweites Buch - Erstes Kapitel - § 2
Alle Vorstellungen entspringen aus der Empfindung (Sensation) oder Reflexion.

(Tennemann's Übersetzung)

"Gesetzt wir nähmen an, die Seele sey, wie man sagt, ein weißes unbeschriebenes Papier, ohne alle Vorstellungen, wie wird sie dann mit denselben verstehen? Woher bekommt sie den unermeßlich Vorrath, mit welchem sie durch geschäftige und grenzenlose Einbildungskraft in fast unendlicher Mannichfaltigkeit ausgemalt wird. Woher hat sie alle Materialien des Denkens und der Erkenntnis? Ich antworte hierauf mit einem Worte, aus der Erfahrung. Alle Erkenntniß gründet sich auf die Erfahrung und entspringt zuletzt aus ihr. Unsere Beobachtung, welche theils die äußeren wahrnehmbaren Gegenstände, theils die innern, von uns durch Reflexion wahrgenommenen Wirkungen unseres Geistes zum Gegenstand hat, versorgt unsern Verstand mit allem Stoffe zum Denken. Dieses sind die zwei Quellen der Erkenntnisse, woraus alle Begriffe, entspringen, die wir wirklich haben oder natürlicher Weise haben können."

Auch hier noch einmal ein Musterbeispiel des eklatanten Mißverhältnisses der Übersetzung. Gerade dies ist jedoch der inbetrachnehmende Sinn des Verhältniswesens, welcher im Umlauf ist und verdeutlicht, daß man das Original gar nicht erlesen hat.

Im zweiten Buch gelangen wir dann auch zu dem Grundstock, welcher den Geist über die Erinnerung des Erfahrenen fundiert - der elementare Bestandteil, welcher das geistige Verhältnis 'als solches' abgrenzt. Konkret handelt sich darüber hinaus darum, daß die Vorgänge im Erinnerungswesen stattfinden und darin aus den Gegebenheiten sich die Konstrukte bilden, welche der Geist daraus hervortretend abbildet und als projizierte Vorstellungen hervortreten. Hierin bewegt man sich nicht mehr in dem reinen Erleben, welches ein fließender Vorgang ist, sondern über die Bezugnahme der Erinnerung wird auch das Segenwärtige über den Eingang in die Erinnerung mit den darin präsenten Inhalten angereichert (verknüpft, kombiniert, ...). Hierin entscheidet sich dann über das Fokussieren, wie generell in der Wahrnehmungsorientierung, was als solches beanspruchend daraus hervortritt. Hinzu kommt die Verhältnismäßigkeit rein geistiger Beschäftigung, welche eine Besonderheit darin darstellt und das Wahrgenommene nicht bedingend Bestandteil der Erachtung ist. Maßgeblich hierin ist, und darauf weisen seine Worte auch hin, daß die Erinnerung (und nicht der Geist!) zunächst der Befüllung bedingt, um aus diesem überhaupt etwas hervortreten zu lassen. So kann auch generell nichts im Geiste erscheinen, was nicht in der Erinnerung präsent ist, dem gegenüber jedoch darüber in Erscheinung treten kann, was man gar nicht derart erfahren hat, indem man auch willkürlich Inhalte miteinander verknüpfen kann. Das nennt sich dann auch Illusionieren und gerade dies gilt es ja hierin abzugrenzen, auch wenn diese Bezeichnung und spezielle Inbetrachtnahme bei Locke nirgends auftritt, obwohl es sich doch als elementare Beschäftigung erweist. Wenn man die geistige Kulturgeschichte durchforstet, erfährt man generell ein außen vor stellen der Illusion, gemäß eine absondernden Krankheit, obwohl der Geist nicht nur seinen entsprechenden Namen trägt, da nämlich dieser generell nur Bildnisse hervorbringt, sodaß überhaupt aus diesem Verhältnis heraus die Dinge ihre Klarheit erfahren, dem gegenüber es nämlich nicht nur gemäß unseres verstandesmäßigen Konstruktes derart eingerichtet ist, sondern jeden überraschen sollte, welcher etwas anderes erfährt. Wie wirkungsvoll doch die geistige Heroenschaft es erlangt hat, dies derart außen vor zu stellen, ist schon äußerst bemerkenswert und gerade darum bei klarer Betrachtung sich als Abart erweisend gegenüber der Menschlichkeit. Man bedenke somit auch, welche elementare Worte Locke hierüber aufbringt, um dies mit aller Deutlichkeit zu veranschaulichen, wie es sich darin verhält.

Book II - Chapter I - § 3

"First, Our Senses, conversant about particular sensible Objects, do convey into the Mind, several distinct Perceptions of things, according to those Ideas, we have of Iellow, White, Heat, Cold, Soft, Hard, Bitter, Sweet, and all those which we call sensible qualities, which when I say the Senses convey into the mind, I mean, they from external objects convey into the mind what produces there those Perceptions. This great Source, of most of the Ideas we have, depending wholly upon our Senses, and dervided by them to our Understanding, I call Sensation."

Dieser Satz dürfte weitläufig zu Mißverständnissen führen, denn er erhält zwei Aussagen über dieselbe Sache und ist auch äußerst unglücklich gefaßt. Ersichtlicherweise basiert dies darauf, daß ihm selbst dies nicht eindeutig klar ist. Hierzu einmal meine Erläuterung: die Sinne nehmen Wirkungen auf, welche auf diese treffen und leiten diese weiter, welche dann (zum Instinkt und) zum Bewußtsinn gelangen und bei bewußter Wahrnehmung auch zur Erinnerung gelangen, wobei diese in der Bewußtwerdung als dem gemäße Wirkungsvermittlung der Sinne in Erscheinung treten und als Versinnbildlichung in die Erinnerung und darüber dann auch in geistige Erscheinungen gelangen. Wie bereits zuvor über den Inneren Sinn dargelegt, besteht im Englischen ein frapierendes Mißverhältnis bezüglich der Perceptions, worin dieser auch entsprechende Korrekturen vornimmt, wie man im Weiteren erfahren wird. Entscheidend hierin ist, daß die Wirkung der Empfindung, der Gefühle und auch der diese nicht beinhaltenden Wahrnehmung nicht in der Erinnerung entsteht, sondern sich über das Erfahren dessen darin als Erfahrung 'verankert'. Darauf zielt seine Aussage hin in der Bezugnahmen der Ideas, die ein geistiges Abbild bezeichnen und sich mir als Versinnbildlichung stellt, da sie eben nicht das Empfindungs- und Gefühlswesen selbst beinhalten und somit auch nicht hervorbringen. Es ist somit auch ein Wiedererleben, worüber dieses Spezielle des Beinhaltenden von Empfindungen und Gefühlen hervortritt und der Geist nur als Bezugsverhältnis darin beteiligt ist. Gerade hierin ist das Fehlen der Inbetrachtnahme des Bewußtsinns gravierend.

Locke erfährt dies hingegen derart, daß die Wahrnehmung der bzw. von den Objekten, über die Sinne geleitet, zum Geist gelangen und dort als dem gemäße Wahrnehmung in Erscheinung tritt und sich über das geistige Verhältnis auch das der Empfindung ergibt. Das ist ein grundlegender Mißstand, welcher sich vor allem aus der Ungetrenntheit von Wahrnehmung und Empfindung/Gefühlen ergibt, sich jedoch ebenfalls über die funktionale Trennung differenziert, wie ich in dessen speziellen Bezug darlegen werde. Eklatant ist hierin somit, das Hervorbringen dem Geiste zuzuschreiben - es handelt sich nicht um das sinnliche Erleben, was man darüber erfährt, sondern die versinnbildlichte Wiedergabe dessen. Man stelle sich eine Empfindung vor, wie z.B. sich in den Arm zu zwicken und tue es hiernach und erfahre den gravierenden Unterschied.

Book II - Chapter I - § 4

"Secondly, The other Fountain, from which Experience furnishes the Understanding with Ideas, is the Perception of the Operations of our own Minds within us, as it employ'd about the Ideas it has got ; which Operations, when the Soul comes to reflect on, and consider, do furnish the Understanding with another sett of Ideas, which could not be bad from things without : and such are, Perception, Thinking, Doubting, Believing, Reasoning, Knowing, Willing, and all the different actings of our Minds ; which we being conscious of, and observing in our selves, do from these reseive into our Senses. This Source of Ideas, every Man has wholly in himself : And though it be not Sense, as having nothing to do with external Objects ; yet it is very like it, and might properly enough be call'd internal Sense. But as I call the other Sensation, so I call this REFLECTION, the ideas it affords being such only, as the Mind gets by reflecting on its own Operations within it self. By REFLECTION then, in the following part of this Discourse, I would be understood to mean, that notice which the Mind takes of its own Operations, and the manner of them, by reason whereof, there come to be Ideas of these Operations in the Understanding. These two, I say, viz. External, Material things, as the Objects of SENSATION ; and the Operations of our own Minds within, as the Objects of REFLECTION, are, to me, the only Originals, from whence all our Ideas take their beginnings. The term Operations here, I use in a large sence, as comprehending not barely the Actions of the Mind about its Ideas, but some sort or Passions arising sometimes from them, such as is the satisfaction or uneasiness arising from any thought."

In diesem Abschnitt verdeutlicht sich dann doch seine Schwierigkeit des 'eindeutigen' Spezifizierens, dem ich hier wiederum einmal entgegen halten muß, daß dies ohne ein klares Verhältnis über die Funktionalität des jeweiligen mentalen Organes in Betracht zu ziehen, auch nur schwerlich und gar unmöglich ist, zu erlangen. So führt dieser auch im reinen Geistbezug wiederum die Empfindung in Verbindung mit dem tatsächlich rein geistigen Verhältnis auf, wohingegen seine anschließende Differenzierung dies jedoch sachgemäß funktional voneinander trennt. Darauf kommt es hierin auch an, daß erstinstanzlich die Erinnerung von außen erfüllt wird und erst sekundär eine interne Weiterverarbeitung stattfindet. Auch ist seine Ablehnung des internal sense korrekt, da die Reflektionen über die Inhalte der Erinnerung untereinander stattfindet und sich darin kein solches Sinneswesen aufweist, welches aus diesem heraus darauf einwirkt (ist hingegen Bestandteil des Instinkt- und Verstandeswesens). In seinem Verhältnis, ohne die Inbetrachtnahme der bewußtwerdenden Wahrnehmung über den Bewußtsinn ergibt sich zwangsläufig auch einzig eine Differenzierung der Abbildungen der Wahrnehmung als Widergabe und als Reflektion aus der Erinnerung heraus. Dem gegenüber handelt es sich jedoch einerseits um die versinnbildlichte Wiedergabe des Wahrgenommen und andererseits um ein Weiterverarbeitetes und in keinem der Fälle um ein Original (nicht um das bewußt Wahrgenommene selbst, welches sich davon unterscheidet), welches einzig als von den Sinnen vermittelte bewußtwerdende Wahrnehmung über den Bewußtsinn überhaupt in Erscheinung treten kann. Sämtliche Hervorbringungen aus der Erinnerung sind Bildnisse (aus dem Wahrgenommenen gebildete Konstrukte - nicht diese selbst), dem gegenüber dieser des weiteren jedoch die richtige Reihenfolge der Erwirkungskonstrukte darin wiedergibt. Grundlegend bedingt es somit zunächst dieser Unterscheidung der Erstinstanzlichkeit des fließenden Vorganges der bewußtwerdenden Wahrnehmung gegenüber der Zweitinstanzlichkeit der Gebilde des Erinnerungswesens und deren Differenzierungswesen.

