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RELATIVITÄTEN DES SEINS

THE RELATIVITY OF (HUMAN) BEING

Die Bisexualität

Ihre Wesensart abseits der Ambisexualität

Als » Bisexualität (eigentlich Ambisexualität) « trifft man es, die Bedeutung spezifizierend, in lexikalischen und enzyklopädischen Werken an, jedoch ohne eine Erläuterung, was dies besagt und was es damit auf sich hat. Dies beruht auf der Gegebenheit, daß im Allgemeinverständnis die Ambisexualität unbekannt ist, dem gegenüber jedoch in den wissenschaftlich-akademischen Verhältnissen die Deklaration der Bisexualität, sowohl als kategorisierendes Vereinendes der Zweigeschlechtlichkeit (als » Oberbegriff «), wie auch als Differenzierendes gegenüber dem ambivalenten zwei/beide Geschlechter Beinhaltenden (» Unterbegriff «) die Grundlage des Erachtungsgegenstandes des Bezugsverhältnisses zur Zweigeschlechtlichkeit abbildet. Gerade dies erweist sich jedoch in den sexualwissenschaftlichen Verhältnissen als 'regulär' unbekannt, sodaß dies leittragend zum Verhältnis der verklärenden Situation beiträgt und in seiner Umsetzung die (Be-)Deutungen gar umkehrt, anstatt daß es aufklärt. Nachfolgend das ausgehende Regularium des Erachtungsgegenstandes der Biologie und die Darlegung der Anwendung der Sexualwissenschaft in seiner Wesensart.

Hermaphroditismus / Bisexualität (Zweigeschlechtlichkeit)
Deklaration (grch.) Deklaration (grch./lat.) Geschlechtspräsenz Typus
Hermaphroditismus
verus
Bisexualität konstant beide
präsent
Geschlecht
nicht wechselnd
simultaner
Hermaphroditismus
Ambisexualität simultan Geschlechtsfähigkeit
wechselnd
sequentieller
Hermaphroditismus
sequentiell eines
präsent
Geschlecht
wechselnd
Sichtweise Geschlechtspräsenz Anwendungsweise
Heterosexualität konstant Heterosexualität
Ambisexualität
(eigentlich Heterosexualität)
ambivalent Bisexualität
(eigentlich Ambisexualität)
Bisexualität
Ambisexualität
(eigentlich Homosexualität)
ambivalent
Homosexualität konstant Homosexualität

Bei der Bisexualität und Ambisexualität handelt es sich, gleichermaßen wie bei der Hetero- und Homosexualität, um eine jeweilige Spezifikation des veranlagten Sinnlichkeitsverhältnis der Erfüllung mit dem/den Sexualpartner/n. Diese veranlagte Individualität des sinnlichen Sexualwesens differenziert sich substanziell in seinem Wirkwesen gegenüber dem des körperlich/physischen Geschlechtswesen, geht jedoch als koordiniertes Einheitswesen miteinander einher. Beiderlei relative Präsenz beruht auf der Varianz der veranlagten Ausgeprägtheit, dem gegenüber das Relative des geistig Beurteilenden und Be(ur)kundenden darauf beruht, daß es sich beiderseits nicht um geistige Veranlagungen handelt, sich darin erst einmal ausbilden muß, sodaß man dies dem entsprechend, als sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität deklariert in Betracht zieht.

Das Bezugswesen der veranlagten Konstanten des beinhaltens von zwei/beiden Geschlechtern - der als solche deklarierten bisexuellen veranlagten Orientierung - trifft man allgemeingültig im sexualwissenschaftlichen Bezugswesen und dessen Übernahmen nicht an, sondern einzig Ambisexuelles (konkret: die in Betracht ziehenden Ambivalenzen), was jedoch als bisexuell Deklariertes, gemäß der Anwendung als Oberbegriff, einher geht. Man erfährt es hingegen nach wie vor in seinem althergebrachten Bezugswesen von » Dreiecksbeziehungen « und im Darstellungswesen dessen als » Dreiecksgeschichten « (FMF/MFM) in seinem regulären Einhergehen an, jedoch auch dort mit anderem vermischt. Als solches erfährt dies generell nur in speziellen Bezügen seine gesonderte Erachtung, worüber auch ersichtlich wird, wie es sich mit dieser Wesensart verhält und was es damit auf sich hat.

» Vorwort
Die Bewandtnis der Inbetrachtziehung
» Einleitung
Der sprach-sachtechnische Erörterungsgrund
» Kinsey-Reports
Initialinitiative bisexuellen Öffentlichkeitswesens
» Biologische Klassifizierung
Die klassifizierende Anwendung im Nebeneinander
» Botanik / Biologie - Begriffsentstehung
Entstehung der Deklarationen
» Die bisexuelle Geschlechtlichkeit
Ursprung des Sexualitätsbegriffs
» Die Evolutionstheorie
Die manifestierende Kontroversation der Prinzipienlehren
» Anatomie
Ursprung der körperlichen Inbetrachtziehung
» Geschlecht
Ursprung des geschlechtlichen Ermessungswesens
» Substanz und Funktion
Die wissenschaftliche Ausgrenzung substanzieller Präsenzen
» Pathologie - Teratologie
Von der Anatomie zur Pathologie
» Homosexuellenkonzepte
Entstehung und Entwicklung der Spezifizierung
» Sprachtechnische Barrieren
Ursachen und deren Wirken
» Film / Movie
Musterbeispiele medialer Darbietungen
Ambisexuellenkonzepte «
Die manifeste Bisexualität «
Essentialismus - Konstruktivismus «
Sexualwissenschaftliche Gegenwart «
Erfordernisse «
Ambisexualität «
Transgender «
Dreiecksbeziehung «
Bisexualität «
Spezifikation «
Die Triade «
Zeichen «
Sprachbarrieren «
Substanzwesen «
Innerer Sinn «
Instinkt «
Sexualtrieb «
Outing «
Theorien «
Begriffsentwicklung «
Begriffsverhältnisse «
Gender Studies «
Entwicklung «
Repräsentanten «
LGBT(T)I(Q+) «
Partnervermittlung «
Diversity / HR «
Lektüre (Bücher) «
Film / Movie ungeprüft «

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Vorwort

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Die Aufbereitung zur Aufklärung über die 'präsenten Kenntnisse' zur Bisexualität und dessen Anwendungswesen findet gemäß des weitreichenden und sich als verklärend stellenden Umfanges fragmentarisch statt. Dem entsprechend wurde im ersten Schritt zunächst einmal die Gegenwart erfaßt, um ein Bildnis über die bestehende sprachtechnische Anwendung aufzubereiten. Gerade dies bildet somit auch die Einleitung, als Einstieg für die anhänglichen Hintergründe substanzieller Präsenzen. Die detaillierte Ergründung der Ursprünge und dessen Entwicklungswesen ist gegenwärtig der nächste Schritt. Auf der linken Seite des Inhaltsverzeichnisses trifft man entsprechend auf die Aufbereitung der aktualisierenden konstruktiven Ordnung und auf der rechten Seite auf den noch zu überarbeitenden vorigen Stand der Aufbereitung. Um die Bisexualität als solche darzulegen, bedingt es, zunächst einmal zu veranschaulichen, über welche Kenntnisse man verfügt, um es damit verbunden ersichtlich werden zu lassen. Als maßgeblich erweist sich hierin, daß diverse Präsenzen, so wie ja auch die Bisexualität selbst, nicht ihre Inbetrachtziehung erfahren und es sich um eine Erweiterung handelt. Maßgeblich ist dem gegenüber jedoch, daß das innere Sinnenerleben den äußeren Sinnen gar nicht zugänglich ist! Es gilt somit auch, im Verbundswesen der Ergründung aufzuzeigen, wie es sich mit dem Kenntnisstand gegenüber diesem elementaren Faktum verhält, denn einzig darüber ist diese Art der Veranlagung überhaupt (v)ermittelbar. Die Symptome bieten dem gegenüber einzig Anhaltspunkte darüber, jedoch kein sichtliches Bildnis, welches aufgrund dessen auch erst im Anschluß daran seine Beschreibung erfährt.

Würfel

Diesbezüglich gilt es, sich zu verdeutlichen, daß die angewandte Objektivität (der Wissenschaft) das Subjekt nicht beinhaltet. Über das Bildnis der Verhältnismäßigkeit der Kugel und dem Raum, kann man sich mustergültig die Differenzierung und Ausgrenzung der inneren und äußeren Verhältnisse vor Augen führen. Dem entsprechend ist der Mensch auch mit inneren und äußeren Sinnen ausgestattet, sodaß dieser über beiderlei Bezug zum Daseinsverhältnis verfügt und über das Innenerleben, das Selbst damit verbunden wiederspiegelnd, sowohl als auch erfährt. Dem gegenüber gelangt man jedoch über die Außenbetrachtung nicht zum Ersichten des Inneren. Es bedingt prinzipiell der Inbetrachtziehung aus dem Subjekt heraus, um das jeweilige Sein als solches in Erfahrung zu bringen. Da die wissenschaftlichen Prinzipien den kulturellen Maßstab vorgeben, gilt es somit auch, dessen Wesens Kern zu (v)ermitteln, worauf diese Gegensätzlichkeit und Ausgrenzung beruht und welchen Sinn man darin verfolgt. Es zeigt sich nämlich darüber, daß nicht nur die Bisexuellen außen vor stehen, sondern generell das Selbst darin gar nicht die erforderliche Inbetrachtziehung erfährt.


Wie ist es, eine Fledermaus zu sein?
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Der damit verbundene, an sich unübersehbare Gegenstand der Inbetrachtziehung, ist der Umstand, daß man eines anderen Sinnesempfinden nicht selbst empfinden kann und einzig nachempfinden kann, wozu man über ein eigenes Sinnesverhältnis verfügt, hingegen einzig relativierend, wenn es sich um Artverwandtheiten handelt ({[heterosexuell ↔ homosexuell] ↔ bisexuell} ↔ ambisexuell). Maßgeblich ist, und das ist in Nagel's Aufbringen das eigentliche Thema, daß man gar nicht die Sinne, sondern einzig die geistige Beschränktheit in Betracht zieht, worüber das Sinnliche gar nicht in Erscheinung tritt und die Philosophie seit Jahrhunderten in ihrer Beschäftigung mit der Phänomenologie des Geistes gefangen hält. Die sexuelle Orientierung, wie es sich passenderweise bezeichnet, ist gleichermaßen in diesem kulturellen Mißverhältnis befangen, denn es begründet die voraussetzende Suche nach Orientierung des Einzelnen im Geistigen und dessen Ermessungswesen und bedingt damit verbunden auch die sprachliche Kennzeichnungs- und Darbietungspflicht seines Selbst. Das Instinktive und Intuitive, worüber sich die Veranlagung als solche zeigt, ist darin nicht Inhalt der Inbetrachtziehung. Die nachvollziehbare Verständlichkeit dieser Innerlichkeit, gegenüber der Geistigkeit, ist als solche nicht gegeben und bedingt der eigenständigen Ausbildung eines solchen. Dies bedeutet somit auch, daß es damit verbunden überhaupt erst einmal einer intensionalisierten Sprachbildung bedingt. Aufgrund dieser Gegebenheit, steht auch die Erfassung des Sprachschatzes in Verbindung mit den präsenten Erkenntnisbildungen an vorderster Stelle, um zu (v)ermitteln, inwieweit dies über ein erforderliches Substanzwesen verfügt. Als gravierend erweist sich hierin, daß die scheinbare Einheit von Wissenschaft gar kein Einheitswesen repräsentiert, sondern sich darin gar Gegensätzlichkeiten gebildet haben, ohne dessen Berücksichtigung die Sprache gänzlich ihrer Funktionalität beraubt ist.

Diese Ausarbeitung beschränkt sich auf das Bezugsverhältnis der mentalen Veranlagung der sexuellen Orientierung und dessen spezifizierten Bezugsverhältnisse. Es handelt sich hierbei jedoch um ein demonstratives Darlegen der Situation und Präsenz der mentalen Veranlagungen als solche. Die weiträumige Darlegung über das Substanzwesen und das Bewußtsein, findet über mein Hauptwerk statt, welches man ebenfalls zur Aufbereitung eines Buches veröffentlicht antrifft, auf der dafür eingerichteten Seite:

» PRINZIPIEN DES SEINS «

THE RELATIVITY OF (HUMAN) BEING

Die Funktionalität substanzieller Präsenzen

Die mentalen Organe

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Einleitung

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Bisexualität ist sowohl ein » Oberbegriff « und neben der Ambisexualität gleichzeitig auch ein unterscheidender » Unterbegriff « (zwecks » Klassifizierung « der Unterscheidungsmerkmale). Dies findet jedoch einzig derart spezifizierend und differenzierend in » Fachspezifikas « seine Anwendung und ist in der Allgemeinheit, vor allem die unterscheidende Deklaration der Ambisexualität unbekannt. Als Oberbegriff bezeichnet Bisexualität das beinhalten von zwei, bzw. beider Geschlechter und als Untergliederndes die Konstanz dessen, dem gegenüber die Ambisexualität die Ambivalenz (variierend/wechselnd) bezeichnet (Biologische Klassifizierung). Ursprünglich in der » Pflanzenkunde « aufgebracht, fand es später auch in der Tier- und Menschenkunde zur Bestimmung des körperlichen Geschlechts seine Anwendung.

In Verbindung mit den » Entwicklungen zur Homosexualität « wurde es jedoch auch fester Bestandteil der Deklaration und Bestimmung der veranlagten sexuellen Ausrichtung des Geschlechtsverbundes, welches sich als ein durch die Ausprägung bestimmter eigenständiger Sinnestrieb, abseits des Geschlechtstriebes aufweist. Sein beides Beinhaltendes trägt es auch in sich in seiner Bezeichnung, welches sich aus dem lateinischen » Sexus « (» Geschlecht « und griechischen bi (zwei) /» ambi « (zu zweien/beidem) zusammensetzt. Gegenüber der » Heterosexualität « und » Homosexualität « ist, aufgrund des » Monosexuellen « / Monosexistischen, der Umgang damit zwar dem gegenüber außergewöhnlich defizil, jedoch ist die erforderliche Differenzierung und Abgrenzung gegenüber dem Geschlechtswesen allumfassend zu einem unerläßlichen Inbetrachtziehungsgegenstand geworden.

Zur allgemeinen öffentlichen Thematik wurde die Bisexualität zuerst über » Sigmund Freud's « Aufbringen, daß alle Menschen (körperlich) geschlechtlich bisexuell seien, dem eine völlige Ablehnung entgegen trat und aufgrund dessen auch regelrecht wieder in der Versenkung verschwand. Seine öffentliche Popularität hingegen, erlangte es über die in den 1950er Jahren hervorgebrachten » Kinsey-Reports «, welche die Relativität der sexuellen Geschlechtsvereinigungen über statistische Daten darlegten und darüber zur allgemeinen öffentlichen, primär jedoch zur sexualwissenschaftlichen Auseinandersetzung gelangte. Kinsey selbst stellte die Fragestellung in seinem Report zur Klärung in den Raum, was es damit auf sich hat, daß über ein Drittel offiziell bekundeten, daß sie nicht rein monosexuell orientiert seien. Hierbei blieb jedoch ein wesentliches Detail seines Aufbringens unberücksichtigt, welches sich auf das Differenzierungsverhältnis der Bisexualität gegenüber der Ambisexualität bezieht. Vor allem verschwand darüber auch die eigentliche Inbetrachtziehung der Bisexualität und erwirkte das anzutreffende Verhältnis von "Bisexualität (eigentlich Ambisexualität)", was bedeutet, daß es sich einzig um das Verhältnis der Ambisexualität handelt und nicht um Bisexualität. Dem gegenüber wurde dies jedoch bereits seit der Urergründung der Homosexualität sexualwissenschaftlich einzig derart in Betracht gezogen, als eine Varianz hetero- und homosexueller Verhältnisse. Hierüber erlangte es jedoch eine generelle Inbetrachtziehung gemäß seiner spezifizierenden Eigenart des Auftretens.

In der Befassung mit der Bisexualität selbst, bedingt es somit auch der Filterung dessen, worin es sich überhaupt um ein solches Verhältniswesen dreht. Aufgrund des Mißverhältnisses dieses sprach- und sachtechnischen Umganges, führt dies vor allem dazu, daß Bisexuelle sich darüber selbst gar nicht wiederfinden/identifizieren können und dessen Verhältniswesen gänzlich verklärt. Die Selbstfindung wird darüber unmöglich gemacht und so können diese aufgrund dessen auch nicht regulär in Erscheinung treten. Hierbei ist bereits der Umstand, daß für den ausfüllenden Bestandteil der bisexuellen Dritten die sprachtechnische Grundlage sich bereits als Widerspruch stellt, ein derartig elementar behindernder, da bei diesen der Bezug nicht auf dem zu zwei Geschlechtern beruht, sondern auf Zweien (Pondants) des gleichen Geschlechts (F↔M↔F/M↔F↔M). Es ist nicht nur das naturgemäße Erscheinungsbildnis, worüber es sich abbildet und daraus ersichtlich ist, sondern auch die Logik klärt darüber auf. Maßgeblich hierin ist, daß für Bisexuelle einzig in einem zu-Dritt Harmonieverhältnisse ent-/bestehen und somit auch die Bildung über ein zu-Zweit sich in unberücksichtigender Erachtung als disharmonische Diskrepanz stellt.

Während sich die Klarheit des Bisexuellen, als solches, aus dessen Konstruktionswesen heraus ergibt, gleichermaßen wie für die Hetero- und Homosexualität, stellt sich dem gegenüber die Unklarheit als eine generelle Unklärbarkeit, für jegliches Verhältniswesen darin. Diese Unklarheit basiert auf dem fehlenden Bezugswesen zur substanziellen Präsenz der Veranlagung, vor allem dem wo und als was es verortet ist. Das es das Körperliche nicht aufweist, sich von dem Geschlechtswesen differenziert, jedoch damit verbunden einher geht und sich gerade das Geistige als Verwirrungswesen stellt, darüber ist man sich in sachkundigen Kreisen allgemein einig. Dem gegenüber ist man jedoch zwischenzeitlich in den Entwicklungen über das körperliche Geschlechtswesen ebenfalls zu diesem Desorientierungsverhältnis zur Männlichkeit und Weiblichkeit und dessen Unklärbarkeit gelangt. Was jedoch darin Ermessungsgegenstand geworden ist und darin besteht die elementare Erfordernis, ist die Prägung. Hierüber klärt sich die bestehende Unermesslichkeit der Uneindeutigkeit und vor allem, daß in der Ermessung das Körperliche nur ein anteiliger Bestandteil des Seins repräsentiert.

Im Allgemeinverhältnis haben sich indess die Ambisexuellen, gerade aufgrund der stattfindenden spezifischen Inbetrachtziehung und Händling als unterentwickelte Hetero-/Homosexuelle, weitläufig von der Deklarationserachtung des Bisexuellen distanziert und repräsentieren damit verbunden ein Eigenbildnis. Im Nebeneinander verdeutlicht sich auch, daß die Ausgeprägtheit, sowohl für die körperliche Geschlechtlichkeit, wie auch der sexuellen Orientierung, gleichermaßen das Maß der Ausbildung begründet, jedoch das Eine nicht Ermessungsgegenstand des Anderen ist. Maßgeblich ist aber auch hierin, daß sie selbst von Grund auf ebenfalls nicht Bestandteil der Inbetrachtziehung sind, sondern sich jegliches auf Hetero- und Homosexuelles bezieht. Aufgrund der ausufernden Entwicklungen ist jedoch selbst deren Veranlagung nicht mehr Bestandteil der Inbetrachtziehung, sondern die Veranlagung selbst wird zwischenzeitlich von Grund auf in Frage gestellt. Hierbei handelt es sich jedoch um die Ergründung des geistigen Ermessungswesen und wie es sich damit verhält. Es wirkt in erster Instanz als Verwirrungswesen, es bedingt jedoch gerade dem dieser zentrierten Erachtung, da der Mensch der Gegenwart das Instinkive/Intuitive außen vor stellt und somit dies darüber überhaupt erst wieder in Erscheinung tritt, maßgeblich den ausgeprägt Veranlagten, was dem gegenüber wesentlich ist.

Der Urgrund des geistigen Mißverhältnisses basiert auf dem von Dualismus und Monismus, in welchem der zerfallende Dualismus dem Monismus sein Erhebungswesen verschafft und sich daraus ein sich koordinierendes Binärsystem zu etablieren sucht, in seiner ambivalenten Einrichtung, sowohl ein ist / ist nicht (1/0), wie auch gleichermaßen den Gegensatzpaaren zu entsprechen (+/-1). Das die Einheiten innerhalb des Seins sich jedoch über die Gemeinsamkeiten und Ergänzungen begründen und über Widerprüche einander abgrenzen, ist bisher noch nicht als Bestandteil der Inbetrachtziehung zu ersichten, obwohl es sich unübersehbar im Verhältnis synonymer Präsenzen in unmißverständlicher Weise darbietet und man gemäß dem das Ergänzende des Heterosexuellen, Gemeinsame des Homosexuellen und das beides beinhaltenden Synonym von Bisexualität antrifft und sich jeweils substanziell in seiner Widersprüchlichkeit differenziert und darüber abgrenzt. Zumindest hatte Kinsey jedoch seinen Fingerzeig darauf gerichtet, daß es neben den Zweien des Inbetrachtziehenden, noch ein Drittes gibt, welches seiner Beachtung entbehrt und darauf hingewiesen, daß es sich um das Dazwischenstehende handelt, worüber sich die Gegebenheiten klären. Genau so ist es auch und daraufhin ist auch unser Verstandeswesen eingerichtet, die Widersprüchlichkeiten als solches aufzuzeigen, damit man es entsprechend achtet und sich darüber Aufklärung verschafft, zu dem man über die Inbetrachtziehung und Spezifizierung der Synomyme gelangt.

Der fundamentale Urgrund des substanziellen Mißverhältnisses basiert hingegen auf dem des materiellen Erbwesens. Dem gegenüber hat es jedoch einzig den Anschein, als würde dies auch den Menschen auf sein materialistisches Dasein reduzieren. Als Kontrapunkt steht diesem nämlich das Innenerleben gegenüber, was zwar im Äußeren nicht auf direkte Weise ersichtlich ist, jedoch das jeweilige Selbst sich dem nicht entziehen kann. Es ist letztendlich eine Auseinandersetzung des Objekt(ivierungs)verhältnisses gegenüber dem ausgrenzenden Subjekt und führt einzig in der Mißachtung dieses Trennungswesens zur Zerrissenheit des Selbst, gerade darüber aber auch zur Aufklärung dessen Präsenz. Diesen Vorgang zu Förderung und darüber das Innenwesen des Selbst in Erscheinung treten zu lassen, ist somit auch grundlegende Bewandtnis dieses Aufbringens.

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Kinsey-Reports

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W. B. Saunders Company
» «
Professor of Zoology, India University

S. 641: Individuals who are rated 3's stand midway on the heterosexual-homosexual scale. They are about equally homosexual and heterosexual in their overt experience and/or their psychic reactions. In general, they accept and equally enjoy both types of contacts, and have no strong preferences for one or the other. Some persons are rated 3's, even though they may have a larger amount of experience of one sort, because they respond psychically to partners of both sexes, and it is only a matter of circumstance that brings them into more frequent contact with one of the sexes. Such a situation is not unusual among single males, for male contacts are often more available to them than female contacts. Married males, on the other hand, find it simpler to secure a sexual outlet through intercourse with their wives, even though some of them may be as interested in males as they are in females.

S. 656: Since only 50 per cent of the population is exclusively heterosexual throughout its adult life, and since only 4 per cent of the population is exclusively homosexual throughout its life, it appears that nearly half (46%) of the population engages in both heterosexual and homosexual activities, or reacts to persons of both sexes, in the course of their adult lives. The term bisexual has been applied to at least some portion of this group. Unfortunately, the term as it has been used has never been strictly delimited, and consequently it is impossible to know whether it refers to all individuals who rate anything from 1 to 5, or whether it is being limited to some smaller number of categories, perhaps centering around group 3. If the latter is intended, it should be emphasized that the 1's, 2's, 4's, and 5's have not yet been accounted for, and they constitute a considerable portion of the population.

In any event, such a scheme provides only a three-point scale (heterosexual, bisexual, and homosexual), and such a limited scale does not adequately describe the continuum which is the reality in nature. A sevenpoint scale comes nearer to showing the many gradations that actually exist.

As previously pointed out, it is rather unfortunate that the word bisexual should have been chosen to describe this intermediate group. The term is used as a substantive, designating individuals-persons; and the root mean typical female in the population. Where a single individual combines in its one person the primary sex characters of two sexes (namely, the ovaries and the testes), it is recognized as a hermaphrodite. Where the secondary sexual characters of an individual are in part the unmodified characters of one sex, and in part the characters of the other sex, the individual is known as a gynandromorph.

» Kinsey-Report Skala « https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Kinsey-Report_Scale.svg
Kinsey's Beschreibung legt mit diesen Worten die Präsenz und das Differenzierungsverhältnis des Bisexuellen in seiner spezifischen Bezugnahme der 3er gegenüber der Separierung der 1,2,4,5er dar. Er führt dem gegenüber aus, der Begriff sei nie 'streng abgegrenzt' worden und daß es unmöglich sei, zu wissen, ob dies sich auf alle Personen von 1 bis 5 beziehe, oder nur auf Diejenigen, welche der mittleren, die 3er Gruppe Umgebenden angehören. Insofern dies beabsichtigt sei, sollte hervorgehoben werden, daß die 1,2,4,5er bisher darin nicht berücksichtigt seien und diese einen beträchlichen Anteil der Bevölkerung ausmachen. Darüber hinaus hebt dieser hervor, daß die 3er-Kategorisierung von heterosexuell, bisexuell und homosexuell nicht ausreichend sei, um den Umfang der realen Natur darüber wiederzugeben. Wie sich in Verbindung mit den nachfolgenden Absätzen aufweist, verfügt dieser über keinerlei Kenntnisse zur Spezifikation der Ambisexualität, obwohl dieser ausgebildeter Zoologe/Biologe ist und darin grundsätzlich die Bisexualität im Verbund mit der Ambisexualität die Grundlage bildet. In seinem Bericht ist diese Deklaration in keiner Weise anzutreffen. Maßgeblich ist dem gegenüber, daß er trotz dessen eine entsprechende bedingende Ausdifferenzierung hervorhebt. Nebenan die im Umlauf befindliche Kinsey-Skala, spezifiziert gemäß seines Aufweisens.

Über nachfolgende Inhaltlichkeit von Haeberle's Aufbringen, zeigt sich musterhaft die Bezugnahme zur Sache und Kinsey's Aufbringen. Das eigentliche Markante zeigt sich bereits im ersten Satz in Verbindung mit dem darauf folgenden Fettgedruckten und verdeutlich in der weiteren Ausführung, daß man einzig eine Inbetrachtziehung aus der Warte des Ambisexuellen heraus in Betracht zieht. Es wird zwar das Unterscheidungsmerkmal der Konstanten (des 'oberbegrifflichen' bisexuellen Bezuges) zu zwei Geschlechtern impliziert, jedoch findet gemäß der Zahlendarlegung gar keine Inbetrachtziehung von Bisexuellem statt. Darüber hinaus statuiert die Wiedergabe von Blumstein und » Schwarz « die erforderliche Umbenennung aufgrund deren Inbetrachtziehung (des rein Ambisexuellen), wobei sie alle miteinander jedoch ihre regulären Ausführungen der Betitulierungen auf die Bisexualität beziehen (→ Bisexualität aus biologischer Sicht!).

» Bisexualitäten (1994)«
Bisexualität aus biologischer Sicht
Ideologie und Praxis des Sexualkontaktes mit beiden Geschlechtern
Gustav Fischer Verlag / Archiv für Sexualwissenschaft
» E. J. Haeberle « und » R. Gindorf «

Verhaltensweisen zwischen 1 und 5 wurden von Kinsey und seinen Mitarbeitern als ambisexuell bezeichnet. Die meisten Befragten waren ausschließlich oder vorherrschend heterosexuell oder homosexuell aktiv über Jahre und Jahrzehnte; lebenslanges bisexuelles Verhalten wurde nur von einer Minderheit praktiziert. ... Noch zweideutiger ist der Status und die Etikettierung derjenigen, die sich ambisexuell verhalten. Menschen, die zu beiden Geschlechtern sexuelle Beziehungen oder entsprechende Phantasien haben, betrachten sich selbst oft als heterosexuell oder homosexuell, nicht als beides oder als bi. ... Als der Begriff bisexuell sich allgemein durchzusetzen begann und die Natur der Bisexualität stärker erforscht wurde, etablierten verschiedene Forscher ihre eigenen Definitionen. Während Kinsey et al. (1948, 1953) diejenigen als ambisexuell betrachteten, die zwischen K = 1 bis K = 5 rangierten, sahen Weinberg und Williams (1974, 1975) und Bell und Weinberg (1978) sowie Green (1987) die als ambisexuell an, deren Verhaltensweisen und Phantasien bei Durchschnittswerten zwischen K = 2 und K = 4 lagen. Haeberle (1978) stufte Heterosexuelle bei K = 0-2, Homosexuelle bei K = 4-6 und Ambisexuelle bei K = 2-5 ein. All diese Forscher schlugen sich mit der Realität herum, daß der Begriff oft ebensoviel, wenn nicht mehr, verschleiert wie enthüllt. Es ist äußerst selten, daß jemand ein erotisches Leben mit einer Person führt oder erträumt, die er nicht sexuell erregend findet, dennoch kann es zu gelegentlichen oder selbst längeren «Einbrüchen» kommen. Die Notwendigkeit könnte solche Verhaltensweisen erzwingen. Blumstein und Schwartz (1972) schreiben:

"«Bisexualität ... führt zu dem Mißverständnis einer Fixiertheit in der sexuellen Objektwahl ... der bessere Begriff (ist) Ambisexualität, mit dem Bedeutungsgehalt der Fähigkeit eines Menschen, unter bestimmten Umständen beide Geschlechter erotisieren zu können.»"

Klarheit erfährt dies noch einmal zusätzlich über Haeberle's Buch.


Handbuch und Atlas
Verlag: Walter de Gruyter
Deutsche Übersetzung der Originalausgabe:
The Sex Atlas, The Seabury Press, New York, 1978
Autor:

Wenn wir uns also von der allgemeinen Diskussion nicht ausschließen wollen, müssen wir uns für das vorliegende Buch zu einem Kompromiss entschließen. Denn diese Sprachgewohnheiten haben, so unpräzise sie auch sein mögen, doch einige Vorteile. Sie können dazu beitragen, bestimmte Auseinandersetzungen zu vereinfachen und dringende soziale Probleme zu artikulieren. Mit anderen Worten: solange ihr willkürlicher Charakter verstanden wird, kann die traditionelle Terminologie einige nützliche Zwecke erfüllen.

In diesem Sinn wird vorgeschlagen:

Es fällt auf, dass sich die dritte Definition mit den beiden anderen teilweise überschneidet. Das heißt, dass die Bezeichnung "ambisexuell" (von lat. ambo; beide) sich auf "Heterosexuelle" und auf "Homosexuelle" beziehen kann. Dieser Widerspruch ist unvermeidlich, es sei denn, man wollte nur solche Personen als ambisexuell bezeichnen, deren erotisches Interesse zu gleichen Teilen auf beide Geschlechter gerichtet ist (Kategorie 3). Dieser Wortgebrauch hat sich jedoch nirgends durchgesetzt. Einige Personen können also in dem einen Zusammenhang als "heterosexuell" (oder "homosexuell" und in einem anderen als "ambisexuell" bezeichnet werden.

Eine spezifizierende Darlegung des Anwendungswesens erfährt man über die Enzyklopädie Human Sexuality. Hierüber erhält man auch die Beschreibung über die anwendende Verdrehung der Gegebenheiten, die auf der unspezifizierten Anwendung der Differenzierung der Ambisexualität gegenüber der Bisexualität beruht. Hierin wird die Empfehlung ausgesprochen, das (ambivalente) 'Kontinuum' des Ambisexuellen als solches in Betracht zu ziehen und von dem des Bisexuellen, dem Verhältnis der Entsprechung des Ebenbürtigen zu zwei Geschlechtern, gemäß der Kinsey-3er, seine entsprechende Inbetrachziehung zu verschaffen.


Verlag: Garland Publishing, Inc.
Artikel: Ambisexuality (S. 26)
Autor:

The term "ambisexuality" was first published by Masters and Johnson in 1979 to describe men and women who had frequent sexual interaction with members of both sexes but who reported absolutely no preference for the gender of the partner. Sexual interaction was viewed as simply a matter of sexual release. They defined the term as "a man or woman who unreservedly enjoys, solicits, or responds to overt sexual opportunity with equal ease and interest regardless of the sex of the partners, and who, as a sexually mature individual, has never evidenced interest in a continuing relationship".

The terms ambisexual and bisexual are used to describe the relationship between heterosexuality and homosexuality. Alfred Kinsey produced a scale that classifies human psychosexual and behavioral response into seven categories ranging from exclusively heterosexual (the Kinsey 0) to exclusively homosexual (the Kinsey 6). The numbers 1 through 5 represent a ratio between homosexual and heterosexual behavior.

The criteria established by Masters and Johnson for the identification of an ambisexual are "(1) that the individual express no preference in terms of sexual partner selection either through personal history or by subjective description, (2) that he or she [is] currently living an uncommitted ambisexual lifestyle and [has] never as an adult evidenced any interest in a continuing relationship, and (3) that the man or woman could be rated close to Kinsey 3 in sexual preference" (this would be the midpoint on the scale). Fantasy patterns were not considered a part of the definition.

After a national search of about eight months in 1968, only six men and six women were found who fit the criteria. They said that their sexual preference was "that of the partner of the moment". These numbers are too small to allow generalizations about ambisexuality.

The term "ambisexuality" is often equated with the term "bisexuality," a designation that has been used in many ways that have very little precise meaning. The true bisexual is equally attracted to both sexes (i.e., a Kinsey 3). This definition incorporates the criteria for ambisexuality. However, in widely accepted use of the term, those classified as Kinsey 1 through 5 could also be identified (or identify themselves) as bisexual with a preference for homosexual behavior (Kinsey 4 and 5) or for heterosexual behavior (Kinsey l and 2).

The original Kinsey sale was established using sexual behavior as the sole criterion. Complicating factors (e.g., love, sexual attraction, fantasy, and self-identification) have only recently been used to enhance it. Using the old scale, it seems easy to determine the exclusive heterosexual (Kinsey 0) or the exclusive homosexual (Kinsey 6); however, when the fantasies of these persons are considered, their orientation may not be so exclusive. The categories between the two extremes represent a continuum, especially when the additional elements are considered, and they have received little research attention. It does seem, however, that when all of the factors are considered, an individual's rating may change over time. That is, the individual may be a Kinsey 2 at one time and a Kinsey 5 at another; the rating should not be viewed as being fixed, describing all behaviors, or predicting fixture behavior.

Given the ambiguities of the Kinsey 1 through 5 definitions, perhaps ambisexuality rather than bisexuality is the better term to use. Ambisexuality would recognize the continuum and be defined as "the ability for a person to eroticise both genders under some circumstances", since equal attraction to males and females is virtually nonexistent. The term "bisexuality" could then be used to describe the Kinsey 3s.

Wie sich allgemeingültig aufzeigt, so hat man keinerlei Bezug zur Herkunft der Deklarationen aus der Biologie und zwar die Bisexualität als solche gemäß dem im Blickfeld, jedoch in keiner Weise die sich davon differenzierende Wesensart der Ambisexualität in seiner spezifizierenden Eigenart. Darüber hinaus zieht man sogar in Erwägung, die Begrifflichkeit der Bisexualität gänzlich außen vor zu stellen. Dem steht jedoch ein wesentlicher Hinderungsgrund im Wege, denn einzig als Bisexualität erfährt die Gegebenheit überhaupt seinen Status. Und so wird dies auch weiterhin über die herkömmliche Deklaration fortgeführt und benannt, jedoch 'dem gegenüber' angemessen interpretiert. Dies ergibt sich vor allem aus dem reinen hetero- und homosexuellen Monosexuellenverhältnis heraus, worin es sich einzig um die Varianzen dessen dreht und nicht um das Bezugswesen einer eigenständigen, davon differenzierenden Veranlagungsinstanz einer Zweigeschlechtlichkeit. Es hat somit auch gar nichts mit dem ursprünglichen Deklarationswesen zu tun, sondern man bildet ein ganz eigenes Sprachwesen darüber ab, dem gegenüber einzig die anwendende Begrifflichkeit den Anschein des Bezugswesens simuliert. Es hat nichts mit dem differenzierenden/abgrenzenden Bezugswesen des Zweigeschlechtlichen (der Bisexualität) etwas zu tun, sondern bezieht sich einzig auf das Abweichungswesen des monosexuellen Bezuges des Hetero- und Homosexuellen. Gemäß dem trifft man es auch des weiteren an, in seiner spezifizierenden Bezugnahme 'unterentwickelter' Hetero-/Homosexueller.

Sichtweise Geschlechtspräsenz Anwendungsweise
Heterosexualität konstant Heterosexualität
Ambisexualität
(eigentlich Heterosexualität)
ambivalent Bisexualität
(eigentlich Ambisexualität)
Bisexualität
Ambisexualität
(eigentlich Homosexualität)
ambivalent
Homosexualität konstant Homosexualität

Wie die nachfolgenden Worte, veröffentlicht über das » glbtq Encyclopedia Project « beschreiben, so finden in den Ergründungen der Sexualität fast ausschießlich homosexuelle Inbetrachtziehungen statt, worin es sich um das Erkennen der eigenen gleichgeschlechtlichen sexuellen Anziehung dreht, das Finden anderer homosexueller Personen, die Selbstakzeptanz, Bestandteil dieser Gemeinschaft zu werden und letztendlich die Sexualität Bestandteil seiner eigenen sexuellen Identität werden zu lassen. Zwar mögen auch Bisexuelle manche dieser Erfahrungen machen, jedoch sind sie nur geringfügig beteiligt an der Entwicklung von Theorien sexueller Identität. Einige Modelle haben die Bisexualität zwar erwähnt, jedoch einzig im Kontext vorbeugender Regulierung positiver homosexueller Identität.

Einige Forscher haben speziell die Entwicklung der bisexuellen Identität berücksichtigt. Basierend auf den Studien von bisexuellen Frauen und Männern in San Francisco in den 1980er Jahren, entwarfen Martin Weinberg, Colin Williams, and Douglas Pryor ein vier-Stufen-Modell für den coming-out-Prozeß für Bisexuelle: initiierendes Durcheinander, Findung und Anwendung einer Bezeichnung, Festlegung einer Identität und fortsetzende Unsicherheit. Diese letzte Stufe, welche sie als einheitlich ersahen, bezüglich der Erlebnisse von vielen Bisexuellen, resultiert aus dem relativen Mangel bisexueller Gemeinschaft für eine soziale Bestätigung und der hartnäckige Druck, welchen Bisexuelle erfahren von Teilen der homosexuellen Gemeinschaft, sich als homosexuell zu identifizieren.

Andere Theoretiker haben die Ermessung eines linearen Stufenmodells abgelehnt. Paula Rodríguez Rust, eine der führenden Forscher/innen in Bisexualität argumentiert, daß der Prozeß des coming outs aus multiplen Dimensionen geformt sei, nicht nur die sexuelle Attraktion und das Verhalten beinhaltend, sondern auch politische Verpflichtungen, Emotionen und die Gemeinschaftsbeteiligung. Im Studieren selbstidentifizierender bisexueller Frauen und Lesben, hat Rust herausgefunden, daß die Mehrheit beider Gruppen beteiligt waren in andere Geschlechtsbeziehungen und angezogen waren zu beiden, Frauen und Männern, jedoch ihre Erfahrungen in unterschiedlichen Varianten interpretierten und bezeichneten, die oft auch widersprüchlich waren.

» Bisexuality (2004) «
glbtq archive
Brett Genny Beemyn

Like most research on sexuality, models of lesbian and gay identity development have often ignored or dismissed bisexuality. These models characterize the coming out process as a movement that typically involves recognizing one's same-sex attraction, finding other lesbians and gay men, accepting oneself, becoming immersed in the lesbian and gay community, and finally, integrating sexuality into one's selfidentity. While bisexuals may share some of these experiences, they are rarely included in theories of sexual identity development. A number of models do mention bisexuality, but only in the context of forestalling the formation of a positive lesbian or gay identity.

Few researchers have specifically considered bisexual identity development. Based on studies of bisexual women and men in San Francisco in the 1980s, Martin Weinberg, Colin Williams, and Douglas Pryor devised a four-stage model to describe the coming out process for bisexuals: initial confusion, finding and applying the label, settling into the identity, and continued uncertainty. This last stage, which they saw as unique to the experiences of many bisexuals, resulted from the relative lack of a bisexual community for social validation and the persistent pressure bisexuals receive from parts of the lesbian and gay community to identify as lesbian or gay instead.

Other theorists have rejected the appropriateness of linear stage models. Paula Rodríguez Rust, one of the foremost researchers on bisexuality, argues that the process of coming out is shaped by multiple dimensions, including not only sexual attraction and behavior, but also political commitments, emotionalities, and community involvement. In studying self-identified bisexual women and lesbians, Rust found that the majority of both groups had been involved in other-sex relationships and were attracted to both women and men, but interpreted and labeled their experiences in different and often conflicting ways.

Diese Darlegungen heben hervor, daß das Identitätswesen grundsätzlich darin gestört ist, aufgrund des allgemeinen unkenntlichen Präsenzwesens und sich Bisexuelles darin nur ansatzweise begründen, jedoch nicht entfalten kann. Es verdeutlicht die bedingende Erfordernis des Reflektionswesens, woraus das Miteinander sich fundiert. Insofern die Bisexualität nicht als vorausgehendes Abbildnis in Erscheinung tritt, ergibt sich daraus einzig Fragwürdigkeiten und verklärt von Grund auf die Gegebenheiten. Es zeigt auf, daß diese Gegebenheit des Menschen Selbst von Grund auf in Frage stellt, gegenüber den sich darbietenden Regularien des Seins. Das Geistwesen und das Sinneswesen treten hierin aufgrund dessen in Konkurrenz gegeneinander an, worin das jeweilige Ermessungswesen darüber bestimmt, welches das Geleitwerk bestimmt. Und selbst, wenn in den Inbetrachtziehungen einzig die Äußerlichkeiten ihre Aufmerksamkteit erfahren, gelangt darüber das Sinneswesen keineswegs ins Abseits, sondern im Gegenteil, wie es die Beschreibungen der kontrahierenden Gegebenheiten der Worte darlegen. Es verhindert nicht das Sein, jedoch die Erfüllung und gerade darüber entfaltet sich aus diesem Leid der Unerfülltheit die Leidenschaft, welche jedoch verkümmert, insofern es nicht als solches seine regulierende Inbetrachtziehung erfährt. Gerade darin besteht die Besonderheit dieser mentalen Veranlagung, daß es die Erfüllung in sich beinhaltet, es sich daraus selbst jedoch nicht ausfüllt, sondern der Ausfüllung durch das Miteinander bedingt. Und so kann sich auch die darauf fußende Leidenschaft nicht umsetzen, insofern die Kenntlichkeit nicht als solche in Erscheinung tritt. Um sich darin zu finden, bedingt es, einander darin erkenntlich zu zeigen. Und gerade darin besteht die sich aufweisende eigentliche Behinderung, die es zu überbewältigen gilt. Die Sprache bildet hierin den eigentlichen Mißstand und somit bedingt es auch der erforderlichen Aufklärung darüber.

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Biologische
Klassifizierung

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Grundlegend ergibt sich bereits ein Vermischungsverhältnis gegenüber den ursprünglich griechischen Deklarationen des Hermaphroditismus, zur Spezifizierung der Zweigeschlechtlichkeit, worin die Ausdifferenzierung dem Oberbegriff hinzu gefügt wird (verus, simultan, sequentiell), sodaß es sich darüber in seiner Differenzierung klar ausdrückt. In der lateinischen Anwendung existiert dies hingegen nicht. Darin ist die Bisexualität gleichzeitig umfassender Oberbegriff, wie auch innerhalb dessen unterscheidende klassifizierende Spezifizierung (Unterbegriff). Die Klarheit und Eindeutigkeit, wie sie über die griechische Fassung gegeben ist, kann somit auch über die lateinische Vermischung nicht stattfinden. Dies fördert gar die Vermischung synonymer Verhältnisse, anstatt sie voneinander zu scheiden. Gerade in der Scheidung der Synonymität besteht die eigentliche Bewandtnis, wie sich über die Details darlegt.

Hermaphroditismus / Bisexualität (Zweigeschlechtlichkeit)
Deklaration (grch.) Deklaration (grch./lat.) Geschlechtspräsenz Typus
Hermaphroditismus
verus
Bisexualität konstant beide
präsent
Geschlecht
nicht wechselnd
simultaner
Hermaphroditismus
Ambisexualität simultan Geschlechtsfähigkeit
wechselnd
sequentieller
Hermaphroditismus
sequentiell eines
präsent
Geschlecht
wechselnd

Die aktuelle Gegebenheit, wie sie über die » Datenstandards zur Beschreibung des Geschlechts « (UBIF), der Interessensgruppe Biological Descriptions wiedergegeben wird. Wie dies darlegt, so fand hierin eine substanzielle Veränderung in der Klassifizierung und ein Deklarationswechsel statt. Hierin ist die Spezifikation des simultanen zu dem des versus geworden und die des sequenziellen erscheint gar nicht mehr als Deklaration. Darüber hinaus bezieht es sich auch auf die manipulative Geschlechtsangleichung und nicht auf das Veranlagungswesen des Geschlechts.

» UBIF «

Wert Beschriftung Beschreibung
SexStatus & BasicSexStatus
(ausreichend für die meisten humanen administrativen Aufgaben)
Male Male männlich
Female Female weiblich
UnknownSex unknown sex unbekannt, keine Information vorhanden (nicht aufgezeichnet oder nicht untersucht). Vergleiche "ambiguous" und "indeterminate"
SexStatus & AdditionalSexStatus
(erweiterte Codes für Tiere oder klinische Beschreibung von Menschen)
Hermaphrodite Hermaphrodite Ein Organismus kann zu bestimmten Zeiten im Erwachsenenalter männliche und weibliche Geschlechtsorgane haben. Es ist ein allgemeiner Begriff, der nicht unterscheidet, ob dies simultan oder sequentiuell der Fall ist.
SimultaneousHermaphrodite Simultaneous hermaphrodite Ein Organismus, der im Erwachsenenalter gleichzeitig männliche und weibliche Geschlechtsorgane hat.
HermaphroditeTransitional Hermaphrodite, transitional phase Sequentielle Hermaphroditen in der Übergangsphase.
HermaphroditeMalePhase Hermaphrodite, male phase Sequentielle Hermaphroditen in der männlichen Phase.
HermaphroditeFemalePhase Hermaphrodite, female phase Sequentielle Hermaphroditen in der weiblichen Phase.
Male2Female Male changing to Female Der Organismus startet männlich und ändert das Geschlecht im Laufe des Lebens zu weiblich. (Sequentieller Hermaphrodit: Proterandrie, Vormännlichkeit, Erstmännlichkeit). Beispiele: Sägebarsche; viele Pflanzen; Menschen, die sich einer geschlechtsangleichenden Operation unterziehen. Dieser Begriff beschreibt nicht, in welcher Phase sich das Individuum gerade befindet.
Female2Male Female changing to Male Der Organismus startet weiblich und das Geschlecht ändert sich im späteren Leben zu männlich. (Sequentieller Hermaphrodit: Proterogynie, Protogynie, Vorweiblichkeit, Erstweiblichkeit). Beispiel: Lippfische; manche Pflanzen; Menschen, die sich einer geschlechtsangleichenden Operation unterziehen. Dieser Begriff beschreibt nicht, in welcher Phase sich das Individuum gerade befindet.

Der » Digital Imaging and Communications in Medicine « (DICOM), ein offener Standard zum Informationsaustausch in der Medizin. Hierin bildet die Beschreibung auch gleichzeitig die Deklaration. Siehe hierzu auch: » Hl7wiki «

» DICOM «

Wert Beschreibung deutsche Übersetzung
M Male männlich
F Female weiblich
U Unknown sex unbekanntes Geschlecht
 
MP Male Pseudohermaphrodite männlicher Pseudohermaphrodit
FP Female Pseudohermaphrodite weiblicher Pseudohermaphrodit
H Hermaphrodite Hermaphrodit
MC Male changed to Female männlich geändert zu weiblich (transsexuell)
FC Female changed to Male weiblich geändert zu männlich (transsexuell)
 
121104 Ambiguous sex zweideutiges Geschlecht
121102 Other sex anderes Geschlecht
121103 Undetermined sex ungewisses Geschlecht

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Botanik / Biologie
Begriffsentstehung

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Leben und Leistung grosser Forscher
Verlag: Springer Spektrum

» Bibliografie zur Philosophie und Geschichte der Biologie (2016) «
Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung (Berlin)
Georg Toepfer


Verlag J.B. Metzler

Geschlecht

Das deutsche Wort >Geschlecht< (ahd. >gislahti<) gehört dem gleichen Stamm wie >schlagen< an und bedeutet ursprünglich »das, was in dieselbe Richtung schlägt, (übereinstimmende) Art«. Später nimmt es die Bedeutung von »Abstammung, Herkunft« und besonders »(adlige) Familie« an. Es bezeichnet seit dem Mittelalter unter dem Einfluss von lat. >genus< und als geläufige Übersetzung für >sexus< auch das natürliche und grammatische Geschlecht eines Lebewesens bzw. Wortes. Spätestens seit Ende des 15. Jahrhunderts wird das Wort in doppeltem Sinn verwendet: einerseits für eine Gruppe von Organismen eines Typs (z.B. Steinhöwel ca. 1477: »menschlichs geschlecht«; »geschlächt der tieren«, andererseits für einen der beiden Typen von Organismen bei bisexuell sich fortpflanzenden Lebewesen (Brant 1494: »vermyschung beider geschlecht«; 16. Jh.: »weibliches Geschlecht« und »männliches Geschlecht«; »Erbfolge beyderley Geschlechts«. Die zweite Bedeutung verbreitet sich in der Biologie seit Mitte des 18. Jahrhunderts - J.G. Koelreuter handelt in seinem umfangreichen Werk über »das Geschlecht der Pflanzen« (1761-66) von der sexuellen Fortpflanzung bei Pflanzen - und wird bis ins 20. Jahrhundert die dominierende.

Das deutsche Wort >Geschlecht< (ahd. >gislahti<) gehört dem gleichen Stamm wie >schlagen< an und bedeutet ursprünglich »das, was in dieselbe Richtung schlägt, (übereinstimmende) Art«. Später nimmt es die Bedeutung von »Abstammung, Herkunft« und besonders »(adlige) Familie« an. Es bezeichnet seit dem Mittelalter unter dem Einfluss von lat. >genus< und als geläufige Übersetzung für >sexus< auch das natürliche und grammatische Geschlecht eines Lebewesens bzw. Wortes. Spätestens seit Ende des 15. Jahrhunderts wird das Wort in doppeltem Sinn verwendet: einerseits für eine Gruppe von Organismen eines Typs (z.B. Steinhöwel ca. 1477: »menschlichs geschlecht«; »geschlächt der tieren«, andererseits für einen der beiden Typen von Organismen bei bisexuell sich fortpflanzenden Lebewesen (Brant 1494: »vermyschung beider geschlecht«; 16. Jh.: »weibliches Geschlecht« und »männliches Geschlecht«; »Erbfolge beyderley Geschlechts«. Die zweite Bedeutung verbreitet sich in der Biologie seit Mitte des 18. Jahrhunderts - J.G. Koelreuter handelt in seinem umfangreichen Werk über »das Geschlecht der Pflanzen« (1761-66) von der sexuellen Fortpflanzung bei Pflanzen - und wird bis ins 20. Jahrhundert die dominierende.

Streit um die Geschlechtlichkeit der Pflanzen (I): Mittelalter und Frühe Neuzeit.

Die Kenntnis von der Geschlechtlichkeit der Dattelpalme ist im Mittelalter bei arabischen Gelehrten weiterhin vorhanden. In der Frühen Neuzeit wird wiederholt auf die Zweigeschlechtlichkeit vieler Kräuter hingewiesen. So bemerkt L. Lemnius 1567 (in der Übersetzung von J. Horst von 1575), »das die Kreuter zweyerley sind im geschlecht/ als nemlich menlein und weiblein« (in Original: »sexum inesse stirpibus«). 1592 unterscheidet der böhmische Botaniker A. Zaluziansky à Zaluzian klar zwischen der vegetativen Vermehrung und der sexuellen Reproduktion der Pflanzen (»De sexu plantarum«). Verdeckt wird die Geschlechtlichkeit der Pflanzen durch die weite Verbreitung des Hermaphroditismus bei Pflanzen (s.u.), also das Vorkommen von Blütenorganen mit männlichen und weiblichen Funktion an einem Organismus. In der Zeit nach Zaluziansky beschreibt T. Millington die Geschlechtlichkeit der Pflanzen und sieht die Staubblätter als das männliche Organ, das den Samen erzeugt. Millington veröffentlicht seine Anschauungen offenbar nicht selbst; sie werden erst durch den Botaniker N. Grew bekannt, der die Staubgefäße als »männliche« und den Stempel als »weibliche« Sexualorgane bezeichnet. Im Herbst 1671 liefern sowohl Grew als auch M. Malpighi anatomische Beschreibungen der Sexualorgane von Pflanzen gegenüber der >Royal Society< in London, die wenig später in Buchform veröffentlicht werden. Auf das klassische Beispiel der Dattelpalme gehen beide dabei nicht ein - vielleicht weil diese als Symbol des türkischen Kulturkreises galt und die Türken am Ende des 17. Jahrhunderts eine Bedrohung für das christliche Europa darstellten. Malpighi weist in seinen zoologischen Untersuchungen auch den Hermaphroditismus der Landschnecken nach - in seiner Pflanzenanatomie kommt er auf diese Parallele zu vielen Pflanzen allerdings nicht zu sprechen. Grew nimmt dagegen 1682 die hermaphroditische Geschlechtlichkeit der Pflanzen theoretisch an und vergleicht die Pflanzen in dieser Hinsicht (zu Recht) mit Schnecken. Wohl beeinflusst durch Grew, vergleicht J. Ray den Pollen der Pflanzen 1686 mit dem Sperma der männlichen Tiere.

Wenig später stellt der Tübinger Mediziner R.J. Camerarius (ebenso wie schon zuvor J. Bobart in Oxford) Experimente zu dieser Frage an und veröffentlicht sie 1694 in seinem »Brief über das Geschlecht der Pflanzen«. Diese Experimente bestehen in der künstlichen Isolierung der weiblichen von den männlichen Exemplaren zweihäusiger Pflanzen (z.B. des Bingelkrauts, Mercurialis), so dass jene keine reifen Samenkörner entwickeln. Zuvor hatte Camerarius auch schon bei frei in der Natur stehenden isolierten weiblichen Pflanzen (des Maulbeerbaums, Morus) das Ausbleiben der Bildung reifer Früchte beobachtet. Auch mit einhäusigen Pflanzen führt Camerarius Vesuche durch; er beschreibt den Pollen als das männliche und den Fruchtknoten als das weibliche Organ zur Fortpflanzung der Pflanzen.

Monogamie, Polygamie, Polygynie, Polyandrie

Für den Menschen besteht eine Terminologie zur Beschreibung der quantitativen Verhältnisse bei der Bindung der Partner unterschiedlichen Geschlechts bereits seit der Spätantike: Als Normalfall für den Menschen gilt meist die Monogamie (Tertullian um 200: »monogamia«; Taylor 1612: »monogamy«). Davon unterschieden wird seit dem Hochmittelalter die Polygamie (Sigebert von Gembloux 11 Jh.: »gaudens poligamia secundi tertii et etiam quarti mariti non refutat copulam ex multis maritis«; Petrus Cantor 12. Jh.: »bigamia vel poligamia«; Sarcerius 1538: »Poligamie, that is, the hauing of many wyues to gyther is forbydden«; Madan 1780: »polygamy«: »the having more wives than one«. Daneben steht die Polyandrie, die seit der Spätantike für den Menschen beschrieben wird (Arnobius 4. Jh.: »polyandria« [im Kontext von angeblicher ägyptischer Tempelprostitution]; Grotius 1680: »polyandria«; Lawrence 1680: »polyandry«; Madan 1780: »polyandry«). Von der >Polygamie<, die in der legalen oder institutionalisierten Beziehung von einem Mann mit mehreren Frauen besteht, wird die bloß sexuelle Verbindung von einem Mann mit mehreren Frauen als Polygynie abgegrenzt (Madan 1780: »polygyny«: »the having more women than one, without marriage or other obligation towards them«).

Meist stehen diese Ausdrücke im Zeichen der moralischen Abwertung und des Verbots. Erst seit Mitte des 18. Jahrhunderts entwickeln sie sich zu neutralen deskriptiven Termini. C. Wolff gibt 1747 eine definitorische Übersicht über diese Konzepte: »Polygamia dicitur matrimonium personæ unius cum pluribus contractum. In specie Polygynia vocatur matrimonium unius maris cum pluribus fominis contractum; Polyandria vero matrimonium unius fominæ cum pluribus maribus initum. [.] Monogamia, quæ polygamiae opponitur, appellatur matrimonium unius maris cum una fomina contractum«.

Sexualität

Etymologisch geht 'Sexualität' auf lat. 'sexus' 'männliches oder weibliches Geschlecht' zurück, das wiederum von 'secare' ('sectum') 'schneiden' abstammt. Der Wortstamm verweist also nicht auf den Prozess der Verschmelzung, sondern auf die (morphologische) Unterscheidung von Organismen einer Art.

Die Einführung des Ausdrucks erfolgt Mitte des 18. Jahrhunderts. Der frühe Wortgebrauch steht besonders unter dem Einfluss von Linnés Beschreibungen des Phänomens der Sexualität bei Pflanzen und des darauf aufbauenden linnéschen 'Sexualsystems' zur Klassifikation der Pflanzen. Für diese Klassifikation spricht Linné bereits 1735 von einem systematisch-sexuellen Schlüssel ('Clavis Systematis Sexualis').

Das dazu gehörige Substantiv erscheint zuerst auf Latein im Titel einer Dissertation von C.C, Krøyer (1761: 'De sexualitate plantarum ante Linnaeum cognita'). Gut zehn Jahre später verwendet N.J. de Neckar den Ausdruck in einer ebenfall lateinischen Abhandlung über die Physiologie der Moose (1774: 'De sexualitate atque siminalitate muscorum'). In der Übersetzung dieser Arbeit taucht der Ausdruck ein Jahr später im Französischen auf (1775: 'la sexualité & la séminalité des mousses & des plantes pérennelles, I'existence des sexes & des oufs dans les polypes & les reptiles'; 'contre le systéme d'une sexualité universelle'). Bis zum Ende der 1780er Jahre sind es aber nur wenige Autoren, die das Wort verwenden (Lefebvre des Haies 1787: 'la sexualité [von Käferschnecken, Chitonen aus Santo Domingo]'). Auf für das Englische finden sich keine Nachweise vor dem Ende der 1780er Jahre, der erste stammt aus der Rezension eines Gedichts von E. Darwin über die 'Lieben der Pflanzen' (P.P. 1789: 'it is on their [flowers'] sexuality that he has built his poem'; vgl. auch Walker 1797: 'The Linnaean system [...] is founded on the sexuality of plants'. Seit den 1790er Jahren finden sich Nachweise aus dem Deutschen, die die umstrittene Geschlechtlichkeit der Pflanzen betreffen (Anmerkung: man achte auf dieses Detail!) (Anonymus 1790: 'Zweifel [...] gegen die Sexualität der Pflanzen'; Anonymus 1792: 'die Sexualität der Moose'). In den späten 1790er Jahren wird das Thema von vielen Autoren aufgegriffen und der Ausdruck verbreitet sich allgemein (Schelling 1799: 'die allgemein Sexualität in der organischen Natur'; Anonymus 1799: Es werde von J. Gärtner 'den meisten der Gewächse, die unter Linne's Cryptogamie einregistriert sind, theils die Sexualität, theils die Bisexualität abgesprochen'; Anonymus 1799: 'Sexualismus der Pflanzen'). Die Übertragung des Ausdrucks 'Sexualität' auf den Menschen erfolgt erst im 19. Jahrhundert.

Zwitter

Der bereits im Althochdeutschen erscheinende Ausdruck >Zwitter< (ahd., mhd. >zwitarn<) bezieht sich anfangs auf genealogische Verhältnisse und bezeichnet ein Wesen von gemischter Rasse, einen Abkömmling von Eltern verschiedener Sorte (»Bastard«). Vereinzelt bereits im 13., verbreitet aber erst seit dem 16. Jahrhundert tritt die genealogische Bedeutung in den Hintergrund und das Wort bezeichnet ein zweigeschlechtliches Wesen, d.h. einen Menschen, ein Tier oder eine Pflanze, die sowohl weibliche als auch männliche Geschlechtsmerkmale aufweist. Als biologischer Terminus, der auch auf Pflanzen und Tiere bezogen wird, erscheint der Ausdruck in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Bei B. Erhart heißt es 1759: »Diejenigen Pflanzen also, deren Blumen diese beyderley Geburts-Glieder haben, nennet man Hermaphroditen oder Zwitter. Sie machen den größten Theil aus«.

Der ältere Ausdruck zur Bezeichnung zwittriger Wesen lautet Hermaphrodit. In Bezug auf Abnormitäten beim Menschen findet er sich bereits bei Plinius im ersten nachchristlichen Jahrhundert (»Gignuntur et utriusque sexus quos Hermaphroditos vocamus, olim androgynos vocatos et in prodigiis habitos«). Der Ausdruck geht auf die griechische Sagengestalt Hermaphroditos zurück, einen Sohn des Hermes und der Aphrodite, der mit der Quellnymphe Salmakis verschmolz und ein androgynes Wesen bildete. Die Verwendung im biologischen Zusammenhang etabliert sich seit dem Hochmittelalter. Bis zur Neuzeit bildet >Hermaphrodit< aber eine Kategorie zur Bezeichnung von Abnormitäten und Monstrositäten. Als neutraler biologischer Terminus verbreitet sich der Ausdruck erst seit Beginn des 18. Jahrhunderts. S. Vaillant spricht 1718 von hermaphroditischen Blüten (»Flores hermaphroditi«); 1745 bezeichnet dann Bonnet die Blattläuse, bei denen er ihre parthenogenetische Fortpflanzung nachweist, als >Herma phroditen<. Im Deutschen erscheint der Ausdruck >Hermaphrodit< in einem neutralen biologischen Sinn Mitte des 18. Jahrhunderts (vgl. das Zitat von Erhart oben).

Linné bezeichnet eine Pflanze, die über männliche und weibliche Blüten verfügt, als androgyne Pflanze (»planta androgyna«) - er nimmt dabei ebenfalls eine Bezeichnung auf, die sich schon bei Plinius fin det (s.o.). Daneben ist außerdem der Terminus Gynandromorphismus verbreitet, um das Phänomen des Vorhandenseins von sowohl männlichen als auch weiblichen Geschlechtsorganen an einem Organismus zu bezeichnen (Wesmael 1836: »gynandromorphisme«; dt. Übers. 1837: »Gynandromorphismus«; engl. 1840: »gynandromorphism«).

Den Hermaphroditismus der Weinbergschnecke beschreibt 1694 der englische Arzt M. Lister. Seit Beginn des 18. Jahrhunderts werden Organismen der verschiedensten Arten als Hermaphroditen erkannt. E. Chalmers führt in seiner Enzyklopädie Insekten, Reptilien, Würmer, Schnecken und auch Pflanzen an. Bei den Pflanzen werden allgemein diejenigen als >Hermaphroditen< bezeichnet, in deren Blüten sowohl Staubblätter (Stamina) als auch Stempel (Pistill) vorhanden sind.

Das Phänomen des Hermaphroditismus zeigt, dass die Trennung der Geschlechter nicht immer mit der Trennung von Individuen zusammenfällt. J. Müller formuliert 1840: »Der Dualismus der Geschlechter ist also nicht nothwendig Dualismus der Individuen. Vielmehr kann die geschlechtliche Zeugung so gut, wie die Knospenbildung und Theilung, von einem einzigen Individuum geschehen«.

  • Hermaphrodit (Plinius um 79) S. 83
  • Monogamie (Tertullian um 200) S. 75
  • Polyandrie (Arnobius 4. Jh.) S. 75
  • Kopulation (Augustinus 418) S. 73
  • Polygamie (Sigebert von Gembloux 11. Jh.) S. 75
  • Zwitter (Anonymus 13. Jh.) S. 83
  • Geschlecht (15. Jh.) S. 72
  • Begattung (Horst 1592) S. 73
  • Polygynie (LaMettrie 1748) S. 75
  • Sexualität (Krøyer (1761) S. 80
  • Konjugation (Treviranus 1804) S. 82
  • Geschlechtsbestimmung (Reil & Autenrieth 1815) S. 84
  • Geschlechtsverhältnis (Memminger 1824) S. 84
  • Gynandromorphismus (Wesmael 1836) S. 84
  • sekundäre Geschlechtsmerkmale (Bennett 1836; Yarrell 1836) S. 75
  • Parasexualität (Pontecorvo 1954) S. 82


Verlag: G. Reimer
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ein Lebensbild
Verlag: J. D. Sauerländer
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oder, Die Kunstausdrücke welche zum Verstehen
der phytographischen Schriften nothwendig sind

E. Schweitzerbart'sche Verlagsbuchhandlung
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bisexualis, zweigeschlechtlich, mit männlichen und weiblichen Befruchtungsorganen versehen.

hermaohroditus, zwittrig, wenn Staubgefäße und Pistille in der männlichen Blüthe enthalten sind; daher flos hermaphroditus, eine Zwitterblüthe.

heterogamus, verschiedenehig, wenn in dem nämlichen Blüthenstande Blüthen verschiedenen Geschlechts (weibliche und Zwitter, weibliche und männliche oder geschlechtslose) vorkommen, z.B. bei Inula, Aster, Celendula, Centauren. (Ist gleichbedeutend theils mit polygamus, theils mit androgynus.)

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Zum Verhältniswesen der damaligen Zeit, gilt es, sich vor allem die Umstände zur Sache vor Augen zu führen. Wie man über die Geschichte der biologischen Theorien erfahren kann, so bestand bis dato ein nie endender Kampf zwischen den einzelnen Theorien zur Grundsteinlegung allgemeingültiger artenmäßiger Kategorisierung, jedoch vor allem einer weitläufigen Willkür an Namensbenennungen, dem vor allem die Hervortretung der Beschäftigung mit den Evolutionstheorien gewaltigen Druck verschaffte, ein solches zu etablieren. So basiert jedoch auch Linné's Konzept auf einem Prinzip 'für Pflanzen' und war 'als solches' gar nicht als ein allgemeingültiges vorgesehen, sondern dies sollte sich daraus hervorgehend überhaupt erst auch für Tiere und Menschen entwickeln. Vor allem handelt es sich um ein künstliches System - ein theoretisches Konstrukt, dem die Natürlichkeit der Gegebenheiten entgegen stehen. Es handelt sich um ein Abstraktionsprinzip, um als Meßlatte zu dienen, die tatsächlichen Gegebenheiten 'daran zu ermessen'. Es war und ist nicht als eigentliches Abbildungsprinzip geschaffen worden. Wie man jedoch den Entwicklungen entnehmen kann, hat man hierin Linné's Worte übergangen und das Mißverständnis setzt sich bis zum heutigen Tage fort, wie auch die damit verbundene Grundsatzauseinandersetzung über die Sache selbst.


in ihren Grundrissen mit Rücksicht
auf ihre historische Entwicklung

Verlag der Franck'schen Buchhandlung
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S. 10: Bei der Schwierigkeit des allgemeinen Verkehres, wegen Mangels regelmäßiger Postverbindungen, war in jener Zeit ein gegenseitiger Austausch von Erfahrungen und Ideen unter den Gelehrten nicht leicht möglich ; es stand Jeder mehr für sich allein, und daraus entsprang ein Mangel an Uebereinstimmung in der Beschreibung, besonders aber in der Benennung der Pflanzen, welcher das Studium derselben täglich mehr erschwerte und in die Wissenschaft die größte Verwirrung zu bringen drohte. Daher wurde bald die Nothwendig einer Sichtung der sich stets mehr anhäufenden Masse des Bekannten fühlbar. Die ersten Versuche dazu machten die beiden Brüder Bauhin. Der ältere, Jean Bauhin, zu Lyon (1541) geboren, ein Schüler von Leonh. Fuchs, ein Freund und steter Reisegefährte von Konrad Gesner, mit welchem er das südliche Frankreich, Italien und die Schweiz durchforschte, zuletzt Leibarzt des Herzogs von Württemberg zu Mömpelgard, wo er (im Jahre 1611) starb, arbeitete fast ein halbes Jahrhundert an seiner "allgemeinen Pflanzen-Historie", einem großen Sammelwerke, worin er alle damals bekannten Pflanzen, besser wie bisher geordnet und mit einer berichtigten Synonymie versehen, genauer als seine Vorgänger beschrieb, welches aber - wie auch ein gemeinschaftlich mit seinem Schwiegersohne, Jean Henri Cherler, bearbeiteter Vorläufer dieses Werkes schon früher (im Jahre 1619) durch den eben Genannten - erst nach seinem Tode (im Jahre 1651) durch Dominic Chabré, Arzt zu Iserten, im Drucke heraugegeben wurde. Der jüngere Bruder, Caspar Bauhin (im Jahre 1560) zu Basel geboren, wo er auch als Professor der Anatomie und Botanik (im Jahre 1624) starb, bereiste ebenfalls einen bedeutenden Theil von Europa, beobachtete die Pflanzen fleißig in der Natur und verglich dieselben mit den Beschreibungen der Autoren ; er veranlaßte ferner mehrere junge Mediciner, in Frankreich und Italien für ihn zu sammeln, stand in Briefwechsel mit den meisten namhaften Botanikern seiner Zeit und besaß schon eine getrocknete Sammlung von mehr als 4000 Pflanzen. Unterstützt von solchen Hilfsmitteln, bei seiner ausgezeichneten Gelehrsamkeit und seinem unermüdlichen Fleiße, unternahm er eine Zusammenstellung aller bisher bekannten Pflanzen, mit Angabe der verschiedenen Namen, unter denen sie bei seinen Vorgängern vorkommen, wodurch sie als Schlüssel zu allen botanischen Schriften, von Theophrastus bis auf seine Zeit dienen sollte. In diesem Jahre 1623, zuerst erschienen Verzeichnisse oder "Pinax", wie er es nannte, stellte er die Pflanzen nach ihrer Aehnlichkeit im äußern Ansehen in Gruppen (von ihm genera genannt) zusammen, um die Uebersicht zu erleichtern, und setzte jeder dieser Gruppen einen gemeinschaftlichen Nahmen vor. Dies ist ein erster, freilich noch roher Versuch, eine mehr methodische Ordnung, als bisher geschehen, in die Schriften einzuführen. Seine Pflanzennamen blieben länger als ein Jahrhundert im Gebrauche, und manche davon hat Linné sogar beibehalten.

