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Plato(n)

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Geschichte der antiken Naturwissenschaft und Philosophie
Wilhelm Windelband /Sigmung Günther (1888)

"Den Mittelpunkt der platonischen Philosophie bildet diejenige erkenntnistheoretisch-metaphysische Ansicht, welche unter dem Namen der Ideenlehre bekannt ist. Die Wurzel dieser genialen Konzeption liegt in dem Bestreben Platon's, über den protagoreischen Relativismus hinaus, dessen Geltung für die Sinnenwelt und ihre Wahrnehmung anerkannt wird, mit Hilfe der begrifflichen Untersuchung, wie sie Sokrates gelehrt hat, zu einer sicheren und allgemein gültigen Wissenschaft von dem wahren Wesen der Dinge zu gelangen. Das letzte Motiv aber dieser Lehre ist das ethische Bedürfnis, die rechte Tugend durch das rechte Wissen zu gewinnen. Den subjektiven Ausgangspunkt des Philosophirens bildet für Platon wie für Sokrates die Überzeugung von der Unzulänglichkeit der gewöhnlichen Tugend, welche auf Herkommen und Klugheitsrücksichten beruhend, ihrer Gründe unbewusst, der Unsicherheit des Weltlaufs und der Meinungen preisgegeben ist. Er zeigt der Sophistik, dass sie mit ihrer Lustlehre diesen Standpunkt der Masse zu dem ihrigen mache, findet aber den Grund dafür eben darin, dass dieselbe, weil sie auf ein wirkliches Wissen verzichtet, kein Fundament für die Tugend bieten kann. In diesem Sinne tritt Platon geflissentlich der Ansicht bei, welche Protagoras über den Erkenntniswert der sinnlichen Wahrnehmungen und der auf ihnen beruhenden Meinungen entwickelt hatte: er betont nachdrücklichst ihre Relativität und ihre Unfähigkeit, das wahre Wesen der Dinge zu erkennen. Gerade deshalb aber treibt das ethische Bedürfnis über die Sophistik hinaus, und Platon benützt den Relativismus des Protagoras nur, um ihn desto energischer zu bekämpfen. Soll es Tugend geben, so muss sie auf einer anderen Erkenntnis beruhen als jener relativen, von der die Sophistik allein handelte."

"Den Weg aber zu dieser anderen Erkenntnis, die ihrer Gründe bewusst und von allem Zufall der Wahrnehmung und Meinung unabhängig sein soll, hat Sokrates gewiesen: es ist derjenige des begrifflichen Wissens. Die methodische Ausführung dieses Postulats nennt Platon Dialektik. Ihr Geschäft ist einerseits die Auffindung der einzelnen Begriffe, andererseits die Feststellung ihrer Verhältnisse durch die Einteilung. In Hinsicht der ersteren verfolgt Platon in der Hauptsache das induktorische Verfahren seines Lehrers, und ergänzt dasselbe zur Prüfung und Erhärtung der Begriffe durch die hypothetische Erörterung, welche darauf hinausläuft, aus dem aufgestellten Begriffe alle Konsequenzen zu ziehen und diese auf ihre Übereinstimmung mit dem Anerkannten und Thatsächlichen zu prüfen. Dagegen ist die Division der Gattungsbegriffe das von Platon mit vollem Bewusstsein neu eingeführte methodische Mittel zur Bloslegung der logischen Beziehungen zwischen den Begriffen, und deshalb schliessen sich an sie Untersuchungen über Vereinbarkeit und Unvereinbarkeit der Begriffe, also über Grundsätze der Disjunktion. Als letztes Ziel der Dialektik erscheint somit ein logisch nach den Verhältnissen der Koordination und Subordination angeordnetes System der Begriffe."