Book II - Chapter I - § 5

"The Understanding seems to me, not to have the least glimmering of any Ideas, which it doth not receive from on of these two. External Objects furnish the Mind with the Ideas of sensible qualities, which are all those different perceptions they produce in us : And the Mind furnishes the Understanding with Ideas or its own Operations. These, when wee have taken a full survey of them, we shall find to contain all our whole stock of Ideas ; and that we have nothing in our Minds, which did not come in one of these two ways. Let any one examine his own Thoughts, and throughly search into his Understanding, and then let him tell me, Whether all the original Ideas he has there, are any other than of the Objects of his Senses, or of the Operations of his Mind, considered as Objects of his Reflection : and how great a mass of Knowledge soever he imagines to be lodged there, he will, upon taking a strict view, see, that he has not any Idea in his Mind, but what one of these two have imprinted ; though, perhaps, with infinite variety compounded and enlarged by the Understanding, as we shall see hereafter."

Das ist der Aspekt, welcher mir zuerst über meine veröffentlichten Aufklärungen und damit verbunden dem Kommunikativen sich verdeutlichte, daß man nämlich hierin seine eigene Vorstellung in Worte faßt, diese anderen mitteilt und hierauf die Gegenüber die Worte über 'ihr Erinnerungswesen' erfüllen und somit nicht vermittelbar ist, was ein Gegenüber selbst nicht erlebensgemäß erfahren hat. Gerade darin steckt auch das, was Locke in seiner Grundlage aufbringt, daß einzig das, was man über das Sinnenerleben erfahren hat, die Erinnerung erfüllt und einzig daraus Abbilder im Geiste erscheinen können und kein anderes, welches nicht als Befüllung dort präsent ist. Jegliches Erscheinen basiert auf Abbildern und Konstrukten daraus und ist daraufhin begrenzt.

Book II - Chapter I - § 24

"The Impressions then, that are made on our Senses by outward Objects, that are extrinisical to the Mind, and its own Operations, about these Impressions, reflected on by its self, as proper Objects to be contemplated by it, are, I conceive, the Original of all Knowledge ; and the first Capacity of Humane Intellect, is, That the mind ist fitted to receive the Impressions made on it ; either ; through the Senses, by outward Objects ; or by its own Operations, when it reflects on them. This ist the first step a Man makes towards the Discovery of any thing, and the Groundwork, whereon to build all those Notions, which ever he shall have naturally in this World. All those sublime Thoughts, which towre above the Clouds, and reach as high as Heaven itself, take their Rise and Fooring here ; In all that great Extent wherein the mind wanders, in those remote Speculations, it may seem to be elevated with, its stirs not one jot beyond those Ideas, which Sense or Reflection, have offered for its Contemplation."

Mit diesen Worten kann man einmal eindeutig erfahren, mit welchem Purismus Locke die Funktionalität in Betracht zieht. Hierüber beschreibt dieser nämlich 'den natürlichen Zustand/Vorgang'. Dem gegenüber gilt es jedoch das Gesellschaftssystem zu erachten, worin gar die Informationen rein geistiger Natur über den Menschen hereinbrechen, bevor dieser überhaupt die Gelegenheit erhält, seine eigenen erlebenden erfahrensbildenden Inhalte darin sich zu verschaffen. Gerade darüber gerät nämlich das Ganze in die Schieflage und die Natürlichkeit des Regulierungeswesens darin somit auch. Und es ist keineswegs erst das Bildungswesen, welches derart breiträumig sich darin ansammelt, sondern von klein auf sind Kinder nicht sich selbst überlassen und erfahren 'Geistiges Gut' von allen Seiten. Die rein sinnliche Erfahrenswelt ist hingegen aber auch keine Utopie, sondern vielmehr sollte man sich darüber verdeutlichen, wie wesentlich es ist, die beiden Bestandteile des erlebenden Erfahrens über die Sinne und das rein geistig Vermittelte voneinander zu trennen.

Hierzu gilt es mir auszuführen, daß sich mir hierin einst die Grundlage meines erneuernden Händlings ergab, aufgrund dessen ich nach ein paar Jahren der Ergründung erkannte, daß meine erlebten Erfahrungen in keiner Weise das Seinsverhältnis durcheinander brachten, sondern einzig die informellen Inhalte, welche von anderen stammten. Seitdem begann ich dann auch systematisch, diese beiden Bestandteile voneinander zu sondieren, das rein Geistige separiert außen vor zu stellen und dies führte zu meinem heutigen Verhältnis der präsenten Klarheit. Man bedenke hierzu den Sachstand, welcher elementar ist darin, daß es einzig im Geistigen Widersprüche gibt und nicht in der Natur des Seins und das Verstandeswesen dies regulär ausgleicht, jedoch gibt es darin auch Grenzen des Faßbaren, sodaß es einzig im relativen Realitätsverhältnis seine Funktionalität gewährleistet, wohingegen bei fehlender Substanz und somit erlebter erfahrener Substanz dies auch gar nicht stattfinden kann.

Book II - Chapter I - § 25

"In this Part, the Understanding is meerly passive : and whether or not, it will have these Beginnings, and as it were materials of Knowledge, is not in its own Power. For the Objects of our Senses do, many of them, obtrude their particular Ideas upon our minds, whether we will or no : And the Operations of our minds, will not let us be without, at least some obseure Notions of them. No Man, can be wholly ignorant of what he does, when he thinks. These simple Ideas, when offered to the mind, the Understanding can no more refuse to have, nor alter, when they are imprinted, nor blot them out ; and make new ones in itself, than a mirror can refuse, alter, or obliterate the Images or Ideas, which the Objects set before it do therein produce. As the Bodies that surround us, do diversly affect our Organs, the mind is forced to receive the Impressions ; and cannot avoid the Perception ot those Ideas that are annexed to them."

Hierbei handelt es sich um den Vorgang, welcher über die bewußtwerdende Wahrnehmung erwirkt wird, nämlich daß das darüber Erscheinende gleichermaßen auch zur Erinnerung gelangt. Hierin wird auch die Unterscheidung deutlich zwischen dem Vorgang des Aufnehmens und Vermittelns des Bewußtsinns, was sich darüber zeigt, daß auch unbewußt Wahrgenommenes über den Bewußtsinn zur Erinnerung gelangt. Teil der Bewußtwerdung ist die Aufmerksamkeit und hierüber ergibt sich die Differenzierung darin, dem gegenüber jedoch der gesamte Gehalt der Bewußtwerdung zur Erinnerung gelangt. Dies verdeutlicht sich, wenn man das Nachdenken praktiziert, worüber ersichtlich wird, was im Fluß des Ablaufes nicht bewußt ersehen wurde. Was hier indirekt mit Inhalt ist, ist der Sachstand der zwei Erinnerungswesen, worin nämlich einzig in dem des Unterbewußtseins alles seine dauerhafte Speicherung erlangt, relativ gemäß seines Wirkungsverhältnisses darin. Insofern nämlich Inhalte relativ bedeutungsleer sind und keine Verankerungspunkte darin erlangen, gehen diese auch wieder verloren. So wie auch das Wiedererleben nicht jedes mal seine erneuernde Speicherung erfährt. Alles miteinander jedoch im Verhältnis des Wirkungsgrades innerhalb des Erinnerungswesens sich bestimmend.

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Book II

Of simple Ideas

Chapter II

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Book II - Chapter II - § 1

"The better to understand the Nature, Manner, and Extent of our Knowledge, one thing ist carefully to be observed, concerning the Ideas we have ; and that is, That some of them are simple, and some complex. Though the Qualities affect our Senses, are, in the thins themselves, so united and blended, that there is no separation, no distance between them ; yet 'tis plain, the Ideas they produce in the Mind, enter by the Senses simple and unmixed. For though the Sight and Touch often take in from the same Object, at the same time, different Ideas ; as a Man sees at once Motion and Colour ; the Hand feels Softness and Warmth in the same piece of Wax : Yet the simple Ideas thus united in the same Subject, are als perfectly distinct, as those that come in by different Senses. The coldness and hardness, which a Man feels in a piece of Ice, being as distinct Ideas in the Mind, as the Smell and Whitness of a Lily ; or as the taste of Sugar, and smell of a Rose : And there is nothing can be plainer to a Man, than the clear and distinct Perception he has of those simple Ideas ; which being each in it self uncompounded, contains in it nothing, but one uniform Appearance, or Conception in the mind, and is not distinguishable into different Ideas."

Hierin verdeutlich er noch einmal das Prinzip der "simple ideas", welche gemäß deren Erscheinen, durch die Sinne vermitteln, sich als solche in der Erinnerung etablieren. Und wie er erläutert, gemäß des jeweiligen Sinnenbezuges, auch wenn sie kombiniert miteinander einher gehen. Dies ist keineswegs eine Selbstverständlichkeit und dem gemäß ist seine Erläuterung, daß die Wirkungen dies aus sich selbst heraus bewirken, derart wesentlich, dem gegenüber es vor allem hervorhebt, daß dies nicht über das geistige Verhältnis gebildet wird und somit der Purismus, welchen man hierin antrifft, derart wesentlich ist für alles weitere.

Book II - Chapter II - § 2

"These simple Ideas, the Materials of all our Knowledge, are suggested and furnished to the Mind, only by those two ways above mentioned, viz. Sensation and Reflection. When the Understanding is once stored with these simple Ideas, it has the Power to repeat, compare, and unite them even to an almost infinite Variety, and so can make at Pleasure new complex Ideas. But it is not in the power of the most exalted Wit, or enlarged Understanding, by any quickness or variety or Thoughts, to invent or frame one new simple Idea in the mind, not taken in by the ways before mentioned : nor can any force of the Understanding destroy those that are there. The Dominion of Man, in this little World of his own Understanding, being much-what the same, as it is in the great World of visible things ; wherein his Power, however managed by Art and Skill, reaches no farther, than to compound and divide the Materials that are made to his Hand ; but can do nothing towards the making the least Particle of new Matter, or destroying one Atome of what is already in Being. The same inability, will every one find in himself, who shall go about to fashion in his Understanding any simple Idea, not received in by his Senses, for external Objects, or from the Operations of his own mind about them. I would have any one try to phansie any Taste, which had never affected his Palate ; or frame the Idea of a Scent, he had never affected his Palate ; or frame the Idea of Scent, he had never smelt : And when he can do this, I will also conclude, that a blind Man has Ideas of Colours, and a deaf Man true distinct Notions of sounds."

Man bedenke hierzu wiederum mein Einwand von zuvor, gemäß dem dies der Natürlichkeit der Gegebenheit entspricht und somit die reinen Vergeistigungen, welche von Mensch zu Mensch gereicht werden, darin außen vor zu erachten sind und ansonsten nicht nur das Sein darin, sondern auch das Verständnis dafür völlig durcheinander bringt. Es geht um das Prinzip der Funktionalität, welche er hierüber noch einmal in seiner Deutlichkeit hervorhebt. Im Nachfolgenden dann zunächst auch einmal seine erweiternde Gliederung und dessen Erläuterung.