Außer dem bedeutenden Fortschritte, welchen man im 17. Jahrhunderte von der ungeordneten Pflanzenbeschreibung zur ersten systematischen Anoordnung machte, entstand auch ein ganz neuer Zweig der Botanik, die Anatomie der Pflanzen. Die in den ersten Jahren dieses Jahrhunderts von dem Holländer Cornelius Drebbel erfundenen Vergrößerungsgläser wurden später zur Zusammensetzung von Mikroskopen benutzt, und dadurch öffnete sich den Naturforschern ein neues großes Feld der Untersuchungen mancher Art. Der Erste welcher ein solches zur Beobachtung kleiner, dem bloßen Auge nicht mehr erkennbaren Gegenstände brauchbares Instrument (im Jahre 1660) verfertigte, war Robert Hooke, Professor der Mathematik und Secretär der königlichen Societät der Wissenschaften in London, der auch bald darauf (im Jahre 1665) seine mikroskopischen Beobachtungen und darunter die ersten genaueren Untersuchungen des Zellgewebes mehrerer Pflanzen veröffentlichte. Die eigentlichen Väter der Phytonomie sind aber Nehemiah Grew, Secretär derselben Societät in London, und Marcello Malpighi, Professor zu Bologna, welche gleichzeitig und völlig unabhängig von einander sich mit der Untersuchung des innern Pflanzenbaues beschäftigten und Beide in demselben Jahre (1671) ihre bedeutenden Werke über Pflanzen-Anatomie der Londoner Societät übergaben, welche dieselben, schönstens ausgestattet, auf ihre Kosten drücken ließ. ... Da aber die Physiologie nur an der Hand der Anatomie, als ihrer nothwendigen Grundlage sich gedeihlich entwickeln kann und zur richtigen Erklärung der Lebenserscheinungen zugleich einer geläuterten Chemie bedarf, so konnte sie sich bei der nun wieder eingetretenen gänzlichen Vernachläßigung der Phytotomie und bei dem mangelhaften Zustande der Chemie lange Zeit hindurch keiner wesentlichen Fortschritte erfreuen. ... Zu den Ausnahmen gehören ferner die von dem Tübinger Professor Rudolph Jacob Camerarius (im Jahre 1695) bekannt gemachten Beobachtungen und Versuche über die befruchtende Kraft des Blüthenstaubes, aus welchen er das Vorhandensein einer Geschlechtsverschiedenheit bei den Pflanzen wirklich zuerst bewies und dadurch den Grund zu der Sexual-Theorie legte, welche im Linné'schen Zeitalter eine so große Bedeutung für die Systemkunde und später noch für die Lehre von der Zeugung erlangte.

Durch die Ausbildung des Gattungsbegriffes und die Feststellung der Sexualtheorie erscheint die Tournefort'sche Periode, welche sich innerhalb 45 Jahre (von 1690-1735) eingrenzen läßt, als eine merkwürdige Krisis der Wissenschaft, während welcher die letztere bedeutend an innerer Lebenskraft gewann und die frischen Keime und Knospen zu treiben begann, welche mit dem nun eintretenden Frühlinge, dessen Verkünder der Schwede Linné war, nach einer zu freudiger Entfaltung gelangten. Während die Pflanzenforscher des 16. und 17. Jahrhunderts in einer mehr passiven Beobachtung der Natur sich ganz in das Einzelne verloren, die Botaniker der folgenden Zeit aber das von den Vätern erworbene Gut, zum Theile mit Hintansetzung der eigenen gründlichen Naturforschung, zu sammeln und unter allgemeine Uebersichten zu bringen strebten, wurde von Linné das Gleichgewicht zwischen dem Speciellen und Generellen festgestellt, indem er mit der eigenen treuen Naturforschung den das Ganze überschauenden und ordnenden Geist verband.


seit dem Ende des siebzehnten Jahrhunderts
Verlag: Wilhelm Engelmann

Es lag in der philosophischen Richtung jener Zeit, daß man sich bemühte, das Pflanzensystem rationalistisch aufzubauen, d. h. man suchte durch Abstraktion aus dem eben vorhandenen Tatsachenmaterial die wesentlichen Merkmale der Pflanzenwelt zu gewinnen und nach diesen für alle Pflanzen ein für allemal aufgestellten Regeln das System durchzuführen. CAESALPIN glaubte, daß er das natürlichste Pflanzensystem bekommen würde, wenn er die Pflanzen nach den Ernährungs- und Fortpflanzungsorganen (d. i. Samen) einteilte, da er diese Organe für die wesentlichsten hielt.

Durch das Studium der Arbeiten des Camerarius über die Sexualität der Pflanzen gelangte LINNÉ zu der Überzeugung, daß die Sexualorgane für die Pflanzen am wichtigsten sind; er behauptet, daß es keine Funktion der Pflanzen gibt, für welche die Natur so konstante Apparate ausgebildet hätte, wie die Fortpflanzung, und das ist die Ursache, warum er die Antheren und das Pistill als Einteilungsgrund des Pflanzensystems annimmt. Das Prinzip dieses Systems ist also im wesentlichen dasselbe wie bei CAESALPIN, MORISON, TOURNE-FORT und andern seiner Vorgänger. Besonders nahe steht es dem CAESALPINschen Einteilungsprinzip; Caesalpin, der mit ARISTOTELES die Sexualität der Pflanzen bestreitet, hat sein System auf die Früchte aufgebaut, LINNÉ hat nur die neue Entdeckung der Sexualorgane dazu benutzt, den CAESALPINschen Gedanken mehr zu vertiefen. Zwar hat CAESALPIN die systematische Bedeutung der Früchte aus dem Wesen der Pflanze abgeleitet und dabei auf die Funktion (Fortpflanzung), nicht auf die Form der Pflanze den höchsten Nachdruck gelegt, während das von LlNNÉ gewählte Merkmal, die Sexualorgane, bis zu gewissem Grade auch morphologisch wirklich konstant ist. Trotzdem aber ist LINNÉs System wesentlich physiologisch; denn die Funktion, die Sexualität, nicht die Struktur, d. h. das Verhältnis der Teile, gibt ihm die Hauptmerkmale. Der beste Beweis dafür, daß LINNÉ die Sexualorgane aus physiologischen, nicht aus morphologischen Rücksichten als klassifikatorische Merkmale angenommen hat, ist der, daß er auch das System der Tiere auf ihr Sexualsystem aufbauen wollte; er wurde jedoch durch die Rücksicht auf den Anstand - es war ja das 18. Jahrhundert, und die Zoologie mußte salonfähig bleiben - davon zurückgehalten.

LINNÉ wußte, daß sein Pflanzensystem künstlich ist, und hoffte, daß es einmal durch ein natürliches ersetzt werden würde. Charakteristisch ist jedoch, daß er diesen Fortschritt nicht vom Studium der Organisation der Pflanzen erwartete, sondern von der Entdeckung neuer Gattungen; so steht er in dieser Hinsicht in naher Beziehung zu den Darwinisten: von der Erfahrung erwartet er eine tiefere Erkenntnis der Eigenschaften der Art, Gattung usw. nicht, sondern von der Auffindung bisher unbekannter Arten, durch die dann die noch vorhandenen Lücken im natürlichen System ausgefüllt werden sollen.

An LINNÉs System der Pflanzen, welches auf der Beschaffenheit ihrer Sexualorgane aufgebaut ist, können wir eine kurze Übersicht der bis in das 18. Jahrhundert herrschenden Ansichten über die Sexualität anknüpfen. Die sexuellen Unterschiede, die bei dem Menschen eine ausschließlich vitale Erscheinung darstellen - in der anorganischen Natur kommt nichts Ähnliches vor -, an welche sich anatomisch, physiologisch, psychologisch, soziologisch und wer weiß, in welcher Hinsicht noch, eine Reihe der wichtigsten Probleme anknüpfen lassen, reizten die Theoretiker immer wieder, sie durch irgendeine konkrete Auffassung in das Gebiet der Biologie einzuführen. Doch bekenne ich, daß mir auf keinem andern biologischen Gebiete die Theorien, die Versuche zur Lösung des Problems so kläglich, so wenig ersprießlich vorkommen wie in diesem Falle, die modernen Theorien keineswegs ausgenommen. In den Zeiten der deutschen Naturphilosophie hat man in dem Geschlechtsunterschied eines der tiefsten Probleme gesehen; heute ist man dagegen der Ansicht, daß die Chromosomen, Centrosomen und ähnliche Elemente alle Schwierigkeiten beseitigen.


als Vorläufer einer pragmatischen Geschichte der Zootomie
Verlag: Friedrich Viehweg und Sohn

Geschichte der Botanik

» Band 2 (1855) «
» Band 3 (1856) «
» Band 4 (1857) «
Verlag: Gebrüder Bornträger
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nach ihrer Entwiklungsfolge von Aristoteles bis auf die gegenwärtige Zeit
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bis auf Joh. Müller und Charl. Darwin
Verlag: R. Oldenburg
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Geschichte der Botanik

» Band 2 (1818) «
Verlag: F. A. Brockhaus
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vom 16. Jahrhundert bis 1860
Verlag: R. Oldenburg
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Geschichte der Botanik

» Zweiter Theil (1818) «
Verlag: F. H. Brockhaus
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Die bisexuelle Geschlechtlichkeit

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https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Rudolf_Jacob_Camerarius._Line_engraving_by_J._C._Dehne._Wellcome_V0000975.jpg
Line engraving by J. C. Dehne


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Theophrastos: Ueberhaupt ist das Wesen der Pflanzen verschiedenartig und mannigfaltig und schwer im Ganzen zu beschreiben.


Übersetzung und Anmerkungen von
De sexu plantarum epistola

Verlag: Wilhelm Engelmann
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vom 16. Jahrhundert bis 1860
Verlag: R. Oldenburg
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S. 418: Das Hauptwerk des Camerarius über die Sexualität der Pflanzen ist seine vielgenannte, aber wie es scheint, von sehr Wenigen gelesene De sexu plantarum expistola, die er am 25. August 1694 an Valentin Professer in Gießen richtete. Dieser Brief ist das Umfangreichste, was bis dahin und selbst bis in die Mitte des vorigen Jahrhunderts über die Sexualität der Pflanzen geschrieben wurde; er enthält aber auch das bei Weitem Gründlichste in dieser Richtung vor Koelreuter. Die Darstellungsweise weicht sehr zu ihrem Vortheil von der jener Zeit weit ab und ist durchaus im modernen naturwissenschaftlichen Sinn gehalten: eine vollständige Kenntniß der einschlägigen Literatur wird hier mit sorgfältiger Kritik gehandhabt; der Blüthenbau klarer als jemals vorher und lange nach ihm dargestellt und zwar ausdrücklich in der Absicht, den Sinn seiner Experimente über die Sexualität verständlich zu machen. Man sieht es der ganzen Haltung des Briefes an, daß Camerarius von der außerordentlichen Wichtigkeit der Frage durchdrungen war und daß es ihm darauf ankam, die Existenz der Sexualität auf jede mögliche Weise festzustellen.

S. 433: Demnach haben Linné' und seine Schüler in dem Zeitraum zwischen Camerarius' und Koelreuter's Arbeiten zur Begründung der Tatsache, daß es eine geschlechtliche Differenz bei den Pflanzen und eine Bastardirung verschiedener Arten gebe, keinen einzigen neuen oder stichhaltigen Beweis beigebracht und wenn dennoch zahlreiche spätere Botaniker Linné's große Verdienste um die Sexualtheorie gerühmt, ihn als den hervorragendsten Begründer derselben bezeichnet haben, so beruhte das zum Theil darauf, daß sie Linné's scholastische Deductionen von naturwissenschaftlichen Beweisen nicht zu unterscheiden vermochten, zum Theil auf der früher schon erwähnten Verwechslung der Begriffe Sexualität und der auf die Sexualorgane gegründeten Eintheilung der Pflanzen; auf eine solche laufen z.B. auch die Ansprüche hinaus, welche Renzi für Patrizi erhoben, Ernst Mayer jedoch bereits als auf diesem Irrthum beruhend zurückgewiesen hat (Mayer, Gesch. d. Bot. IV p. 420). Noch in unserem Jahrhundert wurde De Candolle von Johann Jacob Römer getadelt, daß er Linné nicht als den Begründer der Sexualtheorie habe gelten lassen.

Geschichte der Botanik

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» Dritter Band (1856) «
» Vierter Band (1857) «
Verlag: Gebrüder Bornträger
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» Vierter Band - Seite 420 «
Die vermeinte Entdeckung der Geschlechtlichkeit der Pflanzen
und Erfindung des Sexualsystems

Man spricht aber noch von andern Männern jener Zeit, denen man schon damals die Bekanntschaft mit dem Sexualsystem der Pflanzen zuschreibt. Der Ausdruck ist doppelsinnig: jetzt pflegen wir darunter bekanntlich die von Linné eingeführte systematische Anordnung der Pflanzen nach den verschiedenen Verhältnissen ihrer Geschlechtsorgane zu verstehen. Dass ein Sexualsystem der Pflanzen in diesem Sinne vor Linné nicht existirte, darüber werden wohl alle Botaniker einig sein. In einem andern Sinne nennt man bekanntlich auch jeden Complex physiologisch zusammenwirkender Organe ein System, also den Complex der pflanzlichen Geschlechtsorgane ihr Sexualsystem. Nur in dieser Bedeutung kann von einer Bekanntschaft mit dem Sexualsystem der Pflanzen vor Linné die Rede sein. Indess sollte man sich des Ausdrucks in dieser Bedeutung in Fällen, wo er zu Missverständnissen führen kann, enthalten. Diese Vorsicht ward von verschiedenen neuern Schriftstellern vernachlässigt, es wäre denn, dass jenes Missverständniss sogar sie selbst schon umgarnt hätte.

Renzi giebt in seiner Geschichte der Medicin in Italien einen besondern Paragraphen mit der Ueberschrift: "Einführung der ersten Classificationen und Methoden in die Botanik", und eröffnet denselben mit folgendem Satze: "das Sexualsystem der Pflanzen, sagt Monti, schon dem Theophrastos durch den Sinn gegangen, stand wieder auf, nicht als verworrene, sondern glänzende Idee in Patrizi's Geiste; und obgleich es erst des feinen Blickes und Taktes Linné's bedurfte, um die Idee zu reifen, so darf man deshalb jenem doch nicht die Ehre entziehen, sie zuerst cultivirt und, so weit es ihm die Kindheit der Botanik gestattete, glücklich genährt zu haben." Es leidet fast keinen Zweifel, dass Monti hier vom Sexualsystem im physiologen Sinne sprach. Renzi fasst seine Worte anders auf; er fährt fort: "In der That dieser Francesco Patrizi schlug vor als Methode der Eintheilung in der Botanik das verschiedene Geschlecht der Pflanzen. Aber weil er sich auf einen Vorschlag beschränkte, und ihn nur mit einem Beispiel auf die Botanik anwandte, so bildete der berühmte Linné nach nicht weniger als zwei Jahrhunderten darauf sein berühmtes System, wodurch sein Name unsterblich ward. Kann man darum aber den grossen Italiäner der Priorität der Erfindung berauben?" Offenbar hat Renzi seinen Vorgänger missverstanden, und das Wort Sexualsystem in der Bedeutung methodischer Anordnung aufgefasst. Halten wir uns vorerst lediglich an Renzi's eigne Worte, so schlug Patrizi als Eintheilungsgrund in der Botanik vor "il diverso sesso delle piante." Das kann nichts anderes bedeuten, als dass er die Pflanzen in männliche und weibliche eintheilen wollte. Das war aber unmöglich, wenn er den Hermaphroditismus der meisten Pflanzen kannte oder auch nur ahnete. Man muss also voraussetzen, er hätte die Geschlechtlichkeit der Pflanzen im Sinne der Alten genommen, welche öfter zwei besonders ähnliche Pflanzenarten als Männchen und Weibchen betrachteten ; und dann bestände sein angeblicher Vorschlag darin, alle einander unähnliche Pflanzen in Eine Klasse zusammen zu werfen, alle sehr ähnliche in zwei Klassen zu trennen. Dürfen wir dem geistreichen Patrizi einen so thörichten Einfall zutrauen? Lieber wollen wir erst ihn selbst hören.

Renzi sagt nicht, wo und mit welchen Worten Patrizi sich über die Geschlechtlichkeit der Pflanzen ausgesprochen hat; Tiraboschi sagt es, indem er Patrici's Verdienste rühmt, mit folgenden Worten: "Derselbe weist in den alten Philosophen viele Meinungen nach, welche von den Jüngern aufs neue aufgestellt und mit besserm Erfolg aufrecht erhalten wurden, und so sehen wir unterandern von ihm angedeutet das System des verschiedenen Geschlechts der Pflanzen (il sistema del diverse sesso delle piante)." Ich schrieb die Worte ab, weil ich starken Verdacht hege, dass sie es sind, worauf sich sowohl Monti wie Renzi, ohne sich um Patrici's eigne Worte zu kümmern, verliessen. Tiraboschi ist genauer, er citirt Discussionum peripateticorum vol. II, lib, V, sub finem. Da zählt Patrizi diejenigen naturwissenschaftlichen Behauptungen des Aristoteles auf, welche schon von seinen Vorgängern ausgesprochen waren, unterandern: "feminam quoque et marem inter plantas reperiri." Ich habe mir viel Mühe gegeben in Patrizi's weitläuftigem Werk eine zweite Stelle aufzufinden, worin er seine eigne Meinung über die Geschlechtlichkeit der Pflanzen ausspräche; ich finde keine, und der Ausdruck Sistema, dessen sich Tiraboschi, Monti und Renzi, wiewohl jeder in einer ganz verschiedenen Bedeutung bedienen, erhöht meinen eben ausgesprochenen Verdacht.

Auf gleiche Weise liess sich Morejon täuschen, wenn er nicht allein dem Andrés Laguna, dessen Commentar zum Dioskorides 1543 erschien, sondern auch schon dem Gabriel Alfonso de Herrera, der sein aus den Alten, vornehmlich den Geoponiken compilirtes Werk de la Agricultura 1520 herausgab, eine grössere Kenntniss der Sexualität der Pflanzen, als die Alten besassen, zuschreibt. In seiner chronologischen Aufzählung der Fortschritte, welche die Naturwissenschaften im sechzehnten Jahrhundert in Spanien gemacht, rühmt er von Herrera's Werk, darin spreche der Verfasser "vom Sexual System der Pflanzen"; und gleich darauf, wo er von Laguna spricht, sagt er: "hätte Linné seine Werke gelesen, so würde er gefunden haben, dass dieser Spanier das Sexualsystem kannte, welches er sich so unverdienter Weise zugeeignet." Später, in Laguna's Biographie lesen wir nochmals: "Gleichfalls spricht er vom Sexualsystem der Pflanzen, wenn nicht in bestimmten Ausdrücken, doch in hinreichenden, um erkennen zu lassen, dass ihm das Alterthum dieser Beobachtung nicht unbekannt war." Es ist auffallend, dass sich Morejon gleichfalls in allen drei Stellen des unpassenden Ausdrucks Sexualsystem statt Sexualität bedient. Renzi's Werk kann er nicht gekannt haben, es ist jünger als das seinige. Sollte ihm Monti bekannt gewesen sein? oder sollte auch ihn Tiraboschi verleitet haben? Die Sache selbst bedarf keiner Erörterung mehr. Nirgends schiessen sonst gute Schützen ärgere Böcke als auf der Prioritätsjagd.

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Die Evolutionstheorie

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» Über die Entstehung der Arten () «
durch natürliche Zuchtwahl oder die Erhaltung
der begünstigten Rassen im Kampfe um's Dasein

Sechste Auflage
» Charles Darwin «
Aus dem Englischen übersetzt von H. G. Bronn
durchgesehen und berichtigt von J. Victor Carus
E. Schweizerbart'sche Verlagshandlung (E. Koch)
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Verlag: Wilhelm Engelmann
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So lange der Mensch überhaupt beobachtet, hat er die Erfahrung gemacht, dass Pflanzen und Thiere Nachkommen erzeugen , die den Eltern sehr ähnlich oder, wie man gewöhnlich zu sagen pflegt, "gleich" sind. Die Summe aller Nachkommen sogenannter "gleicher" Thiere, zusammen mit den Eltern , wurde nun nach ihren besonderen Charakteren anderen Thieren als selbständige "Art" gegenüber gestellt.

So bildete sich der physiologische oder genealogische Collectivbegriff der Art heraus, indem man die gemeinschaftliche Abstammung als Criterium der Zusammengehörigkeit festhielt. Zugleich nahm man die unbegrenzte Fruchtbarkeit und die sogenannte "Gleichheit" aller Individuen einer Art als selbstverständlich mit in den Kauf. Als nun die Zoologen und Botaniker anfingen, sich der Thiere und Pflanzen zu bemächtigen, sie einzusammeln und in Museen zu verwahren, sie zu beobachten und zu studiren, da gingen sie natürlich von dem allgemein verbreiteten Begriff der Art aus und hielten die drei Criterien der gemeinsamen Abstammung, der Fruchtbarkeit, der "Gleichheit" auch für die wilden Thier- und Pflanzenarten fest. Das erste Criterium indessen, die gemeinsame Abstammung, konnten sie zur Feststellung der Frage, was von ihren eingesammelten Objecten zu einer "Art" gehöre, nicht gebrauchen, das zweite, die Fruchtbarkeit der Individuen untereinander, ebenso wenig, also blieb ihnen nur die grössere oder geringere Aehnlichkeit der Körper. So bildete sich aus dem physiologischen und genealogischen allmälig der morphologische Artbegriff, indem man sehr richtig von der "Gleichheit" der Form auf gemeinsame Abstammung zurück schloss, die man anders nicht nachweisen konnte.

Unterdess hatte aber in der Praxis des Lebens das dritte Criterium, die "Gleichheit" der Individuen einer Art, einen argen Stoss erhalten : man hatte die Erfahrung gemacht, dass die Nachkommen der Hausthiere nach einer grossen Reihe von Generationen in ihren äusseren Formverhältnissen so weit aus einander gegangen waren, dass nur noch von einer im Verhältniss geringen Aehnlichkeit zwischen ihnen die Rede sein konnte. Der kleine krummbeinige Dachshund wich so auffallend vom grossen Windhund ab, die Kropftaube sehr bedeutend von der schlanken Botentaube, das leichte Rennpferd ganz entschieden vom plumpen Karrengaul, - und dennoch zweifelte Niemand an der gemeinsamen Herkunft der abweichendsten Racen, und Jeder rechnete sogar die Extreme mit zu einer "Art", trotz ihrer ausgesprochenen Ungleichheit. Man musste somit die Idee der vermeintlichen Gleichheit der Individuen einer Art aufgeben.

Sehr schlimm war dieses nun für die Zoologen und Botaniker, indem sie dadurch ihr einziges praktisch brauchbares Criterium des Artbegriffes verloren. In ihrer Praxis hatten sie es übrigens unbewusst bereits lange aufgegeben ; denn wenn sie die Exemplare, die als "eine Art" in ihren Sammlungen vereinigt waren, genau verglichen, so mussten sie gestehen, dass keines dem anderen vollkommen gleich, sondern nur mehr oder weniger ähnlich sei. Aehnlichkeit liess sich aber auch zwischen deutlich unterschiedenen Arten nicht läugnen, nur war der Grad derselben ein anderer. Linne war der Erste, der diesen verschiedeneu Stufen der Aehnlichkeit wissenschaftlichen Ausdruck gab. Indem er dem Begriffe der morphologischen Art, d. h. der Aehnlichkeit ersten Grades, den Begriff der Gattung (genus), d. h. die Aehnlichkeit zweiten Grades überordnete, fixirte er zugleich die Subordination dieser beiden Stufen für alle Zeiten durch Einführung der binären Nomenclatur. Jede Summe von Individuen grösster Aehnlichkeit erhielt als besondere "Art" einen Speciesnamen und mehrere Arten zusammen zur Andeutung ihrer entfernteren Aehnlichkeit einen gemeinschaftlichen Genusnamen, der bei der Bezeichnung dem Speciesnamen vorausgesetzt wurde. So heisst z. B. das Pferd Equus Caballus , der Esel Equus Asinus ; Equus ist der Gattungsname, der allen Pferdearten gemeinsam ist, also auch dem Zebra, dem Quagga, dem Onager u. s. w. zukommt, Caballus und Asinus sind Speciesnamen.

Mit der Constatirung verschiedener Aehnlichkeitsstufen, worin das unsterbliche Verdienst Linné's besteht, war nun auch der Anstoss zu weiterer Subordination der Verwandtschaftsgrade gegeben. Linné selbst vereinigte mehrere Gattungen zu je einer Ordnung, und mehrere Ordnungen zu je einer Classe, deren 24 sein Pflanzenreich und 6 sein Thierreich zusammensetzten. Latreille schob zwischen Ordnung und Gattung noch den Begriff der Familie, Cuvier und gleichzeitig Baer vereinigten mehrere Klassen zu je einem Kreis oder Typus und spätere Autoren vervielfältigten diese Stufenleiter bis zu 20, ja selbst 24 Categorien, wobei nicht nur dem Speciesbegriff übergeordnete (Gattung, Familie, Ordnung etc.), sondern auch untergeordnete Stufen der Aehnlichkeit mit besonderen Namen belegt wurden. Durch letzteres Verfahren wurde die Unterscheidung von "Subspecies", "Varietäten" oder "Racen" in der Wissenschaft geläufig. Die Hauptsache hierbei war, dass die Meinung, welche bisher der Species allein das physiologische Kriterium einer einheitlichen Abstammung vindicirt hatte, allmälig untergraben werden musste, indem man alle diese Collectivbegriffe, "Familie", "Gattung", "Art", "Varietät" als bloss graduell verschieden anzusehen sich gewöhnte, und nicht nur die Arten, sondern auch die weiteren Verwawdtschaftskreise durch bestimmte gemeinschaftliche Merkmale zu fixiren suchte.

So entstand allmälig das, naturhistorische System, bei dessen Ausbau man sich mehr und mehr bemühte, der natürlichen Verwandtschaft Ausdruck zu geben. Doch war die Bezeichnung "natürliche Verwandtschaft" lange ein leeres Wort ohne Bedeutung, so lange man eine Einzelerschaffung der Arten annahm, erst durch die Descendenz- oder Abstammungslehre bekam die Verwandtschaft der organischen Formen, von der Jeder sprach, die reale Bedeutung wirklicher Blutsverwandtschaft. War somit die Descendenztheorie ein logisch nothwendiges Postulat für naturhistorische Erklärung der überall beobachteten verschiedenen Verwandtschaftsgrade der Lebeformen, und daher auch seit dem Anfang unseres Jahrhunderts von zahlreichen Forschern ausgesprochen und deductiv als richtig bewiesen worden, so war doch die inductive Begründung von keinem der zahlreichen Vorgänger Darwin's (wir haben deren 47 aufgezählt) beigebracht worden. Daher stand die Descendenztheorie vor ihrer Neubegründung durch Darwin durchaus unbewiesen da und fand nur bei einem geringen Bruchtheil der Naturforscher Zustimmung, welches Verhältniss sich gegenwärtig zum Gegentheil gewandt hat.


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IV. Tier und Pflanze (S. 110)

Die Betrachtungen über Symbiose haben uns darauf geführt, daß zwischen Pflanzen und Tieren ein Gegensatz in der Art des Stoffwechsels existiert, der sich darin ausdrückt, daß Pflanzen zumeist Kohlensäure aufnehmen und Sauerstoff ausatmen, während die Tiere Sauerstoff einatmen und Kohlensäure abgeben. Hieraus könnte man schließen, daß es leicht sein müsse, allgemeingültige Unterschiede zwischen Pflanzen und Tieren ausfindig zu machen, wie denn in der Tat der Laie nie im Zweifel ist, bei den ihm allein bekannten höher organisierten Tieren und Pflanzen zu entscheiden, welchem Naturreich er dieselben zurechnen soll.

Je mehr man sich aber mit dieser Frage beschäftigt hat, um so schwieriger hat sich ihre Lösung herausgestellt. Schon die alten Zoologen kamen zur Auffassung, daß es Organismen gäbe, welche auf der Grenze von Tier- und Pflanzenreich ständen, und der Engländer Wotton nannte dieselben direkt Pflanzentiere oder Zoophyten. Jetzt wissen wir, daß die Pflanzentiere des Wotton echte Tiere sind mit einer oberflächlichen Pflanzenähnlichkeit; dafür sind wir durch das Mikroskop mit zahlreichen niederen Organismen bekannt geworden, deren Zugehörigkeit zu einem der beiden Naturreiche noch umstritten ist. Als solche sind zu nennen die Myxomyceten und viele Flagellaten.

Will man Unterschiede zwischen Tieren und Pflanzen ausfindig machen, so kann man einerseits physiologische, andererseits morhologische Merkmale heranziehen. Von physiologischem Gesichtspunkt ausgehend, schrieb Linne den Pflanzen nur die Fähigkeit der Fortpflanzung und Ernährung, den Tieren dagegen außer diesen noch die Fähigkeit der Bewegung und Empfindung zu. Seitdem wir wissen, daß das pflanzliche Protoplasma so gut wie das tierische reizbar und kontraktil ist, seitdem wir die lebhaften Bewegungen niederer Algen, die große Empfindsamkeit der Mimosen und anderer Pflanzen kennen gelernt haben, seitdem wir ferner wissen, daß zahlreiche selbst höher organisierte Tiere, wie Krebse, die Ortsbewegung verlieren und festwachsen und manche festsitzende Formen, wie viele Spongien, auch bei der genauesten Untersuchung unbeweglich und gegen Reize fast unempfindlich erscheinen, haben wir darauf verzichtet, die sogenannten animalen Funktionen als sichere Unterschiede zu betrachten.

Auch der Gegensatz im Stoffwechsel ist keineswegs durchgreifend. Jede Pflanze hat einen doppelten Stoffumsatz. Bei seinen Bewegungen und anderweitigen Lebensleistungen liefert das pflanzliche Protoplasma Kohlensäure und verbraucht Sauerstoff. Daneben geht unter dem Einfluß des Sonnenlichts und des Chlorophylls die Reduktion der Kohlensäure und die Abgabe von Sauerstoff einher. Am Tage überwiegen bei chlorophyllhaltigen Pflanzen die Reduktionsvorgänge so bedeutend, daß sich als Endresultat die Abgabe großer Mengen von Sauerstoff herausstellt, und nur nachts, wenn die Reduktionsvorgänge wegen des Mangels an Sonnenlicht eingestellt werden, kommt die Kohlensäureproduktion zur Wahrnehmung. Die Reduktionsvorgänge kommen aber sofort dauernd in Wegfall, wenn das Chlorophyll fehlt; chlorophylllose Pilze und Bakterien haben daher einen ähnlichen Stoffwechsel wie Tiere, insofern sie Kohlensäure produzieren. Ebenso ist es auch nicht richtig, daß nur die Pflanzen die Fähigkeit haben, Zellulose zu bilden. Denn Zellulose findet sich bei manchen niederen Tieren, den Rhizopoden, und in der relativ hoch organisierten Gruppe der Tunicaten: sie soll auch bei Ärthropoden verbreitet sein.

So kämen denn die morphologischen Merkmale zur Diskussion. - Vielzellige Tiere und vielzellige Pflanzen sind leicht zu unterscheiden, da erstere in der Keimblattbildung ein ihnen allein zukommendes Anordnungsprinzip der Zellen haben. Mit dem Auftreten des Gastrulastadiums ist jeder Organismus als unzweifelhaftes Tier charakterisiert. Indessen bei einzelligen Organismen kommt die Anordnungsweise der Zellen in Wegfall und kann nur die Beschaffenheit der einzelnen Zelle uns leiten. Gibt es nun unzweifelhafte morphologische Unterschiede zwischen der tierischen und der pflanzlichen Zelle?

Im Bau der Pflanzen- und Tierzelle ist ein wichtiger Unterschied dadurch bedingt, daß erstere eine Zellulosemembran besitzt, letztere dagegen zumeist membranlos ist. Auf diesen Unterschied muß in letzter Instanz das so verschiedene Aussehen der beiden Reiche zurückgeführt werden. Indem die Pflanzenzelle sich frühzeitig mit einem festen Panzer umhüllt, verliert sie ein gutes Teil von der Fähigkeit zu weiterer Umgestaltung. Daher sind pflanzliche Gewebe und Organe trotz mannigfaltiger intracellulärer Differenzierungen, wie z. B. der Chlorophyllkörner, einförmig gegenüber der ungeheuren Vielgestaltigkeit, welche die tierische Histologie und Organologie erkennen lassen. Die so außerordentlich viel höhere Stufe der Organisation, welche das Tierreich selbst in seinen niederen Klassen erreicht, ist zum großen Teil wohl eine Folge davon, daß die tierischen Zellen sich nicht eingekapselt und daher sich die Fähigkeit zu mannigfacher und höherer Entwicklung bewahrt haben.

Allein auch hier ergeben sich bei niederen Pflanzen und Tieren Übergänge. Bei niederen Algen haben die Zellkörper die Fähigkeit, aus der Zellulosemembran herauszutreten und herumzuschwimmen, ehe sie sich aufs neue einkapseln. Andererseits besitzen die meisten einzelligen Tiere die Encystierung; sie hören auf zu fressen und sich zu bewegen, kugeln sich zusammen und umhüllen sich mit einer festen, manchmal sogar aus Zellulose bestehenden Membran. Da in beiden Fällen ein Wechsel zwischen eingekapselten und freibeweglichen Zuständen vorhanden ist, kann nur die längere Dauer des einen oder des anderen bei der Unterscheidung leiten. Damit ist aber die Möglichkeit, daß indifferente Zwischenformen existieren, gegeben. Ihre tatsächliche Existenz ist Grund, weshalb wir auch jetzt noch keine scharfe Grenze zwischen Tier- und Pflanzenreich ziehen können.

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Anatomie

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Die kulturelle Entwicklung, das körperliche Geschlecht gemäß des Heutigen, als Ermessungswesen der Geschlechtlichkeit in Betracht zu ziehen, vollzieht sich in der frühen Neuzeit im » 16. Jahrhundert «. Bis zu diesem Zeitpunkt war es nicht 'augenscheinlicher' Ermessungsgegenstand, sondern einzig männliche und weibliche Erscheinungsformen des Äußerlichen(den). So war es selbst einem Arzt nicht gestattet, das Geschlecht mit Augen zu ersichten, selbst wenn es um die Behandlung dessen ging. Vor allem fanden die Behandlungen, nach alter galenischer Marnier, nicht nur einzig von außen statt, sondern auch einzig von außen in Betracht ziehend. In jener Zeit vollzog sich dem gegenüber ein genereller kultureller Wandel, in welchem sich das Inbetrachtziehungswesen drastisch änderte, maßgeblich hervorgerufen durch Menschen und deren Leistungen, die nicht auf der Grundlage des Standes beruhten und einen Kontrapunkt zum herkömmlichen Gesinnungswesen aufbrachten und seine popularistische Umsetzung erlangte. Allem voran war es hierin das Öffnen gegenüber der menschlichen Anatomie, welcher bis dato die Ergründung untersagt war und man einzig bei Tieren vollzog. Ausschlaggebend war das Werk von Andreas Vesalius's Darstellungen anatomischer Studien, welche in einem derartigen Konstruktionswesen, Fülle, Details und Qualität der Aufbereitung ein Kompendium darstellte, wie man es bis zu dem Zeitpunkt nicht kannte und sich in Folge dessen auch verbreitete. Wie man nachfolgender Darlegung entnehmen kann, so basierte jedoch nicht alles darüber Aufgebrachte tatsächlich auf anatomischen Studien, sondern weitläufig auch auf Übertragungen alter griechischer Herkunft. Im Fall des weiblichen Geschlechts zeigt sich unübersehbar, daß es nach wie vor der alten vorherrschenden ideologischen Vorstellung entsprach. Hierüber wurde zusätzlich noch verbildlicht, was zuvor einzig Worte beschrieben und sich auf die Variante bezieht, wonach die Frau ein invertiertes Männliches darstelle. Maßgeblich hierin ist jedoch die Ermessung des Geschlechts, dem gegenüber sich zuvor die Inbetrachtziehung auf die Fortpflanzung bezog und auch diverse unterschiedliche Vorstellungen darüber bestanden, welche über das Geschlecht selbst nicht in Erscheinung treten. So wurde Vesalius' Darstellung des invertierten Geschlechts auch nicht grundsätzlich übernommen, wie sich mustergültig über Valverde's Varianten darlegt.

Humanis Corporis Fabricia männlichHumanis Corporis Fabricia weiblich
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'invertiertes' Geschlechtsorgan
(Ausgabe 1555)


Erstausgabe in Basel
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An Annotated Translation of the 1543 and 1555 Editions
of De Humani Corporis Fabrica Libri Septem

by D.H. Garrison and M.H. Hast. Basel, Karger

.
Verlag Georg Reimer
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Im Vorwort zur Fabrica übte er vehemente Kritik an Galen, der selbst nie ein Hehl daraus gemacht hatte, nur Tierkadaver seziert zu haben. Dieses sorgfältig typographisch ausgestattete Lehrbuch zeigt rund 200 zum Teil ganzseitige Illustrationen. Darin vertrat Vesal entgegen der allgemeinen Überzeugung die Ansicht, allein der menschliche Leib sei der zuverlässige Weg zur Erkenntnis des menschlichen Körperbaus. Mit seinem revolutionären Werk und der Lösung von den Lehren Galens war Vesal der Hauptbegründer der neuzeitlichen Anatomie.


Vierter Teil, S-Z, S. 1553
Hrsg.: » Christian Gottlieb Jöcher «

Vesaluis (Andreas), ein Doctor Medicina und Anatomicus, war den 30 April 1514 zu Brüssel gebohren. Er studirte zu Löven, und hatte schon in der zarten Jugend eine so grosse Lust zur Zergliederungskunst, daß er sich nicht scheuete, des Nachts allerhand Menschen-Knochen von den Gottes-Aeckern, ja so gar die Gerippe der Delingventen von Galgen und Rade herab zu holen, bekam aber dieserwegen das Consilium ebeundi, gieng also von hier nach Paris. An 1537 wurde er Professor Anatomices zu Padua, und machte sich durch seine Wissenschaften in der Anatomie sehr berühmt. Hernach wurde er verschiedener grosser Herren, sonderlich Caroli V und Philippi II Leib-Medicus, hatte eine Xantippe zum Weibe, reisete endlich vermöge eines gethanen Gelübdes nach Jerusalem, und wurde in der Rückreise, auf die Insel Zante verschlagen, woselbst er 1564 den 15, Oct. in elendem Zusande starb. Thuanus erzehlet, daß der Maximiliano von Egmont, Gragen von Buren in Gelderland, den Tag und die Stunde seines Todes zuvor gesagt, welches auch richtig eingetroffen. Seine Schrifften sind de humani corporis fabricia libb. 7, so er im 28sten Jahre geschrieben; eorundem eptome, welches rare Buch Mic. Fontanus 1642 mit Anmerckungen zu Amsterdam edirt, Alb. Corinus aber 1543 ins Deutsche übersetzt; anatomicarum Gabrielis Fallopii observationum examen; Epistola docens venam axillarem dextri cubiti in dolore laterali secandam; de radice chinae epistols; paraphrasis in librum IX Rhazae ad regem Almansorem de affectuum singularum corporis partium curatione; Consilium pro Terrae-novae ducis sistula; consilium pro visu partim depravato parim abolitio; de arthiritide consilis; chirugia magna in 7 libros digesta, die Prosper Borgarutius 1569 verbessert heraus gegeben; exercitat. de-ossibus ad Galeni doctrinam; emendationes ad Jo. Guinteri institutiones anatomicas; de loxo incidendae venae in pleuritide; de venarum arteriarumque sectione; verbesserte auch die Uebersetzung einiger Bücher des Galeni; Consilia medica. Seine versprochene anatomia practica ist so wenig, als sein Tractat des formatione fortus zu Vorschein gekommen. Er hat übrigens nebst dem Alb. Corino und Gerh. Toletano unterschieene Wercke des Rhazis aus dem Arabischen ins Lateinische übersetzet, die zu Basel 1544 in folio unter dem Titel Rbaza opera exquisitiora gedruckt worden. Ob ihn Mic. Massa mit Recht eines Plagii beschuldigt, ist noch nicht ausgemacht. Die Ursache seiner Wallfahrt nach dem gelobten Lande soll diese gewest seyn: Es war in Spanien ein vornehmer Herr, bey dem er curirt hatte, nach seiner und anderer Einbildung gestorben. Weil er nun gern die Ursache des Todes wissen wolte, bat er um Erlaubnis den Körper zu seciren, fand aber, als er ihn öffnete, daß das Herze noch schlug; daher er von dessen Freunden vor der Inquisition als ein Mörder angeklagt wurde, und auf den Scheiter-Haufen solte gesetzt werden. Allein der König brachte es durch viel Mühe dahin, daß die Straffe auf diese Weise mitigirt wurde : wiewohl andere die ganze Sache leugnen. Seine sämtlichen Schrifften haben Boerhave und Albinus 1725 zu Leiden sehr schön, nebst Vesalii Lebens.Beschreibung heraus gegeben.


Janus - Archives Internationales
pour l'Historie de la Médicine
et la Géographie Médicale

F. M. G. de Feyfer

Die Schriften des Andreas Vesalius Grafik
» Iconographische Tafel «
Reproduktionen seiner Werke

Anatome_corporis_humani-männlich (Hamusco)Anatome_corporis_humani-weiblich (Hamusco)
links » männliches «, rechts » weibliches «
'invertiertes' Geschlechtsorgan
(lateinische Ausgabe 1607)


Vierter Teil, S-Z, S. 1437
Hrsg.: » Christian Gottlieb Jöcher «

Valverde (Johnnes), ein spanischer Medicus im 16 Seculo, wird gemeiniglich de Amuseo, oder im Lateinischen Hamuscenus beygenannt, weil er an einem Orte dieses Nahmens in der Diöces von Palencia in Alt-Castilien gebohren war. Weil er von dem Cardinal Johanne von Colet zum Leib-Medico erwehlet worden, folgte er demselbigen nach Rom, wo er sich mit vielem Eifer der Anatomie befliß. Als er von dannen zurück nach Spanien kam, und dieser Wissenschaft auch gern in seinem Vaterlande aufhelfen wolte, erklärte er anfänglich des Vesalii Anatomie einigen Studierenden, befand aber hernach, daß solches Werck vor Anfänger zu schwer sey, und verfertigte deswegen selber einen Tractat de compositione corporis humani, den er erst in spanischer Sprache 1556, nachhero aber auch in seiner eigenen italiänischen Uebersetzung 1560 zu Rom drucken ließ, und den Realdus Columbus, des Valverda Lehrmeister in der Anatomie so hoch ästimirte, daß er selbst nach einiger Zeit eine lateinische Uebersetzung davon verfertigte, die zu Venedig 1589 in folio heraus gekommen.


Verlag: Routledge

In den spanisch/kastillischen und italienischen Werken von Valverde ist die weibliche Darstellung des invertierten Geschlechts nicht enhalten. Auch nicht in der niederländischen Version, jedoch in der lateinischen Version des Buchdruckers (ursprünglich Buchbinder) » Christoph Plantin «.


spanisch/kastilisch - Erstausgabe 1556 - Rom


italienisch - Erstausgabe 1559
In Venetia - nella stamperia de Giunti


lateinisch - Erstausgabe 1566
Hrsg.: Christopheri Plantini


niederländisch - Erstausgabe 1568
Hrsg.: Christoffel Plantinijy

» Plantin-Moretus Museum «

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Titelbild von Andreas Vesalius'
De humani corporis fabrica libri septem
Erstausgabe 1543

» Die frühe Baseler Anatomie (2010) «
» Auszug der Universität Basel «
» Michael Stolberg «

Für die Entwicklung der frühneuzeitlichen Medizin und Naturwissenschaft ist die Anatomie von überragender Bedeutung. Zusammen mit der Botanik wertete sie die empirische Beobachtung zum vorherrschenden erkenntnistheoretischen Ideal auf. Dabei half sie, so manchen «Irrtum» der überlieferten, vielfach auf Tiersektionen gegründeten Anatomie zu korrigieren. Doch diese Korrekturen betrafen mit wenigen Ausnahmen Details: Das Wissen um die einzelnen anatomischen Strukturen des Menschen veränderte und differenzierte sich zunächst nur geringfügig.

Für die medizinische Praxis war das neue Wissen zunächst wenig bedeutsam. Die zahlreichen inneren Krankheiten, mit denen sich die akademisch gebildeten Ärzte befassten, wurden vor allem auf krankhaft veränderte bewegliche Säfte und Dünste im Körper zurückgeführt, nicht auf Veränderungen der einzelnen Organe, Gewebe oder Zellen. Für die grobe Lokalisierung und gegebenenfalls gezielte Entleerung solcher Säfte und Dünste reichte ein ungefähres Wissen über die Lage der einzelnen Organe im menschlichen Körper völlig aus.

Die neue, auf persönliche «Autopsie» gestützte Anatomie zeigte jedoch die Möglichkeit und Notwendigkeit, die überkommenen Lehren der Autoritäten kritisch zu hinterfragen und zu korrigieren. Die Anatomie eröffnete für die Ärzte zudem ganz neue Möglichkeiten der professionellen Selbstdarstellung. Lange hatten sie ihren Anspruch, die geheimnisvollen Vorgänge im Körperinneren ihrer Patienten ergründen zu können, vor allem auf ihre Fähigkeiten in der sogenannten Harnschau gegründet, dem überragenden Diagnoseverfahren der mittelalterlichen Medizin. Doch hier waren sie zunehmend gegenüber den ungelernten Heilern ins Hintertreffen geraten. Die öffentlichkeitswirksame Inszenierung anatomischer Kenntnisse war dagegen weitgehend den studierten Ärzten vorbehalten.

1543 erschienen in Basel die «De humani corporis fabrica libri septem» von Andreas Vesal (1514-1564), dem Begründer der neuzeitlichen Anatomie. In dem opulent aufgemachten und illustrierten Werk zeigte der Autor anhand von zahlreichen eigenen Sektionen diverse frühere «Irrtümer» auf. Vesal wurde zur Ikone der neuen Anatomie. Er kam 1542 nach Basel und schrieb sich an der Universität ein. Es ist nicht sicher, ob er aktiv am universitären Leben teilnahm und Vorlesungen hielt, verbürgt ist aber, dass er im Mai 1543 die Leiche des hingerichteten Jacob Karrer aus dem Elsass sezierte und das präparierte Skelett der Universität schenkte. Dieses war hier lange aufgestellt und ist bis heute im Anatomischen Museum erhalten.

Entscheidend für den Aufstieg der Basler Medizinischen Fakultät seit den 1570er-Jahren waren zwei führende Anatomen: Felix Platter (1536-1614) und Caspar Bauhin (1560-1624). Sie hatten im Süden Europas studiert, wo sich schon seit Längerem das Bemühen um eine mehr empirische, auf persönliche Erfahrung gestützte Ausbildung durchgesetzt hatte, in der Anatomie wie auch am Krankenbett. Dies war damals Hauptmotiv für viele Medizinstudenten von nördlich der Alpen, zumindest einen Teil ihres Studiums an den grossen Universitäten des Südens zu absolvieren.

Auch der Platter-Schüler Caspar Bauhin studierte im Ausland, so in Padua, wo er bei öffentlichen Sektionen zusah und selbst dabei mitwirkte. Nach seiner Rückkehr nach Basel übernahm er 1582 zunächst die Professur für Griechische Sprache, begann aber bald öffentliche Sektionen abzuhalten und führte einen anatomischen Demonstrationskurs durch. 1589 wurde ihm die neu geschaffene Professur für Anatomie und Botanik verliehen, und im selben Jahr richtete man im Unteren Collegium ein ständiges » anatomisches Theater « ein. Die Anatomie war damit in Basel fest institutionalisiert.

Als anatomischer Schriftsteller trat Bauhin sehr ausgedehnt in Erscheinung. Schon seine «Anatomica corporis virilis et muliebris historia» erlebte mehrere Auflagen. Am bekanntesten wurde er durch sein umfangreiches «Theatrum anatomicum» von 1605. Mit über 1300 Seiten, weit über 100 Abbildungen, zahllosen Belegstellen aus der älteren und jüngeren Literatur, einem ausführlichen Index und Erklärungstafeln bot es, in Albrecht Burckhardts Worten, «das erste handliche und doch vollständige Lehrbuch der Anatomie».


zur Kenntniss der griechischen, lateinischen und arabischen Schriften
im ärztlichen Fache und zur bibliographischen Unterscheidung
ihrer verschiedenen Ausgaben, Uebersetzungen und Erläuterungen

Verlag: Leopold Voss


Verlag: Rudolph Weigel
» «


Image, Text, and Argument in Sixteenth-Century
Human Anatomy and Medical Botany

The University of Chicago Press

» Book Review «
from Allen Shotwell

In a well-written and richly informative book, Sachiko Kusukawa presents an interpretation of the role of illustrations in medical botany and anatomy in the sixteenth century by using the context of the medical disputes from which they arose. Along the way, she guides the reader through the intricacies of sixteenth-century printing and the production of illustrations and adduces the opinions of early modern scholarson their use. Her book is divided into three sections, one devoted to the practices of book printing and illustration production in the sixteenth century, one centered around Leonhart Fuchs's De historia stirpium, but also with a good deal of information about the development of an illustrated herbal by Conrad Gessner, and one devoted primarily to Andreas Vesalius's De humani corporis fabrica.

While Kusukawa focuses primarily on Fuchs and Vesalius, whose books are widely understood to have revolutionized the use of illustrations and changed the nature of their respective disciplines, she is careful to point out that she is not addressing their work in terms of a contrast between the new, naturalistic illustrations of the 1540s and the "counterfeit" tradition to which they are normally compared. Instead, she surveys those two traditions together with related information primarily as a way of discussing the various approaches to visual understanding in the sixteenth century.



De l'Imprimerie de D. F. Levrault
» «
Dr. en Médicine et Professeur d`Anatomie à Strasbourg

Beschreibung:
» Medicinisch-chirugische Zeitung (1818) «
zweiter Band - S. 43

Der Hr. Verf. füllt mit der Unternehmung dieses Werkes eine Lücke in der Geschichte der menschlichen Kenntnisse aus. Goelicke und Portal haben zwar eine Geschichte der Anatomen, aber nicht der Anatomie geliefert, Lassus begnügte sich, die verschiedenen Epochen der Entdeckungen in dieser Wissenschaft aufzustellen, und Schulze, Leclerc, Freind, Dujardin, Peyrilhe und Sprengel befaßten sich in der Geschichte der Medicin und der Chirugie nur gelegentlich und im allgemeinen mit derselben.

Die Einleitung handelt den Ursprung der Anatomie ab.

I. Buch. Anatomie der Aegypter. Literatur. Einbalsamierung. Skelette.

II. Buch. Anatomie der griechischen Philosophen, historisch und biographisch. Anaxagoras, Democrit, Empedocles, Alcmeon.

III. Buch. Anatomie der Asklepiaden. Allgemeine Geschichte derselben. Im Tempel von Cos fand keine Anatomie statt. Anatomie des Hippokrates und seiner Zeitgenossen. Grundsätze zur Beurteilung derselben. Anatomie des Aristoteles und seiner Zeitgenossen. Besondere Geschichte der Anatomie der Asklepiaden, den verschiedenen Distincten, organischen Systemen und Gebilden nach. Ein besonderer Abschnitt am Schlusse dieses Buches zur Biographie des Hippokrates, Diocles, Aristoteles und Protagoras.

IV. Buch. Anatomie der Alexandrinischen Schule. Allgemeine Geschichte derselben zu Alexandrien und in Italien. Besondere Geschichte derselben in der Osteologie, Myologie u.s.w. Biographischer Abschnitt. Zerophilus, Eudemus, Erasistratus, Celsus, Soranus, Moschion, Rufus, Marinus, Quintus, Lycus, Aelianus, Pelops, Salyrus.

V. Buch. Erster Abschnitt. Anatomie des Galenus. Leben und Charakter desselben. Anatomische Schriften des Galen's. Dessen Anatomie der Thiere, menschlicher Leichnahme, und des Affen, dessen Structur er mit der des Menschen übereinstimmend hält. (Der Verf. macht hier mit Recht die Bemerkung, daß es unbegreiflich sey, wie Galen, welcher über alle Theile der Arzneywissenschaft so viel schrieb, noch Zeit zu Zergliederungsen einer bedeutenden Anzahl der verschiedensten Thiere fand. Er zergliederte auch einen Elephanten.). Pathologische Anatomie Galen's. Besondere Anatomie der organischen Systeme und Gebilde. Anatomie der Schwangern und des Fötus. Zweyter Abschn. Nachfolger des Galen's unter den Griechen. Historischer Theil, welcher die pathologische Anatomie begreift, und biographischer Theil über Oribases, Meletius, Theophilus, Aetius, Vegetius, und über die dem Galen zugeschriebenen Werke. Dritter Abschn. Die Araber. historisch und biographisch. Rhazes, Avicienna, Albucasis, Averrhoes. Vierter Abschn. Anatomie im Mittelalter. Parallele zwischen diesem und dem Alterthum. Ursprung der Universitäten. Erste Versuche zur Wiederherstellung der Wissenschaften. Hindernisse für die Cultur der Anatomie. Biographie von Constantin, Royer, Galicetti, Lanfranchi, Mondini, Guy de Chauliac, de Gradi, Zerbis. Fünfter Abschn. Wiederherstellung der Wissenschaften. Allgemeine und besondere Geschichte der Anatomie in dieser Periode. Biographie von Achillini, Benedetti, Berenger, Massa, Sylvius, Günther, Fernel, Etienne, und Angabe einiger minder bedeutenden Schriftsteller, z. E. Gersdorf, Riff, Le Vasseur, Oryander u.s.w.

VI. Buch. Anatomie der italienischen Schule. Vesal legt den ersten Grund zur Anatomie des Menschen. Oeffentliche Anstalten. Anatomische Abbildungen. Vergleichende Anatomie. Pathologische Anatomie. Besondere Geschichte der italienischen Schule in der Anatomie der einzelnen organischen Systeme, und Gebilde, in den verschiedenen Entwicklungsstufen u.s.w. Im biographischen Theile kommt von italienischen Anatomen das Leben des Vesal, Columbus, Fallopius, Eustach, Vidius, Valverde, Ingrassias, Canani, Aldrovandus, Piecolhomini, Arantius, Fabricius, Varol, Casserius, Jasolinus, Licetus, Spiegel; von deutschen das Leben von Fuchs, Coiter, Schenk, Plater, Alberti, Bauhin und F. R. Salzmann; von französischen das Leben von Rondelet, Delaurens, Cabrol, Pineau, Botall; von holländischen das Leben von Bontius, Zeurnius, Paaw; von dänischen das Leben von Bartholin.

Zum Nachvollzug der einstigen Vorstellungswelt, welche unter anderem aufgrund der wissenschaftlichen Entwicklungen zu der Andersartigkeit des Heutigen geführt hat, bedingt es, sich vor allem das Verhältnis zum Substanzwesen zu verdeutlichen. Diese materialistische Sichtweise existierte zu jener Zeit (noch) nicht. Dies kann man sich über das Bezugswesen von Leib und Seele, gegenüber der entstandenen physikalischen Physis des Körpers verdeutlichen. Das Verhältnis zum Einheitswesen und des Ersichtlichen ist hierin der maßgebliche differenzierende Erachtungsgegenstand. Gerade diese Art und Weise der neuerlichen Inbetrachtziehung war der ausgehende Leitträger für das entstandene Grundprinzip des 'dem Auge Ersichtlichen' der Anwendung. Zum anderen ging die Zerteilung der Einheiten mit dem aufkommenden Prinzip einher, dem Jeweiligen die beinhaltende Funktionalität zuzuschreiben. Dies war das eigentlich Revolutionierende der aufkommenden Wissenschaft, worin das Verhältniswesen zur Substanz sich gänzlich umkehrte und in seiner weiteren Entwicklung die Ideologie entwickelte, daß das Sein rein aus der quantitativen Substanz heraus exisitiert. Ein Umstand, der auch durch die Erkenntnis zur Substanz des Atoms nicht sein Ende gefunden hat, jedoch gerade im Bezug auf das Geschlechtswesen zum zentralen Leitthema der Auseinandersetzung der heutigen Gegenwart geworden ist.


Verlag: De Gruyter
Hrsg.:

» Spuren der Avantgarde: Theatrum anatomicum (2011) «
Frühe Neuzeit und Moderne im Kulturvergleich
Verlag De Gruyter
Hrg.: Helmar Schramm, Ludger Schwarte und Jan Lazardzig

Die Buchreihe Theatrum Scientiarum versammelt originäre Beiträge am Schnittpunkt von Philosophie, Wissenschaftsgeschichte, Kultur- und Theaterwissenschaft. Als produktiv hat sich dabei die konzeptionelle Orientierung erwiesen, ästhetische, technische und politische Experimente der Avantgardebewegungen des 20. Jahrhunderts als programmatischen Gegenpol historischer Langzeitprozesse zu begreifen, als Akkumulator radikaler Fragestellungen, die sich mit heuristischem Gewinn auf Kulturen des Wissens in der Frühen Neuzeit beziehen lassen. Der nunmehr fünfte Band "Spuren der Avantgarde: Theatrum anatomicum" fokussiert das anatomische Theater in seinem Modellcharakter als prägend für die Produktion von Wissen, aber auch für die Praktiken in Künsten, im Rechtswesen, in Politik und Kultur. Strategien der Fragmentierung und des systematischen Schnitts markieren auf prägnante Weise das Erscheinungsbild künstlerischer, wissenschaftlicher und politischer Projekte der Avantgarde. Deutbar als Resonanz eskalierender physischer und symbolischer Gewalt des zwanzigsten Jahrhunderts, zeigen sich bei genauerer Betrachtung überraschende Symptome jener Matrix der kreativen Zerstörung, die sich der Ordnung experimentellen Wissens seit Beginn der Frühen Neuzeit eingeschrieben hat.

Erforderlicher Inbetrachtziehungsgegenstand ist somit auch die ausgiebige Beschäftigung mit den Ideologien, die nicht aus der Gegenwart stammen, sondern bis an die Anfängen geistiger Wesensarte zurückführen, dessen Inbetrachtziehung es bedingt, um die (jeweilige) Gegenwart nachvollziehen zu können. Zum Anderen ist die Handlungsweise eine ganz andere gewesen. So waren einst die Mediziner gleichzeitig auch zumindest Botaniker, da sie ihre Medizin selbst zubereiteten. Aus diesem Verhältnis heraus ergaben sich auch entsprechende Wechselwirkungen und ganz andere Verständniswesen. Hingegen war eine Anatomie und somit eine Wissenschaft, ohne philosophische Grundlagen aufzubringen, ein weiterer Akt der gänzlichen Erneuerung, was sich im weiteren Verlauf auch als ausbreitender Standard einrichtet und die Philosophie letztendlich gänzlich außen vor gerät. Für heutige Verhältnisse ebenfalls nur wenigen nachvollziehbar, erweist sich über die mannigfaltigen Berichte, der Umgang mit der Sprache, sodaß wer da was hervorgebracht hat, weitläufig der Irrungen unterliegt, da selbst die Namen der Personen mannigfaltig auftreten, aufgrund der diversen kultursprachlichen Fassungen. Was das Verhältniswesen von Lehren und Mensch betrifft, so ist die Historie prädestiniert dafür, sich vor Augen zu führen, wie es sich damit verhält und auch, daß es sich in der jeweiligen und somit auch heutigen Gegenwart nicht anders stellt, als es seit Urzeiten seine Handhabung erfährt. Jedoch stellte sich die Lehre in seiner Erreichbarkeit ganz anders, wie sich mustergültig über die Lebenserzählungen von » Thomas « und » Felix Platter « darlegt.

Buchcover: Thomas und Felix Platter (1878)


zur Sittengeschichte des XVI. Jahrhunderts
Verlag: S. Hirzel
» «

Wie aus einem tiefen Schlafe erwacht, noch von Traumbildern umgaukelt, erscheinen uns die Menschen im beginnenden Jahrhundert der Reformation. Aus der starren Gebundenheit der früheren Zeit, woselbst sie nur als Collectivwesen, als Zunftmenschen, der Geltung hatten, als Individuen aber keine, entwickeln sie sich nun zu selbständig denkenden und fühlenden Persönlichkeiten. Es bedurfte einer gewaltigen Geistesarbeit das alte Denkungs- und Empfindungsvermögen abzustreifen ; dafür diente das Studium der alten Classiker als beste Zucht und Schule. Diesem Triebe nach Selbstständigkeit, nach Geltungmachen der Persönlichkeit, verdanken wir die biographischen Aufzeichnungen. Daß Italien und Frankreich in politischer und geistiger Entwicklung Deutschland weit voraus waren, erkennt man, neben vielem anderen, auch aus der großen Anzahl von Memoiren. Welch ein Abstand ist zwischen einem mittelalterlichen Chronisten und einem Bevenuto Cellini oder Commines! gewaltiger kaum zu denken. Nichts ließe sich in Deutschland dem vergleichen. Nur wenige versuchen es den innern Menschen darzustellen, die meisten begnügen sich mit der Darstellung der äußeren Schicksale. Wir sehen hier ganz ab von den Selbstbiographien der Gelehrten, eines Erasmus, Pellicans u.a., alle diese haben nur lateinisch geschrieben. Wir wollen hier nur einige der deutschgeschriebenen Aufzeichnungen hervorheben. Bezeichnend ist nun, daß gerade die frühsten selbstbiographischen Aufzeichnungen von Adlichen herrühren, von Mitgliedern eines Standes, welcher vollständig im Niedersinken begriffen war. Wenn man die memoirenartigen Aufzeichnungen in der Zimmerschen Chronik, die Selbstbiographie eines Götz von Berlichingen, ließt, wird das Gesagte klar. Es treten uns in diesen Schriften Züge von grauhenhafter Roheit entgegen. Anderer Art ist freilich Schärtlins Erzählungen seine Lebens, Auch er gibt uns keine Charakteristik des innern Menschen, aber die Schilderung der abenteuerlichen Laufbahn des aus dem bürgerlichen Stande emporgekommenen Mannes ist höchst anregend.

Das grundlegendende Wirkwesen beruht auf dem Inbetrachziehungs-, Substanz- und (Auf-)Spaltungswesen. So trifft man hierin auf den Gegensatz der aufkommenden wissensschaffenden Gilde, welche aus den Fragmenten des ergründenden quantitativen Wissens ein erkennendes Verständnis bilden, wohingegen man in dem bis dahin vorherrschendenden Philosophischen, aus den Erkenntnissen heraus die Verständnisse begründet. Im Philosophischen besteht aufgrund dessen auch die gravierende Gegensätzlichkeit des Plato, dem die Erkenntnis ein angeborenes Gegebenes ist und sich die Wahrnehmung als Verfälschendes stellt und Aristoteles hingegen, bedingend über die Wahrnehmung die sich daraus bildende Erkenntniswelt begründet, dessen Grundlagen vor allem John Locke beschreibt. Dem gemäß wird jedoch Aristoteles auch als Vorläufer der Wissenschaften erachtet und ist in jener Zeit, neben Galenus, auch das vorherrschende Prinzip. Das sein Erachtungswesen jedoch einzig den alten Wissenschaften entspricht und sich selbst darin auch nur bereichsweise erhielt, zeigt mustergültig die nachfolgende Beschreibung von Singer. Elementar bezüglich der Gegenwart ist, daß im wissenschaftlich einhergehenden Selbstverständnis keine Seele mehr existiert. Der Mensch ist darin, wie es Descartes einst aufbrachte, ein mechanisch-geistiges Reflektorium. Das Sexualwesen des Menschen wird dem gemäß auf das 'physiologische' Geschlechtswesen reduziert und ist darin bedingender Maßstab des Erachtungsgegenstandes geworden. Sowohl deren Inbetrachtziehung der sexuellen Identität, wie auch der sexuellen Orientierung, kann sich einzig auf das beziehen, was das Geschlecht selbst den Augen gegenüber ersichtlich darbietet.


from the Greeks to Harvey
(The revolution of Anatomy)

Dover Publications Inc.
» «

S. 23: Something should be said of the anatomical errors of Aristotle. Most remarkable is his refusal to attach great importance to the brain. Primacy he placed with the heart, where also was the seat of the intelligence. This was contrary to the view of the Hippocratic work. On the sacred disease (about 400 b.c.), and contrary, too, to the view of most medical writers of his day. It was contrary also to the popular view voiced, for instance, by Aristophanes in his play. The clouds (about 400 b.c.), where we read of a man who had concussion of the brain. Plato, too, in the Timaeus (about 380 b.c.), placed the seat of thought and feeling in the brain. It is not improbable that Aristotle had made experiments on the brain and found it devoid of sensation. Hence his view, in opposition to current belief, that the brain is not associated with sensation or with thought.

Before we pass to the events of anatomical history in the period that succeeded the death of Aristotle, it is reasonable to pass in review the elements in the Aristotelian philosophy which affected later anatomical thought. For more than two thousand years Aristotelian philosophy, in more or less corrupted form, constituted the main intellectual pabulum of mankind. Without, therefore, some knowledge of the biological verdicts of Aristotle it is impossible to understand the subsequent history of anatomical thought.

The problem of the nature of generation is one in which Aristotle never ceased to take an interest. Among the methods by which he sought to solve it was embryological investigation. In his ideas on the methods of reproduction we must seek also the main bases of such classification of animals as he exhibits. His most important embryological researches were made upon the chick. He asserts that the first signs of development are noticeable on the third day, the heart being visible as a palpitating blood-spot. As it develops two meandering blood-vessels extend to the surrounding tunics. A little later he observed that the body had become distinguishable, and was at first very small and white, the head being clearly distinguished and the eyes very large. To follow the main features of the later stages was a comparatively easy task.

Aristotle was greatly impressed by these phenomena. He lays great stress on the early appearance of the heart in the embryo. Corresponding to the general gradational view that he had formed of Nature, he held that the most primitive and fundamentally important organs make their appearance before the others. Among the organs all give place to the heart, which he considered the first to live and the last to die. There, as we have seen, he placed the seat of the intelligence.

Thus, not only in his account of the "Ladder of Nature" but also in his theories of individual development, Aristotle exhibits some approach to evolutionary doctrine. This is somewhat obscured, however, by his peculiar vein of the nature of procreation. On this topic his general conclusion is that the material substance of the embryo is contributed by the female, but that this is mere passive formable material, almost as though it were the soil in which the embryo grows. The male, by giving the principle of life, the soul (psyche), contributes the essential generative agency. But this soul is not material, and it is, therefore, not theoretically necessary for anything material to pass from male to female. The material which does in fact pass with the semen of the male is, as the older philosophers would have said, an accident, not an essential. The essential contribution of the male is not matter but form and principle.

The female then only provides the material, the male the soul, the form, the principle, that which makes life. Aristotle was thus prepared to accept instances of fertilization without material contact, i.e., in effect, parthenogenesis. In the centuries that came after him such instances were not infrequently adduced, and this doctrine was given a special turn by Christian theologians. Belief in the "accidental" character of the material contribution of the male was common among men of science till the nineteenth century. The general attitude as to the nature of fertilization as set forth, for instance, by Harvey in his book, On the generation of animals, published in London in 1651, is practically identical with the views of Aristotle just 2,000 years earlier.

Man betrachte sich die wiederlegende Argumentation von Singer. Maßgeblich ist dem gegenüber, daß Aristoteles gar aufbrachte, daß das Gehirn gar nicht zentraler Sitz der Seele ist. So spricht der Mensch auch heute noch von der Gegebenheit der Herzlichkeit, daß es von Herzen kommt und es eine Herzensangelegenheit ist, wenn es sich um die Liebe dreht. Der Mensch hat sich somit nach wie vor bewahrt, was man anderweitig verlagerte in eine Hemnisphäre, welche diesem selbst gar noch nicht einmal zugänglich ist. Jedoch ist darin gar nicht die Liebe das Inbetrachtziehende sondern einzig ein körperliches Sexual-/Geschlechtswesen. Wie man dem jedoch ebenfalls entnehmen kann, fehlt es hierin einer Differenzierung des Gefühlswesens gegenüber dem Geisteswesen, sodaß sich gerade darüber dieses Mißverhältnis ergibt. Hinzu kommt, was man vor allem in der Auseinandersetzung des Englischen im Verhältnis der '(ap)perception' antrifft und hervorhebt, daß es der erforderlichen Differenzierungen im Verhältniswesen der Wahrnehmung, gegenüber dem wahrnehmenden Empfindungswesen entbehrt. So trifft man dem entsprechend auch auf die Undifferenziertheit der Sinne, welche sich gemäß der Präsenz von Sinnesempfindungen und Sinnmachendem unterscheidet, jedoch die Sprache diese Differenzierung nicht beinhaltet, was darauf beruht, daß der in Betracht ziehende Geist keine Sinnesempfindungen hervorbringt, sodaß sich über dessen Abbildnisse auch jegliche erforderlichen Differenzierungsverhältnisse verlustigen. So endet letztendlich auch die Philosophie in der vollendenden Verlustigung der Beschäftigung mit dieser Phänomenologie des Geistes. Hiermit steht man heute somit auch der Anatomie gegenüber, die sich einst als solche gegenüber dem Althergebrachten etablierte. All das, was das menschliche Wesen als solches ausmacht, steht dem gegenüber außen vor, als ein davon differenziert zu erachtendes inexistentes Abseitiges geistiger Gespinste.