"Diese Begriffe nun enthalten nach Platon eine ihrem Ursprung wie ihrem Inhalte nach völlig andere Erkenntnis als die sinnlichen Wahrnehmungen: während in den letzteren die wechselnden und relativen Produkte des Geschehens zum Bewusstsein kommen, erfassen wir in den ersteren das bleibende Wesen der Dinge. Diesen objektiven Inhalt der begrifflichen Erkenntnis bezeichnet Platon als Idee. Wenn in den Begriffen - so folgert Platon aus der sokratischen Lehre - die wahre Erkenntnis gegeben sein soll, so muss sie eine Erkenntnis des Seienden sein. Wie deshalb die relative Wahrheit der sinnlichen Wahrnehmung darin besteht, dass sie die in dem Prozess des Geschehens entspringenden, wechselnden Verhältnisse wiedergibt, so besteht die absolute Wahrheit der begrifflichen Erkenntnis (der Dialektik) darin, dass sie in den Ideen das wahre, von jeder Veränderung unabhängige Sein erfasst. So entsprechen den beiden Erkenntnisweisen zwei verschiedene Welten: eine Welt der wahren Wirklichkeit, die Ideen, das Objekt der begrifflichen Erkenntnis, und eine andere Welt relativer Wirklichkeit, die werdenden und vergehenden Dinge, das Objekt der sinnlichen Wahrnehmung. Der Idee, als dem Gegenstande der wahren Erkenntnis, kommen deshalb die Prädikate des eleatischen Seins zu: sie ist unveränderlich. Die wahrnehmbaren Einzeldinge dagegen unterliegen dem heraklitischen Fluss aller Dinge in immerwährender Entstehung, Veränderung und Vernichtung. Der erkenntnistheoretisch-metaphysische Grundgedanke der platonischen Philosophie ist somit dieser: Zwei Welten sind zu unterscheiden, eine Welt dessen, was ist und nie wird, die andere dessen, was wird und nie ist, die eine Objekt der Vernunfterkenntnis, die andere Gegenstand der Sinnenerkenntnis. Da nun, wie die Erkenntnisweisen, so auch die Gegenstände derselben völlig getrennt sind, so stehen den Körpern, welche durch die Sinne wahrgenommen werden, die Ideen als unkörperliche Gestalten gegenüber. Nirgends im Raum oder in der körperlichen Welt zu finden, rein für sich, nicht mit den Sinnen, sondern nur mit dem Denken zu erfassen, bilden sie eine intelligible Welt für sich. Die rationalistische Erkenntnislehre fordert eine immaterialistische Metaphysik."

"Der Zweiweltentheorie als dem Kernpunkt des Platonismus entspricht nun auch die Art und Weise, wie sich Platon die Erkenntnis der Ideen im besonderen vorstellt. Zunächst zwar haben sie bei ihm den logischen Charakter der Gattungsbegriffe, das Gemeinsame der verschiedenen Einzeldinge, die sie unter sich befassen, herauszustellen. Aber Platon denkt sich den Vorgang dieser Erkenntnis nicht als einen analytischen, nicht als denjenigen der vergleichenden Abstraktion, sondern vielmehr als eine synoptische Intuition des Wesentlichen, welches sich in jeden einzelnen Exemplaren darstellt. Die Idee ist in ihren wahrnehmbaren Erscheinungen nicht enthalten; sie ist ein Andersartiges, das nicht darin gefunden werden kann. Die körperlichen Dinge der Wahrnehmung enthalten die Idee nicht, sie sind nur ihre Abbilder und Schattenbilder. Deshalb können auch die Wahrnehmungen nicht die Ideen als herauszulösende Bestandteile in sich enthalten, sondern nur die Veranlassungen bilden, auf Grund deren wir die von ihnen verschiedene, wenn auch ihnen ähnliche Idee erfassen. Da somit die Idee nicht durch Nachdenken erzeugt werden kann, so muss sie als ein ursprünglicher Besitz der Seele angesehen werden, deren sich dieselbe beim Anblick ihrer Abbilder in der sinnlichen Welt erinnert. Platon nimmt daher - in der mythischen Darstellung im Phaidros - an, dass die Seele des Menschen mit ihrem der Ideenwelt verwandten, übersinnlichen Teile vor dem Eintritt in das irdische Leben die Ideen 'geschaut' habe und sich ihrer nun bei Wahrnehmung entsprechender Erscheinungen erinnere. Dabei erzeugt sich aus dem schmerzlichen Gefühl des Staunens über den Unterschied zwischen der Idee und ihrer Erscheinung der philosophische Trieb, die sehnende Liebe zu der übersinnlichen Idee, welche aus dem vergänglichen Wesen der Sinnlichkeit zu dem unsterblichen Gehalte der Ideenwelt zurückführt."