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Book II

Of Ideas of one Sense

Chapter III

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Book II - Chapter III - § 1

"The better to conceive the Ideas, we receive from Sensation, it may not be amiss for us to consider them, in reference to the different ways, whereby they make their Approaches to our minds, and make themselfes perceivable by us.

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Book II

Some farther Considerations
concerning our simple Ideas

Chapter VIII

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Book II - Chapter VIII - § 14

"What I have said concerning Colours and Smells, may be understodd also of Tastes, and Sounds, and other the like sinsible Qualities ; which, whatever reality we by mistake attribute to them, are in truth nothing in the Objects themselves, but Power to produce various Sensations in us, and depend on those primary Qualities, viz. Bulk, Figure, Texture, and Motion of Parts ; and therefore I call them Secondary Qualities."

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Book II

Of Perception

Chapter IX

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Book II - Chapter IX - § 1

"Perception as it is the first faculty of the Mind, exercised about our Ideas ; so it is the first and simplest Idea we have from Reflections, and ist by some called Thinking in general. Though Thinking, in the propriety of the English Tongue, signifies that sort of operation of the Mind about its Ideas, wherein the Mind is active ; where it with naked Perception, the Mind is, for the most part, only passive ; and what it perceives, it cannot avoid perceiving."

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Book II

Of Retention

Chapter X

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Book II - Chapter X - § 1

"The next Faculty of the Mind, whereby it makes a farther Progress towards Knowledge, is that I call Retention ; or the keeping of those simple Ideas, which from Sensation or Reflection I had received, which is done two ways ; First, either by keeping the Idea, which is brought into it, for some time actually in view, which is called Contemplation."

Book II - Chapter X - § 2

"The other, is the Power to recive again in our Minds those Ideas, which after imprinting have disappeared, or have been as it where laid aside out of Sight : And thus we do, when we conceive Heat or Light, Yellow or Sweet, the Object being removed ; and this is Memory, which is as it were the Store-house of our Ideas. For the narrow Mind of Man, not being capable of having many Ideas under View and Consideration at once, it was necessary to have a Repository, to lay up those Ideas, which at another time it might have use of. But our Ideas being nothing but actual Perceptions in the Mind, which cease to be any thing when there is no perception of them, this laying up of our Ideas in the Repository of the Memory, signifies no more but this, that the Mind has a Power in many cases to revive Perception, it has once had with this additional Perception annexed to them, that it has had them before. And in this Sense it is, that our Ideas are said to be in our Memories, when indeed, they are actually no where, but only there is an ability in the Mind, when it will to revive them again ; and as it where paint them anew on it self, though some with more, some with less difficulty ; some mor lively, and others mor obscurely. And thus it is, by the assistance of this faculty, that we are said to have all those Ideas in our Understandings, which thought we do not actually contemplate, yet we can bring in sight, and make appear again, an be the Objects of our Thoughts, without the help of these sinsible Qualities, which first imprinted them there."

Hier erfährt man dann auch sein klares Aufzeigen des Trennungsverhältnisses der Erinnerung und der daraus hervortretenden projizierten Vorstellungen im Geiste. Gerade dies ist das Elementare, was bei anderen außen vor steht und somit auch nicht dieses Verständnis für die Gegebenheit erlangt werden kann. Dem gegenüber zeigt Locke hierin vor allem auch die Relevanz des Ersichtens und Händelns dessen. Locke bezieht sich hierin interessanterweise auf die Passivität des Geistes, was jedoch wesentlich ist, um dieses Trennungsverhältnis zu verdeutlichen.

Book II - Chapter X - § 4

"But concerning the several degrees of lasting, wherewith Ideas are imprinted on the Memory, we may observe, That some of them have been produced in the Understanding, by an Object affecting the Senses once only, and no more than once : Others that have more than once offer'd themselves to the Senses, have yet been little taken notice of, the Mind, either headless, as Children ; or otherweise employ'd as in Men, intent only on one thing, not setting the stamp deep into it self. And in some, where they are set on with care and repeated impressions, either through the temper of the Body, or some other default, the memory is very weak : In all these cases, Ideas in the Mind quickly fade, and often vanish quite out of the Understanding, leaving no more foo steps or remaining Characters of themselves, than shadows do flying over Fields of Corn ; and the Mind is as void of them, as if they never had been there."

Für das Weitere bringe ich einmal die Funktionalität des Erinnerungskonstruktes ein, um die Gegebenheit noch klarer zu verdeutlichen, was Locke über seine Ausführung darlegt. Er sieht es nicht dem gemäß, aber doch das Grundsätzliche darin, daß es nämlich um Verankerungen und Verknüpfungen geht, worüber sich das Inhaltliche entsprechend ausgestaltet innerhalb dessen selbst. Hierin gilt es sich das Prinzip des Netzwerkes zu verdeutlichen und die darin stattfindende Interaktionen, welche das Gestaltwesen bilden, woraus sich unser sogenanntes Verständnis bildet, nämlich über das Konstruieren der verknüpfenden Abbildungen und die darüber erlangende Anreicherung. Die Knotenpunkte stellen eine jeweilige Erinnerungssubstanz dar, welche sich über Verbindungen mit anderen Erinnerungsubstanzen verbinden und in diesem Verbund dann auch einhergehen und als solche hervortreten. Daraus beruht es des weiteren, daß ein Erleben, über die geistig abgebildete Erinnerung, nur in den Anfängen relativ pur wiedergegeben wird, hingegen jedoch mit der Ausfüllung dessen sich dies ändert und gemäß dem, was dort hineingelangt und auf was dies sich anknüpfend gelangt, sich dies auch entsprechend verändert.

from https://www.mentalfirst.com/konzentrierter-lifestyle-6-einfache-uebungen-fuer-mehr-widerstandskraft-und-leistung/gehirn-nervenzellen-und-synapsen/

Book II - Chapter X - § 6

"But concerning the Ideas themselves, it is easie to remark, That those are oftenest refreshed (amongst which are those that are those that are conveyed into the Mind by more ways than one) by frequent return of the Objects of Actions that produce them fix themselves best in Memory, and remain clearet and longest there ; and therefore those which are of the orignal Qualities of Bodies, viz. Solidity, Extension, Figure, Motion, and Reflection and thos that almost constantly affect our Bodies, as Heat and Cold ; and those which are the Affection of all kinds of Beings, as Existence, Duration, and Number, which almost every Object that affects or Senses, every Thought which imploys our Minds, being along with them : These, I say, and the like Ideas, are seldom quite soft, whilst the Mind retains any Ideas at all."

Book II - Chapter X - § 7

"In this secondary Perception, as I may so call it, or viewing again the Ideas that are lodg'd in the Memory, the Mind is oftentimes more than barely passive, the appearance of those dormant Pictures, depending sometimes on the Will. The Mind very often fers it self on work in search of some hidden Idea, and turns, as it were, the Eye of the Soul upon it ; though sometimes too they start up in your Minds of their own accord, and offer themselves to the Understanding ; and very often are rouzed and tumbled out of their dark Cells, into open Day-light, by some turbulent and tempestuous Passion, our Affections bringing Ideas to our Memory, which had otherwise lain quiet an unregarded. This farther is to be observed, concerning Ideas lodg'd in the Memory, and upon occasion revived by the Mind, that they are not only (as the word revive imports) none of them new ones ; but also that the Mind takes notice of them, as of a former Impression, and renews its acquuaintance with Ideas had known before. So that though Ideas formerly imprinted are not all constantly in view, yet in remembrance they are constantly known to be such, as have been formerly imprinted, i.e. in view, and taken notice of before by the Understanding."

In diesem Bezugsverhältnis verdeutlicht er den Vorgang des Denkens, oder konkret des Nachdenkens, was es sogar noch explizierter spezifiziert. Der eigentlich Vorgang findet nämlich primär in der Erinnerung statt und wird über die Aktiva darin dem Geiste zugeführt (man bedenke hierzu das spezifische Muster der auf einmal auftretenden Erkenntnis). Im Verhältnis des Denkens findet hingegen der Kreislauf statt, der sich über nachfolgendes Bildnis darlegt, indem nämlich Inhalte der Erinnerung zum Geiste gelangen und über die bewußtwerdende Wahrnehmung als solche hervortreten, womit wir uns bewußt beschäftigen, indem wir es uns dies, sinngemäß ausgedrückt, 'vor Augen führen' und dieses Bewußte hiernach wieder zur Erinnerung gelangt und darüber dies seine Anreicherung erlangt. Der Akt der bewußten Beschäftigung ist es, was den hervortretenden Inhalt darüber anreichert und somit wiederum das Erinnerungswesen. Und über den fortwährenden Kreislauf bildet sich dies entsprechend aus. Das Denken findet nicht im Geiste statt, sondern über das Hervorbringen im Geiste, was über den Bewußtsinn darüber zur bewußten Erscheinung gelangt, dessen es bedingt, da man nicht in die Erinnerung hineinschauen kann, sondern einzig das ersichtlich ist, was daraus zum Geiste gelangt. Maßgeblich ist darüber hinaus die erforderliche Aufmerksamkeit, welche wie Locke ausführt, ebenfalls nicht bedingend vom Geiste ausgeht, wohingegen diesem jedoch ein wesentliche Steuerungsfunktion obliegt.

Bewußtsinn

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Book II

Of Discerning, and other
Operations of Mind

Chapter XI

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Book II - Chapter XI - § 13

"In fine, The defect in Naturals, seems to proceed from want of quickness, activity, and motion, in the intellectual Faculties, whereby they are deprived of Reason : Whereas mad Men, on the other side, seem to suffer by the other Extreme. For they do not appear to me to have lost the Faculty of Reasoning? but having joined together some Ideas very wrongly, they mistake them for Truths ; and they as Mendo, that argue right from wrong Principles. For by the violence of their Imaginations, have taken their Fancies for Realities, they make right deductions from them. Thus you shall find a distracted Man fansying himself a Kind, with a right inference, require suitable Attendance, Respect, and Obedience : Ohters who have thought themselves made of glass, have used the caution neccessary to preserve such brittle Bodies. Hence it comes to pass, that a Man, who is very sober, and of a right Understandin in all other things, may in one particular, be as frantick as any in Bedlam ; if either by any sudden very strong impression, or long fixing his fancy upon one sort of Thoughts, incoherent Ideas have been cemented together so powerfully, as to remain united. But there are degress of Madness, as of Folly ; the disorerly jumbling Ideas together, is in some more, and some less. In short, herein seems to lie the difference between Idiots and mad Men, That mad Men put wrong Ideas together, and so make wrong Propositions, but argue and reason right from them : But Idiots make very few or no Propositions, and reason fearce at all."