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Geschlecht

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Der Wandel zur ersichtenden Inbetrachtziehung des Geschlechts fand zu jener Zeit jedoch abseits der Anatomie anderweitig statt, nämlich im rechtsmedizinischen Bereich. Hierin war es Jacques Duval, welcher das Bezugswesen darin revolutionierte, indem darin die Geschlechtsteile ihren Ermessungsgehalt erfuhren, dem gegenüber sie zuvor kein Inbetrachtziehungsgegenstand waren darin. Hingegen war es jedoch schon seit langem Bestandteil im medizinischen Kontext zum Hermaphroditen, dessen Streitfrage damit verbunden darüber zum Auseinandersetzungsgegenstand wurde. Maßgeblich ist hierin, daß das, was man heute als Genderisierung als erforderliche Inbetrachtziehung erörtert, ursprünglich die einzige Inbetrachtziehung war. Das Geschlecht selbst wurde dabei gar nicht in Augenschein genommen, was sich über nachfolgende Darlegungen aufzeigt. Das Heutige und Damalige bilden somit auch die entsprechenden Gegensätze ab, dem gegenüber zwischenzeitlich diverse Entwicklungen hervortraten, dem gegenüber jedoch das vorherrschende Staats- und Rechtswesen die Vorgaben vorgibt, was und wie es zu handhaben ist und sich somit darüber auch ein anderes darlegt, als man es in den Fachschaften untereinander antrifft. Auch dies wird gerade über die Darlegung des Nachfolgenden in seiner gravierenden Relevanz deutlich. Das Sein des Selbst erfährt darüber sein entsprechendes Relativa, worin das jeweilige Selbst zum Ermessungsgegenstand wird, jedoch nicht das Selbst selbst - es erwirkt einzig den Anschein dessen.

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Female_Hermaphrodite_(George_Arnauld,_1750).jpg
Female Hermaphrodite
(George Arnauld 1750)


Mediziner in Basel um 1600
Campus Verlag

Auszug aus der » Ausgabe von 2018 «

Um 1600 boomten Publikationen zu Hermaphroditen. In der berühmten Auseinandersetzung um den vermeintlichen Hermaphroditen Marie/Marin le Marcis zwischen den beiden Medizinern » Jean Riolan « und Jacques Duval wurde beispielsweise die Frage verhandelt, ob Marie/Marin als Tribade eine Frau geheiratet habe oder ob sie ein Hermaphrodit sei. Duval plädierte für Letzteres, womit er Marie/Marin vor der Todesstrafe bewahrte, während Riolan, der in seiner Anthropographica sogar für allgemeine Klitoridektiomen eintrat, Marie lediglich eine vergrößerte Klitoris zugestand.

Traité des hermaphrodits (1612)
» Traité des hermaphrodits (1612) «


Eine Genealogie des Geschlechtsbegriffs
Akademie Verlag GmbH

Mit Duvals Technik der Vivisektion korrespondiert die Erfindung eines neuen Gegenstandes: Innerhalb der Klinik der Sexualität erscheint die Organisation, das Zusammenspiel, das Tableau der Zeugungsglieder. Es tauchen die ersten Konturen dessen auf, was in Scultets Vivisektionsbericht des Zwitters Marta/Caspar Lechna Geschlecht genannt werden wird. Und noch eine Parallele zu Scultets Bericht wird offenbar: Scultet sagt, dass die alten Mediziner nichts als die Haare, die Stimme oder den Leib der Martha/Casper Lechna untersuchten. Ihm hingegen ginge es um das wahre Geschlecht. Und seine Ausführungen werden sich ausschließlich auf die Untersuchung der Zeugungsglieder des Zwitters Lechna beziehen. Hier wie dort betreten neue Fragmente dessen, was das Geschlecht sein wird, die Bühne des Wissens. Nicht mehr die Menschen-, Tier- oder Pflanzengeschlechter werden fortan die Folianten füllen, sondern die Tableaus der Zeugungsglieder. Die Frage nach den Geschlechtern wird sich auf einer vollkommen anderen Grundlage, als Frage nach dem Geschlecht, radikal neu stellen.

Ausgangspunkt war hierin die Ausdifferenzierung der körperlichen Geschlechtlichkeit, zur Abrenzung zu sodomistischen gleichgeschechtlichen Handlungen, gegenüber dem Rechts- und Strafwesen, worin eine solche Unterscheidung zuvor keine Erachtung fand. Im weiteren Verlauf der nächsten Jahrhunderte, entwickelte sich daraufhin ein Rechtswesen, worin dies seine spezielle Ermessung fand. Damit verbunden wurde es jedoch den Betroffenen auferlegt, sich für ein Geschlecht zu entscheiden. Der Fall, welcher zu den Analen der Geschichte beigetragen hat und die Gegenständlichkeit überhaupt einmal demonstrativ aus dem Selbst heraus darlegt, ist von » Michel_Foucault « aufgearbeitet worden, um die Gegebenheiten einmal demonstrativ vor Augen zu führen. Gerade hierüber zeigt sich, daß die Inbetrachtziehung des Selbst der Person gar nicht Inbetrachtziehungsgegenstand ist.

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Verlag: Routledge
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» Making Sex: Body and Gender from the Greeks to Freud (/1996) «
Harvard University Press
» «

Auf den Leib geschrieben (1992/1996)
Die Inszenierung der Geschlechter von der Antike bis Freud
Campus Verlag
Deutsche Übersetzung von H. Jochen Bußmann

» Erläuterung zu Thomas Laqueurs Körpermodellen (2008) «
und die Reaktion von Barbara Duden

von Janine Fubel
Philosophische Fakultät III/ Institut für Kulturwissenschaften
Humboldt-Universität zu Berlin

Bis zum 18. Jahrhundert war es nicht wichtig, in der Anatomie oder in konkreten physiologischen Unterschieden zwischen Mann und Frau nach Anzeichen für zwei unterschiedliche und unvergleichliche Geschlechter zu suchen, bis derartige Unterschiede politisch wichtig wurden. Durch das Fehlen eines "vorgeblich stabilen Systems zweier Geschlechter" und der vorhandenen "Suche nach einem 'substantiellen' Unterschied der Geschlechter", wurde erst eine Ablösung des Ein-Geschlecht-Modells möglich. "Im Verlauf des 18. Jahrhunderts", so Laqueur, "wird eine neue politische Kultur neue Metaphern der Reproduktion und neue Interpretationen des weiblichen Körpers im Verhältnis zum männlichen mit sich bringen." Durch das sich zu dieser Zeit verändernde Bild der Frau zu einem eigenständigen, begehrenden Wesen, das in eine Welt eingetreten ist, die ganz und gar männlich bestimmt ist, sehen sich um 1800 viele unterschiedliche Autoren dazu veranlasst, das, worauf es als fundamentalen Unterschied zwischen dem männlichen und dem weiblichen Geschlecht und folglich zwischen Mann und Frau ankommt, an beobachtbaren biologischen Unterschiedlichkeiten festzumachen und diese in einer radikal anderen Sprache zum Ausdruck zu bringen. "Fortan hatten Frauenkörper in ihrer körperlichen, wissenschaftlich zugänglichen Konkretheit ein enormes neues Gewicht an Bedeutung zu tragen. Man erfand zwei biologische Geschlechter," so Laqueur, "um dem sozialen eine neue Grundlage zu geben." So führt die Zivilisierung also zu einer zunehmenden Differenzierung männlicher und weiblicher Rollen.

Das Ende des Ein-Geschlecht-Modells machte die Verschiebung zu einer Deutung von Männlich und Weiblich als Gegensätze aus. So wurde das Ein-Geschlecht-Modell von einem neuen Modell eines "radikalen Dimorphismus (Zweigestaltigkeit)" und der "biologischen Verschiedenheit" verdrängt. Die Strategie blieb dabei dieselbe: Durch den Wegbruch des sozialen Geschlechts als Erklärung für biologische Tatsachen wurde das biologische Geschlecht eine weit verbreitete Tatsache. Frau, das körperlich Weibliche, stellte nun eine Anatomie und Physiologie der Unvergleichlichkeit dar, die sich am sichtbaren Leib, sowie (ab dem 19. Jahrhundert) an seinen mikroskopischen Einheiten demonstrieren lasse. Von nun an ersetzte das biologische Geschlecht das soziale als eine erstrangig grundlegende Kategorie. "Es kam überhaupt erst zu einem Rahmen, innerhalb dessen das Natürliche und das Soziale klar unterschieden werden konnten." "An die Stelle einer Metaphysik der Hierarchie", so Giuliani, "tritt das Grundmuster einer grundlegenden Andersheit, einer Unvergleichlichkeit, das nach einer wissenschaftlichen Verhärtung seiner biologischen Fakten sucht.


VS Verlag für Sozialwissenschaften
Herausgeber: ,

Inhaltsverzeichnis

Hedwig Dohm: Die wissenschaftliche Emancipation der Frau.- 2 Simone de Beauvoir: Das andere Geschlecht.- 3 Janine Chasseguet-Smirgel (Hg.): Psychoanalyse der weiblichen Sexualität.- 4 Luce Irigaray: Speculum. Spiegel des anderen Geschlechts.- 5 Ute Gerhard: Verhältnisse und Verhinderungen.- 6 Silvia Bovenschen: Die imaginierte Weiblichkeit.- 7 Gruppe ?Frauen, Steine, Erde?: Frauen-Räume-Architektur- Umwelt.- 8 Frigga Haug (Hg.): Frauen - Opfer oder Täter?.- 9 Carol Gilligan: Die andere Stimme.- 10 Regina Becker-Schmidt, Gudrun-Axeli Knapp, Beate Schmidt: Eines ist zuwenig ? beides ist zu viel.- 11 Carol Hagemann-White: Sozialisation: Weiblich ? Männlich.- 12 Christina von Braun: Nicht ich. Logik, Lüge, Libido.- 13 Barbara Duden: Geschichte unter der Haut.- 14 Gertrud Koch: ?Was ich erbeute, sind Bilder?.- 15 Judith Butler: Gender Trouble.- 16 Claudia Honegger: Die Ordnung der Geschlechter.- 17 Sander L. Gilman: Freud, Identität und Geschlecht.- 18 Donna Haraway: Die Neuerfindung der Natur. Primaten, Cyborgs und Frauen.- 19 Silke Wenk: Versteinerte Weiblichkeit.- Angaben zu den Autorinnen.

Die Ordnung der Geschlechter (1991)
Die Wissenschaft vom Menschen und das Weib
Campus Verlag
» Claudia Honegger « (Soziologin)

» Ihre beschreibenden Worte zum Inhalt und der Sache «

"Die beyden Geschlechter verhalten sich untereinander wie Allgemeines und Besonderes. Das eine ist das Schaffende, wahrhaft Erzeugende, Positive, das andere ist das lediglich Empfangende, Negative, und der ganze Zeugungsprozess ist nur eine Vernichtung aller Negativität des Weiblichen durch die positive, belebende Kraft des Männlichen."

Diese Feststellung aus dem Jahre 1802 stammt von dem Doktor der Philosophie, Medizin und Chirurgie Ph. Fr. Walther. Bar jeglicher Ironie, ist sie nur eine unter zahllosen Stimmen in einem ebenso frappierenden wie befremdlichen Prozess der Neubestimmung des Verhältnisses der Geschlechter. Von der Aufklärung bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts kommt es zu einer für die kulturelle Moderne konstitutiven Codierung der Geschlechter. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurden die Geschlechterrollen noch von Männern und Frauen im Zusammenhang mit Politik und Gesellschaft erörtert. Dann aber begann sich männlicher Wiederstand zu formieren. Parallel zu einer Welle populärer Schriften über die "eigentliche Bestimmung des Weibes" wurde in der sich herausbildenden Anthropologie das Problem der Geschlechterdifferenz aus der Gesellschaft in die "Natur" verlagert. Neben den Wissenschaften vom Menschen entstand die Wissenschaft vom Weib. Die Ärzte wurden zu den neuen "Priestern der Natur", insbesondere zu den Experten für die Frau als Naturwesen. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts ist die Differenz der Geschlechter als Thema politischer Auseinandersetzungen restlos verschwunden. In einem abstrusen Kodex wissenschaftlicher Erkenntnisse von der Biologie des Weibes ist sie in den Lehrbüchern der neu entstandenen Gynäkologie zu einem rein anatomischen Sachverhalt verkommen.

Hermaphroditen - Medizinische, juristische und theologische Texte aus dem 18. Jahrhundert


Medizinische, juristische und theologische
Texte aus dem 18. Jahrhundert

Psychosozial-Verlag
Maximilian Schochow, Florian Steger

Im Jahr 2012 veröffentlichte der Deutsche Ethikrat seine Stellungnahme In­tersexualität. Diese Stellungnahme, die vielfältig und kontrovers diskutiert wurde, enthielt unter anderem Vorschläge zur Stärkung der Selbstbestimmung intersexueller Menschen, zum Abbau bürokratischer Hürden sowie zur Änderung des Personenstandrechts. Vor allem der letztgenannte Vorschlag, ein drittes Geschlecht einzuführen und damit die binäre Geschlechterordnung aufzuheben, wurde als ein längst überfälliger Schritt hervorgehoben und begrüßt. Aus der Perspektive des 17. und 18. Jahrhunderts scheinen diese gegenwärtigen Diskussionen in gewisser Weise anachronistisch. Bereits 1794 wird mit dem Allgemeinen Landrecht für die Preußischen Staaten reflektiert, dass nicht alle Neugeborenen geschlechtlich eindeutig männlich oder eindeutig weiblich sind. Diese Tatsache ist mit den sogenannten »Zwitter«-Paragraphen des Allgemeinen Landrechts für die Preußischen Staaten insofern rechtlich anerkannt, als die Eltern bestimmen können, zu welchem Geschlecht sie ihr Kind erziehen. Darüber hinaus hat ein Zwitter nach dem 18. Lebensjahr die freie Wahl, in welchem Geschlecht er künftig leben wolle und genießt die entsprechenden Rechte.

Hermaphroditen oder Zwitter sind im 17. und 18. Jahrhundert nicht nur ein Gegenstand des Rechts. Vielmehr werden sie in dieser Zeit in sehr unterschiedlichen Kontexten thematisiert. Gleich zu Beginn des 17. Jahrhunderts erscheint ein Kompendium des Schweizer Anatomen und Botanikers Caspar Bauhin (1560-1624), in dem eine Vielzahl von Berichten, Erzählungen und Geschichten über Hermaphroditen seit der Antike zusammengefasst ist. Kurz darauf wird in Frankreich der Gerichtsprozess gegen Marie/Marin le Marcis veröffentlicht, in dem die Ärzte Jacques Duval (1555-1620) und Jean Riolan (1577-1657) als Gutachter auftreten, um das »wahre« Geschlecht von Marie/Marin le Marcis zu bestimmen. Mitte des 17. Jahrhunderts erscheinen zahlreiche literarische Verarbeitungen - beispielsweise die anonyme Sammlung französischer Liebesgeschichten, in denen unter anderem die Verwechslungskomödie 'Die schöne Hermaphroditin' enthalten ist. Schließlich folgen in der zweiten Hälfte des 17.Jahrhunderts unzählige Berichte bzw. Protokolle über Untersuchungen von Hermaphroditen, die von Naturforschern und Ärzten durchgeführt wurden, etwa 1684 vom Ulmer Arzt Johann Scultetus (1595-1645). Diese meist mit Abbildungen versehenen Abhandlungen bilden noch Ende des 17. Jahrhunderts die Grundlage für Nicolas Venettes (1633-1698) Tableau der Hermaphroditen oder Zwitter. Darin fasst Venette Hermaphroditen zu fünf Arten zusammen: drei männliche Arten, eine weibliche Art und eine Art, bei der kein Geschlecht dominant ausgeprägt ist. Dieses Tableau bildet im 18. Jahrhundert die Vorlage für viele Klassifizierungen von Hermaphroditen und fließt in Standardwerke des 18. Jahrhunderts ein. Auch Denis Diderot (1713-1784) bezieht sich in der Encyclopédie auf Venette und fügt im Supplementband eine Kupfertafel mit vier Darstellungen von Hermaphroditen an, von denen zwei auf dem Cover abgebildet sind. In dieser Darstellung werden sie nicht über das gonadale Geschlecht, welches die inneren Genitalien bestimmt, sondern ausschließlich über die Stellung des genitalen Geschlechts, den äußeren Genitalien, definiert. So stehen beim weiblichen Hermaphroditen die weiblichen über den männlichen äußeren Genitalien.

Jenseits der vielen einzelnen Beschreibungen von Hermaphroditen, die seit der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts veröffentlicht werden, sind eine Reihe von Texten zu finden, in denen sich Ärzte, Naturforscher und Juristen jeweils zu einem Hermaphroditen äußern. Beispielsweise diskutieren Anfang des 18. Jahrhunderts Ärzte, Naturforscher und Juristen aus England und Frankreich über den Hermaphrodit Marguerite/Arnaud Malaure und besprechen in Form von Briefen, Einzelblattveröffentlichungen oder mehrseitigen Abhandlungen, welches Geschlecht bei Malaure dominiere oder ob es wahre Hermaphroditen gebe. So entwickeln sich internationale und interdisziplinäre Netzwerke des Wissens um Hermaphroditen. Solche Netzwerke aus medizinischen, juristischen und theologischen Diskursen um Hermaphroditen sind in der bisherigen Forschung kaum berücksichtigt worden. Dies ist insofern erstaunlich, als Hermaphroditen vor allem im 17. und 18. Jahrhundert sehr mobil waren und durch Europa fuhren, um sich Interessierten aller Fachgebiete gegen eine finanzielle Entschädigung zu präsentieren. Unter anderem zeigte sich der Hermaphrodit Michel Anne Drouart 1750 in London, reiste 1753 nach Kopenhagen und 1755 nach Genf, ließ sich 1762 in Dijon, 1763 in Brieg oder 1765 in Nürnberg und 1767 in Paris von Ärzten untersuchen. So vielfältig die Reiseziele waren, so unterschiedlich wurde sie klassifiziert; beispielsweise als männlicher Hermaphrodit, als weiblicher Hermaphrodit und sogar als vollkommener Hermaphrodit. Während ihrer Reisen führte Drouart die Protokolle der vorangegangenen Untersuchungen mit sich, sodass die Anatomen und Chirurgen jeweils auf die vorherigen Klassifizierungen reagieren konnten.

Interdisziplinäre Netzwerke aus Ärzten, Juristen oder Theologen werden auch im vorliegenden Band anhand edierter Originaltexte aus dem beginnenden 18. Jahrhundert sichtbar. Im Mittelpunkt der Edition stehen zwei Hermaphroditen: Zum einen der Hermaphrodit M. W., dessen »wahres« Geschlecht im Verlauf eines Scheidungsprozesses bestimmt wurde, und zum anderen der weibliche Hermaphrodit Sempronia, welcher der Sodomie verdächtigt wurde. Bei den hier zum ersten Mal zusammengestellten sieben Originaltexten und zwei deutschen Übersetzungen aus dem Lateinischen handelt es sich um Beiträge von Ärzten, Juristen und Theologen. Die Originaltexte sind nicht nur medizinische Gutachten und Abhandlungen, sondern juristische Beurteilungen und Traktate zu den beiden Hermaphroditen sowie eine theologische Abhandlung zu einer der beiden Personen. Die Autoren der Originaltexte nehmen jeweils Bezug auf die Positionen der anderen Autoren und diskutieren die Perspektive vor dem Hintergrund ihrer fachlichen Herkunft.

Die Auseinandersetzungen um den Hermaphroditen M. W. werden von dem Arzt Johann Krus aus Schleswig sowie Carl Friedrich Luther (1663-1744), Arzt und Hochschullehrer aus Kiel, geführt. Ergänzt wird diese Debatte um Ausführungen des Theologen Christian Gottlieb Koch (? 1736). Im Mittelpunkt der Auseinandersetzung steht der Hermaphrodit M. W. und die Frage, ob und auf Grundlage welcher Voraussetzungen dieser zur Ehe befähigt ist. Die Frage, ob grundsätzlich Hermaphroditen zur Ehe fähig sind, war im 16. und 17. Jahrhundert sehr strittig. Der Arzt und Naturforscher Ulisse Aldrovandi (1552-1605) vertrat beispielsweise die Position, dass Hermaphroditen generell entsprechend ihres dominierenden Geschlechts heiraten können. Dahingegen schränkte der Jurist Jacob Möller (? 1693) diese generelle Erlaubnis ein, indem er die Ehefähigkeit an die Reproduktionsfähigkeit eines Hermaphroditen knüpfte. Jeder Hermaphrodit müsse sich vor der Heirat einer medizinischen Untersuchung unterziehen, in deren Rahmen die Funktionsfähigkeit des dominierenden Geschlechts nachzuweisen sei. Diese Meinung vertrat auch Nicolas Venette, wenn er die Ehefähigkeit an die Voraussetzung band, dass Hermaphroditen die Ehe mit einem der beiden Geschlechter vollziehen können müssen.

Vor dem Hintergrund dieser sehr unterschiedlichen Positionen wird der Hermaphrodit M. W. am 3. November 1703 auf Order der »Hohen Landes Obrigkeit« sowie des »Ober-Consistorial-Gerichts« und in Gegenwart von zwei Chirurgen sowie von Johann Krus untersucht. Im Ergebnis kommt Krus zu dem Schluss, dass bei M. W. das männliche Geschlecht dominiert, er aber impotent und demzufolge zur Ehe nicht fähig sei. Carl Friedrich Luther, der 1704 eine Dissertation über die Anomalien des Herzbeutels, der Lunge und der Genitalien in lateinischer Sprache verfasst, greift die Untersuchungsergebnisse von Johann Krus in seiner Dissertation auf und kritisiert diese scharf. Krus habe ausschließlich die äußerlich sichtbaren phänotypischen Geschlechtsteile untersucht und auf dieser Grundlage den Hermaphrodit M. W. für impotent erklärt. Luther verweist auf die Bedeutung der innenliegenden Geschlechtsorgane und deren Funktionsfähigkeit. Vor allem diese Geschlechtsorgane hätten für die Entscheidung über die Reproduktionsfähigkeit eines Menschen große Bedeutung und seien wesentliche Kriterien für die Bestimmung der Ehefähigkeit.

Die Gültigkeit dieser beiden Kriterien - phänotypische Geschlechtsteile einerseits oder innenliegende Geschlechtsorgane andererseits - wird im 16. und 17. Jahrhundert kontrovers diskutiert. Für eine ausschließliche Begutachtung der äußeren Geschlechtsteile sprechen sich unter anderem der Chirurg Ambroise Paré (1510-1590) oder Johann Scultetus aus. Die Größe der Genitalien, ihr Umfang oder die Beschaffenheit der äußeren Geschlechtsteile würden Auskunft geben, welches Geschlecht bei einem Hermaphroditen dominiert. Diese Merkmale müssten observiert und getastet werden, um eine Bestimmung des Hermaphroditen durchführen zu können. Der Arzt und Mitbegründer der Rechtsmedizin Paul Zacchia (1584-1659) stimmt diesen Kriterien und diesem Vorgehen grundsätzlich zu. Er erweitert aber die Kriterien, indem er auf die Repräsentation von innenliegenden Geschlechtsorganen abhebt. So sei eine Person mit Menstruation als weiblicher Hermaphrodit anzusehen, selbst wenn der Hermaphrodit männliche Insignien trage - beispielsweise kurze borstige Haare am Anus oder einen Penis in angenehmer Größe. Ähnlich argumentiert auch Jacques Duval im Prozess um das »wahre« Geschlecht von Marie/Marin le Marcis, wenn er auf die Funktion der im Inneren des Körpers liegenden Geschlechtsorgane hinweist.


Ashgate Publishing Limited

Kathleen Long explores the use of the hermaphrodite in early modern culture wars, both to question traditional theorizations of gender roles and to reaffirm those views. These cultural conflicts were fueled by the discovery of a new world, by the Reformation and the backlash against it, by nascent republicanism directed against dissolute kings, and by the rise of empirical science and its subsequent confrontation with the traditional university system. For the Renaissance imagination, the hermaphrodite came to symbolize these profound and intense changes that swept across Europe, literally embodying these conflicts. Focusing on early modern France, with references to Switzerland and Germany, this work traces the symbolic use of the hermaphrodite across a range of disciplines and domains - medical, alchemical, philosophical, poetic, fictional, and political - and demonstrates how these seemingly disparate realms interacted extensively with each other in this period, also across national boundaries. This widespread use and representation of the hermaphrodite established a ground on which new ideas concerning sex and gender could be elaborated by subsequent generations, and on which a wide range of thought concerning identity, racial, religious, and national as well as gender, could be deployed.

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Substanz und Funktion

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seit dem Ende des siebzehnten Jahrhunderts - Teil 2
Verlag: Wilhelm Engelmann
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Homologien und Analogien

Die Botaniker erfanden für die Ähnlichkeiten der Pflanzenorgane den Namen Metamorphose, die Zoologen nannten sie Homologien und Analogien. Der Vorgänger Cuviers, der französische Anatom F. Vicq d'Azyr (1748 - 1794) machte bereits auf die Ähnlichkeiten, einmal unter den Organen verschiedener Tiere (z. B. zwischen der menschlichen Hand und dem Pferdefuß) und dann unter verschiedenen Teilen eines und desselben Tieres (z. B. zwischen der menschlichen Hand und dem menschlichen Fuß) aufmerksam. G. Cuvier erweiterte diesen Gedanken durch eine neue Lehre: der Bau einzelner Organe hängt von der Lebensweise des Tieres ab, der Bau anderer jedoch von der inneren Organisation; so hängen die scharfen Zähne und Klauen und das leichte Skelett eines Raubtieres offenbar mit seiner Lebensweise zusammen, während die Zweihufigkeit der Wiederkäuer nicht aus der Art, wie sie die Nahrung aufnehmen, erklärt werden kann - es müssen irgendwelche innere Verhältnisse im Bau des Tieres die Anzahl seiner Zehen bestimmen. Cuvier blieb bei dem Hinweis auf diesen Unterschied, ohne ihn weiter zu analysieren.

Eine gründlichere Analyse der Analogien geht den Physiologen an; da jedoch die Zeit, als Owen wirkte, physiologischen Untersuchungen nicht günstig war, blieb Owen bei der allgemeinen Bestimmung des Begriffes der Analogie, und da die spätere Zeit überhaupt den Sinn für solche begriffliche Analysen verlor, ist bis auf den heutigen Tag der Begriff der Analogie nicht gründlicher analysiert worden, obwohl es gewiß der Mühe wert wäre, die tierischen Analogien zu klassifizieren und nach dieser Seite hin unsere Kenntnisse vom Leben zu vertiefen.

Owen untersuchte jedoch näher den Begriff der Homologie und unterschied innerhalb desselben: spezielle Homologie, welche in einer Ähnlichkeit der Teile verschiedener Tiere besteht (der Fuß des Pferdes und des Vogels); ferner allgemeine Homologie, welche die Beziehung eines Teiles zu einem allgemeinen Typus bedeutet (so ist z. B. die menschliche Hand die vordere Extremität der Säugetiere). Endlich unterschied er Homotypien: Teile, welche denselben Plan auf demselben Individuum wiederholen (z. B. die Segmente der Ringelwürmer, die vordere und hintere Extremität der Wirbeltiere).

Owens Klassifikation der strukturellen Ähnlichkeiten wurde auch von den Darwinisten angenommen; E. Haeckkl und C. Gegenbaur nahmen sie nur mit kleinen Änderungen in ihre genetische Morphologie auf, obwohl sie den Grundunterschied zwischen den Homologien und Analogien zu verwischen versuchten. E. Hakckel') teilt die Homotypien noch in Homodynamien (Homologien der Segmente längs der Körperachse) und Homonomien (Homologien der Teile, welche senkrecht zur Körperachse liegen, wie Schenkel, Schienbein usw.).

Agassiz unterschied folgende Ähnlichkeiten:

1. Embryonale Typen deuten einen Gedanken an, welcher sich in der Zukunft vollkommener entwickeln wird; die ausgestorbenen mehrzehigen Pferde sind ein Beispiel.

2. Hypembryonale Typen sind solche, bei welchen sich im Übermaß Eigenschaften entwickeln, welche anderswo nur angedeutet vorkommen; die Haut des Fledermausflügels gehört hierher, welche nur eine monströs entwickelte Haut darstellt, die in rudimentärem Zustande auch zwischen den Fingern der übrigen Säuger vorkommt. Die embryonalen und hypembryonalen Typen Agassiz' entsprechen den Homologien Owens.

3. Prophetische Typen sind Owens Analogien: Ichthyosaurier prophezeien z. B, unsere Delphine, fleischfressende Saurier unsere Raubtiere usf.

Diese Philosophie Agassiz' blieb ohne Wirkung auf die Nachwelt; es würde wohl der Mühe wert gewesen sein, zu untersuchen, welche Tiere und worin sie prophetisch, embryonal, hypembryonal sind, allein Agassiz selbst führte seine Gedanken nur im allgemeinen aus, unter Anführung nur einiger Beispiele; auch erschienen seine Ansichten zu einer Zeit, als die Morphologie bereits ihren Zenith überschritten hatte; einige Monate nach seinem Essay erschien das Werk Darwins, welches wohl ganz andere Anschauungen brachte als diejenige war, daß die ausgestorbenen Tiere eine Vorahnung der heutigen seien. Es ist leider auch für die absehbare Zukunft keine Hoffnung, daß jemand den Spuren Agassiz' folgen sollte.

Seit dem Altertum, seit Plato und Aristoteles, erhält sich die Annahme, daß man die Natur als eine ununterbrochene Reihe von aufsteigenden Wesenheiten aufzufassen habe; von Leibniz wurde sie erneuert und wieder belebt, und später wurde sie zur Grundlage der Klassifikationen der organischen Natur erkoren. Da nun die von uns eben geschilderte Zeit überzeugt war, daß das Wesen des Organismus in seiner Form Hege, war sie bemüht, in der Natur jene Reihe von vollkommeneren und vollkommeneren Formen aufzufinden. Seitdem erhält sich auch die Überzeugung, daß die Klassifikation den Höhepunkt der Erkenntnis bildet, da sie am bündigsten und logischesten die Natur begreift. Linné, der zuerst ein großes System der Natur darbot, faßte es zwar nicht besonders tief auf; mehr, als um ein philosophisches Begreifen der Natur, handelte es sich ihm um eine praktische Zusammenstellung der Pflanzen nach ihren Merkmalen, zum Zwecke leichterer Wiedererkennung, sozusagen um einen Bädeker im Reiche der Pflanzen. Nichtsdestoweniger war es ein konsequent und in großem Maßstabe durchgeführter Versuch.

Nicht so harmonisch (wie das der Pflanzen) entwickelten sich die Anschauungen über das System der Tiere. Auch dieses System wurde zuerst im großen von Linné begründet, und wie seine botanischen Ansichten, wirkte auch sein zoologisches System insbesondere in Deutschland, während es in Frankreich durch Cuvier vertieft wurde. Cuvier unterschied vier Tierreihen (embranchements), welche untereinander durch keinen Übergang verbunden sind; in jeder einzelnen Reihe lassen sich jedoch die Tiere in eine Hierarchie zusammenstellen, welche mit den einfachsten Formen anfängt und mit den zusammengesetztesten schließt.

Als man neue und neue Typen annahm, verwarf man zwar nicht gänzlich die Überzeugung von ihrer Bedeutung als isolierter, ohne Übergänge dastehender Tiergruppen, aber eben deshalb, daß die Anschauungen über deren Anzahl auseinandergingen und schwankten, nahm die ursprüngliche Bestimmtheit des Typusbegriffes ab, und es verschwand der absolute Unterschied, welchen Cuvier zwischen den Typen und den niederen Gruppen aufstellte. Trotzdem blieb der Gedanke von der Abgeschlossenheit der einzelnen Typen aufrecht, um so mehr, als ihn C. E. V. Baer durch seine entwicklungsgeschichtlichen Untersuchungen unterstützte; vier Jahre vor der Erscheinung der Darwinschen Schrift verteidigte noch H. Milne-Edwards die vier ursprünglich von Cuvier aufgestellten Typen.

Diese Richtung hielt die Systematik seit Linné bis auf die letzten Jahre ein; alle bisher erwähnten Forscher suchten nach einem natürlichen System der tierischen Formen, indem sie wissentlich unwissentlich die Lebenserscheinungen nur für eine Folge der Körperstruktur hielten. Es erschienen jedoch auch Versuche anderer als anatomischer Systeme. In Frankreich führte Lamarck eine Klassifikation der Tiere nach ihren psychischen Eigenschaften ein; da ihm jedoch diese ungenügend bekannt waren, hatte sein bereits angeführter Versuch keinen Erfolg. In Deutschland wieder versuchte Oken das System auf Physiologie zu gründen.

Wenn irgend jemand seit dem Verfall der Naturphilosophie auf dieses Okensche System zu sprechen kam, begann seine Erwähnung kaum anders als mit risum teneatis; und doch, ein wie tiefer Gedanke liegt ihm zugrunde! Noch heute gibt es viele, und es sind die modernsten, welche behaupten, daß Funktion wesentlicher sei als Struktur; wenn dem so ist, hatte Oken nicht recht, die Tiere nach ihren Funktionen zu ordnen? Ist die Gruppe der Tracheentiere nicht natürlich? Ein unbebautes Gebiet hat da Oken berührt, jedoch kein Verständnis gefunden; ein unbekanntes Gebiet, voll von schönen Tatsachen - doch wird es noch lange dauern, bevor es jemand wagt, in diesem unbekannten Lande nach neuen Entdeckungen zu suchen.

Theorien über das Wesen der Kategorien
in der Klassifikation der Tiere

Die Frage, von woher die Arten, Gattungen usw. kamen, schuf erst das 19. Jahrhundert; im 18. herrschte kein Streit darüber, ob die Arten entstanden oder erschaffen wurden, sondern, ob es Arten gibt oder nicht gibt - ein altes scholastisches Problem, welches durch die Biologen des 18. Jahrhunderts erneuert wurde. Wir wollen zusehen, wie man damals die Frage formulierte. Nach Maupertuis, dem bekannten »docteur Akakia«, wurden die Organismen als eine ununterbrochene Reihe von Formen geschaffen, viele Übergangsformen starben aber aus (ont été détruites); deshalb sei die Hierarchie der Wesen unserer Erkenntnis entrückt worden. Robinet, ein französischer, von Leibniz abhängiger Philosoph, polemisiert gegen diese Ansicht Maupertuis' und schreibt im Jahre 1761:

"Die klarsten Köpfe weisen nach, daß alle Wesen von demselben Range sind, und daß es keine wesentlichen Unterschiede unter ihnen gibt, daß es niemals mehr als ein Prototyp für alle Wesen gab, dessen bewunderungswürdig zahlreiche und auf alle möglichen Arten differenzierte Variationen sie darstellen."

Es waren also beide, Maupertuis wie ROBINET, der Überzeugung, daß die Organismen eine ununterbrochene Hierarchie bilden; nur darin waren sie uneins, ob diese Hierarchie in ihrer Lückenlosigkeit durch den Menschen zu erkennen ist oder nicht.

Lamarck huldigte einer ähnlichen Ansicht; nur darin war er einer anderen Meinung, daß er die Organismen in mehrere aus einem Punkt sich verzweigende Reihen zusammenstellte. Andere sachlichere Forscher dagegen, an ihrer Spitze Linné, wußten aus ihrer Praxis, daß es Arten und Gattungen gibt und daß die Arten scharf umgrenzt zu sein pflegen; sie glaubten auch an die Kontinuität in der Natur, stellten sich aber anstatt einer linearen Stetigkeit eine flächenhafte vor und behaupteten, daß man von einem Individuum, von einer Art, von einer Gattung Übergänge nicht nur nach vorne und hinten (zu einer höheren und einer niederen Form) antreffe, sondern nach allen Seiten, zu vielen anderen Formen ; daß man sich also die Individuen und Arten als Städte, Kreise, Länder auf einer Karte vorstellen könne, welche nach vielen Richtungen zusammenhängen. So lehrten auch Pallas, Decandolle u. a.

Das Artproblem kann noch anders aufgefaßt werden. Es gibt ohne Zweifel in der Natur Arten, sonst wäre keine Anleitung möglich, die Arten zu bestimmen, es wäre nicht möglch, von den Arten zu sprechen; das Problem beginnt erst, wenn es zu sagen gilt, was sie bedeuten. Ist vielleicht die organische Substanz in ihrem Wesen bereits so beschaffen, daß sie besondere Individual-, Varietät-, Art-, Gattungs- usw. Eigenschaften haben muß, etwa so, wie ein jeder Gegenstand Eigenschaften des Punktes, der Linie, der Fläche und des Raumes hat? Dies würde bedeuten, daß ein jeder Organismus besondere Individual-, Art-, Gattungseigenschaften besitzen müsse und diese Gruppen würden etwas Absolutes sein; es müßte in der gesamten lebendigen Natur ein und derselbe Maßstab für die Art vorhanden sein, ein anderer, wieder aber durchgängig derselbe für die Gattung usw.

Oder: die lebendige Substanz hat die Beschaffenheit von Individuen, welche einander mehr oder weniger ähnlich sind: die ähnlichsten stellen wir zu einer Art zusammen, wobei jedoch der Ähnlichkeitsgrad bei verschiedenen Arten verschieden sein kann ; während eine Art (der Hund z. B.) einander sehr unnähnliche Formen enthält, schließt eine andere (z. B. der Hase) Individuen ein, welche einander fast gleich sind. In diesem Falle kann keine allgemeine Definition der Art gegeben werden; man muß jedoch auch hier wieder zwei Möglichkeiten unterscheiden. Entweder liegen die die Art charakterisierenden Merkmale im Wesen der Art selbst, wie wenn wir Ellipse, Hyperbel und Parabel unterscheiden, welche wir durch ihre Konstruktionsregel bestimmen; oder die die Art bestimmenden Merkmale sind durch die Außenwelt gegeben, wie z. B. die Umrisse der Inseln, welche durch Meeresbrandung, durch Flußmündung usw. formiert werden. In diesem Falle hat es wohl keinen Sinn, Regeln zu suchen, nach welchen die Art gebildet ist, sondern man wird nur deren Ursachen erforschen. Man merke wohl, daß im ersten Falle zwei Arten, die Ellipse und der Kreis z. B. durch Übergänge verknüpft werden und doch wesentlich verschieden sein können ; die Stetigkeit der Übergänge ist also kein Beweis gegen das Vorhandensein der Arten.

In der schematischen Form, wie wir die Frage nach dem Wesen der Art jetzt erklärt haben, erschien sie niemals in der Geschichte der Biologie; allein, diesen Sinn hat der Streit um den Begriff der Art gehabt.

Linné unterschied Varietäten, Arten, Gattungen, Ordnungen und faßte das Verhältnis dieser Gruppen so auf: außerhalb des Systems stehen die Varietäten, welche nur künstlich oder zufällig entstehen, und welche, auf sich selbst angewiesen, zur ursprünglichen Form zurückkehren. Die einfachste, systematische Einheit soll die Art sein, z. B. der Birnbaum, der Apfelbaum; die Arten derselben Gattung haben einige Eigenschaften gemeinsam (der Birn- und der Apfelbaum, zu derselben Gattung gehörend, besitzen beide in jedem der Fruchtfächer 2 Samen) und diese gemeinsamen Eigenschaften bilden die Merkmale der Gattung; die übrigen Eigenschaften, wie die Farbe der Kronenblätter, der Staubfäden, der Habitus des Baumes usw. können zwar auch Gattungsmerkmale sein, aber sind verschiedentlich unter anderen Gattungen verteilt; die in eine und dieselbe Ordnung gehörigen Gattungen haben wieder gemeinsame (Ordnungs-) Merkmale, während ihre übrigen Merkmale in anderen Ordnungen vorkommen ; die allen Ordnungen gemeinsamen Eigenschaften charakterisieren die Pflanze im allgemeinen.

Die eben erklärte Ansicht von dem Verhältnis der Eigenschaften zu den systematischen Gruppen drückte Linné in einer eigentümlichen Form aus. Gott soll, so schreibt er, dem Idealtypus der Pflanze, welcher die Pistillnatur hat, verschiedene Staubfädeneigenschaften verliehen haben und auf diese Art so viele, in der Anzahl ihrer Staubfäden verschiedene Individuen geschaffen haben, als es Ordnungen gibt (es ist bekannt, daß Linné die Pflanzenordnungen nach der Anzahl der Staubfäden unterschied). Die Eigenschaften jener Individuen hat Gott untereinander gemischt und soviele Individuen gebildet, als es Gattungen gibt. Die Gattungseigenschaften sollen sich in der Natur durch Kreuzung der Gattungsindividuen vermehrt haben und so sind die Arten entstanden. Der Zufall hat die Arten gemischt, woraus die Varietäten entsprungen sind.

Der Sinn dieser Hypothese, welche später von den Darwinisten oft angeführt und in genetischem Sinne gedeutet wurde, ist, daß die Art-, Gattungs- und Ordnungsgruppen absolut sind und daß es besondere Art-, Gattungs- und Ordnungsmerkmale gibt. Heute dünkt diese Auffassung der organischen Formen den meisten Forschern unmöglich; und doch wurde sie wieder und wieder von den Philosophen aufgegriffen und in der letzten Zeit kehren wieder einige zu derselben zurück; nicht lange vor dem Auftreten Darwins hat sich derselben sehr warm Louis Agassiz angenommen, derselbe, von welchem bereits oben gesprochen wurde. Das System und seine Kategorien, behauptete er, sind nicht nur eine Erfindung des Menschen, sie liegen in der Natur, der sie Gott eingehaucht hatte. Ein jedes Tier hat gewisse Art-, andere Gattungs-Merkmale usw., so daß, wenn man von den Krustentieren z. B. kein anderes Tier als den Krebs kennen würde, man doch an demselben die Artmerkmale von den Gattungs-, Familien- und Ordnungsmerkmalen unterscheiden könnte. Die Theorie der allmählichen Umwandlungen der Tiere durch Einwirkungen der Umgebung bestreitet Agassiz ; viele Seiten seiner Schrift hindurch bekämpft er Lamarck, der dieses lehrt und führt gegen ihm insbesondere folgende Gründe ins Feld:

Die verschiedensten Tiere leben unter denselben Bedingungen der Umgebung; wie mannigfaltig ist z. B. das Leben in einem Wassertropfen! Doch auch umgekehrt treffen wir unter den verschiedensten Umständen dieselben Tiertypen an: der Mensch, der Wolf leben von den Polargegenden bis zu den heißesten Zonen der Erde und dies wäre nicht möglich, wenn die Umgebung auf die Tiere von Einfluß sein würde. Wenn auch die Tiere noch so verschieden sind und verschieden leben, bewahren sie eine Einheit des Planes : vom Pol bis zum Äquator sind alle Vögel wesentlich ähnlich gebaut, und die Homologien lassen sich bis in solche Einzelheiten, wie die zwischen der Vogelfeder und der Fischschuppe verfolgen. Folglich glaubt Agassiz, daß alle vier Typen Cuviers vom ersten Aufkommen des Lebens auf Erden an da waren; seit jener Zeit kamen zwar neue Formen auf, jedoch nicht absolut neue, sondern die späteren drückten nur klarer und klarer denjenigen Plan aus, der von allem Anfang da war. Der Mensch bildet den Höhepunkt und Schlußstein der Entwicklung; höher wird die Natur nicht vordringen, die Zukunft wird nur einen Fortschritt des menschlichen Verstandes sehen.

In einer Hinsicht stand Agassiz hoch über seiner Zeit, welche nur für die Morphologie Sinn hatte: er begriff, daß die anatomische Anschauung vom Lebewesen derart einseitig ist, daß das auf die Morphologie begründete System nicht das natürlichste ist, daß man auch auf die Embryologie, Paläontologie, Physiologie, die geographische Verbreitung Rücksicht nehmen müsse - ein beachtenswerter Gedanke, der niemals zuvor mit einer solchen Klarheit ausgesprochen wurde, und der sich leider in der darwinistischen Flut unbeachtet verlor.

Das Auftreten Schleidens

Es ist nicht abzusehen, welchen Weg die Entwicklung der Zellentheorie weiter genommen hätte, wenn nicht Schleiden aufgetreten wäre; die damalige Zeit scheint die Entdeckung vorbereitet zu haben, daß alle Pflanzenteile aus wesentlich gleichen Elementen, den Zellen, bestehen ; daß Pflanzengefäße, Siebröhren und andere Elemente des Pflanzenkörpers nur als Metamorphose eines und desselben Elementes zu betrachten sind, welches als ein polyedrisches Körperchen den Baustein des Parenchyms, als ein einfaches Kügelchen den Körper der einzelligen Alge bildet.

Schleiden gab nicht nur der Zellentheorie eine andere Richtung, sondern er führte überhaupt in die Biologie eine neue Methode ein, durch welche er die Geister für die Aufnahme der Darwinschen Philosophie vorbereitete. Alle bisher angeführten Biologen waren Rationalisten, die an Pläne, Ideen, Vernunft in der Natur glaubten; jetzt aber sollte der Glaube an eine objektive Vernunft sein Ende finden.

Doch hatte Schleiden ein positives Ziel vor Augen; das Ziel, aus der Pflanzenkunde eine wahre, exakte Wissenschaft zu bilden; darum legte er Nachdruck auf den Titel seiner Schrift »Die Botanik als induktive Wissenschaft«. In der Darstellung seiner positiven Ansichten bekundete er gleichfalls eine frische Lebhaftigkeit; rasch verfolgte er seinen Gedanken, ohne auf Einzelheiten aufzupassen, übersah deshalb manchmal einen Fehler, einen Trugschluß, und ist folglich oft unklar, stets aber entschieden in seiner Behauptung. Man muß auf Kant zurückgehen, behauptete er, und zwar auf dem von Fries angedeuteten Wege (Fries wurde von Schleiden überhaupt sehr geschätzt), und es muß vorzüglich die englische sensualistischc Philosophie und Baco studiert werden, von den Botanikern insbesondere der Engländer Rob. Brown. Das Nachdenken über das Wesen der Dinge ist zu verwerfen; mechanische Erklärung der Natur aus Kombinationen von Grundkräften, durch welche die Formen hervorgebracht werden, ist anzustreben. Wie der Kristallograph aus der Anziehung und Abstoßung der Moleküle die anorganischen Strukturen zu erklären versucht, so soll der Morphologe aus denselben Kräften die organischen Formen verständlich machen; es gibt keinen wesentlichen Unterschied zwischen Kristallen und Organismen. Die Erfahrung sei die Losung des Botanikers, nicht das Verstehen; das Ziel der Wissenschaft sei eine in die Einzelheiten gehende Beschreibung des Geschehens:

»Die ganze Reihe aller Übergänge muß durch die Sinne ergriffen werden und es darf keine unbemerkte Lücke in der Entwicklung bleiben«, so behauptet er und drückt dadurch einen jener Grundsätze aus, die für die moderne Wissenschaft am bezeichnendsten sind.

Das Ideal einer induktiven Wissenschaft führte ihn direkt auf die genetische Philosophie. Wie man bei der Induktion vom einzelnen zum allgemeinen, vom einfachen zum zusammengesetzten fortschreitet, so sollen wir die Lebensvorgänge nur durch Verfolgung ihrer Entwicklung richtig auffassen, welche ebenfalls vom einfachen zum zusammengesetzten sich erhebt. Der Bau der Pflanzen diente ihm als Beispiel: das entwickelte Pflanzengewebe besteht aus verschiedenen Gebilden: Zellen, Gefäßen, Siebröhren, Milchröhren; erst indem man ihrer Entwicklung folgt, erkennt man ihren Zusammenhang, d. h. die Entwicklung aller aus ähnlichen Anfängen. Deshalb empfiehlt Schleiden immer wieder die genetische (embryologische) Betrachtung; deshalb verwirft er die idealistische Morphologie, die Lehre von der Einheit des Planes, von der Metamorphose, von den Homologien.

Die Bestimmtheit, mit welcher Schleiden seine Ansichten über die Entstehung der Zellen vortrug, überzeugte viele Histologen und brachte das Zellenproblem in den Mittelpunkt der Forschung; deshalb fand man bald seinen Irrtum heraus, wonach neue Zellen in den alten, aus der in ihnen eingeschlossenen embryonalen Substanz kristallisieren sollen. 1839 beschrieb H. v. Mohl die Entstehung der Sporen durch Vierteilung einer Mutterzelle und 1841 richtete F. Unger direkt gegen Schleiden seine Entdeckung, daß am Vegetationspunkt der Pflanze neue Zellen durch Teilung der alten entstehen; diese Beobachtungen wurden dann durch Nägeli und H. V. Mühl weiter verfolgt.

Theodor Schwann

Der gute Kern der Schleidenschen Theorie ging aber nicht verloren ; noch ehe seine Hypothese von der Entstehung der Zellen zum Falle gebracht wurde, wurde seine Lehre von der Entwicklung der Gewebe aus Zellen von Theodor Schwann (1840 - 1882) auch auf die Tiere angewendet. Es fehlte früher keineswegs an Versuchen, den Tierkörper in lebendige Elemente zu analysieren; der Theorien Leibnizen's und Buffon's ist Erwähnung getan; am Ausgang des 18. Jahrhunderts behauptete Erasmus Darwin (Alb. Haller war bereits früher einer ähnlichen Ansicht) und andere, daß der Tierkörper aus Elementarfibrillen zusammengesetzt ist und H. Milne-Edwards lehrte, daß die lebendigen Elemente des Tierkörpers äußerst kleine Kügelchen seien. Mehrere Forscher wurden bereits der tierischen Zellen gewahr, ja einige verglichen sie schon mit den Pflanzenzellen; es waren dies in Frankreich Dutrochet, Turpin, DUumortier; auch Purkinje beobachtete insbesondere in tierischen Drüsen Zellen und analogisierte diese »tierischen Körnchen« mit den Pflanzenzellen. Der Gedanke, daß auch der erwachsene Organismus aus Zellen besteht, wurde von Schwann nicht, wenigstens nicht mit voller Klarheit, verteidigt.

So brachte Schwanns Zellentheorie zweifaches dar: erstens die Erkenntnis, daß der zusammengesetzte Organismus sich aus Zellen entwickelt, zweitens eine neue Philosophie, welche induktiv, genetisch und mechanisch war. Schwann war sich der weitreichenden philosophischen Bedeutung seines Werkes bewußt; er schreibt im Vorwort: »die vorliegende Abhandlung hat zur Aufgabe, den innigsten Zusammennang beider Reiche der organischen Natur aus der Gleichheit der Entwicklungsgesetze der Elementarteile der Tiere und Pflanzen nachzuweisen«.

Auch über das Mechanische seiner Theorie war er sich klar. Schleiden behauptete (und Schwann bestritt diese Behauptung nicht), daß der Organismus ein gesetzmäßiges Aggregat von Einzelwesen niederer Ordnung sei; gegen die vitalistische Ansicht von der Einheit des Lebens im organischen Körper, gegen eine einheitliche Lebenskraft führte Schleiden aus, daß das Leben ein Resultat aus dem Zusammenarbeiten vieler Zellen sei. Schwann schreibt ebenfalls in diesem Sinne:

»Einem Organismus liegt keine nach einer bestimmten Idee wirkende Kraft zugrunde, sondern er entsteht nach blinden Gesetzen der Notwendigkeit durch Kräfte, die ebenso durch die Existenz der Materie gesetzt sind, wie die Kräfte in der anorganischen Natur. Da die Elementarstoffe in der organischen Natur von denen der anorganischen nicht verschieden sind, so kann der Grund der organischen Erscheinungen nur in einer anderen Kombination der Stoffe liegen.«

Die Bedeutung neuer Beweise (für den Darwinismus)

Im 17. und 18. Jahrhundert lehrte man, daß das menschliche Spermatozoon ein kleines Männlein sei; und es fanden sich Forscher, welche bestätigten, daß sie in der Tat durch das Mikroskop im Spermatozoon Teile des menschlichen Körpers gesehen hätten. Ihnen gegenüber behaupteten andere, daß das Tier nicht im Spermatozoon, sondern im Ei eingeschlossen liege; der berühmte Biologe Spallanzani bestätigte diese Theorie durch das Studium der Kaulquappenentwicklung. Auch herrschte damals der Glaube an das Phlogiston, das man durch Hitze aus den Substanzen austreiben wollte; und wirklich entdeckte man die Tatsache, das viele Substanzen im Feuer leichter werden. Man glaubte an vorsintflutliche Menschen; A. Scheuchzer entdeckte als Beweis eine Versteinerung, die er »homo diluvii testis* benannte; Cuvier wollte aber an diluviale Menschen nicht glauben: er erntete viel Ruhm durch den Beweis, daß Scheuchzer's Fund nur ein fossiler Salamander war - und trotzdem hat der diluviale Mensch gelebt. Und so wäre es möglich, der Geschichte der Wissenschaft Schritt für Schritt zu folgen und zu zeigen, daß sie eine Geschichte von Beweisen ist, die keine waren.

Es ist die objektive Wissenschaft, welche diese Auffassung der Tatsachen herbeiführte, welche den Unterschied zwischen Tatsache, Hypothese, Theorie, Beweis usf. aufstellte. Tatsache soll die reine, durch keine Subjektivität getrübte Erkenntnis darstellen; Hypothese eine Möglichkeit, welche noch des Beweises harrt, Theorie eine Zusammenstellung von Tatsachen zu einer einheitlichen Auffassung; an die Tatsachen muß man glauben, an die Hypothesen und Theorien darf man jedoch nicht glauben; die Tatsachen sollen ganz neutral sein und in jede Hypothese, in jede Theorie, in jede Philosophie hinein passen, die Hypothesen und Theorien dagegen nur in ihrer tatsächlichen Begründung der Wahrheit entsprechen. Diese Unterscheidungen sind aber Wortspielereien, welche von der Scholastik nur darin abweichen, daß sie um einige Jahrhunderte jünger sind. Kein aufrichtiger Forscher glaubt in seiner Praxis weder an die objektive Wissenschaft, noch an die Unterschiede von Tatsachen und Theorien, sondern bedient sich dieser Worte nur aus Höflichkeit, um seine Überzeugungen in anständige Form zu gießen; für ihn selbst gilt als die wahrste Wirklichkeit, als Tatsache, was andere als Hypothese bezeichnen würden; »objektive Tatsachen« erkennt er nicht an, sondern nur subjektive, indem jede Tatsache im Lichte seiner neuen Entdeckung neue Farben, neue Formen zeigt ; zeigt sie sie nicht, so ist sie für ihn wertlos, existiert überhaupt nicht. Darwin war beispielsweise ein äußerst objektiver Forscher, allein seine Objektivität bestand bloß darin, daß er in höflichster Form die Einwendungen seiner Gegner besprach, ohne sich durch dieselben im geringsten im Glauben an seine Lehre beirren zu lassen. Die Entwicklung der Organismenwelt, welche alle als Theorie bezeichnen, hielt er in seinem Inneren ohne Zweifel für die wahrste Tatsache von der Welt, und die »objektive« Tatsache, daß es Arten gibt, betrachtete er als falsch. Jeder Forscher folgt dieser Methode, muß ihr folgen: es wäre eine Frivolität, wenn jemand eine Hypothese aufstellte, von deren Wahrheit er nicht gleichzeitig fest überzeugt wäre ; es ist eben nur Höflichkeit, wenn er diese seine Überzeugung dem Leser als bloße Möglichkeit darbietet.

Es gibt also keine objektiven Tatsachen; jede Tatsache ist subjektiv und ist als solche nicht frei von Hypothese, von Theorie, von Philosophie; jede Tatsache, welche nicht als sinnloses Wort auf dem Papier steht, sondern welche aus dem Geiste des Menschen als sein lebendiges Produkt gesetzt wird, stellt einen ganzen Mikrokosmos dar, welcher eine neue Auffassung nicht nur einer einzelnen Erscheinung, sondern der ganzen Welt enthält. Eine Entdeckung, welche nicht die Umwälzung der gesamten Weltanschauung als Möglichkeit einschließt, ist gar keine Entdeckung.

Infolgedessen ist der Grundsatz der modernen Wissenschaft, die Tatsachen selbst sprechen zu lassen, an sich sehr richtig, nur muß man ihm gerade den entgegengesetzten Sinn geben, als ihm gemeinhin unterlegt wird. Die toten, jeder Subjektivität baren Tatsachen sind stumm und können nicht sprechen, nur die im Geiste des Menschen lebenden haben eine Sprache, und je subjektiver sie sind, desto leichter sind sie zu verstehen, desto natürlicher ist ihre Wirkung auf uns, die wir auch lebende Subjekte sind. Die toten Tatsachen können aufeinander nicht reagieren, können nichts beweisen, nichts widerlegen, können sich zu keiner Wahrheit zusammenscharen; darum hat die objektive Wissenschaft zur Logik, zur Beweisführung greifen müssen, um Bewegungsmittel, Hebel und Maschinen zu haben, durch welche die totgeschlagenen Tatsachen hin und her geschoben werden könnten. Einerseits Tatsachen, anderseits Hypothesen und Theorien: der eine schiebt die Tatsache hierher, der andere dorthin, und das nennt sich Beweisführung, bei der die Tatsachen selbst sprechen.

Doch uns, die wir die Entwicklung des Darwinismus verfolgen, bleibt nichts anderes übrig, als zu konstatieren, daß für das Aufblühen dieser Lehre die toten Tatsachen, zu gewissen Beweisen zusammengestellt, von großem Einfluß waren.

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Verlag: August Hirschfeld
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Die anatomische Erforschung der Krankheitsvorgänge ist die Aufgabe derjenigen Wissenschaft, welche man gegenwärtig, freilich grammaticalisch nicht richtig, kurzweg als "pathologische Anatomie" bezeichnet. Sie datirt von demjenigen Zeitpunkte, an welchem man aufhörte, die Krankheiten als fremde Wesen zu betrachten, welche den normalen Bau und Verrichtung des Körpers stören. Seit dieser Zeit giebt es für den wissenschaftlichen Forscher nur Abweichungen von den normalen Lebensvorgängen, die ihren Grund in der veränderten Beschaffenheit der Körpertheile haben müssen. Es kann nicht in Frage gestellt werden, ob jeder Krankheitsprocess eine materielle Grundlage habe; denn wir können die Existenz von Kräften nicht anerkennen, welche von der Materie abgelöst sind; sondern es ist vielmehr die Frage, ob diese materiellen Veränderungen in jedem Fall nachgewiesen werden können, und diese Frage muss verneint werden. Die pathologische Anatomie ist demnach eine unvollkommene Wissenschaft, aber der Jünger, welcher sich an ihr Studium begiebt, kann sich damit trösten, dass sie zugleich eine progressive Wissenschaft ist. In kurzer Zeit, seit dem Ende des vorigen Jahrhunderts, ist ein gewaltiges Material von Thatsachen zusammengebracht, und, was mehr sagen will, so weit gesichtet, das umfassende Gebiete dem wahren, wissenschaftlichen Verständniss erschlossen sind. Andere warten noch der Bearbeitung, welche die gegenwärtigen Untersuchungsmethoden gestatten, und andre endlich werden sich demjenigen erst erschliessen, welcher neue Wege der Forschung eröffnet.

Über die Verhältnisse der organischen Kräfte untereinander
in der Reihe der verschiedenen Organisationen,
die Gesetze und Folgen dieser Verhältnisse

Faksimile der Ausgabe von » Karl Friedrich von Kielmeyer « Stuttgart 1793
Verlag: Armin Gens

» Die Gesetz der grossen Maschine der organischen Welt «
Book review
Journal for General Philosophy of Science volume 26, pages 191-202 (1995)
» Kristian Köchy « und Ansgar Richter

Wenn moderne Wissenschaftstheoretiker zu der Einsicht gelangen, daß "die Themen 'Organisation' erst recht 'Selbstorganisation' [...] im Anschluß an die wissenschaftliche Revolution des 17. Jahrhunderts zu einem zentralen Problem geworden" sind, dann ist damit auch ein aktuelles Themenfeld biowissenschaftllicher Forschung angesprochen, das letztlich in der Frage kulmieren muß: "Was ist Leben?" Mit einer solchen Fragestellung ist allerdings heutzutage für viele Fachvertreter bereits der enge Rahmen der Disziplin "Biologie" überschritten, in der zwecks Erhaltung des Leistungsstandes solche "metaphysischen Restbestände" systematisch ausgeklammert und in den Zuständigkeitsbereich der Philosophie verwiesen werden. Diese Distanzierung stellt für die Wissenschaft vom Lebendigen allerdings eine Negierung ihrer Grundfunktion dar. die Trennung der Arbeitsfelder von Fachwissenschaft und Philosophie bietet hier nur eine Scheinlösung. Betrachtet man nämlich die innovativen und progressiven Phasen der Wissenschaftsentwicklung etwas eingehender, so wird man feststellen, daß gerade in diesen Phasen verständlicherweise metatheoretische Diskussionen in die Fachwelt hineingetragen werden, wobei sich vor allem die Wissenschaftler an der Forschungsfront auch philosophischen Analysen gegenüber offener zeigen. Im Lichte dieser Feststellungen erweist sich die Situation der modernen Biologie als höchst unbefriedigend. Sie zeichnet sich dardurch aus, daß es ihr weitgehend an einem metatheoretischen und philosophischen Diskurs fehlt. So überläßt die Biologie die Diskussion über ihre eigenen Grundbegriffe in großem Umfang fachfremden Wissenschaftlern.

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Pathologie
Teratologie

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Erster Theil - Allgemeine Pathologie
Verlag: Schäferische Buchhandlung
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Im Zeitalter der Renaissance galt es, die allgemeine Wissenschaft zu vernichten, um die individuelle zur Geltung zu bringen, also gerade das Gegenteil des heutigen Ideals.
(Emanuel Rádl)


seit dem Ende des siebzehnten Jahrhunderts - Teil 1
Verlag: Wilhelm Engelmann
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6. Der Verfall der Biologie nach Leibniz.

Es ist merkwürdig, wie rasch das Interesse an tiefen biologischen Problemen, das in der Zeit von Harvey bis Swammerdam so viele tüchtige Männer erfüllte, am Ende des 17. und am Anfang des 18. Jahrhunderts verschwand und einer flachen Naturanschauung Platz machte. In der vergleichenden Anatomie war bis in die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts kein Fortschritt zu verzeichnen. Die Bearbeitung der Histologie hörte mit Malpighi auf, und erst Bichat hat in den letzten Jahren des Jahrhunderts diese Wissenschaft von neuem entdecken müssen. Die Embryologie war zwar ein sehr oft behandeltes Gebiet, aber der Streit der Ovisten und der Animalkulisten, sowie die evolutionistischen Theorien überhaupt geben ein nur zu deutliches Bild von dem kläglichen Zustand des biologischen Denkens in jener Zeit. Die wichtige Arbeit von C. F. Wolff, welche in der Mitte des 18. Jahrhunderts erschien, wurde nicht verstanden und geriet in Vergessenheit; im 19. Jahrhundert mußte sie von neuem entdeckt und herausgegeben werden, damit man auf sie aufmerksam würde. In der Systematik hat Linné zwar nachhaltig gewirkt, aber mehr in die Breite gehend als in die Tiefe, und aus der Physiologie hat nur die Lehre von der Irritabilität der Biologie einen verhältnismäßig neuen Gedanken zugeführt.

Woher kam denn dieser Stillstand der Wissenschaft? Es ist mir nicht möglich, seine Ursachen vollständig anzuführen; aber das sehe ich deutlich, daß die Biologen der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts nur Epigonen von Malpighi, Swammerdam, Borelli, Stahl usf. waren, und wie es die Art des Epigonentums ist, haben sie zwar die materielle Seite ihrer großen Vorgänger nachzuahmen gewußt, ohne aber den Geist ihrer Naturanschauung erfassen zu können. Sie haben ganz richtig die Erfahrung betont, wie Reaumur und Haller; sie haben auch dicke Bücher über Naturphilosophie verfaßt, wie Bonnet; sie haben viel Neues entdeckt, wie Leeuwenhoek, doch hat ihnen die Kraft gefehlt, welche ihrer Erfahrung, ihren Theorien, ihren Entdeckungen innerliches Leben hätte verleihen können.

Eine andere ebenfalls nicht sonderlich erfreuliche Erscheinung in der Biologie des 18. Jahrhunderts ist die große Berühmtheit, die einigen Naturforschern damals zuteil wurde. Gewiß ist es dem Leser bereits aufgefallen, daß man noch heute immer von dem »berühmten Réaumur«, dem »berühmten Haller« spricht, nicht aber von dem berühmten C. F. Wolff usf. Es kommt dies daher, daß im 18. Jahrhundert mehr als zu andern Zeiten die äußeren Schicksale für den Ruhm eines Forschers entscheidend waren. Die Wissenschaft war aristokratisch, sie hatte Zutritt in die Salons der hohen Gesellschaft erlangt, und das, was sich der oberflächlichen und genial sein sollenden Auffassung dieser Kreise anpaßte, wurde mit größten weltlichen Ehren aufgenommen; dasjenige aber, was als wirklich wahr zu gelten beanspruchte und deshalb seichten Köpfen unzugänglich war, wurde mißachtet. Zu keiner Zeit, weder zuvor noch nachher, haben die Naturforscher sich gegenseitig so geehrt, wie damals. Reaumur, Haller, Bonnet Spallanzani behandeln einander in ihren Schriften als lauter Genies und Weltberühmtheiten.

Im 18. Jahrhundert wurde der erste Schritt zur Laïsierung der Biologie getan. In früheren Zeiten waren alle Biologen (ausgenommen etwa die Systematiker) Ärzte. Linke hat anfangs noch die ärztliche Praxis geübt und auch mehrere medizinische Schriften verfaßt; Swammerdam war wissenschaftlich noch in Berührung mit den medizinischen Theorien (über die Atmung, über die Drüsen usf.), Linné war jedoch seiner wissenschaftlichen Richtung nach bereits wesentlich nicht Mediziner, sondern Biologe im allgemeinen. Reaumur, Bonnet, Buffon, Cuvier waren keine Arzte mehr und pflegten nur die Biologie als solche. Seit jener Zeit ist es trotz wiederholter Bemühungen nicht mehr gelungen, beide Gebiete wieder in eine Bahn zu lenken: heute gibt es Gebiete, die der Mediziner ebenso wie der Biologe bearbeiten kann, andere dagegen, wie die Physiologie und die Morphologie der Wirbeltiere (Gebiete, welche die Entwicklung der Theorien in der Biologie eigentlich beherrschen), werden ganz überwiegend von medizinisch gebildeten Forschern in Anspruch genommen.

Der innere Niedergang der Biologie im i8, Jahrhundert hat etwa bis in die achtziger Jahre des Jahrhunderts gedauert. Mit Cuvier hat wieder eine ernstere Forschung angefangen, wenn man auch bei dem Ruhme, der sich an seinen Namen knüpft, die Nachwirkung der früheren Zeiten in Betracht ziehen muß. In Deutschland und in England ist es zu solchen Extremen, wie in Frankreich, nicht gekommen, doch hat sich mir wiederholt der Gedanke aufgedrängt, daß sich die spätere deutsche Naturphilosophie in mehrfacher Hinsicht mit der französischen Wissenschaft aus der Mitte des i8. Jahrhunderts vergleichen läßt. Die französischen Biologen haben sich in der Mitte des 18. Jahrhunderts wesentlich nur für das Geistreiche interessiert. Sie haben mit der Lösung biologischer Probleme weniger ein subjektiv empfundenes Bedürfnis nach der Erkenntnis der Wahrheit gestillt, ihre Theorien waren weit mehr für den Leser als für den Autor bestimmt: die französisch aufgefaßte Genialität war ihr Ziel. Ganz ähnlich kann man auch die deutsche Naturphilosophie als den Versuch einer genialen Auffassung der Natur - genial um jeden Preis - betrachten: das Wühlen in den abstraktesten Begriffen, das Verschmähen jeder Logik, die Geringschätzung der Erfahrung, die Betonung der Mathematik, der dunkle Stil usw. - alles trug die Merkmale der Genialität an sich.

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Verlag: August Hirschfeld
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Wir müssen in der Geschichte der pathologischen Anatomie zwei Perioden unterscheiden, in deren erster ausschliesslich Material gesammelt wurde, während in der zweiten die Zusammenfassung und Ordnung der Thatsachen nach allgemeinen Gesichtspunkten angestrebt wird. Die Werke der ersten Periode, welche von Vesal bis gegen das Ende des 18. Jahrhunderts reicht, sind dahei wesentlich casuistisch und unterscheiden sich in ihrem Werth je nach der geringeren oder grösseren eigenen Erfahrung der Verfasser.

