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RELATIVITÄTEN DES SEINS

THE RELATIVITY OF (HUMAN) BEING

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» Bisexualität «

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Ambisexuellenkonzepte

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» Pansexualität «

Pansexualität oder Omnisexualität ist eine sexuelle Orientierung, bei der Personen in ihrem Begehren keine Vorauswahl nach Geschlecht bzw. Geschlechtsidentität treffen. Der Begriff Pansexualität leitet sich von der griechischen Vorsilbe pan (gesamt, umfassend, alles) ab. In der wissenschaftlichen Literatur wird der Begriff nicht einheitlich definiert und verwendet.
Ein pansexueller Mensch ist in der Lage, für Menschen aller Geschlechtsidentitäten sexuelle oder romantische Gefühle zu empfinden. Bisexuelle Menschen hingegen beziehen sich nur auf zwei Geschlechter, meist das eigene Geschlecht auf der einen und ein anderes Geschlecht auf der anderen Seite.

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» Polysexualität «

Der Begriff Polysexualität (nach der griechischen Vorsilbe poly- für "viele") dient als Schirmbegriff für nicht-monosexuelle Orientierungen. Als monosexuelle Orientierungen bezeichnet man sexuelle Orientierungen, die ein Geschlecht bevorzugen wie Hetero- und Homosexualität. Polysexuelle Orientierungen sind alle Orientierungen, die sich zu mehr als einen Geschlecht sexuell hingezogen fühlen, wie Bi- und Pansexualität.

Fälschlicherweise werden, besonders im deutschen Sprachgebrauch, Bi-, Pan- und Polysexualität einander häufig gegenüber gestellt, was vermutlich aus Unwissen darüber entsteht, dass polysexuell lediglich als Schirmbegriff dient und somit logischerweise beide Begriffe umfasst. Zudem führt ein Fehlverständnis von Bisexualität vielfach zu Verwirrung, da Bisexualität sich nicht auf zwei Geschlechter und auch nicht auf die cisgender oder binären Geschlechter reduziert. Diese Verwirrung ist vermutlich aus der Entstehungen des Begriffes "Pansexualität" entstanden, welcher sich aus dem Begriff "Bisexualität" angespalten hat, jedoch deutlich jünger ist. Dieser beschreibt eine sexuelle Orientierung bei der Geschlecht keine Rolle in der sexuellen Anziehung zu einer Person spielt, wohingegen sich Bisexuelle prinzipiell auch zu allen Geschlechtern hingezogen fühlen können, der Unterschied jedoch ist, dass Bisexuelle trotzdem Präferenzen hegen und Gender/Geschlecht als Faktor wahrnehmen, während Pansexualität Geschlecht als Faktor komplett ausblendet. Formen von Bisexualität, die sich zu allen Geschlechtern hingezogen fühlen und Pansexualität können ebenfalls unter den Schirmbegriff omnisexuell geordnet werden[5]. Die Überschneidungen dieser Begriffe sind dementsprechend historisch verankert, sie schließen einander jedoch nicht aus und es ist eine rein individuelle Präferenz welches dieser Labels eine Person für die eigene Identifikation nutzt.

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Die manifeste
Bisexualität

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Gegenüber der Spezifierung der » Konstitutionellen Bisexualität «, für die angeborene körperliche Zweigeschlechtlichkeit, hat sich in der Inbetrachtziehung des Sexualpartnerschaftsbezuges als angeborene Veranlagung, neben der Spezifierung der sexuellen Orientierung, die Deklaration der manifesten Bisexualität/Homosexualität(/Heterosexualität) etabliert. Hierin gibt es jedoch keine klare Eindeutigkeit, sondern vielmehr Uneinheitlichkeiten und stellt sich weitläufig relativ gemäß des Begriffsverhältnisses des » Dudens «: "eindeutig als etwas Bestimmtes zu erkennen, offenkundig". Maßgeblich geht es hierin um die Inbetrachtziehung der Konstante des Daseins. Wie Ulrich Gooß in seinem Buch spezifisch darlegt und erläutert, so erfährt die manifeste/konstante Wesensart der Bisexualität überhaupt nicht ihre erforderlich Inbetrachtziehung.


Psychosozial-Verlag - Buchreihe: Beiträge zur Sexualforschung

Facharzt für Psychiatrie und Neurologie

Die von der frühen Sexualwissenschaft vorgelegten Bisexualitätstheorien haben vor allem das »Rätsel Homosexualität« zu erklären versucht. Nur am Rande wurde in diesen Texten die manifeste Bisexualität thematisiert. Diese Tendenz setzt sich bis in die gegenwärtige Sexualforschung fort. Eine an den Monosexualitäten, also an der Hetero- und Homosexualität, orientierte Perspektive wird jedoch dem Phänomen Bisexualität nicht gerecht. In dieser Studie wird die Bisexualität nicht aus den Monosexualitäten abgeleitet. Sie wird vielmehr als eigene Sexualform verstanden.

Zeitschrift für Sexualforschung (2003)
» Konzepte der Bisexualität «
Hrsg.: Georg Thieme Verlag Stuttgart
Ausgabe 01, Volume 16
Autor: Ulrich Gooß

Journal of Bisexuality (2008)
» Concepts of Bisexuality «
Hrsg.: American Institute of Bisexuality
Volume 8 Issue 1-2
Autor: Ulrich Gooß

Im Zentrum des frühen sexualwissenschaftlichen Diskurses über die abweichenden Sexualitäten aber stand die Homosexualität, und zwar insbesondere die der Männer. Die damaligen Bisexualitätstheorien waren vor allem Theorien zur Erklärung des so genannten Rätsels der Homosexualität, während die manifeste Bisexualität nicht oder nur am Rande thematisiert bzw. der Homosexualität zugeschlagen wurde. Damit entstand eine brisante Nähe, die der Bisexuellenforschung bis in die gegenwärtige Sexualwissenschaft hinein nachhängt.

Obwohl also seit der theoretischen Konstruktion der Bisexualität nahezu ein Jahrhundert vergangen war, konnte der amerikanische Autor Fritz Klein 1978 nicht ohne eine gewisse Berechtigung feststellen, dass den Bisexuellen bis dahin weitgehend ein Status der «Nicht-Existenz» zugeschrieben worden ist, und dazu auffordern, das «tiefe Schweigen» über die Bisexualität zu brechen. Klein stimmte damit ein Thema an, das sich in der bisexuellen Emanzipationsliteratur bis heute immer wieder findet: die nicht enden wollende Klage über die Nichtwahrnehmung oder auch die Unsichtbarkeit (invisibility) der Bisexualität und der Bisexuellen.

Kleins 1978 erscheinendes Buch «The Bisexual Option» ist der Ausdruck und Bestandteil des in den 70er Jahren einsetzenden Prozesses der Konstituierung der manifesten Bisexualität als Sexualform. Die aktuelle Bisexualitätsdiskussion stellt dabei insoweit eine Neuauflage der in den Anfängen der Sexualwissenschaft geführten Bisexualitätsdebatte dar, als sie wie jene wesentlich von den sozialen Bewegungen der Frauen und der Homosexuellen beeinflusst ist und ohne diese Bewegung vermutlich gar nicht zustande gekommen wäre. Ein zentraler Topos der neueren Homosexuellenforschung ist die Vorstellung einer homosexuellen bzw. einer schwulen Identität. Die unter tätiger Mitwirkung der homosexuellen Subjekte erfolgende Konstruktion der schwulen Identität ist der paradigmatische Fall für die Ableitung von Identitäten aus der Sexualform. Für die Frage der Bisexualität bedeutsam ist dabei vor allem, dass das Konzept der schwulen Identität als eines der Abgrenzung zwischen Homo- und Heterosexuellen entworfen wurde und insofern die dichotome Einteilung der sexuellen Orientierung in die Monosexualitäten zunächst zu befestigen schien. Die erfolgreiche Aneignung und gesellschaftliche Verankerung der Homosexualität aber erzeugte notwendig einen Druck auf alle anderen, die eine von der normativen Heterosexualität abweichende Sexualität leben, diese sich in analoger Weise wie die Homosexuellen anzueignen und gesellschaftlich zu verankern. Insbesondere für de in die Schwulen- und Lesbenbewegung involvierten oder zumindest davon nicht unberührt gebliebenen bisexuellen Männer und Frauen wird die Notwendigkeit zu einer solchen Selbstkonstruktion geradezu hervorgezwungen, weil sie so, wie sie sich erleben, in einer in Homo- und Heterosexualität eingeteilten Welt nicht vorkommen.

Aufgabe der sexualwissenschaftlichen Bisexualitätsforschung bleibt es also, das Besondere der Bisexualität begrifflich zu fassen. Dies erfordert zunächst eine Klärung der unterschiedlichen Dimensionen des Bisexualitätsbegriffes, also der des sexuellen Verhaltens der sexuellen Orientierung und der sexuellen Identität.

Nur die Dimension des sexuellen Verhaltens ist relativ unstrittig. So wurde beispielsweise, ausgehend von der zeitlichen Verteilung von homo- und heterosexuellen Kontakten, eine in der Literatur immer wieder anzutreffende Unterscheidung in serielle bzw. sequenzielle, in gleichzeitige und in simultane Bisexualität vorgeschlagen. Als serielle oder sequenzielle Bisexualität wird das Alternieren zwischen männlichen und weiblichen Partnern bezeichnet, wobei auch längere monogame oder zumindest monosexuelle Phasen vorkommen können, während gleichzeitige Bisexualität sich auf ein Nebeneinander von gleich- und gegengeschlechtlichen Kontakten in einer Zeitperiode bezieht. Mit simultaner Bisexualität schliesslich sind sexuelle Kontakte gemeint, bei denen mindestens je ein Partner des gleichen wie des anderen Geschlechts, das heisst mindestens drei Personen, beteiligt sind, also solche sexuellen Situationen, auf die, wenn überhaupt, der ansonsten wenig sinnvolle Begriff «bisexueller Kontakte» angewendet werden könnte.

Die Konflikthypothese geht von einer Unvereinbarkeit gleich- und gegengeschlechtlicher Erotisierung aus. In dieser Sicht ist es nicht vorstellbar, dass eine lustvolle Besetzung beider Geschlechter relativ konfliktfrei möglich sein kann. ... Mit der Indifferenzhypothese ist gemeint, dass Bisexuelle dem Geschlecht des Partners / der Partnerin keine oder nur eine nachgeordnete Bedeutung zumessen, dass also andere Faktoren für die Aufnahme sexueller Beziehungen entscheidend sind. So berichten Bisexuelle häufig, dass sie mehr von «Qualitäten bestimmter Personen als von Aspekten des Geschlechts ans sich» angezogen würden ... In der androgynen Perspektive erscheinen Bisexuelle nicht als indifferent gegenüber den Geschlechtsunterschieden, vielmehr wird der Bisexualität eine Tendenz zur Aufhebung der Geschlechterdifferenz zugeschrieben. Vor allem Charlotte Wolff hat diese Auffassung prononciert vertreten: Bisexualität ebne die Geschlechtsunterschiede ein und lasse die androgyne Natur des Menschen hervortreten (vgl. Wolff 1979: 116). ... Wird Bisexuellen eine besondere Flexibilität zugeschrieben, ist gemeint, dass homo- und heterosexuelles Begehren sich nicht wechselseitig ausschliessen, sondern in Form einer bisexuellen Erotisierung miteinander verbunden sein können. Bisexuelle seien so etwas wie «Chamäleons», die sich ohne grössere Schwierigkeiten zwischen der hetero- und der homosexuellen Welt hin und her bewegen können und die so in der Lage sind, «das Beste beider Welten» (Zinik 1985: 9) zu erfahren und zu erleben.

Bisexuelle Erotisierung kann aber auch so verstanden werden, dass Bisexuelle die Geschlechter und den Geschlechtsunterschied in einer spezifischen Weise erotisieren, die sich von den entsprechenden Formen der Erotisierung bei monosexuell differenzierten Männern unterscheidet. Die bisexuelle Erotisierung bei monosexuell differenzierten Männern unterscheidet. Die bisexuelle Erotisierung wäre dann keine blosse Addition von Homo- und Heterosexualität, sondern Ausdruck einer in dieser Hinsicht differenten Struktur der Bisexuellen. Dies führt zu einer spekulativen Überlegung über die idealen Sexualobjekte bisexuell differenzierter Männer.

Vermutlich gilt für Bisexuelle (oder zumindest für einen Teil von ihnen), dass sie nicht Männer und Frauen an sich erotisch besetzen, sondern dass sie sich aufgrund ihrer bisexuellen Struktur von solchen Männern und Frauen sexuell angezogen fühlen, die nicht den monosexuellen Formen entsprechende Aura haben sondern die vielmehr - wie sie selber - die Geschlechter bisexuell erotisieren. Das aber würde bedeuten, dass Bisexuelle sich gegenseitig anziehen. Damit würde die Bisexualität über die Geschlechtergrenzen hinweg einen Zusammenhang stiften. Treffen diese Überlegungen zu, ist anzunehmen, dass Bisexuelle an den Orten, die nach den Erfordernissen homosexuellen und heterosexuellen Begehrens und Erotisierens strukturiert sind, die ihnen entsprechende situative Sexualisierung, sozusagen eine bisexuelle Sexualspannung, nicht oder nur in Ansätzen vorfinden. Bisexuelle hätten dann nicht zwei Welten, zwischen denen sie hin- und herpendeln könnten, um aus jeder das für sie Beste herauszunehmen, sondern vielmehr gar keine Welt, die ihrer sexuellen Verfasstheit entspräche. Das würde auch die anhaltende Klage der Bisexuellen über ihr Nichtwahrgenommenwerden verständlicher machen. Und dies dürfte auch eine der entscheidenden Triebfedern sein, die bisexuelle Männer und Frauen veranlasste, sich zu organisieren und «bisexuelle Orte» zu schaffen, das heisst Orte, an denen sie nicht wie in hetero- oder homosexuellen Zusammenhängen ständig damit rechnen müssen, auf Partner/innen zu treffen, die sie auf die jeweilige Monosexualität festlegen wollen. An solchen Orten entsteht zudem eher eine spezifisch bisexuelle Erotisierung und es kommt eher zu solchen sexuellen Situationen, die aufgrund ihrer sexuellen Spannung und Dynamik, unabhängig von der Zahl und dem Geschlecht der beteiligten Akteure, als bisexuelle Kontakte bezeichnet werden können.

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Essentialismus
Konstruktivismus

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Neben den vielfältigen Varianten der Erscheinungsbilder und deren diversen Inbetrachtziehungen, besteht nach wie vor noch die durchweg stattfindende Diskussion über die Unterscheidung, inwiefern es sich um eine angeborene Veranlagung handelt. Zwar ist die Homo- und Bisexualität als Veranlagung mittlerweile allgemeingültig anerkannt, jedoch ist die Beurteilung, inwiefern es sich beim Jeweiligen um eine veranlagte Gegebenheit handelt, nach wie vor äußerst strittig. Gooß beschreibt mit den nachfolgenden Worten die Gegebenheit der zentralen Differenzierung. Während bei den » Essentialisten « sowohl die Veranlagung als solche und dessen Ausbildung seine Inbetrachtziehung erfährt, basiert für die » Konstruktivisten « nach wie vor das Ganze auf einem rein geistigen Ideenkonstrukt (siehe hierzu: » John Locke «). Gemäß dem wurde es auch einst in den Urgründungen der Beschäftigung zur Homo- und Bisexualität weitläufig gehandhabt und vor allem in Verbindung mit Hypnosetechniken zu deregulieren versucht, worüber sich jedoch gerade darüber auch die Irrigkeit darin aufwies. Ausläufer davon sind jedoch nach wie vor noch in Anwendung (siehe » Konversionstherapie «).

Da über die von außen vorgenommene Inbetrachtziehung einzig das Geistige und das Handlungswesen seine Inbetrachtziehung erfahren kann, hingegen kein inneres Ersichten und aufgrund des Fehlens des erforderlichen Klarheitheitsverhältnisses zur Veranlagung, greift hierin Eines ins Andere. Es entbehrt vor allem des substanziellen Verhältnisses zur Veranlagung und dessen Wirkwesen, sodaß auch prinzipiell immer wieder das geistige Verhältnis zum Ermessungsgegenstand der Erachtung wird. Die Klarheit darüber, daß der Geist nicht die Veranlagung repräsentiert, ist hierin der einzige gemeinsame Nenner. Da jedoch der Mensch kulturell auch in seinem Ermessungswesen der Anpassung lebt, ergibt sich daraus auch ein weiteres, was dem seinen vorwiegenden Gehalt verschafft und die Veranlagung außen vor stellt. So führt dies dann auch zu dem, was Gooß abschließend ausführt, daß letztendlich in dem Verhältnis alles miteinander wieder auf das Verhältnis von Hetero- und Homosexualität zurückgeführt wird. Wobei dies darüber jedoch auch die Homosexualität wieder de-terminiert zu einer illustren Gegebenheit der Heterosexualität.

Zeitschrift für Sexualforschung (2003)
» Konzepte der Bisexualität «
Hrsg.: Georg Thieme Verlag Stuttgart
Ausgabe 01, Volume 16
Autor: Ulrich Gooß

Journal of Bisexuality (2008)
» Concepts of Bisexuality «
Hrsg.: American Institute of Bisexuality
Volume 8 Issue 1-2
Autor: Ulrich Gooß

Die Problematik einer nur vom sexuellen Verhalten ausgehenden Bisexuellenklassifikation besteht indes darin, dass sie völlig unterschiedliche sexuelle und zumindest mit genitalen Kontakten einhergehende Verhaltensweisen unter den Begriff der Bisexualität zwingt. Zudem sagt das blosse Faktum, dass ein Mann sexuelle Kontakte mit Männern und Frauen unterhält oder in der Vergangenheit unterhalten hat, wenig über seine Sexualgeschichte und über seine sexuelle Orientierung oder gar seine sexuelle Identität aus. Der Begriff der sexuellen Orientierung wird in empirischen Untersuchungen häufig verkürzt auf die blosse Selbsteinstufung eines Individuums als bisexuell bzw. homo- oder heterosexuell. Damit ist er zwar eindeutig, aber wenig aussagekräftig. in dem Masse aber, wie Annahmen über die Entstehung sexueller Orientierungen in den Begriff eingehen, ergeben sich theoretische Probleme, die in der Homo- und Bisexualitätsforschung vor allem in der Konstruktivismus/Essentialismus-Kontroverse thematisiert wurden.

In der » essenzialistischen Perspektive « wird die bi- oder monosexuelle Orientierung eines Menschen als Resultat einer indivdualistisch frühen und dauerhaften Festlegung im Sinne einer » Determinierung « oder einer » Disposition « aufgefasst. Erklärt wird diese Festlegung durch biologische und/oder psychologisch-psychoanalytische Theorien. Der Sexualwissenschaftler Money etwa postulierte: «Die einzige wissenschaftlich haltbare Position, die man in Bezug auf die Frage der Entstehung von Hetero-, Homo- und Bisexualität einnehmen kann, lautet, dass bei allen dreien » pränatale « und » postnatale « » Determination « im Spiel sind, die sich nicht gegenseitig ausschliessen, sondern gegenseitig beeinflussen. Wirken sie in einer kritischen Periode der frühen Entwicklung zusammen, so resultieren daraus nicht bestimmte Handlungen, sondern eine dauerhafte Orientierung, die in der Regel persistiert und unwandelbar ist» (Money 1988: 129).