Im Bezug auf die Mißverhältnisse ist Locke leider sehr kurz gebunden, wobei diese auch derartig mannigfaltig sind, sodaß darin das reguläre Prinzip verloren ginge. Er bringt indess das Grundprinzip auf den Punkt, gemäß dem es an sich nicht der Detaillierung bedingt. Es beruht auf den fälschlichen Verknüpfungen, welche sich ergeben können, indem nämlich das Bezugsverhältnis der simple ideas nicht die erforderliche Anwendung findet. Wenn man bedenkt, daß sämtliche Erinnerungen einzig Abbilder des Sein sind und in keiner Weise das Sein selbst sind/repräsentieren, so repräsentiert der Mensch doch in seinem Kern die Vernunft, nicht von Grund auf der Illusionierung zu verfallen. Grundsätzlich ergibt sich jedoch in der reinen Erachtung der Erinnerung grundsätzlich das Verhältnis, daß wenn der Realbezug nicht mit hinzugezogen wird, sich dies generell in seinem Selbst auch verliert. Gerade darin besteht hingegen der Makel in seinem Bezug auf die Einschränkung der simple ideas, derer es nämlich nicht nur erstinstanzlich, sondern immer wiederkehrend der Abgleichung bedingt, da nämlich in der Erinnerung keinerlei Starre herrscht. Gerade über dieses beschränkte rein geistige Verhältnis bilden sich nämlich die Ideologien, die aufgrund dieses Verhältnisses als unumstößlich sich stellen und einzig ihr Zerwüfnis finden, insofern sie dem realen sinnenerlebenden Sein gegenüber gestellt werden, sodaß sie darüber als solche ersehen werden können. Über Locke's Ausführung kann man sich im Detail vor Augen führen, was es damit auf sich hat und damit verbunden auch, warum sie derart verbreitet sind. Sie treten als solches nämlich nicht derart in Erscheinung, gemäß seines Beschreibens, daß sie sich in der geistigen Erachtung als logisch korrekt stellen, dem gegenüber jedoch die reine Illusionierung (der Idiots) hingegen jedem sogleich ersichtlich ist, da sie jegliches reguläre Bezugsverhältnis entbehren.

Book II - Chapter XI - § 17

"I pretend not not to teach, but to enquire ; and therefore cannot but consess here again, That external and internal Sensation, are the only passages I can find of knowledge to the Understanding. These alone, as far as I can discover, are the Windows by which light is let into this dark Room. For, methinks, the Understanding is not much unlike a Closet wholly shut from light, with only some little openings left, to let in external visible resemblances, or Ideas of things without ; which would very much resemble the Understanding of a Man, in reference to all Objects of sight, and the Ideas of them."

Darin besteht der Kern Locke's Aufbringen, nämlich die funktionale Gegebenheit des Verständnisses darzulegen. Darum auch seine reine Erachtung der Bildnisse der Erinnerung, denn aus dem Ersehen resultiert das Verstehen (gemäß dem diese beiden Worte gemäß ihres Verbundswesens gebildet sind!) und dazu bedingt es der Inbetrachtnahme, welche durch den regulären Vorgang der durchfließenden Wahrnehmung nicht erlangt werden kann. Für das Verständnis der Dinge bedingt es der Inbetrachtnahme der gespeicherten Bildnisse, worüber die eigentlichen Ideas überhaupt erst zustandekommen und sich aus den simple Ideas herausbilden. Darin besteht der Grundstock des Verständnisses.

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Book II

Of Complex Ideas

Chapter XII

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Book II - Chapter XII - § 1

"We have hitherto considered those Ideas, in the reception wereof, the Mind is only passive, which are those simple ones received from Sensation and Reflection before-mentioned, whereof the Mind cannot make any one to it self, nor have any Idea which does not wholly consist of them. But as these simple Ideas are observed to exist in several Combinations united together ; so the Mind has a power to consider several of them united together, as one Idea ; and that not only as they are united in external Objects, but as it self has joined them. Ideas thus made up of several simple ones put together, I call Complex ; such as are Beauty, Gratitude, a Man, an Army, the Universe ; which thought complicated of various simple Ideas, or complex Ideas made up of simple ones, yet are, when the Mind pleases, considere each by it self, as one entire thing, and signified by one name."

Hierzu gilt zu bedenken, daß unser Substanzverhältnis in seinem Urspung, wie auch generell primär auf dem Ersehen von ersichtlichen Einheiten fußt, gemäß dem sie sich uns wahrnehmungstechnisch darbieten. Es ist somit keineswegs derart, daß der Mensch diese Einheiten aus seinen Bestandteilen zusammensetzt, sondern daß diese Einheiten ein Zusammengesetztes sind. So sind seine aufzählenden Muster, welche dazu gehören sollen, welche der Mensch selbst zusammensetzt, ein fälschliches Muster, denn gerade darin tut er es eben nicht, sondern ersieht es gemäß des Erscheinungsbildes. Der Sachstand ist vor allem doch komplexer, als seine Worte wiedergeben, denn hierin gilt das geistige Verhältnis zum Sein und der Ersichtung dessen voneinander getrennt und im Nebeneinander in Betracht zu ziehen. Vor allem bildet der Mensch als solches gar nicht die Sprache, sondern er übernimmt sie von anderen. Diejenigen ersehen es dieser Art, jedoch der Allgemeinheit ergibt sich ein solches nicht.

Book II - Chapter XII - § 2

"In this faculty of repeating and joining together its Ideas, the Mind has great power in varying and multiplying the Objects of its Thoughts, infinitely beyoung what Sensation or Reflection furnished it with : But all this still confined to those simple Ideas, which it received from those two Sources, and which are the ultimate Materials of all its Compositions. For simple Ideas are all from things themselves ; and of these the Mind can have no more, no other than what are suggested to it. It can have no other Ideas of sensible Qualities, than what come from without by the Senses ; nor any Ideas of other kind of Operations of a thinking Substance, than what it finds in it self, but when it has once got these simple Ideas, it is not confined barely to Observation, and what offers it self from without ; it can, by its own power, put together those Ideas it has, and make new complex ones, which it never received so united."

Damit sind wir dann bei der Kreativität, Vision, usw. angelangt. Inwiefern sind diese jedoch gemäß seiner Worte den simple Ideas behaftet. Hierzu möchte einmal meinen Input zur Metaphysik einbringen, der ich gegenüberhalte, daß diese einzig Sinn macht, insofern man darin dem Wahrnehmungsverhältnis behaftet bleibt. Das gilt nämlich jeglicher Instanz der Inbetrachtziehungen, was Locke auch überdeutlich vermittelt, jedoch dies als grundlegende Gegebenheit erachtet, die so nicht ist. Man achte hierzu einmal auf die Erforschung der Illusion und man wird feststellen, daß dies gar nicht existiert und überhaupt das Thema Illusion in sämtlichen geistigen Verhältnissen außen vor steht. Der Grund ist ein ganz einfacher, denn die Grenze befindet sich funktionstechnisch beim Bewußtsinn, denn jegliches Erscheinungsbild, welches darüber hinaus in die Erinnerung gelangt ist einzig ein Abbild dessen und nicht die Wirkung selbst. Somit ist vom Prinzip her auch eine Eingrenzung der Illusion im Verhältnis von Erinnerung und Geist einzig relativ in dem Verhältnis möglich, inwiefern es im Verbund mit der Sache selbst einher geht, zwischen dem die Wahrnehmung steht, die ebenfalls nicht vollkommen ist. Es existiert somit grundsätzlich nur ein relatives Realitätsverhältnis. Es geht einzig darum, wie nahe oder fern man sich dem gegenüber befindet. Und vor allem auch, inwiefern man das Jeweilige nur von außen erachtet, wie man es ja auch bezüglich des menschlichen Innenlebens praktiziert, oder aber aus dem jeweiligen Selbst heraus. Daraus ergibt sich auch meine Bewandtnis, daß die Prinzipien des Seins einzig über die Relativitäten des Seins heraus überhaupt ersichtlich sind. Darüber gelangt man einkreisend der Gegebenheiten zu dem Kern der Gegebenheiten.

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Book II

Of Modes of Pleasure and Pain

Chapter XX

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Book II - Chapter XX - § 1

"Amongst the simple Ideas, which we receive both from Sensation and Reflection, Pain and Pleasure are two very considerable ones. For as in the Body, there is Sensation barely in its self, or accompanied with Pain or Pleasure : so the Thought, or Perception of the Mind is simply so, or else accompanied also with Pleasure or Pain, Delight or Trouble, call it how you please. These like other simple Ideas cannot be describeld, nor their Names definded ; the way of knowing themm is, as of the simple Ideas of the Senses, only by Experience : For to define them by the Presence of Good or Evil, is no otherwise to make them known to us, than by making us reflect on what we feel in our selves, upon the several and various Operations of Good and Evil upon our Minds, as they are differently applied to, or considered by us."

Hierin erweist er wiederum sein besonderes Gespür für die elementaren Details. Auch wenn er ersichtlicherweise dies nicht zu händeln weiß, so bringt er doch das Elementare darin auf. Es handelt sich dabei nämlich um das Gefühlswesen, dem Verhältnis, welche sich uns als Harmonie und Disharmonie aufweist. Und er ersieht auch, daß dies eben nicht in der Erinnerung und dem Geiste selbst in Erscheinung tritt, sondern daß dort nur entsprechendes erwirkt wird. Darin besteht der Kern der Angelegenheit bezüglich der inneren Sinne des Unterbewußseins, deren Wirken aufgrund dessen nämlich nicht nur bei ihm, sondern generell bei allen, welche das rein Geistige in Betracht ziehen, gar nicht in Erscheinung treten kann, da es nämlich als solches nicht darin gelangt, sondern einzig Versinnbildlichungen. Somit wird aber auch ein weiteres wiederum über Locke ersichtlich, was ich aufbringe, daß nämlich die reguläre Wahrnehmung und die Sinnesempfindungen zweierlei sind. Wie sich mir darlegt, gelangen nämlich sämtliche Sinnesempfindungen über das Unterbewußtsein ins Überbewußtsein und erfahren über die Sinne des Unterbewußtseins diese Anreicherung, welche den reinen Sinnesreizen gegenüber als waageprinzipmäßiges Harmonie-Disharmonieverhältnis daraus hervorgehen und wir derart erfahren und nur bei Unbekanntem ein reiner Reiz. Dem gegenüber enthalten die regulären Wahrnehmungen, allem voran das Sehen, keinerlei solcher Empfindungen und erwirken auch keine Gefühle, da diese auch auf direkte Weise zum Bewußtsinn gelangen.

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Book II

Of Power

Chapter XXI

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Book II - Chapter XXI - § 35

"Das die Vorstellung eines Guts und eines größeren Guts den Willen bestimme, scheint ein so gründlicher, und durch die allgemeine Einstimmung aller Menschen bestätigter Grundsatz zu sein, daß ich mich nicht wundere, wenn ich in der ersten Ausgabe denselben annahm. Und vielleicht werden die Menschen dies für verzeihlicher halten, als daß ich jetzt von dieser allgemein angenommenen Meinung abzugehen wage. Allein nach einer schärferen Untersuchung kann ich nicht umhin zu schließen, daß ein Gut, ja ein größeres Gut, obgleich vorgestellt und anerkannt, doch den Willen nicht bestimme, wenn nicht ein mit demselben verhältnismäßigen Verlangen entsteht, und durch das Bedürfnis eine unangenehme Empfindung erzeugt. Man überzeuge einen Menschen noch so sehr, daß Überfluß der Armut vorzuziehen ist; man lasse ihn erkennen und eingestehen, daß die Bequemlichkeit eines feineren Lebens heller ist, als eine schmutzige Dürftigkeit, alles das wird ihn nicht rühren, so lange er mit der letzten zufrieden ist, und nichts Lästiges in derselben findet; sein Wille wird sich zu keiner Tätigkeit entschließen, um sich in einen anderen Zustand zu versetzen. Wenn ein Mensch bei voller Überzeugung von den Vorzügen der Tugend, daß sie für einen Menschen, der hohe Zwecke in diesem, und große Hoffnungen in dem künftigen Leben hat, so unentbehrlich ist, als Nahrungsmittel für das tierische Leben, noch nicht nach Rechtschaffenheit hungert und dürstet, und keine Unlust über den Mangel derselben empfindet, so wird sich der Wille zu keiner Tätigkeit bestimmen, um diesem erkannten größeren Gut nachzustreben; sondern statt dessen durch andere unangenehme Empfindungen zu andern Handlungen gereizt werden."