Zunächst in Deutschland vollzog sich um das Jahr 1840 ein grosser Wandlungsprocess in unserer Wissenschaft, indem die mikroscopische Forschung den gröberen anatomischen Befund ergänzte und verfeinerte, und die allgemeinpathologischen Anschauungen einer Reform entgegenführte, welche durch die Anwendung der cellularen Theorie auf die pathologischen Vorgänge ihren Gipfelpunkt erreichte: Es zeigte sich, dass ein grosser Theil jener Veränderungen, welche man, namentlich in der Wiener Schule, von einer Exsudation flüssiger Theile aus dem Blute herleitete, im Wesentlichem eine Function der zelligen Gewebsbestandttheile ist. Die Reform begann mit den Untersuchungen von Schwann, welcher die jetzt allgemein anerkannte Zusammensetzung der Gewebe in ihren Grundzügen feststellte, und von Johannes Müller, welcher dieselben oder analoge Formbestandtheile in pathologischen Neubildungen nachwies, ungerechnet die vielen andern Forscher, welche mehr im Einzelnen demselben Ziele zustrebten. Noch aber herrschte die alte Blastemtheorie, jene Lehre von Schleiden, nach welcher eine freie Bildung von Zellen in Flüssigkeiten angenommen wurde. Es sind zwei Männer, welche zu gleicher Zeit und an gleichem Ort, wenn auch in verschiedenen Gebieten die Lehre von der "legitimen Succession der Zellen" begründeten: Remak auf embryologischem, Virchow auf pathologischem Gebiete. Dem letzteren gebührt unbestritten das Verdienst der schärferen Formulirung der neuen Lehre, zu deren Begründung die Arbeiten beider Männer in gleicher Weise beigetragen. Das Wort: Omnis cellula e cellula eröffnete für die Pathologie weite Gebiete der Forschung und Erkenntniss, welche die alte Blastem- und Exsudattheorie in bequemer Weise von sich abgewiesen hatte. Indem gezeigt war, wie Zelle aus Zelle hervorgeht, jede mit einem gewissen Maass von individuellem Leben ausgestattet, mussten die Besonderheiten jedes normalen und pathologischen Gewebes in viel schärferer Weise festgestellt werden, als vordem. Soviel in dieser Beziehung geleistet, so stehen wir jedoch noch beiweitem nicht am Ziel dieser Entwicklungsperiode, der vollständigen Erkenntniss normaler und pathologischer Zellenthätigkeit.

Es ist begreiflich, dass der neue Aufschwung der mikrographischen Forschung auch auf die systematische Darstellung der pathologischen Anatomie nicht ohne Einfluss bleiben konnte. In Frankreich war es namentlich Lebert, welcher in zahlreichen Werken in diesem Sinn eine Reform der Pathologie und pathologischen Anatomie anzubahnen versuchte, allein, wie dies auch noch später vielfach geschehen ist, in der irrigen Voraussetzung, dass die Morphologie der kleinsten Theile die bestimmt ausgeprägten Verschiedenheiten der grob-anatomischen Zustände wiederholen müsste. Es ist dieser Irrthum an sich sehr natürlich und wurde von einer grossen Anzahl der tüchtigsten Forscher getheilt, ja lebt sogar in dem Bewusstsein zahlreicher Aerzte neben der alten Exsudattheorie fort. Auch hier scheint die Bequemlichkeit der Menschen nicht ohne Einfluss auf ihre Meinungen geblieben zu sein, indem es allerdings ausserordentlich angenehm und nützlich wäre, mit einem Blick in das Mikroscop alle Schwierigkeiten der differentiellen Diagnose zu überwinden. So leicht aber geben sich die Naturdinge dem Beobachter nicht. Die Leistungen Leberts für die systematische Darstellung der pathologischen Anatomie, welche in seinem grossen, mit einem prächtigen Atlas ausgestatteten Werk (Traite d'anatomie pathologique. 2 Bde. Text und 2 Bde. Tafeln. Paris, 1857.) niedergelegt sind, sollen deshalb nicht geringer geschätzt werden. Für Frankreich ist er der Begründer der pathologischen Mikrographie und sein Atlas ist für die gröbere pathologische Anatomie unzweifelhaft das bedeutendste aller vorhandenen Werke.

» Monster oder Laune der Natur (2004) «
Medizin und die Lehre von Missbildungen 1780-1914
Campus Verlag
Urs Zürcher
» Rezension von Urte Helduser «

Im Jahr 1998 wurde das Pathologische Museum Rudolf Virchows in Berlin wiedereröffnet, das der berühmte Arzt und liberale Politiker ein knappes Jahrhundert zuvor eingerichtet hatte. Mit ihren zahlreichen Präparaten von spektakulären "Missgeburten", die Virchow über mehrere Jahrzehnte hinweg zusammengetragen hatte, eignete sich seine Sammlung besonders für die Popularisierung von Wissenschaft. Die kürzliche Wiedereröffnung ist auch ein Zeichen für die Renaissance dieses spektakulären Themas. Das wiedererweckte Interesse an so genannten "Missgeburten", "Monstrositäten" oder "Freaks" dokumentiert sich in einer Vielzahl medizinhistorischer und kulturwissenschaftlicher Untersuchungen der letzten Jahre. Neuere Publikationen haben sich dabei hauptsächlich auf die so genannten "Monstrositäten" des Mittelalters und der Frühen Neuzeit oder aber die "Freaks" des ausgehenden 19. und des 20. Jahrhunderts konzentriert (z.B. Lorraine Daston / Katharine Park, "Wunder und die Ordnung der Natur 1150-1750", 2002; Rosemarie Garland Thomson (Hg.), "Freakery. Cultural Spectacles of the Extraordinary Body", 1996).

Die jetzt im Campus Verlag erschienene Dissertation Urs Zürchers, "Monster oder Laune der Natur. Medizin und die Lehre von den Missbildungen", schließt diesbezüglich eine Lücke. Sie schildert die im ausgehenden 18. Jahrhundert einsetzende und im 19. Jahrhundert ihren Höhepunkt erreichende Verwissenschaftlichung des Diskurses über Monstrositäten und die Herausbildung einer einheitlichen Missbildungsforschung, die antritt, um die bis in die Antike reichende Faszination für das Monströse aus der religiösen Spekulation in das Reich der Wissenschaft zu überführen, gewissermaßen eine Verschiebung von der Theologie zur Teratologie - so der Name der entstehenden Spezialdisziplin.

Die medizinische Beschäftigung mit Missbildungen erreicht im 19. Jahrhundert einen Höhepunkt, der sich in der Herausbildung der Teratologie manifestiert. Aber auch über die disziplinäre Spezialisierung hinaus entfalten die Missbildungen bedeutsame wissensbildende Impulse. Paradigmatisch für das 19. Jahrhundert lassen sich am Beispiel der Missbildungsforschung wissenschaftliche Verfahrensweisen der Klassifizierung und Systematisierung der Natur beobachten. Zürcher liefert damit eine beeindruckende, akribisch recherchierte und anregende Fallstudie zur Wissenschaftsgeschichte des 19. Jahrhunderts.

Am Beginn der Untersuchung steht die "Theoria Generationis" Caspar Friedrich Wolffs (1759). Mit seiner Auffassung, dass entstehendes Leben keineswegs in einem Kern vorgebildet ist, wie die Verfechter der Präformationstheorie meinten, sondern vielmehr das "Geformte aus dem Ungeformten" entstehe, vertritt Wolff ein frühes Entwicklungsmodell. Für die Nachfolger wie Blumenbach, Henke, Meckel oder Soemmering geht es darum, die Missbildungen zu systematisieren und in eine Ordnung zu bringen. Als einer der Ersten setzt Samuel Thomas Soemmering dazu systematisch Abbildungen ein und entwickelt hiermit eine spezifische Ikonografie der Missgeburten. Der Zoologe Geoffroy Saint-Hilaire führt eine Versuchsreihe mit Hühnereiern durch, in der es ihm gelingt, missgebildete Embryonen zu erzeugen. Etienne Geoffroy Saint-Hilaire und sein Sohn Isidore werden als eigentliche Begründer der Teratologie in die Medizingeschichte eingehen. Zwar führten die beiden Ansätze ihrer vornehmlich deutschen Vorgänger weiter, für die Radikalität ihres Unternehmens bedurfte es jedoch nach Auffassung Zürchers des gesellschaftlichen Kontexts des revolutionären Frankreichs. Ihr Ziel einer endgültigen Erledigung der Präformationstheorie begründen Vater und Sohn mit einem aus der Revolution abgeleiteten Fortschrittsverständnis. Das Bestreben der beiden, der Teratologie einen festen Platz in den Naturwissenschaften zu sichern, ist mit der weiteren Systematisierung des Missbildungswissens verbunden: Isidore entwickelt ein Schema zur Klassifikation der Missbildungen nach dem Vorbild Linnés, in das nun alle Formen der Monstrositäten eingeordnet werden können. Die Monstrositäten haben damit endgültig ihren Platz in der natürlichen Ordnung gefunden, sie können nun in ihrer eigenen Regelhaftigkeit erkannt werden.

Am Ausgang des 19. Jahrhunderts markieren diese Tendenzen letztlich das Ende der Teratologie. Zunächst kommt es zu einer Popularisierung der Wissenschaft von den Fehlbildungen, wie Virchow sie mit der Zurschaustellung seiner anatomischen Sammlung betreibt, dies führt jedoch dazu, dass die wissenschaftliche Beglaubigung des Monströsen vor allem dazu dient, die Attraktivität von Menschen mit Missbildungen für das aufkommende Showbusiness zu steigern. Berühmtes Beispiel hierfür sind die "siamesischen Zwillinge" Chang und Eng, die auf mehreren Europa-Touren als Sensationen gezeigt wurden und zugleich Ärzten wie Virchow als Forschungsobjekt dienten. Während Virchows pathologisches Museum bereits kurz nach seiner Eröffnung 1899 mit dem Tod des berühmten Arztes 1902 nachlassende Besucherzahlen vermerken muss und schließlich verkleinert wird, erlebt der amerikanische Zirkus Barnum & Bailey zur gleichen Zeit mit seinen Freakshows auf Europa-Tournee große Erfolge. Nach Zürcher ist damit aber auch schon der Höhepunkt der Missgeburten-Schaustellerei erreicht. Die Monstrositäten verlieren ihre Attraktionskraft in dem Augenblick, in dem als Folge des Ersten Weltkriegs die Verkrüpplung zur Massenerscheinung wird.

Die einstmals mit revolutionärem Fortschrittsgeist versehene Teratologie erfährt im beginnenden 20. Jahrhundert ihren endgültigen Niedergang. Für den Zerfall der Disziplin macht Zürcher zunächst nur wissenschaftsinterne Gründe geltend. Danach ist es der Teratologie nicht gelungen, sich aus den verschiedenen Fachgebieten zwischen pathologischer Anatomie und Zoologie als einheitliches Fach zu institutionalisieren. Ebenso habe sie den Anschluss an die medizinische Entwicklung verpasst, indem sie wichtige Paradigmenwechsel nicht mitvollzogen habe. Mit dem Abbruch seiner Untersuchung zur Zeit des Ersten Weltkriegs lässt Zürcher eine Schlussfolgerung aus, die seine Analysen selbst nahe legen. So stellt er fest, dass das Missbildungswissen seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts laut Zürcher "immer öfter in einem rassistischen und eugenischen Zusammenhang" erscheint. Zürchers Untersuchung endet - ohne dass der Autor diesen Zusammenhang herstellt - gewissermaßen dort, wo die teratologische Fortschrittsgeschichte sich endgültig in ihr Gegenteil verkehrt: bei den in den 1920er Jahren entwickelten Konzepten zur "Vernichtung lebensunwerten Lebens" und ihrer Umsetzung im Nationalsozialismus.

Berliner Medizinhistorische Museum der Charité

» Berliner Medizinhistorische Museum der Charité «

» Handbuch der pathologischen Anatomie (1863) «
Verlag: Leopold Voss
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Ueber den Bau der männlichen Geschlechtsorgane finden sich nur wenig Notizen und ebenso verhält es sich mit den krankhaften Veränderungen, von denen metastatische Orchitis, durch heftigen Husten entstandene Hodengeschwulst (Hernie?), Wassergeschwulst und Varix flüchtig und ohne nähere Beschreibung erwähnt werden. Von den weiblichen Geschlechtsorganen kannte man nur die Theile näher, welche der äusseren Untersuchung zugänglich sind, also Vulva, Vagina, Vaginalportion und höchstens noch den Cervix uteri mit seinem Kanal und Mündungen, über alles in der Bauchhöhle Verborgene hatte man keine Kenntniss und meist ganz falsche Vorstellungen, die Ovarien und Tuben werden nirgends erwähnt. Dem Uterus, den man offenbar für doppelt oder in Hörner ausgehend hielt, schrieb man eine eigentümliche, willkürliche Bewegungsfähigkeit und eine Liebhaberei für Wohlgerüche und Absehen gegen übelriechende Dinge zu, kurz man stellte ihn fast einem Thiere gleich, eine Ansicht, die sich auch bei späteren Autoren wiederfindet. Daher spielte unter den Veränderungen des Uterus das "Aufsteigen" desselben bis zum Halse hinauf eine grosse Rolle, wie ja auch noch heute in der Volksmedicin alle hysterischen Erscheinungen vom Aufsteigen der Mutter abgeleitet werden. Ausserdem kannte man aber auch den Prolapsus, die Retroversio, die Schieflage oder Seitenlage und selbst die Inversio nach der Einbindung (Epidem. II), so gut man diese Veränderungen eben an Lebenden beurtheilcn kann. Man kannte ferner die Uterusentzündung im Puerperium, die bei Wöchnerinnen vorkommenden Entzündungen und Ulcerationen der Scheide und Vulva und die zuweilen hieraus hervorgehenden Atresien. Uebrigens wird oft von Entzündung und Verschwörung des Uterus, oder, wie es gewöhnlich heisst, der Uteri, gesprochen, wo man sehr willkürlich aus den Symptomen Schlüsse zog. Das Carcinom der Mamma und des Uterus kannte man aus den Untersuchungen an Lebenden leidlich; sehr unbestimmte Anschauungen hatte man von Wassersucht, Aufblähung, Rothlauf, Verdrehung u. s. w. der Uteri. Uebrigens hatte man einige Kenntniss von Beckenabscessen und deren Perforation in die Scheide.

In Galen (Claudius Galents, 131 - 201 n. Chr.) finden wir einen Forscher, dessen Bestrehungen sich nicht auf die Befriedigung der Bedürfnisse der Praxis beschränkten, sondern im Sinne ächter Wissenschaft auf möglichst umfangreiche Erforschung der Natur und der Organismen gerichtet waren und welchem in dieser Hinsicht im ganzen griechischen Alterthume nur Aristoteles an die Seite gestellt werden kann. Dies beweisen aber vor Allem seine Leistungen im Gebiete der Anatomie, welche für alle Zeilen grossartig dastehen, ohschon sie sich vorzugsweise auf die Thiere beschränken. Galen erkannte den Bau des Herzens und der Gefässe, den Blutgehalt der Arterien nebst deren Vertheilung ziemlich genau und wurde nur durch seine unglücklichen theoretischen Ansichten von der Entdeckung des Blutlaufes abgehalten; ferner hatte er den Bau des Gehirns und Bückenmarkes und der von ihnen abgehenden Nerven zum grossen Theile richtig erkannt, wurde aber auf diesem Gebiete durch seine vorgefassten Meinungen irre geleitet und von der richtigen Einsicht abgelenkt. Galen untersuchte ausser vielen anderen Thieren vorzugsweise Affen und hielt den Bau der letzteren für so identisch mit dem des Menschen , dass er anatomische Untersuchungen der letzteren kaum für sehr nothwendig hielt. Dass zu seiner Zeit Menschenleichen hie und da zur Untersuchung des Körperbaues benutzt wurden, geht aus verschiedenen Stellen seiner Werke (z. B. de anat. admin. 1. 2. III. 5.) hervor, er selbst kann aber schwerlich viele solche Untersuchungen gemacht haben, da seine Beschreibungen, auch wenn er sie auf den Menschen bezieht, doch offenbar meist der Untersuchung von Thieren entnommen sind; jedenfalls kann er nie einen menschlichen weiblichen Körper untersucht haben, sonst würde er nicht die Ziege und das Kalb unter diejenigen Thiere rechnen, deren Uterus dem menschlichen gleich ist. (De dissect. uter. 3.). Uebrigens ist gerade in Bezug auf den Uterus Galen der Erste, welcher aus anatomischen Gründen die Möglichkeit des Aufsteigens des Uterus bis zum Zwerchfell und weiter widerlegt (De loc. affect. VI. 5.).

Paulus von Aegina (c. 660 n. Chr.) gab in seinem Lehrbuche eine kurze Zusammenstellung des Besten aus den Werken seiner Vorgänger und seiner eignen Erfahrungen, die sich besonders auf das Gebiet der Chirurgie und Weiberkrankheiten erstreckten. Alle totalen, der äusseren Untersuchung zugänglichen Veränderungen werden zwar sehr kurz, aber oft mit grosser Treue beschrieben, so besonders der Krebs des Uterus und der Mamma, die Fetthyperlrophie der letzleren bei Männern, die Geschwüre und Condylome der äusseren Geschlechtstheile, die Aneurysmen, die Polydaktylie, welche Paulus ganz treffend schildert, Hypospadie des geringsten Grades, während die der höheren Grade als Hermaphrodismus aufgeführt werden, die Hydrocele, Cirsocele, Hernia scrotalis, Atresia vaginae und ani, die Filaria medinenis, Varicen, bei denen auch die am Bauche unter dem Nabel vorkommenden erwähnt werden. Aus der Beschreibung der Häute der Hoden, inbesondere der eigenthümlichen Scheidenhaut, und der Fracturen und Luxationen geht hervor, dass Paulus die betreffenden Theile wohl an menschlichen Leichen untersucht haben musste. Die Veränderungen der inneren Organe werden nur nach den Symptomen beschrieben und hier der Vermuthung ziemlicher Spielraum gelassen; Hinweise auf Leichenbefunde kommen nicht vor.

Werfen wir noch einen Blick auf die Geschichte der pathologischen Zootomie in dieser Periode, so kann man schon aus der ganzen vorigen Darstellung ersehen, dass sie unter günstigeren Verhältnissen und eher begann, als die pathologische Anatomie des Menschen. Sie hatte zunächst den grossen Vortheil, dass die physiologische Zootomie einen hohen Grad der Ausbildung erreichte und sie daher viel eher eine sichere Grundlage gewann ; und ferner war sie dadurch begünstigt, dass Thierleichen ohne Scheu und Verstoss secirt werden konnten und also ein reiches Material zu Gebote stand. Dennoch beschränkt sich das, was in der pathologischen Zootomie geleistet wurde, ganz gleich wie bei der physiologischen Zootomie, fast nur auf die Beobachtungen einzelner Naturforscher und Menschenärzte, während die eigentlichen Thierärzte nur äusserst wenig zur Bereicherung dieser Zweige der Wissenschaft beitrugen.

Nachdem schon im dreizehnten Jahrhundert der grosse Franciscaner Roger Baco, seine Zeit weit überragend, auf die empirische Forschung als die Quelle der Erkenntniss hingewiesen, nachdem im vierzehnten und fünfzehnten Jahrhundert der Sinn für reales Wissen und positive Kenntniss im Gegensatz zu den inhaltsleeren Luftgebilden der scholastischen Dialektik allmälig immer mehr gewachsen, kamen endlich im sechzehnten Jahrhundert der neue, frische Geist selbstständiger Forschung, und der gewaltig alle Schranken durchbrechende Trieb nach ureigner Erkenntniss, unabhängig von den Alten und von der Schablone der Scholastik, zur vollen Entwicklung. Eine neue Culturperiode blühte auf, getragen von dem wohlhabenden und gebildeten Mittelstande, der sich endlich durch die im Mittelalter allein herrschenden Stände des Clerus und des Adels Bahn gebrochen hatte; eine Culturperiode, die sich ächt menschliche Bildung, vollste Entfaltung der Humanität zum Ziele steckte, um so mit den neuen, durch die Schule vieler Jahrhunderte geläuterten Kräften der modernen Culturvölker das zu erreichen, was schon das edle Volk der alten Griechen versucht halte. Zu Boden fiel der blinde Autoritätsglaube, der so lange schwer auf dem geistigen Leben der Völker gelastet hatte, und die Menschheit fasste wieder den Muth zur freien, wissenschaftlichen Forschung, die nur die Gesetze vernünftiger Erkenntniss und keine anderen über sich duldet.

Die alte Weltanschauung fiel, als Kopernicus und Galilei die Fesseln der Erde gelöst und mit der Bewegung der Erde auch die der Geister erweckt hatten; an die Stelle des Wunders trat die physische Gesetzmässigkeit, nachdem Kepler und Newton den Mechanismus der Weltkörper und sein Gesetz erkannt hatten. Es erstand die mechanische Naturwissenschaft und mit ihr der Sieg der iuductiven Methode, die freilich in der Medicin erst nach langen Kämpfen errungen wurde. Aber Eines theilte die Medicin schon im Anfang dieser neuen Culturperiode, den Trieb nach eigner, selbstständiger Forschung, und dieser trug bald die schönsten Früchte, denn er riss die Medicin aus dem Moder des blinden Autoritätsglaubens, aus den Fesseln der spitzfindigen Dialektik und führte sie zurück auf ihre wahre, letzte Grundlage: die Erkenntniss der Natur und der Organismen. Und so war es denn die anatomische Forschung, welche zuerst die Geister beschäftigte und den Grundstein bildete für die neue Epoche der Medicin, welche nun auch der pathologischen Anatomie neue Bahnen eröffnete', in denen sie von nun an in immer reicherer Entwickelung vorwärts schritt, bis sie aus einem unbedeutenden Anhängsel der Diagnostik zur vollständigen Wissenschaft wurde.

Die Zeilen der ausschliesslich symptomatischen Auffassung der Krankheiten, wie sie noch im vorigen Jahrhundert bei Sydenham in höchster Blüthe obwaltete, waren vorüber, bei allen bedeutenden Pathologen dringt der Grundsatz durch, dass die Erkenntniss und mit ihr die Heilung der Krankheiten in erster Linie auf Erkenntniss der Anatomie und Physiologie des Körpers begründet werden muss und dass die einzelnen Krankheiten nur mit Hülfe der Kenntniss der Veränderungen, welche sie im Körper hervorrufen, richtig beurtheilt werden können. Blieb auch die Krankheit immer noch ein mehr oder weniger personificirter Symptomencomplex, hielt man auch vielfach die anatomischen Veränderungen nur für die Producte des "Krankheitswesens", so erkannte man doch, dass die meisten der überhaupt existirenden, aufgestellten und beschriebenen Symptomencomplexe im engsten Zusammenhange mit gewissen anatomischen Veränderungen der Organe des Körpers stehen und in denselben grösstenteils ihre Erklärung finden. Und diese Erklärung der Symptomencomplexe in anatomischen Veränderungen nachzuweisen und so den Krankheiten ihren Sitz anzuweisen, nicht blos nach Vermuthungen aus den Symptomen, wie es die Alten thaten, sondern aus Leichenöffnungen, das wurde nun die Aufgabe aller Aerzte, die, unbefriedigt von dem Symptomenspiel der alten Medicin, nach neuer, positiver Begründung der Erkenntniss der Krankheiten strebten. Der pathologischen Anatomie wurde somit ein weites neues Feld eröffnet und statt zur Sammlung massenhafter Einzelheiten und Curiositäten zu dienen, wurde ihr nun die Aufgabe, eine Grundlage für die ganze Praxis zu liefern und für alle Krankheiten die anatomische Seite zu ergründen und festzustellen. Daher finden wir nun auch im achtzehnten Jahrhundert eine ganze Reihe von Werken, welche der pathologischen Anatomie ausschliesslich gewidmet sind, und letztere tritt als ein sehr wichtiger Zweig in die Reihe der übrigen Disciplinen der Medicin.

Das Gebiet der pathologischen Anatomie erstreckt sich nicht allein auf diejenigen Veränderungen der Organe und Gewebe, welche am ausgebildeten Körper vorkommen, sondern auch auf diejenigen, welche während der Bildung und Entwickelung der Organe im Ei entstehen. Die Betrachtung und Darstellung der letzleren ist Gegenstand der pathologischen Entwickelungsgeschichle. Diese Veränderungen, mögen ihre näheren Bedingungen im einzelnen Falle sein, welche sie wollen, sind sich sämmtlich darin gleich, dass sie Entstellungen der äusseren Form und Bildung bewirken, welche sich am Koitus oder Kind als Missbildungen darstellen. Von den, stets durch pathologische Entwicklung des Ei's oder Embryo's bedingten, Missbildungen sind wohl zu unterscheiden diejenigen angeborenen Krankheiten, welche durch anatomische Veränderungen der Organe und Gewebe des ausgebildeten Foetus bedingt sind, welche sich nicht mehr als Missbildungcn, sondern als Störungen der Textur darstellen, welche denen des Körpers nach der Geburt im kindlichen und reifen Alter vollkommen gleich sind. Mit dem Namen Missbildung (Monstrositas, Vitium primae formationis) bezeichnet man übrigens nicht blos die Veränderung, sondern auch den in Folge dieser Veränderung missgestalteten Foetus (Missgeburt, Monstrum, Teras) selbst, doch pflegt man im gewöhnlichen Sprachgebrauch einen Foetus oder ein neugeborenes Kind nur dann eine Missbildung, Missgeburt oder Monstrum zu nennen, wenn die Veränderung so beschaffen ist, dass sie eine bedeutende, von der normalen weit abweichende, meist die Lebensfähigkeit abschliessende Störung der Bildung bewirkte.

Die besondere Beschaffenheit oder der Charakter der Störungen der physiologischen Entwickelung und die Art und Weise, wie sie in Wirksamkeit treten, sind zwar sehr mannigfach, lassen sich aber doch leicht unter gewisse einfache Kategorien bringen. Zunächst kann man alle Missbildungen in zwei grosse Abtheilungen bringen, zu deren einer diejenigen zu stellen sind, bei denen es sich nur um eine quantitative Veränderung, eine Veränderung der Grösse und Zahl handelt, zu der anderen aber diejenigen Missbildungen gehören, bei denen das Wesentliche in qualitativer Abweichung vom normalen Bildungsgänge beruht. Die quantitative Bildungsstörung kann sich nun als eine Vermehrung oder als eine Verminderung der Bildung darstellen. Betrachten wir zunächst die erstere, so zerfallen die zugehörigen Missbildungen (Monstra per excessum) in solche, bei denen die Grösse und in solche, bei denen die Zahl vermehrt ist; Missbildungen durch abnorme Grösse des ganzen Körpers oder einzelner Organe und deren Theile kommen nicht sehr häufig zur Beobachtung, hingegen werden die durch abnorme Zahl bedingten häufig beobachtet und mit grossem Interesse; es gehören hierher die Verdoppelungen oder selbst Verdreifachungen des ganzen Körpers, einzelner Gegenden, Organe oder Theile. Die durch Verminderung der Bildung charakterisirten Missbildungen (Monstra per defectum) stellen sich bald als einfache Defecte, bald als Hemmungsbildungen dar; bei den ersteren ist ein grösserer oder kleinerer Theil des Körpers einfach gar nicht oder zu klein und kümmerlich gebildet, es handelt sich also um eine vollständige Behinderung der Bildung ; bei den zweiten, den Hemmungsbildungen, sind die embryonalen Anlagen des Körpers oder der betreffenden Theile desselben regelmässig und vollständig gebildet, aber die Ausbildung desselben in die reifen, fertigen Körperformen wird gehemmt, bleibt auf einer gewissen Stufe stehen und wir sehen demnach an dem Foetus oder ausgetragenen Kinde eine gewisse Form als Missbildung, welche für eine bestimmte Entwicklungsstufe des embryonalen Lebens normal war. Diese Arten der Missbildungen sind sehr häufig und von grossem Interesse, sie sind es gerade, an welchen sich vorzugsweise die pathologische Entwicklungsgeschichte zu einem Zweige der Wissenschaft herangebildet hat, im Gegensatze zu der früheren Lehre von den Missbilduugen, welche in denselben eine ganz besondere Classe von Geschöpfen sah, die als Spiele der Natur oder Strafen des zornigen und eifrigen Gottes in die Welt gesetzt worden, aber mit dem normalen Körper nichts zu thun hatten. Die einzelnen Arten der Hemmungsbildungen sind unter einander sehr verschieden; die beiden wichtigsten sind: die Spaltbildungen, hervorgehend aus Hemmung der gegenseitigen Verwachsung ursprünglich getrennter Theile; und die den vorigen entgegengesetzten Atresien, bedingt durch Hemmung des Oeffnens ursprünglich solider Theile. Die dritte Abtheilung der Missbildungen, bei welchen es sich wesentlich um qualitative Abweichung handelt (Monstra per fabricani alienam), sind ebenfalls häufig und gewähren das grösste wissenschaftliche Interesse, indem sie ganz eigentümliche Verirrungen der Entwicklung darstellen, welche sich in ihrem gesetzmässigen Gange nur auf Grund der physiologischen Entwickelungsgeschichte erklären lassen. Es gehören hierher die sogenannten Zwitterbildungen, die Verdoppelungen des Uterus, die meisten Missbildungen des Herzens, Veränderungen, welche sämmtlich in ihrem Wesen erst durch die wissenschaftliche Verbindung der physiologischen und pathologischen Entwicklungsgeschichte unsrer Tage erkannt wurden.


Verlag: Leopold Voss
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VI. Pathologische Entwickelung des Enddarmes und Uro-Genitalapparates

Bis zur 5. Woche des embryonalen Lebens findet sich noch keine äussere Oeffnung für den Enddarm und Urogenitalapparat, der Enddarm endigt zu dieser Zeit blind ; an seiner vorderen Wand communicirt er mit der Allantois, welche die Wolff'schen Gänge aufnimmt. In der 5. und 6. Woche bildet sich eine Oeffnung für die genannten Apparate, welche zur Kloake führt, in diese mündet unten der Enddarm, ohen der Sinus urogenitalis, in welchen sich die, unterdessen aus dem unteren Theile der Allantois gehildete und vom Enddarm angeschlossene Harnblase und die Geschlechtsgänge (Wolff'sche und Müller'sche Gänge) öffnen. Später schwindet die Kloake allmälig und es zeigen sich zwei getrennte Oeffnungen, eine obere für den Sinus urogenitalis und eine untere für den Enddarm. Der Sinus urogenitalis stellt sich anfangs als Fortsetzung der Harnblase dar, die Grenze zwischen beiden wird durch die Einmündung der Geschlechtsgänge bezeichnet. Später bildet sich am unteren Ende der Harnblase die Urethra aus und nun mündet diese in den Sinus und zwar an derselben Stelle wie die Geschlechtsgänge. Beim Manne erlangt mit der Entwicklung und Verlängerung des Penis der Sinus eine bedeutende Länge und stellt den zwischen dem Ostium externum und dem Samenhügel befindlichen Theil der Urethra dar ; beim Weibe dagegen schwindet der Sinus fast ganz und wird durch die seichte Einbuchtung, Scheidenvorhof, repräsentirt, in welche die Urethra und der weibliche Geschlechtsgang, die Vagina, einmünden. Gleichzeitig mit dieser Bildung der äusseren Oeffnungen geht auch die der äusseren Genitalien vor sich; schon zur Zeit als nur eine Kloakenöffnung existirt, erhebt sich über derselben ein konischer Höcker, der Genitalkörper, welcher bald ein knopfförmiges Ende erhält und unten eine tiefe Furche, Genilalrinne, zeigt ; aussen um die Kloake erheben sich aber zwei Falten, die äusseren Genitalfalten. Mit der Sonderung der Oeffnungen des Sinus urogenitalis und des Enddarms und der weiteren Entwickelung der inneren Genitalien wachsen auch Genitalhöcker und -Falten mehr und mehr ; bis zur 11. Woche haben die äusseren Geschlechtstheile einen vorwiegend weiblichen Charakter und erst in der 12. Woche tritt die entschieden geschlechtliche Sonderung ein. Beim Weibe wird der Genitalhöcker zur Clitoris, welche nun im Wachsthum zurückbleibt und von ihrem Praeputium überdeckt wird; die äusseren Genitalfalten werden zu den Schamlippen. Beim Manne wird der Genitalhöcker zum Penis, die Genitalrinne schliesst sich allmälig von hinten nach vorn und wird zur Verlängerung des Sinus urogenitalis oder zur Urethra, die äusseren Genitalfallen verwachsen untereinander und werden zum Scrotum, in welches im 8. Monat die Hoden treten. So wie die äusseren entwickeln sich auch die inneren Genitalien aus einer gemeinschaftlichen Grundlage und eine deutliche Differenzirung der Geschlechter tritt auch hier erst gegen Ende des 3. Monats ein. Zuerst bilden sich zu beiden Seiten der Wirbelsäule die Wolff'schen Körper mit den Wolffschen Gängen ; in der 7. Woche entstehen dann an der Seite der ersteren die Geschlechtsdrüsen und zwei neue Gänge, die Müller'schen, welche neben den Wolff'schen in den Sinus urogenitalis münden. Beim Manne werden die Geschlechtsdrüsen zu den Hoden, die Wolff'schen Gänge zu den Samenleitern, der mittlere Theil des Wolff'schen Körpers wird zum Nebenhoden, der obere und untere Theil desselben schwindet, doch bleiben öfters einzelne Drüsengänge zurück, die sich dann später in Cysten umwandeln können. Die Müller'schen Gänge verschwinden beim Manne grösstenteils, nur ihre unteren Enden bleiben, fliessen zusammen und bilden die Vesicula prostalica, welche zwischen den Samenleitern in den Sinus urogenitalis (Urethra) mündet; zuweilen bleibt auch das obere Ende eines Müller'schen Ganges erhalten und wird in eine langgestielte Cyste umgewandelt. Samenblasen, Prostata und Cowper'sche Drüsen bilden sich später als accessorische Organe. Beim Weibe werden die Geschlechtsdrüsen zu Eierstöcken, aus den Müller'schen Gängen entwickeln sich Tuben, Uterus und Vagina, indem sie oben getrennt bleiben, unten aber in einen Kanal verschmelzen; der Uterus behält beim Foetus bis zum 4. und 5. Monat eine gehörnte Gestalt; die Sonderung zwischen Uterus und Scheide ist im 4. Monat vollendet; zu derselben Zeit zeigt sich auch die Bauchöffnung der Tuben, etwas entfernt vom blinden Ende der Müller'schen Gänge, welches letztere entweder verödet oder in eine gestielte Cyste umgewandelt wird. Die Wolff'schen Gänge schwinden beim Weibe in der Regel ganz und nur äusserst selten hat man Spuren derselben im späteren Alter gefunden ; zuweilen wird ihr oberes Ende in eine Cyste umgewandelt. Ein Theil des Wolff'schen Körpers bleibt und stellt den Nebeneierstock dar, die übrigen Drüsenschläuche schwinden oder werden zu kleinen Cysten. Die Entwickelung des Harnapparates beginnt mit der der Allantois, dieselbe entwickelt sich in Form zweier Höcker, die sich aber bald zu einem vereinigen, ursprünglich als solide Wucherung von der vorderen Bauchwand ; tritt dann aber mit dem Darmfaserblatt in Verbindung und das Darmdrüsenblatt bildet eine Ausstülpung in dieselbe, so dass die Allantois endlich von der Bauchwand ganz frei wird und sich als eine auf der vorderen Wand des Enddarms sitzende aus Darmfaserblatt und Darmdrüsenblatt bestehende gestielte Blase darstellt. Der Stiel dieser Blase (Urachus) ist hohl und erweitert sich allmälig zur Harnblase, welche also eine Zeit lang in offnem Zusammenhange mit dem Enddarme steht, später wird dieser Verbindungsstrang mit dem Enddarme solid, so wie auch der Verbindungsstrang der Harnblase mit dem ausserhalb des Embryo zwischen Dottersack und Amnion gelagerten Allantoistheile solid wird und sich als Ligamentum vesicae medium darstellt. Die übrigen Harnorgane entstehen als hohle Ausstülpung der hinteren Wand der Harnblase oder des früheren Urachus, zunächst die Harnleiter, dann als Ausbuchtungen desselben die Nierenkelche und von diesen aus die Harnkanälchen, welche später mehr und mehr auswachsen. Die Nieren liegen anfangs hinter dem untersten Theile des Wolff'schen Körpers, rücken allmälig weiter nach oben und kommen hinter die viel grösseren Nebennieren zu liegen, welche sich um die 6. und 7. Woche vor der Aorta und zwischen den Wolff'schen Körpern bilden und ursprünglich wahrscheinlich zusammenhängen. Die pathologische Entwickelungsgeschichte des Enddarmes und Urogenitalapparatcs schliesst sich grösstentheils eng an die physiologische an; die wichtigsten Missbildungen dieses Gebietes stellen sich meist als Hemmungsbildungen, als Stehenbleiben auf einer früheren Bildungsstufe oder als Verirrung der Umbildung embryonaler Anlagen in fötale Organe dar.

Bleibt der Enddarm auf der frühesten Stufe seiner Entwickelung stehen und öffnet er sich nicht nach aussen, so geht hieraus Atresia ani hervor; wird gleichzeitig die ursprüngliche offne Verbindung zwischen Enddarm und Harnblase bleibend, so entsteht beim männlichen Geschlecht die Atresia ani vesicalis oder urethralis; aus bleibender offner Verbindung des Enddarmes mit dem Sinus urogenitalis bildet sich beim Weibe die Atresia ani vaginalis und beim Manne eine Form der A. a. urethralis hervor. Ausser dieser Form eines Stehenbleibens auf der Stufe der embryonalen Kloake kommen auch noch andere vor, indem sich bald an der entsprechenden Stelle ein Sinus findet, in welchen Enddarm, Harn- oder Geschlechtsgänge sich öffnen oder gleichzeitig eine Blasenspalte und Darmspalte vorhanden ist, durch welche die Ureteren und der Mitteldarm nach aussen münden. Diese bei Menschen nicht seltnen Missbildungen sind bisher mit Ausnahme der einfachen Atresia ani bei Thieren nur wenig beobachtet worden. (Vergl. meine Missbildungen. und spec. Theil p. 98. GURLT II. p. 148. Atretocormus aproctus.)

Bleibt die Entwicklung der äusseren männlichen Genitalien auf der Bildungsstufe der 10. Woche stehen, so entsteht die als Hypospadie bekannte, gewöhnlich als Zwitterbildung bezeichnete Missbildung, bei welcher der rudimentäre Penis keine Urethra, sondern an deren Stelle eine Furche (Genitalrinne) hat und der Sinus urogenitalis zwischen den schamlippenartigen, getrennt gebliebenen Scrotalhälften mündet. Bilden sich beim Manne die Müller'schen Gänge nicht zurück, sondern gehen sie eine ähnliche Umbildung wie beim Weibe ein, so zeigen sich an der Stelle der Vesicula prostatica Vagina, Uterus und Tuben in mehr oder weniger ausgebildetem Zustande. Einige Beobachter wollen in solchen Fällen gesehen haben, dass auf der einen Seite ein Hode mit Samenleiter und auf der entgegengesetzten Seite ein Ovarium mit Tube vorhanden waren: Hermaphroditismus lateralis; Andere wollen in solchen Fällen das gleichzeitige Vorkommen von Hoden und Eierstücken auf beiden Seiten beobachtet haben : Hermaphroditismus androgynus; jedoch ist beim Menschen das gleichzeitige Vorkommen von Hoden und Eierstock noch nicht exact nachgewiesen worden, während es bei Säugethieren und Vögeln allerdings vorkommt. - Tritt der Descensus testiculorum auf einer oder beiden Seiten nicht oder unregelmässig ein, so geht daraus der Cryptochmismus hervor; aus mangelhafter Entwicklung einer oder beider männlichen Geschlechtsdrüsen folgen Anorchismus, Monorchismus oder Microschismus. (S. im spec. Theile p. 343. Vergl. auch meine Mißbildungen p. 148. Taf. XXI. GURLT I. c. p. 184. u. f.)

Der Hypospadie des Mannes entsprechend ist die weibliche Zwitterbildung; die Clitoris ist hier abnorm gross, penisartig, die Vagina eng, der Uterus klein, die Eierstöcke meist wenig entwickelt, ebenso die Brüste, der Körperbau hat mehr männlichen als weiblichen Habitus. - Verschmelzen beim Weibe die Müller'schen Gänge bei der Bildung des Uterus und der Scheide nicht in einen Kanal, sondern entwickeln sich vollständig, so gehen daraus die verschiedenen Arten des Uterus duplex, bicornis und unicornis hervor, Mißbildungen, die bei Thieren nicht vorkommen. (S. im spec. Theile p. 404. 453. 463; Missbildungen p. 15S. Taf. XX.)

Ausser den angeführten Hemmungs- und Verirrungsbildungen der Genitalien kommen auch noch Defectbildungen, Verschmelzungen, Atresien u. s. w. vor; an der Mamma auch Doppelbildungen, indem sich statt 2 Brüste 3, 4 und selbst 5 bilden ; alle diese Missbildungen sind im speciellen Theile beschrieben worden.

An den Harnorganen kommen vorzugsweise Defecte, Atresien, Lageveränderungen und Verschmelzungsbildungen vor; eine der wichtigsten Missbildungen der Harnblase, die Blasenspalte, ist schon bei den Bauchspalten berührt worden ; mit dieser Blasenspalte combinirt, aber auch als selbstständige Missbildung kommt beim Manne zuweilen die Epispadie vor; bei derselben ist der Penis klein, rudimentär, die Urethra fehlt an ihrer normalen Stelle, liegt auf dem Bücken des Penis oder genauer ausgedrückt auf den cavernösen Körpern des Penis, ist aber nach oben gespalten und bildet daher eine offne Rinne. Bei Thieren scheint diese Missbildung nicht vorzukommen.

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Verlag: Leopold Voss


Verlag: Leopold Voss

Handbuch der Geschichte der Medizin ()
» Erster Band «
» Zweiter Band «
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Verlag: Gustav Fischer
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Homosexuellenkonzepte

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Männerliebe

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Die Männerliebe der Griechen, ihre Beziehungen zur Geschichte,
Erziehung, Literatur und Gesetzgebung aller Zeiten.
Forschungen über platonische Liebe

Verlag: Glarus
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Schriftsteller

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Uranismus, Urning und Urninde
sowie Dioning Dioninge

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Moralphilosophische und sozialphilosophische Studien über urnische Liebe
12 Bände (1864-1879)
Autor und Hrsg.: » «
Jurist, Journalist, Verleger, Schriftsteller, Pionier der Sexualwissenschaft

» Wikipedia « : "Auf dem deutschen Juristentag 1867 in München forderte er in einer Rede erstmals öffentlich die Straffreiheit gleichgeschlechtlicher sexueller Handlungen, da diese auf einer natürlichen Veranlagung beruhen würden, worauf es zu tumultartigen Szenen unter den Zuhörern und zum Abbruch seiner Rede kam. Ulrichs gilt als ein früher Vordenker und -kämpfer der heutigen Lesben- und Schwulenbewegung, blieb aber zu Lebzeiten mit seinen Ideen und Forderungen ein Außenseiter. Statt der angestrebten Liberalisierung musste er die zunehmende staatliche Repression gegen Homosexuelle nach der deutschen Reichsgründung 1871 miterleben, weshalb er 1880 enttäuscht ins Exil nach Italien ging. Teile seiner wissenschaftlichen Theorien zur Sexualität wurden nach seinem Tod von anderen Pionieren der Sexualwissenschaft wie Magnus Hirschfeld aufgegriffen."

» Wikipedia « : "Weil die bis dato benutzten Ausdrücke für die Vertreter des dritten Geschlechts ihm zu sehr negativ gefärbt erschienen, führte Ulrichs seine eigenen Begriffe ein. Seine Terminologie baute sich auf der Rede Pausanias in Platons Symposion (Kapitel 8 und 9), die zwei Formen der Liebesgöttin Aphrodite vorstellt: Den heterosexuellen Mann bezeichnete Ulrichs als Dioning - nach der Göttin Aphrodite Dionea, die Zeus als Vater und Dione als Mutter hatte und somit verschiedengeschlechtliche Liebe repräsentierte. Den homosexuellen Mann bezeichnete Ulrichs als Urning - nach der Göttin Aphrodite Urania, die nach der Legende aus abgetrennten Körperteilen ihres Vaters Uranus entstand, also eingeschlechtliche Liebe repräsentierte. Ulrichs' Systematik sah auch den Begriff Urninde für eine homosexuelle Frau vor."

» Hubert Kennedy «
Karl Heinrich Ulrichs, Pioneer of the Modern Gay Movement (Autobiographie - 2002)

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Das dritte Geschlecht

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Verlag: Richard Eckstein Nachfahre H. Krüger
» «
Schriftsteller, Verlagslektor

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Monosexual, Homosexual, Heterosexual und Pygisten

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Serbe's (Comissions-) Verlag
» «
österreichisch-ungarischer Schriftsteller

» DeAcademic «

Im Jahre 1848 zog er nach Berlin. Zu dieser Zeit begann er, über Homosexualität zu schreiben, motiviert, wie er sagte, durch ein "anthropologisches Interesse", Gerechtigkeitssinn und die Sorge um die Menschenrechte. Im Jahre 1869 veröffentlichte er anonym ein Flugblatt mit dem Thema: "Paragraph 143 des preußischen Strafgesetzbuches vom 14. April 1851 und seine Wiederbestätigung als Paragraph 152 im vorgeschlagenen Strafgesetzbuch für den Norddeutschen Bund. Eine offene und berufliche Korrespondenz mit Seiner Exzellenz Dr. Leonhardt, dem Königlichen preußischen Justizminister." Ein zweites Flugblatt zum selben Thema folgte bald. In seinen Schriften behauptete Kertbeny, dass das Preußische Sodomie-Gesetz, Paragraph 143, die Menschenrechte verletze. Er brachte das klassisch freiheitliche Argument vor, dass der private und freiwillige Geschlechtsverkehr nicht Sache des Strafrechts sein solle. Bezüglich seines Freundes aus den Tagen seiner Buchhändler-Lehre behauptete er, dass Homosexuelle aufgrund des preußischen Gesetzes erpressbar seien und deshalb oft in den Selbstmord getrieben würden. Kertbeny brachte auch die Ansicht vor, dass Homosexualität angeboren und unveränderlich sei, ein Argument, das später das "medizinische Modell" der Homosexualität genannt wurde. Er widersprach damit der vorherrschenden Ansicht dieser Zeit, dass Männer Sodomie aus bloßer Boshaftigkeit begingen. Homosexuelle Männer, sagte er, seien nicht von Natur aus weichlich, und er wies darauf hin, dass viele große Helden der Geschichte homosexuell waren. Er war der erste Schriftsteller, der diese Argumente vorbrachte.

In seinen Schriften prägte Kertbeny das Wort "homosexuell" als Bestandteil seines Systems für die Klassifikation von sexuellen Typen. Er nannte Männer, die von Frauen angezogen werden, "heterosexuell", Masturbatoren nannte er "monosexuell" und Anhänger des Analverkehrs nannte er "Pygisten" (griechisch pygê = Steiß). Klassische Gelehrte haben Kertbenys Wortschöpfung seitdem bedauert: Das Wort "homosexuell" verbindet das griechische Adjektiv homós ("gleich"), mit dem lateinischen Substantiv sexus ("Geschlecht") und ist damit eine Kombination griechischer und lateinischer Elemente. Das Wort "homosexuell" führe zudem zur Verwechslung des griechischen homós mit dem lateinischen homo ("Mensch" oder "Mann"). Männer wie Karl Heinrich Ulrichs, die sich als homosexuell zu erkennen gegeben hatten, begannen in der Folge für homosexuelle Rechte zu kämpfen; Kertbeny dagegen zog sich zurück. Im Jahre 1880 trug er ein Kapitel über Homosexualität zu Gustav Jägers Buch Entdeckung der Seele bei, jedoch entschied Jägers Herausgeber, das Thema sei zu umstritten, und ließ es weg. Dennoch gebrauchte Jäger die Fachsprache von Kertbeny an einer anderen Stelle des Buches. Für seine eigenen Schriften entlehnte der österreichische Sexualwissenschaftler Richard von Krafft-Ebing Kertbenys Worte homosexuell und heterosexuell aus Jägers Buch. Krafft-Ebings Arbeit war so einflussreich, dass diese Bezeichnungen zu Standard-Begriffen für die sexuelle Orientierung wurden und Ulrichs Bezeichnung Urning (für den homosexuellen Mann) ersetzten.

Karl Maria Kertbeny: Schriften zur Homosexualitätsforschung ()
Manfred Herzer (Hrsg.), Verlag Rosa Winkel / Männerschwarmskript
Enthält die beiden 1869 anonym erschienenen Broschüren
und Kertbenys Beiträge zu Gustav Jägers Buch Die Entdeckung der Seele,
sowie eine Schilderung von Kertbenys Leben
nach Dokumenten und Selbstzeugnissen von Manfred Herzer.

== Etymologie ==

» mono « in der Forschungsliteratur
Autonomie und Isonomie fremder und indigener Wortbildung (2008)
am Beispiel ausgewählter numerativer Wortbildungseinheiten
Verlag: Frank & Timme (ISBN:978-3-86596-141-9)
Anja Seiffert

» Heterogen und Homogen «
Kurzes deutsches Wörterbuch für Etymologie, Synonymik und Orthographie (1834)
S. 125, 129
Verlag: Friedrich Metz
Friedrich Schmitthenner

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conträre Sexualempfindung und Conträrsexueller

(Transsexualität - 1869)

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Archiv für Psychiatrie und Nervenkrankheiten
II. Band. 1. Heft
» «
Psychiater und Neurologe


Hrsg.: Fischer's medicinische Buchhandlung
» Albert Moll «
Arzt, Psychiater und Sexualwissenschaftler


mit besonderer Berücksichtigung der kulturgeschichtlichen Beziehungen
Verlag: F. C. W. Vogel
(borrow only)
» «

» Psychopathia Sexualis () «
mit besonderer Berücksichtigung der konträren Sexualempfindung
Verlag: Ferdinand Enke
» «
Psychiater, Neurologe und Rechtsmediziner

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Ambisexualität

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Hierzu gibt es zwei Versionen, welche über die gleiche Version der Enzyklopädie 'Human Sexuality' beschrieben werden. Markant ist hierin, daß man bei Haeberle's elektronischer Archiv-Fassung eine Korrektur der Originalfassung antrifft, die sich jedoch als gerechtfertigt erweist, wie sein Buch 'Die Sexualität des Menschen' aus 1983 eindeutig nachweist.

Archivfassung Haeberle

» Human Sexuality: An Encyclopedia () «
Verlag: Garland Publishing, Inc.
Artikel: Ambisexuality
Autor:

The term "ambisexuality" was first published by Erwin J. Haeberle in 1978 in his textbook "The Sex Atlas" as an alternative, more precise term for "bisexuality". Masters and Johnson adopted the term in 1979, but used it to describe men and women who had frequent sexual interaction with members of both genders but who reported absolutely no preference for one or the other. Sexual interaction was viewed as simply a matter of sexual release. They defined the term ambisexual therefore as "a man or woman who unreservedly enjoys, solicits, or responds to overt sexual opportunity with equal ease and interest regardless of the sex of the partners, and who, as a sexually mature individual, has never evidenced interest in a continuing relationship."

Original Buchausgabe


Verlag: Garland Publishing, Inc.
Artikel: Ambisexuality (S. 26)
Autor:

The term "ambisexuality" was first published by Masters and Johnson in 1979 to describe men and women who had frequent sexual interaction with members of both sexes but who reported absolutely no preference for the gender of the partner. Sexual interaction was viewed as simply a matter of sexual release. They defined the term as "a man or woman who unreservedly enjoys, solicits, or responds to overt sexual opportunity with equal ease and interest regardless of the sex of the partners, and who, as a sexually mature individual, has never evidenced interest in a continuing relationship".


Handbuch und Atlas
Verlag: Walter de Gruyter
Deutsche Übersetzung der Originalausgabe:
The Sex Atlas, The Seabury Press, New York, 1978
Autor:

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In der Unzahl von Berichten über den Werdegang sind nüchterne Inbetrachtziehungen Raritäten. Sie sind fast ausschließlich mit Exzessen der Verfolgung von Ideologien durchzogen. Jedoch gelangt man mittlerweile auch immer mehr zur Ernüchterung, worüber die Geschichtsschreibung in eine neue Phase gelangt, nämlich zu einem Standpunkt des Allgegenwärtigen der Sache, worin es nicht mehr darum geht, das Bestehende in seinem Grundsatz der Daseinsberechtigung in Frage zu stellen, sondern es als eine präsente Gegebenheit des kulturellen Lebens in Betracht zu ziehen. Als mustergültige Aufarbeitung des Vergangenen erweist sich das Institut für Geschichte der Medizin der Universität Würzburg, mit ihrem Forschungsprojekt » Frühneuzeitliche Ärztebriefe «, worüber die handschriftlichen Korrespondenzen in einer » Datenbank « erfaßt und allgemein zugänglich gemacht werden. Sinn des Ganzen ist vor allem, das widerspiegeln der stattgefundenen Kommunikation über die Rezeption neuer Theorien und Entdeckungen. Daraus entstehen neuerliche objektive Beschreibungen. Nachfolgend die Einleitung eines Berichts, erschienen im » Forum Qualitative Sozialforschung «, von Dr. phil. Tilmann Walter, welcher zwischenzeitlich Mitarbeiter des Instituts geworden ist.


Forum Qualitative Sozialforschung, Volume 6, No. 1, Art. 10 - Januar

Zusammenfassung: Die Geschichte des frühen homosexuellen Selbst lässt sich in drei Phasen unterteilen: eine Zeit "latenter" Selbstzeugnisse, die bis ca. 1865 andauerte, dann eine Phase der Aktivierung des "homosexuellen" Wissens durch medizinische Experten und eine seit ca. 1895 andauernde Phase der zunehmenden Entmündigung dieser Stimme im Expertendiskurs. Um 1900 war Homosexualität als Verhalten bereits auf das "Skript" "homosexuelles Selbst" festgelegt: In den Augen der meisten Experten handelte es sich dabei um eine behandlungsbedürftige Krankheit, in den Augen der betroffenen Personen meistens nicht. In historischen Darstellungen werden "die Homosexuellen" deshalb häufig als Opfer medizinischer Machtausübung dargestellt. Hier soll demgegenüber argumentiert werden, dass sich Subjekte im Rahmen einer "flexiblen Normalisierung" selbst gesellschaftlichen Normen unterworfen haben. Historische Dokumente werden von mir mit Hilfe eines Modells der Persönlichkeitsentwicklung in der therapeutischen Beziehung interpretiert. Inzwischen hat die Einheitsanthropologie, die die Scientia sexualis anfangs geprägt hat, stark an Bedeutung verloren: Geschlecht und Sexualität gelten weithin als "Verhandlungssache", die Lebensweisen "heterosexueller" und "homosexueller" Männer - und inzwischen auch vieler berufstätiger Frauen - unterscheiden sich immer weniger deutlich. Von entscheidendem Einfluss scheint dafür der Wandel von der Produktions- hin zur Konsumtionsgesellschaft gewesen zu sein: "Die Homosexuellen" um 1900 können als "Avantgarde" des konsumistischen Habitus interpretiert werden.

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Sprachtechnische
Barrieren

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Das Handikap der Kommunikation zwischen Allgemeinheit und Wissenschaft basiert vor allem auf dem Handikap interner wissenschaftlicher Verhältnisse, was darauf beruht, daß es keine » Sexualwissenschaft « als solches gibt und diverse Grundlagenkenntnisse nicht aus der Wissenschaft heraus gebildet wurden. Das einzige sexualwissenschaftliche Institut, welches von » Volkmar Sigusch « 1972 begründet wurde, wurde auf seine Emeritierung (» Altersruhe «) hin 2006 wieder geschlossen. Gegenwärtig bietet einzig die » Hochschule Merseburg « einen » Masterstudiengang « für Angewandte Sexualwissenschaft, sowie für Sexologie an. Darüber hinaus gibt es jedoch Einige zur Sexualpädagogik, wobei diese Zertifizierung » nicht geschützt « ist. Grundsätzlich ist jedoch die Sexualität, gemäß des Geschlechtswesens, der » Medizin « zugeordnet, sodaß sich auch das Weitere fachlich differenziert daran angliedert. Die » Interdisziplinarität « bildet sich dem gemäß über das Veröffentlichungswesen. Hierüber vermischt sich alles, was sich als Bezugnehmendes deklariert, jedoch nicht bedingend einem erforderlichen gemeinsamen Grundsatz entspricht. So ergibt sich hierin jedoch bereits in den Ursprüngen der Entwicklung heraus das Mißverhältnis des Sprachgebrauchs gegenüber fachtechnischen Erfordernissen, filtert sich jedoch im Verlaufe über die informelle Verbreitung und Aufklärung jeweils wieder heraus.

Als unüberwindliches Makel und gar zerstörerisch auf den Sprachschatz einwirkend, erweist sich indess das deutsch-englische Sprachverhältnis, vor allem, aufgrund der Festlegung der internationalen Wissenschaftssprache Englisch. Sex im Englischen, gemäß seines lateinischen Ursprungs » Sexus «, bedeutet übersetzt im Deutschen » Geschlecht «, wohingegen die Bedeutung von » Sex « im Deutschen den Sexualakt ausdrückt. Damit verbunden ist bereits im Deutschen gleichermaßen aufgrund der lateinischen Übernahme von Sexus → Sex-ualität die Geschlechtsfixierung gegeben, jedoch hat man im Allgemeinen gar keinen Bezug dazu, sodaß hierin auch regulär der Bezug mit Sex in Verbindung gebracht wird und nicht, wie im Englischen mit dem Geschlecht. Dem gegenüber gibt es im Englischen keinen derartigen Geschlechtsbezug im grammatikalischen » Genus «, der klassifizierenden Anwendung der » Substantive «, in Verbindung mit der » Artikulierung « und den Artikeln selbst (the = der, die, das). Was bedeutet in dieser/unserer Sprache somit » Gender «, wo in der Deutschen Sprache dies als Grundlage der Sprache darin enthalten ist und im Englischen nicht? Dies führte zwangsläufigerweise zur Auseinandersetzung über die generelle Infragestellung der » Geschlechtsidentität «, gemäß dem man es antrifft, insofern man nämlich die Grundlagenerörterungen in Englisch ausführt.

» Wikidata (bisexuality - Q43200) «
sexual and/or romantic attraction to people of both the same gender and the opposite gender
Language Label Description Also known as
Deutsch Bisexualität sexuelle oder romantische
Orientierung oder Neigung
zum eigenen und
anderen » Geschlecht «
Bisexuell
Ambisexualität
Bisexueller
Bisexuelle
English bisexuality sexual and/or romantic
attraction to people
of both the same » gender «
and the opposite gender
bisexual
bi
French bisexualité attirance sexuelle
pour les gens du même » genre «
et de genre différent
bisexuel
bisexuelle
bi-sexuel
bie
bi

Wie als Musterbeispiel die Wikidata-Informationen aufweisen, so ist im Englischen gar nicht das körperliche Geschlecht Bestandteil der Inbetrachtziehung und es handelt sich auch um die » Etikettierung « eines darauf gesetzten Hinzufügens in den Sprachgehalt. Hingegen findet man beim deutschen Sprachgebrauch der » Geschlechtsausdifferenzierung « mittlerweile ein » Gender « (soziales Geschlecht, beschreibt eine Person in Gesellschaft und Kultur). Jedoch stellt sich Sexual attraction to a gender für deutschsprachige Verhältnisse als eine vom Geschlechtswesen ausgehende Attraktion zum sozialen Geschlecht. Der Hintergrund dessen basiert auf der sozial(wissenschaftlich)en Ergründung der sexuellen Identität (» Gender Studien «), auf der Grundlage von » Transgender « und » Intersexualität «, worin es dessen bedingt, um das Verhältniswesen darin dem Allgemeinwesen entsprechend zu vermitteln.

Dem gegenüber haben Diejenigen, auf die einst » Alfred C. Kinsey « in den » Kinsey-Reports « hervorhebend hinwies (siehe Kapitel » Kinsey-Reports «), einen Gegenpol dazu gebildet. Sie haben gemäß ihrer jeweiligen Individualität Sprachbildnisse geschaffen, um vor allem das Eine des gemeinsamen Nenners zu vermitteln: daß ihr Geschlechtsbezug nämlich nicht eindeutig spezifiziert und/oder festgelegt ist. Sachstand wurde jedoch zunächst das allgemeine Ersichten, daß man ein Bisexualität (eigentlich » Homosexualität «) bereits seit seinen Ursprüngen handhabte. Gemäß dem bildete sich jedoch zunächst auch » Queer «, vor allem jedoch, um generell die Abweichungen von der heterosexuellen Lebensweise darüber zu spezifizieren und das Vereinen darüber zu gewährleisten. Erst im Anschluß an die mißlich erfolgte Eingliederung der sogenannten Bisexuellen darin bildeten sich diverse Deklarationen, um die eigentliche Wesensart darüber zum Ausdruck zu bringen.

Urgrund aller Mißstände ist jedoch das verbal- und schriftsprachliche Mißverhältnis gegenüber dem Sinneswesen. Das Hervortreten der Veranlagung findet über das » Instinkt- « und Intuitivwesen (» Intuition «) statt. Der Mensch erfährt es vor allem auch über sein Gefühlsleben. Wie es sich mit der geistigen Vorstellung darüber verhält, wird weitläufig einzig noch über das Sprachverhältnis bestimmt, worüber der Mensch verfügt. Und was darin nicht enthalten ist, kann somit auch darüber weder sich selbst, noch nach außen vermittelt werden darüber. Betrachtet man sich hierzu den kulturgeschichtlichen Werdegang, gemäß dem es auch aus der Gegenwart heraus sich darlegt, dann erfährt man darüber, daß der Mensch kein Tier ist und aufgrund dessen auch nicht instinktiv, sondern geistig sein Sein handhabt. Gerade über die Veranlagung zeigt sich jedoch, daß dem zwar so ist, jedoch die Instinkte und Triebe evolutionär sich nicht verändert haben, sondern wie man damit umgeht. Und hierin zeigt sich auf besondere Weise, wie sie gar außen vor gestellt werden, obwohl sie unleugbar sind. Aufgrund dessen wurde jedoch auch das Sprachverhältnis darauf eingerichtet, sodaß es erst gar nicht darin erscheint.


Hrsg.: Markus Antonius Wirtz - Verlag: Hofgrefe
siehe auch: » Ethologie «

instinct; lat. instiguere anstacheln, antreiben], [KOG, PER], Bez. für die bis in die Antike reichende Annahme eines angeborenen Verhaltens bzw. einer grundlegenden Steuerung (endogene Automatismen) desselben im Tierreich (Instinkttheorie). C. Darwin verstand unter «Instinkthandlungen» Verhaltensweisen, die vollkommen ohne Erfahrung schon beim erstmaligen Ausführen beherrscht werden.

Die seit den 1930er-Jahren aus der Tierps. hervorgegangene Ethologie sah es als eines ihrer wesentlichen Forschungsziele an, die äußerlich sichtbaren Auswirkungen von I. zu untersuchen. Heute vermeiden die Ps. und die Verhaltensbiologie weitgehend diesen nie eindeutig definierten Begriff und ersetzen ihn durch «angeborenes Verhalten». I. spielen allenfalls noch als Metapher für funktionale Zusammenhänge eine Rolle, deren physiol. Grundlagen noch nicht geklärt sind. So definierte der Ethologe N. Tinbergen (1951) I. als einen «hierarchisch organisierten nervösen Mechanismus, der auf best. innere und äußere, vorwarnende, auslösende und richtende Impulse anspricht und sie mit koordinierten, lebens- und arterhaltenden Bewegungen beantwortet»: also ein komplexes System aus Schlüsselreizen (Schlüsselreiz), hierdurch verursachten inneren Zustandsänderungen (Auslösemechanismus, «AAM») und nachfolgenden Verhaltensweisen, was heute besser auch als Erbkoordination bez. wird.

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Film / Movie

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Gemäß meiner Konstitution als bisexueller Dritter konzentriert sich meine Auswahl dementsprechend (MFF). Es erweist sich als schwierig, jeweils das Konkrete zu ermitteln, denn die Beschreibungen der Filme sind nur in Ausnahmefällen darauf ausgelegt und wie üblich stößt man auch hierin auf die regulären Verfälschungsverhältnisse. Ich habe einiges ausfindig machen können, wo die Beschreibung/Trailer vermuten lassen, daß es dem entspricht und mir einige Filme bereits verschafft, um sie auszumustern. Maßgeblich wähle ich danach aus, ob gewisse darstellende Inhalte vorhanden sind, wie z.B. 'A Room in Rom', wo ersichtlicherweise zwar nur eine der beiden Frauen sich als bisexuell erweist und man auch darüber streiten könnte, ob es denn sei, jedoch sind mir hierin die Handlungswesen wesentlich, denn auch im wahren Leben erkennt man es vor allem an der gefühlsmermittelnden Handlung, wie es mit einem selbst oder seinem Gegenüber bestellt ist. Mir geht es vor allem auch darum, die diversen Lebensverhältnisse hierüber aufzuzeigen, wie man sie 'überlicherweise' antrifft. Und dazu bietet dieses Medium eine reichthaltige Auswahl der differenzierenden Aspektierungen.

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Als bisexueller Dritter ergibt sich aber auch das Primäre der Markantz in der Erblickung zweier eventueller Pondants. Und da gibt es bekanntlicherweise vieles, wo etwas anders ist, als es sich deklariert. Es ist absolut ein Reizpunkt, aber selbst bei Filmen kann einen das nicht wirklich ansprechen, wenn es letztendlich nicht dem Erfüllenden entspricht. Maßgeblich ist jedoch, daß Bilder und Filme mehr vermitteln, als nur das den Augen Ersichtliche, nämlich auch die Sinnlichkeit und gerade die ist zumeist unverkennbar, wenn sie einen direkt anspricht. Und so gibt es reichhaltig Verhältnisse von Ausschnitten, denen kann man einfach nicht widerstehen, wie gerade dieses extraordinary Statement von Madonna, Christina und Breitney ;).

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» Habitación en Roma - Eine Nacht in Rom - Room In Rome « ()
based on the feature film "A la cama"
Regie: Julio Medem
Darsteller: » Elena Anaya «, » Natasha Yarovenko «, » Enrico Lo Verso «
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Mittsommernacht in Rom: Die junge, kurz vor ihrer Vermählung stehende Russin Natasha und die attraktive Spanierin Alba lernen sich in einer Bar kennen. Für beide ist es die letzte Nacht in Rom. Natasha lässt sich nach anfänglichem Zögern von Alba dazu überreden, sie auf ihr Hotelzimmer zu begleiten. Für die heterosexuelle Natasha ist dies eine verwirrende Situation, als sie und die lesbische Alba sich näherkommen, ausziehen und Zärtlichkeiten austauschen. Nachdem Alba eingeschlafen ist, schleicht Natasha sich heimlich aus dem Zimmer, kommt jedoch später wieder zurück, nachdem sie festgestellt hat, dass sie ihr Handy vergessen hat. Sie erliegt Albas Faszination und hat mit ihr Sex. Danach erzählen sie sich Geschichten aus ihrem Leben, die von den Gemälden in dem Hotelzimmer inspiriert und beeinflusst werden, und deren Wahrheitsgehalt zunächst ihr Geheimnis bleibt. Diese Gespräche werden immer wieder von leidenschaftlichem Sex unterbrochen. Am nächsten Morgen teilen sie sich ein gemeinsames Frühstück. Hatten sie sich am letzten Abend noch gegenseitig versichert, dass nichts von dieser Nacht den Raum verlassen würde, denken sie nun ernsthaft darüber nach, ihre Partner zu verlassen und zusammen in Rom zu bleiben. Beide versichern sich, noch nie so geliebt zu haben, wie in dieser Nacht.

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Mit dem Kopf in den Wolken - Head in the Clouds ()
Drehbuch & Regie: John Duigan
Darsteller: » Charlize Theron «, » Penélope Cruz «, » Stuart Townsend «
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Bessé studiert an der Universität Cambridge. Sie versteckt sich nach einem Besuch bei ihrem Liebhaber zufällig im Zimmer von Guy, als sie vor einem Hausmeister flieht, um den an der Universität angestellten Liebhaber nicht bloßzustellen. Gilda und Guy verbringen gemeinsam die Nacht und freunden sich später an. Gilda arbeitet als Kunstfotografin in Paris. Sie hat eine lesbische Affäre mit der Krankenschwester Mia, die aus Spanien flüchtete. Zeitweise hat sie eine weitere Affäre mit dem Galeristen Max. Gilda, Mia und Guy teilen sich in dieser Zeit für ein Jahr eine gemeinsame Wohnung. Eines Tages wird Mia von einem sadistisch gesinnten Bewunderer ausgepeitscht und am Rücken verletzt. Gilda verabredet sich mit dem Mann unter dem Vorwand, dass sie mehr aushalten könne. Während der Verabredung fesselt sie ihn ans Bett und peitscht ihn aus. Währenddessen verbringen Mia und Guy die Zeit im Kino, wo sie Nachrichten aus dem spanischen Bürgerkrieg sehen. Daraufhin beschließt Guy, sich den internationalen Brigaden anzuschließen, um gegen den Faschismus zu kämpfen. Mia geht als Krankenschwester ebenfalls nach Spanien. Gilda meint, der Krieg gehe sie nichts an, und ist verärgert, dass ihre Freunde sie verlassen.

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Vicky Cristina Barcelona ()
Written and Directed by Woody Allen
Darsteller: » Penélope Cruz «, » Scarlett Johansson «, » Javier Bardem «
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Vicky und Cristina wollen den Sommer in Barcelona verbringen, wo sie von Judy, einer entfernten Verwandten von Vicky, in ihr Haus eingeladen worden sind. Die dunkelhaarige Vicky und die blonde Cristina sind beste Freundinnen seit ihrer Zeit an der Universität und haben in fast allen Bereichen denselben Geschmack, außer beim Thema Liebe. Die bodenständige Vicky ist mit Doug verlobt, die impulsive Cristina jedoch liebt Leidenschaft und Abenteuer. Judy und ihr Mann Mark nehmen die beiden zu einer Vernissage mit, wo sie den Maler Juan Antonio Gonzalo treffen, der seiner Ex-Frau María Elena nachtrauert. Juan lädt die beiden ohne Umschweife zu einem flotten Dreier ein, womit er zunächst bei Vicky auf Ablehnung stößt. Daneben lädt er die beiden dazu ein, mit ihm ein Wochenende in Oviedo zu verbringen. Cristina willigt ein und Vicky kommt ihrer Freundin zuliebe mit. Cristina besucht Juan am Abend im Hotelzimmer und ist auch dazu bereit, mit ihm Sex zu haben. Doch kurz bevor sie sich näherkommen können, wird ihr wegen ihres Magengeschwürs schlecht. Sie muss daraufhin den Rest des Wochenendes im Bett verbringen, so dass Juan und Vicky alleine die Stadt besichtigen. Vickys anfängliche Abneigung gegenüber Juan schwindet und schon bald wächst die Anziehung zwischen beiden.