Plato bringt damit den wahren Kern des Seinswesens auf, im Verbund mit dem Handikap, das Sein gemäß dem aus dessen Präsenz heraus zu ersehen, was darauf beruht, daß man dem Sein darin gegenüber steht und es sich somit wahrnehmungstechnisch um eine distanzierte Inbetrachtziehung handelt. Dies beruht auf der Bedingung der Distanz zur Wahrnehmung, um sich zu vollziehen. Somit erfährt man darüber auch einzig Auswirkungen und nicht das Sein selbst, sodaß man es in dem Verbundwesen erfährt, wie es sich wahrnehmungstechnisch im Verhältnis von Werden, Sein und Vergehen darbietet. Stellt man dem das Sprachverhältnis der Begriffe gegenüber, so zeigt sich darin ein anderes, indem nämlich die Funktionalität, woraus sich Werden, Sein und Vergehen ergibt, als ein Eigenständiges einher geht. Sie ist nicht Bestandteil der Substanz, sondern daraus ergibt sich das Substanzielle. Sprachtechnisch erfährt einzig das seine Bezeichnung, welches der Benennung entspricht. So ist vor allem auch seine Bewandtnis maßgeblich, daß insofern ein Etwas zu erlangen ist, es der Bedingung der Entsprechung (der Funktionalität!) bedingt, um ein solches zu werden. Gegenüber dem Wahrnehmungsverhältnis, worin sich rein Relatives darbietet, zeigt sich darüber die Voraussetzung des Seins.

Leider ist jedoch sein Ursprungsbezug ein gänzlich fälschlicher, denn er spricht nicht nur dem Geiste zu, diesem seien die Kenntnisse als angeborene Ideen gegeben, sondern er spricht dies vor allem auch den Begriffen zu, daß diese von Grund auf darüber verfügen. Und hierin trennt sich dann auch das eigentliche Verhältnis der Gegebenheiten in seine Varietäten, gemäß dem man sie auch in den Begriffsgebilden antrifft, in welchem die Idee nämlich einzig den Ausgangspunkt darstellt, worüber sich die diversen Gestalten heraus entwickeln. Dem gegenüber zeigt sich über unser Sprachverhältnis, daß der Mensch sehr wohl über die Erkenntnis verfügt, welche Plato als Prinzip aufbringt. Man betrachte sich hierzu einmal die technischen Entwicklungen, angefangen von der Nutzung des Feuers, der Anwendung des Rades, hin zu sämtlichen Anwendungen, worin der Mensch das Prinzip der Funktionalität anwendet, um ein Jeweiliges gestaltend werden zu lassen. Dieser Bezug besteht einzig nicht derart in den rein geistigen Verhältnissen, da hierin gar kein Direktbezug zu den Objekten des Daseins Bestandteil ist. Vielmehr erweist es sich als ein Bestreben nach der geistigen Omnipotenz, als das es sich stellt. Und genau so ergeben sich daraus auch die diversen Entwicklungen, die sich als Leitlinien des Daseins stellen.

Was Plato's Aufbringen der Idéa betrifft, so handelt es sich hierin um eine grundlegende Differenzierung zur erlangenden Erkenntnis, gemäß dem es auch im Allgemeinwesen bis heute seinen Sinngehalt entfaltet. Während die Erkenntnis einem Puzzlebildnis entspricht, worin die sich eingliedernden Puzzleteile das Gesamtbildnis erwirken und als solche in Erscheinung treten, unterliegt hingegen die Idéa keinem Bildungsvorgang, sondern in seinem Bezug handelt es sich um gegebene Präsenzen. Hingegen trifft man die Idee weitestgehend im Verhältnis von Erneuerungen an und bildet damit verbunden auch den Grundstock des Fortschrittes gegenüber der regulären Entwicklung. So basiert auch der Wandel der erneuernden reformierenden kulturellen Werdegänge auf dieser Grundlage der Idee, zur Abtrennung vom Alten, indem das Neue grundsätzlich nicht auf dem Alten aufbaut, um es damit auch zu beseitigen (dem geistigen Willen indess die unausweichliche Präsenz der allgegenwärtigen Kausalität gegenüber steht!). Die Idee bildet im Verbund mit den Spekulationen der Erkenntnisbildung die Grundlage der Ideologie. Man beachte einmal die beschreibenden Worte des Philosophen Slavoj Žižek und man wird darüber Plato's aufbringendes Prinzip wiedererkennen.