Hierin zeigt sich wahrlich, daß nicht das Geistwesen über das Selbst bestimmt, sondern das Gesinnungswesen, dem gegenüber man allgemein dem Geiste das Leitwesen zuspricht. Man beschäftige sich hierzu einmal mit dem Coaching, worin gerade dieses Mißverhältnis sein Unwesen treibt, worin man weiträumig die Erfahrung der Betroffenen ihr Leidwesen dem gegenüber klagen. Und doch gibt es immer wieder Neue, welche sich darauf einlassen, sodaß es munter weiter sich derart vollzieht, da man es nicht anders vermittelt bekommt, als daß dem so sei. Wie in all dem, was er aufbringt, bewegen wir uns grundsätzlich im Bezugsverhältnis der Ideologien, wohingegen die Feinheiten seines Aufbringens einzig Erleuchtung bringt in die synonymen Verhältnisse, mit welchen man darin konfrontiert ist, die jedoch, wie er verdeutlich gar nicht so undeutlich sind, wie sie allgemein erscheinen, jedoch nicht die erforderliche Erachtung erfahren. So, wie auch sein Aufbringen, welches doch fernab des Rampenlichts steht, obwohl es derart das Sein erhellt.

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Book II

Of our complex Ideas of Substances

Chapter XXIII

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Book II - Chapter XXIII - § 1

"The Mind being, as I have declared, furnished with a great number of the simple Ideas, conveyed in by the Senses, as they are found in exterior things, or by Reflections on its own Operations, takes notice also, that a certain number of these simple Ideas go constantly together ; which being presumed to belong to one thing, and, Words being suited to common apprehensions, and made use of for quick dispatch, are called so united in one subject, by one name, which by inadvertrency we are apt afterward to talk of an consider as one simple Idea, which indeed is a complication of many Ideas together : Because, as I have said, not imagining how these simple Ideas can subsist by themselves, we accustom our selves, to suppose some Substratum, wherein they do subsist, and from which they do result, which therefore we call Substance."

Ich werde diesen Abschnitt einmal übersetzen, da es das Elementare darin aussagt: "Wie ich erklärte, wird der Geist mit einer großen Anzahl von einfachen Ideen befüllt, welche über die Sinne vermittelt werden, gemäß dem sie in äußeren Dingen oder über deren eigenen Aktivitäten erwirkte Reflektionen zu finden sind und dabei nimmt dieser auch zur Kenntnis, daß eine bestimmte Anzahl von diesen einfachen Ideen zusammen gehen ; worüber sich die Vermutung einstellt, daß sie als Einheit zusammen gehören, worüber Wörter gebildet werden für diese Auffassung, ..." Der Punkt hierin ist, daß man es hierin mit drei Ebenen zu tun hat, primär mit dem Sein, welches sich über das Vermittelnde der Wirkungen über die Sinne (im Bewußtsinn!) darbietet. Sekundär mit der Bildung der geistigen Vorstellung aus der Erinnerung heraus, in der es sich als solches abbildet (der Idea). Und in der dritten Ebene mit der sprachlichen Fassung, welche eine Bezeichnung der Bildnisse darbietet. Erörtert man hierin die Inbetrachtziehung, so findet die des Primären weiträumig gar nicht statt (darauf beruht dieses Substanzverhältnis), gemäß dem es mir in der primären Thematik der Unterscheidung von Wahrnehmung vor allem darum auch geht, daß man beides und vor allem im Verhältnis deren Unterscheidung in Betracht zieht (Locke fehlt es hierin des Verhältnisses des Bewußtsinns, wohingegen jedoch seine Darstellung als solche die weiteren anteiligen Gegebenheiten entsprechend ihrer Präsenz wieder gibt), denn einzig im erstinstanzlichen Bezug wird alles miteinander vermittelt (im Verhältnis der Wahrnehmung im Bewußtsinn), wohingegen man bereits in der sekundären Stufe eine Reduzierung, Veränderung und Komprimierung erfährt. Ein weiteres Aufbringen von mir ist, gemäß dem Locke entsprechendes dazu aufbringt, daß die Sprache nur ein Hinweis ist für das jeweilige Sein und nicht für sich isoliert über den Inhalt verfügt (das Wort ist leer, ohne den durch die Sinne bewußt erfahrenen Inhalt). Als maßgebliche Voraussetzung bezüglich des Substanzverhältnisses erweist sich somit vor allem das Ersichten der und die Erachtung aus dem Verhältnis der inneren Sinne, um das Allumfängliche als solches darüber in Erfahrung zu bringen, dem gegenüber die Inbetrachtziehung rein der äußeren Sinne und somit der Beschränktheit des Verhältnisses die Gegebenheiten verklärt, sodaß sie als solche nicht hervortreten. Und die reine Erachtung des Geistigen, worüber nicht nur das Sinnliche außen vor steht, da es darüber gar nicht in Erscheinung treten kann, zu den Mißverhältnissen führt, welche die Grundlagenerachtung des Seins dem entsprechend verklärt. Das Sein gibt sich, wie es ist, dem das erkennende Selbst gegenüber steht und damit ausgestattet ist, es gemäß des Seins zu erfahren. Dazu bedingt es jedoch all seiner Instrumente gemäß der Einrichtung zu nutzen, um es darüber zu erlangen. Das somit der Mensch, wie von Locke dargelegt, die diversen Gegebenheiten kumuliert zum Gemeinsamen, hat nichts mit der Wahrnehmung zu tun, wie ich noch darlegen werde, sondern im Umstand der Beschäftigung mit der Sache, in welcher man die Einfachheit erwägt, worüber es sich derart ergibt.

Es verhält hierin genau dem Verhältnis, welches Locke über seine Grundthematik aufbringt und mir darüber hervorzuheben gilt, daß man dies prinzipiell antrifft, daß man weitläufig überhaupt nicht den Ursprung der Entstehung der geistigen Vorstellung (Idea) überhaupt in Betracht zieht und insofern es im sprachlichen Bezug stattfindet, sich gänzlich in der Sprachsubstanz verirrt. Darüber entstehen die meisten Mißverhältnisse und führen allseits zu diesem rein Oberfächlichen des Äußeren, worüber das Selbst gar nicht in Erscheinung tritt. Man achte hierzu einmal auf meine mustgergültige Vorführung von Christian Wolff's Aufbringen, dessen Verlustigung in der Sprache ich in meinem ersten Buch vor Augen führe. Es ist sogar noch nicht einmal das Mißverhältnis des Geistes darin, was zu diesem Unwesen führt, sondern dessen fehlendes Bezugsverhältnis für die Entstehung der sprachlichen Substanz, zu dem nämlich einzig der den tatsächlichen Bezug hat, welcher die Sprache 'aus seinem Ursprung heraus' bildet und/oder grundsätzlich den Ursprung gemäß des Bildungswerkes in Betracht zieht und anwendet (Wolff's Begriffsbildung des Substantivs 'Bewußtsein' hingegen basiert auf Descartes' Ursprung, den er aber als solchen nicht in Betracht zog und erwirkte somit auch die darüber entstandenen Abstrusitäten). Man achte hierzu ebenfalls einmal auf das weitläufige Handikap gegenüber meinem sprachlichen Aufbringen, worin gerade dies seine Berücksichtigung erfährt. Dies kommt daher, daß ich dieses Substanzverhältnis, gemäß der damit verbundenen Relativität des Seins, ganz besonders achte und dies auch sprachlich derart umsetze, man jedoch weitläufig die aufbringenden Inhalte nicht ersehen kann, da man nur die Einheit des durch die Begriffe Aufgebrachten in Augenschein nimmt oder es des nachvollziehbaren Erlebensbezuges fehlt und man sich diesen nicht verschafft, dessen Bedingung Lockes' Worte ausgiebig hervorhebt. Tatsächlich ist es so, daß der Mensch die Details, welche Locke beschreibt, zwar wahrnehmungstechnisch vermittelt bekommt, dieser dies jedoch nur bedingt als solches überhaupt wahrnimmt.

Inwiefern ein Mensch einen tatsächlichen Bezug zur Sache selbst pflegt, ist relativ dem seines Substanzbezuges und umso detailreicher sein Substanzbezug ist, umso detailreicher nimmt dieser auch wahr. Es zeigt sich hierin ein prinzipielles Verhältnis, in welchem der Mensch verharrt und ergibt sich aus dem Verhältnis der Beanspruchung heraus. Nicht umsonst weisen Gelehrte, vor allem Selbstgelehrige ein Kenntnisreichtum an substanziellen Details auf, welches anderen nicht ersichtlich ist und auch nicht ersichtlich gemacht werden kann, wenn man sie darauf hinweist. Es geht als Grundprinzip des Verhältniswesens einher. Und so ist auch Lockes' Aufbringen derart gebildet, daß er die Allgemeinheit des Menschen in seiner Ausführung als solches in Betracht zieht, dem gegenüber er jedoch auch die durch ihn selbst ersichtlichen verfügbaren Kapazitäten als das Grundlegende dem gegenüber stellt. Er bewegt sich somit auch im Rahmen dessen, worum es mir geht, nämlich die Funktionalität als solches aufzuzeigen, welche aus dem Selbst heraus ersichtlich sind. Dazu muß man sie aber auch als solches in der Eigenständigkeit ihrer Funktionaliät in Erfahrung bringen. Und dazu bringt Locke ein ausgedehntes Detailreichtum auf. Betrachtet man sich hierzu die Übersetzer seines Textes, wie auch die Bezugnehmenden, so haben diese nicht erfahren und somit auch nicht erlangt, was er darbietet, sondern in den Darbietungen zeichnen sie ihr eigenes Verhältniswesen ab. Das Substanzwesen und der Bezug dazu ist, wie ich in diesem dafür eingerichteten Kapitel ausführlich darlege, einzig ein Relativum, über das man die diversen Arten der Inbetrachtziehungen vornimmt, welche den gemeinsamen Nenner aufweisen, daß darin die Substanz aus der geistigen Idee heraus in Betracht gezogen wird. Diese Substanz ist somit auch nur das Sekundäre (auf die Idea Bezogene) und nicht das, worum es sich im eigentlichen Sinne handelt und was sich als solches wahrnehmungsgemäß vermittelt. Locke beschreibt es ausührlich, daß das Primäre die Wahrnehmung ist, jedoch tritt sie darin als solches nicht in Erscheinung. Was es damit auf sich hat, ist das Besondere, was Locke's Aufbringen aufweist.