Mit diesem Denkmodell sind die psychoanalytischen Überlegungen der Herausbildung sexueller Orientierung, die etwa Morgenthaler (1980), von Friedmann (1993), aber auch von Reiche (1997, 2000) und, wenn auch etwas halbherzig, von Kernberg (2001) vorgetragen wurden, vereinbar. Richard Friedman etwa geht explizit von einer kritischen Periode in der psychosexuellen Entwicklung aus, in der die sexuelle Phantasie dauerhaft differenziert und strukturell als homo-, hetero- oder bisexuell verankert wird. Unabhängig von dem Gewicht, das biologischen und psychologischen Faktoren jeweils zugemessen wird, gilt also in dieser Perspektive, dass ein Individuum eine sexuelle Orientierung «hat» und diese als Erwachsender allenfalls verfehlen, aber nicht grundlegend ändern kann.

Die » konstruktivistische « Sicht fasst demgegenüber Bi-, Hetero- und Homosexualität als durch soziale Zwänge und Definitionsprozesse entstandene soziale Konstrukte auf. Ausgegangen wird von einem zunächst undifferenzierten und in Bezug auf die Objektwahl ungerichteten Erleben, das erst mit oder nach der Aufnahme der sexuellen Praxis durch soziale Prozesse geformt wird. Ob einer mono- oder bisexuell wird, erscheint hier also nicht als Ausdruck einer vorausgegangenen inneren Differenzierung und damit auch eines inneren Zwanges, sondern ausschließlich als Resultat eines gesellschaftlichen Zuschreibungs- und Formungsprozesses, als dem Individuum von aussen aufgeprägte Zwangsgestalt. Diese Sicht geht häufig mit dem einher, was Dannecker das latente «Versprechen» ((1989: 124) des Konstruktivismus nannte, nämlich mit der Auffassung, diese Zwangsgestalten könnten mit mehr oder minder grosser Mühe abgestreift werden. Sexuelle Orientierungen sind also in dieser Perspektive nicht frühe und dauerhaft festgelegte Dispositionen, sondern vielmehr veränderbare sexuelle Präferenzen, über die ein Individuum letztlich selber entscheiden kann.

In der sexualwissenschaftlichen Literatur finden sich zu dieser Frage vor allem vier Sichtweisen: Bisexuelles Verhalten wird als transitorisch, also als vorübergehend, oder als transitionale oder Übergangsform betrachtet, als Abwehrbisexualität eingestuft oder auf eine zugrunde liegende bisexuelle Orientierung im Sinne der bereits erwähnten bisexuellen Differenzierung bezogen.

Wird Bisexualität wie dargelegt als vorübergehendes oder als Übergangsphänomen bzw. als Abwehrbisexualität eingestuft, erscheinen alle Muster bisexuellen Verhaltens letztlich rückführbar auf Hetero- und Homosexualität bzw. auf perverse Männer, die sich vorübergehend oder auch länger bisexuell verhalten.

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Sexualwissenschaftliche
Gegenwart

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» Sexuelle Orientierungsmythen (Dissertation - ) «
Hrsg: Leopold-Franzens-Universität Innsbruck (Gender Open Repositorium)


Die Etabliertheit des klassischen Konzeptes
der sexuellen Orientierung mit seinen stereotypen Kategorien
Hetero-, Bi- und Homosexualität in der Sexualwissenschaft.

Innerhalb der Sexualwissenschaften gibt es zwei fundamental unterschiedliche, dualistische Denk-und Erklärungsansätze zum Diskurs einer sexuellen Orientierung bzw. sexuellen Identität, nämlich mehr "essentialistisch" versus "konstruktivistisch" geprägte Denkrichtungen, in denen sich die teilhabenden Wissenschaftsdisziplinen bzw. deren Vertreter/innen mehr oder weniger stark polarisierend verorten. Dieses Spannungsverhältnis in den Denk-und Erklärungsansätzen ist seit dem Auftauchen und während der zunehmenden gesellschaftlichen Verankerung der Sexualstereotype in Form der Begriffe Bi-, Hetero-und Homosexualität fundamentaler Bestandteil dieses Diskurses zur sexuellen Orientierung geblieben.

Die sexuelle Orientierung, vor allem in Form der drei stereotypen Begriffe Bi-, Hetero- und Homosexualität,als begriffliche Konzeption verweist immer auf eine Geschlechtsidentität und -rolle, also eine eigene Festlegung auf eine der beiden postulierten bipolaren, stereotypen Geschlechterkategorien in Form von männlich versus weiblich sowie eine darauf bezogene sexuelle Ausrichtung auf eine der beiden oder auf beide bipolare Geschlechterkategorien für die eigene Wahl von menschlichen Sexualobjekten. Mit einer so verstandenen sexuellen Orientierung geht demnach immer eine geschlechtliche Positionierung der eigenen Person, aber auch potenzieller menschlicher Sexualobjekte und die Identifikation mit einer korrespondierenden Geschlechtsrolle einher.

Die Begriffe sexuelle Orientierung, sexuelle Präferenz sowie auch sexuelle Identität sind somit im Wissenschaftsfeld einmal synonym, dann wieder als übergeordnete Kategorie des jeweils anderen Begriffes sowie als völlig eigenständige Kategorien in Verwendung, sodass von keiner einheitlichen, eindeutig abgegrenzten Definition dieser Begrifflichkeiten ausgegangen werden kann. Wissenschaftler/innen, die sich auf diese Begriffe berufen oder sie verwenden, müssen dem zufolge immer auch eine bzw. ihre Definition dieser Begriffe vermitteln, um klar zu machen, was darunter zu verstehen ist und wie ihre Aussagen, Ergebnisdarstellungen usw. dahingehend zu beurteilen sind. Fehlt eine eigene Begriffsdefinition oder ein Bezug zur Begriffsbestimmung, sind alle getroffenen Ergebnisinterpretationen ohne entsprechende begriffliche Einordnung erfolgt, und dies widerspricht empirischen Standards.

Schon auf biologischer Ebene zeigt sich jedoch unter neuerer wissenschaftlicher Betrachtungsweise, dass das biologische Geschlecht keiner starren Entweder-oder-Logik folgt, sondern sich sehr variabel, mehr einem Spektrum an Möglichkeiten entspringend darstellt. So wurde ursprünglich angenommen, dass das genetische Geschlecht hinsichtlich der morphologisch äußeren und inneren Geschlechtsausprägung in zwei bipolare Geschlechterkategorien eindeutig sei, was sich nach heutigem Wissensstandals falsch herausgestellt hat. Der Diskurs zur Genetik hat gerade zu Beginn des 21.Jahrhunderts einen radikalen Wandel durchlaufen, der die vormals so eindeutig erschienenen Postulate (z.B. ein Gen entspricht einer bestimmten phänotypischen Ausprägung) als nicht zutreffend nachwies.

In den Wissenschaften findet man einhergehend mit den gesellschaftlichen Polarisierungsdiskursen in eine erklärungsbedürftige versus selbstverständliche Sexualität, parallel eine Spaltung des sexualwissenschaftlichen Wissenschaftsfeldes und Diskurses in den sogenannten Essentialismus versus Konstruktivismus. Hierbei wird auch von der sogenannten "Essentialismus-Konstruktivismus-Kontroverse" gesprochen, die in keinem Wissenschaftsbereich "so unerbittlich und auch so polarisierend geführt" wurde "wie im Rahmen der akademischen Auseinandersetzung mit Sexualität" (Dekker, 2013, S. 35).

Die sexuelle Orientierung als Forschungsgegenstand kennzeichnet sich bis dato durch ihre unspezifische, uneinheitliche, ungenaue sowie fehlende wissenschaftlich fundierte Konzeption aus. Trotzdem wird dieser Forschungsgegenstand reichlich beforscht und die Konzeption einer sexuellen Orientierung unhinterfragt auch im empirischen Bereich vielfach als gegebene Entität verwendet. Das Konzept einer sexuellen Orientierung mit ihren stereotypen Begrifflichkeiten, nämlich Hetero-, Homo-und Bisexualität, resultiert aus einem langen Bestreben, die menschliche Sexualität(en) zu polarisieren und zur Identität von Menschen zu machen. Seit dem ersten Auftreten dieser Begrifflichkeiten in der zweiten Hälfte des 19.Jahrhunderts wird um deren empirische Fundierung im Wissenschaftsbereich disputiert. Die Konstruktivist/inn/en halten das Konzept einer sexuellen Orientierung für ein künstlich geschaffenes, während die Essentialist/inn/en es für eine Entität des Menschen postulieren, ohne dafür bis dato einen empirischen Beleg trotz massiver diesbezüglicher Forschungsbestrebungen geliefert zu haben (vgl. De-Cecco & Elia, 1993). In keinem anderen Forschungsfeld wird die Essentialismus-Konstruktivismus-Kontroverse daher so erbittert geführt wie in der Sexualforschung und spaltet die Scientific Community in zwei Lager.

Die bisherigen Operationalisierungen des Konzeptes einer sexuellen Orientierung beim Menschen haben gezeigt, dass bei Erweiterung der zur Verfügung gestellten Auswahl sexueller Orientierungen, Identitäten oder Ausprägungsmöglichkeiten auf den verwendeten Skalen zu den einzelnen Indikatoren, Variablen oder Item seiner Selbsteinschätzung, die stereotype Dreiteilung in Hetero-, Bi-und Homosexualität nicht mehr hält, sich ein breites Feld an möglichen Überschneidungen auftut und alles in Richtung Kontinuums-oder-Spektrumsansatz weist (vgl. Vrangalova & Savin-Williams, 2012; Korchmaros et al., 2013; Epstein & Robertson, 2014; Klein, 2014; Savin-Williams, 2014; Weinrich et al., 2014).

Beim Diskurs zur Streichung der Homosexualität als Diagnose in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts aus dem "Diagnostic and statistical manual of mental disorders (DSM)" (erfolgte 1973) sowie dem "International classification of diseases (ICD)" (erfolgte erst 1991) oder auch der "Haltung der psychoanalytischen Organisationen gegenüber homosexuellen Bewerbern" (Gooß, 1995, S. 69) nahmen gerade viele damalige prominente Vertreter/innen der Psychoanalyse eine ablehnende Haltung ein und wurden so indirekt zu Argumentationshelfer/innen für die Pathologisierer/innen menschlicher Sexualität (vgl. Gooß, 1995, S. 68 ff.; Rauchfleisch, 1996, S. 143 ff.; Rimml, 2000, S. 20).

Mit der Entdeckung der Hormone und speziell der sogenannten "Geschlechtshormone", hier vor allem zunächst Testosteron und später Östrogen, wurde unser gesamter Körper und die menschliche Sexualität im 20. Jahrhundert zu etwas Chemischem. Im Rahmen dieses Forschungsprozesses wurden alle anderen Hormoneffekte systematisch ausgeblendet oder verschleiert. Schon die Bezeichnung dieser Hormone als "Geschlechtshormone" verfehlte seine suggestive Wirkung im Wissenschaftsbereich nicht und ließ die Forscher/innen alle widersprechenden Erkenntnisse lange Zeit unberücksichtigt lassen. Dass diese sogenannten "Geschlechtshormone" mit einer Vielzahl von anderen regulativen Funktionen betraut sind als nur mit der moderierenden Rolle bei der Geschlechtsdifferenzierung, ist schon Jahrzehnte bekannt,und trotzdem wird auf diese irreführende Namensgebung dieser Hormone nicht verzichtet bzw. daran gerüttelt (vgl. Fausto-Sterling, 2000, S. 147).

Genetische Stabilität und Variabilität (Mutabilität) sind sich wechselseitig bedingende Prozesse, die Entwicklungsprozesse in Bezug auf Anpassung und damit Evolution erst möglich machen. Dieser Prozess wird durch Enzyme gesteuert, die ihrerseits vom hochplastischen Zellstoffwechsel abhängig sind, der wiederum sehr sensibel auf Umweltbedingungen reagiert (vgl. Keller, 2001, S. 53). Es handelt sich also um einen komplexen Regelkreis an inneren und äußeren, wechselseitigen, parallelen, seriellen und komplementären Einflüssen, die manche Forscher/innen wie die US-amerikanische Botanikerin Barbara McClintock, Genetikerin und Nobelpreisträgerin 1983 für ihre Entdeckung des sogenannten "springenden Gens" ("Transponson"), mehr an "ein hoch empfindliches Organ der Zelle" (McClintock anlässlich ihrer Nobelpreisrede 1983, zitiert nach: Keller, 2001, S. 51) denken lässt als an das herkömmliche DNA-Modell, "das ein an sich stabiles, nur gelegentlichen zufälligen Fehlern ausgesetztes Molekül postuliert, und kündigt bereits eine noch weiter reichende Abweichung von der herkömmlichen Evolutionsauffassung an, wonach die Evolution ein Prozess der kumulativen Selektion äußerst seltener Mutationen ist, der zufällig zu höherer Darwin-Fitness, d.h. zu relativ größerem Fortpflanzungserfolg führt" (Keller, 2001, S. 53). So hat man früher angenommen, dass eineiige Zwillinge nicht nur in ihrem Aussehen, sondern auchvon ihrem Erbguther völlig ident sind, ...

Seit dem Auftreten der stereotypen Begriffe Hetero-, Bi-und Homosexualität um die Mitte des 19. Jahrhunderts zum Konzept einer sexuellen Orientierung wird im sexual-wissenschaftlichen Bereich um deren Fundierung, Operationalisierung sowie Objektivierung gerungen und von essentialistischer Forschungsseite Entitätsmythen zur Homosexualität in Form hormoneller, genetischer, neuronaler usw. Scheinbelege bzw. Pseudofakten geliefert, die ausnahmslos einer fundierten wissenschaftlichen Überprüfung nicht standgehalten haben.

Diese kritische Dokumentation zeigt mustergültig die stattfindende sexualwissenschaftliche Entwicklung der Gegenwart auf, worüber sich darlegt, daß die Ergründung der Grundsatzfragen über die Andersartigkeiten der Normitäten dazu geführt haben, daß aus der sich mittlerweile gebildeten interdisziplinären Erforschung heraus die Grundsätze abbilden, daß ein in Betracht ziehendes rein binäres, voneinander scheidendes Geschlechtswesen (männlich/weiblich), derart nicht existiert und sich darüber manifestiert, was man bereits vor über 100 Jahren in seinem Grundsatzwesen bereits erkannte.

Wie die fett markierten Worte aufzeigen, so löst sich darüber sämtliches Verhältniswesen zum Geschlecht auf, insofern es derart seine Erachtung findet. Weder wäre damit verbunden eine Quantifizierung und Identifizierung von männlich und weiblich möglich, noch die einer darauf fußenden Bezugnahme der veranlagten sexuellen Orientierung. Dem gegenüber zeigt jedoch bereits die Unterscheidung von hetero-, homo- und bisexuell veranlagten Männern und Frauen, daß dieses Klassifizierungsmuster unzulänglich ist, nicht nur in seinem Bezugswesen, sondern auch in ihrem eigenen Identifizierungswesen. Jedoch bringt gerade hierin die zentrierende Inbetrachtziehung der Ambivalenzen alles durcheinander, aus dessen Blickfeld heraus eine solche Inbetrachtziehung gar nicht gegeben ist.

Als maßgebliche Fundierung erweist jedoch vor allem, daß man über die Entwicklungen zu den nachweislichen Erkenntnissen gelangt ist, daß man es im Geschlechtswesen mit einer Prägung zu tun hat, deren Umsetzung das Verhältniswesen des darauf Einwirkenden gegenüber steht, jedoch einzig auf die Umsetzung, nicht jedoch auf die Prägung manipulativ eingewirkt werden kann. Gerade das ist auch der Hauptgegenstand der Inbetrachtziehungen der sexuellen Orientierungen, worüber sie sich als unveränderliche Variante einer substanziellen Veranlagung aufweisen. Und gerade darüber zeigt sich auch des Wesens Kern: die Ausgeprägtheit des Einen gegenüber den Ambivalenzen.

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Erfordernisse

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Sinnlichkeit ↔ Sachlichkeit

Der Mensch ist mit veranlagten Konstitutionen und deren Triebe ausgestattet, die sich über den Instinkt intuitiv umsetzen. Dieses Verbundwesen bildet sich im Sexualwesen aus dem, was den Geschlechtstrieb und dem, was den Trieb zur Erfüllung der Einheit sexueller Sinnlichkeit hervorbringt. Es setzt sich reflektiv aus sich selbst heraus um - außer - diese sind nicht ausreichend ausgeprägt und/oder man stellt das geistige Verhältnis darüber und steuert über des Geistes Zügel blindlings das Geschehen. Hierin tritt aufgrund der kulturellen Entwicklung das Geistes- und Sprachwesen grundsätzlich dem regulären Wirk- und Kommunikativwesen des Sinneswesens hinzu und auch gegenüber, als begutachtender Reflektor. Der Geist und seine darüber hervortretende Sprache bringen jedoch dem gegenüber einzig ein sinnmachendes Sinneswesen hervor, da der Geist weder über Sinnesempfindungen oder ein diese Vermittelndes, noch über konstitutionelle Veranlagungen verfügt und sich aus dem heraus befüllt, was über das bewußte Erleben als versinnbildlichte Abbildnisse in die Erinnerung gelangte. Die durch das geistige Sprachwesen gebildeten Spezifikationen und das damit verbundene Erscheinungs(ab)bildnis ist hingegen ein durch Äußeres auf das Objektivierungsbildnis gebildetes, welches einzig in seinem Ursprung der Bildung dessen fundierend aus dem Subjekt des Selbst heraus gebildet ist und grundsätzlich des hinzufügens des Erlebens des Sinnesverhältnisses bedingt, ohne daß das Bezeichnende selbst nicht in Erscheinung tritt (Subjekt ↔ Objekt). Darauf basiert das grundsätzlich Relative des Sinnlichkeitswesens gegenüber dem Sachlichkeitswesen. Darüber legt sich auch die Gegebenheit der in Betracht ziehenden Veranlagung dar, gemäß dem das direkte Bezugsverhältnis einzig dem Inneren gegeben ist, indess diese Sprache sich als ein Äußerndes stellt, dies dem gemäß zu (v)ermitteln.