"Da Ideologie immer selbstreferentiell ist, das heißt sich immer durch die Distanznahme zu einem Anderen definiert, den sie als ,ideologisch' ablehnt und denunziert, löst sie den Widerspruch des entfremdeten Wirklichen durch eine Amputation, nicht durch eine Synthese."

"Da Ideologie immer selbstreferentiell ist, das heißt sich immer durch die Distanznahme zu einem Anderen definiert, den sie als ,ideologisch' ablehnt und denunziert, löst sie den Widerspruch des entfremdeten Wirklichen durch eine Amputation, nicht durch eine Synthese."

Plato verkörpert das Sinnbild, worin das Geistige (Absolutum) über allem Seienden (Ideologischen) steht - im Geiste das einzig Wahre besteht. Betrachtet man durchwandernd den Werdegang im Philosophischen, so teilt sie sich, ausdrucksweise hervortretend über seinen Schüler Aristoteles, in zwei zentrale Lager, welche gemäß deren beiden Prinzipien am wirken sind. Letztendlich gelangen aber auch die sinnenbezugnehmenden Pragmatiker im Enderwirken der Erfordernis der Ganzheitlichkeit zu rein geistigen Spekulationen, sodaß sich mir gerade hierüber versinnbildlichte, daß der Mensch in der evolutionären Natur seines Seins gegenwärtig am ergründen ist, was es mit diesem Geiste überhaupt auf sich hat und wie man diesen 'sinnvoll' anwendet. Es erscheint mir wie ein pubertierender Akt des Daseins, welcher kurz davor steht, darüber hinaus zu gelangen. So zeigt sich diese Phase gerade darüber, daß man den Geist nicht nur zum Zentrum, sondern gar zum alleinigen Repräsentanten des Daseins stellt und sich die Philosophie nicht als eine des Seins, sondern eine des Geistes erweist. Die Sinne in ihrer umfänglichen Präsenz finden hierin keine Beachtung, außer aus der Warte geistiger Inbetrachtnahmen. Und da der Geist keine Empfindungen und Gefühle hervorbringt, ergibt sich hierin auch dieses Zirkelwesen der Gefangenheit. Das man somit beim Menschen 'aus dieser Warte heraus' grundsätzlich davon ausgeht, daß der Mensch 'aus sich selbst heraus' nicht zu einer Objektivität fähig sei, ergibt sich zwangsläufig. Die Aussage lautet jedoch, daß dieser generell nicht dazu fähig sei und stellt sich dies als rein objektive Beurteilung, die jedoch des Subjekts entbehrt.

Idea(l/lismus/manie/phobie) ← IdeeIdeo(logie/gramme/manie/philie)