Book II - Chapter XXIII - § 2

"So that if any one will examine himself concerning his Notion of pure Substance in general, he will find he has no other Idea of it at all, but only a Supposition of he knows not what support of such Qualities, which are capable of producing simpe Ideas in us ; which Qualities are commonly called Accidents : And if any one should be asked, what is the subject wherein Colour or Wheigt inheres, he would have nothing to say, but the solid extended parts : And if he were demanded, what is it, that that Solidity and Extension inhere in, he would not be in a much better case, than the Indian before mentioned, who saying that the World was supported by a great Elephant, was asked, what the Elephant rested on ; to which his answer was, A great Tortoise : But being again pressed to know what gave support to the broad-back'd Tortoise, replied, something, he knew not what. And thus here, as in all other cases, where we use Words without having clear and distinct Ideas, we talk like Children ; who being questioned, what such a thing is, which they know not ; readily give this satisfactory answer, That it is something ; which in truth signifies no more when so used, either by Children or Men, but that they know not what ; and that the thing they pretend to know, and talk of, is what they have no distinct Idea of at all, and so are perfectly ignorant of it and in the dark. The Idea then we have, to which we give the general name Substance, being nothing, but the supposed, but unknown support of those Qualities we find existing, which we imagine cannot subsist, fine re substante, without something to support them, we call that Support Substantia ; which, according to the true import of the World, is in plain English, standing under, or upholding.

Und hierin zeigt er auch musterhaft das Verhältnis der Sprachebene auf, worin sich ein eigenständiges Substanzverhältnis gebildet hat und darüber ein eigenständiges Substanzverhältnis bewirkt und sich darüber abbildet. Das Jeweilige trägt einen Namen, in dessen darüber präsenten Substanzverhältnis auch das Vorstellungsverhältnis heraus hervorgeht. Als solches ist es jedoch tatsächlich inhaltsleer, sondern basiert auf dem Verhältnis der Suggestion, sodaß es die Wirkungen indirekt hervorruft. Gerade darin besteht das sprachgebildete Mißverhältnis des Menschen, daß dieser in seiner Sprachgewohnheit, in die er von anderen dies erhaltend hineingewachsen ist, den Ursprung darüber gar nicht ersieht und in Betracht zieht, sondern der geistigen Unachtsamkeit verfällt, daß die Sprache die Inhalte beinhalte (das Extrem fundiert sich vor allem über die schulische 'Sprachausbildung' - siehe meinen öffentlichen Diskussionsbeitrag über das Lesen und Schreiben lernen). Wenn man, wie hierin von Locke veranschaulicht, demonstrativ sein Gegenüber nach dem bedeutenden Inhalt des Sprachausdruckes hinterfragt, wird man weitläufig ein derartiges kindliches Verhältnis erfahren, in welchem die Menschen verfangen sind in ihrer Unbedachtsamkeit gegenüber deren sprachlichen Substanzverhältnis. So ergibt es sich dann auch, wie er beschreibt, daß man der Substanz letzendlich das zuschreibt, was über 'das Bezugsverhältnis' in Erscheinung tritt. Es ist keineswegs so, wie der Verbund mit dem Abschnitt zuvor mutmaßt, daß es sich aus sich selbst heraus fundiert, daß der Mensch sich derart mißbildet, sondern dieses Extrem wird rein über die Sprache bewirkt, dem gegenüber es dem Menschen des Verständnisses deren Funktionalität enbehrt. Dies kommt daher, daß dieser nicht seine eigene Sprache verwendet, sondern eine ihm Gegebene und sich nicht damit auseinandersetzt, inwiefern sie seinem Sprachgebrauch entspricht. Erweiternd zum inhaltlichen Aufbringen, gilt es mir an dieser Stelle Gabrielle Emilie Le Tonnelier de Breteuil Du Châtelet zu zitieren.

Gabrielle Emilie Le Tonnelier de Breteuil Du Châtelet

Naturlehre an Ihren Sohn . (1743 - S. 79)

"Herr Locke selbst hat sich bey dem Begriffe von der Substanz aufgehalten, den ihm die Phantasie angegeben, so wie sie nebst den Sinnen ihn den meisten Menschen beybringet. Er saget : Die Substanz sey nichts anders als etwas das wir nicht kennen, und davon wir gläuben, es sey die Stütze, und das Behältniß der Eigenschaften, deren Existenz wir entdecken, und davon wir nicht dafür halten, sie könnten fine re substante, ohne eine Sache bestehen, die sie unterhält. Dieser Stütze oder diesem Behältnisse geben wir den Namen Substanz, der so viel sagen will, als etwas das unter einem anderen ist, oder unterstützet. Man siehet leichtlich, daß dieser Begriff von der Substanz ganz undeutlich ist, wie Locke selbst gestehet, und daß er nichts als eine Art von Vergleichung ist, die mit dem wahren Begriffe einige Aehnlichkeit hat.

Einige Philosophen haben geläugnet, daß ein Unterschied unter beständigen und veränderlichen Eigenschaften sey. Sie glauben, alles was einem Wesen zukommt, sey gleich nothwendig, und die veränderlichen Eigenschaften würden Substanzen, die Substanzen aber Accidentien, nachdem man sie betrachtete. Sie vermischten also die grammatischen Substantiva, welches nur erdichtete Substanzen sind, mit den wahren Substanzen der Natur. Wenn ich daher weiß nenne, so drucke ich eine veränderliche Eigenschaft aus ; ich mache aber eine Substanz daraus durch die Erdichtung, wenn ich die Weisse nenne, obgleich die Weisse niemahls eine wahrhafte Substanz seyn kann.

Wir haben droben gezeiget, daß jedes Ding beständige Bestimmungen habe, welche allezeit bleiben was sie sind, so lange das Ding ist, und über dieses auch veränderliche, die sich verwandeln, da die anderen dauren. Ueber dieses haben wir gesehen, daß die beständigen Eigenschaften nothwendig aus den wesentlichen Bestimmungen fliessen, so wohl als die Möglichkeit der veränderlichen, deren Wirklichkeit allein veränderlich ist. Hieraus aber folget, daß die wesentlichen Bestimmungen die Stütze des Dinges, oder das substratum sind, welches die Philosophen so vielfältig beunruhiget hat. Denn wenn man die wesentlichen Bestimmungen wegnimmt, so gehen die beständigen Eigenschaften sowohl als die veränderlichen zu Grunde, und alsdann ist das Dinge nicht mehr wirklich, nicht mehr dasselbe.

Also ist das Wesen der Quell der beständigen Eigenschaften und der Möglichkeit der veränderlichen ; also ist es gleichsam die Stütze und Unterlage alles dessen was dem Dinge zukommen kann. Man kann daher von der Substanz folgende Erklärung geben : Sie sey dasjenige, was die wesentlichen Bestimmungen und beständigen Eigenschaften erhält, da indessen die veränderlichen sich verwandelen, und aufeinander folgen. Das heisset kurz : Die Substanz ist ein dauerndes und zu veränderndes Ding. Denn in so ferne es ein Wesen, und Eigenschaften hat, die daraus fliessen, dauret es und fähret fort zu seyn was es war. In so fern aber seine veränderliche Eigenschaften sich ändern, ist es veränderlich. Ein Ding aber das keiner Veränderung fähig ist, bey denen es vor sich bestehen kann, ist ein accidens, als z.B. Weiß, denn die geringste Veränderung dieser Farbe verändert sie in eine andere ; und sie kann nicht geändert werden, ohne ganz verwandelt zu werden."

Hierzu gilt es zunächst einmal richtig zu stellen, daß Locke einerseits beschreibt, wie es der Mensch 'im Allgemeinen' anwendet, dem gegenüber seine Worte darüber hinaus jedoch auch darlegen, wie er es erfährt (man achte auch bei meinen Ausführungen darauf, daß die Beschreibungen und Worte gemäß des jeweiligen Bezuges derart verbunden darstellenderweise gebildet sind!), sodaß sich darüber auch darlegt, daß sie beide es gleichermaßen derart ersehen, nur in unterschiedlichem Verhältnisbezug, was Locke's nachfolgenden Worte darlegen. So ist es nämlich das Allgemeine, worüber Locke darlegt, daß man darin dem Objekte seine Inhalte zuschreibt und dies als Einheit erachtet, dem gegenüber Locke einzig ein Verhältnis von Power antrifft und die Substanz einzig darüber erfahrbar sei. Er bezieht sich somit auch auf das, was sich über die 'vorstellende' Wahrnehmung darbietet. Dem gegenüber geht sie darüber hinaus auf die diversen Relativitäten ein, sodaß Châtelet's Worte für den Unbedarften wohl unübersehbar als verwirrende wirken werden. Indess enthalten diese das konkrete Verhältnis der Klarheit über das Sein darin. Man verdeutliche sich dies einmal über die grüne Farbe des Grases, welche im Bezug auf das Gras eine Beständigkeit darbietet, jedoch nur im Bezug auf das Sein des Grases als solches, dem gegenüber im Werden aus dem Samen und dem Vergehen dies nicht gegeben ist. Es handelt sich nämlich um eine Beständigkeit, welche im Bezug auf die inbetrachtziehende Substanz besteht, nicht jedoch in dem Substratum selbst. ... so lange das Ding ist, ist das Elementare hierin, was sowohl den Worten und auch der Sachlichkeit gegenüber die erforderliche Klarheit verschafft.

Hierin steckt der Kern der Angelegenheit und ist auch der Grund meines Aufbringens, warum die Wahrnehmung von der Vorstellung explizit zu trennen ist. Tatsächlich nimmt der Mensch es nämlich derart wahr, was Locke's Worte auch darlegen, obwohl er ebenfalls nicht darin unterscheidet (was ohne Inbetrachtziehung des Bewußtsinns auch gar nicht möglich ist). Es wird jedoch verfälscht, indem der Mensch dies einzig im Verhältnis des Vorstellungswesens und somit des Erinnerungswesens in Betracht zieht. Während nämlich das Wahrnehmungsverhältnis ein fließendes ist und mit dem Lauf der Dinge verbunden ist, hat man es im Verhältnis des Erinnerungswesens mit einer eigenständigen Beständigkeit zu tun, welche dem zuwider läuft, sodaß das Gras, welches sich als solches erweist, wenn es die grüne Farbe aufweist, darin als Gras erscheint, welches grundsätzlich in grüner Farbe präsent ist. Darauf beruht es, daß man dem das Substanzielle zuschreibt und nicht als ein Eigenständiges ersieht, wie es der Fluß der Wahrnehmung darbietet. Gravierenderweise zeigen sich jedoch gerade darüber die Prinzipien des Seins auf. Da man diese jedoch in der wahrnehmenden Substanz zu finden sucht, sieht man wiederum in die falsche Richtung und ersieht somit auch nicht dessen Bewandtnis, daß es sich in der erinnerungsgebildeten Konstante wiederspiegelt. Letztendlich muß man jedoch darüber hinaus gehen und den Ursprung des Grases als solches in Betracht ziehen, worüber erst endgültig als solches ersichtlich wird, daß es nicht das Gras ist, welches das Gras hervorbringt. So ist weitläufig dem Menschen auch sehr wohl bekannt und bewußt, daß die Dinge nur dort sind und existieren können, wo sie die erforderlichen Bedingungen antreffen.