Der Reifungsprozeß

Gegenüber dem instinktiven/intuitiven Geleitwesen, bedingt es des geistigen Leitwesens des Entwicklungs- und Ausbildungsprozesses und somit befindet man sich zunächst auch in einem damit verbundenen Zustand von Unbewußtsein, Unbedachtsamkeit und Unkenntnis. Die Erfüllung fundiert sich durch das bewußte Erleben, geleitet durch die Achtsamkeit, worüber sich auch die (Er)Kenntnisse dem Bildungsprozeß hinzu gesellen. Über die Übertragung in und Anwendung der Sprache indess gestaltet sich die Aufspaltung von Subjekt und Objekt, die durch die Anwendung der Sprache bedingt ist, da sie zur Kommunikationsfähigkeit aus dem Allgemeinverhältnis heraus gebildet sein muß, um als solche zu funktionieren. Auf diesem Verhältnis fußend, kommunizieren wir somit alle miteinander relativ dessen Verhältniswesen zum Selbst des Subjekts. Wendet man indess die Sprache im und für sich selbst an, bedingt es dazu einer eigenen Sprachbildung, welche gleichermaßen aus dem Subjekt-Objekt-Verhältnis heraus gebildet ist, um darüber auch mit anderen kommunizieren zu können und mit anderen Gemeinschaft pflegen zu können, was ohne diese Sprache regulär nicht mehr stattfindet. Dem gegenüber ist die Handlungssprache fast gänzlich in den Hintergrund getreten, derer es der Bildung nicht bedingt, da es Bestandteil des reflektiven Empfindungswesens ist, aus diesem heraus über das Handlungswesen hervortritt und somit als Natürlichkeit einem jeden Lebewesen gegeben ist, sodaß es auch keines Bildungsprozesses bedingt, um es zu handhaben, zur Ausführung oder des Nachvollzuges dessen. Gerade im sexuell sinnlichen Miteinander hat sie jedoch nach wie vor noch eine zentrale Stellung und ist weitläufig auch noch das Primäre, was darin seine Erachtung erfährt. Die Reifung ergibt sich regulär über das Erleben und auch in dem Bezug separiert sich als solches Sprache und Sache, die entsprechend aufeinander einzurichten sind.

LG→(B↔A)→(T↔T)→I→Q→+

Dem entsprechend begründet sich der Entwicklungsprozeß der Sache aus den Auseinandersetzungen des eigenen Selbst, mit dem des Seins als solchen und entfaltet sich entsprechend seiner Wechselwirkungen über das Sprachverhältnis. So war es hierin auch die Spezifikation der Sache, worüber die stattgefundene Umsetzung Gestalt annahm, indem, ausgehend von homosexuellen Akademikern (Hirschfeld und Co.) konstruktive sprachtechnische Abbildnisse geschaffen wurden, worüber die Sache selbst auch in seiner Gegebenheit allgemeingültig vermittelbar und darüber auch in das Allgemeinwesen übertragbar wurde und somit auch dieses Kombinat seinen allgemeingültigen (an)erkennenden Stand erlangte. Aus diesem Verhältnis heraus entstand auch ein allgemein akademisch koordinierendes Ausweiten zur Ergründung und Aufklärung der weiteren Andersartigen sexueller Konstitutionen. Gegenüber der Entwicklung zur Transsexualität bildete sich im Verlaufe eine nichtakademische Personalunion, um in Verbindung mit ihrer gebildeten Deklaration 'Transgender' ihre spezifisch zu unterscheidende Eigenart auf- und einzubringen. Das akademische Verhältniswesen zur Bisexualität gelangte in ihren Anfängen hingegen zu einem Mißverhältnis, aufgrund dessen man die Präsenz beiderlei Geschlechter in Verbund des Gegenüber mit dem Selbst brachte und darüber hinaus konstatierte, daß alle Menschen geschlechtlich bisexuell seien. Aufgrund der prinzipiellen Ablehnung dessen verschwand es dann auch regelrecht wieder in der allgemeinen Versenkung. Über die Kinsey-Studien gelangte es hingegen zu einer euphorischen Übernahme in der Allgemeinheit, dem es jedoch der unterscheidenden spezifizierenden Deklaration der Ambisexualität entbehrte. Maßgeblich ist, daß die Bisexuellen nie Bestandteil deklarierender und erläuternder Instanzen waren und keinerlei Personalunion derer selbst sich je bildeten und auch nicht konnten, aufgrund ihrer mißlichen Lage, die sie sich selbst nicht wiedererkennen läßt in dem sprachtechnischen Wiedergabekonstrukt der Allgemeinheit. Betrifft dies hingegen nur diese selbst? Keineswegs!

Veranlagung → Identität ↔ Konstellation

Betrachtet man sich hierzu die Entwicklung der Gemeinschaftsbildung der Interessenvertretungen, so wurde der Grundstock aus LGA gebildet und nicht, wie es den Anschein hat(te), aus LGB. Initiiert wurde es ursprünglich aus der Ermessensgrundlage heraus, daß die Eingliedernden 'unterentwickelte Homosexuelle' seien. Hingegen stellte sich über den verbundenen Ablauf heraus, daß es sich gar nicht darum handelt und die Ambisexuellen die Eigenständigkeit ihrer Wesensart statuierten, ohne jedoch das Deklarationswesen anzupassen - gemäß dem sich als Ambisexuelle zu deklarieren. Betrachtet man sich die Ausweitung der Angliederungen, so geht diese über den als sexuelle Veranlagung anerkannten Bereich hinaus LG(BA)(TT)I→Q+ und es findet jegliches sich Statuierende seine Integrierung. Auch darüber zeigt sich, daß die Ermessung grundsätzlich nicht mehr die Inbetrachtziehung der Veranlagung ist, sondern der 'sexueller Identitäten'. Hierüber kann man sich auch verdeutlichen, daß es den anderen Veranlagten zwischenzeitlich nicht sonderlich anders ergeht, als den Bisexuellen und verdeutlicht die Relevanz der erforderlichen Deregulierung.

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Ambisexualität

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Worum handelt es sich somit konkret bei der Ambisexualität? Hierzu gilt es, sich zu verdeutlichen, daß wir über diverse veranlagte Konstitutionen verfügen, unter anderem die des Charakters, der Begabung und der sexuellen Konstitution. Diese Veranlagungen zeigen sich einerseits über die Triebe, oder besser gesagt, über die instinktiv stattfindenden treibenden Wirkungen und somit auch dem damit verbundenen Intuitiven und das Stattfindende des Handlungswesens. Das Wirkungsverhältnis beruht auf der Ausprägung der Konstitution. Hierin gibt es zwei Bewandtnisse, einerseits in der Differenzierung der Ausprägung einer Spezialisierung und somit, ob es sich zu einem Hetero, Homo oder Bisexuellen ausprägt, gemäß dem es abseits dessen auch bezüglich der männlichen und weiblichen Geschlechtsorganen seine Ausbildung erfährt. Und andererseits, bezüglich der Ausgeprägtheit des Triebes in seiner Wirkungsintensität/-kraft. Es verhält sich hierin nicht anders, als beim Charakter und der Begabung, worin die Ausgeprägtheit gleichermaßen das Kernwesen des daraus Hervortretenden ausmacht und sich gemäß dem umsetzt. Die Ausgeprägtheit ist nicht bei jedem Menschen gleich und variiert einerseits in dem, zu was es sich umsetzt, in seiner substanziellen Differenzierung und andererseits ist auch die Ausgeprägtheit des Triebes unterschiedlich, sodaß hierin eine Varianz zwischen starker und schwacher Ausprägung der Trieberwirkung besteht. Darauf basiert das spezifizierende Merkmal, welches man im Bezug auf die Ambisexualität antrifft - es handelt sich um eine schwache Ausprägung. Es ist ein relatives 'ist/-nicht' und dem gemäß ist auch die umsetzende Wirkung entsprechend, sodaß bei entsprechend schwacher Ausprägung sich auch keine Spezifizierung darüber aufweist.

Maßgeblich hierin ist jedoch der Grad der Ausgeprägtheit, gemäß dem es entsprechende graduelle Unterschiede gibt, die sich auch als kategorische Verhältnisse aufweisen. Maßgeblich ist gleichzeitig aber auch die Aspektierung des Inbetrachtziehungsverhältnisses, gemäß dem sich hierin das Ausgeprägtheitsverhältnis dem Unausgeprägtheitsverhältnis gegenüber stellt. Aufgrund dessen tritt gemäß des Händlings des Erachtungswesens, in welchem es als solches - seiner Ausgeprägtheit des Eigenwesens - seine Inbetrachtziehung erfährt, auch eine Spezifierung darüber hervor und erfährt sein Erfüllungswesen. Dem gegenüber führt es jedoch in Anbetracht der Vorgabe eines anderweitigen Erfüllungswesen zu einem Mißverhältnis. So ist hierin dem entsprechend auch zu unterscheiden zwischen Ambisexuellem (des in Betracht ziehenden und Händling der Ausgeprägtheit) gegenüber der Wesenserachtung gegenüber der Unausgeprägtheit, was sich als solches kategorisch von der Ambisexualität unterscheidet. Die sachtechnisch-thematische Inbetrachtziehung ist eine jeweils grundlegend andere. Betrachtet man sich hierzu Kinsey's Aufbringen und Infragestellung, was es mit den 3ern und den 1,2,4,5ern auf sich hat und wie es sich damit verhält, dann kann man es sich darüber verdeutlichen, sowie auch über die präsenten diversen Spezifikation, wie Pansexualität und Vergleichbarem. Die Ambisexualität als solches bezeichnet somit auch (undifferenziert) rein die Ambivalenz.

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Transgender

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Ein vergleichbares Mißwesen trifft man bezüglich des Transgenderwesens an, was ich aus pragmatischen Verhältnis heraus auch daraus hervortretend erfuhr. Ursprünglich gab es hierin einzig die Deklaration der Transsexualität in seinem Bezugsverhältnis der Transferierung in Verbindung mit der Geschlechtsumwandlung/-anpassung. Aufgrund dessen bildeten einst auch Diejenigen, welche gerade dies ablehnten und ihre geschlechtliche Präsenz akzeptiert leben, die davon sich unterscheidende Deklaration des Transgenders. Gerade darin besteht der eigentliche Kern der Unterscheidung. Es stellt sich somit ähnlich dem Verhältnis von Bisexuellen und Ambisexuellen in seiner spezifischen Unterscheidungsverhältnis des Kernwesens. Betrachtet man sich hierin den Verlauf, so sind darin die Spezifizierungen der Deklarationen aufgrund des Bezugswesens gänzlich durcheinander geraten. Wie in einem » Gutachten des BmFSJ « nachzulesen ist, so ist man noch nicht einmal mehr in der Lage, die Vielzahl der entstandenen Deklarationen und deren Spezifikationen überhaupt zu erfassen. In der Inbetrachtziehung des Jeweiligen erweisen sich jedoch gleichermaßen die Interessenvertretungen das Ihrige darin repräsentieren. Und so hat auch die Forschung so ihre eigenen Bewandtnisse mit eingebracht:

» Gutachten des BmFSJ «

"Es hat sich aber im Laufe der letzten zehn Jahre zunehmend den Begriff 'transgender' anstelle von 'transsexuell' etabliert, um die Abgrenzung von dem binären und pathologisierenden, von Medizin und Sexualforschung der 1970er Jahre geprägten Begriff der 'Transsexualität' zu verdeutlichen."

"Seit den 1990er Jahren lässt sich also eine Vervielfältigung der 'Forschungsgegenstände' und ihrer begrifflichen Fassung, der Erkenntnisinteressen und der Fragestellungen im hier interessierenden Feld beobachten. Auch die disziplinären Zugänge lassen sich seitdem weniger scharf abgrenzen: Auch diejenigen neueren Studien, die sich dezidiert in der Soziologie verorten und kritisch-reflexiv an soziologische Ansätze und Wissensbestände anschließen, beziehen sich zugleich auf nicht-soziologische Forschungszugänge und -ergebnisse eines sich herausbildenden transdiziplinären Feldes, der 'Transgender Studies'."

Des weiteren der Verlauf des medizinischen Verhältnisses, dargelegt über die DSM-Spezifizierung.

DSM - Nr. Diagnosegruppe Name der Diagnose
DSM-I
(1952)
Nicht vorhanden Nicht vorhanden
DSM-II
(1968)
Sexuelle Deviationen Transvestitismus
DSM-III
(1980)
Psychosexuelle Störungen Transsexualismus /
Geschlechtsidentitätsstörung
im Kindesalter
DSM-III-R
(1987)
Störungen mit Beginn
im Kleinkindalter, in der
Kindheit oder Adoleszenz
Transsexualismus /
Geschlechtsidentitätsstörung im Kindesalter,
Geschlechtsidentitätsstörung in der Jugend
und im Er- wachsenenalter und
nicht-transsexueller Typus
DSM-IV
(1994)
Sexuelle Störungen /
Geschlechtsidentitätsstörungen
Geschlechtsidentitätsstörung bei
Jugendlichen oder Erwachsenen /
Geschlechtsidentitätsstörung bei Kindern
DSM-IV-TR
(2000)
Sexuelle Störungen /
Geschlechtsidentitätsstörungen
Geschlechtsidentitätsstörung bei
Jugendlichen oder Erwachsenen /
Geschlechtsidentitätsstörungen bei Kindern
DSM-5
(2013)
Geschlechtsdysphorie Geschlechtsdysphorie bei
Jugendlichen und Erwachsenen
Geschlechtsdysphorie bei Kindern

Maßgeblich ist hierin vor allem auch, daß das 'subjektive Empfinden' zum ermessenden Maßstab wurde. Und darüber gelangt dies auch zwangsläufig zum Kern der Angelegenheit, nämlich in der Klärung der Infragestellung, wie es sich mit dem 'objektiven Empfinden' dem gegenüber verhält! Gerade darauf beruht nämlich die bedingende Auseinandersetzung mit dem Erfüllungsgegenstand des Selbst in seinem Verbund mit dem des Gegenüber (was bei der Inbetrachtziehung der Bisexuellen fehlt - es ist nicht das Geschlecht, welches die Erfüllung erwirkt)! Dies begründet sich im Selbst aus der Reflektion des Äußeren heraus (als Vakuum oder Anreiz) hervortretend und erfährt darüber seine ausgehende Inbetrachtziehung beiderlei Verhältnisse des Verbundswesens, wie es sich 'als solches' damit verhält. Und wie es mich das Leben lehrte, so muß man hierzu erst einmal erfahren, zwischen Begehren und Lieben zu unterscheiden, denn die Liebe entsteht überhaupt erst aus der Resonanz heraus und so zeigt sich auch einzig darin der wahre Wesensgehalt. Bei den Bisexuellen und Ambisexuellen klärt es sich eben genau darüber und in keiner Weise rein über das Selbst, dem gegenüber diese Inbetrachtziehung bei den Trans* ebenfalls der Erachtung bedingt. Wie stellt es sich somit bezüglich deren Sexualpartner? Angeblich hat das Eine nichts mit dem Anderen zu tun, aber gerade hierin, wie auch im Zwitterwesen, ist doch eine anderes Geschlechtswesen von Grund auf präsent. Es ist somit auch ein von Grund auf in Betracht zu ziehender Aspekt, worüber man gleichermaßen auch in dieser Wesensart die erforderliche Aufklärung erlangt.

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» Transsexualität und menschliche Identität (2000) «
Christiane Ant

Im 20. Jahrhungert werden Hermaphroditen nicht nur von den ÄztInnen einem Geschlecht zugeordnet, sondern auch noch geschlechtsangelichend operiert. 1910 konzipiert M. Hierschfeld die Lehre der sexuellen Zwischenstufen, bei der vier Gruppen von Geschlechtsmerkmalen unterschieden werden: die Genitalien, andere körperliche Merkmale, der Sexualtrieb und sonstige seelische Eigenschaften. Jede Gruppe umfasst wieder verschiedene Zwischenstufen und so ergeben sich Formen von Hermaphroditismus, Homosexualität und Bisexualität in Abstufungen; dies führte zur Entspezifizierung von Homosexualität. Die Transsexuellen werden von Hirschfeld noch Transvestiten genannt und zum ersten Male wird damit dieser Begriff in seiner umfassenden Monographie verwandt. Er soll alle Tendenzen, die Kleidung und das Gebahren des anderen Geschlechts u übernehmen, zusammenfassen. Dieses Modell wird zehn Jahre später von Freud abgelöst, der den individuellen Geschlechtscharakter zwischen drei Parametern verortet: den körperlichen Geschlechtsmerkmalen, der psychischen Geschlechtseinstellung und dem Zielpunkt der sexuellen Geschlechtswahl. Zudem betont er die natürliche Bisexualität aller Menschen. Immer noch findet sich der Wunsch nach Geschlechtswechsel von den WissenschaftlerInnen unter Homosexualität subsumiert.

1918 registriert M. Hirschfeld den Wunsch nach Korrektur des physischen Geschlechts als ein von Transvestiten und Homosexuellen unabhängiges Merkmal, wodurch auch der Transvestitismus an Eigenständigkeit gewinnt. In den 20er Jahren werden erste Experimente mit entgegengesetzten Sexualhormonen gemacht, da es nunmehr möglich ist, Sexualhormone zu synthetisieren. Geschlechtskorrigierende Eingriffe bei männlichen Transsexuellen wurden /.../ schon 1926 durch Mühsam und 1931 durch Abraham in Berlin vorgenommen sowie 1933 von Pokorny und Bondy in Prag.

Mit dem 'Gesetz zur Verütung erbkranken Nachwuchses' beginnt ein Kapitel offener Diskriminierung (zeitweise sogar Vernichtung), das bisher noch nicht abgeschlossen ist. Denn einer der Kernpunkte besteht in einem offenen Fortpflanzungsverbot, das Lesben und Schwule in gemilderter Form tritt, Transsexuelle in härterer. Erst am 21. Juni 1974 wurden die Nazi-Gesetze aufgehoben, doch schon 1969 tauchen im Kastrationsgesetz ähnliche Gedankengänge auf, die sich ebenfalls im Transsexuellengesetz von 1980 finden.

Bis in die 70er Jahre werden nicht nur Transsexuellen, sondern auch Transvestiten und sogar Homosexuellen Medikamente verabreicht, die deren Wünsche eindämmen sollen Erste geschlechtsangleichende Operationen zeigen nur mäßigen Erfolg, dennoch entwickelt sich diese Behandlungsmethode besonders in den USA seit den 50er Jahren rasant weiter. Der breiteren Öffentlichkeit wird das Phänomen Treanssexualismus durch Christine Jörgensen publik, die in mehreren Operationsschritten in Kopenhagen und den USA zu einer biologischen Frau wird. Erst H. Benjamin bringt als Reaktion auf diesen Fall den Begriff der Transsexualität 1953 in die medizinische Diskussion und grenzt ihn so von dem Transvestitismus und Homosexualität ab. Im selben Jahr erschein von C. Hamburger ein Bericht über den Fall Jörgensen, der beispielhaft für eine transsexuelle Entwicklung wird. Verschiedentlich wird behauptet, der Begriff sei von W. Hirschfeld bereits 1923 geprägt worden, dies sei jedoch immer wieder übergangen worden. Richtig ist, dass W. Hirschfeld den Begriff 'seelischer Transsexualismus' gebraucht, jedoch auf Transvestiten anwendet.

» Inter*sexualisierung «
Klitorektomie und das Konzept der angeborenen Bisexualität
Lena Eckert

Der Deutsche Ethikrat schreibt 2012 in seiner Stellungnahme Intersexualität:

Irreversible medizinische Maßnahmen zur Geschlechtszuordnung bei DSD 1-Betroffenen, deren Geschlechtszugehörigkeit nicht eindeutig ist, stellen einen Eingriff in das Recht auf körperliche Unversehrtheit, Wahrung der geschlechtlichen und sexuellen Identität und das Recht auf eine offene Zukunft und oft auch in das Recht auf Fortpflanzungsfreiheit dar" (Deutscher Ethikrat 2012: 174).