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Becoming Colette ()
Regie: Danny Huston - Drehbuch: Ruth Graham
Darsteller: » Mathilda May «, » Virginia Madsen «, » Klaus Maria Brandauer «
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At the turn of the century, Henri Gauthier-Villars, a notorious bachelor, marries the young country girl Gabrielle Colette and introduces her to debauched Parisian life. Gabrielle keeps a diary of all her experiences, which Villars, the spendthrift heir to a publishing house, prints as the Claudine series under his pen-name of "Willy". Villars sets up a threesome with Gabrielle and Polaire, one of his mistresses, but the women become lovers and allies. Gabrielle finally becomes fed up with the duplicity of Villars, and publishes her books under her own name "Colette".

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Chloe: Liebe zu dritt ()
Remake of the 2004 French film Nathalie
Regie: Atom Egoyan, Drehbuch: Erin Cressida Wilson
Darsteller: » Julianne Moore «, » Amanda Seyfried «, » Liam Neeson «
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Gynäkologin Catherine Stewart hatte es so gut geplant: Heimlich hatte sie für ihren Mann, den Musikwissenschaftsprofessor David, in Toronto eine große Geburtstagsparty vorbereitet, während er auf einem Vortrag in New York City weilte. Am Abend ruft David jedoch an, weil er seinen Flieger verpasst hat und daher erst nachts zu Hause ankommen wird. Catherine ist enttäuscht, ist dieses Vorkommnis doch symptomatisch für ihre Ehe, in der sich beide über die Jahre gleichgültig geworden sind. Als Catherine auf Davids Handy eine zweideutige Nachricht einer seiner Studentinnen findet und David zudem noch im Restaurant mit der Kellnerin flirtet, entscheidet sich Catherine, ihn auf die Probe zu stellen. Sie engagiert das junge Callgirl Chloe, das sich ihrem Mann anbieten soll. Chloe erzählt später Catherine alles von den Treffen und lässt sie zudem in ein Hotelzimmer kommen, wo sie Catherine die durchwühlten Betten präsentiert. Catherine zahlt Chloe aus, um sie nie wieder zu sehen. Zum Abschied küsst Chloe die überraschte Catherine, die einige Tage später zu Chloe ins Hotel eilt. Beide schlafen miteinander und Catherine bittet Chloe anschließend, ihren Mann nie wieder zu sehen.

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Die Flügel der Taube - The Wings of the Dove ()
Regie: Iain Softley Buch: Henry James - Drehbuch: Hossein Amini
Darsteller: » Helena Bonham Carter «, » Allison Elliot «, » Linus Roache «
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London, zu Beginn des 20. Jahrhunderts: Nach dem Tod ihrer Mutter lebt die junge und attraktive Kate Croy bei ihrer Tante Maude in einem eleganten Anwesen am Hyde Park. Während Kates Vater verarmt und dem Opium zugetan ist, duldet ihre verbitterte, aber wohlhabende Verwandte sie nur solange, bis sie eine Heirat mit einem begehrten Junggesellen der Londoner Gesellschaft eingegangen ist, der ihr einen angemessenen Lebensstil zusichern kann. Die eigenwillige Kate hat jedoch die Bekanntschaft des mittellosen und wenig standesgemäßen Journalisten Merton Densher gemacht, den sie liebt und gegen den Willen ihrer Tante heimlich trifft. In der Londoner Gesellschaft wird Kate der reichen Amerikanerin Millie Theale vorgestellt. Die beiden Frauen verbindet bald eine enge Freundschaft miteinander. Kate und Millie betrachten in einer Buchhandlung pornographische Darstellungen, besuchen Ausstellungen moderner Kunst und amüsieren sich mit dem für Kate auserkorenen Heiratskandidaten Lord Mark, der allerdings verarmt ist. Der Zyniker macht Kate auf seinen Plan aufmerksam, die wohlhabende Millie für sich zu gewinnen und bald zu beerben, da sie unter einer tödlichen Krankheit leide.

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Die Herzogin - The Duchess ()
Regie: Saul Dibb - Drehbuch: Jeffrey Hatcher, Anders Thomas Jensen
Darsteller: » Keira Knightley «, » Hayley Atwell «, » Ralph Fiennes «
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England Ende des 18. Jahrhunderts: Georgiana Spencer heiratet mit 17 Jahren den Herzog von Devonshire, die Ehe wurde von ihrer Mutter arrangiert. Der einzige Anspruch, den der Herzog an diese Ehe hat, ist die Geburt eines Erben. Georgiana beginnt sich schon bald für die Politik zu interessieren und wird zur Förderin der Whig-Partei. Nach der Geburt von zwei Töchtern verbringt das Ehepaar einige Zeit in Bath zur Kur. Hier lernen sie Lady Elisabeth Foster (Bess) kennen, die schnell zu einer engen Freundin Georgianas wird und mit nach London zurückkehrt, um bei den Devonshires zu wohnen. Der Herzog nimmt sich Bess bald zur Geliebten. Diese hat dadurch die Möglichkeit, mit Hilfe des Einflusses des Herzogs ihre drei Söhne aus erster Ehe zurückzubekommen. Georgiana versucht sich zunächst gegen diese "Ménage-à-trois" zu wehren und fordert schließlich das gleiche Recht für sich.

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The Exterminating Angels - Les anges exterminateurs ()
Regie & Drehbuch: Jean-Claude Brisseau
Darsteller: Maroussia Dubreuil, Lise Bellynck, Frédéric van den Driessche
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Two dark figures linger ominously over a couple sleeping in bed; soon the figures, presumably the exterminating angels of the title, evaporate with a flash of light. The male figure, François, awakes to his dead grandmother's apparition, who warns him about his ceaseless curiosity. Dismissing the vision as a dream, Francois falls asleep again. Meanwhile, the grandmother materializes in the hallway begging the two re-appearing angels to be gentle with her grandson: he is an odd mixture of intelligence and foolishness, she pleads. Thus the film's first frames imply that the ensuing plot will consist of a series of events leading to François's eventual demise. Or does it? For the next hour and a half, Brisseau will relish tracing how his main character travels from point A to a presumed point B.

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Lügen der Liebe - The Apartment - L'appartement ()
Regie & Drehbuch: Gilles Mimouni
Darsteller: » Monica Bellucci «, » Romane Bohringer «, » Vincent Cassel «
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Max (Vincent Cassel) is a former bohemian and an amateur writer who gets a job in New York and leaves his girlfriend Lisa, whom he was madly in love with, in mysterious circumstances. After two years, he returns home to Paris and decides to settle down and gets engaged to Muriel. By chance, he catches a glimpse of his lost love, Lisa (Monica Bellucci) in a café, but fails to make contact with her before she storms out. Determined to meet her, Max secretly cancels his business trip abroad to pursue his lost love. Through a series of ruses and perseverance, he enters Lisa's apartment. Hearing that somebody else has arrived, he hides in her wardrobe. First he thinks it is Lisa as the girl who came to the apartment resembles Lisa from behind. After several misunderstandings they finally get acquainted. The girl introduces herself as Lisa.

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Generation Um - Threesome / Eine Nacht in New York ()
Regie & Drehbuch: Mark Mann
Darsteller: » Bojana Novakovic «, » Adelaide Clemens «, » Keanu Reeves «
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The world is downtown New York City, present day - from the point of view of a driver for an escort service. John (Keanu Reeves), a quietly sexy withdrawn guy, is finally ageing out of his young, trendy neighborhood, dealing with the beginnings of the next chapter of his life. John's friends are the party girls he works for - Violet (Bojana Novakovic), an unstoppable entertainer whose weathered beauty and self-proclaimed wisdom are matched only by her lack of audience; and Mia (Adelaide Clemens), the new girl with the dark past, whose traffic-stopping sensuality has brought her nothing but victimization. Both survive on their ability to manipulate men, and don't know how to live any other way. But John, they trust. And through their relationship, all three find a comforting and humorous refuge from the downward spiral of their self-destructive but entertaining lifestyles.

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Knock Knock ()
Regie: » Eli Roth «
Schauspieler: » Ana de Armas «, » Lorenza Izzo «, » Keanu Reeves «
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Architect and happily married man Evan Webber (Keanu Reeves) has the house to himself and his dog, Monkey, on Father's Day weekend due to work and a physical therapy appointment for a shoulder injury while his wife and children go on a family-planned beach trip. His wife Karen (Ignacia Allamand), a successful artist, leaves their assistant Louis (Aaron Burns) in charge of her sculpture that needs to be moved to an art gallery. Two women, Genesis (Lorenza Izzo) and Bel (Ana de Armas) knock on Evan's door. He opens the door and they say that they are looking for the address of a party. As they have no means of communication, Evan allows them in to use the Internet and get hold of the party's host. The girls make themselves at home and Evan plays a few of his old vinyl records he has from when he was a DJ. They then disappear to the bathroom when their driver arrives. Evan tries to convince them to leave, but as they start forcing themselves upon him, he gives in and has a threesome with them.

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Jennifer's Body - Jungs nach ihrem Geschmack ()
Regie: Karyn Kusama - Drehbuch: Diablo Cody
Darsteller: » Megan Fox «, » Amanda Seyfried «, » Adam Brody «
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Der unsichere Bücherwurm Anita 'Needy' Lesnicky und die arrogante, aber beliebte Jennifer Check sind seit Kindesbeinen an die besten Freundinnen. Eines Nachts fahren die Freundinnen zu einer Bar, um dort das Konzert der Indie-Rock-Band Low Shoulder zu sehen, wobei Jennifer bald ein Auge auf den Sänger der Band, Nikolai Wolf, wirft. Während des Flirts von Jennifer und Nikolai nimmt er an, dass sie noch Jungfrau sei. Während des Auftritts der Band bricht ein Feuer aus, alle Gäste versuchen aus der Bar zu flüchten. Noch während das Feuer wütet und einige Gäste verbrennen, fragt Nikolai die leicht angetrunkene Jennifer, ob sie noch mit in den Wagen der Band komme. Diese folgt trotz des Abratens von Anita. Später in der Nacht taucht Jennifer blutüberströmt in Anitas Haus auf.

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Teuflische Engel - Heimliche Spiele 2 - Les Anges Exterminateurs ()
Regie & Drehbuch: » Jean-Claude Brisseau «
Darsteller: » Maroussia Dubreuil «, » Lise Bellynck «, » Frédéric van den Driessche «
Heimliche Spiele - Secret Things - Choses secrètes (2002)
Gefallene Engel - Heimliche Spiele 3 (A l'aventure) - 2008
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Die junge Französin Sandrine arbeitet in einer Bar und lernt dort die Stripperin Nathalie kennen, die ihre Sexualität öffentlich und ungeniert auslebt. Die beiden zuerst sehr verschiedenen Frauen freunden sich bald an und beginnen eine oberflächliche Affäre; Sandrine lernt, wie sie ihren Körper als Machtinstrument und Waffe einsetzen kann. Schon bald beginnen die beiden mit ihrem Projekt des sozialen Aufstiegs: Sandrine tritt einen Job als Sekretärin in einer großen Bank an und macht sich mithilfe ihrer Sexualität den Manager Delacroix gefügig.Geschickt überredet sie ihn, Nathalie ebenfalls einzustellen; eine komplizierte Dreiecksbeziehung beginnt, die jedoch Christophe, dem Sohn des Direktors und zukünftigen Chef der Bank, nicht lange verborgen bleibt. Er erpresst Sandrine, ihn zu heiraten, damit sein Vater ihm endlich, wie vereinbart, nach der Heirat die Firmenleitung überträgt. Bald nach der Ehe muss Sandrine feststellen, dass Christophe nicht wirklich an ihr interessiert ist, ebenso wenig wie an Nathalie, der er zuvor bereits das Herz gebrochen hatte. Die einzige Frau, die ihn wirklich interessiert und erregt, ist seine eigene Schwester Charlotte. Als ihr Vater stirbt, leben die beiden Geschwister ihre Begierden schließlich aus, inmitten einer Orgie im väterlichen Schloss und vor den Augen der schockierten Sandrine. Als sie sie anschließend hinauswerfen, tritt Nathalie auf den Plan und erschießt Christophe.

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When Night Is Falling - Wenn die Nacht beginnt ()
Regie & Drehbuch: Patricia Rozema
Darsteller: » Pascale Bussières «, » Rachael Crawford «, » Henry Czerny «
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Camille Baker und ihr Lebensgefährte Martin sind Lehrer an einem christlichen College in einer kanadischen Kleinstadt. Ihnen wird angeboten, gemeinsam als Dekane zu arbeiten, aber dafür müssten sie heiraten. Während Martin dieser Idee sehr zugeneigt ist, hat Camille Zweifel. In einer Wäscherei trifft sie auf eine junge Frau names Petra, die kaum zu verbergen versucht, dass sie sich zu Camille hingezogen fühlt. Ihre Kleider werden vertauscht, und so sehen sie sich bald wieder. Martin kehrt inzwischen verfrüht von seiner Reise zurück und folgt den Spuren seiner Freundin zum Zirkus, wo er die beiden Frauen zusammen sieht. Schockiert wendet er sich ab und stellt Camille ein Ultimatum.

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Eiskalte Engel - Cruel Intentions ()
Regie & Drehbuch: Patricia Rozema
Darsteller: » Sarah Michelle Gellar «,» Reese Witherspoon «, » Ryan Phillippe «
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Eiskalte Engel 2 - Cruel Intentions 2 (2000)
» Wikipedia « - » IMDb «

Eiskalte Engel 3 - Cruel Intentions 3(2004)
» Wikipedia « - » IMDb «

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In an upscale New York City mansion, wealthy and popular girl Kathryn Merteuil discusses her prep school with Mrs. Caldwell and her daughter, Cecile. Kathryn promises Mrs. Caldwell that she will look out for the naive Cecile. When Kathryn's stepbrother Sebastian Valmont enters the room, Mrs. Caldwell reacts to him coldly and leaves with Cecile. Kathryn tells Sebastian that she intends to use Cecile to take revenge on ex-lover Court Reynolds, who dumped her for Cecile. Kathryn asks Sebastian to seduce Cecile, thereby spoiling her in Court's eyes. Sebastian refuses because he is planning to seduce Annette Hargrove, the headmaster's virgin daughter, who has published an essay in support of chastity until marriage. After some negotiation, they agree on a wager: if Sebastian fails to seduce Annette, Kathryn gets Sebastian's vintage Jaguar XK140; if he succeeds, Kathryn will have sex with him, as Kathryn is the only girl Sebastian has failed to bed. Sebastian's first attempt to seduce Annette fails, as she already knows about his bad reputation. Sebastian discovers that Mrs. Caldwell, Cecile's mother, warned Annette about him. He finally agrees to corrupt Cecile out of revenge.

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Ehe zu dritt - Die Frauen des Grafen von Gleichen ()
Regie: » Dirk Otto «
Schauspieler: » Bettina Ratschew «, » Narges Rashidi «, » Frank Rebel «
(geschichtlicher Hintergrund) -
Dokumentarfilm

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Im Herbst 1539 bekommt Martin Luther einen Brief, der ihn fast zum Wahnsinn treibt. Einer der eifrigsten Verfechter der Reformation bittet ihn darin um einen schier unmöglichen Gefallen: Landgraf Philipp von Hessen, Luthers wichtigster Verbündeter, will die Zustimmung zu einer Doppelehe! Zur Rechtfertigung seines unmoralischen Ansinnens, das einem Sakrileg gleich kommt, benutzt er die Geschichte vom "zweibeweibten" thüringischen Grafen von Gleichen aus der Zeit der Kreuzzüge. Dieser, so schreibt Philipp, habe im 13. Jahrhundert, nachdem ihm eine orientalische Sultanstochter zur Flucht aus muslimischer Gefangenschaft verholfen habe, den Segen des Papstes erhalten für eine Doppelehe mit Gräfin Ottilia und seiner Retterin. Schweren Herzens und unter politischem Druck ringen sich Luther und Melanchthon dazu durch, ihrem wichtigsten Mitstreiter die Bitte zu gewähren. In einem Brief bitten sie Philipp jedoch, Stillschweigen über das Agreement zu bewahren. Melanchthon nimmt an der Trauung teil, Luther bleibt ihr vorsichtshalber fern. Für die Gegner der Reformation aber ist die Sache, die natürlich durchsickert, ein gefundenes Fressen. Philipps von Luther abgesegnete Bigamie hätte die Reformation und ihre Glaubwürdigkeit beinahe zum Scheitern gebracht . (Text: » mdr «).

Frida ()
Regie: » Julie Taymor «
Schauspieler: » Salma Hayek «, » Ashley Judd «, » Antonio Banderas «
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Trailer of Salma's snake dance in » From Dusk till Dawn « ;).

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Frida begins just before the traumatic accident Frida Kahlo (Salma Hayek) suffered at the age of 18 when the wooden-bodied bus she was riding in collided with a streetcar. She is impaled by a metal pole and the injuries she sustained plague her for the rest of her life. To help her through convalescence, her father brings her a canvas upon which to start painting. Throughout the film, a scene starts as a painting, then slowly dissolves into a live action scene with actors.

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Fingersmith ()
Regie: » Aisling Walsh «
Schauspieler: » Sally Hawkins «, » Imelda Staunton «, » Rupert Evans «
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Susan "Sue" Trinder is a fingersmith (British slang for thief) who lives in the slums of London with a baby farmer (person who looks after unwanted babies) Mrs.Sucksby. When a once rich man, who gambled all his money away, presents them with a scam that has a payout of 40,000 pounds, Sue signs on to swindle rich Maud Lilly. Maud is an orphan who lives with her uncle, but what exactly is going on in the Lilly house? Sue will pose as Maud's maid so that Mr.Rivers (the gentleman) can get close to and eventually marry her. Their plan is to put Maud in the madhouse and take the money for themselves. All goes astray though when Sue falls in love with Maud.

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Die geliebten Schwestern ()
Regie & Drehbuch: » Dominik Graf «
Schauspieler: » Hannah Herzsprung «, » Henriette Confurius «, » Florian Stetter «
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Die geliebten Schwestern ist ein deutscher Spielfilm von Dominik Graf. Geschildert wird die Liebe von Friedrich Schiller zu den Schwestern Charlotte und Caroline von Lengefeld. Die beiden Schwestern verleben mit Schiller eine unbeschwerte Zeit miteinander. Sie hatten sich einst am Rheinfall bei Schaffhausen geschworen, alles miteinander zu teilen, und so soll es auch bei Schiller sein.

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Ambisexuellenkonzepte

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» Pansexualität «

Pansexualität oder Omnisexualität ist eine sexuelle Orientierung, bei der Personen in ihrem Begehren keine Vorauswahl nach Geschlecht bzw. Geschlechtsidentität treffen. Der Begriff Pansexualität leitet sich von der griechischen Vorsilbe pan (gesamt, umfassend, alles) ab. In der wissenschaftlichen Literatur wird der Begriff nicht einheitlich definiert und verwendet.
Ein pansexueller Mensch ist in der Lage, für Menschen aller Geschlechtsidentitäten sexuelle oder romantische Gefühle zu empfinden. Bisexuelle Menschen hingegen beziehen sich nur auf zwei Geschlechter, meist das eigene Geschlecht auf der einen und ein anderes Geschlecht auf der anderen Seite.

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» Polysexualität «

Der Begriff Polysexualität (nach der griechischen Vorsilbe poly- für "viele") dient als Schirmbegriff für nicht-monosexuelle Orientierungen. Als monosexuelle Orientierungen bezeichnet man sexuelle Orientierungen, die ein Geschlecht bevorzugen wie Hetero- und Homosexualität. Polysexuelle Orientierungen sind alle Orientierungen, die sich zu mehr als einen Geschlecht sexuell hingezogen fühlen, wie Bi- und Pansexualität.

Fälschlicherweise werden, besonders im deutschen Sprachgebrauch, Bi-, Pan- und Polysexualität einander häufig gegenüber gestellt, was vermutlich aus Unwissen darüber entsteht, dass polysexuell lediglich als Schirmbegriff dient und somit logischerweise beide Begriffe umfasst. Zudem führt ein Fehlverständnis von Bisexualität vielfach zu Verwirrung, da Bisexualität sich nicht auf zwei Geschlechter und auch nicht auf die cisgender oder binären Geschlechter reduziert. Diese Verwirrung ist vermutlich aus der Entstehungen des Begriffes "Pansexualität" entstanden, welcher sich aus dem Begriff "Bisexualität" angespalten hat, jedoch deutlich jünger ist. Dieser beschreibt eine sexuelle Orientierung bei der Geschlecht keine Rolle in der sexuellen Anziehung zu einer Person spielt, wohingegen sich Bisexuelle prinzipiell auch zu allen Geschlechtern hingezogen fühlen können, der Unterschied jedoch ist, dass Bisexuelle trotzdem Präferenzen hegen und Gender/Geschlecht als Faktor wahrnehmen, während Pansexualität Geschlecht als Faktor komplett ausblendet. Formen von Bisexualität, die sich zu allen Geschlechtern hingezogen fühlen und Pansexualität können ebenfalls unter den Schirmbegriff omnisexuell geordnet werden[5]. Die Überschneidungen dieser Begriffe sind dementsprechend historisch verankert, sie schließen einander jedoch nicht aus und es ist eine rein individuelle Präferenz welches dieser Labels eine Person für die eigene Identifikation nutzt.

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Die manifeste
Bisexualität

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Gegenüber der Spezifierung der » Konstitutionellen Bisexualität «, für die angeborene körperliche Zweigeschlechtlichkeit, hat sich in der Inbetrachtziehung des Sexualpartnerschaftsbezuges als angeborene Veranlagung, neben der Spezifierung der sexuellen Orientierung, die Deklaration der manifesten Bisexualität/Homosexualität(/Heterosexualität) etabliert. Hierin gibt es jedoch keine klare Eindeutigkeit, sondern vielmehr Uneinheitlichkeiten und stellt sich weitläufig relativ gemäß des Begriffsverhältnisses des » Dudens «: "eindeutig als etwas Bestimmtes zu erkennen, offenkundig". Maßgeblich geht es hierin um die Inbetrachtziehung der Konstante des Daseins. Wie Ulrich Gooß in seinem Buch spezifisch darlegt und erläutert, so erfährt die manifeste/konstante Wesensart der Bisexualität überhaupt nicht ihre erforderlich Inbetrachtziehung.


Psychosozial-Verlag - Buchreihe: Beiträge zur Sexualforschung

Facharzt für Psychiatrie und Neurologie

Die von der frühen Sexualwissenschaft vorgelegten Bisexualitätstheorien haben vor allem das »Rätsel Homosexualität« zu erklären versucht. Nur am Rande wurde in diesen Texten die manifeste Bisexualität thematisiert. Diese Tendenz setzt sich bis in die gegenwärtige Sexualforschung fort. Eine an den Monosexualitäten, also an der Hetero- und Homosexualität, orientierte Perspektive wird jedoch dem Phänomen Bisexualität nicht gerecht. In dieser Studie wird die Bisexualität nicht aus den Monosexualitäten abgeleitet. Sie wird vielmehr als eigene Sexualform verstanden.

Zeitschrift für Sexualforschung (2003)
» Konzepte der Bisexualität «
Hrsg.: Georg Thieme Verlag Stuttgart
Ausgabe 01, Volume 16
Autor: Ulrich Gooß

Journal of Bisexuality (2008)
» Concepts of Bisexuality «
Hrsg.: American Institute of Bisexuality
Volume 8 Issue 1-2
Autor: Ulrich Gooß

Im Zentrum des frühen sexualwissenschaftlichen Diskurses über die abweichenden Sexualitäten aber stand die Homosexualität, und zwar insbesondere die der Männer. Die damaligen Bisexualitätstheorien waren vor allem Theorien zur Erklärung des so genannten Rätsels der Homosexualität, während die manifeste Bisexualität nicht oder nur am Rande thematisiert bzw. der Homosexualität zugeschlagen wurde. Damit entstand eine brisante Nähe, die der Bisexuellenforschung bis in die gegenwärtige Sexualwissenschaft hinein nachhängt.

Obwohl also seit der theoretischen Konstruktion der Bisexualität nahezu ein Jahrhundert vergangen war, konnte der amerikanische Autor Fritz Klein 1978 nicht ohne eine gewisse Berechtigung feststellen, dass den Bisexuellen bis dahin weitgehend ein Status der «Nicht-Existenz» zugeschrieben worden ist, und dazu auffordern, das «tiefe Schweigen» über die Bisexualität zu brechen. Klein stimmte damit ein Thema an, das sich in der bisexuellen Emanzipationsliteratur bis heute immer wieder findet: die nicht enden wollende Klage über die Nichtwahrnehmung oder auch die Unsichtbarkeit (invisibility) der Bisexualität und der Bisexuellen.

Kleins 1978 erscheinendes Buch «The Bisexual Option» ist der Ausdruck und Bestandteil des in den 70er Jahren einsetzenden Prozesses der Konstituierung der manifesten Bisexualität als Sexualform. Die aktuelle Bisexualitätsdiskussion stellt dabei insoweit eine Neuauflage der in den Anfängen der Sexualwissenschaft geführten Bisexualitätsdebatte dar, als sie wie jene wesentlich von den sozialen Bewegungen der Frauen und der Homosexuellen beeinflusst ist und ohne diese Bewegung vermutlich gar nicht zustande gekommen wäre. Ein zentraler Topos der neueren Homosexuellenforschung ist die Vorstellung einer homosexuellen bzw. einer schwulen Identität. Die unter tätiger Mitwirkung der homosexuellen Subjekte erfolgende Konstruktion der schwulen Identität ist der paradigmatische Fall für die Ableitung von Identitäten aus der Sexualform. Für die Frage der Bisexualität bedeutsam ist dabei vor allem, dass das Konzept der schwulen Identität als eines der Abgrenzung zwischen Homo- und Heterosexuellen entworfen wurde und insofern die dichotome Einteilung der sexuellen Orientierung in die Monosexualitäten zunächst zu befestigen schien. Die erfolgreiche Aneignung und gesellschaftliche Verankerung der Homosexualität aber erzeugte notwendig einen Druck auf alle anderen, die eine von der normativen Heterosexualität abweichende Sexualität leben, diese sich in analoger Weise wie die Homosexuellen anzueignen und gesellschaftlich zu verankern. Insbesondere für de in die Schwulen- und Lesbenbewegung involvierten oder zumindest davon nicht unberührt gebliebenen bisexuellen Männer und Frauen wird die Notwendigkeit zu einer solchen Selbstkonstruktion geradezu hervorgezwungen, weil sie so, wie sie sich erleben, in einer in Homo- und Heterosexualität eingeteilten Welt nicht vorkommen.

Aufgabe der sexualwissenschaftlichen Bisexualitätsforschung bleibt es also, das Besondere der Bisexualität begrifflich zu fassen. Dies erfordert zunächst eine Klärung der unterschiedlichen Dimensionen des Bisexualitätsbegriffes, also der des sexuellen Verhaltens der sexuellen Orientierung und der sexuellen Identität.

Nur die Dimension des sexuellen Verhaltens ist relativ unstrittig. So wurde beispielsweise, ausgehend von der zeitlichen Verteilung von homo- und heterosexuellen Kontakten, eine in der Literatur immer wieder anzutreffende Unterscheidung in serielle bzw. sequenzielle, in gleichzeitige und in simultane Bisexualität vorgeschlagen. Als serielle oder sequenzielle Bisexualität wird das Alternieren zwischen männlichen und weiblichen Partnern bezeichnet, wobei auch längere monogame oder zumindest monosexuelle Phasen vorkommen können, während gleichzeitige Bisexualität sich auf ein Nebeneinander von gleich- und gegengeschlechtlichen Kontakten in einer Zeitperiode bezieht. Mit simultaner Bisexualität schliesslich sind sexuelle Kontakte gemeint, bei denen mindestens je ein Partner des gleichen wie des anderen Geschlechts, das heisst mindestens drei Personen, beteiligt sind, also solche sexuellen Situationen, auf die, wenn überhaupt, der ansonsten wenig sinnvolle Begriff «bisexueller Kontakte» angewendet werden könnte.

Die Konflikthypothese geht von einer Unvereinbarkeit gleich- und gegengeschlechtlicher Erotisierung aus. In dieser Sicht ist es nicht vorstellbar, dass eine lustvolle Besetzung beider Geschlechter relativ konfliktfrei möglich sein kann. ... Mit der Indifferenzhypothese ist gemeint, dass Bisexuelle dem Geschlecht des Partners / der Partnerin keine oder nur eine nachgeordnete Bedeutung zumessen, dass also andere Faktoren für die Aufnahme sexueller Beziehungen entscheidend sind. So berichten Bisexuelle häufig, dass sie mehr von «Qualitäten bestimmter Personen als von Aspekten des Geschlechts ans sich» angezogen würden ... In der androgynen Perspektive erscheinen Bisexuelle nicht als indifferent gegenüber den Geschlechtsunterschieden, vielmehr wird der Bisexualität eine Tendenz zur Aufhebung der Geschlechterdifferenz zugeschrieben. Vor allem Charlotte Wolff hat diese Auffassung prononciert vertreten: Bisexualität ebne die Geschlechtsunterschiede ein und lasse die androgyne Natur des Menschen hervortreten (vgl. Wolff 1979: 116). ... Wird Bisexuellen eine besondere Flexibilität zugeschrieben, ist gemeint, dass homo- und heterosexuelles Begehren sich nicht wechselseitig ausschliessen, sondern in Form einer bisexuellen Erotisierung miteinander verbunden sein können. Bisexuelle seien so etwas wie «Chamäleons», die sich ohne grössere Schwierigkeiten zwischen der hetero- und der homosexuellen Welt hin und her bewegen können und die so in der Lage sind, «das Beste beider Welten» (Zinik 1985: 9) zu erfahren und zu erleben.

Bisexuelle Erotisierung kann aber auch so verstanden werden, dass Bisexuelle die Geschlechter und den Geschlechtsunterschied in einer spezifischen Weise erotisieren, die sich von den entsprechenden Formen der Erotisierung bei monosexuell differenzierten Männern unterscheidet. Die bisexuelle Erotisierung bei monosexuell differenzierten Männern unterscheidet. Die bisexuelle Erotisierung wäre dann keine blosse Addition von Homo- und Heterosexualität, sondern Ausdruck einer in dieser Hinsicht differenten Struktur der Bisexuellen. Dies führt zu einer spekulativen Überlegung über die idealen Sexualobjekte bisexuell differenzierter Männer.

Vermutlich gilt für Bisexuelle (oder zumindest für einen Teil von ihnen), dass sie nicht Männer und Frauen an sich erotisch besetzen, sondern dass sie sich aufgrund ihrer bisexuellen Struktur von solchen Männern und Frauen sexuell angezogen fühlen, die nicht den monosexuellen Formen entsprechende Aura haben sondern die vielmehr - wie sie selber - die Geschlechter bisexuell erotisieren. Das aber würde bedeuten, dass Bisexuelle sich gegenseitig anziehen. Damit würde die Bisexualität über die Geschlechtergrenzen hinweg einen Zusammenhang stiften. Treffen diese Überlegungen zu, ist anzunehmen, dass Bisexuelle an den Orten, die nach den Erfordernissen homosexuellen und heterosexuellen Begehrens und Erotisierens strukturiert sind, die ihnen entsprechende situative Sexualisierung, sozusagen eine bisexuelle Sexualspannung, nicht oder nur in Ansätzen vorfinden. Bisexuelle hätten dann nicht zwei Welten, zwischen denen sie hin- und herpendeln könnten, um aus jeder das für sie Beste herauszunehmen, sondern vielmehr gar keine Welt, die ihrer sexuellen Verfasstheit entspräche. Das würde auch die anhaltende Klage der Bisexuellen über ihr Nichtwahrgenommenwerden verständlicher machen. Und dies dürfte auch eine der entscheidenden Triebfedern sein, die bisexuelle Männer und Frauen veranlasste, sich zu organisieren und «bisexuelle Orte» zu schaffen, das heisst Orte, an denen sie nicht wie in hetero- oder homosexuellen Zusammenhängen ständig damit rechnen müssen, auf Partner/innen zu treffen, die sie auf die jeweilige Monosexualität festlegen wollen. An solchen Orten entsteht zudem eher eine spezifisch bisexuelle Erotisierung und es kommt eher zu solchen sexuellen Situationen, die aufgrund ihrer sexuellen Spannung und Dynamik, unabhängig von der Zahl und dem Geschlecht der beteiligten Akteure, als bisexuelle Kontakte bezeichnet werden können.

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Essentialismus
Konstruktivismus

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Neben den vielfältigen Varianten der Erscheinungsbilder und deren diversen Inbetrachtziehungen, besteht nach wie vor noch die durchweg stattfindende Diskussion über die Unterscheidung, inwiefern es sich um eine angeborene Veranlagung handelt. Zwar ist die Homo- und Bisexualität als Veranlagung mittlerweile allgemeingültig anerkannt, jedoch ist die Beurteilung, inwiefern es sich beim Jeweiligen um eine veranlagte Gegebenheit handelt, nach wie vor äußerst strittig. Gooß beschreibt mit den nachfolgenden Worten die Gegebenheit der zentralen Differenzierung. Während bei den » Essentialisten « sowohl die Veranlagung als solche und dessen Ausbildung seine Inbetrachtziehung erfährt, basiert für die » Konstruktivisten « nach wie vor das Ganze auf einem rein geistigen Ideenkonstrukt (siehe hierzu: » John Locke «). Gemäß dem wurde es auch einst in den Urgründungen der Beschäftigung zur Homo- und Bisexualität weitläufig gehandhabt und vor allem in Verbindung mit Hypnosetechniken zu deregulieren versucht, worüber sich jedoch gerade darüber auch die Irrigkeit darin aufwies. Ausläufer davon sind jedoch nach wie vor noch in Anwendung (siehe » Konversionstherapie «).

Da über die von außen vorgenommene Inbetrachtziehung einzig das Geistige und das Handlungswesen seine Inbetrachtziehung erfahren kann, hingegen kein inneres Ersichten und aufgrund des Fehlens des erforderlichen Klarheitheitsverhältnisses zur Veranlagung, greift hierin Eines ins Andere. Es entbehrt vor allem des substanziellen Verhältnisses zur Veranlagung und dessen Wirkwesen, sodaß auch prinzipiell immer wieder das geistige Verhältnis zum Ermessungsgegenstand der Erachtung wird. Die Klarheit darüber, daß der Geist nicht die Veranlagung repräsentiert, ist hierin der einzige gemeinsame Nenner. Da jedoch der Mensch kulturell auch in seinem Ermessungswesen der Anpassung lebt, ergibt sich daraus auch ein weiteres, was dem seinen vorwiegenden Gehalt verschafft und die Veranlagung außen vor stellt. So führt dies dann auch zu dem, was Gooß abschließend ausführt, daß letztendlich in dem Verhältnis alles miteinander wieder auf das Verhältnis von Hetero- und Homosexualität zurückgeführt wird. Wobei dies darüber jedoch auch die Homosexualität wieder de-terminiert zu einer illustren Gegebenheit der Heterosexualität.

Zeitschrift für Sexualforschung (2003)
» Konzepte der Bisexualität «
Hrsg.: Georg Thieme Verlag Stuttgart
Ausgabe 01, Volume 16
Autor: Ulrich Gooß

Journal of Bisexuality (2008)
» Concepts of Bisexuality «
Hrsg.: American Institute of Bisexuality
Volume 8 Issue 1-2
Autor: Ulrich Gooß

Die Problematik einer nur vom sexuellen Verhalten ausgehenden Bisexuellenklassifikation besteht indes darin, dass sie völlig unterschiedliche sexuelle und zumindest mit genitalen Kontakten einhergehende Verhaltensweisen unter den Begriff der Bisexualität zwingt. Zudem sagt das blosse Faktum, dass ein Mann sexuelle Kontakte mit Männern und Frauen unterhält oder in der Vergangenheit unterhalten hat, wenig über seine Sexualgeschichte und über seine sexuelle Orientierung oder gar seine sexuelle Identität aus. Der Begriff der sexuellen Orientierung wird in empirischen Untersuchungen häufig verkürzt auf die blosse Selbsteinstufung eines Individuums als bisexuell bzw. homo- oder heterosexuell. Damit ist er zwar eindeutig, aber wenig aussagekräftig. in dem Masse aber, wie Annahmen über die Entstehung sexueller Orientierungen in den Begriff eingehen, ergeben sich theoretische Probleme, die in der Homo- und Bisexualitätsforschung vor allem in der Konstruktivismus/Essentialismus-Kontroverse thematisiert wurden.

In der » essenzialistischen Perspektive « wird die bi- oder monosexuelle Orientierung eines Menschen als Resultat einer indivdualistisch frühen und dauerhaften Festlegung im Sinne einer » Determinierung « oder einer » Disposition « aufgefasst. Erklärt wird diese Festlegung durch biologische und/oder psychologisch-psychoanalytische Theorien. Der Sexualwissenschaftler Money etwa postulierte: «Die einzige wissenschaftlich haltbare Position, die man in Bezug auf die Frage der Entstehung von Hetero-, Homo- und Bisexualität einnehmen kann, lautet, dass bei allen dreien » pränatale « und » postnatale « » Determination « im Spiel sind, die sich nicht gegenseitig ausschliessen, sondern gegenseitig beeinflussen. Wirken sie in einer kritischen Periode der frühen Entwicklung zusammen, so resultieren daraus nicht bestimmte Handlungen, sondern eine dauerhafte Orientierung, die in der Regel persistiert und unwandelbar ist» (Money 1988: 129).

Mit diesem Denkmodell sind die psychoanalytischen Überlegungen der Herausbildung sexueller Orientierung, die etwa Morgenthaler (1980), von Friedmann (1993), aber auch von Reiche (1997, 2000) und, wenn auch etwas halbherzig, von Kernberg (2001) vorgetragen wurden, vereinbar. Richard Friedman etwa geht explizit von einer kritischen Periode in der psychosexuellen Entwicklung aus, in der die sexuelle Phantasie dauerhaft differenziert und strukturell als homo-, hetero- oder bisexuell verankert wird. Unabhängig von dem Gewicht, das biologischen und psychologischen Faktoren jeweils zugemessen wird, gilt also in dieser Perspektive, dass ein Individuum eine sexuelle Orientierung «hat» und diese als Erwachsender allenfalls verfehlen, aber nicht grundlegend ändern kann.

Die » konstruktivistische « Sicht fasst demgegenüber Bi-, Hetero- und Homosexualität als durch soziale Zwänge und Definitionsprozesse entstandene soziale Konstrukte auf. Ausgegangen wird von einem zunächst undifferenzierten und in Bezug auf die Objektwahl ungerichteten Erleben, das erst mit oder nach der Aufnahme der sexuellen Praxis durch soziale Prozesse geformt wird. Ob einer mono- oder bisexuell wird, erscheint hier also nicht als Ausdruck einer vorausgegangenen inneren Differenzierung und damit auch eines inneren Zwanges, sondern ausschließlich als Resultat eines gesellschaftlichen Zuschreibungs- und Formungsprozesses, als dem Individuum von aussen aufgeprägte Zwangsgestalt. Diese Sicht geht häufig mit dem einher, was Dannecker das latente «Versprechen» ((1989: 124) des Konstruktivismus nannte, nämlich mit der Auffassung, diese Zwangsgestalten könnten mit mehr oder minder grosser Mühe abgestreift werden. Sexuelle Orientierungen sind also in dieser Perspektive nicht frühe und dauerhaft festgelegte Dispositionen, sondern vielmehr veränderbare sexuelle Präferenzen, über die ein Individuum letztlich selber entscheiden kann.

In der sexualwissenschaftlichen Literatur finden sich zu dieser Frage vor allem vier Sichtweisen: Bisexuelles Verhalten wird als transitorisch, also als vorübergehend, oder als transitionale oder Übergangsform betrachtet, als Abwehrbisexualität eingestuft oder auf eine zugrunde liegende bisexuelle Orientierung im Sinne der bereits erwähnten bisexuellen Differenzierung bezogen.

Wird Bisexualität wie dargelegt als vorübergehendes oder als Übergangsphänomen bzw. als Abwehrbisexualität eingestuft, erscheinen alle Muster bisexuellen Verhaltens letztlich rückführbar auf Hetero- und Homosexualität bzw. auf perverse Männer, die sich vorübergehend oder auch länger bisexuell verhalten.

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Sexualwissenschaftliche
Gegenwart

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» Sexuelle Orientierungsmythen (Dissertation - ) «
Hrsg: Leopold-Franzens-Universität Innsbruck (Gender Open Repositorium)


Die Etabliertheit des klassischen Konzeptes
der sexuellen Orientierung mit seinen stereotypen Kategorien
Hetero-, Bi- und Homosexualität in der Sexualwissenschaft.

Innerhalb der Sexualwissenschaften gibt es zwei fundamental unterschiedliche, dualistische Denk-und Erklärungsansätze zum Diskurs einer sexuellen Orientierung bzw. sexuellen Identität, nämlich mehr "essentialistisch" versus "konstruktivistisch" geprägte Denkrichtungen, in denen sich die teilhabenden Wissenschaftsdisziplinen bzw. deren Vertreter/innen mehr oder weniger stark polarisierend verorten. Dieses Spannungsverhältnis in den Denk-und Erklärungsansätzen ist seit dem Auftauchen und während der zunehmenden gesellschaftlichen Verankerung der Sexualstereotype in Form der Begriffe Bi-, Hetero-und Homosexualität fundamentaler Bestandteil dieses Diskurses zur sexuellen Orientierung geblieben.

Die sexuelle Orientierung, vor allem in Form der drei stereotypen Begriffe Bi-, Hetero- und Homosexualität,als begriffliche Konzeption verweist immer auf eine Geschlechtsidentität und -rolle, also eine eigene Festlegung auf eine der beiden postulierten bipolaren, stereotypen Geschlechterkategorien in Form von männlich versus weiblich sowie eine darauf bezogene sexuelle Ausrichtung auf eine der beiden oder auf beide bipolare Geschlechterkategorien für die eigene Wahl von menschlichen Sexualobjekten. Mit einer so verstandenen sexuellen Orientierung geht demnach immer eine geschlechtliche Positionierung der eigenen Person, aber auch potenzieller menschlicher Sexualobjekte und die Identifikation mit einer korrespondierenden Geschlechtsrolle einher.

Die Begriffe sexuelle Orientierung, sexuelle Präferenz sowie auch sexuelle Identität sind somit im Wissenschaftsfeld einmal synonym, dann wieder als übergeordnete Kategorie des jeweils anderen Begriffes sowie als völlig eigenständige Kategorien in Verwendung, sodass von keiner einheitlichen, eindeutig abgegrenzten Definition dieser Begrifflichkeiten ausgegangen werden kann. Wissenschaftler/innen, die sich auf diese Begriffe berufen oder sie verwenden, müssen dem zufolge immer auch eine bzw. ihre Definition dieser Begriffe vermitteln, um klar zu machen, was darunter zu verstehen ist und wie ihre Aussagen, Ergebnisdarstellungen usw. dahingehend zu beurteilen sind. Fehlt eine eigene Begriffsdefinition oder ein Bezug zur Begriffsbestimmung, sind alle getroffenen Ergebnisinterpretationen ohne entsprechende begriffliche Einordnung erfolgt, und dies widerspricht empirischen Standards.

Schon auf biologischer Ebene zeigt sich jedoch unter neuerer wissenschaftlicher Betrachtungsweise, dass das biologische Geschlecht keiner starren Entweder-oder-Logik folgt, sondern sich sehr variabel, mehr einem Spektrum an Möglichkeiten entspringend darstellt. So wurde ursprünglich angenommen, dass das genetische Geschlecht hinsichtlich der morphologisch äußeren und inneren Geschlechtsausprägung in zwei bipolare Geschlechterkategorien eindeutig sei, was sich nach heutigem Wissensstandals falsch herausgestellt hat. Der Diskurs zur Genetik hat gerade zu Beginn des 21.Jahrhunderts einen radikalen Wandel durchlaufen, der die vormals so eindeutig erschienenen Postulate (z.B. ein Gen entspricht einer bestimmten phänotypischen Ausprägung) als nicht zutreffend nachwies.

In den Wissenschaften findet man einhergehend mit den gesellschaftlichen Polarisierungsdiskursen in eine erklärungsbedürftige versus selbstverständliche Sexualität, parallel eine Spaltung des sexualwissenschaftlichen Wissenschaftsfeldes und Diskurses in den sogenannten Essentialismus versus Konstruktivismus. Hierbei wird auch von der sogenannten "Essentialismus-Konstruktivismus-Kontroverse" gesprochen, die in keinem Wissenschaftsbereich "so unerbittlich und auch so polarisierend geführt" wurde "wie im Rahmen der akademischen Auseinandersetzung mit Sexualität" (Dekker, 2013, S. 35).

Die sexuelle Orientierung als Forschungsgegenstand kennzeichnet sich bis dato durch ihre unspezifische, uneinheitliche, ungenaue sowie fehlende wissenschaftlich fundierte Konzeption aus. Trotzdem wird dieser Forschungsgegenstand reichlich beforscht und die Konzeption einer sexuellen Orientierung unhinterfragt auch im empirischen Bereich vielfach als gegebene Entität verwendet. Das Konzept einer sexuellen Orientierung mit ihren stereotypen Begrifflichkeiten, nämlich Hetero-, Homo-und Bisexualität, resultiert aus einem langen Bestreben, die menschliche Sexualität(en) zu polarisieren und zur Identität von Menschen zu machen. Seit dem ersten Auftreten dieser Begrifflichkeiten in der zweiten Hälfte des 19.Jahrhunderts wird um deren empirische Fundierung im Wissenschaftsbereich disputiert. Die Konstruktivist/inn/en halten das Konzept einer sexuellen Orientierung für ein künstlich geschaffenes, während die Essentialist/inn/en es für eine Entität des Menschen postulieren, ohne dafür bis dato einen empirischen Beleg trotz massiver diesbezüglicher Forschungsbestrebungen geliefert zu haben (vgl. De-Cecco & Elia, 1993). In keinem anderen Forschungsfeld wird die Essentialismus-Konstruktivismus-Kontroverse daher so erbittert geführt wie in der Sexualforschung und spaltet die Scientific Community in zwei Lager.

Die bisherigen Operationalisierungen des Konzeptes einer sexuellen Orientierung beim Menschen haben gezeigt, dass bei Erweiterung der zur Verfügung gestellten Auswahl sexueller Orientierungen, Identitäten oder Ausprägungsmöglichkeiten auf den verwendeten Skalen zu den einzelnen Indikatoren, Variablen oder Item seiner Selbsteinschätzung, die stereotype Dreiteilung in Hetero-, Bi-und Homosexualität nicht mehr hält, sich ein breites Feld an möglichen Überschneidungen auftut und alles in Richtung Kontinuums-oder-Spektrumsansatz weist (vgl. Vrangalova & Savin-Williams, 2012; Korchmaros et al., 2013; Epstein & Robertson, 2014; Klein, 2014; Savin-Williams, 2014; Weinrich et al., 2014).

Beim Diskurs zur Streichung der Homosexualität als Diagnose in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts aus dem "Diagnostic and statistical manual of mental disorders (DSM)" (erfolgte 1973) sowie dem "International classification of diseases (ICD)" (erfolgte erst 1991) oder auch der "Haltung der psychoanalytischen Organisationen gegenüber homosexuellen Bewerbern" (Gooß, 1995, S. 69) nahmen gerade viele damalige prominente Vertreter/innen der Psychoanalyse eine ablehnende Haltung ein und wurden so indirekt zu Argumentationshelfer/innen für die Pathologisierer/innen menschlicher Sexualität (vgl. Gooß, 1995, S. 68 ff.; Rauchfleisch, 1996, S. 143 ff.; Rimml, 2000, S. 20).

Mit der Entdeckung der Hormone und speziell der sogenannten "Geschlechtshormone", hier vor allem zunächst Testosteron und später Östrogen, wurde unser gesamter Körper und die menschliche Sexualität im 20. Jahrhundert zu etwas Chemischem. Im Rahmen dieses Forschungsprozesses wurden alle anderen Hormoneffekte systematisch ausgeblendet oder verschleiert. Schon die Bezeichnung dieser Hormone als "Geschlechtshormone" verfehlte seine suggestive Wirkung im Wissenschaftsbereich nicht und ließ die Forscher/innen alle widersprechenden Erkenntnisse lange Zeit unberücksichtigt lassen. Dass diese sogenannten "Geschlechtshormone" mit einer Vielzahl von anderen regulativen Funktionen betraut sind als nur mit der moderierenden Rolle bei der Geschlechtsdifferenzierung, ist schon Jahrzehnte bekannt,und trotzdem wird auf diese irreführende Namensgebung dieser Hormone nicht verzichtet bzw. daran gerüttelt (vgl. Fausto-Sterling, 2000, S. 147).

Genetische Stabilität und Variabilität (Mutabilität) sind sich wechselseitig bedingende Prozesse, die Entwicklungsprozesse in Bezug auf Anpassung und damit Evolution erst möglich machen. Dieser Prozess wird durch Enzyme gesteuert, die ihrerseits vom hochplastischen Zellstoffwechsel abhängig sind, der wiederum sehr sensibel auf Umweltbedingungen reagiert (vgl. Keller, 2001, S. 53). Es handelt sich also um einen komplexen Regelkreis an inneren und äußeren, wechselseitigen, parallelen, seriellen und komplementären Einflüssen, die manche Forscher/innen wie die US-amerikanische Botanikerin Barbara McClintock, Genetikerin und Nobelpreisträgerin 1983 für ihre Entdeckung des sogenannten "springenden Gens" ("Transponson"), mehr an "ein hoch empfindliches Organ der Zelle" (McClintock anlässlich ihrer Nobelpreisrede 1983, zitiert nach: Keller, 2001, S. 51) denken lässt als an das herkömmliche DNA-Modell, "das ein an sich stabiles, nur gelegentlichen zufälligen Fehlern ausgesetztes Molekül postuliert, und kündigt bereits eine noch weiter reichende Abweichung von der herkömmlichen Evolutionsauffassung an, wonach die Evolution ein Prozess der kumulativen Selektion äußerst seltener Mutationen ist, der zufällig zu höherer Darwin-Fitness, d.h. zu relativ größerem Fortpflanzungserfolg führt" (Keller, 2001, S. 53). So hat man früher angenommen, dass eineiige Zwillinge nicht nur in ihrem Aussehen, sondern auchvon ihrem Erbguther völlig ident sind, ...

Seit dem Auftreten der stereotypen Begriffe Hetero-, Bi-und Homosexualität um die Mitte des 19. Jahrhunderts zum Konzept einer sexuellen Orientierung wird im sexual-wissenschaftlichen Bereich um deren Fundierung, Operationalisierung sowie Objektivierung gerungen und von essentialistischer Forschungsseite Entitätsmythen zur Homosexualität in Form hormoneller, genetischer, neuronaler usw. Scheinbelege bzw. Pseudofakten geliefert, die ausnahmslos einer fundierten wissenschaftlichen Überprüfung nicht standgehalten haben.

Diese kritische Dokumentation zeigt mustergültig die stattfindende sexualwissenschaftliche Entwicklung der Gegenwart auf, worüber sich darlegt, daß die Ergründung der Grundsatzfragen über die Andersartigkeiten der Normitäten dazu geführt haben, daß aus der sich mittlerweile gebildeten interdisziplinären Erforschung heraus die Grundsätze abbilden, daß ein in Betracht ziehendes rein binäres, voneinander scheidendes Geschlechtswesen (männlich/weiblich), derart nicht existiert und sich darüber manifestiert, was man bereits vor über 100 Jahren in seinem Grundsatzwesen bereits erkannte.

Wie die fett markierten Worte aufzeigen, so löst sich darüber sämtliches Verhältniswesen zum Geschlecht auf, insofern es derart seine Erachtung findet. Weder wäre damit verbunden eine Quantifizierung und Identifizierung von männlich und weiblich möglich, noch die einer darauf fußenden Bezugnahme der veranlagten sexuellen Orientierung. Dem gegenüber zeigt jedoch bereits die Unterscheidung von hetero-, homo- und bisexuell veranlagten Männern und Frauen, daß dieses Klassifizierungsmuster unzulänglich ist, nicht nur in seinem Bezugswesen, sondern auch in ihrem eigenen Identifizierungswesen. Jedoch bringt gerade hierin die zentrierende Inbetrachtziehung der Ambivalenzen alles durcheinander, aus dessen Blickfeld heraus eine solche Inbetrachtziehung gar nicht gegeben ist.

Als maßgebliche Fundierung erweist jedoch vor allem, daß man über die Entwicklungen zu den nachweislichen Erkenntnissen gelangt ist, daß man es im Geschlechtswesen mit einer Prägung zu tun hat, deren Umsetzung das Verhältniswesen des darauf Einwirkenden gegenüber steht, jedoch einzig auf die Umsetzung, nicht jedoch auf die Prägung manipulativ eingewirkt werden kann. Gerade das ist auch der Hauptgegenstand der Inbetrachtziehungen der sexuellen Orientierungen, worüber sie sich als unveränderliche Variante einer substanziellen Veranlagung aufweisen. Und gerade darüber zeigt sich auch des Wesens Kern: die Ausgeprägtheit des Einen gegenüber den Ambivalenzen.

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Erfordernisse

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Sinnlichkeit ↔ Sachlichkeit

Der Mensch ist mit veranlagten Konstitutionen und deren Triebe ausgestattet, die sich über den Instinkt intuitiv umsetzen. Dieses Verbundwesen bildet sich im Sexualwesen aus dem, was den Geschlechtstrieb und dem, was den Trieb zur Erfüllung der Einheit sexueller Sinnlichkeit hervorbringt. Es setzt sich reflektiv aus sich selbst heraus um - außer - diese sind nicht ausreichend ausgeprägt und/oder man stellt das geistige Verhältnis darüber und steuert über des Geistes Zügel blindlings das Geschehen. Hierin tritt aufgrund der kulturellen Entwicklung das Geistes- und Sprachwesen grundsätzlich dem regulären Wirk- und Kommunikativwesen des Sinneswesens hinzu und auch gegenüber, als begutachtender Reflektor. Der Geist und seine darüber hervortretende Sprache bringen jedoch dem gegenüber einzig ein sinnmachendes Sinneswesen hervor, da der Geist weder über Sinnesempfindungen oder ein diese Vermittelndes, noch über konstitutionelle Veranlagungen verfügt und sich aus dem heraus befüllt, was über das bewußte Erleben als versinnbildlichte Abbildnisse in die Erinnerung gelangte. Die durch das geistige Sprachwesen gebildeten Spezifikationen und das damit verbundene Erscheinungs(ab)bildnis ist hingegen ein durch Äußeres auf das Objektivierungsbildnis gebildetes, welches einzig in seinem Ursprung der Bildung dessen fundierend aus dem Subjekt des Selbst heraus gebildet ist und grundsätzlich des hinzufügens des Erlebens des Sinnesverhältnisses bedingt, ohne daß das Bezeichnende selbst nicht in Erscheinung tritt (Subjekt ↔ Objekt). Darauf basiert das grundsätzlich Relative des Sinnlichkeitswesens gegenüber dem Sachlichkeitswesen. Darüber legt sich auch die Gegebenheit der in Betracht ziehenden Veranlagung dar, gemäß dem das direkte Bezugsverhältnis einzig dem Inneren gegeben ist, indess diese Sprache sich als ein Äußerndes stellt, dies dem gemäß zu (v)ermitteln.

Der Reifungsprozeß

Gegenüber dem instinktiven/intuitiven Geleitwesen, bedingt es des geistigen Leitwesens des Entwicklungs- und Ausbildungsprozesses und somit befindet man sich zunächst auch in einem damit verbundenen Zustand von Unbewußtsein, Unbedachtsamkeit und Unkenntnis. Die Erfüllung fundiert sich durch das bewußte Erleben, geleitet durch die Achtsamkeit, worüber sich auch die (Er)Kenntnisse dem Bildungsprozeß hinzu gesellen. Über die Übertragung in und Anwendung der Sprache indess gestaltet sich die Aufspaltung von Subjekt und Objekt, die durch die Anwendung der Sprache bedingt ist, da sie zur Kommunikationsfähigkeit aus dem Allgemeinverhältnis heraus gebildet sein muß, um als solche zu funktionieren. Auf diesem Verhältnis fußend, kommunizieren wir somit alle miteinander relativ dessen Verhältniswesen zum Selbst des Subjekts. Wendet man indess die Sprache im und für sich selbst an, bedingt es dazu einer eigenen Sprachbildung, welche gleichermaßen aus dem Subjekt-Objekt-Verhältnis heraus gebildet ist, um darüber auch mit anderen kommunizieren zu können und mit anderen Gemeinschaft pflegen zu können, was ohne diese Sprache regulär nicht mehr stattfindet. Dem gegenüber ist die Handlungssprache fast gänzlich in den Hintergrund getreten, derer es der Bildung nicht bedingt, da es Bestandteil des reflektiven Empfindungswesens ist, aus diesem heraus über das Handlungswesen hervortritt und somit als Natürlichkeit einem jeden Lebewesen gegeben ist, sodaß es auch keines Bildungsprozesses bedingt, um es zu handhaben, zur Ausführung oder des Nachvollzuges dessen. Gerade im sexuell sinnlichen Miteinander hat sie jedoch nach wie vor noch eine zentrale Stellung und ist weitläufig auch noch das Primäre, was darin seine Erachtung erfährt. Die Reifung ergibt sich regulär über das Erleben und auch in dem Bezug separiert sich als solches Sprache und Sache, die entsprechend aufeinander einzurichten sind.

LG→(B↔A)→(T↔T)→I→Q→+

Dem entsprechend begründet sich der Entwicklungsprozeß der Sache aus den Auseinandersetzungen des eigenen Selbst, mit dem des Seins als solchen und entfaltet sich entsprechend seiner Wechselwirkungen über das Sprachverhältnis. So war es hierin auch die Spezifikation der Sache, worüber die stattgefundene Umsetzung Gestalt annahm, indem, ausgehend von homosexuellen Akademikern (Hirschfeld und Co.) konstruktive sprachtechnische Abbildnisse geschaffen wurden, worüber die Sache selbst auch in seiner Gegebenheit allgemeingültig vermittelbar und darüber auch in das Allgemeinwesen übertragbar wurde und somit auch dieses Kombinat seinen allgemeingültigen (an)erkennenden Stand erlangte. Aus diesem Verhältnis heraus entstand auch ein allgemein akademisch koordinierendes Ausweiten zur Ergründung und Aufklärung der weiteren Andersartigen sexueller Konstitutionen. Gegenüber der Entwicklung zur Transsexualität bildete sich im Verlaufe eine nichtakademische Personalunion, um in Verbindung mit ihrer gebildeten Deklaration 'Transgender' ihre spezifisch zu unterscheidende Eigenart auf- und einzubringen. Das akademische Verhältniswesen zur Bisexualität gelangte in ihren Anfängen hingegen zu einem Mißverhältnis, aufgrund dessen man die Präsenz beiderlei Geschlechter in Verbund des Gegenüber mit dem Selbst brachte und darüber hinaus konstatierte, daß alle Menschen geschlechtlich bisexuell seien. Aufgrund der prinzipiellen Ablehnung dessen verschwand es dann auch regelrecht wieder in der allgemeinen Versenkung. Über die Kinsey-Studien gelangte es hingegen zu einer euphorischen Übernahme in der Allgemeinheit, dem es jedoch der unterscheidenden spezifizierenden Deklaration der Ambisexualität entbehrte. Maßgeblich ist, daß die Bisexuellen nie Bestandteil deklarierender und erläuternder Instanzen waren und keinerlei Personalunion derer selbst sich je bildeten und auch nicht konnten, aufgrund ihrer mißlichen Lage, die sie sich selbst nicht wiedererkennen läßt in dem sprachtechnischen Wiedergabekonstrukt der Allgemeinheit. Betrifft dies hingegen nur diese selbst? Keineswegs!

Veranlagung → Identität ↔ Konstellation

Betrachtet man sich hierzu die Entwicklung der Gemeinschaftsbildung der Interessenvertretungen, so wurde der Grundstock aus LGA gebildet und nicht, wie es den Anschein hat(te), aus LGB. Initiiert wurde es ursprünglich aus der Ermessensgrundlage heraus, daß die Eingliedernden 'unterentwickelte Homosexuelle' seien. Hingegen stellte sich über den verbundenen Ablauf heraus, daß es sich gar nicht darum handelt und die Ambisexuellen die Eigenständigkeit ihrer Wesensart statuierten, ohne jedoch das Deklarationswesen anzupassen - gemäß dem sich als Ambisexuelle zu deklarieren. Betrachtet man sich die Ausweitung der Angliederungen, so geht diese über den als sexuelle Veranlagung anerkannten Bereich hinaus LG(BA)(TT)I→Q+ und es findet jegliches sich Statuierende seine Integrierung. Auch darüber zeigt sich, daß die Ermessung grundsätzlich nicht mehr die Inbetrachtziehung der Veranlagung ist, sondern der 'sexueller Identitäten'. Hierüber kann man sich auch verdeutlichen, daß es den anderen Veranlagten zwischenzeitlich nicht sonderlich anders ergeht, als den Bisexuellen und verdeutlicht die Relevanz der erforderlichen Deregulierung.

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Ambisexualität

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Worum handelt es sich somit konkret bei der Ambisexualität? Hierzu gilt es, sich zu verdeutlichen, daß wir über diverse veranlagte Konstitutionen verfügen, unter anderem die des Charakters, der Begabung und der sexuellen Konstitution. Diese Veranlagungen zeigen sich einerseits über die Triebe, oder besser gesagt, über die instinktiv stattfindenden treibenden Wirkungen und somit auch dem damit verbundenen Intuitiven und das Stattfindende des Handlungswesens. Das Wirkungsverhältnis beruht auf der Ausprägung der Konstitution. Hierin gibt es zwei Bewandtnisse, einerseits in der Differenzierung der Ausprägung einer Spezialisierung und somit, ob es sich zu einem Hetero, Homo oder Bisexuellen ausprägt, gemäß dem es abseits dessen auch bezüglich der männlichen und weiblichen Geschlechtsorganen seine Ausbildung erfährt. Und andererseits, bezüglich der Ausgeprägtheit des Triebes in seiner Wirkungsintensität/-kraft. Es verhält sich hierin nicht anders, als beim Charakter und der Begabung, worin die Ausgeprägtheit gleichermaßen das Kernwesen des daraus Hervortretenden ausmacht und sich gemäß dem umsetzt. Die Ausgeprägtheit ist nicht bei jedem Menschen gleich und variiert einerseits in dem, zu was es sich umsetzt, in seiner substanziellen Differenzierung und andererseits ist auch die Ausgeprägtheit des Triebes unterschiedlich, sodaß hierin eine Varianz zwischen starker und schwacher Ausprägung der Trieberwirkung besteht. Darauf basiert das spezifizierende Merkmal, welches man im Bezug auf die Ambisexualität antrifft - es handelt sich um eine schwache Ausprägung. Es ist ein relatives 'ist/-nicht' und dem gemäß ist auch die umsetzende Wirkung entsprechend, sodaß bei entsprechend schwacher Ausprägung sich auch keine Spezifizierung darüber aufweist.

Maßgeblich hierin ist jedoch der Grad der Ausgeprägtheit, gemäß dem es entsprechende graduelle Unterschiede gibt, die sich auch als kategorische Verhältnisse aufweisen. Maßgeblich ist gleichzeitig aber auch die Aspektierung des Inbetrachtziehungsverhältnisses, gemäß dem sich hierin das Ausgeprägtheitsverhältnis dem Unausgeprägtheitsverhältnis gegenüber stellt. Aufgrund dessen tritt gemäß des Händlings des Erachtungswesens, in welchem es als solches - seiner Ausgeprägtheit des Eigenwesens - seine Inbetrachtziehung erfährt, auch eine Spezifierung darüber hervor und erfährt sein Erfüllungswesen. Dem gegenüber führt es jedoch in Anbetracht der Vorgabe eines anderweitigen Erfüllungswesen zu einem Mißverhältnis. So ist hierin dem entsprechend auch zu unterscheiden zwischen Ambisexuellem (des in Betracht ziehenden und Händling der Ausgeprägtheit) gegenüber der Wesenserachtung gegenüber der Unausgeprägtheit, was sich als solches kategorisch von der Ambisexualität unterscheidet. Die sachtechnisch-thematische Inbetrachtziehung ist eine jeweils grundlegend andere. Betrachtet man sich hierzu Kinsey's Aufbringen und Infragestellung, was es mit den 3ern und den 1,2,4,5ern auf sich hat und wie es sich damit verhält, dann kann man es sich darüber verdeutlichen, sowie auch über die präsenten diversen Spezifikation, wie Pansexualität und Vergleichbarem. Die Ambisexualität als solches bezeichnet somit auch (undifferenziert) rein die Ambivalenz.

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Transgender

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Ein vergleichbares Mißwesen trifft man bezüglich des Transgenderwesens an, was ich aus pragmatischen Verhältnis heraus auch daraus hervortretend erfuhr. Ursprünglich gab es hierin einzig die Deklaration der Transsexualität in seinem Bezugsverhältnis der Transferierung in Verbindung mit der Geschlechtsumwandlung/-anpassung. Aufgrund dessen bildeten einst auch Diejenigen, welche gerade dies ablehnten und ihre geschlechtliche Präsenz akzeptiert leben, die davon sich unterscheidende Deklaration des Transgenders. Gerade darin besteht der eigentliche Kern der Unterscheidung. Es stellt sich somit ähnlich dem Verhältnis von Bisexuellen und Ambisexuellen in seiner spezifischen Unterscheidungsverhältnis des Kernwesens. Betrachtet man sich hierin den Verlauf, so sind darin die Spezifizierungen der Deklarationen aufgrund des Bezugswesens gänzlich durcheinander geraten. Wie in einem » Gutachten des BmFSJ « nachzulesen ist, so ist man noch nicht einmal mehr in der Lage, die Vielzahl der entstandenen Deklarationen und deren Spezifikationen überhaupt zu erfassen. In der Inbetrachtziehung des Jeweiligen erweisen sich jedoch gleichermaßen die Interessenvertretungen das Ihrige darin repräsentieren. Und so hat auch die Forschung so ihre eigenen Bewandtnisse mit eingebracht:

» Gutachten des BmFSJ «

"Es hat sich aber im Laufe der letzten zehn Jahre zunehmend den Begriff 'transgender' anstelle von 'transsexuell' etabliert, um die Abgrenzung von dem binären und pathologisierenden, von Medizin und Sexualforschung der 1970er Jahre geprägten Begriff der 'Transsexualität' zu verdeutlichen."

"Seit den 1990er Jahren lässt sich also eine Vervielfältigung der 'Forschungsgegenstände' und ihrer begrifflichen Fassung, der Erkenntnisinteressen und der Fragestellungen im hier interessierenden Feld beobachten. Auch die disziplinären Zugänge lassen sich seitdem weniger scharf abgrenzen: Auch diejenigen neueren Studien, die sich dezidiert in der Soziologie verorten und kritisch-reflexiv an soziologische Ansätze und Wissensbestände anschließen, beziehen sich zugleich auf nicht-soziologische Forschungszugänge und -ergebnisse eines sich herausbildenden transdiziplinären Feldes, der 'Transgender Studies'."

Des weiteren der Verlauf des medizinischen Verhältnisses, dargelegt über die DSM-Spezifizierung.

DSM - Nr. Diagnosegruppe Name der Diagnose
DSM-I
(1952)
Nicht vorhanden Nicht vorhanden
DSM-II
(1968)
Sexuelle Deviationen Transvestitismus
DSM-III
(1980)
Psychosexuelle Störungen Transsexualismus /
Geschlechtsidentitätsstörung
im Kindesalter
DSM-III-R
(1987)
Störungen mit Beginn
im Kleinkindalter, in der
Kindheit oder Adoleszenz
Transsexualismus /
Geschlechtsidentitätsstörung im Kindesalter,
Geschlechtsidentitätsstörung in der Jugend
und im Er- wachsenenalter und
nicht-transsexueller Typus
DSM-IV
(1994)
Sexuelle Störungen /
Geschlechtsidentitätsstörungen
Geschlechtsidentitätsstörung bei
Jugendlichen oder Erwachsenen /
Geschlechtsidentitätsstörung bei Kindern
DSM-IV-TR
(2000)
Sexuelle Störungen /
Geschlechtsidentitätsstörungen
Geschlechtsidentitätsstörung bei
Jugendlichen oder Erwachsenen /
Geschlechtsidentitätsstörungen bei Kindern
DSM-5
(2013)
Geschlechtsdysphorie Geschlechtsdysphorie bei
Jugendlichen und Erwachsenen
Geschlechtsdysphorie bei Kindern

Maßgeblich ist hierin vor allem auch, daß das 'subjektive Empfinden' zum ermessenden Maßstab wurde. Und darüber gelangt dies auch zwangsläufig zum Kern der Angelegenheit, nämlich in der Klärung der Infragestellung, wie es sich mit dem 'objektiven Empfinden' dem gegenüber verhält! Gerade darauf beruht nämlich die bedingende Auseinandersetzung mit dem Erfüllungsgegenstand des Selbst in seinem Verbund mit dem des Gegenüber (was bei der Inbetrachtziehung der Bisexuellen fehlt - es ist nicht das Geschlecht, welches die Erfüllung erwirkt)! Dies begründet sich im Selbst aus der Reflektion des Äußeren heraus (als Vakuum oder Anreiz) hervortretend und erfährt darüber seine ausgehende Inbetrachtziehung beiderlei Verhältnisse des Verbundswesens, wie es sich 'als solches' damit verhält. Und wie es mich das Leben lehrte, so muß man hierzu erst einmal erfahren, zwischen Begehren und Lieben zu unterscheiden, denn die Liebe entsteht überhaupt erst aus der Resonanz heraus und so zeigt sich auch einzig darin der wahre Wesensgehalt. Bei den Bisexuellen und Ambisexuellen klärt es sich eben genau darüber und in keiner Weise rein über das Selbst, dem gegenüber diese Inbetrachtziehung bei den Trans* ebenfalls der Erachtung bedingt. Wie stellt es sich somit bezüglich deren Sexualpartner? Angeblich hat das Eine nichts mit dem Anderen zu tun, aber gerade hierin, wie auch im Zwitterwesen, ist doch eine anderes Geschlechtswesen von Grund auf präsent. Es ist somit auch ein von Grund auf in Betracht zu ziehender Aspekt, worüber man gleichermaßen auch in dieser Wesensart die erforderliche Aufklärung erlangt.