Book II - Chapter XXIII - § 3

"An obscure and relative Idea of Substance in general being thus made, we come to have the Ideas of particular sorts of Substances, by collecting such Combinations of simple Ideas, as are by Experience and Observation of Men's Senses taken notice of to exist together, and are unknown Essence of that Substance. Thus we come to have the Ideas of a Man, Horse, Gold, Water, eg., of which Substances, whether any one has any other clear Idea, farther than of certain simple Ideas coexisting together, I appeal to every one's own Experience. 'Tis the ordinary Qualities, observable in Iron, or a Diamond, put together, that make the true complex Idea of those Substances, which a Smith, or a Jeweller, commonly knows better than a Philosopher ; who whatever substancial forms he may talk of, has no other Idea of those Substances, than what is framed by a collection of those simpe Ideas are to be found in them ; only we must take notice, that our complex Ideas of Substances, besides all these simple Ideas they are made up of, have always the confused Idea of something to which they belong, and in which they subsist : And therefore when we speak of any sort of Substance, we say it is a thing having such or such Qualities, as Body is a thing that is extended, figured, and capable of Motion ; a Spirit a thing capable of thinking : and so Hardness, Friability, and Power to draw Iron, we say, are Qualities to be found in a Loadstone. These, and the like fashions of speaking intimate, that the Substance is supposed always something besides the Extension, Figure, Solidity, Motion, Thinking, or other observable Ideas, though we knwo what it is."

Wie er zum Ausdruck bringt, steckt der Kern der unterschiedlichen Weltsichten darin, inwiefern, wie und was man in Betracht zieht, sodaß sich darüber auch das Elementare der Unterscheidungen darüber ergibt. Und insofern dieser es nicht als solches in seiner wahrnehmenden Erscheinung in Betracht zieht, ergibt sich diesem auch daraus der Grundsatz des Seienden und nicht aus dem Seienden selbst. Grundsätzlich bildet sich das Substanzverhältnis aus dem jeweiligen Bezugsverhältnis und aufgrund dessen trifft man auch auf derart vielfältige Weltsichten. So ist es vor allem jedoch über die Sprachgemeinschaft gebildet das Allgemeine, daß man es derart einheitlich als 'Seiendes' in Betracht zieht und sich entsprechend über das Bildungswesen gestaltet. Der Mensch ist es des weiteren auch gewohnt, die Dinge gemäß des ausschnitthaften in Erscheinung tretens zu erachten, sodaß nur Denjenigen, welche darüber hinaus blicken, sich darbietet, daß es sich darin um ein täuschendes Verhältnis handelt. Und wie über Châtelet's Darlegung hervorgehoben, so fällt die Inbetrachtnahme des Tatsächlichen selbst den Kennern der weiträumigeren Gegebenheiten schwer, es überhaupt derart zu fassen, wie es gegeben ist, sodaß sich gerade darüber wieder einmal mustergültig aufweisen läßt, daß das Verständnis für das Sein regelrecht dem Sein als Geständnis zu entlocken ist, um dazu zu gelangen. Es zeigt sich hingegen wahrlich einzig wie es ist und doch ist derart schwer zu erlangen. Dies hängt keineswegs mit den Schwierigkeiten zusammen, über die Wahrnehmung dazu zu gelangen, sondern im Gegenteil, denn es wird behindert durch die Maßstäbe der geistigen Vorstellungen und Ideologien (Ideas), welche weitläufig die Menschen voran stellen, um darüber das Sein in Augenschein zu nehmen, sodaß vor allem aber auch die Schwierigkeit darin besteht es über Sprache überhaupt ausdrücken zu können. Es wirkt wie eine Brille, mit welcher man nur unscharf sieht, derer es nur des Abnehmens bedarf, um das Sichten darüber in Erscheinung treten zu lassen. So sind die Worte auch einzig als Hinweis dienlich. In Betracht ziehen muß es ein Jeder selbst, um es daraus zu ersehen.

So stellt auch Locke hierin die Vorstellungskraft über die der Wahrnehmung, die erfordert, mehr dahinter zu entdecken, als sich über die Wahrnehmung darbietet. Tatsächlich ist es doch so, daß diese Gegenheiten eine Einheit bilden und es somit keines weiteren bedarf, da sich darüber darbietet, was und wie es als Gegebenheit präsent ist. Wie man des weiteren erfahren wird, bringt er als Darlegung doch genau diese Bewandtnis als Beschreibung auf, daß sich die Substanz einzig darüber, nämlich über die Eigenschaften aufweist und nichts anderes zu erfahren ist als dies. Das er dies dem Menschen zum Vorwurf macht, daß er dies so handhabt, basiert doch vielmehr darauf, daß er über mehr Detailwesen verfügt, jedoch seine Inbetrachtziehung keine andere ist.

Book II - Chapter XXIII - § 4

"Hence when we talk or think of any particular sort of corporcal Substances, as Horse, Stone, eg. though the Idea, we have of either of them, be but the Complication, or Collection, of those several simple Ideas of sensible Qualities, which we use to find united in the thing called Horse, or Stone, yet because we cannot conceive, how they should subsist alone, or one in another, we suppose them existing in, and supported by some common subject ; which Support we denote by the name Substance, though it be certain, we have no clear, or distinct Idea of that thing, we suppose a Support."

Tatsächlich sind es die Unterschiede, worüber sich das Jeweilige als Eigenständiges primär definiert. Darauf basiert auch die Benennung, oder besser gesagt, die Benamung eines Jeweiligen, indem der unterscheidenden Eigenständigkeit, welche als Beständigkeit einher geht, ein solches zugelegt wird. So ist es primär nämlich eben nicht die Spezifikation dessen, was es ist, worüber man dieses Verhältnis pflegt, sondern indem man dessen abgrenzende und unterscheidende Eigenständigkeit der Präsenz pflegt. Man bedenke dazu einmal die Entwicklungsgeschichte der Psyche, worüber es seine ausführliche Erläuterung erfährt.

Book II - Chapter XXIII - § 5

"The same happens concerning the Operations of the Mind, viz. Thinking, Reasoning, Fearing, eg. which we concluding not to subsist of themselves, nor apprehending how they can belong to Body, or be produced by it, we are apt to think these the Actions of some other Substance, which we call Spirit ; whereby yet it is evident, that having no other Idea or Notion, of Matter, but something wherein those many sensible Qualities, which affect our Senses, do subsist ; by supposing a Substance, wherin Thinkin, Knowing, Doubting, and a power of Moving, eg. do subsist, We have as clear a Notion of the Nature, of Substance of Spirit, as we have of Body ; the one being supposed to be (without knowing what it is) the Substratum to those Ideas we have from without ; and the other supposed (with a like Ignorance of what it is) to be the Substratum of those Operations, which we experiment in our selves within. 'Tis plain then, that the Idea of corporeal Substance in Matter is as remote from our Conceptions, and Apprehensions, as that of Spititual Substance, or Spirit : and therefore from our not having any notion of the Substance of Spirit, we can no more conclude its non-Existence, than we can, for the same reason, deny the Existence of Body : It being as rational to affirm, there is no Body, because we cannot know its Essence, as 'tis called, or have no Idea of the Substance of Matter ; as to say, there is no Spirit, because we know not its Essence, or have no Idea of a Spiritual Substance."

... worüber wir dann auch zum entsprechenden Thema gelangen. Am Anfang war die Psyche, kann man dazu nur sagen. Und da man darin keine andere substanzielle Präsenz je in Erwägung zog, so ergibt sich auch zwangsläufig das Entsprechende, daß alles, was innerhalb dessen in Erscheinung tritt, auch zwangläufig als aus diesem hervortretend erachtet wird. Nur tritt es eben gar nicht nach außen als solches hervor, sondern einzig indirekt. Und somit ergibt sich innerhalb dessen auch der Sachstand des bestehenden Mißverhältnisses, dem das Seelenwesen unterliegt, da die funktionale Präsenz derart einen gravierenden Widerspruch bildet. Dem gegenüber läßt sich dies jedoch in dem Verhältnis gar nicht ändern, da die Seele selbst ja gar nicht als solche in Erscheinung tritt, sondern einzig deren inhaltliches Wirken. Gerade hierin steckt jedoch das elementare Dilemma mit dem Verhältnis zur Substanz.

Diese Darlegung ist jedoch äußerst markant, denn bei eingehender Beschäftigung damit ergibt sich hierüber die Inbetrachtziehung gemäß des Raumes, welcher aufgrund seiner Ausfüllung als solcher in Erscheinung tritt. Interessanterweise bezieht er sich hierin jedoch nicht auf die Seele, denn gerade darin hat man weiträumig erörtert, inwiefern sie eine Substanz ist (wobei man jedoch nicht über die Erörterung hinaus gelangt ist!). Hierzu gilt es mir, mein Erfahren mit einzubringen, worin ich die sich aufweisenden Substanzen zunächst im Verhältnis der mentalen Veranlagungen und deren Hervortreten im Verbund mit dem Instinkt ergründete und sich über diesen Verbund das Unterbewußtsein in seiner inhaltlich präsenten Substanz aufwies. Für das Überbewußtsein ergab sich mir Gleiches im Verhältnis seiner anteiligen Bestandteile. Und auch ergibt sich mir wiederum über den funktionalen Verbund des Unter- und Überbewußtseins die Einheit des ausfüllenden Bewußtseins, welches sich wiederum als Teil der Psyche erweist, welche sich darüber hinaus über den gesamten Körper erstreckt. Gerade hierin trifft man einzig auf Wirkungen, welche jedoch aus substanziellen Präsenzen (zwangsläufig!) heraus hervortreten. So ergibt sich hierin im Bezug auf Unter-, Überbewußtsein, sowie dem Bewußtsein und der Psyche ein konkreter räumlicher Bezug, welcher aus seinen Inhalten heraus resultiert (auch wenn es keinen den Augen ersichtlichen Raum einnimmt, so ist es doch als wirkende Substanz in seiner Räumlichkeit präsent!). Das Unterbewußtsein befindet sich in dem Bauchraum, daß Überbewußtsein im Kopfraume und die Psyche erstreckt sich über den ganzen Körper.

Man betrachte dem gegenüber den allgemeinen Seelenbezug, worin man nicht nur den Gegensatz praktiziert und die Seele hingegen nicht das Resultierende ist, sondern das Ausgehende/Substanzielle und man gar dem Einen alles Inhaltliche zuschreibt, was aus diesem heraus hervorgeht, gemäß dem auch anteilig erachtendes, wie Geist, Spirit, Bewußtsein gleiches wiederfährt. Auch hierin trifft man somit auf das, was Locke beschreibt, daß man auch darin gar nicht den Detailbezug pflegt, bzw. darüber verfügt. Mir erwies es sich somit auch als bedingend erforderlich, den Seelenbezug ganz speziell zu separieren, da gerade darin ein absolutes Mißverhältnis besteht, indem man hierin einzig dem Vorausgehenden etwas zuschreibt, was substanziell dem gar nicht entspricht, sondern seinen ausfüllenden anteiligen Bestandteilen, dem gegenüber die Seele als solches dem erfüllten Raume entspricht. Der Seele wird bekannterweise grundsätzlich das Räumliche abgesprochen, dem es mir hierüber konkret entgegenzubringen ist, daß diese sehr wohl über die Wirkungen im Verbund der Räumlichkeit präsent ist, den Raum jedoch nicht 'materiell' ausfüllt, wie überhaupt Wirkungen keinen Raum ausfüllen, sondern erfüllen.