Es geht hier um medizinische Eingriffe an Inter*sexuellen, die in deutschen Krankenhäusern seit mehreren Jahrzehnten vorgenommen werden. Dem Ethikrat zufolge handelt es sich hierbei um grundlegende Verletzungen der Menschenrechte. Es stellt sich die Frage, auf welchen Grundlagen diese psycho-medizinischen Diskurse zur Inter*sexualisierung beruhen und woher die binär codierte Geschlechtszuordnung innerhalb der Theorien und Praxen stammt. Die Spur führt von Deutschland nach Nordamerika und wieder nach Deutschland.

Zwischen 1955 und 1957 publizierte das Forschenden-Kollektiv der Sexualwissenschaftler_innen und Psycholog_innen John Money, Joan Hampson und John Hampson am Johns-Hopkins-Universitätskrankenhaus in Baltimore (USA) eine Serie von Artikeln. Die darin formulierten Thesen, dass Inter*sexualität ein medizinisches Problem darstelle und behandelt werden müsse, hatten einen maßgeblichen Einfluss auf den Prozess der Inter*sexualisierung in den folgenden Jahrzehnten, sie prägen die Behandlungspraxen bis heute (Money et al. 1955, 1955a, 1955b, 1956, 1957).

Im Oktober 2005 kamen auf einer Konferenz in Chicago, die von der Lawson Wilkins Pediatric Endocrine Society (LWPES) und der European Society for Pediatric Endocrinology (ESPE) ausgerichtet wurde, 50 internationale Expert_innen und zwei Inter*sex-Aktivist_innen zusammen, um neue Forschungs- und Behandlungsperspektiven für Inter*sexualität/Inter*geschlechtlichkeit zu formulieren. Das sogenannte Consensus Statement (Hughes et al. 2006) - die Tagungspublikation - führte den neuen Begriff "Disorders of Sexual Development (DSD)" als Bezeichnung für Inter*sexualität ein. Dieses Dokument konstatiert: "a key point to emphasise is that the DSD child has the potential to become a well-adjusted, functional member of society" (Hughes et al. 2006: 151). DSD wird oft als "Störung der Geschlechtsentwicklung" ins Deutsche übersetzt (vgl. Thyen et al. 2007). Der Deutsche Ethikrat grenzt sich zwar in seiner Stellungnahme Intersexualität (2012) von dieser Übersetzung als "Störung" aufgrund der Beschränkung auf die biologisch-medizinische Beschreibung eindeutig ab (Deutscher Ethikrat 2012: 12) und verweist auf die Bezeichnung "Differences of sexual development", die die Unterschiede benennt. Trotzdem zitiert er immer wieder die im Umfeld des Chicagoer Consensus Statements stehenden Publikationen.

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Dreiecksbeziehung

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Die » Dreiecksbeziehung « stellt sich als eine der vielfältigen Bezeichnung, worüber man auf Darlegungen bisexueller/ambisexueller Verhältnisse stößt. Diese Deklaration ist hingegen substanziell ein Sachverbund gemäß des Individualwesens von Beziehung, die unter anderem auch eine Geschäftsbeziehung sein kann.

Die » Dreiecksgeschichte « ist eine Figurenkonstellation, Motiv und Erzählmuster im Darstellungswesen (siehe auch » Filmlexikon «). Dies bezieht sich regulär auf das Liebesverhältnisse, was sich vor allem über die Übersetzungen hervorbebt: » love triangle « und ménage à trois. Bei » Dreier « und » threesome « handelt es sich hingegen um eine jargonmäßige/umgangssprachliche Anwendung, wie spezifisch auch bei » Flotter Dreier «.

Ein auf das substanzielle Prinzip eingehendes Bezugsverhältnis findet man hingegen über das Zahlenverhältnis der Drei(heit), maßgeblich der » Triade «, wozu ich hier die Beschreibung der sexuellen Konstellation von » Pedro Kreye « darlege, gemäß dem man sich jedoch prinzipiell in der » Philosophie « und im theosophischen Bezugsverhältnis der » Trinität « gewidmet hat.

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Bisexualtität

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An dieser Stelle möchte ich einmal auf den Kern der Angelegenheit des geistigen Mißverhältnisses gegenüber dem Nachvollziehen eingehen, was an und für sich ganz einfach ist, da es nämlich logisch ist. Die Inbetrachtziehung der Bisexuellen bezieht sich auf die Gegebenheit des sexuellen Bezuges 'mit zwei Geschlechtern'. Ist einfach, hingegen jedoch noch nicht logisch, denn wenn eine Person mit zwei Geschlechtern den Verbund bildet, dann sind es Dreie. Und somit hat im Verbund zwangsläufigerweise eine Person keinen Bezug zu zwei Geschlechtern (MFF/FMM). Hierin besteht der Kern der Angelegenheit des Mißverhältnisses, wenn einzig der Bezug zu zwei Geschlechtern in Betracht gezogen wird! Dreht man hingegen den Spieß 'rum und erachtet die Gegebenheit aus dem Verhältnis der Dritten, bei denen es sich anders verhält, erfährt es ein ganz anderes Sichten. Gerade dies ist es jedoch das, was man nicht nachzuvollziehen weiß. Aus Sicht der Dritten ergibt sich hingegen der fehlende Bestandteile der Logik, denn die sexuelle Konstitution basiert nur sekundär auf dem Geschlechtsbezug und ist nicht gleich bei allen Dreien. Es bezieht sich primär auf die Einheit der sexuellen Veranlagung und klärt des weiteren auch darüber, daß es sich hierbei weder um ein hetero oder homosexuelles Verhältnis handeln kann, da dies nicht dessen Verbindungsverhältnis ist und zeigt ebenfalls darüber auch die Primärstellung und Eigenständigkeit der Veranlagung auf. Die Logik, daß sich über den Geschlechtsbezug das Veranlagungswesen aufzeigt ist somit passenderweis der wesentliche Bestandteil, nur ist die Unterscheidung des Bisexuellen gegenüber dem Hetero- und Homosexuellen zu berücksichtigen und maßgeblich das des Verhältnisses des zu-Dritt.

Dritte              M          ←   →          F         
  /          \ /          \
Pondants     F F M M

Bei der Konstellation handelt es sich um zwei Varianten. Und wie man aus dieser Veranschaulichung heraus ersehen kann, ist das zu-zwei-Geschlechtern-Verhältnis einzig bei jeweiligen beiden Pondants einer Konstellation gleich, hingegen differenziert es sich gegenüber der beiden Pondants der anderen Konstellation. Ein derartiges differenzierendes Konstellationverhältnis trifft man auch in der Homosexualität an, gemäß dem es sich darin zwischen männlicher und weiblicher Homosexualität unterscheidet. Hierin spezifiert und es sich hingegen nicht über den Geschlechtsbezug, sondern über das eigene Geschlecht in Verbindung mit der Positionierung in der konstellativen Einheit, worüber es jeweils seine Eindeutigkeit erfährt. Die Bezeichnung lautet dem entsprechend: bisexuelle(r) Dritte und männliche/weibliche Pondants. Gerade über die Bisexualität zeigt sich, was man auch im Bezug der Homosexualität erkannt hat, daß nicht das körperliche Geschlechtswesen ausschlaggebend ist, sondern daß es sich um eine davon differende Eigenständigkeit handelt, welche zwar im Verbund mit dem Wirkwesen des Geschlechtswesens einher geht, jedoch nicht Bestandteil des Geschlechtswesens ist (Psyche ↔ Physis).

Ich selbst kannte anfänglich noch nicht einmal den Begriff und auch nicht die Gegebenheit der Bisexualität und so sah auch ich zunächst einzig den speziellen Bezug zu Frauen, den ich gegenüber Männern vorzog. Und über das Kennenlernen der Transsexualität erwies sich diese als eine Passform, gemäß dem ich wohl feminin veranlagt sei. Im Wandlungsprozeß, welchen ich eine Weile vollzog, gelangte ich jedoch an den Punkt, daß ich erkannte, daß dies völlig unpassend ist, da ich einerseits ersah, daß es sich gar nicht um ein feminines Verhältnis handelt und vor allem aber sich daraus die Partnerverbindung in Frage stellte, zumal die Sexualpartner der mir bekannten Transsexuellen allesamt Homosexuelle waren. Darüber hinaus verdeutlichten mir die Erlebnisse anbahnender Verbindungen des zu Dritt mit zwei Frauen, in welchen eine Homosexuelle beteiligt war, das Prinzipielle der eingerichteten Gegebenheit darüber, daß sie völlig allergisch auf meine Präsenz reagierten. Und so ergab sich gerade aus diesen Erfahrungen heraus auch meine ausgehende Klärung der Sexualverbindungen, daß sich die Sexualpartner grundlegend als gleichgesinnt stellen: Homosexuelle mit Homosexuellen, Heterosexuelle mit Heterosexuellen und Bisexuelle mit Bisexuellen. Und damit war das Thema der Orientierungssuche für mich zunächst einmal abgeschlossen. Hierzu gilt es mir noch anzumerken, daß mein Blick damals dem Verhältnis der Transgender galt, jedoch die sachspezifische Differenzierung und deren Deklaration mir noch nicht bekannt war. Gerade der Sachstand der Amputation wurde nämlich von mir von auf Grund erst gar nicht in Betracht gezogen, was darüber hinaus letztendlich verdeutlichte, daß es mit meiner Andersartigkeit an Männlich-/Weiblichkeit im Kernwesen doch etwas anderes auf sich hat, als in dem der sexullen Ausrichtung und ebenfalls nicht rein aus dem körperlichen Geschlechtswesens heraus gebildet ist. Stellt man die heterosexuellen, homosexuellen, wie die Dritten und Pondants der bisexuellen Männer einerseits und die entsprechenden Frauen andererseits nebeneinander, so verdeutlicht sich der eigentliche Hintergrund dieser differenzierenden Gegebenheit, die sich aus dem Kombinat der geschlechtlichen Präsenz seines Selbst und der der sexuellen Erfüllung sich ergibt.

Was sich mir verdeutlichte war auch, daß es grundsätzlich so ist, daß einem die Triebe zur Erfüllung 'treiben', aber doch selbst die Erfüllung nicht aufweisen, obwohl sie es doch scheinbar beinhalten. Und auch findet dieses Treiben nur statt im Verhältnis der Resonanz und somit, wenn sich Bedürftigkeiten einstellen. Und das wir es derart erleben, wie es stattfindet, hängt nicht nur an den Trieben, sondern vor allem auch an unserem geistig gesteuerten Handeln, welches sich einzig auf das beziehen kann, was man kennt. Daraus ergibt sich auch das primäre Verhältnis des Unbewußtseins, der Unbedachtsamkeit und der Unkenntnis. Und so habe auch ich zunächst meine erlebenden Erfahrungen machen müssen und erst als ich gegenüber den zunächst relativ Seienden, eine ideale Vervollständigung im zu Dritt antraf, ergab sich mir überhaupt erst Klarheit. Was sich mir ebenfalls jedoch verdeutlichte war, daß es in dem bedingenden geistigen Verhältnis gleichermaßen der Vermittlung darin bedingt. Und diesbezüglich geriet ich dann auch erlebenstechnisch zur Klarheit darüber, daß das eigene Selbstbewußtsein und Selbstvertändnis alleine nicht ausreicht und es dessen auch beim Gegenüber bedingt und auch der vermittelnden Kommunikation.

Folglich setzte ich mich mit dem verfügbaren Wissen darüber auseinander und begann die geschichtliche Entwicklung zu ergründen. Darüber zeigte sich, daß in den 1920er Jahren die öffentlich aufgekommene Beschäftigung mit der Bisexualität in Verbindung gebracht wurde mit den erlangten Erkenntnissen, daß sich das körperliche Geschlecht erst nach der 6. Schwangerschaftswoche ausdifferenziert zu einem Männlichen oder Weiblichen (gemäß der ursprünglichen Präformationstheorie - später leitende Inbetrachtziehung: Epigenese!). Ursprünglich bezog sich die Bezeichnung ja gerade auch darauf, daß die Theorie bestand, daß die Bisexualität darauf beruht, daß beide Geschlechter im Selbst beinhaltet sind. Hierüber trat jedoch das öffentlich werdende Verhältnis auf den Plan, daß alle Menschen bisexuell seien. Aus diesem Verbundsverhältnis ergab sich dann auch eine grundsätzlich ablehnende Haltung dem gegenüber, sodaß die Bisexualität im weiteren Verlauf regelrecht vom Bildschirm verschwand. Bis in der 1940er Jahren von einem amerikanischen Wissenschaftler, Alfred C. Kinsey, eine neue Theorie aus seinen Statistiken heraus gebildet aufkam, die auf dem Dazwischenstehenden zwischen Hetero- (0) und Homosexualität (6) seiner Kinsey-Skala das repräsentiert, was man fortan als bisexuell handhabte. Es kam nämlich, wie es kommen mußte, indem nämlich das bestehende Vakuum zur Erklärung der Bisexualität die Popularisierung seines Aufbringens beförderte und sich zur regulären Ermessung dessen entwickelte. Sämtliche Repräsentanten der sogenannten Bisexuellen übernahmen Kinsey's Prinzip. Als wesentlicher Hintergrund des Verlaufes erweist sich vor allem auch, daß einzig die Bisexualität überhaupt diesen Status besaß und die Ambisexualität dem gegenüber außen vor steht und sich in Verbindung mit der Spezifierenden des Dazwischenstehen zwischen 0 und 6 fortan dies zur alleinigen Instanz der Inbetrachtziehung wurde. In den forschenden Fachkreisen war indess generell die reguläre Unterscheidung nach wie vor der Maßstab der Inbetrachziehung. Elementar war darüber hinaus die eigenwillige Spezifizierung, welche bei den Homosexuellen seine Umsetzung erfuhr, wonach es sich dabei um unterentwickelte Homosexuelle handelt.

Genau das einzig repräsentierte sich mir auch, als ich vor 6 Jahren es unternahm, meine Aufklärung in die diversen Bereiche einzubringen und war auch der Grund, warum ich meine Aktivitäten nach kurzer Zeit wieder einstellte, da die Deklaration sich allerorts einzig als ein Deckmantel erwies und Bisexuell(es) überhaupt nicht darin anzutreffen war. Und so bringe ich jetzt dies wiederum auf, da ich erfuhr, daß mittlerweils all die Repräsentanten verschwunden sind und sich alles wegbewegt von dieser Repräsents des Deklarationsbezuges. Wie sich über die Hintergrundinformationen aufweist, so hat genau das stattgefunden, was sich mir damals bereits darbot, daß nämlich die Ambisexuellen gar nicht einpaßbar sind, vielmehr deren einbeziehender Maßstab das Ganze dem Zerwürfnis aussetzt. Und vor allem haben diese in der Zwischenzeit in aller Deutlichkeit vermittelt, daß es sich bei ihnen um ein Eigenwesen handelt. Ein Eigenwesen, in dem einzig relativ des Verhältnisses anderes und somit auch Hetero-, Homo- oder Bisexuelles seine Bewandtnis darin erfährt!

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Spezifikation

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Die Inbetrachtziehung des reinen zu-zwei-Gechlechter-Prinzips stellt sich als völlig unzureichend, unpassend und gar irreführend und erweist sich auch als zugrunde liegende Ursache der Vermischung mit Ambi-, Homo- und Heterosexuellem und/oder mit nicht auf dieser Veranlagung beruhenden Gegebenheiten. Der reine Geschlechtsbezug ist grundsätzlich mißfällig, da hierin nicht das körperlich/physische Geschlechtswesen die leittragende reguläre Wesensart hervorbringt und aufweist, sondern die davon differenzierte psychische Veranlagung der sexuellen Ausrichtung. Leittragend ist gegenüber dem sich differenzierenden Geschlechtsbezug das Einheitswesen des Gleichen der Gesinnung (der Ausrichtung), gemäß dem sich auch die jeweilige Einheit von Hetero- Homo- und Bisexualität spezifiziert und gleichzeitig voneinander abgrenzt. Dem entsprechend sind hierin auch hetero- und homosexuelle Bezugnahmen als solches unpassend und bilden als solches einzig die Ausdifferenzierung ab. Das spezifizierende Verhältniswesen der bisexuellen Konstellationen basiert auf dem des differenzierenden Geschlechtsbezuges und damit verbunden auch der beiden konstellativen Einheit. Dem entsprechend spezifiziert sich auch das Jeweilige über das auf die Einheit bezogene und dem jeweiligen Anderen gegenüber differenzierenden Merkmal.

Bezugnahme/Abgrenzung
heterosexuell homosexuell
männlich weiblich weiblich
bisexuell
männlich männlich weiblich
homosexuell heterosexuell
Die konstellative Ausfüllung
2 weibliche Pondants und 1 männlicher bisexueller Dritter
2 männliche Pondants und 1 weibliche bisexuelle Dritte
Konstellative Spezifikation
Konstitution
bisexuell
körperliches
Geschlecht
männlich
körperliches
Geschlecht
weiblich
der
bisexuelle
Dritte
weibliches
bisexuelles
Pondant
weibliches
bisexuelles
Pondant
Identität
bisexuell
Konstellation
bisexuell
Konstitution
bisexuell
körperliches
Geschlecht
weiblich
körperliches
Geschlecht
männlich
die
bisexuelle
Dritte
männliches
bisexuelles
Pondant
männliches
bisexuelles
Pondant
Identität
bisexuell
Konstellation
bisexuell

Die sexuelle Identität, gemäß dem man es deklarationsmäßig handhabt, setzt sich aus den drei Bestandteilen an Identitäten, der veranlagten Konstitution, der geistigen reflektierenden Einstellung und dem inhaltlichen reflektiven der Sexualgemeinschaft zusammen. Es verhält sich hierin in keiner Weise, wie man es als selbstverständliche Einheit in der heterosexuell konstituierten Kultur in Betracht zieht, sondern wie man über die Beschäftigung mit der Sache weiß, selbst darin nicht. Selbstverständlich wäre hingegen eigentlich auch das Selbstverständnis, dem jedoch die Ideologien entgegen stehen, sodaß es sich zwangsläufigerweise derart stellt. Somit ist jedoch auch gleichermaßen wesentlich, inwiefern man selbst von anderen in der Bezugnahme zur sexuellen Identität dem entsprechend in Betracht gezogen wird. Wie sich zeigt, ist in der Allgemeinheit dies auf auf die Außenbe- und erachtung beschränkt und beinhaltet somit nicht die Bezugnahme zur Veranlagung selbst, sondern bestrebt vielmehr den Anspruch darauf.