Maßgeblich ist somit in dem Bezug auch die geistige Abgrenzung und gar das außen vor Stellen der Wahrnehmung gegenüber dem Geistigen. Hierüber werden Sinnbilder geschaffen, welche nicht bedingend den Bezug zur Wahrnehmung haben und sich über das Verhältnis derer stellt. Markant ist somit aber auch, daß die Sprache, welche dies überhaupt ermöglicht, letztendlich wiederum zum regulären Daseinsverhältnis führt, indem sie nämlich dies in ihrer Substanz enthält. Man betrachte sich hierzu einmal die diversen ideologischen Entwicklungen und kann darin erkennen, daß sie alle nach dem gleichen Zirkelsystem ablaufen, indem sie sich nämlich in ihrer Entwicklung zunächst ausbreiten, jedoch umso mehr sie von dem Einnehmen, von dem ist, sie auch wieder dem Zerfall unterliegen, insofern sie nicht in einem geschlossenen Rahmen stattfinden. So haben sich in den diversen Kulturen vielfältige Ideologien auch über Jahrhunderte erhalten, bis ein äußeres Einwirken es erst zum Zerfall brachte. Letztendlich ist es auch einerlei, sich mit der Ideologie oder der Illusion zu beschäftigen, denn beide basieren auf dem gleichen Grundprinzip, nämlich dem außen vor stellen des Wahrnehmungsbezuges des Seienden, welches sich einzig über die Sinne vermittelt. Ein Sichten des Seins ohne Wahrnehmung existiert nicht und somit stellen derartige Ideen auch ein Paradoxum dar, denn um das Sein zu ersehen, muß es sich als solches zeigen. Gerade darin erweist sich das Verstandeswesen als der eigentliche Regulator, indem darüber die beiden Verhältnisse gegenüber gestellt werden, was sich jedoch einzig umsetzen kann, insofern beide in Betracht gezogen werden.

Dem gegenüber gibt es jedoch sehr wohl Angeborenes an Inhaltlichkeiten, welche über die reine Präsenz der Funktionalität hinaus führen. Hingegen sind diese nicht im Überbewußtsein, sondern einzig über die mentalen Veranlagungen im Unterbewußtsein präsent. Es handelt sich dabei jedoch ebenfalls nicht um das Sein als solches, welche man darin antrifft, sondern Bestandteile des Selbstseins, welche dem natürlichen Prinzip der Gegebenheiten entsprichen. Und so erwirkt das Erleben darüber auch das entsprechende Bildnis über das Seiende, das sich gemäß seiner Natürlichkeit darüber darlegt. Als Beispiel möge man sich an eine erlebte Gegebenheit im Bezug auf die perfekte Schönheit einer Pflanze, Person oder einer Sache erinnern. Bedingt es des Ersehens dessen eines gegebenen Bildnisses - ist ein solches präsent? Nein. Zwar kann man sich über das öftere Wiederholen dieses Erlebens ein gewisses Chemata darüber vorstellen, jedoch gibt es tatsächlich kein solches Vorgegebenes Bildnis, sondern dies beruht auf dem Selbstverhältnis gegenüber dem Harmonischen und Disharmonischen, dessen Wirkung sich über das Ersehen einstellt. Es tritt als ein rein reflektiver Effekt eines Gefühls hervor. Bezieht man dies auf das Erleben von Geschmackserlebnissen, wird man Gleiches erleben und keineswegs auf chemische Reaktionen zurückführen können. Generell ergibt sich weiträumig eine Erkennenspräsenz, die sich nicht darauf zurückführen läßt auf äußeres oder inneres Werden und Wirken, sondern als gegebene Präsenz der Ermessung sich aufweist, welche einzig über die reflektive Erscheinung hervortritt. Es verhält sich darin gleichermaßen, wie mit sämtlichen unserer mentalen Veranlagungen, die selbst nicht als Präsenz in Erscheinung treten, sondern einzig über ihr Reflektionswesen. Hieraus ergibt sich auch das Entsprechende des Substanzwesens der mentalen Veranlagungen des Unterbewußtseins und erweist sich als eine Präsenz, die als Bestandteil des Seienden das darüber generell Seiende als solches in sich trägt und instinktiv das entsprechende Verhältniswesen hervorbringt. Ich bezeichne es 'Logos', da es sich gemäß der Logik stellt, jedoch abseits der sich bildenden geistigen Logik ein solches in sich trägt. Um den erforderlichen klaren Bezug dazu herzustellen, bedingt es des Ersichtens der Präsenzen im Unterbewußtsein, vor allem auch deren Differenzierung zum Überbewußtsein. Das Realwesen nimmt hierin einen zentralen Stellenwert ein, ohne das ein existenzielles Handlungswesen des Lebewesens unmöglich wäre - ohne die erforderliche Präsenz an Realbezug.

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JÖRG LENAU
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