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» Transsexualität und menschliche Identität (2000) «
Christiane Ant

Im 20. Jahrhungert werden Hermaphroditen nicht nur von den ÄztInnen einem Geschlecht zugeordnet, sondern auch noch geschlechtsangelichend operiert. 1910 konzipiert M. Hierschfeld die Lehre der sexuellen Zwischenstufen, bei der vier Gruppen von Geschlechtsmerkmalen unterschieden werden: die Genitalien, andere körperliche Merkmale, der Sexualtrieb und sonstige seelische Eigenschaften. Jede Gruppe umfasst wieder verschiedene Zwischenstufen und so ergeben sich Formen von Hermaphroditismus, Homosexualität und Bisexualität in Abstufungen; dies führte zur Entspezifizierung von Homosexualität. Die Transsexuellen werden von Hirschfeld noch Transvestiten genannt und zum ersten Male wird damit dieser Begriff in seiner umfassenden Monographie verwandt. Er soll alle Tendenzen, die Kleidung und das Gebahren des anderen Geschlechts u übernehmen, zusammenfassen. Dieses Modell wird zehn Jahre später von Freud abgelöst, der den individuellen Geschlechtscharakter zwischen drei Parametern verortet: den körperlichen Geschlechtsmerkmalen, der psychischen Geschlechtseinstellung und dem Zielpunkt der sexuellen Geschlechtswahl. Zudem betont er die natürliche Bisexualität aller Menschen. Immer noch findet sich der Wunsch nach Geschlechtswechsel von den WissenschaftlerInnen unter Homosexualität subsumiert.

1918 registriert M. Hirschfeld den Wunsch nach Korrektur des physischen Geschlechts als ein von Transvestiten und Homosexuellen unabhängiges Merkmal, wodurch auch der Transvestitismus an Eigenständigkeit gewinnt. In den 20er Jahren werden erste Experimente mit entgegengesetzten Sexualhormonen gemacht, da es nunmehr möglich ist, Sexualhormone zu synthetisieren. Geschlechtskorrigierende Eingriffe bei männlichen Transsexuellen wurden /.../ schon 1926 durch Mühsam und 1931 durch Abraham in Berlin vorgenommen sowie 1933 von Pokorny und Bondy in Prag.

Mit dem 'Gesetz zur Verütung erbkranken Nachwuchses' beginnt ein Kapitel offener Diskriminierung (zeitweise sogar Vernichtung), das bisher noch nicht abgeschlossen ist. Denn einer der Kernpunkte besteht in einem offenen Fortpflanzungsverbot, das Lesben und Schwule in gemilderter Form tritt, Transsexuelle in härterer. Erst am 21. Juni 1974 wurden die Nazi-Gesetze aufgehoben, doch schon 1969 tauchen im Kastrationsgesetz ähnliche Gedankengänge auf, die sich ebenfalls im Transsexuellengesetz von 1980 finden.

Bis in die 70er Jahre werden nicht nur Transsexuellen, sondern auch Transvestiten und sogar Homosexuellen Medikamente verabreicht, die deren Wünsche eindämmen sollen Erste geschlechtsangleichende Operationen zeigen nur mäßigen Erfolg, dennoch entwickelt sich diese Behandlungsmethode besonders in den USA seit den 50er Jahren rasant weiter. Der breiteren Öffentlichkeit wird das Phänomen Treanssexualismus durch Christine Jörgensen publik, die in mehreren Operationsschritten in Kopenhagen und den USA zu einer biologischen Frau wird. Erst H. Benjamin bringt als Reaktion auf diesen Fall den Begriff der Transsexualität 1953 in die medizinische Diskussion und grenzt ihn so von dem Transvestitismus und Homosexualität ab. Im selben Jahr erschein von C. Hamburger ein Bericht über den Fall Jörgensen, der beispielhaft für eine transsexuelle Entwicklung wird. Verschiedentlich wird behauptet, der Begriff sei von W. Hirschfeld bereits 1923 geprägt worden, dies sei jedoch immer wieder übergangen worden. Richtig ist, dass W. Hirschfeld den Begriff 'seelischer Transsexualismus' gebraucht, jedoch auf Transvestiten anwendet.

» Inter*sexualisierung «
Klitorektomie und das Konzept der angeborenen Bisexualität
Lena Eckert

Der Deutsche Ethikrat schreibt 2012 in seiner Stellungnahme Intersexualität:

Irreversible medizinische Maßnahmen zur Geschlechtszuordnung bei DSD 1-Betroffenen, deren Geschlechtszugehörigkeit nicht eindeutig ist, stellen einen Eingriff in das Recht auf körperliche Unversehrtheit, Wahrung der geschlechtlichen und sexuellen Identität und das Recht auf eine offene Zukunft und oft auch in das Recht auf Fortpflanzungsfreiheit dar" (Deutscher Ethikrat 2012: 174).

Es geht hier um medizinische Eingriffe an Inter*sexuellen, die in deutschen Krankenhäusern seit mehreren Jahrzehnten vorgenommen werden. Dem Ethikrat zufolge handelt es sich hierbei um grundlegende Verletzungen der Menschenrechte. Es stellt sich die Frage, auf welchen Grundlagen diese psycho-medizinischen Diskurse zur Inter*sexualisierung beruhen und woher die binär codierte Geschlechtszuordnung innerhalb der Theorien und Praxen stammt. Die Spur führt von Deutschland nach Nordamerika und wieder nach Deutschland.

Zwischen 1955 und 1957 publizierte das Forschenden-Kollektiv der Sexualwissenschaftler_innen und Psycholog_innen John Money, Joan Hampson und John Hampson am Johns-Hopkins-Universitätskrankenhaus in Baltimore (USA) eine Serie von Artikeln. Die darin formulierten Thesen, dass Inter*sexualität ein medizinisches Problem darstelle und behandelt werden müsse, hatten einen maßgeblichen Einfluss auf den Prozess der Inter*sexualisierung in den folgenden Jahrzehnten, sie prägen die Behandlungspraxen bis heute (Money et al. 1955, 1955a, 1955b, 1956, 1957).

Im Oktober 2005 kamen auf einer Konferenz in Chicago, die von der Lawson Wilkins Pediatric Endocrine Society (LWPES) und der European Society for Pediatric Endocrinology (ESPE) ausgerichtet wurde, 50 internationale Expert_innen und zwei Inter*sex-Aktivist_innen zusammen, um neue Forschungs- und Behandlungsperspektiven für Inter*sexualität/Inter*geschlechtlichkeit zu formulieren. Das sogenannte Consensus Statement (Hughes et al. 2006) - die Tagungspublikation - führte den neuen Begriff "Disorders of Sexual Development (DSD)" als Bezeichnung für Inter*sexualität ein. Dieses Dokument konstatiert: "a key point to emphasise is that the DSD child has the potential to become a well-adjusted, functional member of society" (Hughes et al. 2006: 151). DSD wird oft als "Störung der Geschlechtsentwicklung" ins Deutsche übersetzt (vgl. Thyen et al. 2007). Der Deutsche Ethikrat grenzt sich zwar in seiner Stellungnahme Intersexualität (2012) von dieser Übersetzung als "Störung" aufgrund der Beschränkung auf die biologisch-medizinische Beschreibung eindeutig ab (Deutscher Ethikrat 2012: 12) und verweist auf die Bezeichnung "Differences of sexual development", die die Unterschiede benennt. Trotzdem zitiert er immer wieder die im Umfeld des Chicagoer Consensus Statements stehenden Publikationen.

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Dreiecksbeziehung

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Die » Dreiecksbeziehung « stellt sich als eine der vielfältigen Bezeichnung, worüber man auf Darlegungen bisexueller/ambisexueller Verhältnisse stößt. Diese Deklaration ist hingegen substanziell ein Sachverbund gemäß des Individualwesens von Beziehung, die unter anderem auch eine Geschäftsbeziehung sein kann.

Die » Dreiecksgeschichte « ist eine Figurenkonstellation, Motiv und Erzählmuster im Darstellungswesen (siehe auch » Filmlexikon «). Dies bezieht sich regulär auf das Liebesverhältnisse, was sich vor allem über die Übersetzungen hervorbebt: » love triangle « und ménage à trois. Bei » Dreier « und » threesome « handelt es sich hingegen um eine jargonmäßige/umgangssprachliche Anwendung, wie spezifisch auch bei » Flotter Dreier «.

Ein auf das substanzielle Prinzip eingehendes Bezugsverhältnis findet man hingegen über das Zahlenverhältnis der Drei(heit), maßgeblich der » Triade «, wozu ich hier die Beschreibung der sexuellen Konstellation von » Pedro Kreye « darlege, gemäß dem man sich jedoch prinzipiell in der » Philosophie « und im theosophischen Bezugsverhältnis der » Trinität « gewidmet hat.

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Bisexualtität

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An dieser Stelle möchte ich einmal auf den Kern der Angelegenheit des geistigen Mißverhältnisses gegenüber dem Nachvollziehen eingehen, was an und für sich ganz einfach ist, da es nämlich logisch ist. Die Inbetrachtziehung der Bisexuellen bezieht sich auf die Gegebenheit des sexuellen Bezuges 'mit zwei Geschlechtern'. Ist einfach, hingegen jedoch noch nicht logisch, denn wenn eine Person mit zwei Geschlechtern den Verbund bildet, dann sind es Dreie. Und somit hat im Verbund zwangsläufigerweise eine Person keinen Bezug zu zwei Geschlechtern (MFF/FMM). Hierin besteht der Kern der Angelegenheit des Mißverhältnisses, wenn einzig der Bezug zu zwei Geschlechtern in Betracht gezogen wird! Dreht man hingegen den Spieß 'rum und erachtet die Gegebenheit aus dem Verhältnis der Dritten, bei denen es sich anders verhält, erfährt es ein ganz anderes Sichten. Gerade dies ist es jedoch das, was man nicht nachzuvollziehen weiß. Aus Sicht der Dritten ergibt sich hingegen der fehlende Bestandteile der Logik, denn die sexuelle Konstitution basiert nur sekundär auf dem Geschlechtsbezug und ist nicht gleich bei allen Dreien. Es bezieht sich primär auf die Einheit der sexuellen Veranlagung und klärt des weiteren auch darüber, daß es sich hierbei weder um ein hetero oder homosexuelles Verhältnis handeln kann, da dies nicht dessen Verbindungsverhältnis ist und zeigt ebenfalls darüber auch die Primärstellung und Eigenständigkeit der Veranlagung auf. Die Logik, daß sich über den Geschlechtsbezug das Veranlagungswesen aufzeigt ist somit passenderweis der wesentliche Bestandteil, nur ist die Unterscheidung des Bisexuellen gegenüber dem Hetero- und Homosexuellen zu berücksichtigen und maßgeblich das des Verhältnisses des zu-Dritt.

Dritte              M          ←   →          F         
  /          \ /          \
Pondants     F F M M

Bei der Konstellation handelt es sich um zwei Varianten. Und wie man aus dieser Veranschaulichung heraus ersehen kann, ist das zu-zwei-Geschlechtern-Verhältnis einzig bei jeweiligen beiden Pondants einer Konstellation gleich, hingegen differenziert es sich gegenüber der beiden Pondants der anderen Konstellation. Ein derartiges differenzierendes Konstellationverhältnis trifft man auch in der Homosexualität an, gemäß dem es sich darin zwischen männlicher und weiblicher Homosexualität unterscheidet. Hierin spezifiert und es sich hingegen nicht über den Geschlechtsbezug, sondern über das eigene Geschlecht in Verbindung mit der Positionierung in der konstellativen Einheit, worüber es jeweils seine Eindeutigkeit erfährt. Die Bezeichnung lautet dem entsprechend: bisexuelle(r) Dritte und männliche/weibliche Pondants. Gerade über die Bisexualität zeigt sich, was man auch im Bezug der Homosexualität erkannt hat, daß nicht das körperliche Geschlechtswesen ausschlaggebend ist, sondern daß es sich um eine davon differende Eigenständigkeit handelt, welche zwar im Verbund mit dem Wirkwesen des Geschlechtswesens einher geht, jedoch nicht Bestandteil des Geschlechtswesens ist (Psyche ↔ Physis).

Ich selbst kannte anfänglich noch nicht einmal den Begriff und auch nicht die Gegebenheit der Bisexualität und so sah auch ich zunächst einzig den speziellen Bezug zu Frauen, den ich gegenüber Männern vorzog. Und über das Kennenlernen der Transsexualität erwies sich diese als eine Passform, gemäß dem ich wohl feminin veranlagt sei. Im Wandlungsprozeß, welchen ich eine Weile vollzog, gelangte ich jedoch an den Punkt, daß ich erkannte, daß dies völlig unpassend ist, da ich einerseits ersah, daß es sich gar nicht um ein feminines Verhältnis handelt und vor allem aber sich daraus die Partnerverbindung in Frage stellte, zumal die Sexualpartner der mir bekannten Transsexuellen allesamt Homosexuelle waren. Darüber hinaus verdeutlichten mir die Erlebnisse anbahnender Verbindungen des zu Dritt mit zwei Frauen, in welchen eine Homosexuelle beteiligt war, das Prinzipielle der eingerichteten Gegebenheit darüber, daß sie völlig allergisch auf meine Präsenz reagierten. Und so ergab sich gerade aus diesen Erfahrungen heraus auch meine ausgehende Klärung der Sexualverbindungen, daß sich die Sexualpartner grundlegend als gleichgesinnt stellen: Homosexuelle mit Homosexuellen, Heterosexuelle mit Heterosexuellen und Bisexuelle mit Bisexuellen. Und damit war das Thema der Orientierungssuche für mich zunächst einmal abgeschlossen. Hierzu gilt es mir noch anzumerken, daß mein Blick damals dem Verhältnis der Transgender galt, jedoch die sachspezifische Differenzierung und deren Deklaration mir noch nicht bekannt war. Gerade der Sachstand der Amputation wurde nämlich von mir von auf Grund erst gar nicht in Betracht gezogen, was darüber hinaus letztendlich verdeutlichte, daß es mit meiner Andersartigkeit an Männlich-/Weiblichkeit im Kernwesen doch etwas anderes auf sich hat, als in dem der sexullen Ausrichtung und ebenfalls nicht rein aus dem körperlichen Geschlechtswesens heraus gebildet ist. Stellt man die heterosexuellen, homosexuellen, wie die Dritten und Pondants der bisexuellen Männer einerseits und die entsprechenden Frauen andererseits nebeneinander, so verdeutlicht sich der eigentliche Hintergrund dieser differenzierenden Gegebenheit, die sich aus dem Kombinat der geschlechtlichen Präsenz seines Selbst und der der sexuellen Erfüllung sich ergibt.

Was sich mir verdeutlichte war auch, daß es grundsätzlich so ist, daß einem die Triebe zur Erfüllung 'treiben', aber doch selbst die Erfüllung nicht aufweisen, obwohl sie es doch scheinbar beinhalten. Und auch findet dieses Treiben nur statt im Verhältnis der Resonanz und somit, wenn sich Bedürftigkeiten einstellen. Und das wir es derart erleben, wie es stattfindet, hängt nicht nur an den Trieben, sondern vor allem auch an unserem geistig gesteuerten Handeln, welches sich einzig auf das beziehen kann, was man kennt. Daraus ergibt sich auch das primäre Verhältnis des Unbewußtseins, der Unbedachtsamkeit und der Unkenntnis. Und so habe auch ich zunächst meine erlebenden Erfahrungen machen müssen und erst als ich gegenüber den zunächst relativ Seienden, eine ideale Vervollständigung im zu Dritt antraf, ergab sich mir überhaupt erst Klarheit. Was sich mir ebenfalls jedoch verdeutlichte war, daß es in dem bedingenden geistigen Verhältnis gleichermaßen der Vermittlung darin bedingt. Und diesbezüglich geriet ich dann auch erlebenstechnisch zur Klarheit darüber, daß das eigene Selbstbewußtsein und Selbstvertändnis alleine nicht ausreicht und es dessen auch beim Gegenüber bedingt und auch der vermittelnden Kommunikation.

Folglich setzte ich mich mit dem verfügbaren Wissen darüber auseinander und begann die geschichtliche Entwicklung zu ergründen. Darüber zeigte sich, daß in den 1920er Jahren die öffentlich aufgekommene Beschäftigung mit der Bisexualität in Verbindung gebracht wurde mit den erlangten Erkenntnissen, daß sich das körperliche Geschlecht erst nach der 6. Schwangerschaftswoche ausdifferenziert zu einem Männlichen oder Weiblichen (gemäß der ursprünglichen Präformationstheorie - später leitende Inbetrachtziehung: Epigenese!). Ursprünglich bezog sich die Bezeichnung ja gerade auch darauf, daß die Theorie bestand, daß die Bisexualität darauf beruht, daß beide Geschlechter im Selbst beinhaltet sind. Hierüber trat jedoch das öffentlich werdende Verhältnis auf den Plan, daß alle Menschen bisexuell seien. Aus diesem Verbundsverhältnis ergab sich dann auch eine grundsätzlich ablehnende Haltung dem gegenüber, sodaß die Bisexualität im weiteren Verlauf regelrecht vom Bildschirm verschwand. Bis in der 1940er Jahren von einem amerikanischen Wissenschaftler, Alfred C. Kinsey, eine neue Theorie aus seinen Statistiken heraus gebildet aufkam, die auf dem Dazwischenstehenden zwischen Hetero- (0) und Homosexualität (6) seiner Kinsey-Skala das repräsentiert, was man fortan als bisexuell handhabte. Es kam nämlich, wie es kommen mußte, indem nämlich das bestehende Vakuum zur Erklärung der Bisexualität die Popularisierung seines Aufbringens beförderte und sich zur regulären Ermessung dessen entwickelte. Sämtliche Repräsentanten der sogenannten Bisexuellen übernahmen Kinsey's Prinzip. Als wesentlicher Hintergrund des Verlaufes erweist sich vor allem auch, daß einzig die Bisexualität überhaupt diesen Status besaß und die Ambisexualität dem gegenüber außen vor steht und sich in Verbindung mit der Spezifierenden des Dazwischenstehen zwischen 0 und 6 fortan dies zur alleinigen Instanz der Inbetrachtziehung wurde. In den forschenden Fachkreisen war indess generell die reguläre Unterscheidung nach wie vor der Maßstab der Inbetrachziehung. Elementar war darüber hinaus die eigenwillige Spezifizierung, welche bei den Homosexuellen seine Umsetzung erfuhr, wonach es sich dabei um unterentwickelte Homosexuelle handelt.

Genau das einzig repräsentierte sich mir auch, als ich vor 6 Jahren es unternahm, meine Aufklärung in die diversen Bereiche einzubringen und war auch der Grund, warum ich meine Aktivitäten nach kurzer Zeit wieder einstellte, da die Deklaration sich allerorts einzig als ein Deckmantel erwies und Bisexuell(es) überhaupt nicht darin anzutreffen war. Und so bringe ich jetzt dies wiederum auf, da ich erfuhr, daß mittlerweils all die Repräsentanten verschwunden sind und sich alles wegbewegt von dieser Repräsents des Deklarationsbezuges. Wie sich über die Hintergrundinformationen aufweist, so hat genau das stattgefunden, was sich mir damals bereits darbot, daß nämlich die Ambisexuellen gar nicht einpaßbar sind, vielmehr deren einbeziehender Maßstab das Ganze dem Zerwürfnis aussetzt. Und vor allem haben diese in der Zwischenzeit in aller Deutlichkeit vermittelt, daß es sich bei ihnen um ein Eigenwesen handelt. Ein Eigenwesen, in dem einzig relativ des Verhältnisses anderes und somit auch Hetero-, Homo- oder Bisexuelles seine Bewandtnis darin erfährt!

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Spezifikation

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Die Inbetrachtziehung des reinen zu-zwei-Gechlechter-Prinzips stellt sich als völlig unzureichend, unpassend und gar irreführend und erweist sich auch als zugrunde liegende Ursache der Vermischung mit Ambi-, Homo- und Heterosexuellem und/oder mit nicht auf dieser Veranlagung beruhenden Gegebenheiten. Der reine Geschlechtsbezug ist grundsätzlich mißfällig, da hierin nicht das körperlich/physische Geschlechtswesen die leittragende reguläre Wesensart hervorbringt und aufweist, sondern die davon differenzierte psychische Veranlagung der sexuellen Ausrichtung. Leittragend ist gegenüber dem sich differenzierenden Geschlechtsbezug das Einheitswesen des Gleichen der Gesinnung (der Ausrichtung), gemäß dem sich auch die jeweilige Einheit von Hetero- Homo- und Bisexualität spezifiziert und gleichzeitig voneinander abgrenzt. Dem entsprechend sind hierin auch hetero- und homosexuelle Bezugnahmen als solches unpassend und bilden als solches einzig die Ausdifferenzierung ab. Das spezifizierende Verhältniswesen der bisexuellen Konstellationen basiert auf dem des differenzierenden Geschlechtsbezuges und damit verbunden auch der beiden konstellativen Einheit. Dem entsprechend spezifiziert sich auch das Jeweilige über das auf die Einheit bezogene und dem jeweiligen Anderen gegenüber differenzierenden Merkmal.

Bezugnahme/Abgrenzung
heterosexuell homosexuell
männlich weiblich weiblich
bisexuell
männlich männlich weiblich
homosexuell heterosexuell
Die konstellative Ausfüllung
2 weibliche Pondants und 1 männlicher bisexueller Dritter
2 männliche Pondants und 1 weibliche bisexuelle Dritte
Konstellative Spezifikation
Konstitution
bisexuell
körperliches
Geschlecht
männlich
körperliches
Geschlecht
weiblich
der
bisexuelle
Dritte
weibliches
bisexuelles
Pondant
weibliches
bisexuelles
Pondant
Identität
bisexuell
Konstellation
bisexuell
Konstitution
bisexuell
körperliches
Geschlecht
weiblich
körperliches
Geschlecht
männlich
die
bisexuelle
Dritte
männliches
bisexuelles
Pondant
männliches
bisexuelles
Pondant
Identität
bisexuell
Konstellation
bisexuell

Die sexuelle Identität, gemäß dem man es deklarationsmäßig handhabt, setzt sich aus den drei Bestandteilen an Identitäten, der veranlagten Konstitution, der geistigen reflektierenden Einstellung und dem inhaltlichen reflektiven der Sexualgemeinschaft zusammen. Es verhält sich hierin in keiner Weise, wie man es als selbstverständliche Einheit in der heterosexuell konstituierten Kultur in Betracht zieht, sondern wie man über die Beschäftigung mit der Sache weiß, selbst darin nicht. Selbstverständlich wäre hingegen eigentlich auch das Selbstverständnis, dem jedoch die Ideologien entgegen stehen, sodaß es sich zwangsläufigerweise derart stellt. Somit ist jedoch auch gleichermaßen wesentlich, inwiefern man selbst von anderen in der Bezugnahme zur sexuellen Identität dem entsprechend in Betracht gezogen wird. Wie sich zeigt, ist in der Allgemeinheit dies auf auf die Außenbe- und erachtung beschränkt und beinhaltet somit nicht die Bezugnahme zur Veranlagung selbst, sondern bestrebt vielmehr den Anspruch darauf.

Gemäß der beiden Varianten der Bisexuellenkonstellation der Einheit, ergibt sich die Unterscheidung der bisexuellen Dritten und der jeweiligen ausfüllenden Pondants. Die Deklaration beruht darauf, daß die jeweiligen beiden Pondants das bezeichnende Bezugsverhältnis zu zwei Geschlechtern gleichermaßen verkörpern, hingegen das der Dritten zu Zweien des anderen, hingegen bei diesen das des gleichen Geschlechts ist. Es bezieht sich auf dieses Kombinat - des Verbundes mit der jeweiligen körperlichen Geschlechtsdifferenzierung. Für das Einheitswesen der Konstellationen der Bisexualität ergibt sich in Kurzform die allgemein geläufige Buchstabenkombination WMW und MWM, gemäß dem sich auch MM und FF darstellt. Über die spezifierende Deklaration des jeweiligen veranlagten Bezugsverhältnisses des Einzelnen ergibt sich darüber hinaus die Spezifizierung des jeweiligen Einzelnen für sich.

Hierüber klärt sich auch das weitläufig bestehende heillose Durcheinander, dem gegenüber jedoch vor allem auch in Betracht gezogen werden muß, in welchem Bezug die Ausführung/Anwendung einher geht, vorausgehend, inwiefern es sich überhaupt um die Ermessung der konstitionellen Veranlagung der sexuellen Ausrichtung in Differenzierung zum Geschlechtstrieb handelt. Der Grad des tatsächlichen Ersichtungsverhältnisses stellt sich grundsätzlich gemäß der Inbetrachtziehung der Feinheiten der synonymen Verhältnisse. Klarheit erlangt man, wenn man, wie ich es hier über den Sachstand der Bisexualität darlege, die Synonyme nebeneinander stellt, den jeweiligen Bestandteil für sich in Erläuterung bringt und das Ganze darüber seine in sich aufweisende Widerspruchsfreiheit erlangt. So gilt es, primär die Ermessensgrundlage zu differenzieren und gemäß ihres präsenten Nebeneinanders zu spezifizieren und zu detaillieren. Die spezifizierenden und differenzierenden Merkmale basieren auf dem ursächlich Erwirkenden (Ursache/Wirkung - woraus tritt es hervor), dem Vermittelnden (Sinne, Geist, ... - worüber es reflektiert wird), dem Hervorbringenden und Reflektierenden (Bewußtsein/Instinkt/Geist, ... worüber es hervortritt), dem Vorgang des Hervorbringens (Bewußtwerdung/Vorstellung, ...), dem Hervorgebrachten (Bewußtwerdungs-/,Vorstellungsinhalt, Handlung, ...) und dem Bewirkenden ([Wahrnehmungs-, Realitäts-, ...]Bewußtsein, Handlung, ...), sowie der Sprache, über die wir mit uns selbst und anderen kommunizieren.

Erwirkendes

Vermittelndenes

ReflektierendesHervorbringendes

Vorgang des Hervorbringens

Hervorgebrachtes

Bewirkendes

Sprache

Die stattfindende Ermessung der sexuellen Ausrichtung beruht auf der triebhaften Hingezogenheit zur sexuellen Er-/Ausfüllung in der Differenziertheit der Typisierung. Es handelt sich um eine Differenzierung gegenüber dem körperlichen Geschlecht (Parallele: Transsexuellen-/Transgenderwesen). Über die Triebe erfährt man das ursächlich Hervorbringende in seiner funktionalen Eigenart der sexuellen Veranlagung der sexuellen Ausrichtung und differenziert sich gegenüber dem Substanziellen des körperlichen Geschlechts. Es sind die Sinne, welche in ihrer hervorbringenden Sinnlichkeit im Verhältnis von Harmonie und Disharmonie die Gegebenheiten widerspiegeln. Darüber hinaus vermittelt es sich ebenfalls intuitiv dem geistigen Bewußtseinsverhältnis, worin die sexuelle Orientierung und sexuellen Vorlieben sich über die Bildung der geistigen sexuellen Identität ergibt (siehe: » John Locke «). Grundsätzlich ist somit auch zwischen Wahrnehmung und Vorstellung zu differenzieren, dem gegenüber auch das Sprachübertragende ein weiteres maßgebliches Kriterium bildet, was sich allem voran ja gerade über die deklarierte Anwendung der Bisexualität mustergültig als fundamental erweist.

Gegenüber den weitläufigen Undifferenziertheiten darin, wirkt vor allem das Fehlen der Inbetrachtziehung der Ausgeprägtheit als mißbildend. Und das, obwohl Kinsey's aufbringende Skala gerade dies vor Augen führte, jedoch die darin gebildete Verbindungslinie des von-bis in Verbindung mit dem entweder-oder dies verfälscht, denn jede Prägung ist ein Eigenständiges. Es ist jedoch ein regelrechter Fingerzeig darauf. Wie sich aufweist, findet einzig in der Inbetrachtziehung des veranlagten Charakters die erforderliche Berücksichtigung der Ausgeprägtheit statt und eben nicht bezüglich der sexuellen Konstitution, worin es gleichermaßen den Wesenskern ausmacht. Die Ausgeprägtheit ist die Treibkraft, was das jeweilige Spezifische seiner substanziellen Präsenz hervorbringt. Im Körperlichen sind es die männlichen und weiblichen Geschlechtsorgane, die sich gemäß der Treibkraft der Ausprägung ausbilden, sodaß sich daraus auch die Varianzen des Zwitterwesens ergeben, gemäß dem darin nicht nur die Gleichzeitigkeit der Ausbildung männlicher und weiblicher Geschlechtsorgane anzutreffen ist, sondern auch die des ausgebildeten Einen in Verbindung mit Ansätzen des Anderen. Gerade hierin zeigt sich, daß es sich bezüglich der Prägung der sexuellen Konstitution der sexuellen Ausrichtung gemäß der 'Relation' der Kinsey-Daten (in Unterscheidung zu deren Interpretation!) anders verhält und beiderlei auf der Unausgeprägtheit des Einen beruht. Maßgeblich ist, daß man hierin einzig auf eine relative Ausgeprägheit trifft. Man erachte hierzu die Parallelen zur Veranlagung von Charakter und Begabung.

Nachfolgend die Deklarationen und deren Spezifikation der Biologie, welche die Grundlage auch für das menschliche sexuell begründete Miteinander bilden. Wie man dem entnehmen kann, so ist hierin ein klares Verhältniswesen präsent. Nur wird dies gar nicht in Betracht gezogen und als Ursachen erweist sich dem gegenüber, daß man im Medizinischen den Bezug der griechischen Deklarationen pflegt, sowie ja auch die Deklaration des Zwitters den Ursprungsbegriff der Bisexualität verdrängte. Hinzu kommt, daß der Begriff der Bisexualität ursprünglich auch die Zweigeschlechtlichkeit beim Menschen bezeichnete, aufgrund dessen es auch übernommen wurde, da man in diesem Ursprungsverhältnis davon ausging, daß es gleichermaßen/bedingend auf der Präsenz beider Geschlechter im Selbst beruht. Man achte auf die Unterscheidung, daß in der lateinischen Herkunft einzig das Bi rein die Zwei beinhaltet, hingegen das Am-bi gemäß der Erweiterung eine Relation dem zufügt: von beiden Seiten, um, herum, ringsum. Und achte auch auf das separierende Komma, was das Spezifische darin hervorhebt. Wie sich aufweist, so hat es wohl auch weitläufig über das deregulierend wirken sollende Sprachwirrwarr im Lexikalischen seinen Ursprung gefunden, gemäß deren Aufbringen man es ja derart weitläufig bei den Abschreibern antrifft "(eigentlich Ambisexualität[, nach der lateinischen Vorsilbe bi- für zwei])"!.

Deklaration der Geschlechtstypen

Hermaphroditismus / Bisexualität (Zweigeschlechtlichkeit)
Deklaration (grch.) Deklaration (grch./lat.) Geschlechtspräsenz Typus
Hermaphroditismus
verus
Bisexualität konstant beide
präsent
Geschlecht
nicht wechselnd
simultaner
Hermaphroditismus
Ambisexualität simultan Geschlechtsfähigkeit
wechselnd
sequentieller
Hermaphroditismus
sequentiell eines
präsent
Geschlecht
wechselnd

Es gibt darüber hinaus noch eine Vielfalt weiterer Spezifikationen, die sich in ihrer Herkunft aus biologischer, zoologischer oder botanischen Verhältnissen heraus stammen und auch noch andere Arten des Auftretens des Wechselwesens spezifizieren (siehe u.a. » Lexikon der Biologie « oder » Dichogamie « und auch » Datenstandards zur Beschreibung des Geschlechts «). Dies bildet jedoch den Grundtypus ab, um Bisexuelles von Ambisexuellen zu scheiden und darüber auch die entsprechende Spezifierung daraus zu ersichten. Maßgeblich ist, daß die ambisexuellen menschlichen Sexualverbindungen gegenüber dem der Bisexualität unspezifiziert sind und nur scheinbar eine spezifische Zuordnung beinhaltet und aufgrund der Unbedachtsamkeit gegenüber der Synonymität gar nicht derart in Erscheinung tritt. In Verbindung mit dieser synomynem Unterscheidung erfährt es jedoch seine eindeutige differenzierende Nachvollziehbarkeit.

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Bei Magnus Hirschfeld, Sigmund Freud und auch bei » Ulrich Gooß « trifft man darüber hinaus auf die manifestierte Bisexualität. Wie die Deklaration jedoch bereits besagt, bezieht sich dies auf die geistige Manifestierung und somit geistige Identität, die jedoch grundsätzlich im Verhältnis der mentalen Veranlagung in Betracht zu ziehen ist. Bei der manifestierten Bisexualität geht es jedoch um das Spezifizierungsmerkmal der Monogamie in der Bisexualität, gemäß der Hetero- und Homosexualität, was ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal gegenüber der Ambisexualität ist und worauf es auch basiert, daß sie als veranlagt gleichgestellt neben der Hetero- und Homosexualität überhaupt in Betracht gezogen wird. Bei der mentalen Veranlagung hingegen handelt es sich um die angeborene veranlagte Mentalität, worin die sexuelle Ausrichtung einer der Bestandteile ist, welcher dies ausmacht. Das Mentale bezieht sich als solches auf den Bereich, welcher über unser Innenerleben erfahrbar ist und somit auf Über- und Unterbewußtsein, dem gegenüber das Mentale des 'rein' Geistigen als solche nur den Teil des Überbewußtseins beinhaltet.

Damit verbunden gilt es hervorzuheben, daß die monosexuelle Norm des Monosexismus, wie es sich formell deklariert, grundlegende Maßgabe der kulturellen Anerkenntnis ist. Hierin gilt es vor allem die Spezialisierung der Monogamie in der Bisexualität in Betracht zu ziehen. Dies verdeutlich sich vor allem auch über die Ambisexualität, der gegenüber man einfordert, sich auf einen monogamen Geschlechtsbezug festzulegen. Auch darauf vor allem beruht die Gegebenheit, daß die Bisexualität als solches gar nicht der Sachstand der eigentlichen Inbetrachtziehung ist. Gerade darin besteht jedoch das wesentliche Unterscheidungsmerkmal der Bisexualität gegenüber der Ambisexualität, daß es sich fundierend als monogam stellt.

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Für die Bisexuellen ergibt sich grundsätzlich die Lösung über die tiefergehende Spezifizierung, welche darauf basiert, daß es sich um zwei Arten der Verbindung zu Dritt handelt. Zum Einen gibt es hierin den männlichen bisexuellen Dritten in Verbindung mit zwei weiblichen Pondants, sowie die weibliche bisexuelle Dritte mit zwei männlichen Pondants. Somit kann sich jeder Einzelne darin auch eindeutig spezifizierend deklarieren und den bestehenden Mißverhältnissen, sowohl im Identitäts-, wie auch Konstellationsverhältnis entziehen!

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Die Triade

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Nachfolgendes gilt es mir als Vergleichmuster aufzubringen, neben meinem Aufzeigen, daß jegliches Einheitswesen und deren Art, nicht nur der Menschlichen, auf dem Prinzip von Gemeinsamkeiten, Ergänzungen beruht, in Verbindung mit dessenen Abgrenzung zu Widersprüchen (siehe » Erläuterung «), gemäß dem ich auch das Prinzip der Heterosexualität (Ergänzung), Homosexualität (Gemeinsamkeit) und Bisexualität (Gemeinsamkeit und Ergänzung) darlege. Zwar ersieht Kreye nicht diesen Aspekt, jedoch zeigt dieser wesentliche elementare Inhalte bezüglich der Funktionalität auf, welche in dem zu-Dritt die tragende Rolle spielen. So ist darin nämlich auch maßgeblich, daß wenn Einer fehlt oder verlustigt geht - sich grundsätzlich nicht als Einheit verhält, das Ganze nicht seine Funktionalität erlangt.

» Modelle komplexer Beziehungstrukturen «

von Pedro Kreye (2000)

Das Dreieck (die Triade)

Das Dreieck ist die häufigste Form einer komplexen Beziehung und gleichzeitig auch die instabilste. Eine Person des einen Geschlechts hat zwei Beziehungen mit je einer Person des anderen Geschlechtes. In aller Regel gibt es dabei eine ältere und eine jüngere Beziehung.

Strukturmerkmale einer Triade

In einer Triade gibt es folgende Positionen:

Das Center, d.h. diejenige Person, die zwei Beziehungen unterhält, nämlich zu jedem der anderen Beteiligten Der Older Wing (d.h. der ältere Flügel), das ist diejenige Beziehung, die vor dem Zustandekommen der Triade schon existierte

Der Younger Wing ( d.h. der jüngere Flügel), das ist diejenige Beziehung, die zu der älteren, schon vorhandenen hinzutrat

Thesen zur Triade

Eine Triade ist im wesentlichen die Kombination von 2 Zweierbeziehungen, die sich in einem Punkt überschneiden.

Es sind männliche und weibliche Triaden zu unterscheiden. Dies ist abhängig von Geschlecht des Centers.

Eine Triade scheitert in aller Regel, wenn eine der beteiligten Personen subjektiv zum Looser in der vorhandenen Kombination wird. Ob eine Person Looser oder Winner ist, kann nicht objektiv entschieden werden. Es ist eine in jeder Hinsicht subjektive Frage.

Wird eine Person in der Triade zum Looser, so führt dies sehr oft dazu, daß über kurz oder lang alle Beteiligten zu Loosern werden.

Formal besteht die Triade aus zwei Zweierbeziehungen, jedoch besteht zwangsläufig auch eine energetische Beziehung zwischen den Wings, d.h. den Mitliebhabern und Mitliebhaberinnen. Diese kann freundlich, feindselig oder gleichgültig sein. Es handelt sich um eine Beziehung, die man als shared-love-relation bezeichnen könnte, denn die Wings teilen sich einen Liebes- und Sexualpartner. Es ergibt sich von selbst, daß die Stabilität der Triade von der shared-love-relation abhängig ist. Je freundschaftlicher und solidarischer die Beziehung der Wings zueinander, um so stabiler die Triade. Feindseligkeit auf dieser Ebene führt mit großer Stringenz zum Zerfall der Triade in der einen oder anderen Form.

Es geht nicht nur um das Transparenzmachen von Eifersucht etc. sondern vielmehr geht es darum, die Möglichkeiten zu erkunden, die Eifersucht überhaupt aufzuheben. Die Aufhebung eines Gefühles, das eindeutig Schutzfunktion hat, kann nur erfolgen durch ein stärkeres Gefühl, das die Schutzfunktion überflüssig macht.

Und es gibt folgende Beziehungen:

die ältere Beziehung Center - Older Wing

die jüngere Beziehung Center - Younger Wing

die meist übersehene Beziehung zwischen den "Rivalen" Older Wing - Younger Wing

Das Konfliktpotential dieser Beziehungsstruktur liegt im wesentlichen in der Rivalenbeziehung Older Wing - Younger Wing. Das haben meines Erachtens auch aus dem Zegg überlieferte Erfahrungen sehr gut gezeigt. Sie entscheidet letztlich über Stabilität oder Instabilität des Dreiecks. Damit liegt aber die Verantwortung für die Beziehungskultur keineswegs allein bei Older Wing und Younger Wing, sondern dem Center, dem scheinbar begünstigten, von zwei Menschen geliebten oder begehrten Menschen, kommt eine Schlüsselrolle dabei zu, die Verantwortung dafür, daß eine produktive Beziehung Older Wing - Younger Wing a) möglich b) für beide handhabbar wird.

Scheiternde Dreiecke haben die meisten schon erlebt. Daß das Versagen des Centers in seiner Verantwortung und die destruktive Rivalität in der Beziehung zwischen den Wings ein Dreieck rasch zerstören kann und gar zu oft drei Verlierer übrig bleiben, ist eine Binsenweisheit.

Interessant wäre jedoch die Fragestellung, unter welchen Bedingungen das Dreieck auch erfolgreich sein kann und sogar Stabilität gewinnen kann. Aus den negativen Erfahrungen lassen sich leicht die positiven Grundbedingungen ableiten:

Sowohl Older Wing als auch Younger Wing müssen eine grundsätzliche Bereitschaft zeigen, die konkurrierende Beziehung zu tolerieren, zu schützen, ja idealerweise sogar zu fördern. Dies funktioniert natürlich nur dann, wenn beide Seiten defensiv sich verhalten können und zu kreativen und produktiven Lösungsansätzen bereit sind. Wenn die Beziehung Older Wing - Younger Wing gar die Ausmaße einer Solidarität, gar einer Freundschaft annimmt, dann sind die Aussichten gut.

B muß sich in der Fragestellung, wie die beiden konkurrierenden Beziehungen zu behandeln sind, sehr stark auf die Bedürfnisse und Erwartungen von Older Wing UND Younger Wing konzentrieren. Das Center kann eine solidarische Beziehung zwischen Older Wing und Younger Wing zwar nicht erzwingen, aber entscheidend begünstigen. Center wird die Stabilität beider Beziehungen Older Wing - Center und Center - Younger Wing nur dann begünstigen können, wenn es den Interessen und Wünschen sowohl von Older Wing als auch Younger Wing so weit wie möglich entgegenkommt.

Grundüberlegungen

Die Triade zeichnet sich im Vergleich zur Dyade durch eine größere Dynamik aus. Triaden streben nach Erweiterung. Dies macht Chancen und Gefahren der Triade aus. Die Gefahr besteht im Zerfall der Triade, wenn insbesondere einer der Wings sich aus der Triade löst. Die Ursachen dafür sind naheliegend: der Wing kann sich benachteiligt fühlen oder sieht sich in eine Looser - Position manövriert. Die Chance der Triade besteht indes darin, Grundelement komplexerer Beziehungen zu werden. Wenn jeder Wing seinerseits eine Triade ausbildet, entsteht ein komplexeres Gebilde, die ich später untersuchen werde. Die allgemeine Bedingung der Stabilität einer Triade ist eine generalisierte Win - Win - Situation im Dreieck. Hinzu kommt, daß es neben den beiden konstituierenden Zweierbeziehungen innerhalb der Triade eine weitere wichtige Beziehung gibt, nämlich die Beziehung zwischen den beiden Wings, den gleichgeschlechtlichen Anteilen also. Diese kann freundschaftlich, ja brüderlich /schwesterlich sein, sie kann aber auch rivalisierend oder sogar feindselig sein. Dazwischen gibt es ein breites Spektrum mehr oder minder starker Gleichgültigkeit oder Ambivalenz. Dann gibt es eine Beziehung zwischen den Beziehungen, den Zweierbeziehungen nämlich. Es mag vielleicht überraschend sein, hier von einer Beziehung zwischen Beziehungen zu sprechen, aber es ergibt sich zwangsläufig daraus, daß jede Zweierbeziehung einen zwar polaren, aber doch holonischen Charakter hat. Es gibt in jeder Beziehung Kommunikation über andere Menschen, insbesondere, wenn diese Menschen durch Beziehungen mit der Beziehung verbunden ist. Also gibt es auch eine Beziehung zwischen den Beziehungen. Auch diese Beziehung zwischen den Beziehungen kann freundlich, gleichgültig oder rivalisierend sein.

Die drei Bedingungen der Stabilität einer Triade

1. Die Zweierbeziehungen, also die Diaden, aus der die Triade besteht, sind jeweils solidarisch und liebevoll.

2. Die Beziehung zwischen den Mitliebhaber/inne/n, den Wings, ist solidarisch und mindestens freundschaftlich.

3. Die Beziehung zwischen den Beziehungen ist solidarisch und gegenseitig unterstützend, d.h. eine Beziehung unterstützt aktiv die andere.

Die meisten auftretenden Triaden sind von ihrer Natur her instabil. Dies ergibt sich auch daraus, daß die Triade oft durch den Wunsch des späteren Centers zustandekommt, seine eigenen Möglichkeiten zu erweiteren und hierbei auf den bisherigen Beziehungspartner, dem Older Wing, keine Rücksicht zu nehmen. In Anbetracht der nach wie vor von den Prinzipien sowohl der exklusiven Monogamie als auch vom Winner - Looser - Prinzip geprägten Kultur führt dies oft dazu, daß die ältere Beziehung zerbricht und eine neue exklusive Zweierbeziehung des Centers an die Stelle der früheren Beziehung tritt. Die geforderten drei Bedingungen einer stabilen Triade setzen nämlich emotionale Prozesse voraus, die von der tradierten Kultur in keinster Weise gefördert oder unterstützt werden. Die tradierte Kultur sieht die exklusive Monogamie als Norm und alle anderen Erscheinungen bestenfalls als temporäre Übergangsstruktur: Der moralische Kontext der tradierten Kultur wird daher eine destruktive Lösung des Triaden - Problems in jedem Falle fördern. In vielen Fällen gehen dann aus einer Triade nicht Winner und Looser, sondern nur Looser hervor.

Die konstruktive, d.h. nicht destruktive Handhabung einer Triade setzt daher eine Ethik voraus, die diesen Beziehungstyp unterstützt. Die tradierte Moral kann es nicht und will es nicht. Und die gelegentlich verbreitete "freie Liebe" - Propaganda, die lediglich die Abschaffung der tradierten Moral propagiert, läßt die Menschen im Stich bei Fragen der Handhabung komplexerer Strukturen, die zwangsläufig auftreten, sobald ein Mensch mehr als eine Beziehung eingeht. Es ist kein Zufall, daß Szenen, die "freie Liebe" propagieren und aus ihrer Sicht auch praktizieren, ohne ein Handling und eine Ethik für komplexere Strukturen entwickelt zu haben, in aller Regel wieder in den Mechanismus der sequentiellen Monogamie früher oder später zurückfallen.

In aller Regel ist das destruktive Element in Triaden ein Gefühl, das man als Eifersucht bezeichnet. Die genannten drei Forderungen für die Stabilität einer Triade lassen sich vergleichsweise leicht erfüllen, wenn keine Eifersucht im Spiel ist. Das Fehlen von Eifersucht ist also eine notwendige (aber nicht hinreichende) Bedingung für die Stabilität einer Triade. Nun ist aber Eifersucht im wesentlichen ein Gefühl, eine Emotion, und nichts wäre falscher, als Eifersucht "hinwegzudiskutieren", etwa in der Form "wir sind doch nicht eifersüchtig, das ist man in unseren Kreisen einfach nicht!"

Thesen zu komplexen Strukturen

1. Alle komplexeren Strukturen mit Verflechtungen und Verkettungen gleich welcher Art lassen sich stets in Triaden zerlegt betrachten. Alle komplexeren Strukturen bestehen aus Triaden als Grundelement, so wie auch die Triade aus der Diade als Grundelement besteht.

2. Wenn alle komplexeren Strukturen letztlich aus Triaden bestehen, dann ist die logische Schlußfolgerung zulässig, daß die komplexe Struktur dann stabil ist, wenn alle beteiligten Triaden stabil sind. Je höher der prozentuale Anteil stabiler Triaden, desto stabiler das gesamte System und vice versa.

3. Komplexe Systeme gewinnen an Stabilität mit einer gewissen Abgeschlossenheit. Ein mehr oder minder abgeschlossenes Gebilde (also ein System vernetzter Liebesbeziehungen) bezeichne ich als Clan. Charakteristika komplexerer Strukturen.

Jede beliebige komplexere Struktur läßt sich letztlich in eine Kombination von Triaden auflösen. Die Triade ist also das Grundelement jeder komplexeren Beziehungsstruktur.

These: eine komplexere Struktur ist dann stabil, wenn alle beteiligten Triaden in einem stabilen Zustand sich befinden. Da aber die Triade, wie schon festgestellt, eine zur Reduktion oder Expansion neigende Struktur ist, kann ein dauerhaft stabiler Zustand einer Triade nur durch Beziehung zu anderen Triaden hergestellt werden.

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Zeichen

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Nachfolgend das Chemata verbildlicht gestaltet, worüber sich das Wesensverhältnis der konstellativen Einrichtung darstellt. Das Grundgerüst basiert auf dem aus zwei Dreiecken gebildeten Grundelement, welches gespiegelt ein M für männlich und W für weiblich ergibt. Erweitert in farblicher Ausgestaltung läßt sich darüber hinaus auch die jeweilige Spezifizierung der unterscheidenden Konstellationszugehörigkeit ausgestalten, gemäß dem ich es hier entsprechend meiner S/W-Bemessung ausgeführt habe. Es handelt sich hierbei um svg-Grafiken, die man entsprechend seiner eigenen Bedürfnisse modifizieren kann, zum Beispiel mit » Inkscape « (Freeware). Nicht über die Grafik selbst, aber über die Bezeichnung darüber gelangt man zum Link der jeweiligen Datei. Linksklick öffnet die Grafik in einem neuen Tab, worüber man die svg-Grafik dann über den Seitenquelltext oder über Seite abspeichern erlangt. Per Rechtsklick kann direkt abgespeichert werden.

weibliches
biexuelles Pondant
männlicher
bisexueller Dritter
weibliche
bisexuelle Dritte
männliches
bisxuelles Pondant

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Geschlechtszeichen

» Historisches Wörterbuch der Biologie - 2 (2011) «
Geschlechtssymbole S. 83

Die alten biologischen Symbole für das männliche und weibliche Geschlecht, die von den antiken und mittelalterlichen Symbolen für die Planeten Mars und Venus abgeleitet sind, führt C. von Linné 1751 in die Biologie ein. In handschriftlichen Aufzeichnungen verwendet Linné die Symbole bereits seit 1725; in diesem Jahr kopiert er sie aus einem Buch, in dem sie gleichzeitig als Zeichen für die Planeten und bestimmte Metalle eingeführt werden (das spätere männliche Zeichen für Mars und Eisen, das weibliche für Venus und Kupfer). Eine Beziehung dieser Zeichen zu den Geschlechtern zieht Linné bis 1751 jedoch nicht. In der Dissertation von 1751 führt Linné neben den Zeichen für die beiden Geschlechter ein drittes Zeichen ein (das ursprünglich den Planeten Merkur und das Element Quecksilber symbolisierte) und verwendet dieses für hybride Pflanzen. In seinem grundlegenden Werk über die Arten der Pflanzen von 1753 macht Linné bei einigen Gattungen Gebrauch von den Symbolen für die Geschlechter (vgl. Abb. 197); das Zeichen für Hybride verwendet er dagegen kaum noch.

Bis in die Gegenwart weit verbreitet ist die Interpretation der Zeichen als Schild des Mars mit einem dahinter schräg herausstehenden Speer und als Handspiegel der Venus. Diese auf J.C. Scaliger zurückgehende Deutung ist jedoch wahrscheinlich nicht korrekt. Als wissenschaftliche Lehrmeinung gilt heute die von Salmasius 1629 begründete (und nach seinem Tod posthum 1689 veröffentliche) Auffassung, dass die Zeichen aus der Zusammenziehung der Buchstaben in den griechischen Namen der Planeten entstanden sind: für Mars (Ares) aus den ersten beiden Buchstaben seines Beinamens; für Venus (Aphrodite) aus dem ersten Buchstaben ihres Beinamens. Die Zeichen sind wahrscheinlich seit Beginn der römischen Kaiserzeit vorhanden und werden von der Alchemie im 2. und 3. Jahrhundert aufgenommen.

Die von Linné in die Biologie eingeführten Symbole werden bis ins 20. Jahrhundert allgemein verwendet. In Genealogien und Stammbaumdarstellungen, besonders des Menschen, etabliert es sich seit Mitte des 19. Jahrhunderts daneben, einen Kreis als Zeichen für eine Frau und ein Quadrat für einen Mann zu setzen (vgl. Abb. 198). Diese Neuerung führt B. Röse 1853 in einem Lexikonbeitrag ein. Abgesehen von der leichteren Darstellbarkeit bieten diese Zeichen den Vorteil, in gleicher Weise innen ausgefüllt werden zu können und so Träger von besonderen Merkmalen und Erbgänge zu symbolisieren. Die Symbolik von Kreis und Quadrat wird 1910 von der 'American Breeders Organization' als allgemein verbindlich akzeptiert; in der deutschen Vererbungswissenschaft dominieren dagegen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert noch die alten astrologischen Zeichen.

symbol_geschlecht_venus.svg symbol_geschlecht_mars.svg symbol_geschlecht_merkur.svg
» Venus Symbol « » Mars Symbol « » Merkur Symbol «
Astronomisches und astrologisches Symbol des Planeten Venus, in der Alchemie das Symbol für Kupfer, Symbol der Weiblichkeit, in der antiken Mythologie Zeichen für der griechischen Göttin Aphrodite und der römischen Göttin Venus. Astronomisches und astrologisches Symbol des Planeten Mars, in der Alchemie das Symbol für Eisen, Symbol der Männlichkeit, in der antiken Mythologie Zeichen für den griechischen Gott Ares und den römischen Gott Mars. Astronomisches und astrologisches Symbol für den Planeten Merkur

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Zeichen der Bisexualität

(Bi-)Pride-Zeichen, mit nur Zweien (männlich/weiblich) separieren sich sachtechnisch/aussagemäßig.

public domain from https://commons.wikimedia.org/wiki/File:symbol_bi-female.svg public domain from https://commons.wikimedia.org/wiki/File:symbol_bi_male.svg public domain from https://commons.wikimedia.org/wiki/File:symbol_bi_male.svg
» Female bisexuality symbol « » Male bisexuality symbol « » Whitehead link bisexuality symbol «
» Info: Whitehead-Verschlingung «

» sexual pride bei Etsy «

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Sprachbarrieren

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Auch wenn die sich ausgebreitete Ideologie des reinen Geschlechtsbezuges zu zwei Geschlechtern ein Mißverhältnis gegenüber der Deklaration der Bisexualität aufweist, so ist es in sich nicht der Fall. Zwar erfährt in der Deklaration das Verhältnis und somit auch die Präsenz der Dritten nicht seine Inhaltlichkeit, was vor allem auch zu der mißverhältlichen Ideologie beigetragen hat, jedoch ist die Grundlage sowohl des beide Geschlechter beinhaltens, sowie des Verbundsverhältnisses zu zwei Geschlechtern darin gegeben und auch das der Dritten ist in logischer Konsequenz 'indirekt' darin enthalten. Hinzu kommt, daß es gerade darüber seine substanzielle Differenzierung gemäß und gegenüber der hetero- und homosexuellen Spezifizierung erfährt.

Allgemeines Dilemma, nicht nur für Bisexuelle, ist hingegen die substanzierte Begrifflichkeit von 'Sex*', denn im Englischen und dessen Ursprung des Lateinischen 'Sexus' bedeutet dies 'Geschlecht' im Bezug auf die Geschlechtsorgane, dem gegenüber man im Deutschen bei Sex auf die Bedeutung sexueller 'körperlicher' Aktivitäten trifft. In der Anwendung in Verbindung mit *sexualität* weist sich dem gegenüber weitläufig keine sonderliche Differenzierung auf, was als solches sich auf Ausweitenderes bezieht, jedoch grundsätzlich im primären Bezug des Geschlechts einher geht. Hingegen gibt es im Englischen auch eine Spezifierung von 'Gender', dessen Ursprung auf dem grammatikalischen Geschlecht beruht und zwischenzeitlich in Verbindung mit den Genderstudien über Trans*verhältnisse auch eine spezifisch sachlich-menschliche Spezifizierung darüber erlangte, welche dem deutschen männlich-weiblich-Verhältnis entspricht und sich hingegen als 'Geschlecht' daklariert und somit sich hierin wiederum primär auf die Geschlechtsorgane bezieht, bzw. in dessen primären Bezug. Dem gemäß basiert somit auch in der Inbetrachtziehung nach wie vor das Verhältnis der 'sexuellen Veranlagung' einerseits auf der Grundlage des körperlichen Geschlechts und andererseits auf dem sozialen Geschlecht im Verhältnis des geschlechtlichen Umganges. Eine Spezfizierung des Wesens des Selbst bezüglich des heterosexuellen, homosexuellen, bisexuellen Dritten und Pondant eines 'Mannes', einer 'Frau' als solches, existiert hingegen bisher nicht. Bezüglich dessen dreht man sich somit im Kreise gegenüber der Erfordernis, die Veranlagung selbst als solche zu spezifizieren und somit auch aus dem Selbst heraus zu vermitteln.

veranlagte
Konstitution
bisexuell
(? ←) → geistige
Identität
bisexuell
personelle
Konstellation
bisexuell

Ausganslage ist somit, daß die sachlich-sprachliche Grundlage einzig auf dem des Geschlechtsbezuges gebildet ist, ohne die Wesensart des Selbst für sich zu fundieren. Gerade dies zeigt sich wiederum im Verhältniswesen der Bisexualität, worin die aus dem Ursprung gebildete reine Deklaration des Gleich- und Gegengeschlechtlichen zur eigentlichen Miser wurde. Und auch bei den Hetero- und Homosexuellen verdeutlicht sich, daß es auch darin sich nur auf das Äußerliche bezieht. Die Deklaration beruht nicht auf dem Ausgehenden der Veranlagung und dem damit verbundenen Resultierenden, sondern auf dem umgekehrten Verhältnis (Ursache ↔ Wirkung). Dem entsprechend erfährt auch das Äußere nicht nur die primäre, sondern weitläufig gar die einzige Inbetrachtziehung. Dem kommt noch hinzu, daß die Gegenheit der Veranlagung substanziell in der Schwebe steht und weder ausgehend vom medizinischen und auch der Genforschung und Neurowissenschaft keine anderer Fundierungsbezug besteht, außer dem des Ihrigen, worin man keine Substanz einer solchen Veranlagung ausfindig machen kann.

personelle
Konstellation
bisexuell
geistige
Identität
bisexuell
(? ←) → veranlagte
Konstitution
bisexuell

» Antidiskriminierungsstelle des Bundes «

Was bedeutet der Begriff sexuelle Identität?

Der Begriff bezieht sich auf lesbische, schwule, bi- und heterosexuelle Personen. Er wird häufig synonym mit dem Begriff sexuelle Orientierung verwendet. Tatsächlich macht der Begriff sexuelle Identität im Gegensatz zu dem Begriff sexuelle Orientierung aber deutlich, dass es sich bei Homo-, Bi- und Heterosexualität um eine feststehende Eigenschaft einer Person handelt und nicht nur durch die sexuelle Beziehung zu einer anderen Person bestimmt ist.

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Geschlechterkonstruktionen und die Darstellung von
Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans* und Inter*
» (LSBTI) in Schulbüchern «

Studie der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (2011)

Mit sexueller Identität ist hingegen nicht die Selbstwahrnehmung als weiblich, männlich, trans* oder inter* gemeint, sondern sie richtet sich nach dem Geschlecht der Personen, mit denen emotionale und/oder sexuelle Beziehungen eingegangen werden. Oft wird auch der Begriff sexuelle Orientierung verwendet. Von sexueller Identität zu sprechen macht jedoch deutlicher, dass das eigene Begehren für viele Menschen ein sehr persönlicher Teil ihrer Identität ist, wenngleich das heterosexuelle Menschen seltener bewusst so wahrnehmen als Lesben, Schwule und Bisexuelle.

Die Misere, welche sich über diesen Wortlaut darlegt, besteht wiederum in der andersgearteten primären Bezugnahme, welche sich gemäß der 'Identität' auf die geistige Beurteilung und Identifizierung bezieht. Maßgeblich ist dem gegenüber, daß es weder bezüglich der geistigen Identität, noch überhaupt bezüglich seiner inhaltlichen Präsenz ein vorausgehendes Gebildetes darin gibt - keine Veranlagung. Darüber hinaus ist der Geist auch nicht das die bewußtwerdende Wahrnehmung Hervorbringende, sondern dessen Inhalte erfährt dieser aus der Erinnerung, woraus sich über dessen Inbetrachtziehung die reflektierenden Beurteilungen ergeben. Und dessen 'Identität' ergibt sich darüber hinaus vor allem aus dem Prioritätsverhältnis der bewußten Inbetrachtnahmen. Die geistige Identität stellt sich selbst somit auch von Grund auf in Frage zunächst einmal in Frage und dem gemäß bildet ein 'ich denke, also bin ich' auch in keiner Weise irgend eine Grundlage des Daseinsverhältnisses ab, sondern zieht es einzig in Betracht. Maßgeblich ist indess, daß die Veranlagung selbst sich einzig über das instinktive und somit auch anteilige intutitve Wirkwesen aufweist und gerade DAS ist der Bestandteil der zu ermessenden Inbetrachtziehung, gemäß dem sich darüber auch die drei Verhältnisse des veranlagten Selbst, der geistigen Identität und der stattfindenden Konstellation in aller Klarheit für sich im Verbund mit dem Miteinander darbietet.

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Substanzwesen

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Die elementaren Mißverhältnisse basieren offen ersichtlich auf dem Verwirrungsverhältnis gegenüber dem Substanzverhältnis, welches man über das Ein(heits)wesen der Physis antrifft. Dem gegenüber bestand der Ursprung menschlicher substanzieller Inbetrachtziehung in der Unterscheidung von Leib und Seele, was (relativ!) vergleichbar ist, mit dem der Computerperipherie gegenüber dem über die Software Hervortretenden, sodaß sich das Seelenleben auch auf das bezog, 'was das Leben ausmacht' und entspricht auch dem, 'was die Sexualität ausmacht', denn es ist ja das (Er)Leben, worüber es sich uns darbietet und das körperlich Geschlechtliche nur anteilig beteiligt daran. Die Physis(kalität) erweist sich hingegen als das, was (bezüglich der Körperlichkeit) den Augen ersichtlich gemacht werden kann. Es beinhaltet nicht unser erfahrendes Innenleben des Selbst, welches aus dem Verhältnis der äußerer Sinne gar nicht ersichtlich ist, sondern einzig im Selbst über die inneren Sinne. Wo hingegen trifft man jedoch überhaupt auf eine Inbetrachtziehung innerer Sinne - überhaupt der Inbetrachtziehung der sogenannten Introspektive - dem nicht den Augen Ersichtlichen?

Begibt man sich dazu in das Verhältniswesen der Psyschologie, dann ist darin die Psyche zwischenzeitlich das (geworden!), was über den Geist (aus dem Gehirn heraus) hervortritt. Und somit befindet man sich auch darin wiederum einzig im Äußerlichen der Inbetrachtziehung und was die Psyche in ihrem Substanzwesen ist, erfährt man darin nicht (mehr!). Hingegen kann die Neurowissenschaft gar keinen Geist im Gehirn ausfindig machen. Also alles einzig Hirngespinste, wo doch noch hinzukommt, daß man in den Genen gar keine 'derartige' Veranlagungen ausfindig machen kann? Wenn das so wäre, dann wäre somit auch zutreffend, was man in John Lockes einstige Worte hinein interpretiert, daß nämlich nicht nur der Geist, sondern alles miteinander am Anfang leer ist und sich einzig über das Erleben und somit über äußerliche Verhältnisse erfüllt. Dem gemäß stellt sich auch die ganze Betrachtungsweise, die sich darauf bezieht, durch welches Geschlechtsverhältnis sich das Jeweilige ausfüllt - es sich aus dem Äußeren heraus bildet!

Wie soll sich darüber ein inneres Selbstverständnis überhaupt einstellen und wie soll man sich darüber hinaus anderen gegenüber in Worte vermittelnd ausdrücken können, wo das innere Selbst doch gar nicht in diesem Sprachverhältnis enthalten ist? Ich kann dieses Mißwesen von Grund auf nachvollziehen, denn ich habe es von A-Z bis an den gegenwärtigen Punkt durchlebt und in den diversen Bezugsverhältnissen des Selbst durchleuchtet. Hierüber läßt sich in aller Klarheit aussagen, daß genau so wenig, wie sich über das Geschlecht das Sexualleben aufweist und vermitteln läßt, genau so auch das Sexualwesen nicht rein über das Außenleben aufweisbar und vermittelbar ist. Hingegen ist es das Innenerleben im Verbund mit dessen reflektiver Widergabe des Außenerlebens, worüber sich das Verstehen aus dem Ersehen nicht nur der eigenen, sondern auch des Gegenüber sexuellen Konstutition ergibt und sich somit auch die direkte Vermittelbarkeit ergibt. DAS ist auch die allgemeine reguläre funktionale Praxis. Es stellt sich ein über das, was man Liebe nennt und gerade dieses Wort und diese Bezugnahme findet man nirgends in den die sexuelle Konstitution ergründenden institutionellen Handhabungen.

Am Anfang steht keineswegs das Wort und das Substanzielle findet in den Worten auch einzig eine Bezeichnung als Hinweis auf das, worauf es hindeutet. Hingegen repräsentiert die Sprache aufgrund seines gebildeten Konstruktes an Begriffen, welche das Begreifen beinhalten, auch Bildnisse über das Sein ab. Diese Bildnisse beruhen jedoch, wie Locke es einst passenderweise bezeichnet, auf der Idee, die sich über das wahrnehmende Erleben aus der Erinnerung heraus als solche im Geiste erscheint. Es ist keineswegs die Erkenntnis des tatsächlich Seienden, als was Plato es erachtete, zu dem man nämlich einzig im Verbundswesen mit dem Instinktiven, Intuitiven und Verstandeswesen gelangt. Und somit über das, was man bis heute noch nicht einmal in Ansätzen verstanden hat, worum es sich dabei handelt und gar das Instinktwesen des Mensch außen vor stellt, da 'angeblich' einzig Tiere instinkmäßig handeln. Das Handeln bestimmt jedoch nicht das Instinktwesen, sondern genau das Umgekehrte ist der Fall, dem gegenüber der Geist einzig der Reiter des Pferdes ist. Gemäß dem stellt es sich auch bezüglich der prioritären Positionierung der veranlagten Konstitution, geistigen Identität und Konstellation relativ dessen Handhabe!

DARAUS ergibt sich die bedingende Inbetrachtziehung der Veranlagung als primäres Verhältnis der sexuellen Konstitution, dem gegenüber die geistige Identität in seiner 'diplomatischen' Positionierung heraus darauf einzurichten ist, wie es sich mit dem Resonanzwesen zwischen dem inneren Selbst und dem äußeren Sein stellt. Es ist NICHT das Geschlechtswesen, worüber es zutage tritt, sondern das Geschlechtswesen ist nur anteiliger Bestandteil. Das Gesinnungswesen IST ein Eigenständiges, worüber das Gestungswesen seine Inhaltlichtkeit erfährt. Es bedingt grundsätzlich der Inbetrachtziehung aller drei Bestandteile und auch aller drei Perspektivenschauen, bezüglich ihres Eigenwesens, als auch deren Gemeinwesens. Erst DARÜBER ergibt sich die eigentliche Wesensschau.

Diesbezüglich gilt es, sich zu verdeutlichen, daß die angewandte Objektivität (der Wissenschaft!) das Subjekt nicht beinhaltet! Über nachfolgendes Bildnis der Verhältnismäßigkeit der Kugel, kann man sich musterhaft die Differenzierung und Ausgrenzung der inneren und äußeren Verhältnisse vor Augen führen, gemäß dem wir es auch über unser Innen- und Außenerleben erfahren. Nicht nur beim Menschen gelangt man über die reine Außenbetrachtung nicht zum Ersichten des Inneren, sondern generell ist dies die Gegebenheit, sodaß es prinzipiell der Inbetrachtziehung aus dem Subjekt heraus bedingt, um das jeweilige Sein als solches in Erfahrung zu bringen! Insofern somit die Inbetrachtziehung nicht aus dem Inneren heraus gleichermaßen erfolgt, ergibt sich daraus auch die der reinen Objektivität, welche das Subjekt in seiner Inhaltlichkeit jedoch nicht beinhaltet. Dem gemäß stellt sich auch die Inbetrachtziehung des reinen Objektiven im Äußeren als ein aus dem eigenen Subjekt heraus Gebildeten(!) und entspricht in keiner Weise der Objektivität, als das man die Objektivität erachtet. Dem gegenüber existiert aus des Menschen Selbstverhältnis heraus, aufgrund seiner konstruktionellen Gegebenheit äußerer und innerer Sinne, keine reine Subjektivität und bildet darüber auch sein allgemeines Seinsverhältnis (ab). Die Bezugnahme, daß der Mensch subjektiv sei/ist, ist grundsätzlich und einzig eine rein Relative, gemäß seines Verhältnisses des Innen- und Außenerlebens und dessen Handhabe.