Gemäß der beiden Varianten der Bisexuellenkonstellation der Einheit, ergibt sich die Unterscheidung der bisexuellen Dritten und der jeweiligen ausfüllenden Pondants. Die Deklaration beruht darauf, daß die jeweiligen beiden Pondants das bezeichnende Bezugsverhältnis zu zwei Geschlechtern gleichermaßen verkörpern, hingegen das der Dritten zu Zweien des anderen, hingegen bei diesen das des gleichen Geschlechts ist. Es bezieht sich auf dieses Kombinat - des Verbundes mit der jeweiligen körperlichen Geschlechtsdifferenzierung. Für das Einheitswesen der Konstellationen der Bisexualität ergibt sich in Kurzform die allgemein geläufige Buchstabenkombination WMW und MWM, gemäß dem sich auch MM und FF darstellt. Über die spezifierende Deklaration des jeweiligen veranlagten Bezugsverhältnisses des Einzelnen ergibt sich darüber hinaus die Spezifizierung des jeweiligen Einzelnen für sich.

Hierüber klärt sich auch das weitläufig bestehende heillose Durcheinander, dem gegenüber jedoch vor allem auch in Betracht gezogen werden muß, in welchem Bezug die Ausführung/Anwendung einher geht, vorausgehend, inwiefern es sich überhaupt um die Ermessung der konstitionellen Veranlagung der sexuellen Ausrichtung in Differenzierung zum Geschlechtstrieb handelt. Der Grad des tatsächlichen Ersichtungsverhältnisses stellt sich grundsätzlich gemäß der Inbetrachtziehung der Feinheiten der synonymen Verhältnisse. Klarheit erlangt man, wenn man, wie ich es hier über den Sachstand der Bisexualität darlege, die Synonyme nebeneinander stellt, den jeweiligen Bestandteil für sich in Erläuterung bringt und das Ganze darüber seine in sich aufweisende Widerspruchsfreiheit erlangt. So gilt es, primär die Ermessensgrundlage zu differenzieren und gemäß ihres präsenten Nebeneinanders zu spezifizieren und zu detaillieren. Die spezifizierenden und differenzierenden Merkmale basieren auf dem ursächlich Erwirkenden (Ursache/Wirkung - woraus tritt es hervor), dem Vermittelnden (Sinne, Geist, ... - worüber es reflektiert wird), dem Hervorbringenden und Reflektierenden (Bewußtsein/Instinkt/Geist, ... worüber es hervortritt), dem Vorgang des Hervorbringens (Bewußtwerdung/Vorstellung, ...), dem Hervorgebrachten (Bewußtwerdungs-/,Vorstellungsinhalt, Handlung, ...) und dem Bewirkenden ([Wahrnehmungs-, Realitäts-, ...]Bewußtsein, Handlung, ...), sowie der Sprache, über die wir mit uns selbst und anderen kommunizieren.

Erwirkendes

Vermittelndenes

ReflektierendesHervorbringendes

Vorgang des Hervorbringens

Hervorgebrachtes

Bewirkendes

Sprache

Die stattfindende Ermessung der sexuellen Ausrichtung beruht auf der triebhaften Hingezogenheit zur sexuellen Er-/Ausfüllung in der Differenziertheit der Typisierung. Es handelt sich um eine Differenzierung gegenüber dem körperlichen Geschlecht (Parallele: Transsexuellen-/Transgenderwesen). Über die Triebe erfährt man das ursächlich Hervorbringende in seiner funktionalen Eigenart der sexuellen Veranlagung der sexuellen Ausrichtung und differenziert sich gegenüber dem Substanziellen des körperlichen Geschlechts. Es sind die Sinne, welche in ihrer hervorbringenden Sinnlichkeit im Verhältnis von Harmonie und Disharmonie die Gegebenheiten widerspiegeln. Darüber hinaus vermittelt es sich ebenfalls intuitiv dem geistigen Bewußtseinsverhältnis, worin die sexuelle Orientierung und sexuellen Vorlieben sich über die Bildung der geistigen sexuellen Identität ergibt (siehe: » John Locke «). Grundsätzlich ist somit auch zwischen Wahrnehmung und Vorstellung zu differenzieren, dem gegenüber auch das Sprachübertragende ein weiteres maßgebliches Kriterium bildet, was sich allem voran ja gerade über die deklarierte Anwendung der Bisexualität mustergültig als fundamental erweist.

Gegenüber den weitläufigen Undifferenziertheiten darin, wirkt vor allem das Fehlen der Inbetrachtziehung der Ausgeprägtheit als mißbildend. Und das, obwohl Kinsey's aufbringende Skala gerade dies vor Augen führte, jedoch die darin gebildete Verbindungslinie des von-bis in Verbindung mit dem entweder-oder dies verfälscht, denn jede Prägung ist ein Eigenständiges. Es ist jedoch ein regelrechter Fingerzeig darauf. Wie sich aufweist, findet einzig in der Inbetrachtziehung des veranlagten Charakters die erforderliche Berücksichtigung der Ausgeprägtheit statt und eben nicht bezüglich der sexuellen Konstitution, worin es gleichermaßen den Wesenskern ausmacht. Die Ausgeprägtheit ist die Treibkraft, was das jeweilige Spezifische seiner substanziellen Präsenz hervorbringt. Im Körperlichen sind es die männlichen und weiblichen Geschlechtsorgane, die sich gemäß der Treibkraft der Ausprägung ausbilden, sodaß sich daraus auch die Varianzen des Zwitterwesens ergeben, gemäß dem darin nicht nur die Gleichzeitigkeit der Ausbildung männlicher und weiblicher Geschlechtsorgane anzutreffen ist, sondern auch die des ausgebildeten Einen in Verbindung mit Ansätzen des Anderen. Gerade hierin zeigt sich, daß es sich bezüglich der Prägung der sexuellen Konstitution der sexuellen Ausrichtung gemäß der 'Relation' der Kinsey-Daten (in Unterscheidung zu deren Interpretation!) anders verhält und beiderlei auf der Unausgeprägtheit des Einen beruht. Maßgeblich ist, daß man hierin einzig auf eine relative Ausgeprägheit trifft. Man erachte hierzu die Parallelen zur Veranlagung von Charakter und Begabung.

Nachfolgend die Deklarationen und deren Spezifikation der Biologie, welche die Grundlage auch für das menschliche sexuell begründete Miteinander bilden. Wie man dem entnehmen kann, so ist hierin ein klares Verhältniswesen präsent. Nur wird dies gar nicht in Betracht gezogen und als Ursachen erweist sich dem gegenüber, daß man im Medizinischen den Bezug der griechischen Deklarationen pflegt, sowie ja auch die Deklaration des Zwitters den Ursprungsbegriff der Bisexualität verdrängte. Hinzu kommt, daß der Begriff der Bisexualität ursprünglich auch die Zweigeschlechtlichkeit beim Menschen bezeichnete, aufgrund dessen es auch übernommen wurde, da man in diesem Ursprungsverhältnis davon ausging, daß es gleichermaßen/bedingend auf der Präsenz beider Geschlechter im Selbst beruht. Man achte auf die Unterscheidung, daß in der lateinischen Herkunft einzig das Bi rein die Zwei beinhaltet, hingegen das Am-bi gemäß der Erweiterung eine Relation dem zufügt: von beiden Seiten, um, herum, ringsum. Und achte auch auf das separierende Komma, was das Spezifische darin hervorhebt. Wie sich aufweist, so hat es wohl auch weitläufig über das deregulierend wirken sollende Sprachwirrwarr im Lexikalischen seinen Ursprung gefunden, gemäß deren Aufbringen man es ja derart weitläufig bei den Abschreibern antrifft "(eigentlich Ambisexualität[, nach der lateinischen Vorsilbe bi- für zwei])"!.

Deklaration der Geschlechtstypen

Hermaphroditismus / Bisexualität (Zweigeschlechtlichkeit)
Deklaration (grch.)
Geschlechtlichkeit
Typus Geschlechtspräsenz Deklaration (lat.)
Geschlechtsverbund
Hermaphroditismus
verus
Geschlecht
nicht wechselnd
beide
präsent
konstant Bisexualität
simultaner
Hermaphroditismus
Geschlechtsfähigkeit
wechselnd
simultan Ambisexualität
sequentieller
Hermaphroditismus
Geschlecht
wechselnd
eines
präsent
sequentiell

Es gibt darüber hinaus noch eine Vielfalt weiterer Spezifikationen, die sich in ihrer Herkunft aus biologischer, zoologischer oder botanischen Verhältnissen heraus stammen und auch noch andere Arten des Auftretens des Wechselwesens spezifizieren (siehe u.a. » Lexikon der Biologie « oder » Dichogamie « und auch » Datenstandards zur Beschreibung des Geschlechts «). Dies bildet jedoch den Grundtypus ab, um Bisexuelles von Ambisexuellen zu scheiden und darüber auch die entsprechende Spezifierung daraus zu ersichten. Maßgeblich ist, daß die ambisexuellen menschlichen Sexualverbindungen gegenüber dem der Bisexualität unspezifiziert sind und nur scheinbar eine spezifische Zuordnung beinhaltet und aufgrund der Unbedachtsamkeit gegenüber der Synonymität gar nicht derart in Erscheinung tritt. In Verbindung mit dieser synomynem Unterscheidung erfährt es jedoch seine eindeutige differenzierende Nachvollziehbarkeit.

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Bei Magnus Hirschfeld, Sigmund Freud und auch bei » Ulrich Gooß « trifft man darüber hinaus auf die manifestierte Bisexualität. Wie die Deklaration jedoch bereits besagt, bezieht sich dies auf die geistige Manifestierung und somit geistige Identität, die jedoch grundsätzlich im Verhältnis der mentalen Veranlagung in Betracht zu ziehen ist. Bei der manifestierten Bisexualität geht es jedoch um das Spezifizierungsmerkmal der Monogamie in der Bisexualität, gemäß der Hetero- und Homosexualität, was ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal gegenüber der Ambisexualität ist und worauf es auch basiert, daß sie als veranlagt gleichgestellt neben der Hetero- und Homosexualität überhaupt in Betracht gezogen wird. Bei der mentalen Veranlagung hingegen handelt es sich um die angeborene veranlagte Mentalität, worin die sexuelle Ausrichtung einer der Bestandteile ist, welcher dies ausmacht. Das Mentale bezieht sich als solches auf den Bereich, welcher über unser Innenerleben erfahrbar ist und somit auf Über- und Unterbewußtsein, dem gegenüber das Mentale des 'rein' Geistigen als solche nur den Teil des Überbewußtseins beinhaltet.

Damit verbunden gilt es hervorzuheben, daß die monosexuelle Norm des Monosexismus, wie es sich formell deklariert, grundlegende Maßgabe der kulturellen Anerkenntnis ist. Hierin gilt es vor allem die Spezialisierung der Monogamie in der Bisexualität in Betracht zu ziehen. Dies verdeutlich sich vor allem auch über die Ambisexualität, der gegenüber man einfordert, sich auf einen monogamen Geschlechtsbezug festzulegen. Auch darauf vor allem beruht die Gegebenheit, daß die Bisexualität als solches gar nicht der Sachstand der eigentlichen Inbetrachtziehung ist. Gerade darin besteht jedoch das wesentliche Unterscheidungsmerkmal der Bisexualität gegenüber der Ambisexualität, daß es sich fundierend als monogam stellt.

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Für die Bisexuellen ergibt sich grundsätzlich die Lösung über die tiefergehende Spezifizierung, welche darauf basiert, daß es sich um zwei Arten der Verbindung zu Dritt handelt. Zum Einen gibt es hierin den männlichen bisexuellen Dritten in Verbindung mit zwei weiblichen Pondants, sowie die weibliche bisexuelle Dritte mit zwei männlichen Pondants. Somit kann sich jeder Einzelne darin auch eindeutig spezifizierend deklarieren und den bestehenden Mißverhältnissen, sowohl im Identitäts-, wie auch Konstellationsverhältnis entziehen!

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Die Triade

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Nachfolgendes gilt es mir als Vergleichmuster aufzubringen, neben meinem Aufzeigen, daß jegliches Einheitswesen und deren Art, nicht nur der Menschlichen, auf dem Prinzip von Gemeinsamkeiten, Ergänzungen beruht, in Verbindung mit dessenen Abgrenzung zu Widersprüchen (siehe » Erläuterung «), gemäß dem ich auch das Prinzip der Heterosexualität (Ergänzung), Homosexualität (Gemeinsamkeit) und Bisexualität (Gemeinsamkeit und Ergänzung) darlege. Zwar ersieht Kreye nicht diesen Aspekt, jedoch zeigt dieser wesentliche elementare Inhalte bezüglich der Funktionalität auf, welche in dem zu-Dritt die tragende Rolle spielen. So ist darin nämlich auch maßgeblich, daß wenn Einer fehlt oder verlustigt geht - sich grundsätzlich nicht als Einheit verhält, das Ganze nicht seine Funktionalität erlangt.

» Modelle komplexer Beziehungstrukturen «

von Pedro Kreye (2000)

Das Dreieck (die Triade)

Das Dreieck ist die häufigste Form einer komplexen Beziehung und gleichzeitig auch die instabilste. Eine Person des einen Geschlechts hat zwei Beziehungen mit je einer Person des anderen Geschlechtes. In aller Regel gibt es dabei eine ältere und eine jüngere Beziehung.

Strukturmerkmale einer Triade

In einer Triade gibt es folgende Positionen:

Das Center, d.h. diejenige Person, die zwei Beziehungen unterhält, nämlich zu jedem der anderen Beteiligten Der Older Wing (d.h. der ältere Flügel), das ist diejenige Beziehung, die vor dem Zustandekommen der Triade schon existierte

Der Younger Wing ( d.h. der jüngere Flügel), das ist diejenige Beziehung, die zu der älteren, schon vorhandenen hinzutrat

Thesen zur Triade

Eine Triade ist im wesentlichen die Kombination von 2 Zweierbeziehungen, die sich in einem Punkt überschneiden.

Es sind männliche und weibliche Triaden zu unterscheiden. Dies ist abhängig von Geschlecht des Centers.

Eine Triade scheitert in aller Regel, wenn eine der beteiligten Personen subjektiv zum Looser in der vorhandenen Kombination wird. Ob eine Person Looser oder Winner ist, kann nicht objektiv entschieden werden. Es ist eine in jeder Hinsicht subjektive Frage.

Wird eine Person in der Triade zum Looser, so führt dies sehr oft dazu, daß über kurz oder lang alle Beteiligten zu Loosern werden.

Formal besteht die Triade aus zwei Zweierbeziehungen, jedoch besteht zwangsläufig auch eine energetische Beziehung zwischen den Wings, d.h. den Mitliebhabern und Mitliebhaberinnen. Diese kann freundlich, feindselig oder gleichgültig sein. Es handelt sich um eine Beziehung, die man als shared-love-relation bezeichnen könnte, denn die Wings teilen sich einen Liebes- und Sexualpartner. Es ergibt sich von selbst, daß die Stabilität der Triade von der shared-love-relation abhängig ist. Je freundschaftlicher und solidarischer die Beziehung der Wings zueinander, um so stabiler die Triade. Feindseligkeit auf dieser Ebene führt mit großer Stringenz zum Zerfall der Triade in der einen oder anderen Form.

Es geht nicht nur um das Transparenzmachen von Eifersucht etc. sondern vielmehr geht es darum, die Möglichkeiten zu erkunden, die Eifersucht überhaupt aufzuheben. Die Aufhebung eines Gefühles, das eindeutig Schutzfunktion hat, kann nur erfolgen durch ein stärkeres Gefühl, das die Schutzfunktion überflüssig macht.

Und es gibt folgende Beziehungen:

die ältere Beziehung Center - Older Wing

die jüngere Beziehung Center - Younger Wing

die meist übersehene Beziehung zwischen den "Rivalen" Older Wing - Younger Wing

Das Konfliktpotential dieser Beziehungsstruktur liegt im wesentlichen in der Rivalenbeziehung Older Wing - Younger Wing. Das haben meines Erachtens auch aus dem Zegg überlieferte Erfahrungen sehr gut gezeigt. Sie entscheidet letztlich über Stabilität oder Instabilität des Dreiecks. Damit liegt aber die Verantwortung für die Beziehungskultur keineswegs allein bei Older Wing und Younger Wing, sondern dem Center, dem scheinbar begünstigten, von zwei Menschen geliebten oder begehrten Menschen, kommt eine Schlüsselrolle dabei zu, die Verantwortung dafür, daß eine produktive Beziehung Older Wing - Younger Wing a) möglich b) für beide handhabbar wird.

Scheiternde Dreiecke haben die meisten schon erlebt. Daß das Versagen des Centers in seiner Verantwortung und die destruktive Rivalität in der Beziehung zwischen den Wings ein Dreieck rasch zerstören kann und gar zu oft drei Verlierer übrig bleiben, ist eine Binsenweisheit.

Interessant wäre jedoch die Fragestellung, unter welchen Bedingungen das Dreieck auch erfolgreich sein kann und sogar Stabilität gewinnen kann. Aus den negativen Erfahrungen lassen sich leicht die positiven Grundbedingungen ableiten:

Sowohl Older Wing als auch Younger Wing müssen eine grundsätzliche Bereitschaft zeigen, die konkurrierende Beziehung zu tolerieren, zu schützen, ja idealerweise sogar zu fördern. Dies funktioniert natürlich nur dann, wenn beide Seiten defensiv sich verhalten können und zu kreativen und produktiven Lösungsansätzen bereit sind. Wenn die Beziehung Older Wing - Younger Wing gar die Ausmaße einer Solidarität, gar einer Freundschaft annimmt, dann sind die Aussichten gut.

B muß sich in der Fragestellung, wie die beiden konkurrierenden Beziehungen zu behandeln sind, sehr stark auf die Bedürfnisse und Erwartungen von Older Wing UND Younger Wing konzentrieren. Das Center kann eine solidarische Beziehung zwischen Older Wing und Younger Wing zwar nicht erzwingen, aber entscheidend begünstigen. Center wird die Stabilität beider Beziehungen Older Wing - Center und Center - Younger Wing nur dann begünstigen können, wenn es den Interessen und Wünschen sowohl von Older Wing als auch Younger Wing so weit wie möglich entgegenkommt.

Grundüberlegungen

Die Triade zeichnet sich im Vergleich zur Dyade durch eine größere Dynamik aus. Triaden streben nach Erweiterung. Dies macht Chancen und Gefahren der Triade aus. Die Gefahr besteht im Zerfall der Triade, wenn insbesondere einer der Wings sich aus der Triade löst. Die Ursachen dafür sind naheliegend: der Wing kann sich benachteiligt fühlen oder sieht sich in eine Looser - Position manövriert. Die Chance der Triade besteht indes darin, Grundelement komplexerer Beziehungen zu werden. Wenn jeder Wing seinerseits eine Triade ausbildet, entsteht ein komplexeres Gebilde, die ich später untersuchen werde. Die allgemeine Bedingung der Stabilität einer Triade ist eine generalisierte Win - Win - Situation im Dreieck. Hinzu kommt, daß es neben den beiden konstituierenden Zweierbeziehungen innerhalb der Triade eine weitere wichtige Beziehung gibt, nämlich die Beziehung zwischen den beiden Wings, den gleichgeschlechtlichen Anteilen also. Diese kann freundschaftlich, ja brüderlich /schwesterlich sein, sie kann aber auch rivalisierend oder sogar feindselig sein. Dazwischen gibt es ein breites Spektrum mehr oder minder starker Gleichgültigkeit oder Ambivalenz. Dann gibt es eine Beziehung zwischen den Beziehungen, den Zweierbeziehungen nämlich. Es mag vielleicht überraschend sein, hier von einer Beziehung zwischen Beziehungen zu sprechen, aber es ergibt sich zwangsläufig daraus, daß jede Zweierbeziehung einen zwar polaren, aber doch holonischen Charakter hat. Es gibt in jeder Beziehung Kommunikation über andere Menschen, insbesondere, wenn diese Menschen durch Beziehungen mit der Beziehung verbunden ist. Also gibt es auch eine Beziehung zwischen den Beziehungen. Auch diese Beziehung zwischen den Beziehungen kann freundlich, gleichgültig oder rivalisierend sein.