Book II - Chapter XXIII - § 6

"Whatever therefor be the secret and abstract Nature of Substance in general, all the Ideas we have of particular distinct Substances, are nothing but several Combinations of simple Ideas, co-existing in such, though unknown, Cause of their Union, as makes the whole subsist of it self. 'Tis by such Combinations of simple Ideas, and nothing else, that we represent particular Substances to our selves ; such are the Ideas we have of their several sorts in our Minds ; and such only do we by their specific Names, signifie to others, v.g. Man, Horse, Sun, Water, Iron, upon hearing which Words, every one who understands the Language, frames in his Mind a Combination of those several simple Ideas, which he has usually observed, or fansied to exist together under that denomination ; all which he supposed to rest in, and be, as it were, adherent to that unknown common Subject, which inheres not in any thing else : thought in mean time it be manifest, and every one, upon Enquiry into his own thoughts, will find, that he has no other Idea of any Substance, v.g. let it be Gold, Horse, Iron, Man, Vitriol, Bread, but what he has barely of those sensible Qualities, which he supposes to inhere, with a supposition of such a Substratum, as gives as it were a support to those Qualities, or simple Ideas, which he has observed to exist united together. Thus the Idea of the Sun, What is it, but an aggregate of these motion, at a certain distance from us, and, perhaps, some other? As he who thinks and discourses of the Sun, has been more or less accurate, in observing those sensible Qualities, Ideas, or Properties, which are in that thing, which he calls the Sun."

Elementar ist hierin, daß jegliche Wirkung aus einer substanziellen Präsenz (Wirksubstanz) hervortritt oder von einer solchen reflektiert wird. Somit ergibt sich daraus auch dieses entsprechende Bezugswesen, da es als Wirkungsbestandteil dessen hervortritt und man dem gegenüber außen vor steht und es von diesem Standpunkt aus erfährt. Es ist somit aber nicht das, was die Substanz ausmacht, sondern einzig, was über sie hervortritt (sowohl aus ihr, wie auch reflektierend). Dies führt zum weiteren Wirrwesen darin, da es das Selbst gar nicht repräsentiert. Um das Selbst in Erfahrung zu bringen, bedingt es, dies aus dem jeweiligen Selbst heraus zu erlangen und dies ist aus der regulären Perspektive im Gegenüberstehen nicht gegeben. Dafür ist jedoch unser eigenes Selbst der Ausgangspunkt, um es als solches zu erfahren. Betrachtet man sich des Menschen Verhältnis zu seinem Innenleben, so erweist sich gerade hierin die Besonderheit, daß sie auch dem gegenüber sich in einem äußerlichen Verhältnis aufhalten, wobei dessen Selbst sich doch im Inneren befindet. Dies ergibt sich aus diversen Verhältnissen heraus, zu denen ich auf einige eingehen werde. Grundsätzlich pflegt jedoch der Mensch immer mehr rein das Außenleben und distanziert sich darüber immer mehr seinem inneren Selbst. Das dieser damit verbunden auch dem Anderen gegenüber grundsätzlich ein solches Verhältniswesen pflegt, ergibt sich darüber zwangsläufig. Es ist jedoch nicht der natürliche Zustand, denn um als funktionale Einheit einherzugehen, bedingt es dem Menschen primär des Einheitswesen im Verhältnis seines Selbst. Das dies somit als ein Unbewußtes einher geht, hat nichts mit dem Menschen an sich zu tun, sondern mit den Einwirkungen auf diesen, welche ihn davon ableiten.

Book II - Chapter XXIII - § 7

"For he has the perfectest Idea of any particular Substance, who has gathered, and put together, most of those simple Ideas, which do exist in it, among which are to be reckoned its active Powers, and passive Capacities ; which thought not strictly simple Ideas, yet, in this respect, for brevities fake, may conveniently enough be reckoned amongst them. Thus the power of drawing Iron, is one of the Ideas of the Complex one of that substance we call a Load-stone, and a Power to be so drawn is a part of the Complex one we call Iron ; which Powers pass for inherent Qualities in those Subjects. Because every Substance, being as apt by the Powers we observe in it, to change some sensible Qualities in other Subjects, as it is to produce in us those simple Ideas, we receive immediately from it, does by those new sensible Qualities, introduced into other Subjects, discover to us those Powers, which do thereby mediately affect our Senses, as regulary as its sensible Qualities do it immediately, v.g. we immediately by our Senses perceive in Fire its Heat and Colour ; which are, if rightly considered, nothing but Powers in it, to produce those Ideas in us : We also by our Senses perceive the colour and brittleness of Charcoal ; whereby we come by the Knowledge of another Power in Fire, which it has to change the colour and consistency of Wood : By the former Fire immediately, by the latter it mediately discovers to us these several Powers ; which therefor we look upon to be a part of the Qualities of Fire, and so make them a part of the complex Ideas of it. For all those Powers that we take Cognizance of, terminating only in the alteration of some sensible Qualities in those Subjects, on which they operate, and so making them exhibit to us new sensible Ideas, which make the complex ones of the sorts of Substances ; though these Powers considered in themselves, are truly complex Ideas. And in this looser sense, I crave leave to be understood, when I name any of these Potentialities amongst the simple Ideas, which we recollect in our Minds, when we think of particular Substances. For the Powers that are severallys in them, are neccessary to be considered, if we will have true distinct Notions of Substances."

Power and Substance

Man bedenke, welchen Kern der Gegebenheiten Locke hierin aufbringt und setze dies einmal in Vergleich zu den Verhältnissen von Kraft und Stoff, Materie und Energie, etc., was man allgemein antrifft. Tatsächlich erweist sich das Sein doch einzig über seine Wirkungen in seiner Präsenz, sodaß sich doch auch der Substanzbezug einzig darüber aufweist. Hierin zeigt sich wahrlich, daß 'seine' simple ideas dem Ursprung der Wahrnehmung entsprechen, denn einzig in dem Bezug wird es als solches ersichtlich, wohingegen das, was man kulturell antrifft, ein völlig anderes Substanzverhältnis pflegt. Der entscheidende Aspekt hierin ist, daß es somit aber auch den Menschen darin zwingt, die Wahrnehmung als solche außen vor zu stellen, um es als solches in Betracht zu ziehen. Einzig die explizite Inbetrachtziehung der wahrnehmenden Gegebenheiten bringt hingegen ein solches hervor, dem gegenüber ich mir die erforderliche Aufklärung verschaffte über die Ergründung der Funktionalität der Wahrnehmung, worüber es sich dem gemäß darlegt. Auch hier wiederum ergab es sich primär über die Beschäftigung mit dem inneren Selbst und der ausgehenden Beschäftigung mit den Substanzen des Bewußtseins und somit dem reinen Verhältnis von Wirkungen, worüber dies das Mißverhältnis gegenüber dem Äußeren 'zugetragenen Verhältnis' aufklärte, worin dies nämlich regulär gar keine solche Erachtung erfährt (Locke hierin eine Ausnahme ist!).

Book II - Chapter XXIII - § 8

"Nor are we to wonder, that Powers make a great part of our complex Ideas of Substances ; since their secondary Qualities are those, which in most of them serve princically to distinguish Sustances one from another, and commonly make a considerable part of the complex Ideas of the several sorts of them. For our Senses failing us, in the discovery of the Bulk, Texture, and Figure of the minute part of Bodies, on which their real Constitutions and Differences depend, we are sain to make use of their secondary Qualities, as the characteristical Notes and Marks, whereby to frame Ideas of them in our Minds, and distinguish them one from another. All which secondary Qualities, as has been shewn, are nothing but bare Powers. For the Colour and Taste of Opium, are, as well as its soporisick or anodyne Virtues, meer Powers depending on its primary Qualities, whereby it is fitted to produce different Operations, on different parts of our Bodies."

Der Sachverhalt hierin ist das ausgehende Objektverhältnis, worüber überhaupt erst in der speziellen Inbetrachtnahme sich zeigt, daß dies einzig über die Wirkungen als solches in Erscheinung tritt. So befaßt sich auch Locke mit dem schrittweisen zubewegen auf den eigentlichen Kern der Sache, welcher als solches doch auch für ihn sich noch als ein relativ Fremdes erweist, welcher er durch diese Herannäherung spezifizierend zu fassen sucht sodaß er sich hierin einzig auch nur im Bezug auf die sekundären Qualitäten der Eindeutigkeit die Sicherheit des Erkennens darlegt, dem gegenüber die primären Qualitäten vor allem aufgrund dessen Verbundswirken auch nicht dieser Eindeutigkeit entsprechend faßbar sind.

Book II - Chapter XXIII - § 9

"The Ideas that make our complex ones of corporeal Substances, are of these three sorts. First, The Ideas of the primary Qualities of things, which are discovered by our Senses, and are in them even when we perceive them not, such are the Bulk, Figure, Number, Situation, and Motion of the Parts of Bodies, which are really in them, whether we perceive them or no. Secondly, The sensible secondary Qualities, which depending on these, are nothing but the Powers, those Substances have to produce several Ideas in us by our Senses ; which Ideas are not in the things themselves, otherwise than as any thing is in its Cause. Thirdly, The aptness we consider in any Substance, to give or receive such alterations of primary Qualities, as that the Substance so altered, should produce in us different Ideas from what it did before, these are called active and passive Powers : All which Powers, as far as we have any Notice or Notion of them, terminate only in sensible simple Ideas ; for whatever alteration a Load-stone has the Power to make in the minute Particles of Iron, we should have no Notion of any Power it had at all to operate on Iron, did not its sensible Motion discover it ; and I doubt not but there are a thousand Changes, that Bodies we daily handle, have the Power to cause in one another, which we never suspect, because they never appear in sensible effects."

Hierüber zeigt sich auch das Differenzierungsverhältnis seiner qualitativen Unterscheidung, in welchem die primären Qualitäten aus dem Jeweiligen heraus hervortreten und sich als Bestandteil derer erweisen, wohingegen die Sekundären reflektierende Wirkungen sind. Hierin spricht er jedoch einzig Letzterem zu, daß sie rein Power sind, dem gegenüber sich jedoch darlegt, daß er es nicht generell darauf bezieht, sondern vielmehr der primären Qualität eine anteilige inhaltliche Präsenz zuspricht.

Book II - Chapter XXIII - § 10

"Powers therefore, justly make a great part of our complex Ideas of Substances. He, that will examine his complex Idea of Gold, will find several of its Ideas, that make it up, to be only Powers, as the Power of being melted, but keeping its weight in the Fire, of being dissolved in Regia, are Ideas, as necellary to make up our complex Idea of Gold, as its Colour and Weight ; which is duly considered, are also nothing but different Powers. For the speak truly, Yellowness is not actually in Gold ; but is a Power in Gold, to produce that Idea in us by our Eyes, when placed in a due Light ; and the Heat, which we cannot leave out of our Idea of the Sun, is no more really both equally Powers in the Sun, operating by the Motion and Figure of its insensible Parts, so on a Man, as to make him have the Idea of Heat ; and so on Wax, as to make it capable to produce in a Man the Idea of White."

Und hierüber wird es dann auch deutlich, daß er diesen nur ein Teilwesen der Wahrnehmung zuspricht. Wie ich hoffe darlegen zu können, bedingt es zur klaren Sichtung der Gegebenheiten der Voraussetzung der Kenntnisse über die Funktionalität dessen, was es hervorbringt. Locke hat zumindest verhältnismäßig die Klarheiten hervorgebracht, welche über die Wahrnehmung als solche erfahrbar sind. Und zwar mit einer detaillierten Klarheit, wie sie seinesgleichen sucht. In Verbindung meiner Erläuterung zur Funktionalität hoffe ich dazu beitragen zu können, daß es sich miteinander verbindend auch entsprechend nachvollziehbar vermittelt, wie es sich hierin verhält.

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