Würfel

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Innerer Sinn

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Was ist es, was uns die Sinnlichkeit des Erlebens aufweist? Sind es die äußeren Sinne, welche dies erwirken? Weitläufig hat es den Anschein, daß dem so wäre. Hingegen erweist es sich gegenüber der sexuellen Sinnlichkeit als Fehlschluß, denn keineswegs ist die rein äußere Erscheinung das Maßgebliche, aufgrund dessen sich hierin auch die Differenzierungen ergeben, sodaß sich der sexuelle Verbund zweier Männer nicht zwangsläufig als homosexuell stellt, sondern es nur darstellt, wie uns nicht nur, jedoch vor allem die Ambisexualität deutlich vor Augen führt. Maßgeblich ist hingegen das Gefühlsleben und dies basiert gegenüber den reinen Reizen, welche uns die äußeren Sinne vermitteln, auf dem Differenzierungsverhältnis von Harmonie und Disharmonie, was auf der inneren Reflektion und damit verbundenen Bewertung der Reize beruht. Darauf beruht die Sinnhaftigkeit des Sinnenwesens unseres Selbst und darüber zeigt sich auch die Präsenz der inneren Sinne.

Inwiefern gibt es einen Bezug dazu? Wie sich mir aufzeigt, so hatte Aristoteles dazu die Logik aufgebracht, daß das gemeinsame/kombinierte Hervortreten der Wahrnehmung der äußeren Sinne eines eigenständigen Organes bedinge, da das jeweilige Organ nicht das der Anderen hervorbringen kann. Und bei Kant trifft man auf die Ausführung, daß es zur inneren Wahrnehmung eines inneren Sinnes bedinge. Es zeigt sich somit nicht nur erlebenstechnisch, sondern auch sachtechnisch auf, daß wir im Inneren mit Sinnesorganen ausgestattet sind! Über diese Inbetrachtziehung ist man jedoch nicht hinaus gelangt und eine eigentliche Beschreibung dessen findet man indess nicht, jedoch ist es weitläufig zur auseinandersetzenden Beschäftigung gelangt (Ausführlicheres siehe » Innerer Sinn «). Hingegen hat man bezüglich des Inneren Sinnes im Verhältniswesen des Gemeinsinns weiträumiges in Erfahrung gebracht und auch das gehört hierin zur Thematik.

So ist es aber auch in erster Instanz die bewußtwerdende Wahrnehmung und geistige Beschäftigung, welche uns die innere Wahrnehmung vor Augen führt und sich das Weitere darüber aufweist in dessen kombinierenden Hervortreten. Hingegen sind es nicht die Gedanken, welche das Sinnliche hervorbringen, sondern dies erscheint abseits und unabhängig davon in seiner Eigenständigkeit der Wirkweise über die Bewußtwerdung hervortretend, worüber sich damit verbunden wiederum auch dessen Eigenständigkeit aufweist. Ich bezeichne es dem entsprechend als Bewußtsinn, dessen Bezeichnung ich schon lange pflegte, bevor überhaupt auf die Erörterungen des Inneren Sinnes aufmerksam gemacht wurde. Dieser bringt jedoch einzig das sich diesem Vermittelnde über die Bewußtwerdung hervor, was wiederum weiteres erwirkt, jedoch im Verhältnis des Überbewußtseins.

Das Unterbewußtsein erscheint ebenfalls in dessen Hervorbringung, gemäß dem es auch gar nicht derart unbewußt ist, wie man behauptet. Vielmehr verhält es sich damit, wie mit den Bisexuellen, denn allgemein hat darin der Geist die Position der Ambisexuellen. Wenn man sich so umschaut und die Erläuterungen in Betracht zieht, so wird nämlich das Innenleben (fast!) ausschließlich auf den Geist bezogen und etwas anderes Substanzielles von Hervorbringenden ist darin nicht anzutreffen. Und so schauen (fast!) alle einzig in Richtung Geist und die Sprachinhalte, welche darüber zum Vorschein treten und bemerken dabei gar nicht, was sich hinter ihrem Rücken abspielt. Genau so(!) verhält es sich hierin, denn wenn man Geist und Sprache in Ruhe versetzt und seine Aufmerksamkeit dem sinnlichen Erleben zuwendet, dann erfährt man das angeblich Unbewußte in seinem ganzen Ausmaße seiner Präsenz - zumindest den Teil, welcher sich von diesem geleitet auch dem Überbewußtsein vermittelt.

Und somit gelangt man hierüber auch zur Präsenz der Sinne des Unterbewußtseins in Verbindung mit deren triebhaften und reflektorischen Wirken. Darüber zeigt sich das, was das Selbst ausmacht, in seiner ganzen Präsenz und man erfährt über diese Blickrichtung nicht nur dessen eingerichtete Beschaffenheit, sondern über das Reflektorische vor allem auch dessen Bezugsverhältnis der sich ergebenden Wirkungsverbindungen - es sich uns über Harmonie und Disharmonie vermittelt. Und somit erfährt man darüber auch gerade das Verhältnis, welches uns 'die Sinne' im sexuell sinnlichen Verhältnissen vermitteln. DORT ist der Ort, wo dies stattfindet und auch der, wo die Veranlagungen ihren Sitz haben. Und man erfährt in den rein sinnlichen Verhältnissen sexueller Erlebnisse in seinem vollen Ausmaß.

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Instinkt

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Welchen Bezug hat man zum Instinkt? Gemäß des generellen Verhältnisses zum Unterbewußtsein einzig ein Unbewußtseinsverhältnis. Generell hat man hierin auch nur einen Bezug zum Unterbewußten, gemäß dem, was man über den Geist in Erfahrung bringt, dem gegenüber dieser gar nicht das Bindeglied zum Unterbewußtsein ist, da was aus dem Geist hervortritt, aus der Erinnerung stammt. Unterbewußtes ist auch nicht das Unterbewußtsein, sondern es sind Inhaltlichkeiten aus dem Erinnerungswesen im Unterbewußtsein! Und dem Instinkt schreibt man zu, einzig bei den Tieren Bestandteil des Handlungswesens zu sein, jedoch nicht beim Menschen. Wenn dem so wäre, was eben nicht sein kann, denn er hat sich ja evolutionär nicht entfernt, könnten wir keine Handlung ausführen, ohne sie gedanklich zu steuern, kilometerweit unbewußt(!) in Gedanken abschweifend mit dem Auto fahren und unsere sexuellen Handlungen würden sich nicht wie von selbst umsetzen. Es ist ganz einfach ein Teil unseres kulturellen Fortschrittes geworden, den Instinkt als rein tierisch und unmenschlich zu erachten und jegliches Handlungswesen dem Gehirn und/oder Geist zuzuschreiben. Dies funktioniert auch hervorragend, denn das Zuschreiben ändert ja die Funktionalität nicht. Zum Instinktivwesen erfährt man somit aber auch reichhaltiges in Verhältnisbezügen zu Tieren und somit in der Biologie und dem Sozialwesen abseits der Menschenkunde.

Hingegen findet man bezüglich der Intuition ein breit gefächertes Interessen- und auch Informationsspektrum und somit auch weitreichende Erläuterung, allem voran, daß das Intuitive ohne die Beteiligung des Geistes stattfindet! Richtig. Was jedoch darauf beruht, daß dies, neben dem Handlungs- und Gefühlswesen, ebenfalls aus und über den Instinkt hervortritt. Darauf beruht auch meine Aussage, daß der Geist nur Reiter des Pferdes ist. Das gilt somit nicht nur für Intuitives, jedoch kann man es sich hierüber auch vor Augen führen (lassen), wie es sich darin verhält. Markant ist, daß man mittlerweile gar in Erwägung zieht, dies zum grundlegenden Lehrplan der Pädagogik werden zu lassen, was sich auch als logisch stellt, nachdem man erkannt hat, daß die Lernfähigkeit maßgeblich über das Interesse gleitet wird, denn wo kommt das Interesse her? Aus dem inneren Selbst. Und somit ist die Intuition auch das elementare Bindeglied dazu.

Das Gleiche gilt für die Sexualität, denn auch ihr Aktiva basiert auf dem Interesse daran und selbst der Geschlechtstrieb, welcher seine eigenen Wirkungen entfaltet, mag man zum Teil auch dem 'hormonellen Haushalt' zuschreiben und doch ist das Erwirkende das Interesse an der sexuellen Erfüllung. Und hier sind wir dann auch am Kern des Veranlagungswesen angelangt, was man im Bezugsverhältnis der Triebe in Betracht zieht. Sie sind nichts anderes, als das wirkende Bedürfnis der Erfüllung, worüber sich ein Vakuum einstellt und darüber ein Leiden vermittelt. Und hierüber ergibt sich auch die Gegebenheit, daß das Leiden zur Leidenschaft wird, dessen Wortbildung darauf auch beruht, um es zum Ausdruck zu bringen. Gerade im Verhältnis der Liebe erfährt man genau diese Wesensart des Seins darin und darüber begründet sich auch, warum Menschen lange Leidenswege auf sich nehmen, um zur Erfüllung zu erlangen. Es steckt in einem selbst, was es zur Erfüllung zu erlangen gilt und so ist bereits der Weg dazu Erfüllung und eine Reduzierung des Leidens.

Leiden schafft Leidenschafft

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Sexualtrieb

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Die Bezeichnung und Bezugnahme von Sexualtrieb bezieht sich auf das Wirken, welches aus dem Instrumentarium der sexuellen Konstitution hervortritt. Hingegen ist diese Wirkung eine sekundäre, dem das Primäre des Entwicklungsverhältnisses gemäß Begabung und Talent vorausgeht. Zunächst ist nämlich rein die Veranlagung zur Umsetzung und Erfüllung präsent und das darin Steckende setzt sich erst mit dem reflektierenden Wirken um. Hierbei handelt es sich um eine rein informelle Präsenz bezüglich der Umsetzung und Erfüllung und hat selbst keine Wirkung. Die sexuelle Konstitution setzt sich auch erst im jugendlichen Alter, als Pubertät hervortretend metamorphorisch um, worüber sich dieses Verhältnis entsprechend darlegt. Die Informationssubstanz der sexuellen Konstitution wirkt von dem Zeitpunkt an entsprechend einer Waage, welche das eintreffende Wirken abwägt, inwiefern es sich der Konstitution gegenüber harmonisch erfüllend oder widersprüchlich stellt und vermittelt sich uns dem entsprechend daraus hervortretend als die Empfindungsreizwirkungen bewertete Gefühle. Hierüber entsteht im Verlaufe auch ein Erfahrungspotiential, welches sich dem anfügt und darüber hinaus auch zu einem entsprechenden sich ausbildenden Bewußtsein über das Sein darin entwickelt und sich als sexuelle Identität wiederspiegelt.

(Empfindung) Reizwirkung KONSTITUTION Harmonie (Gefühl)
Disharmonie

Die Triebwirkung zur Entfaltung und Erfüllung entsteht erst aus dem Reflektionsverhältnis heraus, in Verbindung mit dem Sondieren der entstandenen Gefühlsverhältnisse und fundiert sich auf dem erwirkenden Leidensverhältnis und den daraus entstehenden Bedürfnissen. Es besteht kein rein aus sich selbst heraus wirkendes Aktiva und entwickelt sich somit auch einzig darüber, inwiefern Wirkungsreize der Betroffenheit in Erscheinung treten. Ein recht grobes, aber doch demonstratives Beispiel dazu ist die Begabung zum Fahrradfahren. Insofern man kein Fahrrad kennt, tritt die Begabung der umsetzenden Befähigung und Erfüllung dazu auch nicht in Erscheinung. Erst wenn das Fahrrad und Fahren als solches erfahren wird, ergibt sich ein Reiz, dies selbst gemäß seines reflektierenden Potentialspräsenz anzuwenden. Hat man ein Fahrrad, ergeben sich dann die erweiterenden Wirkungseinbringenden Inhalte und die Umsetzung zum Fahren nimmt seinen Lauf. Die Triebwirkung tritt erst und einzig in Verbindung mit dem Leidensverhältnis des Bedürfnisses hervor. So basiert auch der Hunger nicht darauf, daß man einen leeren Magen hat, sondern daß im Magen die Unausgewogenheit gegenüber den Verdauungssäften dies erwirkt, gemäß sich auch die Wirkung der Sättigung ergibt. So ist auch generell zwischen physischen Geschlechtstrieb und psychischen Veranlagung zu unterscheiden, denn gegenüber Letzterem finden im Körperlichen hormonelle Ausschüttungen statt, die jedoch reine Reizwirkungen erwirken und keine differenzierend bewertete Gefühle, die einzig über Letzteres entstehen. Ohne 'reizende' Wirkung findet generell kein (Re)Aktiva statt!

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Outing

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Das Outen bezeichnet den Prozeß der Selbstfindung zur Ausbildung der sexuellen Bewußtseinsidentität. Auch hierin findet der gleiche Prozeßvorgang des Entwicklungswesens statt und ist genereller Bestandteil der pubertären Entwicklung. Wie jedoch der Begriff vermittelt, findet dies nicht generell im Verbund mit der Pubertät statt und hat seine separierende Bewandtnis aufgrund des kulturellen monistischen Verhältnisses zur monogamen Heterosexualität (out of the box!). Hierzu einmal mein Erleben dazu: in der Realschulzeit hatte ich jeweils gemäß der Klassenwechsel zwei Jahre lang zu 'zwei Kumpanen' einen Freundschaftsbezug, worin sich dies jedoch als 'drittes Rad am Wagen' stellte. Die Verbindung mit meiner ersten Freundin war nach einer Weile regelrecht verschwunden, hingegen war ich daraufhin (unbedachterweise!) mit ihrer Freundin zusammen. Das ist alles, was sich als pubertäres Verhältnis aufweist. Das Wesentliche der Kernbestandteile trat jedoch auch selbst über die spätere eheliche Verbindung mit einer Frau, welche ein Tochter hatte, nicht in Erscheinung. Das sexuelle zu-Dritt war nicht Inhalt des Stattfindens und auch nicht der Inbetrachtziehung. Erst nach der generellen Abwendung von meinem alten Lebensweg begann ich die Erfahrungen spezifisch zu hinterfragen und in Verbindung mit neuerlichen Erfahrungen ergab sich auch mein Prozeß des 'spezifizierenden' Outings.

Maßgeblich hierin ist die Unterscheidung des Bewußtseinsverhältnisses gegenüber dem geistigen Kenntniswesen, denn während sich das Bewußtsein im Verhältnis des Reflektiven des eigenen Selbst bildet, findet die Bildung des Geistigen aus einem zunächst leeren Erinnerungswesen heraus statt. Zum Anderen gelangen Empfindungen und Gefühle nicht als solche in die Erinnerung, sondern einzig als Ver(sinn)bildlichungen und erscheinen auch einzig dem gemäß in den geistigen Vorstellungen. Um seine Kenntnisse somit im Bezug auf sexuelle Verhältnisse geistig zu Hinterfragen, beschränkt sich dies einerseits auf das, wozu man Kenntnisse hat und es ist darin nicht das erlebende Gefühlswesen enthalten, sodaß man darin auch auf eine reine Sachlichkeit stößt. Hingegen ergibt sich darin, was über den fließenden Vorgang des bewußtwerdenden Erleben nicht gegeben ist, nämlich das abstrakte Erfassen und Ersichten der Zusammenhänge des Seins. So war es denn auch das Erleben des sexuell-sinnlichen zu-Dritt, welches mir das Gesamtbildnis vor Augen führte und ich darüber dann auch die zuvor aufgetretenen Puzzleteile als daraus erkannte. Im Verhältnis des Überbewußtseins gilt es zu bedenken, daß die bewußt werdende Wahrnehmung ein fließender Vorgang ist, die Erinnerung sich aus der erlebenden Wahrnehmung befüllt und der Geist aus der Erinnerung seine projizierenden Inhalte erfährt. Die Grundlage der überbewußten Identität erfüllt sich entsprechend dem gemäß.

Bewußtsinn

Es steht somit aber auch dem gemäß zwischen den inneren veranlagungsausbildenden Wirkungspräsenzen des Unterbewußtseins und äußeren Wirkungsverhältnisssen. Dem tritt noch das rein sprachlich-geistig Substanzierte gegenüber, welches nicht den regulären Durchlauf über die Sinne vollzieht, da es zunächst der inhaltlichen Entfaltung aus der Erinnerung heraus bedingt. Über die Relativität und Priorität der derer Inhalte an Präsenz und Wirken ergibt sich das daraus resultierende Identitätsverhältnis. Maßgeblich ist dem gegenüber des Menschen Wesensart als Einheit, sodaß es sich 'regulär' auch darüber richtet, in Einheit mit dem Selbst des Unterbewußtsein sich umzusetzen. Indess sind die ideologischen kulturellen Verhältnisse nur relativ, wenn überhaupt, auf die menschliche funktionale Einheit hin eingerichtet, wie man besonders im Bezug auf die sexuellen Veranlagungen sich vor Augen führen kann. Es erwirkt sich hierin somit auch zwangsläufigerweise ein genereller kultureller Selbstfindungsprozeß, denn der Identität bedingt es zur Erlangung einer solchen nicht nur der Erkenntnis über das Selbst, was Gegebenheit ist darin, sondern auch über dessen funktionales Sein als solches. Dies beruht darauf, daß das Selbst in seiner Seins- und Ausfüllungserfordernis der Nährung von außen bedingt, die Sexualität ein anteiliger bedingender Bestandteil ist und sich über den Nährboden die Nährung bestimmt. Das Outing beinhaltet somit auch die prinzipielle Infragestellung von Sein oder Nicht-Sein der generellen Lebensart, aufgrund der gegebenen kulturellen Mißstände.

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Theorien

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» Personenlexikon der Sexualforschung (2009) «
Volkmar Sigusch, Günter Grau

» Homosexualität als anthropologische Herausforderung (2001) «
Konzeption einer Homosexuellen Anthropologie
Erhard Köllner

S. 134: Bei den bisher besprochenen frühen Forschern von Casper bis Blüher traten recht unterschiedliche Sichtweisen von Homosexualität zutage. Im folgenden Abschnitt soll der Versuch unternommen werden, das Menschenbild offenzulegen, das hinter der jeweiligen Sichtweise steckt. Bei dem Berliner Gerichtsmediziner Johann Ludwig Casper bestand der grundlegende Wandel darin, daß erstmals die "wissenschaftliche Kausuistik der Homosexualität" eröffnet wurde und die gleichgeschechtliche Hinwendung von Mann zu Mann durch einen dunklen und unerklärlichen 'eingeborenen' Drang - als angeboren, und im Kontext des Angeborenseins als ...

» Prä-homosexuelle Kindheiten «
Eine empirische Untersuchung über Geschlechtsrollenkonformität
und -nonkonformität bei homosexuellen Männern
in Kindheit, Jugend und Erwachsenenalter
Thomas Grossmann (Dissertation - 2000)

Freund (1967) unterschied bei der psychosexuellen Entwicklung zwischen zwei "Typen" männlicher Homosexueller, solche mit "einfach nachweisbarer femininer Identifizierung" und zweitens die "sich männlich identifizierenden homosexuellen Männer", denen er unterschiedliche Charakteristika zuschrieb.

Ulrichs, der sich als Kämpfer(4) für die eigene Sache bezeichnete, sah 'Urninge', wie er zum Zwecke der Entpathologisierung Homosexuelle nannte, als eine eigene Klasse an, deren Zuneigung zu Männern "geschlechtlich angeboren, organisch angeboren" sei (1864, S.4). Angeboren sei dem Urning "neben männlichem Körperbau weiblicher Geschlechtstrieb"(S.4f), und er sei deshalb "gar nicht vollständig Mann", sondern nur "Quasi-Mann" oder "Halbmann", "nicht Mann, sondern ein Wesen weiblicher Art". Die Beschreibung mündet in der Feststellung: "Wir Urninge bilden eine zwitterartige besondere geschlechtliche Menschenclasse, ein eigenes Geschlecht, dem Geschlecht der Männer und dem der Weiber als drittes Geschlecht coordiniert". Während sie in ihrer "sozialen Stellung, wie auch vielleicht in geistiger Leistungsfähigkeit, den Männern gleich" seien, sei die Männlichkeit des 'dritten Geschlechtes' "künstlich anerzogen". Sein Selbstbild entspricht zweifelsfrei seinen theoretischen Aussagen, und da er wenig mit anderer Literatur zum Thema sowie anderen Homosexuellen bekannt war (Kennedy 1990), liegt ein solcher Schluß vom Selbstbild auf alle Urninge nicht fern. Zudem mag ihn die in jener Zeit entdeckte Tatsache fasziniert haben, daß der menschliche Embryo männliche und weibliche Sexualorgane hat, von denen eines sich zurückbildet. Die sexuelle Zuneigung zum Mann sei dem Urning ebenso angeboren wie die Sexualorgane (Greenberg 1988).

Zunächst griff der homosexuelle Arzt Magnus Hirschfeld den Gedanken von Ulrichs auf. 1896, ein Jahr nach Ulrichs Tod - und bis dahin ohne Kenntnis von dessen Theorie - veröffentlichte Hirschfeld unter Pseudonym seine erste Schrift, 'Sappho und Sokrates', in der er drei Thesen vertrat: echte Homosexualität, die "vom Erwachen bis zum Erlöschen des Geschlechtstriebes dem Menschen anhaftet", sei stets angeboren, zweitens, "daß der homosexuelle Zustand mit der zwitterhaften Uranlage aller Lebewesen in Verbindung steht" und drittens: "Homosexualität ist keine Krankheit" (Hirschfeld 1986, S.49). ... Es dauerte jedoch noch einige Jahre, ehe er der Öffentlichkeit seine Zwischenstufentheorie präsentierte, die er selbst mehr als ein Einteilungsschema ansah, da sie keine kausale Erklärung für die Entstehung der Zwischenstufen biete (Herzer, a.a.O.). "Zwischenstufen" waren dabei für ihn Männer und Frauen mit seelischen oder körperlichen Eigenschaften des anderen Geschlechts, "Zwitter in des Wortes weitgehendster Bedeutung" (aus dem Vorwort, zitiert nach Herzer 1992). Zwar benutzte er den Begriff 'Zwischenstufe' anders als Ulrichs, aber sein Grundverständnis vom männlichen Homosexuellen als körperlich männlich, jedoch sexuell und von Kindesbeinen an seelisch weiblich, war vergleichbar. Das homosexuelle Begehren war auf bestimmte Menschen fixiert und biologisch begründet. Weder Ulrichs noch Hirschfeld bestritten, daß es männliche Homosexuelle ohne 'weiblichen Habitus' gäbe. In dem posthum veröffentlichten Band "Geschlechtsanomalien und Perversionen", welches im englischen Orginal 1936 erschien, schrieb Letzterer: "Die Summe der weiblichen Beimischung in männlichen Homosexuellen ... sind sehr verschieden. ... Es kommt jede denkbare Kombination und Abstufung vor."(Hirschfeld o.Jg., S.280f). Er geht dabei sogar soweit, quantitative Vermutungen anzustellen bzw. von Dritten zu akzeptieren. "Ivan Bloch hat wahrscheinlich recht, wenn er über die Verteilung von männlichen und weiblichen Homosexuellen (bei Männern) sagt, daß ihre Anzahl ungefähr gleich ist." (a.a.O., S.281)

Es dauerte nicht lange, bis Widerspruch aus den Reihen homosexueller Männer kam gegen diese Sicht von Homosexualität als Geschlechtsphänomen. Ganz im Sinne des Ausrufs "Männer sind wir!" (s.o.) entzündete sich bald der Streit, angeführt vom "antifeministen Flügel" (Greenberg 1988) der inzwischen entstandenen Bewegung um Brand und Friedlaender. Seit 1896 gab der homosexuelle Verleger Adolf Brand die erste deutsche Homosexuellen-Zeitschrift heraus, "Der Eigene", und gründete 1902 die "Gemeinschaft der Eigenen" (Hohmann 1981). Der Untertitel der Zeitschrift, "Ein Blatt für männliche Kultur" deutete darauf hin, daß Brand und seiner 'Gemeinschaft' besonders an der Betonung viriler Beziehungen gelegen war und er beweisen wollte, "zu welchen großen sittlichen, künstlerischen, wissenschaftlichen und politischen Leistungen die 'Homoeroten' fähig waren" (Stümke & Finkler 1981, S.25). Seit 1896 gab der homosexuelle Verleger Adolf Brand die erste deutsche Homosexuellen-Zeitschrift heraus, "Der Eigene", und gründete 1902 die "Gemeinschaft der Eigenen" (Hohmann 1981). Der Untertitel der Zeitschrift, "Ein Blatt für männliche Kultur" deutete darauf hin, daß Brand und seiner 'Gemeinschaft' besonders an der Betonung viriler Beziehungen gelegen war und er beweisen wollte, "zu welchen großen sittlichen, künstlerischen, wissenschaftlichen und politischen Leistungen die 'Homoeroten' fähig waren" (Stümke & Finkler 1981, S.25).

Die Gegner von Ulrichs und Hirschfelds Theorien wehrten sich also nicht nur gegen die Verbindung von Homosexualität und Weiblichkeit, sondern bezweifelten den wissenschaftlichen Wert ihrer Arbeiten. Sehr deutlich wird das etwa in einer Kritik an Hirschfelds Text "Das urnische Kind", von dem unter 2.2. bereits die Rede war. Der Autor beklagt, daß die Veröffentlichung der Gedanken von Ulrichs, Hirschfeld usw. in Form einer Anpassung Homosexuelle sich dazu gedrängt fühlen könnten, "ihren eigenen Zustand nach gegebenen Vorbildern zu modeln" (Bab 1903, S.68), egal, ob sie von den angeblich für Homosexuelle typischen Verhaltensweisen und Persönlichkeitsmuster selbst gelesen oder über Dritte davon gehört hätten. Bab bestreitet, daß "man das urnische Empfinden beim Manne für eine weibliche ... Eigenschaft" halten müsse und wendet sich damit gegen den Grundgedanken von Ulrichs. Die Einwände sind vor allem methodologischer Art, es wird das Fehlen eines sorgfältigen statistischen Vergleichs zwischen "femininen Eigenschaften" in der Kindheit bei Urningen und "Normalempfindenden" kritisiert, da nur so ein Beweis für die Existenz des "urnischen Kindes" statt der bloßen Annahme geführt werden könne. Es wird darauf verwiesen, daß "Erziehung und Gewöhnung" ein geschlechtsrollen-konformes Verhalten fördern bzw. überhaupt erst bilden würden (a.a.O., S.70).

Friedlaender war 1902 in Kontakt mit Hirschfeld und dem Wissenschaftlich-humanitären Komittee (WhK) gekommen, welches seit 1897 versucht, mit Hilfe einer Petition an den Reichstag den §175 zu Fall zu bringen, ein Ziel, das zum damaligen Zeitpunkt noch viele verschiedene Strömungen verband (Stümke & Finkler 1981). Recht bald zeigte sich jedoch, daß Friedlaender einen vollkommen anderen Ansatz verfolgte. Er lehnte die Sichtweise, die erotische Anziehung von Männern sei eine weibliche Eigenschaft ab. Die gleichgeschlechtliche Liebe sei zudem nicht an eine Minderheit Homosexueller gebunden, sondern eine Fähigkeit, welche abgestuft in allen Männern zu finden sei. Friedlaender war damit nach Blüher (1965) der einzige Forscher, der eine echte Abkehr von der Betrachtung der Homosexualität als pathologisch vornahm. Er nannte es eine "discutable, ja wahrscheinliche Annahme, dass sogar die meisten Menschen von Natur mehr oder weniger bisexuell sind" (Friedlaender 1904, zitiert nach Hergemöller 1993a). Für ihn war die gleichgeschlechtliche Liebe unter Männern die Basis von Gesellschaft, Kultur und Staat. Friedlaender hielt dauerhaft an der Superiorität der gleichgeschlechtlichen Liebe fest und war eher verwundert, daß so viele Männer, als Angehörige des 'superioren Geschlechts', eine Frau begehren (Hergemöller, a.a.O.).

Blüher sah - wie Friedlaender -, die Bisexualität als "angeborene prinzipielle Eigenschaft aller Menschen" (S.101), sprach von einer "allgemeinen Inversionsneigung" und "einer Linie", von der man ausgehen müsse, anstelle eines Punktes (S.81). Wenn es folglich keine "Sonderklasse der Homosexuellen" gibt, dann sei die gesamte Frage der Homosexualität keine der Toleranz oder Duldung "den Unglücklichen gegenüber" (S.77), sondern der Anerkennung. Die andere theoretische Sicht führte zu einer anderen politischen Einschätzung. Nach Blüher ist die Zwischenstufentheorie nicht nur "unwahrscheinlich", wie Friedlaender angenommen hatte, sondern "ganz und gar und durchaus falsch"(S.52, Hervorh. i. Org.). Die Behauptung, "daß es eine weibliche Eigenschaft des Mannes sei, einen Mann zu lieben, hat ... nicht wieder gut zu machenden Schaden gebracht" (S.117). Es sei falsch, "die Inversion in einen kausalen Zusammenhang mit Vorgängen oder Tatsachen (zu) bringen, die mit ihr nicht notwendig verbunden sind" (S.49) "Nur im Objekt liegt der Unterschied" zwischen dem frauenliebenden 'Frauenhelden' und dem männerliebenden 'Männerhelden' (S.58).

Blüher konnte sich in vielen dieser Punkte auf Freud berufen, der sich 1905 in seinen "Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie" - wenn auch vorsichtig - über Homosexualität geäußert hatte und mit dem Blüher 1912 und 1913 einen Briefwechsel führte (Neubauer 1996). Freud äußerte sich kritisch gegenüber der Vermutung, bei männlichen Homosexuellen gäbe es ein weibliches Gehirn im männlichen Körper, denn "wir kennen die Charaktere eines 'weiblichen Gehirns' nicht. Der Ersatz des psychologischen Problems durch das anatomische ist ebenso müßig wie unberechtigt"(1977, S.20). Für ihn bestand kein Zweifel, daß ein großer Teil der männlichen Homosexuellen "den psychischen Charakter der Männlichkeit bewahrt" habe, und er sah eher im Sexualobjekt die "Vereinigung beider Geschlechtscharaktere", wenn der Jüngling begehrt werde (S.21). Freud widersetzte er sich auch heftig der Vorstellung, Homosexuelle als 'besondere geschlechtliche Menschenclasse' (Ulrichs 1864) anzusehen. Er hielt "alle Menschen der gleichgeschlechtlichen Objektwahl" für fähig und die Unabhängigkeit der Objektwahl vom Geschlecht des Objektes für das Ursprüngliche, aus dem sich später Hetero- und Homosexuelle entwickeln würden (Freud 1977, S.22).

Mit Blüher fand die Auseinandersetzung um Homosexualität als Geschlechts- oder Objektphänomen ihren unerfreulichen ersten Höhepunkt, jedoch keineswegs ihren Abschluß. Nach dem Zusammenbruch des Nationalsozialismus, der gleich zu Beginn jeglicher Homosexuellenforschung und freien wissenschaftlichen Diskussion eine Ende gemacht hatte (ausführlich beschrieben bei Stümke und Finkler 1981), war es in der frühen Bundesrepublik vor allem Willhard S. Schlegel mit seinem 'konstitutionsbiologischen' Ansatz, der sich als Fortsetzer der Hirschfeld'schen Konstitutionslehre verstand und den Begriff der Zwischenstufen weiterführte (Gorsen 1984). Nach Schlegel (1969, S.376) "sind etwa 40 Prozent der Männer und der Frauen den Zwischenstufen zuzuordnen". Jenen 40% schrieb er als "angeborene sexuelle Verhaltensweisen" zu: häufiger Partnerwechsel, Abweichung "von der üblichen aktiven Sexualrolle des Mannes" und Homosexualität, d.h. eine feste Vermengung von Biologie und (Geschlechtsrollen-)Verhalten. Mit Vermessungen u.a. des Beckenausgangs versuchte er dies zu untermauern, stützte er sich doch auf die "gesicherte Tatsache, daß mit der Röhrenform des Beckenskeletts die sogenannten weiblichen Charakterzüge und die Neigung zu einem vorwiegend passiven Sexualverhalten, mit der Trichterform des Beckenskeletts die sogenannten männlichen Charakterzüge und die Neigung zu einer aktiven Rolle im Sexualverhalten verbunden sind"(a.a.O., S.52). Seine biologistische Sicht verband er mit derselben Begeisterung fürs 'Virile', welche schon die 'Gemeinschaft der Eigenen' und Blüher empfanden. Wie Blüher pries er die erzieherische Wirkung von Männerbünden inklusive homosexueller Beziehungen auf die "männliche Jugend" (Dannecker & Reiche 1974). Trotz dieser Übereinstimmung war Homosexualität für Schlegel ein Geschlechtsphänomen, mußte als Grundlage die Vermengung körperlicher und seelischer Geschlechtsmerkmale haben.

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Begriffsentwicklung

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Ich bin mittlerweile bis zu den Anfängen der Begriffsentwicklung gelangt und wie sich darüber zeigt, so fand die Einführung und auch Anwendung der Begriffe auf der Grundlage des Jeweiligen teils für sich und auch getrennt voneinander statt, worüber sich auch weitläufig das Mix- und Mißwesen ergibt. Wie das historische Wörterbuch der Biologie darlegt, basiert der Ursprung auf dem der Sexualität durch Krøyer 1761 für die Botanik, woran sich das Weitere anschloß (Bisexualität durch Linné 1799). Seitdem gehen in der Biologie die ursprünglichen griechischen und die neueren lateinischen fundierten Deklarationen im Nebeneinander einher (Hermaphrodit: Plinius um 79). Markant hierin ist, daß die Umsetzung der sprachtechnischen Neubildung auf der Auseinandersetzung über die Geschlechtsbestimmung, auf was die männlich-weibliche Ausbildung beruht und man sich darüber sachtechnisch voneinander trennte. Ob das Huhn oder das Ei zuerst da war, bedarf keiner Klärung, diese Frage stellt sich nicht, jedoch bildet genau dies den Kern der Sache ab. So ist die Sache selbst auch elementar relevant für das Weitere (siehe mein Einbringen der Ausgeprägtheit!). Monosexual, Homosexual, Heterosexual (und auch Pygisten, was ebenfalls relevant ist) wurde um 1850 von Kertbeny eingeführt. Das Bindeglied zur Biologie ist einzig das der Sexualität, wohingegen die Kategorisierungen Neubildungen sind (relevant: ergibt daraus zwangsläufig auch ein Mix aus lateinisch-griechischem Sachbezug/Ideologie!). Die Inbetrachtziehung und Deklaration der 'menschlichen' Bisexualität geht aus der Vermischung des Homosexuellen mit dem Transsexuellen hervor (um 1900 - Details muß ich noch sichten - man vermutete dahintersteckend das Weibliche im Manne - auf jeden Fall ist es nicht so, wie z.B. Haeberle wiedergibt, daß es als 'logische Konsequenz' aus dem Homo-/Hetero heraus entstand!). Hierüber zeigt sich eindeutig, daß 'Bisexualität' als begriffliche Klassifizierung aus dem Biologischen übernommen wurde. Über die spezifische Beschäftigung mit der Transsexualität filterte sich diese wiederum als Eigenständiges, von der Hetero-/Homosexualität unabhängiges heraus und trennte sich damit verbunden auch gegenüber der Deklaration der Bisexualität. Als nächstes tritt das u.a. durch Freud Aufgebrachte auf den Plan, daß alle Menschen bisexuell seien. Elementar ist hierin, daß sich in der Zwischenzeit über die Beschäftigung mit der Homo- und Transsexualität überhaupt eine substanzielle Unterscheidung des Körperlichen und Psychischen als Ermessungsgegenstand entwickelte, hingegen über Freud's Aufbringen sich beides wieder miteinander vermischte, aufgrund dessen im weiteren Verlauf die Abneigung gegenüber der Sache dazu führte, daß die Bisexualität in der Inbetrachtziehung infolge der Ablehnung dessen regelrecht in der Versenkung verschwand. Über Kinsey's Berichte gelangt es wieder in Augenschein, maßgeblich darüber, daß er dieses Bildnis über die Statistiken abbildet. Elementar ist hierin die spezifizierte Einschränkung von 'rein' Hetero- und Homosexuellem auf die 0er und 6er, die Benennung der 3er als Bisexuelle und dem der 1,2,4,5er als undeklariertes/ungeachtetes Dazwischenstehendes, in Verbindung mit der Infragestellung, wie es sich denn damit verhalten würde, mit dem Ausmaß dieses Dazwischenstehenden. Wie man u.a. über Haeberle in der Bezugnahme zu den Berichten entnehmen kann, so hat man anderweitig ganz andere Vorstellungen. Bei genauerer Betrachtung der Entwicklung bei diesen wird vor allem deutlich, daß man darin die Heterosexualität und Homosexualität bis dato getrennt voneinander und einzig bezüglich ihres ambisexuellen Verhältnisses in Betracht zog. Bisexuelles war gar nicht ihr Thema, was man aus den diversen Gegenüberstellungen zu Kinsey Zahlen deklarationsgemäß rein auf Ambisexuelles ausgeführt, auch entnehmen kann. DARAUS bildete sich auch das, was man als "Bisexualität (eigentlich Ambisexualität)" überall antrifft. Die Bisexualität selbst ist einzig und wenn überhaupt, im Verhältnis von Kinsey's Aufweisen anzutreffen.

» Johann Ludwig Casper « (Rechtsmediziner)

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» Bezeichnungen für Homosexualitäten (Wikipedia) «

Quellenarchiv

» glbtq.com «

glbtq.com, which housed the world's largest encyclopedia of gay, lesbian, bisexual, transgender, and queer culture, closed on August 1, 2015. Most of the encyclopedia's entries, essays, and interviews have been archived online.


Gegründet und betreut seit 1994 von Prof. Dr. Erwin J. Haeberle

Erwin J. Haeberle (» Infos bei Wiki «) war einst Mitarbeiter des Kinsey-Institutes und hat darüber auch einen ganz speziellen Bezug dazu. 1994 gründete er das Archiv für Sexualwissenschaft am Robert-Koch-Institut in Berlin, das er von 2001 bis 2014 an der Humboldt-Universität weiterführte. Seither setzt er es in 15 Sprachen auf einem privaten Server fort als Archive for Sexology (wird jedoch nicht mehr aktualisiert).

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» Homosexualität als anthropologische Herausforderung (2001) «
Konzeption einer Homosexuellen Anthropologie
Erhard Köllner

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» Otto Stoll «
Schweizer Mediziner, Sprachforscher, Ethnologe und Geograph

» Suggestion und Hypnotismus in der Völkerpsychologie (1904) «

» Das Geschlechtsleben in der Völkerpsychologie (1908) «

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» Iwan Bloch «
einer der Begründer der Sexualwissenschaft als wissenschaftliche Disziplin

» Das Sexualleben unserer Zeit «
in seinen Beziehungen zur modernen Kultur

Der Einfluss äusserer Faktoren auf das Geschlechtsleben in England - I
Der Einfluss äusserer Faktoren auf das Geschlechtsleben in England - II
» Der Einfluss äusserer Faktoren auf das Geschlechtsleben in England - III (1903) «

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» Grenzfragen des Nerven- und Seelenlebens (1907) «
Herausgeber: Dr. L. Löwenfeld

Kapitel
» Grundbegriffe der Ethik (1907) «
Christian Freiherr von Ehrenfels

Kapitel
» Die Differenzierung von Mann und Weib als Geschlechtswesen «
Bisexualität, Heterosexualität und Homosexualität
L. M. Kötcher

Die reine Mischliebe im Bölscheschen Sinne ist bei allen vielzelligen Geschöpfen, wie gesagt, ein dem Individuum unbewusster, stiller Vorgang geworden und der ganze Sturm der Gefühle und bewussten Akte hat sich auf die notwendigen Präliminarien für den Mischvorgang geworfen, und der naive Geschlechtshunger hat sich in seinen Gefühlen und Akten überhaupt völlig unabhängig von der Hauptsache, der Ei- und Samenvereinigung gemacht. Wo die Geschlechter differenziert sind, sucht sich eben das ganze vielzellige männliche und weibliche Individuum möglichst zu vereinigen. Schon im Trieb, der zwei verschiedengrosse freilebende Zellen verschiedener Mutterzellen sich suchen liess und die Vermischung der Geschwisterzellen vermied, wohl zwecks vollkommenerer Stoffergänzung und grösserer Variationsmöglichkeit, - schon mit diesem Trieb war der Ausgangspunkt zur Differenzierung von zwei Geschlechtern, von Mann und Weib, gegeben. Als im zusammengesetzten Zellorganismus das Gesetz der Arbeitsteilung unter den verschiedensten Organen auch eine gewisse Zellprovinz, gleichsam ein Reservebecken für den Zweck der Fortpflanzung der Art, in den Generationsorganen mit ihren Keimzellen schuf, da führte es das angedeutete Prinzip der zwei Geschlechter durch Zuteilung der Samenapparate an den Mann, der Eiapparate an das Weib für die höheren Organismen immer konsequenter durch, und bei den Wirbeltieren mitsamt dem Menschen herrscht diese Differenzierung ganz regelmässig. Eine Parthenogenese, wie sie noch bei hochorganisierten wirbellosen Tieren vorkommt, ist hier völlig ausgeschlossen. Dennoch steht es fest, dass auch sogar beim Menschen in der Fötalzeit eine hermaphroditische Anlage vorhanden ist ; verkümmerte Reste der weiblichen Anlage beim Mann und der männlichen beim Weibe bleiben bekanntlich sogar das ganze Leben des Individuums hindurch bestehen. Und in anormalen Fällen findet man heute noch die bunteste Mischung aller Grade zwischen männlichen und weiblichen Geschlechtscharakteren vom Hermaphroditismus verus, wo männliche und weibliche Keimdrüsen in einem Individuum gleichzeitig bestehen, bis zum Pseudohermaphroditismus, bei dem wohl nur ein spezifisches männliches oder weibliches Gewebe der Geschlechtsdrüse vorhanden ist, die übrigen sexuellen Merkmale aber so verschieden in Erscheinung treten, dass sie das Bestehen eines der Art der Keimdrüsen widersprechenden Geschlechtes des Individuums vortäuschen, oder wenigstens sein Geschlecht zweifelhaft erscheinen lassen. Es besteht eine grosse Literatur über solche Fälle; ein ausserordentlich reiches Material hat neuerdings Taruffi zusammengestellt und Neugebauer vermehrt jährlich die Zahl solcher Beobachtungen beträchtlich (Jahrbücher für sexuelle Zwischenstufen).

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» Hans Blüher «
Psychologe und Philosoph

» Die drei Grundformen der Homosexualität (1913) «

Fernerhin bedürfen der Abweisung alle homosexuellen Fanatiker, die sich von der Propagierung der Homosexualität einen Kulturumschwung versprechen, einen Umschwung im Sinne der mannmännlichen Liebe. Diese Auffassung sieht in doppelter Hinsicht auf falsche Leitlinien. Zunächst ist die Zahl der Homosexuellen mit bewußter und voller Fixierung ans eigne Geschlecht prozentual gering und ihre Neigung ist den Normalen ganz unverständlich. Wenn diese sich nun zusammenschließen, ihr Liebesrecht geltend machen und z. B. durch Herausgabe schöngeistiger Zeitschriften den Verkehr untereinander aufrecht erhalten, so kann das nur anerkannt werden, aber doch eben nur als ein rein privates Unternehmen. Von diesem Punkte aus aber das Kulturleben umzugestalten ist ganz aussichtslos, weil eben die eigentlich kulturelle Frage nicht an der krassen Totalfixierung ans eigne Geschlecht verwurzelt ist, sondern in der allgemeinen Inversionsneigung. Also von einer Linie muß man ausgehen, nicht von einem Punkt, und wenn die Wissenschaft diese Linie nachweisen kann, so gehört das Problem eben in die universelle Sexualreform überhaupt hinein und kann sowieso, auch ohne die Mithilfe der eigentlich Homosexuellen nicht übersehen werden.

Der Grund für alle Mißverständnisse auf sexuologischem Gebiete ist offenbar in der sich allmählich vollziehenden Umgestaltung des Begriffes "Sexualität" zu suchen. Hier stehen sich zwei Schulsprachen, ohne es zu wissen, gegenüber und verwirren die Denkbilder. Das kommt in der Geschichte der Wissenschaften öfter vor und ist immer ein Zeichen dafür, daß ein wirklicher Fortschritt einsetzt. Ich führe hier als Beispiel nur die Umwandlung des Kraftbegriffes an: früher verstand man unter Kraft dasjenige, was eine Veränderung in den Dingen der Erfahrungswelt herbeiführt (vgl. hierzu John Locke in dem Kapitel "Of power" seines "Essay") Heute verstehen wir Kraft energetisch als etwas, was bei einer Veränderung verbraucht wird. Also etwas ganz anderes! Ähnliches beim Sexualitätsbegriff. Die ältere Schule fixierte den Begriff an die unmittelbare Tätigkeit der Genitalien und nannte eine Handlung oder einen Wunsch erst dann "sexuell", wenn es auf eine lustvolle Erregung der Sexualorgane abgesehen war. Heute ist diese Fassung nicht mehr brauchbar, und wer sich auf sie versteift, wird mit den wichtigsten Fragen der Sexuologie einfach nicht mehr fertig. Ähnlich, wie man in der Astronomie mit dem ptolemäischen Systeme nichts mehr anzufangen wußte und auf das kopernikanische hingestoßen wurde: man verstand die Erde erst, als man sie als Staubkorn begriff. Und so wird man in der Sexuologie erst wesentliche Lichtblicke bekommen, wenn man die eigentlichen sexuellen Handlungen nur als Spezialfälle und zwar als sehr seltene, eines weiteren und dauernd wirksamen Betätigungsgebietes auffaßt. "Pansexualismus" ist hierfür ein leicht irre führender Ausdruck, weil derartige Wortbildungen für eine ethische Kategorie beschlagnahmt sind, so z. B. Panslavismus und Pangermanismus. Hierin steckt immer ein Imperativ, daß etwas "pan" sein soll, während Pansexualismus durchaus nicht eine sexualisierende Tendenz in sich schließt, sondern lediglich einen neuen theoretischen Standpunkt bedeutet. Es wird also besser sein, statt eine neue Pansexualistengruppe zu bilden, den Sexualitätsbegriff durch eine neue Definition neu zu erschließen und man kann dann von der Wissenschaft verlangen - genau so wie in der theoretischen Mechanik beim Kraftbegriff - daß sie ihm folgt, wenn man ihr beweisen kann, daß es ohne ihn heute nicht mehr geht.

Der Mensch kann nicht allein sein. Ähnliche biologische Verhältnisse finden sich auch im Tier und Pflanzenreich, zunächst die Staatentiere, Ameisen, Bienen, Termiten, (worauf Friedlaender hinwies), dann alle Symbiosen von Tieren aus verschiedenen Klassen. Abstrahiert man hier von dem speziellen Nützlichkeitswerte dieses eigentümlichen Zusammenlebens, so bleibt als Rest der sozialsexuelle Trieb zum Zusammen-sein-wollen übrig. Auch gewisse Getreidearten (Weizen) bedürfen zu ihrem Gedeihen unbedingt des Zusammenstehens in einem Felde. Wem diese Analogien gewagt erscheinen und deshalb falsch, den erinnere ich daran, welchen erzwungenen und geradezu unfaßlichen Eindruck es für jeden Lernenden macht, wenn er hört, daß der Fall eines Apfels vom Baume die mechanische Gesetzlichkeit des Weltsystemes vollkommen in sich enthält. Hier wird die Bewegung par excellence, die als solche so überzeugend ins Auge springt, in Zusammenhang gebracht mit dem scheinbar Unbewegtesten von allem: dem Sternenhimmel. Und doch hat jener berühmte fallende Apfel im Garten Newtons diesem mit einem Schlage das Gravitationsgesetz enthüllt. Die Geschichte der theoretischen Wissenschaften ist voll von solchen Paradoxien und ein entscheidender Fortschritt in der Auffassung war bisher noch stets mit dem Gelächter der ersten Hörenden verbunden.

Die Fähigkeit und das Bedürfnis des Menschen, sich an beide Geschlechter anzuschließen und davon eine bestimmte Art der Befriedigung zu erlangen, die absieht von allen kulturellen Ueberbauen und Werten, nennen wir seine Bisexualität. Diese geht durch alle drei Phasen der alloerotischen Sexualität, wenn auch bei den meisten Menschen nur die erste (soziale) und ein Teil der zweiten (Kontrektation in verselbständigter Form) des einen Astes benutzt wird. Die Bisexualität ist also nicht eine bestimmte Eigenschaft einiger Menschen, sondern eine prinzipielle aller. Die alloerotische Sexualität des Menschen ist bisexuell, ähnlich, wie die Elektrizität bipolar ist. Bei der überwiegenden Majorität wird nun die homosexuelle Komponente durch die heterosexuelle unterdrückt, und zwar in verschieden spätem Alter und in verschieden starker Intensität, so daß sie bei manchen Menschen kaum je zum Vorschein gekommen ist und gleich mit der Pubertät ziemlich prompt die heterosexuelle Wahl eintrat, während bei anderen langes Schwanken bis in die spätesten Jünglingsjahre besteht und dann eine nur sehr oberflächliche Verdrängung erfolgt. Meistens aber bleibt die homosexuelle Richtung in der sozialen Phase stehen und dringt nur ganz selten einmal bei gewissen überschwenglichen Stimmungen Freunden gegenüber in die zweite. Aber dieser homosexuelle Triebast tut trotzdem seine Wirkung: er ist das eigentlich einigende Band der Menschheit. Wir sind heute nach den Forschungen von Heinrich Schurtz, Otto Weininger und Benedikt Friedländer langst darüber hinaus, in der Familiengründung die Grundlage zur Staatenbildung zu sehen. Die Liebe zum andern Geschlecht führt nie über die Ehe hinaus, während gerade das Interesse des Mannes am Manne und an den Interessen des Mannes die eigentliche Sozialisierung herbeiführt. Das Weib hat den Staat nicht erfunden.

Echtes Zwittertum ist bisher nicht erwiesen, dagegen einige Fälle neutrius generis mit ovotestis. Vgl. v. Neugebauer: Hermaphroditismus beim Menschen. ... Franz v. Neugebauer schreibt über den Hermaphroditen in seinem Standardwork "Hermaphroditismus beim Menschen" Seite 56: "Ebenso wie die sekundären Geschlechtscharaktere ist auch das psychische und sexuelle Empfinden ein den Geschlechtsdrüsen bald homologes, ihnen entsprechendes, oder ein ihnen nicht entsprechendes, heterologes." Und Seite 63: "Sehr wichtig ist die Verschiedenheit des Sexualempfindens bei Scheinzwittern. Die vita sexualis ist zuweilen ganz normal, oft garnicht vorhanden, wenig ausgesprochen, oder pervers, also homosexuell. Ja, es gibt Scheinzwitter, welche mit beiden Geschlechtern sexuell verkehren, viele, bei denen der Geschlechtsdrang anfangs ein männlicher war, dann in den weiblichen umschlug und umgekehrt." ... In demselben Sinne belehren uns Hirschfelds "Transvestiten" (Berlin 1912), deren in die Augen springende Weiblichkeit, die ihnen das Lebensschicksal bedeutet, durchaus keinen notwendigen Zusammenhang mit Homosexualität aufweist. Man sieht: die Androgynie des Menschen und seine Bisexualität gehen durchaus nicht parallel. ... Diese Einsicht ist auch Hirschfeld längst gekommen, der mit Recht nicht mehr von einer Zwischenstufentheorie spricht, sondern lediglich von einem "Einteilungsprinzip" der Zwischenstufen, und das ist ein vollkommen richtiger Gebrauch, denn die Zwischenstufen existieren und auch homosexuelle Zwischenstufen existieren.

Also: der Mensch ist nach einem androgynen Schema aufgebaut. Aus dieser prinzipiellen Androgynie erklären sich die deutlich bemerkbaren Zwischenstufen als verstärkte Spezialfälle und sind daher von dieser Grundlage aus vollkommen zu verstehen. Aber diese prinzipielle Androgynie ist durchaus verschieden von der prinzipiellen Bisexualität und hat theoretisch mit ihr garnichts zu schaffen. Sie wird aber fast überall mit ihr verwechselt! Hieraus stammt auch ein großer Teil der Irrtümer, die bisher in der theoretischen Morphologie der Inversion gemacht worden sind. Man braucht nur die unzähligen Aufsätze von Medizinern und Laien nachzulesen, und man wird in geradezu erdrückender Fülle ohne jede vorherige Sondereinteilung finden, daß die Homosexualität in naiver Selbstverständlichkeit mit Weiblichkeit zusammengebracht und "erklärt" wird. Aus der Bisexualität hebt sich ebenso klar der Männerheld und die Frauenheldin heraus, wie die verschiedenen Zwischenstufenformen sich aus der prinzipiellen Androgynie herausheben. Aber beides sind grundverschiedene Dinge.

Blüher beschreibt hierin seine Inversionslehre,
welche sich eng an Freud's anschließt, hingegen mit der Differenzierung kategorischer Typen.

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» Magnus Hirschfeld «

» Magnus Hirschfeld Stiftung «
» Digitalisate von Werken Hirschfelds «

» § 175 des Reichsstrafgesetzbuches (1898) «
die homosexuelle Frage im Urteile der Zeitgenossen

» Berlins Drittes Geschlecht (1901) «

» Was muss das Volk vom Dritten Geschlecht wissen! (1901) «

» Geschlechtsumwandlungen. Irrtümer in der Geschlechtsbestimmung (1912) «

» Der urnische Mensch (1903) «

» Vom Wesen der Liebe (1906) «
Zugleich ein Beitrag zur Lösung der Frage der Bisexualität.

» Die Transvestiten (1910) «
Eine Untersuchung über den erotischen Verkleidungstrieb,
mit umfangreichem kasuistischem und historischem Material.

» Die Vergeistigung des Geschlechtstriebes (1911) «

» Die Homosexualität des Mannes und des Weibes (1914) «

» Geschlechtskunde Vol. 1 (1926) «

» Geschlechtskunde Vol. 2 (1928) «

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» Sapphismus (Lesbos) «

Das Wort lesbisch leitet sich von der griechischen Insel Lesbos ab, die sich im ostägäischen Meer befindet. Die antike griechische Dichterin Sappho, die im 6. Jh. v. Chr. auf Lesbos lebte, hatte in ihren Gedichten die Liebe zwischen Frauen besungen, auch wenn ihre eigene sexuelle Orientierung bis heute umstritten ist. In der Antike wurde für weibliche Gleichgeschlechtlichkeit sowohl von den Griechen, als auch von den Römern unter anderem das Wort tribas verwendet, welches in verschiedenen Formen wie des Tribadismus oder der Tribadie und der Tribadin oder Tribade bis Mitte des 20. Jh. verwendet wurde und mit der Zeit eine immer engere Bedeutung bekommen hat. (Tribadie) Das in der Antike geläufige WortLesbiazo ("es machen wie die Frauen aus Lesbos"), bezeichnete orale Stimulation allgemein und Fellatio im Speziellen. Die erste eindeutige Verbindung zwischen weiblicher Homosexualität und der Insel Lesbos, von der die fiktive und als männlich beschriebene Tribade Megilla kommt und wo es mehrere ihrer Art geben soll, ist aus dem 2. Jh. n. Christus erhalten. Sappho betrieb auch eine Schule für aristokratische Töchter. In Analogie zum pädagogischen Eros der Päderastie wurde von Biographen im 3. Jh. n. Chr. das Wort gynerastia für die Beziehungen Sapphos verwendet. Bezeichnungen aus der Umgebung Lesbe und Sapphistin tauchen erstmals im Frankreich des 17. Jh. auf. Im Jahre 1787 erwähnt ein deutscher Lexikograph die Lesbiam Venerem ("lesbische Liebe"). 1837 ist im Brockhaus die sapphische Liebe erwähnt. Die Bezeichnung Lesbierin taucht gegen 1870 als Bezeichnung gleichgeschlechtlicher weiblicher Sexualität erstmals auf, 1890 wird das dazugehörige Adjektiv lesbisch erstmals im heutigen Sinne verwendet. Getreu anderer historischer Beispiele wie Sadismus oder Donjuanismus verwendet Krafft-Ebing einen Begriff aus der fiktionalen Literatur um in der Realität auftretende Fallbeispiele zu beschreiben. Im Jahre 1890 taucht der Begriff Lesbian auch erstmals im englischen Billing's Medical Dictionary auf und verbreitet sich schnell. Vor der Verbreitung der Bezeichnung Lesbierin, später Lesbe, wurde gelegentlich der Begriff sapphische Liebe oder Sapphismus verwendet. Angesichts der lange gepflegten gesellschaftlichen Unsichtbarkeit der homo- und bisexuellen Frauen wurden häufig auch Euphemismen wie "männlich wirkende Frau" oder "Freundin" als Umschreibung verwendet.

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Begriffsverhältnisse

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» IDC-Code F66 «
Psychische und Verhaltensstörungen in Verbindung
mit der sexuellen Entwicklung und Orientierung

"Info: Die Richtung der sexuellen Orientierung selbst ist nicht als Störung anzusehen."

F66.0 - Sexuelle Reifungskrise: "Die betroffene Person leidet unter einer Unsicherheit hinsichtlich ihrer Geschlechtsidentität oder sexuellen Orientierung, mit Ängsten oder Depressionen. Meist kommt dies bei Heranwachsenden vor, die sich hinsichtlich ihrer homo-, hetero- oder bisexuellen Orientierung nicht sicher sind; oder bei Menschen, die nach einer Zeit scheinbar stabiler sexueller Orientierung, oftmals in einer lange dauernden Beziehung, die Erfahrung machen, dass sich ihre sexuelle Orientierung ändert."

F66.1 - Ichdystone Sexualorientierung: "Die Geschlechtsidentität oder sexuelle Ausrichtung (heterosexuell, homosexuell, bisexuell oder präpubertär) ist eindeutig, aber die betroffene Person hat den Wunsch, dass diese wegen begleitender psychischer oder Verhaltensstörungen anders wäre und unterzieht sich möglicherweise einer Behandlung, um diese zu ändern."

F66.2 - Sexuelle Beziehungsstörung: "Die Geschlechtsidentität oder sexuelle Orientierung (heterosexuell, homosexuell oder bisexuell) bereitet bei der Aufnahme oder Aufrechterhaltung einer Beziehung mit einem Sexualpartner Probleme."

F66.8: "Sonstige psychische und Verhaltensstörungen in Verbindung mit der sexuellen Entwicklung und Orientierung"

F66.9: "Psychische und Verhaltensstörung in Verbindung mit der sexuellen Entwicklung und Orientierung, nicht näher bezeichnet"

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» SNOMED (1984) «
Systematisierte Nomenklatur der Medizin
Band 1: Numerischer Index
R.A. Cote

» Wikipedia « - Eine offizielle deutsche Übersetzung existiert nicht. Ein Teil von SNOMED CT wurde im Jahr 2003 von einer privaten Organisation ins Deutsche übersetzt und veröffentlicht, diese Version wurde seither jedoch nicht mehr gepflegt und ist daher veraltet.

96-99 Sexualstatus, Sozialstatus und verwandte Funktionen
960-963 Sexualstatus
  • F96000 normale Sexulalität
    • Heterosexualität
    • normaler Status
  • F96010 Sexualanomalie
    • anomale Sexualität
    • Sexualdevitation
  • F96020 normale Sexualentwicklung
  • F96030 anomale Sexualentwicklung
  • F96040 Hyposexualität
  • F96050 Hypersexualismus
    • Hypererotismus
  • F96060 normale Sexualität und Sexualentwicklung
  • F96070 anomale Sexualität und Sexualentwicklung
  • F96080 normale sexuelle Orientierung
  • F96090 sexuelle Orientierungsstörung
    • psychosexuelle Störung
  • F96100 Präpubertät
    • Vorpubertät
  • F96110 Pubertät
    • Geschlechstreife
    • Pubertas
  • F96120 Pubertas tarda
  • F96150 Virginität
    • Jungfräulichkeit
    • Jungfrau
    • Virgo (intacta)
  • F96160 keine Virginität
  • F96210 reife männl. Sexualität
  • F96220 reife weibl. Sexualität
  • F96250 Virilität
    • Mannbarkeit
  • F96260 Femininität
  • F96270 Intersexualität
  • F96310 Homosexualität
    • Uranismus
  • F96330 offenkundige Zwangshomosexualität
  • F96340 fakultative Homosexualität
    • (Am)bisexualität
    • Doppelgeschlechtlichkeit
    • Zweigeschlechtlichkeit
  • F96350 Ersatzhomosexualität
  • F96360 latente Homosexualität
  • F96370 symptomatische Homosexualität
  • F96380 Pseudohomosexualität
  • F96390 weibl. Homosexualität
    • lesbische Liebe
    • Sapphismus
    • Tribadie
  • F963X0 Homoerotik
    • Homoerotismus
  • F963Y0 Homogenialität

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» Wirwarr der Gefühle - sexuelle Orientierung und Sexualpädagogik «
Beate Martin in Sexualpädagogik in der Praxis, AJS Bayern 2002

"Die Erkenntnis, dass sexuelle Liebes- und Lebensformen veränderbar sind und gewechselt werden können, ist nicht neu. Bereits in den fünfziger Jahren hat der Amerikaner Alfred C. Kinsey die starre Welt der sexuellen Orientierung in Unordnung gebracht als er aufgrund einer Befragung belegen konnte, dass ein Fünftel der Frauen und die Hälfte der Männer, mindestens einmal Sex mit Partnern und Partnerinnen des gleichen Geschlechts noch vor Vollendung ihres vierzigsten Lebensjahres gehabt haben. Kinsey sprach damals von der Ambisexualität einiger Menschen. Gemeint sind diejenigen, die sich nicht eindeutig als Heterosexuelle, Schwule, Lesben oder Bisexuelle festlegen lassen möchten. Sie favorisieren die Wahlfreiheit ohne Festschreibung. Die meisten Menschen bevorzugen aber eine Kategorisierung ihrer sexuellen Identität, indem sie sich als homo-, hetero oder bisexuell bezeichnen."

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» Psychologische Entstehungshypothese
über die sexuelle Reifungskrise junger Erwachsener
als Folge einer Störung der Geschlechtsidentität
im Kindesalter aus Sicht der Analytischen Psychologie «

Herbert Antonu

Wellner, Brodda, Beach, drei große Endokrinologen, sowie die Autorin Karin Desirat, welche ich nun hier abschließen zitieren möchte, kommen gemeinsam nach eingehenden Untersuchungen zum Schluss, dass die Frage nach möglichen genetischen Ursachen für die Entwicklung von Abweichungen in der Geschlechtsidentität noch fast gänzlich offen sind. Maximal ein Mitverursachung, eine Beteiligung biologischer Faktoren ist bei der biologischen Geschlechtszuweisung nicht ganz auszuschließen, wie weit jedoch diese biologische Beteiligung geht, ist zur Zeit gänzlich unerforscht. Schlussendlich könnte man aus biologischer Sicht sagen: 'Der Ausstoß männlicher und weiblicher Hormone unabhängig vom Geschlecht eine deutliche Deklaration in der Sprache der Biologie ist, dass die Bisexualität ein Bestandteil der menschlichen Natur ist'.

Jung und Freud haben zu diesen Zeitpunkt scheinbar noch nicht erkannt (zumindest nicht niedergeschrieben), dass es neben der 'körperlichen' Bisexualität auch noch eine andere Ebene der Bisexualität gibt, diese bezeichnen Ian Baker und ich als 'Bisensualität' oder 'Bisensibilität' und meinen damit 'keine körperliche Bisexualität, sondern eine intime - erotische Bisexualität, dessen erstes und wichtigstes Prinzip das des 'körperlichen Zölibats' darstellt. Es handelt sich bei der 'Bisensualität' um eine ausschließlich intime erosbezogene rein spirituelle geistige Form der Bisexualität die wir 'Bisensualität' nennen. Denn gegenüber dem bekannten Begriff 'Bisexualität' der körperlich ausgelebt wird, hat die 'Bisenualität' nichts mit Körperlichkeit zu tun, sondern ist ein reiner emotionaler zwischenmenschlicher Austausch zwischen zwei Menschen gleichen Geschlechts. Diese Form des emotionalen gleichgeschlechtlichen Austausches sehe ich als wesentlichen Schritt im Individuationsprozess des Menschen an. In der nicht mehr das Genital (äußere Geschlecht) ausschließlich oder überwiegend für den emotionalen Austausch stehen sollte, sondern das der individuierte Mensch unabgängig vom eigenen oder vom Geschlecht des Gegenübers fähig ist, eine homoerotische Beziehung ohne körperlichen Austausch aufzunehmen und zu leben.

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Archiv für Sexualwissenschaft
» Encyclopedia of Homosexuality «
by Wayne R. Dynes

Bisexuality

Human bisexuality may be defined as the capacity to feel sexual attraction toward, and to consummate sexual performance with, members of the opposite and one's own sex. The concept needs to be distinguished from androgyny and hermaphroditism, with which, however, it is historically affiliated.

History of the Concept of Bisexuality. Modern thinking about bisexuality stems in part from medical investigations in the middle decades of the nineteenth century, which found that during the first few weeks after conception the urogenital system of the human embryo is undifferentiated as to sex. (Bisexuality in plants had been recognized since the beginning of the ninetenth century.) Determination of the anatomical gender of the organs of the originally neutral being is triggered by the intervention of mechanisms later identified as chromosomal. This embryological discovery suggested that human maleness and femaleness is in some sense secondary, and the puzzling duality of our natures could be restored, at least on the level of ontogeny, to a primal unity. Almost inevitably, these modern findings called to mind ancient Greek and Near Eastern mythological thinking about primordial androgyny. From this fertile mix of ideas it could be concluded that human sexual attraction should also be undifferentiated as to gender, since our postnatal gender dimorphism is but a secondary process superseding, but not completely effacing, an original oneness. The result of such research and speculation was to offer two complementary models, one of primordial unity, the other of a comprehensive triad: neutral, male, and female. Both the unitary and the triadic themes were to excercise their influence on the concept of sexual orientation.

Before this medical and mythological amalgam could be applied to the psychodynamic sphere, a conceptual apparatus had to be invented and diffused that assigned human sexual orientation to two distinct poles - heterosexual and homosexual - a polarity which is distinct from, yet analogous to the gender dimorphism of male and female. In classical antiquity and the Middle Ages, as well as in many non-Western cultures today, no such dichotomy was recognized. The medieval sodomite was viewed as a departure, sinful it is true, from universal human standards which form the abiding context. Thus, although the Middle Ages had to all intents and purposes its own notion of the homosexual (the sodomite), it lacked a concept of the heterosexual as such. The polarity of heterosexual and homosexual attraction was formulated in Central Europe in the 1860s by Karl Heinrich Ulrichs and Karoly Maria Kertbeny, who developed the homosexual concept. By the end of the century it had become widely familiar, and in the work of such writers as Richard von Krafft-Ebing, Otto Weininger, Wilhelm Fliess, and Sigmund Freud, the heterosexual-homosexual contrast melded with the previously discussed medical concept of primordial gender neutrality. Hence the Freudian idea of the "polymorphous perverse," in which the individual's attraction is freeform and undifferentiated (though in mature individuals this state yields to full heterosexuality). From this family of ideas descends the contemporary popular notion that "we're all bisexual."

In the 1940s growing dissatisfaction with such notions of bisexuality led to significant critiques. Sandor Rado's paper of 1940 signaled their abandonment by the psychoanalytic community. In 1948 Alfred C. Kinsey faulted the then-current concept of bisexuality on two grounds. First, in view of its historical origins, reliance on the term bisexuality fosters confusion between the categories of gender and orientation, which must be kept quite distinct. Second, Kinsey averred, the triad of heterosexuality, bisexuality, and homosexuality is too rigid, and should be replaced by his own more supple 0-6 scale. While Kinsey effectively attacked the prevailing exclusivism, his numerical scale presented its own problems and failed to gain widespread popular recognition. Its legacy was to leave the term "bisexual" with a somewhat amorphous and controversial claim to all those who could not be classified as exclusively heterosexual or homosexual.

The countercultural and social-utopian currents of the 1960s and 70s stimulated attempts at revision and partial restoration of the paradigm among many innovative (or would-be innovative) thinkers, who viewed the inherited "gender system" of fixed roles for men and women as an albatross which kept women inferior and hindered the full self-realization of both men and women. There was thus a trend to regard the anatomical differences of men and women as a minor matter. If this be so, it makes little sense to be overly concerned about the gender of the individual to whom one is attracted, and we are all free to be simply "humansexuals."

Also in this period the vocal assertion of homosexual rights, often cast in the minority mold, suggested to some that bisexuals too were a neglected and victimized minority, suffering from the invisibility which had once characterized homosexuality, and who should join together to fight for recognition and rights (Klein, 1978). Adoption of this "bisexual activist" view would lead to full-fledged recognition of three orientations, as seen, for example in the 1986 New York City gay rights ordinance, which explicitly protects heterosexuals, homosexuals, and bisexuals.

Contrasting with this triadic scheme is a unitary futurist Utopian model which posits bisexuality as the eventual human norm, superseding both exclusive heterosexuality and exclusive homosexuality which would be regarded as forms of sexual restrictiveness, and even bigotry.

In support of their contention, the advocates of bisexuality point to earlier civilizations and contemporary tribal societies where, they claim, bisexual response is the norm. This would be true also in advanced industrial societies, which, it is held, would be also bisexual were it not for their sophisticated apparatus of sexual repression. Here one should interject the caveat that since the concepts of heterosexuality, homosexuality, and bisexuality are themselves of recent Western origin, it may not be wise to impose them insouciantly on cultures other than one's own. Still, with all due caution, one can observe that some societies, such as ancient Greece and some contemporary Melanesian tribes do exhibit a serial bisexuality, in which the maturing male does undergo homosexual experience as part of initiatory rites, assuming the heterosexual roles of husband and father afterwards. This seriality is far, however, from the ideal of nonorientation propounded by some theorists, that is to say, the notion that an individual is free to chose objects of sexual attraction in total disregard of their gender.

Bisexual Liberation Movement. In the 1970s (and to a lesser extent in the 1980s) a number of organizations were active in support of "bisexual liberation", modeled on the gay liberation and the other sexual freedom movements. While these groups did not establish a consensus definition of bisexuality, they tended toward a broad conceptualization in which bisexuality was thought of as a basic capacity to respond erotically and emotionally/romantically to persons of either gender, either simultaneously or serially; the response did not have to be equal but had to be sufficient for a bisexual to feel somewhat alienated from identification as either homosexual or heterosexual.