Die drei Bedingungen der Stabilität einer Triade

1. Die Zweierbeziehungen, also die Diaden, aus der die Triade besteht, sind jeweils solidarisch und liebevoll.

2. Die Beziehung zwischen den Mitliebhaber/inne/n, den Wings, ist solidarisch und mindestens freundschaftlich.

3. Die Beziehung zwischen den Beziehungen ist solidarisch und gegenseitig unterstützend, d.h. eine Beziehung unterstützt aktiv die andere.

Die meisten auftretenden Triaden sind von ihrer Natur her instabil. Dies ergibt sich auch daraus, daß die Triade oft durch den Wunsch des späteren Centers zustandekommt, seine eigenen Möglichkeiten zu erweiteren und hierbei auf den bisherigen Beziehungspartner, dem Older Wing, keine Rücksicht zu nehmen. In Anbetracht der nach wie vor von den Prinzipien sowohl der exklusiven Monogamie als auch vom Winner - Looser - Prinzip geprägten Kultur führt dies oft dazu, daß die ältere Beziehung zerbricht und eine neue exklusive Zweierbeziehung des Centers an die Stelle der früheren Beziehung tritt. Die geforderten drei Bedingungen einer stabilen Triade setzen nämlich emotionale Prozesse voraus, die von der tradierten Kultur in keinster Weise gefördert oder unterstützt werden. Die tradierte Kultur sieht die exklusive Monogamie als Norm und alle anderen Erscheinungen bestenfalls als temporäre Übergangsstruktur: Der moralische Kontext der tradierten Kultur wird daher eine destruktive Lösung des Triaden - Problems in jedem Falle fördern. In vielen Fällen gehen dann aus einer Triade nicht Winner und Looser, sondern nur Looser hervor.

Die konstruktive, d.h. nicht destruktive Handhabung einer Triade setzt daher eine Ethik voraus, die diesen Beziehungstyp unterstützt. Die tradierte Moral kann es nicht und will es nicht. Und die gelegentlich verbreitete "freie Liebe" - Propaganda, die lediglich die Abschaffung der tradierten Moral propagiert, läßt die Menschen im Stich bei Fragen der Handhabung komplexerer Strukturen, die zwangsläufig auftreten, sobald ein Mensch mehr als eine Beziehung eingeht. Es ist kein Zufall, daß Szenen, die "freie Liebe" propagieren und aus ihrer Sicht auch praktizieren, ohne ein Handling und eine Ethik für komplexere Strukturen entwickelt zu haben, in aller Regel wieder in den Mechanismus der sequentiellen Monogamie früher oder später zurückfallen.

In aller Regel ist das destruktive Element in Triaden ein Gefühl, das man als Eifersucht bezeichnet. Die genannten drei Forderungen für die Stabilität einer Triade lassen sich vergleichsweise leicht erfüllen, wenn keine Eifersucht im Spiel ist. Das Fehlen von Eifersucht ist also eine notwendige (aber nicht hinreichende) Bedingung für die Stabilität einer Triade. Nun ist aber Eifersucht im wesentlichen ein Gefühl, eine Emotion, und nichts wäre falscher, als Eifersucht "hinwegzudiskutieren", etwa in der Form "wir sind doch nicht eifersüchtig, das ist man in unseren Kreisen einfach nicht!"

Thesen zu komplexen Strukturen

1. Alle komplexeren Strukturen mit Verflechtungen und Verkettungen gleich welcher Art lassen sich stets in Triaden zerlegt betrachten. Alle komplexeren Strukturen bestehen aus Triaden als Grundelement, so wie auch die Triade aus der Diade als Grundelement besteht.

2. Wenn alle komplexeren Strukturen letztlich aus Triaden bestehen, dann ist die logische Schlußfolgerung zulässig, daß die komplexe Struktur dann stabil ist, wenn alle beteiligten Triaden stabil sind. Je höher der prozentuale Anteil stabiler Triaden, desto stabiler das gesamte System und vice versa.

3. Komplexe Systeme gewinnen an Stabilität mit einer gewissen Abgeschlossenheit. Ein mehr oder minder abgeschlossenes Gebilde (also ein System vernetzter Liebesbeziehungen) bezeichne ich als Clan. Charakteristika komplexerer Strukturen.

Jede beliebige komplexere Struktur läßt sich letztlich in eine Kombination von Triaden auflösen. Die Triade ist also das Grundelement jeder komplexeren Beziehungsstruktur.

These: eine komplexere Struktur ist dann stabil, wenn alle beteiligten Triaden in einem stabilen Zustand sich befinden. Da aber die Triade, wie schon festgestellt, eine zur Reduktion oder Expansion neigende Struktur ist, kann ein dauerhaft stabiler Zustand einer Triade nur durch Beziehung zu anderen Triaden hergestellt werden.

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Zeichen

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Nachfolgend das Chemata verbildlicht gestaltet, worüber sich das Wesensverhältnis der konstellativen Einrichtung darstellt. Das Grundgerüst basiert auf dem aus zwei Dreiecken gebildeten Grundelement, welches gespiegelt ein M für männlich und W für weiblich ergibt. Erweitert in farblicher Ausgestaltung läßt sich darüber hinaus auch die jeweilige Spezifizierung der unterscheidenden Konstellationszugehörigkeit ausgestalten, gemäß dem ich es hier entsprechend meiner S/W-Bemessung ausgeführt habe. Es handelt sich hierbei um svg-Grafiken, die man entsprechend seiner eigenen Bedürfnisse modifizieren kann, zum Beispiel mit » Inkscape « (Freeware). Nicht über die Grafik selbst, aber über die Bezeichnung darüber gelangt man zum Link der jeweiligen Datei. Linksklick öffnet die Grafik in einem neuen Tab, worüber man die svg-Grafik dann über den Seitenquelltext oder über Seite abspeichern erlangt. Per Rechtsklick kann direkt abgespeichert werden.

weibliches
biexuelles Pondant
männlicher
bisexueller Dritter
weibliche
bisexuelle Dritte
männliches
bisxuelles Pondant

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Geschlechtszeichen

» Historisches Wörterbuch der Biologie - 2 (2011) «
Geschlechtssymbole S. 83

Die alten biologischen Symbole für das männliche und weibliche Geschlecht, die von den antiken und mittelalterlichen Symbolen für die Planeten Mars und Venus abgeleitet sind, führt C. von Linné 1751 in die Biologie ein. In handschriftlichen Aufzeichnungen verwendet Linné die Symbole bereits seit 1725; in diesem Jahr kopiert er sie aus einem Buch, in dem sie gleichzeitig als Zeichen für die Planeten und bestimmte Metalle eingeführt werden (das spätere männliche Zeichen für Mars und Eisen, das weibliche für Venus und Kupfer). Eine Beziehung dieser Zeichen zu den Geschlechtern zieht Linné bis 1751 jedoch nicht. In der Dissertation von 1751 führt Linné neben den Zeichen für die beiden Geschlechter ein drittes Zeichen ein (das ursprünglich den Planeten Merkur und das Element Quecksilber symbolisierte) und verwendet dieses für hybride Pflanzen. In seinem grundlegenden Werk über die Arten der Pflanzen von 1753 macht Linné bei einigen Gattungen Gebrauch von den Symbolen für die Geschlechter (vgl. Abb. 197); das Zeichen für Hybride verwendet er dagegen kaum noch.

Bis in die Gegenwart weit verbreitet ist die Interpretation der Zeichen als Schild des Mars mit einem dahinter schräg herausstehenden Speer und als Handspiegel der Venus. Diese auf J.C. Scaliger zurückgehende Deutung ist jedoch wahrscheinlich nicht korrekt. Als wissenschaftliche Lehrmeinung gilt heute die von Salmasius 1629 begründete (und nach seinem Tod posthum 1689 veröffentliche) Auffassung, dass die Zeichen aus der Zusammenziehung der Buchstaben in den griechischen Namen der Planeten entstanden sind: für Mars (Ares) aus den ersten beiden Buchstaben seines Beinamens; für Venus (Aphrodite) aus dem ersten Buchstaben ihres Beinamens. Die Zeichen sind wahrscheinlich seit Beginn der römischen Kaiserzeit vorhanden und werden von der Alchemie im 2. und 3. Jahrhundert aufgenommen.

Die von Linné in die Biologie eingeführten Symbole werden bis ins 20. Jahrhundert allgemein verwendet. In Genealogien und Stammbaumdarstellungen, besonders des Menschen, etabliert es sich seit Mitte des 19. Jahrhunderts daneben, einen Kreis als Zeichen für eine Frau und ein Quadrat für einen Mann zu setzen (vgl. Abb. 198). Diese Neuerung führt B. Röse 1853 in einem Lexikonbeitrag ein. Abgesehen von der leichteren Darstellbarkeit bieten diese Zeichen den Vorteil, in gleicher Weise innen ausgefüllt werden zu können und so Träger von besonderen Merkmalen und Erbgänge zu symbolisieren. Die Symbolik von Kreis und Quadrat wird 1910 von der 'American Breeders Organization' als allgemein verbindlich akzeptiert; in der deutschen Vererbungswissenschaft dominieren dagegen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert noch die alten astrologischen Zeichen.

symbol_geschlecht_venus.svg symbol_geschlecht_mars.svg symbol_geschlecht_merkur.svg
» Venus Symbol « » Mars Symbol « » Merkur Symbol «
Astronomisches und astrologisches Symbol des Planeten Venus, in der Alchemie das Symbol für Kupfer, Symbol der Weiblichkeit, in der antiken Mythologie Zeichen für der griechischen Göttin Aphrodite und der römischen Göttin Venus. Astronomisches und astrologisches Symbol des Planeten Mars, in der Alchemie das Symbol für Eisen, Symbol der Männlichkeit, in der antiken Mythologie Zeichen für den griechischen Gott Ares und den römischen Gott Mars. Astronomisches und astrologisches Symbol für den Planeten Merkur

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Zeichen der Bisexualität

(Bi-)Pride-Zeichen, mit nur Zweien (männlich/weiblich) separieren sich sachtechnisch/aussagemäßig.

public domain from https://commons.wikimedia.org/wiki/File:symbol_bi-female.svg public domain from https://commons.wikimedia.org/wiki/File:symbol_bi_male.svg public domain from https://commons.wikimedia.org/wiki/File:symbol_bi_male.svg
» Female bisexuality symbol « » Male bisexuality symbol « » Whitehead link bisexuality symbol «
» Info: Whitehead-Verschlingung «

» sexual pride bei Etsy «

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Sprachbarrieren

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Auch wenn die sich ausgebreitete Ideologie des reinen Geschlechtsbezuges zu zwei Geschlechtern ein Mißverhältnis gegenüber der Deklaration der Bisexualität aufweist, so ist es in sich nicht der Fall. Zwar erfährt in der Deklaration das Verhältnis und somit auch die Präsenz der Dritten nicht seine Inhaltlichkeit, was vor allem auch zu der mißverhältlichen Ideologie beigetragen hat, jedoch ist die Grundlage sowohl des beide Geschlechter beinhaltens, sowie des Verbundsverhältnisses zu zwei Geschlechtern darin gegeben und auch das der Dritten ist in logischer Konsequenz 'indirekt' darin enthalten. Hinzu kommt, daß es gerade darüber seine substanzielle Differenzierung gemäß und gegenüber der hetero- und homosexuellen Spezifizierung erfährt.

Allgemeines Dilemma, nicht nur für Bisexuelle, ist hingegen die substanzierte Begrifflichkeit von 'Sex*', denn im Englischen und dessen Ursprung des Lateinischen 'Sexus' bedeutet dies 'Geschlecht' im Bezug auf die Geschlechtsorgane, dem gegenüber man im Deutschen bei Sex auf die Bedeutung sexueller 'körperlicher' Aktivitäten trifft. In der Anwendung in Verbindung mit *sexualität* weist sich dem gegenüber weitläufig keine sonderliche Differenzierung auf, was als solches sich auf Ausweitenderes bezieht, jedoch grundsätzlich im primären Bezug des Geschlechts einher geht. Hingegen gibt es im Englischen auch eine Spezifierung von 'Gender', dessen Ursprung auf dem grammatikalischen Geschlecht beruht und zwischenzeitlich in Verbindung mit den Genderstudien über Trans*verhältnisse auch eine spezifisch sachlich-menschliche Spezifizierung darüber erlangte, welche dem deutschen männlich-weiblich-Verhältnis entspricht und sich hingegen als 'Geschlecht' daklariert und somit sich hierin wiederum primär auf die Geschlechtsorgane bezieht, bzw. in dessen primären Bezug. Dem gemäß basiert somit auch in der Inbetrachtziehung nach wie vor das Verhältnis der 'sexuellen Veranlagung' einerseits auf der Grundlage des körperlichen Geschlechts und andererseits auf dem sozialen Geschlecht im Verhältnis des geschlechtlichen Umganges. Eine Spezfizierung des Wesens des Selbst bezüglich des heterosexuellen, homosexuellen, bisexuellen Dritten und Pondant eines 'Mannes', einer 'Frau' als solches, existiert hingegen bisher nicht. Bezüglich dessen dreht man sich somit im Kreise gegenüber der Erfordernis, die Veranlagung selbst als solche zu spezifizieren und somit auch aus dem Selbst heraus zu vermitteln.

veranlagte
Konstitution
bisexuell
(? ←) → geistige
Identität
bisexuell
personelle
Konstellation
bisexuell

Ausganslage ist somit, daß die sachlich-sprachliche Grundlage einzig auf dem des Geschlechtsbezuges gebildet ist, ohne die Wesensart des Selbst für sich zu fundieren. Gerade dies zeigt sich wiederum im Verhältniswesen der Bisexualität, worin die aus dem Ursprung gebildete reine Deklaration des Gleich- und Gegengeschlechtlichen zur eigentlichen Miser wurde. Und auch bei den Hetero- und Homosexuellen verdeutlicht sich, daß es auch darin sich nur auf das Äußerliche bezieht. Die Deklaration beruht nicht auf dem Ausgehenden der Veranlagung und dem damit verbundenen Resultierenden, sondern auf dem umgekehrten Verhältnis (Ursache ↔ Wirkung). Dem entsprechend erfährt auch das Äußere nicht nur die primäre, sondern weitläufig gar die einzige Inbetrachtziehung. Dem kommt noch hinzu, daß die Gegenheit der Veranlagung substanziell in der Schwebe steht und weder ausgehend vom medizinischen und auch der Genforschung und Neurowissenschaft keine anderer Fundierungsbezug besteht, außer dem des Ihrigen, worin man keine Substanz einer solchen Veranlagung ausfindig machen kann.

personelle
Konstellation
bisexuell
geistige
Identität
bisexuell
(? ←) → veranlagte
Konstitution
bisexuell

» Antidiskriminierungsstelle des Bundes «

Was bedeutet der Begriff sexuelle Identität?

Der Begriff bezieht sich auf lesbische, schwule, bi- und heterosexuelle Personen. Er wird häufig synonym mit dem Begriff sexuelle Orientierung verwendet. Tatsächlich macht der Begriff sexuelle Identität im Gegensatz zu dem Begriff sexuelle Orientierung aber deutlich, dass es sich bei Homo-, Bi- und Heterosexualität um eine feststehende Eigenschaft einer Person handelt und nicht nur durch die sexuelle Beziehung zu einer anderen Person bestimmt ist.

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Geschlechterkonstruktionen und die Darstellung von
Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans* und Inter*
» (LSBTI) in Schulbüchern «

Studie der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (2011)

Mit sexueller Identität ist hingegen nicht die Selbstwahrnehmung als weiblich, männlich, trans* oder inter* gemeint, sondern sie richtet sich nach dem Geschlecht der Personen, mit denen emotionale und/oder sexuelle Beziehungen eingegangen werden. Oft wird auch der Begriff sexuelle Orientierung verwendet. Von sexueller Identität zu sprechen macht jedoch deutlicher, dass das eigene Begehren für viele Menschen ein sehr persönlicher Teil ihrer Identität ist, wenngleich das heterosexuelle Menschen seltener bewusst so wahrnehmen als Lesben, Schwule und Bisexuelle.

Die Misere, welche sich über diesen Wortlaut darlegt, besteht wiederum in der andersgearteten primären Bezugnahme, welche sich gemäß der 'Identität' auf die geistige Beurteilung und Identifizierung bezieht. Maßgeblich ist dem gegenüber, daß es weder bezüglich der geistigen Identität, noch überhaupt bezüglich seiner inhaltlichen Präsenz ein vorausgehendes Gebildetes darin gibt - keine Veranlagung. Darüber hinaus ist der Geist auch nicht das die bewußtwerdende Wahrnehmung Hervorbringende, sondern dessen Inhalte erfährt dieser aus der Erinnerung, woraus sich über dessen Inbetrachtziehung die reflektierenden Beurteilungen ergeben. Und dessen 'Identität' ergibt sich darüber hinaus vor allem aus dem Prioritätsverhältnis der bewußten Inbetrachtnahmen. Die geistige Identität stellt sich selbst somit auch von Grund auf in Frage zunächst einmal in Frage und dem gemäß bildet ein 'ich denke, also bin ich' auch in keiner Weise irgend eine Grundlage des Daseinsverhältnisses ab, sondern zieht es einzig in Betracht. Maßgeblich ist indess, daß die Veranlagung selbst sich einzig über das instinktive und somit auch anteilige intutitve Wirkwesen aufweist und gerade DAS ist der Bestandteil der zu ermessenden Inbetrachtziehung, gemäß dem sich darüber auch die drei Verhältnisse des veranlagten Selbst, der geistigen Identität und der stattfindenden Konstellation in aller Klarheit für sich im Verbund mit dem Miteinander darbietet.

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Substanzwesen

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Die elementaren Mißverhältnisse basieren offen ersichtlich auf dem Verwirrungsverhältnis gegenüber dem Substanzverhältnis, welches man über das Ein(heits)wesen der Physis antrifft. Dem gegenüber bestand der Ursprung menschlicher substanzieller Inbetrachtziehung in der Unterscheidung von Leib und Seele, was (relativ!) vergleichbar ist, mit dem der Computerperipherie gegenüber dem über die Software Hervortretenden, sodaß sich das Seelenleben auch auf das bezog, 'was das Leben ausmacht' und entspricht auch dem, 'was die Sexualität ausmacht', denn es ist ja das (Er)Leben, worüber es sich uns darbietet und das körperlich Geschlechtliche nur anteilig beteiligt daran. Die Physis(kalität) erweist sich hingegen als das, was (bezüglich der Körperlichkeit) den Augen ersichtlich gemacht werden kann. Es beinhaltet nicht unser erfahrendes Innenleben des Selbst, welches aus dem Verhältnis der äußerer Sinne gar nicht ersichtlich ist, sondern einzig im Selbst über die inneren Sinne. Wo hingegen trifft man jedoch überhaupt auf eine Inbetrachtziehung innerer Sinne - überhaupt der Inbetrachtziehung der sogenannten Introspektive - dem nicht den Augen Ersichtlichen?