Bisexuals, according to the leaders of this movement, were discriminated against by homosexuals as well as by heterosexuals, and much of the discussion revolved around a critique of homosexuals' attitudes toward bisexuality, and the exclusion of recognition of bisexuals in the gay movement, which was seen as dedicated to the fostering of an exclusively homosexual identity. Other topics were the implications of bisexuality for such institutions as marriage and the ghettoization which leaders decried in homosexual circles at the time. Bisexuals, it was held, should be allies in a common struggle with gays against discrimination, but should function as a bridge to the heterosexual world rather than being submerged in an exclusivist subculture.

Many bisexual spokespeople advocated bisexuality as superior (for various reasons) to either form of "exclusivism" (heterosexual or homosexual); they also held it to be much more threatening to the prevailing sexual norms, precisely because it potentially involved everyone rather than a small minority which could be ghettoized.

With the AIDS crisis in the 1980s, bisexuals were targeted as the most serious source of infection for the heterosexual majority, and "bisexual chic" passed as quickly as it had arisen. With it, for the most part, went the bisexual liberation movement. Its self-description as threatening had been realized all too quickly, but in a way none of its leaders had forseen. ...

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Gender Studies

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» The desire disorder in research on sexual orientation in women «

Contributions of dynamical systems theory (2012)
Archives of Sexual Behavior, 41, 73-83
» Lisa Diamond «

Wie man der Zusammenfassung dieser Studie mustergültig entnehmen kann, hat man zwischenzeitlich die Details der Inbetrachtziehungen erweitert. Man unterscheidet heute zwischen der sexuellen Veranlagung, der sexuellen (geistigen) Identität, der Attraktion und dem ausführenden Handlungswesen und die Grundlage bilden Langzeitstudien. Auch trifft man auf eine sachlich differenzierte Spezifizierung (Completely heterosexual, Mostly heterosexual, Bisexual, Mostly homosexual, Completely homosexual, orUnsure), die jedoch nach wie vor dem Kinsey-Prinzip entspricht, wie diese Aufzählung darlegt, die nämlich kein 'Completely bisexual' enthält, sich jedoch als inbetrachtziehender Aspekt der Studien aufweist. Darüber legt sich auch dar, daß man nach wie vor weit davon entfernt ist, die Bisexualität als solches zu spezifzieren und nur ein relatives Verhältnis dazu abbilden kann. So zeigt sich auch hierin die Markantz darin, daß man sich nach wie vor einzig auf den subjektiven Bezug zu zwei Geschlechtern (Mann/Frau) bezieht. Es wird in keiner Weise der ausfüllende Bestandteil bezüglich seiner sexuellen Konstitution hinterfragt. Die hinterfragende Erfassung bezieht sich hingegen spezifisch darauf, inwiefern sich ein konstantes Wirkwesen aufweist. In dem Bezug erfährt die Bisexualität somit über die neueren Studien zumindest in dem Punkt eine fokussierende Inbetrachtziehung, führt jedoch nicht dazu, deren Wesensart in Erscheinung treten zu lassen.

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Entwicklung

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» Human Rights (Schweiz) «
Abstimmung vom 09.02.2020

Die Stimmbevölkerung hat einer Erweiterung der Antirassismus-Strafnorm zugestimmt. Neu werden homophobe Äusserungen und Handlungen gesetzlich verboten, womit Lesben, Schwule und Bisexuelle einen verbesserten Schutz vor Hass, Hetze und Diskriminierung erhalten. Nicht bestandteil der Strafnorm ist der Schutz von intergeschlechtlichen und trans Menschen.

Die Gesetzesänderung ist auf eine von Mathias Reynard (SP/VS) eingereichte parlamentarische Initiative (13.407) zurückzuführen. Er hatte im März 2013 verlangt, dass auch homophobe Äusserungen und Handlungen gesetzlich zu verbieten seien, wie dies bereits für Rassismus oder Antisemitismus der Fall war. Die Initiative mündete im Jahr 2017 nach rund fünfjähriger Diskussion in einem Textentwurf der Kommission für Rechtsfragen des Nationalrates (RK-NR). Die RK-NR ging sogar noch einen Schritt weiter, indem sie auch die Geschlechtsidentität unter Schutz stellen wollte. Angesichts des Widerstandes des Bundesrates und des Ständerates sah sich der Nationalrat jedoch im Differenzbereinigungsverfahren gezwungen, auf diese Ergänzung zu verzichten. Gegen die Erweiterung der Anti-Rassismusstrafnorm wurde Anfangs 2019 das Referendum ergriffen, worauf die Gesetzesvorlage am 9. Februar 2020 vor das Stimmvolk kam.

Der Bundesrat stellte sich jedoch entschieden gegen die Aufnahme des Kriteriums der Geschlechtsidentität. Als ein zu «unbestimmtes Kriterium» könnte es nach der Meinung des Bundesrates «zu einer extensiven Auslegung führen und sich als problematisch in Hinblick auf die Vorhersehbarkeit des Strafrechts herausstellen». Deshalb empfiehlt der Bundesrat bei der Ergänzung auf dieses «Kriterium, dessen Tragweite nicht ausreichend voraussehbar ist» zu verzichten. Der Ständerat hat sich dieser Sichtweise angeschlossen und damit einen umfassenden Schutz der LGBTI-Gemeinschaft verhindert.

Hierüber kann man in aller Deutlichkeit den 'Mechanismus' erkennen, welcher hinter der stattfindenden Handhabe steckt und die vermeintlichen Bisexuellen derart in Betracht gezogen werden, wie es stattfindet. Dies beruht auf der 'bedingenden' Erachtung, daß sie der Hetero- und Homosexualität angehörig sind - ein Dazwischenstehendes/Dazugehöriges sind. Einzig in dem Bezug findet nach wie vor die Ambivalenz seine Inbetrachtziehung, nicht hingegen in seinem zugrundeliegenden Prinzip. Die Bisexualität erfährt somit auch 'nicht wirklich' seinen Status der Erachtung als eine weitere 'eigenständige', von der Hetero- und Homosexualität sich differenzierende sexuelle Veranlagung.

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Repräsentanten

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Vor 6 Jahren, als ich es schon einmal unternahm, über die Bisexualität aufzuklären, in Verbindung mit dem Aufbringen der bisexuellen Dritten, erwies es sich letztendlich als unmöglich, sich in irgend einer Weise Gehör zu verschaffen. Zu der Zeit gab es noch eine ganze Reihe von Repräsentanten und nirgends war auch nur ein annäherndes Herankommen möglich. Jetzt, wo ich wieder danach recherchiere, muß ich feststellen, daß es kaum noch Präsenzen gibt und bei den noch Präsenten kaum oder gar keine Aktivas anzutreffen sind. Der Hintergrund dessen verdeutlichte sich schon damals, denn Hip wurden LGBT im Verhältnis von Pan-/Omnisexuell und Queer, wie überhaupt die generelle Offenheit gegenüber jeglicher sexueller Lebensweisen und das Vereinen aller. Und so ist man allgemein mittlerweile bei LGTTIBQ+ gelandet, mit einem alle vereinenden Prinzipwesen.

Als übrig geblieben und einzig aktiv erweist sich nur noch BINe und wie deren öffentlich nachfolgend abgebildete Verlautbarung darlegt, so wird darüber auch die allgemein stattfindende Veränderung in deren Verhältniswesen beschrieben. Maßgeblich ist dem gegenüber jedoch die nach wie vor bestehende akademische Bezugnahme in Verbindung mit der Präsenz als Verein im Verhältniswesen dessen Deklaration und Satzung. Die als solche spezifizierte Bisexualität ist hierin nicht anzutreffen, hingegen erweist sich die inhaltliche Präsenz gegenüber der Deklaration als ein rein ambisexuelles Bezugswesen, abgrenzend zur Bisexualität und auch zur Homosexualität. Zur eindeutigen Klärung hatte ich eine Anfrage an den Vorstand des Vereins gesandt, inwiefern eine Unterscheidung zwischen Bisexualität und Ambisexualität stattfindet. Wie die erfolgte Reaktion daraufhin darlegt, so ist 'der inhaltliche Sachstand' als solches bei BINe eindeutig spezifiziert.

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» BiNe - Bisexuelles Netzwerk e.V. «

Der Begriff "bisexuell" unterstellt im Wortsinne, dass es nur zwei Geschlechter gebe, woran mit guten Gründen gezweifelt werden kann, und viele aus der LSBTIQA*-Bewegung bestreiten das Zwei-Geschlechter-Modell schon lange.

Ferner suggeriert er, dass es um Sexualität im engeren Sinn, um körperliche Aktivität gehe, was die Lebenswirklichkeit reduziert und eine verengte Sicht auf Liebe, Zuneigung und Begehren nahelegt.

Love knows no gender - aber was dann? Liebe meint Menschen - jeden Geschlechts. Einer Definition von Robyn Ochs folgend ist "bisexuell", wer sich zu mehr als einem Geschlecht hingezogen fühlt. Aber manche lehnen auch die Vorstellung einer Geschlechtsidentität ab oder verweisen auf zwischengeschlechtliche oder fließende Identitäten. Deshalb bezeichnen sich viele Menschen, auf die obige Definition zutreffen würde, nicht als bisexuell, sondern anders (queer, pan-, multi-, omni-, polysexuell, nicht-mono, hetero- oder homoflexibel) oder etikettieren sich lieber gar nicht.

... und warum wir ihn (trotzdem) verwenden

Eine aktive Interessensvertretung braucht aber einen Namen. Das Netzwerk hat sich bei der Vereinsgründung 1992 "bisexuell" genannt, weil die Genderdiskussion noch nicht so weit verbreitet und dies damals der allgemeinverständlichste und zweckmäßigste Begriff war. Vielleicht ist er das noch immer? Zumindest für eine breite Öffentlichkeit in Massenmedien, Politik und Gesellschaft trifft das wohl zu.

Die Mitglieder von BiNe - Bisexuelles Netzwerk e.V. bezeichnen sich selbst heute unterschiedlich, je nach sozialem Kontext als bi oder mit anderen Begriffen oder auch gar nicht. Die Gruppen an den CSD-Paraden und -ständen tragen oft mehrere unterschiedliche Flaggen und Bezeichnungen. Der Bi-Begriff ist im Wandel und wird vielleicht in Zukunft abgelöst durch einen anderen.

» Satzung «

Die Tätigkeit des Vereins ist darauf gerichtet, die Allgemeinheit auf geistigem und sittlichem Gebiet zu fördern durch die Aufklärung über bisexuelle Lebensformen, durch den Abbau von weitverbrei­teten Vorurteilen über bisexuelle Frauen und Männer sowie durch die Vermittlung der Erkenntnis der Sexualwissenschaft, daß Bisexualität eine gleichwertige Möglichkeit im Spektrum menschlicher Sexualität ist.

» BiNe's Zentrum für bisexuelle Lebensweisen «

... ist 1994 in Berlin als Erweiterung und Ergänzung des Beratungs- und Krisen-Telefons des Bisexuellen Netzwerks - BiNe e.V. - entstanden

Auszug aus » BiJou 28 (10/2013) « - » Das Bisexuelle Journal « von BINe

In eigener Sache: Bisexualität ist nicht gleich Bisexualität!
Nicht jede bisexuelle Person ist gleich gestrickt: Es gibt zig Variationen! Ich denke, die Unterschiede zwischen Bisexuellen selbst sind viel größer als die zwischen Hetero-, Bi- und Homosexuellen. Da nicht jede Ausgabe des BiJous alle Typen von Bisexuellen abdecken kann, hier noch einmal der Hinweis, dass Bisexuelle ganz unterschiedlich sein können:
  • monogam bis polyamorös,
  • treu bis fremdgehend,
  • nur Sex mit einem Menschen habend bis hin zum Swinger,
  • asexuell bis nymphoman,
  • von ein Geschlecht klar bevorzugend über fifty-fifty bis hin zu "queer" (offen über Geschlechtsidentitäten hinweg),
  • gar nicht geoutet bis hin zu komplett geoutet,
  • evtl. selbst transgender, intersexuell u.a. oder auch gar nicht,
  • sich selbst als bisexuell bezeichnend über offen, queer, ... bis hin zu jede Schublade verweigernd.
Jede Autorin, jeder Autor in diesem Heft hat da wohl auch ihre/seine ei-genen Vorstellungen - und nur mit dem Schreiben eines Artikels ist nichts über die eigene sexuelle Identität, Orientierung oder das Verhalten aus-gesagt.
Frank

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» Liebe-Leben-Leute «
Online-Bi-Community
(Martin Pflüger)

Hallo...
auf diesen Seiten findest Du Menschen, die nicht nur den Austausch zum » Thema Bisexualität « suchen.
Mit unserer Freiheit der » Bisexualität «, offen für alle Richtungen zu sein, verbinden wir die unterschiedlichsten Gruppen. Deshalb ist Jeder, der auf andere zugehen, zuhören und sich selbst einbringen kann, herzlich Willkommen.

Obwohl es keine Voraussetzung für Bisexualität (nach der altgriech. Vorsilbe bi- für "zwei", eigentlich "Ambisexualität") ist, seine "doppelte" Sexualität auszuleben, werden in der Regel nur solche Menschen als bisexuell bezeichnet, die bereit sind, mit Personen beiderlei Geschlechts eine emotionale und / oder sexuelle Beziehung oder Partnerschaft einzugehen.

Daß es zwischen Homosexualität und Heterosexualität noch einen sehr breiten bisexuellen Übergangsbereich gibt, ist leider wenig bekannt und wird kaum akzeptiert.

So groß, wie der Übergang ist, so unterschiedlich ist auch der Umgang damit. Es gibt keine einheitliche Denkweise. Ob als festes Paar mit gelegentlichen Ausflügen zum fehlendem Geschlecht, feste Dreierbeziehungen (s. Polyamorie) oder ein permanenter Wechsel.

Konstellationen, die auch recht häufig im bisexuellen Leben zu finden sind: Dreiecksbeziehungen (s. Polyamorie). Sie stehen zweifellos sehr in der Diskussion, da es dabei auch um die Werte der Treue und der "gesamten Liebe" geht. Es handelt sich meistens um eine bisexuelle Person, die die verschiedenen Geschlechter um sich "schart".

» Bisexuell.org «
Aktuelles, Wissenswertes und Historisches
(Martin Pflüger)

» Bisexuell.org auf Facebook «

» BiFly.org «
Aufklärungs- und Informationsmaterial zur Bisexualität
(Martin Pflüger)

Hierzu gilt es mir anzumerken, daß ich für eine Weile Mitglied im Forum Liebe-Leben-Leute war und dort in Verbindung mit der Gegebenheit der bisexuellen Dritten die regulierende Thematik der Bisexualität aufbrachte (» Der bisexuelle Dritte «, Beitrag vom 18.02.2014). Des weiteren gilt es, den Diskussionsverlauf meiner Kommentierung zu Herrn Pflüger's 'ideologischen Aufbringens' vom 25.02.2014 in Betracht zu ziehen - siehe: » https://www.liebe-leben-leute.de/bi-forum/liebe/re-verlaufen/view_3.html «. Mein Aufbringen:

"Hallo Mac, ..."

Ich war zuvor im Forum auf Inhalte getoßen, welche mir vermittelten, was es mit dem gonogam auf sich hat und dann stoße ich hier auch noch auf deinen Artikel 'Verlaufen' und deine Fragestellung: 'Jetzt wäre für mich die Frage, welche Alternativen es zu Gonogam gibt'.

Da muß ich sagen: die richtige Anwendung wäre gegeben, wenn man klar zwischen Bi- und Ambisexualität unterscheidet.

Die Frau in dieser "bisexuellen gonogamen Beziehung (Frau-Mann-Mann)" trägt bei mir die Deklaration 'bisexuelle Dritte' und die beiden Männer 'Pondants'.

Das funktioniert aber nur, wenn man die Bisexualität spezifiziert auf (s)ein FIXUM zu Dritt und die Ambisexualität differenzierend dazu auf seine VARIABILITÄT.

Das ist in der Biologie nach wie vor präsent und habe ich auch in meiner Ausführung unter "Verhältnissituation von Bisexualität und Ambisexualität in der Biologie/Botanik" auf meiner Internetseite http://www.sya.de/bisex/sprachverwirrungen.htm aufgeführt.

Darin sind bezüglich der Bisexualität beide Geschlechter (beständig) präsent (Geschlecht nicht wechselnd) und bezüglich der Ambisexualität gibt es ein 'simultan', wo beide Geschlechter gleichzeitig präsent sind, aber nur eines geschlechtsfähig und ein 'sequentiell', wo das Geschlecht wechselt - nur jeweils eines präsent ist.

Wie sich über die Verläufe herausstellte, so ist die 'Bisexualität', ausgehend vom Betreiber (Martin Pflüger), unerwünscht und letztendlich wurde ich auch aus dem Forum auf profane Weise gemobbt und daraufhin ausgeschlossen. Hinzu kommt, daß der Betreiber, wie die Dialoge mit diesem darlegten, die selbstdeklarierte » Gonogamie/Gonoamorie « repräsentiert (Lebensform von Bisexuellen, bei denen zwar eine polyamore Lebensweise vorliegt, welche sich aber auf jeweils nur eine Person pro Geschlecht beschränkt). Auch hier ist die Deklaration der Bisexualität nur der Deckmantel der Handhabe. Die Betreibung und Betreuung von Liebe-Leben-Leute wurde in 2018 eingestellt (siehe: » Info «), hingegen erweist sich die Facebookseite für Bisexuell.org noch als aktiv. Als ursprüngliche Begründer von Bisexuell.org in 2010 daklarieren sich » Deef Pirmasens « und » Paula «, dem gegenüber jedoch in einem Bericht von LLL namenlos in » BiJou 28 (10/2013) « von einer Gründung in 2006 die Rede ist.

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Alle weiteren Links deutschsprachiger repräsentierender Angebote, welche ich einst zusammengetragen hatte, existieren nicht mehr. Es ist somit ziemlich ruhig geworden und so ergibt sich auch Freiraum für die Entfaltung des Selbst der Bisexuellen, denen daraus nämlich einzig Bedrängungen heraus entstanden sind.

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LGBT(T)I(Q+)

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Der Verlauf der Entwicklung der Zusammenschlüsse begründete sich in ihrem Ursprung auf dem der Lesbien- und Gay-Community und erweiterte sich schrittweise gemäß der Listung der weiteren Bestandteile, in welchem zunächst die Bisexuellen, dann die Transsexuellen/Transgender und regelrecht im Verbund auch die Intersexuellen und letztendlich nicht nur Queer, sondern darüber auch Jegliches darüber Hinausgehende über das + eingebunden wurde, was nicht der regulären (heterosexuellen) Norm der Geschlechtsidentität und Geschlechtsverbindung entspricht. Zielsetzung darin ist damit verbunden auch, die normative Akzeptanz und regulative Anwendung gemäß der Homosexualität auf die angliedernden Mitglieder auszuweiten und damit verbunden auch als Verbund zu interagieren.

Gemäß meiner Auszeichnung der in Klammer gesetzten Anteile, gibt es diverse Unterschiede der Art und der anteiligen Mitglieder der Zusammenschlüsse, worin zunächst auch einmal das Verhältnis von Transsexuellen und Transgendern herausragt. Wie ich bereits im Abschnitt » Transgender « erläuterte, gibt es hierin ein Spezifizierungs- und Deklarationsproblem, was auf dem Verlauf der Weiterentwicklung des Ursprungs beruht. Gemäß dem trifft man hierin einerseits auf nur ein T, mit Bezugnahme auf Transgender, hingegen bei anderen auf zwei T, worin es sich auf die differenzierende Anteilnahme beider bezieht. Des Weiteren ist auch Queer und + nur in einigen enthalten. Gerade über die Integrierung von Queer und + weist sich jedoch die aktuelle Entwicklung auf, in welcher der Anspruch darauf hinausläuft, generell jedem die Freiheit seiner eigenen Wahl/Entscheidung über sein Sexualleben des Miteinander zu überlassen und repräsentiert die generelle 'Unspezifiziertheit' der Selbstbestimmung.

Betrachtet man sich den Verlauf der Ausweitung in Anbetracht dessen, daß nicht die Bisexuellen, sondern die Ambisexuellen integriert wurden, so zeigt sich darüber auch, daß Q+ darin bereits Bestandteil war und ist. Die Infragestellung, inwiefern sich das Eine von dem Anderen unterscheidet, erübrigt sich aus sich selbst heraus. Der Unterschied ist vielmehr marginal gemäß dem, inwiefern der Geschlechtsbezug Maßstab der Inbetrachtziehung ist. Die weitere elementare Veränderung besteht damit verbunden auch darauf, daß nicht mehr die Veranlagung als solches die Grundlage bildet - die sexuelle Ausrichtung, sondern die sexuelle Orientierung (auch diese Unterscheidung wurde zwischenzeitlich 'in einen Topf' geworfen!). Gerade hierüber verdeutlicht sich auch, was man generell heutzutage antrifft, daß nämlich die Veranlagten zu einer Minderheit geworden sind darin, aufgrund dessen dies auch entsprechend nicht nur in den Hintergrund, sondern gar ins Abseits gerät. Es ergeht somit der Sache selbst, wie es den Bisexuellen ergangen ist und zeigt darüber auch in aller Deutlichkeit, daß das Eine mit dem Anderen zusammenhängt!

Eine Infragestellung, inwiefern darin zwischen Bisexuellen und Ambisexuellen unterschieden wird - Bisexuelle überhaupt darin repräsentiert werden, erübrigt sich aufgrund der allgemeinen Gegebenheit der vorausgehenden institutionellen Repräsentanz, welche einzig dorthin übertragen wurde. Hingegen stellt sich die Frage, inwiefern überhaupt Veranlagte darin noch ihre 'inhaltliche (personelle) Repräsentanz' erfahren. Gerade über das Verhältnis der antreffenden Situation der Bisexuellen verdeutlicht sich nämlich, daß bei den diversen Repräsentanten generell die Veranlagung gar nicht mehr das leittragende Thema ist - sein kann, da sich bereits LGB(TTI) als solches dem gegenüber nicht abgrenzen läßt/kann, insofern nicht zwischen Bisexualität und Ambisexualität unterschieden wird und die Bisexuellen den ausfüllenden Bestandteil der Repräsentanz bilden!

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Partnervermittlung

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» Gleichklang Ltd. «

Partnervermittlung
Gründer: Dr. Guido F. Gebauer
Geschäftsführer: Seksan Ammawat

Gleichklang ist der einzige Anbieter für eine psychologische Partnervermittlung für Bisexuelle in Deutschland, Österreich und der Schweiz! Wir erheben von jedem unserer Mitglieder die Akzeptanz für Bisexualität und offerieren Ihnen nur solche Vorschläge, wo diese Akzeptanz auch gegeben ist. Deshalb finden immer mehr bisexuelle Männer und Frauen den Weg zu Gleichklang.

Seit unserer Grüdung 2006 ermöglichen wir als einzige psychologisch fundierte Partnervermittlung eine bisexuelle Suche: Bei Gleichklang können Sie als bisexueller Mann oder bisexuelle Frau drei Arten von Partnerschaften finden: (1) Partnerschaft mit einer Person, die Ihre Bisexualität akzeptiert, (2) Partnerschaft mit einer bisexuellen Person, mit der sie Ihre Bisexualität gemeinsam leben können, (3) Partnerschaft mit mehr als einer Person auf der Basis gegenseitiger Loyalität, Liebe und Bindung. 90% unserer bisexuellen Mitglieder suchen eine Beziehung zu zweit, 10% entscheiden sich für die Variante mit mehr als zwei Personen.

Die Ignoranz gegenüber bisexuellen Singles durch die anderen Partnerbörsen ist eine Diskriminierung, die gleichzeitig deutlich macht, wie sehr auch die Gesellschaft im Allgemeinen nach wie vor Bisexuelle und ihre Belange ignoriert. Nur so ist es erklärbar, dass es keinen Aufschrei gegen die Diskriminierung bisexueller Männer und Frauen durch nahezu alle Anbieter auf dem Dating-Markt gibt. Bisexuelle verfügten über keine ausreichend Lobby in Politik und Gesellschaft, so dass ihre Diskriminierung auf dem Dating-Markt weitgehend kommentarlos hingenommen werde.

Die Ignorenz gegenüber den Belangen bisexuelle Singles durch die meisten Partnervermittlungen im Internet spiegelt das Grundproblem der weitgehenden Unsichtbarkeit bisexueller Lebensweisen in der Gesellschaft wieder. Mithilfe der bisexuellen Suchoption leistet Gleichklang als Partnervermittlung einen Beitrag, um die Sichtbarkeit der Bisexualität zu erhöhen und die Akzeptanz für die biexelle Orientierung zu verbesern. Hierfür betreiben wir zusätzlich das bisexuelle Informations-Portal www.bisexuell.net.

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» bisexuell.net «

Bisexualität ist die dritte große sexuelle Orientierung neben Heterosexualität und Homosexualität. Bisexuell zu sein, bedeutet, eine unmittelbare sexuelle, emotionale und romantische Attraktion durch die Merkmale beider Geschlechter zu verspüren. Bisexuelle erleben also die körperlichen Merkmale von Frauen und von Männern als sexuell anziehend, sind daher durch Personen beiderlei Geschlechts erotisch ansprechbar und können ebenfalls eine emotionale und romantische Hinziehung zu Personen beiderlei Geschlechtes erleben. Entsprechend können Bisexuelle auch partnerschaftliche Beziehungen mit Personen beiden Geschlechts führen.

Innerhalb der Bisexualität ergeben sich vielfältige mögliche Ausdrucksformen von Sexualität und Bindung: So kann Bisexualität die Form eines "entweder oder" einnehmens, wo sexuelle und partnerschaftliche Beziehungen entweder mit einem Mann oder mit einer Frau geführt werden. Ebenso möglich ist jedoch ein "sowohl als auch", wo Sexualität und/oder Partnerschaft sowohl mit dem männlichen Geschlecht als auch mit dem weiblichen Geschlecht stattfinden. Weiterhin ist zwischen Sexualität und Partnerschaft zu differenzieren. Partnerschaft mag exklusiv an eine Person gebunden sein, während zusätzlich durchaus sexuelle Kontakte zu Personen des anderen Geschlechtes stattfinden können. Ebenfalls können aber Partnerschaften aus mehr als 2 Personen entstehen, wo typischerweise in Dreier- oder Viererkonstallationen mindestens eine der beteiligten Personen sexuelle und partnerschaftliche Kontakte zu mindestens zwei weiteren Beziehungspartnern unterschiedlichen Geschlechts pflegt. In einer Konstellation mit mindestens vier Personen sind ebenfalls komplett symmetrische bisexuelle Beziehungen möglich, wo alle Beziehungspartner sowohl sexuell-partnerschaftliche Kontakte zum männlichen als auch zum weiblichen Geschlecht aufweisen.

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Pressebericht
Zaro News Magazin
Partneragenturen grenzen Intersexuelle und Bisexuelle aus

Das Bundesverfassungsgericht hat den Gesetzgeber verpflichtet, bis Ende 2018 einen positiven Eintrag von intersexuellen Menschen in das Personenstandsregister zu ermöglichen. Seksan Ammawat, Geschäftsführer der Online Dating-Plattform www.Gleichklang.de, hofft, dass dies auch die großen Dating-Plattformen zum Anlass nehmen, Intersexualität zu entdecken. Denn bei nahezu allen Partnervermittlungen im Internet könnten Mitglieder nur angeben, ein Mann oder eine Frau zu sein. Entsprechend sei es auch nur möglich, nach Männern oder Frauen zu suchen. Intersexuelle fielen so durch alle Raster der führenden Internet-Partnervermittlungen.

Seksan Ammawat weist darauf hin, dass es eine weitere ganze Gruppe von Menschen gebe, die von den meisten Online-Partneragenturen komplett ignoriert würden: Bisexuelle. Bisexualität beziehe sich anders als Intersexualität nicht auf geschlechtliche Merkmale, sondern auf die sexuelle Orientierung. Für Bisexuelle sei Sexualität und Liebe mit Personen beiderlei Geschlechts möglich. Bei den führenden Online-Partnervermittlungen könnten Mitglieder in der Regel aber immer nur nach einem Geschlecht suchen. Bisexuelle müssten sich entweder auf ein Such-Geschlecht festlegen oder müssten durch die Buchung von zwei Profilen den doppelten Preis zahlen.

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» zu-zweit.de «

Was Gebauer und Ammwat dargelegen, erweist sich derart im Bezug auf dauerhafte Patnerschaften für Singles. Hingegen gibt es auch die Gegenseite der Inbetrachtziehung und somit Angebote für Paare. Im Bezug auf Dating und 'offene Beziehung' ist man da recht kreativ und wie nachfolgendes Bildnis von zu-zweit.de darlegt, so gilt darin gar das Dating als Grundstock für die ewige Liebe - zu Dritt? Nein, das ist damit darin nicht gemeint, sondern die des zu Bundes des zu-zweit in Verbindung mit Dritten. Da hat man wohl eindeutig noch nicht erkannt, daß da noch etwas anderes ist. Zu-Zweit ist auch nur die Test- und Vergleichsplattform, repräsentiert jedoch die Gegebenheiten der Börsen, die sie über ihr Programmangebot darstellen, die wie es sich darlegt, geschäftlich alle miteinander verknüpft sind.

zu-zweit.de

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» Kontaktboersen.de «

Vergleichsportal für Online-Partnersuche

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DIVERSITY / HR

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» Out Executives «

Germany's Top 100 Out Executives ist eine Liste, lesbischer, schwuler, bi* sowie trans* und inter* Personen, die geoutet sind und beruflich Erfolg haben. Sie sind aktive Rollenbilder für die LGBT+ Community in der Arbeitswelt und stehen so für LGBT+ Chancengleichheit ein. Ähnliche Listen sind bereits in den USA und UK zu finden. Die GERMANY'S TOP 100 OUT EXECUTIVES ist jedoch in Deutschland die erste Liste dieser Art und macht geoutete LGBT+ aus der Wirtschaft als stolze Vorbilder sichtbarer. Daher haben wir als UHLALA Group und PROUT AT WORK-Foundation die GERMANY'S TOP 100 OUT EXECUTIVES Liste ins Leben gerufen. Initiator der Liste ist Stuart B. Cameron CEO der UHLALA Group.

Artikel wie "Companies chase 'return on equality" in der Financial Times berichten davon, dass 70 % der nicht geoutete LGBT+ Mitarbeiter_innen das Unternehmen innerhalb von 3 Jahren verlassen (» Financial Times «). Außerdem weist der Economist darauf hin, dass 62 % der Absolvent_innen der Generation Y, die bereits an der Universität geoutet waren, mit Eintritt in das Arbeitsleben wieder zurück "in the closet" gehen (» The Economist «). Auch die in 2017 erschienen Studie "Out im Office?!" von Prof. Dr. Dominic Frohn, zeigt auf, dass an Arbeitsplätzen in Deutschland immer noch ein tägliches Versteckspiel in Bezug auf die sexuelle Orientierung oder auch der geschlechtlichen Identität stattfindet. Auch in den Führungsetagen, sind 6 von 10 LGBT+ Führungskräften nicht am Arbeitsplatz geoutet (» Diversity-Institut «).

» UHLALA Group «

Die UHLALA Group ist mit ihren Marken & Projekten wie STICKS & STONES, UNICORNS IN TECH, RAHM oder PANDA eines der führenden LGBT+ Social Businesses. Die UHLALA Group setzt sich seit 2009 weltweit für die Vernetzung, Weiterbildung und Förderung von LGBT+ Menschen im Berufsleben ein und bringt sie in Kontakt mit LGBT+ freundlichen Unternehmen und Organisationen. Mit ihrer langjährigen Expertise unterstützt die UHLALA Group Arbeitgeber bei der Umsetzung ihres LGBT+ Diversity Managements - beispielsweise durch Events, Vorträge und Consulting. Die UHLALA Group verfolgt das Ziel, Chancengleichheit für LGBT+ Menschen in der Arbeitswelt zu erreichen.

» Prout at Work «

PROUT AT WORK ist eine gemeinnützige Stiftung, die sich für ein diskriminierungsfreies und offenes Arbeitsumfeld einsetzt, in dem Vielfalt wertgeschätzt und gefördert wird. Ihr Engagement gilt dem gegenseitigen Verständnis und der Chancengleichheit von Menschen jeglicher sexuellen Orientierung, geschlechtlichen Identität und jedweden geschlechtlichen Ausdrucks am Arbeitsplatz. Der Einsatz für eine diskriminierungsfreie, offene Arbeitswelt und den Abbau von Homophobie reicht von Pressearbeit und Veranstaltungen über die Beauftragung und Veröffentlichung von Studien, Ratgebern und Infomaterial bis zum Austausch und der Zusammenarbeit mit professionellen LGBT+ Netzwerken.

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Lektüre

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» Studies in Human Sexuality (1995) «
A Selected Guide
Second Edition
Verlag: Libraries Unlimited, Inc.
Suzanne G. Frayser, Thomas J. Whitby

The purpose of this new, expanded edition of Studies in Human Sexuality remains the same as before: to provide scholars, professionals, students, and laypersons with a bibliographic guide, comprehensive in scope, to the best books in the English language on the subject of human sexuality. Within the biological, social and behavioral sciences, and the humanities, it covers such general areas as medicine, psychology, anthropology, sociology, religion, law, education, history, literature, and the arts. It also highlights the pressing issues of the day with abstracts on abortion. AIDS, child sexual abuse, incest, rape, sexual harassment, homosexuality, pornography, and prostitution.


The Encyclopedia of Lesbian and Gay Histories and Cultures - Volume II
Verlag: Routledge


A philosopical Encyklopedia
Volume 1: A-L

Greenwood Press


Verlag: Elsevier


Kinsey Institute (KI) librarians created Sexual Nomenclature in the 1970s as a means of improving cataloging accuracy for KI collections. This article traces the two origins of the thesaurus: Alfred Kinsey's original library organization in the 1940s and 1950s and gay and lesbian library activism in the 1960s and 1970s. Sexual Nomenclature's authors aimed to create and to deploy sex-specific terms that other libraries could use to improve user access to and knowledge of sex-related materials. An examination of Sexual Nomenclature's functionality in the past and present demonstrates both the difficulty and necessity of keeping controlled vocabularies for sexological concepts up-to-date.


Eine Genealogie des Geschlechtsbegriffs
Akademie Verlag GmbH

» Archives of Sexual Behavior «
The Official Publication of the International Academy of Sex Research
» ResearchGate «

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Kulturelles (Bücher)


Verlag: Routledge
and

To the best of our knowledge, Same-Sex Desire and Love in Greco-Roman Antiquity and in the Classical Tradition of the West is the first published collection devoted to same-sex desire and love in the ancient Greco-Roman world. For more than a quarter of a century now, since the landmark publication of Kenneth Dover's Greek Homosexuality in1978, there has been a steady stream of books, monographs, articles,and conference papers, many of these looking at the phenomena of homoeroticism and homosexuality within the context of sexuality in the ancient world as a whole. The time seems ripe, therefore, for a wide-ranging collection of papers that will demonstrate to classicists and non-classicists alike how much the study of same-sex desire and love in Greco-Roman antiquity has advanced in the past quarter-century. The papers of this volume reflect not only an ever-expanding range of Specialized literary, socio-historical, and art-historical scholarship that has been brought to bear on the subject, but also the often heated debates ontheoretical and foundational perspectives, such as those emanating from feminism or social constructionist thinking.


oder Wörterbuch über die Physiologie
und über die Natur und CulturGeschichte
des Menschen in Hinsicht auf seine Sexualität

()

Amor ward in der neueren Mythe ein loses, schönes Knäbchen, als Symbol der ersten, unschuldig - schelmischen Jugendliebe ; man gab ihm Pfeil und Bogen, womit er die Herzen verwunde, hindeutend auf die tiefen Schmerzen der unglücklichen Liebe ; man gab ihm auch wohl eine brennende Fackel, denn treffender als mit einem Feuer hat kein Volk, seine Sprache das Gefühl der Liebe zu vergleichen gewußt : man gab ihm eine Binde um die Augen, denn es ist das große, weise Gesetz in der Natur, daß nicht trockener, überlegender Verstand, daß nicht klügelnde Wahl, sondern ein blinder Instinkt das Geschöpf zum Geschöpfe zieht :man gab endlich dem Amor einen Bruder Kupido, denn ach! das Verlangen ist der Bruder, der treueste Gefährte der Liebe!

» Die Sexualität des Menschen () «
De Gruyter Verlag

Angesichts der allgemeinen toleranten Einstellung der Poyleniser in sexuellen Fragen überrascht es nicht, daß auch homosexuelle und ambisexuelle Handlungen bei ihnen ganz offen ausgeübt werden konnten und als natürlich angesehen wurden. Transsexuelle konnten ihre Neigungen entsprechend leben, daher nahmen einige Männer Frauenrollen an. Unter diesen Umständn ist es wohl fraglich, ob die Bezeichnung "sexuelle abweichendes Verhalten" im Hinblick auf die Polynesier überhaupt einen Sinn ergibt. Es gab natürlich gewisse sexuelle Tabus (das Wort "Tabu" selbst ist polynesischen Ursprungs). Sie hatten indess eher mit gesellschaftlichen Schranken und Fragen des Ranges zu tun, als mit der sexuellen Handlung selbst. Bei der Wahl der Ehepartner gab es feste Regeln, aber sie verhinderten kaum eine sexuelle Erfüllung.

» Das geheime Wissen der Frauen «
Zweitausendundeins, Hardcover, ISBN:386150006X (1993)
DTV, Softcover, ISBN: 342336078X (1997)
Arun-Verlag, Hardcover, 1226 Seiten, ISBN:9783935581264 (1999)
Hrsg.: Dagmar Kreye, Übersetzung: Ulrike Bischoff
Original: » The woman's encyclopedia of myths and secrets (1983) «
Autorin » «

"Das ist der Daumen, der schüttelt die Pflaumen, der hebt sie auf..." Wer kennt ihn nicht, diesen Abzählreim aus frühen Kindertagen? Aber wer weiß noch, was sich an tieferem Sinn und jahrtausendealter Kultur hinter dieser magischen Fingerformel verbirgt, wer weiß, dass in der vorchristlichen Zeit der Daumen für die Seele des Kindes stand, der Zeigefinger der Mutterfinger war, der Mittelfinger hingegend der Vaterfinger, dessen Karriere als Phallussymbol bis in die heutige Zeit reicht? Und weiß man, warum der Freitag, der Tag der Göttin Freya, als unglücksbringend gilt? Was dieselbe heidnische Göttin mit dem Wort Schiff und Fregatte zu tun hat? Und dass das heute geächtete Zunge zeigen einst eine heilige Geste war und Zegnisse davon sich in gotischen Kathedralen und ihren zahlreichen Figuren finden? Früher wusste man das alles: Frauen wussten es und Männer wussten es. Und Männer waren es, die all das Wissen, das die herrschende Rolle der Frauen bei der kulturellen Evolution unserer Spezies belegt, unterdrückt und verdreht haben, um die patriarchalisch geprägten Macht- und Denkstrukturen im jüdisch-christlichen Abendland zu installieren und zu festigen. Diese feministische These ist dank Barbara G. Walkers einzigartiger Enzyklopädie mit 1350 Stichwörtern zu Mythologie, Religion, Sexualität, Geschichte, Kultur und Sprache, gesammelt in 25 Jahren detektivischer Arbeit, zu einer nicht mehr zu leugnenden Tatsache geworden - für jede Frau und jedermann!

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Spezifisches

» Biphobie «
» Why Do Lesbians Hate Bisexuals? «
» Bisexual erasure or bisexual invisibility «

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Erfahrungsgeschichten


Eine Geschichte der Weiblichkeit
Übersetzung von Karola Bartsch, Gabriele Gockel und Barbara Imgrund
Rowohlt Verlag
Orignal: Vagina. A new biography, London (2012)
Virago Press
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Warum überhaupt ein Buch über die Vagina? Ich habe mich immer für die weibliche Sexualität interessiert. Die Art, wie eine Kultur auf die Vagina blickt - sei es respektvoll oder verächtlich, fürsorglich oder geringschätzig -, steht stellvertretend dafür, wie in der betreffenden Zeit und an dem betreffenden Ort auf die Frau schlechthin geblickt wird. Ich begann zu erkennen, dass es in Wahrheit um etwas geht, über das nur selten gesprochen wird: um eine tiefgreifende Verbindung zwischen Gehirn und Vagina. Im Keim war dieses Buch als historische und kulturelle Reise angelegt, doch es wurde rasch eine sehr persönliche und notwendige Entdeckungsreise daraus. Ich musste die Wahrheit über die Vagina herausfinden, denn mir war durch Zufall ein Einblick in eine Dimension vergönnt, die ich noch nie an ihr wahrgenommen hatte.


()

Eine ganz normale Frau, sie könnte die attraktive, alleinerziehende Frau aus ihrer Nachbarschaft sein. Sie ist bisexuell und erzählt davon wie es begann und wie es sich entwickelte. Sie stellt ihr Online-Profil vor und wie es überhaupt dazu kam, dass sie sagt, dass sie bisexuell ist. Wie war der erste Sex mit einem Paar? Das Buch ist eine leichte Einführung in das Leben einer bisexuellen Frau.

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Film / Movie ungeprüft

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Vita and Virginia ()
Regie: » Chanya Button «
Schauspieler: » Gemma Arterton «, » Elizabeth Debicki «, » Rupert Penry-Jones «
- - » YouTube Trailer «- » IMDb Trailer «

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Poet and novelist Vita (Gemma Arterton) and literary icon Virginia (Elizabeth Debicki) run in different circles in 1920s London. When the two cross paths, the magnetic Vita decides the beguiling, stubborn and gifted Virginia will be her next conquest, no matter the cost. Vita and Virginia forge an unconventional affair, set against the backdrop of their own strikingly contemporary marriages; an affair that inspires one of Virginia's most iconic novels, Orlando.

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Professor Marston and the Wonder Women ()
Regie: » Angela Robinson «
Schauspieler: » Rebecca Hall «, » Bella Heathcote «, » Luke Evans «
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The story is told in flashbacks set during a 1945 testimony that William Moulton Marston gives to representatives of the Child Study Association of America. In the year 1928, William and his wife Elizabeth teach and work on their research at the associated Harvard and Radcliffe Colleges. One day, William hires one of his students, Olive Byrne as a research assistant. Olive aids in the Marstons' work in inventing the lie detector and conducting research on William's DISC theory on human interactions, and the three soon grow close. One after another, tests by the lie detector reveal that they have fallen in love with one another, and all three of them begin to engage in a polyamorous relationship. As word about their unconventional relationship gets out, the Marstons are fired from the university. Olive reveals that she is pregnant and moves in with the Marstons shortly after. The trio decides to build a family together and create a fabrication to keep secret the nature of their relationship. The family settles in a New York suburb, happily together. By 1934, both Elizabeth and Olive bear children by William (Olive has two sons and Elizabeth has one son and one daughter), telling the neighbors that Olive is a widow and taken in by the Marstons. William starts trying to make a living as an author. Elizabeth takes a job as a secretary and becomes the main breadwinner of the family. Olive stays at home and takes care of the kids, occasionally submitting her writing samples to publishers. They raise their four children together, and Elizabeth names her daughter after Olive.

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Sharayet - Eine Liebe in Teheran / Circumstance ()
Regie & Drehbuch: » Maryam Keshavarz «
Schauspieler: » Nikohl Boosheri «, » Sarah Kazemy «, » Reza Sixo Safai «
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Atafeh (Nikohl Boosheri) is the teenage daughter of a wealthy Iranian family in Tehran. She and her best friend, the orphaned Shireen (Sarah Kazemy) attend illicit parties and experiment with sex, drinking, and drugs. Atafeh's brother Mehran (Reza Sixo Safai) is a recovering drug addict who becomes increasingly religious and obsessed with Shireen, coinciding with the collapse of his once-strong relationship with his sister.

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The Garden of Eden - Hemingway's Garden of Eden ()
Regie: » John Irvin « - Buch: Ernest Hemingway - Drehbuch: James Scott Linville
Schauspieler: » Mena Suvari «, » Caterina Murino «, » Jack Huston «
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The story follows a successful young American writer, David Bourne, and his beautiful new wife, Catherine, on their extended honeymoon in Europe. Catherine soon becomes restless and starts to tests her husband's devotion, pushing him to the limits of her imagination. Already unsure of the games his wife is playing, David is both uncomfortable and curious when she brings a sultry Italian girl, Marita, to spice things up. As the erotic game reaches new levels, the events that follow will change their lives forever.

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The Heart of Me ()
Regie: » Thaddeus O'Sullivan « - Buch: Rosamond Lehmann - Drehbuch: Lucinda Coxon
Schauspieler: » Helena Bonham Carter «, » Olivia Williams «, » Paul Bettany «
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1934, nach dem Tod ihres Vaters lädt die anständige und verklemmte Hausfrau Madeleine ihre eigenwillige Schwester Dinah zu sich und ihrem Ehemann Rickie, ins vornehme Londoner Zuhause ein. Madeleine war schon immer neidisch auf Dinah, eine unkonventionelle Malerin, welche oft Verzweiflung bei ihrer konservativen Schwester und Mutter auslöst. Madeleine versucht schließlich Dinah mit einem ansehnlichem Mann zu verloben. Dinah verkündet ihre Verlobung dann bei einem Familienessen. Doch später am Abend wird sie von Rickie, der schon lange Gefühle für Dinah hatte, gebeten das Verlöbnis zu beenden. Mit der Zeit beginnen die beiden eine Affäre. Selbst als Dinah schwanger wird, ziehen sie es vor, seine Ehe bestehen zu lassen. Rickie lebt sein Leben mit Madeleine wie bisher, während Dinah mit ihrer Freundin Bridie die Geburt des Kindes erwartet.

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Doppeltes Spiel - Wild Side ()
Regie: » Donald Cammell « - Drehbuch: China Kong, Donald Cammell
Schauspieler: » Anne Heche «, » Joan Chen «, » Christopher Walken «
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Alex Lee ist eine Angestellte einer Bank in San Francisco. Sie muss einen hohen Hypothekenkredit abbezahlen. Ihr Chef drängt sie dazu, dass sie einen ihrer Kunden in der Freizeit begleitet, obwohl klar ist, dass der Kunde Sex haben will. Lee arbeitet daraufhin nebenberuflich als Prostituierte, sie ist ihren Kunden als Johanna bekannt. Als Vertretung für eine Kollegin besucht sie den Unternehmer Bruno Buckingham, mit dem sie sich daraufhin regelmäßig trifft. Sie lernt seine Ehefrau Virginia Chow kennen, mit der sie eine lesbische Affäre beginnt.

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Leidenschaften - The Berlin Affair ()
Regie: » Liliana Cavani «
Schauspieler: » Gudrun Landgrebe «, » Mio Takaki «, » Kevin McNally «
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1938, in Berlin, Louise von Hollendorf is a well married woman frequenting art classes. Her husband Heinz von Hollendorf is a successful politician in a pre-war German and they have an excellent relationship. During the class, Louise meets Mitsuko Matsugae, an exotica and very discreet Japanese young woman, daughter of the Ambassador of Japan in Berlin. They start a friendship that is followed by a lesbian love between them. Mitsuko indeed is a very seductive and amoral bisexual woman and seduces also Heinz. This relationship ends in a tragedy.

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Affäre zu dritt ()
Regie: » Josh Broecker « - Drehbuch: Kerstin Cantz
Schauspieler: » Sophie von Kessel «, » Nadeshda Brennicke «, » Oliver Bootz «
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Katrin, a police doctor, and Max a criminal inspector seem to lead a happy marriage and both work for the Munich Criminal Police. Of course, in the course of the marriage, a certain amount of routine creeps in, both privately and professionally. In the medical recruitment test, the Katrin performs on the new official Franziska, she gets a magical tingling sensation. Something seems to excite her on this woman, she feels almost attracted to her. What Katrin can not guess at this point is that she has a colorful past behind her because of a traffic accident in which she is not guilty and her husband was killed, she suffers from mental health problems behind her trying to hide her cool-looking facade. However, everything comes up again in Franziska, as she drives a joint mission with Max and sinks with him in a haystack. To make matters worse, that she also recognizes that she has developed feelings to Katrin, but at the same time to Max, who in turn, despite his marriage to Katrin, also takes a liking to Franziska. Thus, the story ends in a delicate, partly romantic, partly erotic relationship.

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Close Your Eyes and Hold Me - Me wo Tojite Daite ()
Regie: » Itsumichi Isomura « - Buch (engl.): Arlen Tarlofsky - Drehbuch: Yuka Honcho
Schauspieler: » Kumiko Takeda «, » Kazuya Takahashi «, » Natsue Yoshimura «
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Amane (Kazuya Takahashi) is a regular office worker who is bored with life. His girlfriend Juri (Natsue Yoshimura) pressures him to continue the relationship to the next level. One day as he is driving he hits a woman who was walking on the road. She is taken to the hospital where she eventually recovers. Guilty of what he's done, Amane tells her to let him repay him for the accident, but she declines and disappears from the hospital. Obsessed, he finally finds her one night at a nightclub and learns that her name is Hanabusa. He also learns that the nightclub is for transvestites and that Hanabusa (Kumiko Takeda) is a hermaphrodite. Amane is disgusted at first, but goes along with it the rest of the night. Amane breaks up with Juri and both Hanabusa and Amane fall in love. Juri is upset and tries to confront Hanabusa.

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High Art ()
Regie & Drehbuch: » Lisa Cholodenko «
Schauspieler: » Ally Sheedy «, » Radha Mitchell «, » Gabriel Mann «
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Syd, 24, has her whole life mapped out in front of her. Living with longtime boyfriend, James, and working her way up at the well respected high art photography magazine Frame Syd's desires and frustrations seem typical and manageable. But when a crack in her ceiling springs a leak and Syd finds herself knocking on the door of her upstairs neighbor, a chance meeting suddenly takes Syd on a path she's never expected. A working relationship develops between the two and a project is underway which promises a second chance for Lucy's career. But as Syd and Lucy's collaboration draws them closer together, their working relationship turns sexual and the lines between love and professionalism suddenly blur.

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Küss mich - Kiss Me - With Every Heartbeat - Kyss mig ()
Regie: » Alexandra-Therese Keining « - Buch: Josefine Tengblad - Drehbuch: Alexandra-Therese Keining
Schauspieler: » Ruth Vega Fernandez «, » Liv Mjönes «, » Krister Henriksson «
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Mia ist mit ihrem Verlobten Tim zur Geburtstagsfeier ihres Vaters gekommen, auf der sie dessen neue Frau kennen lernen sollen. Einer Familienerweiterung steht sie skeptisch gegenüber, da sie die Trennung ihrer Eltern noch nicht verwunden hat. Doch dann lernt sie ihre selbstbewusste zukünftige Stiefschwester Frieda kennen, die ungeahnte Gefühle in ihr auslöst. Auf einem Ausflug auf eine einsame Insel, den ihr Vater arrangiert hat, damit sich Tochter und Stieftochter besser kennen lernen, beginnen Mia und Frieda eine Affäre, die nicht nur ihre eigenen, sondern auch das Leben ihrer engsten Angehörigen völlig aus den Fugen wirft. Für beide steht viel auf dem Spiel: feste Beziehungen, Pläne für die Zukunft und der Familienfrieden. Doch sie erkennen, dass das Leben dort anfängt, wo die Voraussicht aufhört...

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Kiss Me Again ()
Regie: » William Tyler Smith « - Drehbuch: Julian Hoxter, Bhargavi C. Mandava
Schauspieler: » Katheryn Winnick «, » Elisa Donovan «, » Jeremy London «
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A married couple decides to test the boundaries of their relationship with a seductive Spanish woman. When an unlikely relationship ensues, all three are forced to rethink their definition of love.

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Nathalie ()
Ursprung von » Chloe: Liebe zu dritt «
Regie: » Anne Fontaine «, Drehbuch: Philippe Blasband
Schauspieler: » Fanny Ardant «, » Emmanuelle Béart «, » Gérard Depardieu «
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Die Pariser Gynäkologin Catherine gibt für ihren Mann Bernard eine Geburtstagsfeier. Er kann jedoch nicht kommen, weil er seinen Flug verpasst hat. Am nächsten Morgen entdeckt Catherine eine Sprachnachricht auf seinem Mobiltelefon. Wie sich herausstellt, hat Bernard eine Affäre mit einer anderen Frau. Am darauffolgenden Abend stellt Catherine ihn zur Rede. Er gesteht auch andere Seitensprünge, versichert ihr aber, dass sie ihm nichts bedeutet hätten. Da sie schon lange nicht mehr miteinander geschlafen haben und Catherine darunter leidet, sich mit ihm auseinandergelebt zu haben, drängt sie zu erfahren, was Bernard an seinen Seitensprüngen reizt. Sie geht in einen Nachtclub und beauftragt die Prostituierte Marlène, Bernard unter dem Namen "Nathalie" zu verführen. Die beiden Frauen treffen sich fortan regelmäßig und Marlènes detailreiche Schilderungen von ihren intimen Begegnungen mit Bernard stoßen bei Catherine auf mehr und mehr Interesse. Allmählich entwickelt sich zwischen den Frauen ein freundschaftliches Band.

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Paulista - Geschichten aus São Paulo - How Long Love Lasts ()
Regie: » Roberto Moreira « - Drehbuch: Roberto Moreira, Anna Muylaert
Schauspieler: » Maria Clara Spinelli «, » Sílvia Lourenço «, » Danni Carlos «
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Die Avenida Paulista gilt als Hauptschlagader von Sao Paulo. Hier begegnen sich in einem Hochhaus auf schicksalhafte Weise drei Menschen auf der Suche nach ihrem Lebensglück. Marina aus der Provinz, die ihren Traum von einer Schauspielkarriere verwirklichen will und sich in die exzessive Sängerin Justine verliebt; die Anwältin Suzana, die eine leidenschaftliche Beziehung mit ihrem Kollegen Gil beginnt und ein dunkles Geheimnis hütet; und der neurotische Schriftsteller Jay, der Gefühle für eine Prostituierte hegt.

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Rome & Juliet ()
Regie: » Connie Macatuno « - Buch: Connie Macatuno - Drehbuch: Chris Violago
Schauspieler: » Andrea Del Rosario «, » Mylene Dizon «, » Rafael Rosell «

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Rome and Juliet follows the romantic journey and soul mating of two straight women caught in a web of forbidden love. Juliet is a bride to be who befriends and hires Rome as her wedding planner. As they go through the preparations, Rome and Juliet develop a deep friendship, a soulful connection and a love that is physically consummated. But conflicts arise when Marc, the groom who is a young politician, shockingly discovers the ongoing relationship between the two women. Angered and humiliated, Marc calls off the wedding and a huge scandal explodes, leaving Rome and Juliet in a state of emotional turmoil

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Seduction ()
Regie: » Peque Gallaga « - Drehbuch: Aloy Adlawan
Schauspieler: » Solenn Heussaff «, » Sarah Lahbati «, » Richard Gutierrez «
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RAM (Richard Gutierrez) ends up renting a room in his neighbors property, knowing that the owner TRINA (Sarah Labahti) is attracted to him. He finds her in a lonely and vulnerable state that one night, an intimate encounter becomes inevitable. Ram is however surprised when the woman becomes evasive after being intimate with her. He finds her enigmatic withdrawal even more mysterious as Trina continues to be a doting presence from a distance. Then SOPHIA (Solenn Heusaff) comes into Rams life like a fire in the night. After rescuing her in a hotel fire, Sophia asks to meet the hero who saved her life. Ram is however unprepared for the games that Sophia plays while being with her. As the hedonistic games with Sophia heighten, Ram finds himself having serious feelings for Trina. Sophia is not at all pleased and deals with Ram the only way she knows how- by throwing her weight around. Now Ram must choose between the two women in his life if he is to survive all these seduction games in the end.

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Shelter Me - Riparo ()
Regie: » Marco Simon Puccioni « - Drehbuch: Marco S. Puccioni, Monica Rametta
Schauspieler: » Maria de Medeiros «, » Antonia Liskova «, » Mounir Ouadi «
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The story's protagonists are three people: Anna, a wealthy middle-class 35-year old woman who owns, together with her mother and her brother, a factory in the northeast of Italy; she has a love affair with 25-year-old Mara, who works in the factory; then there's Anis, a young man from Maghreb who suddenly storms into their lives.

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Sünden der Begierde - Sins of Desire ()
Regie: » Jim Wynorski « - Drehbuch: Peter Liapis, Mark Thomas McGee
Schauspieler: » Gail Thackray «, » Delia Sheppard «, » John Henry Richardson «
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There is something sinister going at the Callister Sex Institute, a surrogate and sexual healing clinic run by therapist Scott Callister (Jay Richardson) and his bisexual wife Dr. Jessica Callister (Delia Sheppard). While investigating allegations of malfeasance, an undercover operative, Monica Waldman (Gail Harris) has been raped and murdered. Her boss, private eye Barry Mitchum (Nick Cassavetes) is determined to nail the Callisters, and so is Kay Egan (Tanya Roberts), whose sister committed suicide after being sexually assaulted at the clinic.

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Swingers - Ein unmoralisches Wochenende ()
Regie: » Stephan Brenninkmeijer «
Schauspieler: » Ellen van der Koogh «, » Nienke Brinkhuis «, » Danny de Kok «
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Diana und Julian haben all ihre Träume verwirklicht. Doch in ihrer Ehe hat sich allmählich Langeweile eingeschlichen. Um ihr Sexleben ein wenig aufzupeppen, antworten sie auf eine Anzeige in einem Swinger-Blatt. Als Treffpunkt haben sie die Villa von Dianas Eltern ausgewählt. Voll nervöser Ungeduld erwarten sie die Ankunft der Gäste, den Arzt Timo mit seiner Frau Alex. Besonders Alex genießt den fröhlichen Partnertausch in vollen Zügen. Doch als sie beginnt, gleichzeitig mit Julian und Diana zu flirten, fühlt Timo sich provoziert. Während Timo sich distanziert, übernimmt Alex die Szene und ein flotter Dreier beginnt. Als die Drei jedoch ein Geräusch aus dem Badezimmer hören, sehen sie nach und finden den tränenüberströmten Timo. Sexuelle Aktivitäten finden nicht mehr statt. Am Ende erklärt Timo, dass er mit dem Swingerleben Schluss machen wolle. Diana und Julian dagegen stehen gerade erst am Anfang.

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Take a Deep Breath - Disi duboko - Respire ()
Regie: » Dragan Marinkovic « - Drehbuch: Hajdana Baletic, Dragan Marinkovic
Schauspieler: » Mira Furlan «, » Ana Franic «, » Bogdan Diklic «
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The movie starts at a family dinner where Sasa (Ana Franic) informs her parents about her decision to follow her boyfriend Stefan (Branislav Tomasevic) to Canada. While driving back to Stefan's apartment, they get into a car accident. In the hospital Sasa meets Stefan's sister Lana (Jelena Ðokic), a charming Paris-based photographer who's come to Belgrade in order to take care of her injured brother. While Sasa gets released from the hospital the same day she wakes up, Stefan is being held for a few more weeks.While he recovers, his sister Lana seems to have forgotten the original intention of her arrival to Serbia, and spends all her time with Sasa.

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Tangerine ()
Regie: » Irene von Alberti «
Schauspieler: » Sabrina Ouazani «, » Nora von Waldstätten «, » Alexander Scheer «

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In Tanger, dem Tor zwischen Europa und der islamischen Welt, begegnet ein marokkanisches Mädchen einem jungen Paar aus Deutschland. Es entspinnt sich eine vielschichtige Dreiecksbeziehung in der Geld, Lügen und Prostitution zum Widersacher einer wirklichen Freundschaft oder gar Liebe werden.

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The Bride and the Lover ()
Regie: » Joel Lamangan « - Drehbuch: Rody Vera
Schauspieler: » Lovi Poe «, » Jennylyn Mercado «, » Paulo Avelino «
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Vivian (Lovi Poe) is sole heir to a business empire. Sheila is Vivian's friend who is a lifestyle magazine editor. Meanwhile, Philip is the hottest bachelor in town engaged to be wed to Vivian. However, a scandalous revelation tears the three characters' worlds apart. Time passes by and the supposed bride becomes the lover and the supposed lover is now the bride. What's more, the former bride becomes a fearfully revengeful lover who is relentless in her quest to get her ex-fiance back.

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Thieves - Diebe der Nacht - Les voleurs ()
Regie: » André Téchiné « - Drehbuch: André Téchiné, Gilles Taurand
Schauspieler: » Catherine Deneuve «, » Laurence Côte «, » Daniel Auteuil «
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Der kleine Junge Justin erfährt vom mysteriösen Tod seines Vaters Ivan. Dieser war in kriminelle Machenschaften verwickelt. Die Schwester seines Komplizen Jimmy Fontana und zudem seine ehemalige Geliebte, ein junges Mädchen namens Juliette, landet kurz darauf im Kommissariat von Lyon, weil sie Parfüm gestohlen hat. Dort lernt sie den Polizisten Alex kennen, der sich als Bruder von Ivan herausstellt. Alex hatte einst aus Protest gegen seine kriminelle Familie den Beruf des Ordnungshüters gewählt, ist aber inzwischen von seinem nüchternen Polizeidienst desillusioniert. Aus Frust beginnt er mit Juliette ein Verhältnis. Diese wiederum pflegt auch eine intime Beziehung mit der sensiblen Philosophieprofessorin Marie Leblanc, die sich sehr nach Liebe und Aufmerksamkeit sehnt. Sowohl Alex und Juliette als auch Marie sind des Lebens mehr oder weniger überdrüssig und haben ähnliche Schwierigkeiten menschliche Nähe zuzulassen.

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Treacherous ()
Regie & Drehbuch: » Jana Morea Bradley «
Schauspieler: » Tiffany Ashley «, » Jasmine Barnes «, » Ishmael Blue «
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Two women's friendship is put to the test when they fall for the same man. Each one harbors secrets that puts to the test the strength of their relationship with one another.

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Sex zu Dritt - Trois ()
Regie: » Rob Hardy « - Drehbuch: Rob Hardy, William Packer
Schauspieler: » Gretchen Palmer «, » Kenya Moore «, » Gary Dourdan «
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Jermaine Davis (Dourdan) is a young corporate tycoon who is newly married and has recently moved to Atlanta, Georgia with his wife Jasmine (Moore). Jermaine becomes bored with his seemingly mundane lifestyle at home. He asks his wife to engage in a ménage à trois with another woman. Once they've committed the act, Jermaine begins to feel the insecurities of bringing a stranger into his marriage. As a result, he attempts to sever all ties with the woman. Unfortunately, it proves more complicated to remove this person from their lives and he realizes that his curiosity has thrown him into battle with a dangerous lunatic and may cost him his marriage.

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Two Girls And A Guy ()
Drehbuch & Regie: » James Toback «
Schauspieler: » Natasha Gregson Wagner «, » Heather Graham «, » Robert Downey junior «
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The film opens with Carla Bennett (Heather Graham) and Lou (Natasha Gregson Wagner) waiting in front of a New York building where their boyfriends live. In conversing, they find out Blake Allen (Robert Downey, Jr.) is their duplicitous boyfriend. In the first minutes of the film Blake is revealed to be a narcissistic actor, dating both of them on the side while claiming to visit his ill mother on the other days. The women wait for Blake inside his loft and confront him together. The remainder of the film takes place inside the loft, where Blake tries to talk his way out of trouble. In the end, both girls reveal that they have been unfaithful. Carla and Blake have sex, but Lou's suggestion of a threesome is rejected.

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Elena Undone ()
Regie: » Nicole Conn «
Schauspieler: » Necar Zadegan «, » Traci Dinwiddie «, » Gary Weeks «
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Elena ist seit 15 Jahren mit einem konservativen, homophoben Pastor verheiratet und Mutter eines Sohnes, als sie auf einer Info-Veranstaltung des örtlichen Adoptionszentrums auf die offen lesbisch lebende Autorin Peyton trifft. Die beiden verstehen sich auf Anhieb und eine tiefe Freundschaft voller Vertrauen entsteht. Doch diese ist nicht ganz so platonisch, wie Elena sich das einzureden versucht, denn ihre Begegnungen sind von spürbarer, knisternder Erotik und überwältigender Anziehung geprägt. Elena, die noch nie eine Frau geküsst hat, scheut sich, Peytons Werben nachzugeben. Aber letzten Endes ist sie machtlos und die beiden Frauen finden sich in einer leidenschaftlichen Affäre wieder - bis Elenas Gatte von ihren außerehelichen Aktivitäten erfährt ...

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I Can't Think Straight ()
Regie: » Shamim Sarif «
Schauspieler: » Lisa Ray «, » Sheetal Sheth «
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In the upper echelons of traditional Middle Eastern society, wealthy Christian Palestinians Reema and Omar prepare for the marriage of their visiting daughter Tala to Hani in Jordan. But back at work in London, Tala encounters Leyla, a young British Indian Muslim woman who is dating Tala's best friend Ali. Tala sees something unique in the artless, clumsy, sensitive Leyla who secretly works to become a writer. And Tala's forthright challenges to Leyla's beliefs begins a journey of self-awareness for Leyla. After a weekend getaway into the countryside, Tala and Leyla sleep together and the two women begin to fall in love. However, Tala's own sense of duty and cultural restraint cause her to pull away from Leyla and fly back to Jordan where the preparations for an ostentatious wedding are well under way. As family members descend and the wedding day approaches, the pressure mounts until Tala finally cracks and extricates herself. Back in London, Leyla is heartbroken but learns to break free of her own self-doubt and her mother's expectations, ditching Ali and being honest with her parents about her sexuality. When Ali and Leyla's feisty sister, Yasmin, help try to get Tala and Leyla together again, Tala finds that her own preconceptions of what love can be is the final hurdle she must jump to win Leyla back.

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Eloïse's Lover ()
Regie: » Jesús Garay «
Schauspieler: » Diana Gómez «, » Ariadna Cabrol «, » Bernat Saumell «
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The drama depicts a young woman, Asia, falling in love with a young artist and lesbian, Eloise, and discovering her sexuality. Scenes of Asia hospitalized and in a coma are interspersed through the film. As the story unfolds we discover their love story and the tragic accident leading up to her hospitalization.

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Three Veils ()
Regie: » Rolla Selbak «
Schauspieler: » Sheetal Sheth «, » Angela Zahra «, » Mercedes Masöhn «
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Three Veils is about three young Middle-Eastern women living in the U.S, each with their own personal story. Leila (Mercedes Masöhn) is engaged to be married, however as the wedding night approaches, she becomes less and less sure. Amira (Angela Zahra) is a devout Muslim, but is dealing with her deep repressed lesbian feelings. Nikki (Sheetal Sheth) is acting out her promiscuity as she battles her own demons after a tragic death in the family. As the film progresses, all three stories unfold and blend into each other as connections are revealed between the three women.

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Black Venus ()
Regie: » Claude Mulot «
Schauspieler: » Josephine Jacqueline Jones «, » Karin Schubert «, » José Antonio Ceinos «
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When wealthy art collector Jacques (Emiliano Redondo) visits a Parisian brothel operated by Madame Lili (Mandy Rice-Davies), he recognizes one of the prostitutes as Venus (Josephine Jacqueline Jones), a black Martinican woman. In a flashback, Jacques remembers introducing Venus to a gifted but impoverished sculptor, Armand (José Antonio Ceinos), who persuaded Venus to become his art model and lover. Armand grew increasingly obsessed with Venus and the statue of her that he was working on. To help Armand pay rent, Venus took work as a model for a dressmaker, Madame Jean (Helga Liné). Several of Madame Jean's customers became enamored with Venus, among them Marie (Karin Schubert), a wealthy woman whose husband was often absent. Venus earned so much as a model that Armand accused her of being a prostitute.

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Butterfly - Hu Die ()
Regie: » Yan Yan Mak «
Schauspieler: » Josie Ho «, » Yuan Tian «, » Eric Kot «

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A married teacher/closeted lesbian meets a young, free spirited singer who will allow her to rediscover herself.

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Tempting Heart ()
Regie: » Sylvia Chang «
Schauspieler: » Gigi Leung «, » Karen Mok «, » Takeshi Kaneshiro «
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Sylvia Chang plays a director who intends to make a romance film and begins to wonder about the role fate plays in relationships. She ends up re-examining her own first love in a completely different light. The story is set in two different periods of time, one in the 1970s where Gigi plays the teenage Xiao-rou, and the other in the 1990s where Sylvia plays the older Xiao-rou. Takeshi Kaneshiro plays the role of a shy teenager, Ho-jun, who falls in love with Xiao-rou (played by Gigi Leung). Their relationship turns intimate but faces fierce objections from their parents. Karen Mok plays Chen-li, Xiao-rou's best friend, whom Xiao-rou confides in. This teenage love soon fizzles out owing to misunderstandings and Ho-jun, after many years, turns to marry Chen-li. One day, Chen-li reveals that she is a lesbian and that they both love the same girl - Xiao-rou.

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Abschied von Chase - Losing Chase ()
Regie: » Kevin Bacon «
Schauspieler: » Helen Mirren «, » Kyra Sedgwick «, » Beau Bridges «
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Following a nervous breakdown and upon returning home following treatment, Chase Phillips (Helen Mirren) is hired a helper, Elizabeth (Kyra Sedgwick) by her husband, Richard (Beau Bridges). Chase is opposed to being given a helper and treats both her husband and Elizabeth with contempt. Chase snidely asks Elizabeth what she plans to do with the money she earns from being a helper; Elizabeth replies that she is not doing it for the money. Chase's two young sons, Little Richard (Michael Yarmush) and Jason (Lucas Denton), are returned to the family home the same day Elizabeth arrives. The youngest son, Jason, is eager to see his mother but Little Richard treats her with hostility.

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Portrait
JÖRG LENAU

GALMERSTR. 36
65549 LIMBURG/LAHN

Tel: 0171-3309037

» Die Bisexualität «

siehe auch:
» Prinzipien des Seins «

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