Begibt man sich dazu in das Verhältniswesen der Psyschologie, dann ist darin die Psyche zwischenzeitlich das (geworden!), was über den Geist (aus dem Gehirn heraus) hervortritt. Und somit befindet man sich auch darin wiederum einzig im Äußerlichen der Inbetrachtziehung und was die Psyche in ihrem Substanzwesen ist, erfährt man darin nicht (mehr!). Hingegen kann die Neurowissenschaft gar keinen Geist im Gehirn ausfindig machen. Also alles einzig Hirngespinste, wo doch noch hinzukommt, daß man in den Genen gar keine 'derartige' Veranlagungen ausfindig machen kann? Wenn das so wäre, dann wäre somit auch zutreffend, was man in John Lockes einstige Worte hinein interpretiert, daß nämlich nicht nur der Geist, sondern alles miteinander am Anfang leer ist und sich einzig über das Erleben und somit über äußerliche Verhältnisse erfüllt. Dem gemäß stellt sich auch die ganze Betrachtungsweise, die sich darauf bezieht, durch welches Geschlechtsverhältnis sich das Jeweilige ausfüllt - es sich aus dem Äußeren heraus bildet!

Wie soll sich darüber ein inneres Selbstverständnis überhaupt einstellen und wie soll man sich darüber hinaus anderen gegenüber in Worte vermittelnd ausdrücken können, wo das innere Selbst doch gar nicht in diesem Sprachverhältnis enthalten ist? Ich kann dieses Mißwesen von Grund auf nachvollziehen, denn ich habe es von A-Z bis an den gegenwärtigen Punkt durchlebt und in den diversen Bezugsverhältnissen des Selbst durchleuchtet. Hierüber läßt sich in aller Klarheit aussagen, daß genau so wenig, wie sich über das Geschlecht das Sexualleben aufweist und vermitteln läßt, genau so auch das Sexualwesen nicht rein über das Außenleben aufweisbar und vermittelbar ist. Hingegen ist es das Innenerleben im Verbund mit dessen reflektiver Widergabe des Außenerlebens, worüber sich das Verstehen aus dem Ersehen nicht nur der eigenen, sondern auch des Gegenüber sexuellen Konstutition ergibt und sich somit auch die direkte Vermittelbarkeit ergibt. DAS ist auch die allgemeine reguläre funktionale Praxis. Es stellt sich ein über das, was man Liebe nennt und gerade dieses Wort und diese Bezugnahme findet man nirgends in den die sexuelle Konstitution ergründenden institutionellen Handhabungen.

Am Anfang steht keineswegs das Wort und das Substanzielle findet in den Worten auch einzig eine Bezeichnung als Hinweis auf das, worauf es hindeutet. Hingegen repräsentiert die Sprache aufgrund seines gebildeten Konstruktes an Begriffen, welche das Begreifen beinhalten, auch Bildnisse über das Sein ab. Diese Bildnisse beruhen jedoch, wie Locke es einst passenderweise bezeichnet, auf der Idee, die sich über das wahrnehmende Erleben aus der Erinnerung heraus als solche im Geiste erscheint. Es ist keineswegs die Erkenntnis des tatsächlich Seienden, als was Plato es erachtete, zu dem man nämlich einzig im Verbundswesen mit dem Instinktiven, Intuitiven und Verstandeswesen gelangt. Und somit über das, was man bis heute noch nicht einmal in Ansätzen verstanden hat, worum es sich dabei handelt und gar das Instinktwesen des Mensch außen vor stellt, da 'angeblich' einzig Tiere instinkmäßig handeln. Das Handeln bestimmt jedoch nicht das Instinktwesen, sondern genau das Umgekehrte ist der Fall, dem gegenüber der Geist einzig der Reiter des Pferdes ist. Gemäß dem stellt es sich auch bezüglich der prioritären Positionierung der veranlagten Konstitution, geistigen Identität und Konstellation relativ dessen Handhabe!

DARAUS ergibt sich die bedingende Inbetrachtziehung der Veranlagung als primäres Verhältnis der sexuellen Konstitution, dem gegenüber die geistige Identität in seiner 'diplomatischen' Positionierung heraus darauf einzurichten ist, wie es sich mit dem Resonanzwesen zwischen dem inneren Selbst und dem äußeren Sein stellt. Es ist NICHT das Geschlechtswesen, worüber es zutage tritt, sondern das Geschlechtswesen ist nur anteiliger Bestandteil. Das Gesinnungswesen IST ein Eigenständiges, worüber das Gestungswesen seine Inhaltlichtkeit erfährt. Es bedingt grundsätzlich der Inbetrachtziehung aller drei Bestandteile und auch aller drei Perspektivenschauen, bezüglich ihres Eigenwesens, als auch deren Gemeinwesens. Erst DARÜBER ergibt sich die eigentliche Wesensschau.

Diesbezüglich gilt es, sich zu verdeutlichen, daß die angewandte Objektivität (der Wissenschaft!) das Subjekt nicht beinhaltet! Über nachfolgendes Bildnis der Verhältnismäßigkeit der Kugel, kann man sich musterhaft die Differenzierung und Ausgrenzung der inneren und äußeren Verhältnisse vor Augen führen, gemäß dem wir es auch über unser Innen- und Außenerleben erfahren. Nicht nur beim Menschen gelangt man über die reine Außenbetrachtung nicht zum Ersichten des Inneren, sondern generell ist dies die Gegebenheit, sodaß es prinzipiell der Inbetrachtziehung aus dem Subjekt heraus bedingt, um das jeweilige Sein als solches in Erfahrung zu bringen! Insofern somit die Inbetrachtziehung nicht aus dem Inneren heraus gleichermaßen erfolgt, ergibt sich daraus auch die der reinen Objektivität, welche das Subjekt in seiner Inhaltlichkeit jedoch nicht beinhaltet. Dem gemäß stellt sich auch die Inbetrachtziehung des reinen Objektiven im Äußeren als ein aus dem eigenen Subjekt heraus Gebildeten(!) und entspricht in keiner Weise der Objektivität, als das man die Objektivität erachtet. Dem gegenüber existiert aus des Menschen Selbstverhältnis heraus, aufgrund seiner konstruktionellen Gegebenheit äußerer und innerer Sinne, keine reine Subjektivität und bildet darüber auch sein allgemeines Seinsverhältnis (ab). Die Bezugnahme, daß der Mensch subjektiv sei/ist, ist grundsätzlich und einzig eine rein Relative, gemäß seines Verhältnisses des Innen- und Außenerlebens und dessen Handhabe.

Würfel

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Innerer Sinn

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Was ist es, was uns die Sinnlichkeit des Erlebens aufweist? Sind es die äußeren Sinne, welche dies erwirken? Weitläufig hat es den Anschein, daß dem so wäre. Hingegen erweist es sich gegenüber der sexuellen Sinnlichkeit als Fehlschluß, denn keineswegs ist die rein äußere Erscheinung das Maßgebliche, aufgrund dessen sich hierin auch die Differenzierungen ergeben, sodaß sich der sexuelle Verbund zweier Männer nicht zwangsläufig als homosexuell stellt, sondern es nur darstellt, wie uns nicht nur, jedoch vor allem die Ambisexualität deutlich vor Augen führt. Maßgeblich ist hingegen das Gefühlsleben und dies basiert gegenüber den reinen Reizen, welche uns die äußeren Sinne vermitteln, auf dem Differenzierungsverhältnis von Harmonie und Disharmonie, was auf der inneren Reflektion und damit verbundenen Bewertung der Reize beruht. Darauf beruht die Sinnhaftigkeit des Sinnenwesens unseres Selbst und darüber zeigt sich auch die Präsenz der inneren Sinne.

Inwiefern gibt es einen Bezug dazu? Wie sich mir aufzeigt, so hatte Aristoteles dazu die Logik aufgebracht, daß das gemeinsame/kombinierte Hervortreten der Wahrnehmung der äußeren Sinne eines eigenständigen Organes bedinge, da das jeweilige Organ nicht das der Anderen hervorbringen kann. Und bei Kant trifft man auf die Ausführung, daß es zur inneren Wahrnehmung eines inneren Sinnes bedinge. Es zeigt sich somit nicht nur erlebenstechnisch, sondern auch sachtechnisch auf, daß wir im Inneren mit Sinnesorganen ausgestattet sind! Über diese Inbetrachtziehung ist man jedoch nicht hinaus gelangt und eine eigentliche Beschreibung dessen findet man indess nicht, jedoch ist es weitläufig zur auseinandersetzenden Beschäftigung gelangt (Ausführlicheres siehe » Innerer Sinn «). Hingegen hat man bezüglich des Inneren Sinnes im Verhältniswesen des Gemeinsinns weiträumiges in Erfahrung gebracht und auch das gehört hierin zur Thematik.

So ist es aber auch in erster Instanz die bewußtwerdende Wahrnehmung und geistige Beschäftigung, welche uns die innere Wahrnehmung vor Augen führt und sich das Weitere darüber aufweist in dessen kombinierenden Hervortreten. Hingegen sind es nicht die Gedanken, welche das Sinnliche hervorbringen, sondern dies erscheint abseits und unabhängig davon in seiner Eigenständigkeit der Wirkweise über die Bewußtwerdung hervortretend, worüber sich damit verbunden wiederum auch dessen Eigenständigkeit aufweist. Ich bezeichne es dem entsprechend als Bewußtsinn, dessen Bezeichnung ich schon lange pflegte, bevor überhaupt auf die Erörterungen des Inneren Sinnes aufmerksam gemacht wurde. Dieser bringt jedoch einzig das sich diesem Vermittelnde über die Bewußtwerdung hervor, was wiederum weiteres erwirkt, jedoch im Verhältnis des Überbewußtseins.

Das Unterbewußtsein erscheint ebenfalls in dessen Hervorbringung, gemäß dem es auch gar nicht derart unbewußt ist, wie man behauptet. Vielmehr verhält es sich damit, wie mit den Bisexuellen, denn allgemein hat darin der Geist die Position der Ambisexuellen. Wenn man sich so umschaut und die Erläuterungen in Betracht zieht, so wird nämlich das Innenleben (fast!) ausschließlich auf den Geist bezogen und etwas anderes Substanzielles von Hervorbringenden ist darin nicht anzutreffen. Und so schauen (fast!) alle einzig in Richtung Geist und die Sprachinhalte, welche darüber zum Vorschein treten und bemerken dabei gar nicht, was sich hinter ihrem Rücken abspielt. Genau so(!) verhält es sich hierin, denn wenn man Geist und Sprache in Ruhe versetzt und seine Aufmerksamkeit dem sinnlichen Erleben zuwendet, dann erfährt man das angeblich Unbewußte in seinem ganzen Ausmaße seiner Präsenz - zumindest den Teil, welcher sich von diesem geleitet auch dem Überbewußtsein vermittelt.

Und somit gelangt man hierüber auch zur Präsenz der Sinne des Unterbewußtseins in Verbindung mit deren triebhaften und reflektorischen Wirken. Darüber zeigt sich das, was das Selbst ausmacht, in seiner ganzen Präsenz und man erfährt über diese Blickrichtung nicht nur dessen eingerichtete Beschaffenheit, sondern über das Reflektorische vor allem auch dessen Bezugsverhältnis der sich ergebenden Wirkungsverbindungen - es sich uns über Harmonie und Disharmonie vermittelt. Und somit erfährt man darüber auch gerade das Verhältnis, welches uns 'die Sinne' im sexuell sinnlichen Verhältnissen vermitteln. DORT ist der Ort, wo dies stattfindet und auch der, wo die Veranlagungen ihren Sitz haben. Und man erfährt in den rein sinnlichen Verhältnissen sexueller Erlebnisse in seinem vollen Ausmaß.

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Instinkt

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Welchen Bezug hat man zum Instinkt? Gemäß des generellen Verhältnisses zum Unterbewußtsein einzig ein Unbewußtseinsverhältnis. Generell hat man hierin auch nur einen Bezug zum Unterbewußten, gemäß dem, was man über den Geist in Erfahrung bringt, dem gegenüber dieser gar nicht das Bindeglied zum Unterbewußtsein ist, da was aus dem Geist hervortritt, aus der Erinnerung stammt. Unterbewußtes ist auch nicht das Unterbewußtsein, sondern es sind Inhaltlichkeiten aus dem Erinnerungswesen im Unterbewußtsein! Und dem Instinkt schreibt man zu, einzig bei den Tieren Bestandteil des Handlungswesens zu sein, jedoch nicht beim Menschen. Wenn dem so wäre, was eben nicht sein kann, denn er hat sich ja evolutionär nicht entfernt, könnten wir keine Handlung ausführen, ohne sie gedanklich zu steuern, kilometerweit unbewußt(!) in Gedanken abschweifend mit dem Auto fahren und unsere sexuellen Handlungen würden sich nicht wie von selbst umsetzen. Es ist ganz einfach ein Teil unseres kulturellen Fortschrittes geworden, den Instinkt als rein tierisch und unmenschlich zu erachten und jegliches Handlungswesen dem Gehirn und/oder Geist zuzuschreiben. Dies funktioniert auch hervorragend, denn das Zuschreiben ändert ja die Funktionalität nicht. Zum Instinktivwesen erfährt man somit aber auch reichhaltiges in Verhältnisbezügen zu Tieren und somit in der Biologie und dem Sozialwesen abseits der Menschenkunde.

Hingegen findet man bezüglich der Intuition ein breit gefächertes Interessen- und auch Informationsspektrum und somit auch weitreichende Erläuterung, allem voran, daß das Intuitive ohne die Beteiligung des Geistes stattfindet! Richtig. Was jedoch darauf beruht, daß dies, neben dem Handlungs- und Gefühlswesen, ebenfalls aus und über den Instinkt hervortritt. Darauf beruht auch meine Aussage, daß der Geist nur Reiter des Pferdes ist. Das gilt somit nicht nur für Intuitives, jedoch kann man es sich hierüber auch vor Augen führen (lassen), wie es sich darin verhält. Markant ist, daß man mittlerweile gar in Erwägung zieht, dies zum grundlegenden Lehrplan der Pädagogik werden zu lassen, was sich auch als logisch stellt, nachdem man erkannt hat, daß die Lernfähigkeit maßgeblich über das Interesse gleitet wird, denn wo kommt das Interesse her? Aus dem inneren Selbst. Und somit ist die Intuition auch das elementare Bindeglied dazu.

Das Gleiche gilt für die Sexualität, denn auch ihr Aktiva basiert auf dem Interesse daran und selbst der Geschlechtstrieb, welcher seine eigenen Wirkungen entfaltet, mag man zum Teil auch dem 'hormonellen Haushalt' zuschreiben und doch ist das Erwirkende das Interesse an der sexuellen Erfüllung. Und hier sind wir dann auch am Kern des Veranlagungswesen angelangt, was man im Bezugsverhältnis der Triebe in Betracht zieht. Sie sind nichts anderes, als das wirkende Bedürfnis der Erfüllung, worüber sich ein Vakuum einstellt und darüber ein Leiden vermittelt. Und hierüber ergibt sich auch die Gegebenheit, daß das Leiden zur Leidenschaft wird, dessen Wortbildung darauf auch beruht, um es zum Ausdruck zu bringen. Gerade im Verhältnis der Liebe erfährt man genau diese Wesensart des Seins darin und darüber begründet sich auch, warum Menschen lange Leidenswege auf sich nehmen, um zur Erfüllung zu erlangen. Es steckt in einem selbst, was es zur Erfüllung zu erlangen gilt und so ist bereits der Weg dazu Erfüllung und eine Reduzierung des Leidens.

Leiden schafft Leidenschafft

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Sexualtrieb

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Die Bezeichnung und Bezugnahme von Sexualtrieb bezieht sich auf das Wirken, welches aus dem Instrumentarium der sexuellen Konstitution hervortritt. Hingegen ist diese Wirkung eine sekundäre, dem das Primäre des Entwicklungsverhältnisses gemäß Begabung und Talent vorausgeht. Zunächst ist nämlich rein die Veranlagung zur Umsetzung und Erfüllung präsent und das darin Steckende setzt sich erst mit dem reflektierenden Wirken um. Hierbei handelt es sich um eine rein informelle Präsenz bezüglich der Umsetzung und Erfüllung und hat selbst keine Wirkung. Die sexuelle Konstitution setzt sich auch erst im jugendlichen Alter, als Pubertät hervortretend metamorphorisch um, worüber sich dieses Verhältnis entsprechend darlegt. Die Informationssubstanz der sexuellen Konstitution wirkt von dem Zeitpunkt an entsprechend einer Waage, welche das eintreffende Wirken abwägt, inwiefern es sich der Konstitution gegenüber harmonisch erfüllend oder widersprüchlich stellt und vermittelt sich uns dem entsprechend daraus hervortretend als die Empfindungsreizwirkungen bewertete Gefühle. Hierüber entsteht im Verlaufe auch ein Erfahrungspotiential, welches sich dem anfügt und darüber hinaus auch zu einem entsprechenden sich ausbildenden Bewußtsein über das Sein darin entwickelt und sich als sexuelle Identität wiederspiegelt.

(Empfindung) Reizwirkung KONSTITUTION Harmonie (Gefühl)
Disharmonie

Die Triebwirkung zur Entfaltung und Erfüllung entsteht erst aus dem Reflektionsverhältnis heraus, in Verbindung mit dem Sondieren der entstandenen Gefühlsverhältnisse und fundiert sich auf dem erwirkenden Leidensverhältnis und den daraus entstehenden Bedürfnissen. Es besteht kein rein aus sich selbst heraus wirkendes Aktiva und entwickelt sich somit auch einzig darüber, inwiefern Wirkungsreize der Betroffenheit in Erscheinung treten. Ein recht grobes, aber doch demonstratives Beispiel dazu ist die Begabung zum Fahrradfahren. Insofern man kein Fahrrad kennt, tritt die Begabung der umsetzenden Befähigung und Erfüllung dazu auch nicht in Erscheinung. Erst wenn das Fahrrad und Fahren als solches erfahren wird, ergibt sich ein Reiz, dies selbst gemäß seines reflektierenden Potentialspräsenz anzuwenden. Hat man ein Fahrrad, ergeben sich dann die erweiterenden Wirkungseinbringenden Inhalte und die Umsetzung zum Fahren nimmt seinen Lauf. Die Triebwirkung tritt erst und einzig in Verbindung mit dem Leidensverhältnis des Bedürfnisses hervor. So basiert auch der Hunger nicht darauf, daß man einen leeren Magen hat, sondern daß im Magen die Unausgewogenheit gegenüber den Verdauungssäften dies erwirkt, gemäß sich auch die Wirkung der Sättigung ergibt. So ist auch generell zwischen physischen Geschlechtstrieb und psychischen Veranlagung zu unterscheiden, denn gegenüber Letzterem finden im Körperlichen hormonelle Ausschüttungen statt, die jedoch reine Reizwirkungen erwirken und keine differenzierend bewertete Gefühle, die einzig über Letzteres entstehen. Ohne 'reizende' Wirkung findet generell kein (Re)Aktiva statt!

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Outing

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Das Outen bezeichnet den Prozeß der Selbstfindung zur Ausbildung der sexuellen Bewußtseinsidentität. Auch hierin findet der gleiche Prozeßvorgang des Entwicklungswesens statt und ist genereller Bestandteil der pubertären Entwicklung. Wie jedoch der Begriff vermittelt, findet dies nicht generell im Verbund mit der Pubertät statt und hat seine separierende Bewandtnis aufgrund des kulturellen monistischen Verhältnisses zur monogamen Heterosexualität (out of the box!). Hierzu einmal mein Erleben dazu: in der Realschulzeit hatte ich jeweils gemäß der Klassenwechsel zwei Jahre lang zu 'zwei Kumpanen' einen Freundschaftsbezug, worin sich dies jedoch als 'drittes Rad am Wagen' stellte. Die Verbindung mit meiner ersten Freundin war nach einer Weile regelrecht verschwunden, hingegen war ich daraufhin (unbedachterweise!) mit ihrer Freundin zusammen. Das ist alles, was sich als pubertäres Verhältnis aufweist. Das Wesentliche der Kernbestandteile trat jedoch auch selbst über die spätere eheliche Verbindung mit einer Frau, welche ein Tochter hatte, nicht in Erscheinung. Das sexuelle zu-Dritt war nicht Inhalt des Stattfindens und auch nicht der Inbetrachtziehung. Erst nach der generellen Abwendung von meinem alten Lebensweg begann ich die Erfahrungen spezifisch zu hinterfragen und in Verbindung mit neuerlichen Erfahrungen ergab sich auch mein Prozeß des 'spezifizierenden' Outings.

Maßgeblich hierin ist die Unterscheidung des Bewußtseinsverhältnisses gegenüber dem geistigen Kenntniswesen, denn während sich das Bewußtsein im Verhältnis des Reflektiven des eigenen Selbst bildet, findet die Bildung des Geistigen aus einem zunächst leeren Erinnerungswesen heraus statt. Zum Anderen gelangen Empfindungen und Gefühle nicht als solche in die Erinnerung, sondern einzig als Ver(sinn)bildlichungen und erscheinen auch einzig dem gemäß in den geistigen Vorstellungen. Um seine Kenntnisse somit im Bezug auf sexuelle Verhältnisse geistig zu Hinterfragen, beschränkt sich dies einerseits auf das, wozu man Kenntnisse hat und es ist darin nicht das erlebende Gefühlswesen enthalten, sodaß man darin auch auf eine reine Sachlichkeit stößt. Hingegen ergibt sich darin, was über den fließenden Vorgang des bewußtwerdenden Erleben nicht gegeben ist, nämlich das abstrakte Erfassen und Ersichten der Zusammenhänge des Seins. So war es denn auch das Erleben des sexuell-sinnlichen zu-Dritt, welches mir das Gesamtbildnis vor Augen führte und ich darüber dann auch die zuvor aufgetretenen Puzzleteile als daraus erkannte. Im Verhältnis des Überbewußtseins gilt es zu bedenken, daß die bewußt werdende Wahrnehmung ein fließender Vorgang ist, die Erinnerung sich aus der erlebenden Wahrnehmung befüllt und der Geist aus der Erinnerung seine projizierenden Inhalte erfährt. Die Grundlage der überbewußten Identität erfüllt sich entsprechend dem gemäß.

Bewußtsinn

Es steht somit aber auch dem gemäß zwischen den inneren veranlagungsausbildenden Wirkungspräsenzen des Unterbewußtseins und äußeren Wirkungsverhältnisssen. Dem tritt noch das rein sprachlich-geistig Substanzierte gegenüber, welches nicht den regulären Durchlauf über die Sinne vollzieht, da es zunächst der inhaltlichen Entfaltung aus der Erinnerung heraus bedingt. Über die Relativität und Priorität der derer Inhalte an Präsenz und Wirken ergibt sich das daraus resultierende Identitätsverhältnis. Maßgeblich ist dem gegenüber des Menschen Wesensart als Einheit, sodaß es sich 'regulär' auch darüber richtet, in Einheit mit dem Selbst des Unterbewußtsein sich umzusetzen. Indess sind die ideologischen kulturellen Verhältnisse nur relativ, wenn überhaupt, auf die menschliche funktionale Einheit hin eingerichtet, wie man besonders im Bezug auf die sexuellen Veranlagungen sich vor Augen führen kann. Es erwirkt sich hierin somit auch zwangsläufigerweise ein genereller kultureller Selbstfindungsprozeß, denn der Identität bedingt es zur Erlangung einer solchen nicht nur der Erkenntnis über das Selbst, was Gegebenheit ist darin, sondern auch über dessen funktionales Sein als solches. Dies beruht darauf, daß das Selbst in seiner Seins- und Ausfüllungserfordernis der Nährung von außen bedingt, die Sexualität ein anteiliger bedingender Bestandteil ist und sich über den Nährboden die Nährung bestimmt. Das Outing beinhaltet somit auch die prinzipielle Infragestellung von Sein oder Nicht-Sein der generellen Lebensart, aufgrund der gegebenen kulturellen Mißstände.

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Theorien

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» Personenlexikon der Sexualforschung (2009) «
Volkmar Sigusch, Günter Grau

» Homosexualität als anthropologische Herausforderung (2001) «
Konzeption einer Homosexuellen Anthropologie
Erhard Köllner

S. 134: Bei den bisher besprochenen frühen Forschern von Casper bis Blüher traten recht unterschiedliche Sichtweisen von Homosexualität zutage. Im folgenden Abschnitt soll der Versuch unternommen werden, das Menschenbild offenzulegen, das hinter der jeweiligen Sichtweise steckt. Bei dem Berliner Gerichtsmediziner Johann Ludwig Casper bestand der grundlegende Wandel darin, daß erstmals die "wissenschaftliche Kausuistik der Homosexualität" eröffnet wurde und die gleichgeschechtliche Hinwendung von Mann zu Mann durch einen dunklen und unerklärlichen 'eingeborenen' Drang - als angeboren, und im Kontext des Angeborenseins als ...

» Prä-homosexuelle Kindheiten «
Eine empirische Untersuchung über Geschlechtsrollenkonformität
und -nonkonformität bei homosexuellen Männern
in Kindheit, Jugend und Erwachsenenalter
Thomas Grossmann (Dissertation - 2000)

Freund (1967) unterschied bei der psychosexuellen Entwicklung zwischen zwei "Typen" männlicher Homosexueller, solche mit "einfach nachweisbarer femininer Identifizierung" und zweitens die "sich männlich identifizierenden homosexuellen Männer", denen er unterschiedliche Charakteristika zuschrieb.

Ulrichs, der sich als Kämpfer(4) für die eigene Sache bezeichnete, sah 'Urninge', wie er zum Zwecke der Entpathologisierung Homosexuelle nannte, als eine eigene Klasse an, deren Zuneigung zu Männern "geschlechtlich angeboren, organisch angeboren" sei (1864, S.4). Angeboren sei dem Urning "neben männlichem Körperbau weiblicher Geschlechtstrieb"(S.4f), und er sei deshalb "gar nicht vollständig Mann", sondern nur "Quasi-Mann" oder "Halbmann", "nicht Mann, sondern ein Wesen weiblicher Art". Die Beschreibung mündet in der Feststellung: "Wir Urninge bilden eine zwitterartige besondere geschlechtliche Menschenclasse, ein eigenes Geschlecht, dem Geschlecht der Männer und dem der Weiber als drittes Geschlecht coordiniert". Während sie in ihrer "sozialen Stellung, wie auch vielleicht in geistiger Leistungsfähigkeit, den Männern gleich" seien, sei die Männlichkeit des 'dritten Geschlechtes' "künstlich anerzogen". Sein Selbstbild entspricht zweifelsfrei seinen theoretischen Aussagen, und da er wenig mit anderer Literatur zum Thema sowie anderen Homosexuellen bekannt war (Kennedy 1990), liegt ein solcher Schluß vom Selbstbild auf alle Urninge nicht fern. Zudem mag ihn die in jener Zeit entdeckte Tatsache fasziniert haben, daß der menschliche Embryo männliche und weibliche Sexualorgane hat, von denen eines sich zurückbildet. Die sexuelle Zuneigung zum Mann sei dem Urning ebenso angeboren wie die Sexualorgane (Greenberg 1988).

Zunächst griff der homosexuelle Arzt Magnus Hirschfeld den Gedanken von Ulrichs auf. 1896, ein Jahr nach Ulrichs Tod - und bis dahin ohne Kenntnis von dessen Theorie - veröffentlichte Hirschfeld unter Pseudonym seine erste Schrift, 'Sappho und Sokrates', in der er drei Thesen vertrat: echte Homosexualität, die "vom Erwachen bis zum Erlöschen des Geschlechtstriebes dem Menschen anhaftet", sei stets angeboren, zweitens, "daß der homosexuelle Zustand mit der zwitterhaften Uranlage aller Lebewesen in Verbindung steht" und drittens: "Homosexualität ist keine Krankheit" (Hirschfeld 1986, S.49). ... Es dauerte jedoch noch einige Jahre, ehe er der Öffentlichkeit seine Zwischenstufentheorie präsentierte, die er selbst mehr als ein Einteilungsschema ansah, da sie keine kausale Erklärung für die Entstehung der Zwischenstufen biete (Herzer, a.a.O.). "Zwischenstufen" waren dabei für ihn Männer und Frauen mit seelischen oder körperlichen Eigenschaften des anderen Geschlechts, "Zwitter in des Wortes weitgehendster Bedeutung" (aus dem Vorwort, zitiert nach Herzer 1992). Zwar benutzte er den Begriff 'Zwischenstufe' anders als Ulrichs, aber sein Grundverständnis vom männlichen Homosexuellen als körperlich männlich, jedoch sexuell und von Kindesbeinen an seelisch weiblich, war vergleichbar. Das homosexuelle Begehren war auf bestimmte Menschen fixiert und biologisch begründet. Weder Ulrichs noch Hirschfeld bestritten, daß es männliche Homosexuelle ohne 'weiblichen Habitus' gäbe. In dem posthum veröffentlichten Band "Geschlechtsanomalien und Perversionen", welches im englischen Orginal 1936 erschien, schrieb Letzterer: "Die Summe der weiblichen Beimischung in männlichen Homosexuellen ... sind sehr verschieden. ... Es kommt jede denkbare Kombination und Abstufung vor."(Hirschfeld o.Jg., S.280f). Er geht dabei sogar soweit, quantitative Vermutungen anzustellen bzw. von Dritten zu akzeptieren. "Ivan Bloch hat wahrscheinlich recht, wenn er über die Verteilung von männlichen und weiblichen Homosexuellen (bei Männern) sagt, daß ihre Anzahl ungefähr gleich ist." (a.a.O., S.281)

Es dauerte nicht lange, bis Widerspruch aus den Reihen homosexueller Männer kam gegen diese Sicht von Homosexualität als Geschlechtsphänomen. Ganz im Sinne des Ausrufs "Männer sind wir!" (s.o.) entzündete sich bald der Streit, angeführt vom "antifeministen Flügel" (Greenberg 1988) der inzwischen entstandenen Bewegung um Brand und Friedlaender. Seit 1896 gab der homosexuelle Verleger Adolf Brand die erste deutsche Homosexuellen-Zeitschrift heraus, "Der Eigene", und gründete 1902 die "Gemeinschaft der Eigenen" (Hohmann 1981). Der Untertitel der Zeitschrift, "Ein Blatt für männliche Kultur" deutete darauf hin, daß Brand und seiner 'Gemeinschaft' besonders an der Betonung viriler Beziehungen gelegen war und er beweisen wollte, "zu welchen großen sittlichen, künstlerischen, wissenschaftlichen und politischen Leistungen die 'Homoeroten' fähig waren" (Stümke & Finkler 1981, S.25). Seit 1896 gab der homosexuelle Verleger Adolf Brand die erste deutsche Homosexuellen-Zeitschrift heraus, "Der Eigene", und gründete 1902 die "Gemeinschaft der Eigenen" (Hohmann 1981). Der Untertitel der Zeitschrift, "Ein Blatt für männliche Kultur" deutete darauf hin, daß Brand und seiner 'Gemeinschaft' besonders an der Betonung viriler Beziehungen gelegen war und er beweisen wollte, "zu welchen großen sittlichen, künstlerischen, wissenschaftlichen und politischen Leistungen die 'Homoeroten' fähig waren" (Stümke & Finkler 1981, S.25).

Die Gegner von Ulrichs und Hirschfelds Theorien wehrten sich also nicht nur gegen die Verbindung von Homosexualität und Weiblichkeit, sondern bezweifelten den wissenschaftlichen Wert ihrer Arbeiten. Sehr deutlich wird das etwa in einer Kritik an Hirschfelds Text "Das urnische Kind", von dem unter 2.2. bereits die Rede war. Der Autor beklagt, daß die Veröffentlichung der Gedanken von Ulrichs, Hirschfeld usw. in Form einer Anpassung Homosexuelle sich dazu gedrängt fühlen könnten, "ihren eigenen Zustand nach gegebenen Vorbildern zu modeln" (Bab 1903, S.68), egal, ob sie von den angeblich für Homosexuelle typischen Verhaltensweisen und Persönlichkeitsmuster selbst gelesen oder über Dritte davon gehört hätten. Bab bestreitet, daß "man das urnische Empfinden beim Manne für eine weibliche ... Eigenschaft" halten müsse und wendet sich damit gegen den Grundgedanken von Ulrichs. Die Einwände sind vor allem methodologischer Art, es wird das Fehlen eines sorgfältigen statistischen Vergleichs zwischen "femininen Eigenschaften" in der Kindheit bei Urningen und "Normalempfindenden" kritisiert, da nur so ein Beweis für die Existenz des "urnischen Kindes" statt der bloßen Annahme geführt werden könne. Es wird darauf verwiesen, daß "Erziehung und Gewöhnung" ein geschlechtsrollen-konformes Verhalten fördern bzw. überhaupt erst bilden würden (a.a.O., S.70).

Friedlaender war 1902 in Kontakt mit Hirschfeld und dem Wissenschaftlich-humanitären Komittee (WhK) gekommen, welches seit 1897 versucht, mit Hilfe einer Petition an den Reichstag den §175 zu Fall zu bringen, ein Ziel, das zum damaligen Zeitpunkt noch viele verschiedene Strömungen verband (Stümke & Finkler 1981). Recht bald zeigte sich jedoch, daß Friedlaender einen vollkommen anderen Ansatz verfolgte. Er lehnte die Sichtweise, die erotische Anziehung von Männern sei eine weibliche Eigenschaft ab. Die gleichgeschlechtliche Liebe sei zudem nicht an eine Minderheit Homosexueller gebunden, sondern eine Fähigkeit, welche abgestuft in allen Männern zu finden sei. Friedlaender war damit nach Blüher (1965) der einzige Forscher, der eine echte Abkehr von der Betrachtung der Homosexualität als pathologisch vornahm. Er nannte es eine "discutable, ja wahrscheinliche Annahme, dass sogar die meisten Menschen von Natur mehr oder weniger bisexuell sind" (Friedlaender 1904, zitiert nach Hergemöller 1993a). Für ihn war die gleichgeschlechtliche Liebe unter Männern die Basis von Gesellschaft, Kultur und Staat. Friedlaender hielt dauerhaft an der Superiorität der gleichgeschlechtlichen Liebe fest und war eher verwundert, daß so viele Männer, als Angehörige des 'superioren Geschlechts', eine Frau begehren (Hergemöller, a.a.O.).

Blüher sah - wie Friedlaender -, die Bisexualität als "angeborene prinzipielle Eigenschaft aller Menschen" (S.101), sprach von einer "allgemeinen Inversionsneigung" und "einer Linie", von der man ausgehen müsse, anstelle eines Punktes (S.81). Wenn es folglich keine "Sonderklasse der Homosexuellen" gibt, dann sei die gesamte Frage der Homosexualität keine der Toleranz oder Duldung "den Unglücklichen gegenüber" (S.77), sondern der Anerkennung. Die andere theoretische Sicht führte zu einer anderen politischen Einschätzung. Nach Blüher ist die Zwischenstufentheorie nicht nur "unwahrscheinlich", wie Friedlaender angenommen hatte, sondern "ganz und gar und durchaus falsch"(S.52, Hervorh. i. Org.). Die Behauptung, "daß es eine weibliche Eigenschaft des Mannes sei, einen Mann zu lieben, hat ... nicht wieder gut zu machenden Schaden gebracht" (S.117). Es sei falsch, "die Inversion in einen kausalen Zusammenhang mit Vorgängen oder Tatsachen (zu) bringen, die mit ihr nicht notwendig verbunden sind" (S.49) "Nur im Objekt liegt der Unterschied" zwischen dem frauenliebenden 'Frauenhelden' und dem männerliebenden 'Männerhelden' (S.58).

Blüher konnte sich in vielen dieser Punkte auf Freud berufen, der sich 1905 in seinen "Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie" - wenn auch vorsichtig - über Homosexualität geäußert hatte und mit dem Blüher 1912 und 1913 einen Briefwechsel führte (Neubauer 1996). Freud äußerte sich kritisch gegenüber der Vermutung, bei männlichen Homosexuellen gäbe es ein weibliches Gehirn im männlichen Körper, denn "wir kennen die Charaktere eines 'weiblichen Gehirns' nicht. Der Ersatz des psychologischen Problems durch das anatomische ist ebenso müßig wie unberechtigt"(1977, S.20). Für ihn bestand kein Zweifel, daß ein großer Teil der männlichen Homosexuellen "den psychischen Charakter der Männlichkeit bewahrt" habe, und er sah eher im Sexualobjekt die "Vereinigung beider Geschlechtscharaktere", wenn der Jüngling begehrt werde (S.21). Freud widersetzte er sich auch heftig der Vorstellung, Homosexuelle als 'besondere geschlechtliche Menschenclasse' (Ulrichs 1864) anzusehen. Er hielt "alle Menschen der gleichgeschlechtlichen Objektwahl" für fähig und die Unabhängigkeit der Objektwahl vom Geschlecht des Objektes für das Ursprüngliche, aus dem sich später Hetero- und Homosexuelle entwickeln würden (Freud 1977, S.22).

Mit Blüher fand die Auseinandersetzung um Homosexualität als Geschlechts- oder Objektphänomen ihren unerfreulichen ersten Höhepunkt, jedoch keineswegs ihren Abschluß. Nach dem Zusammenbruch des Nationalsozialismus, der gleich zu Beginn jeglicher Homosexuellenforschung und freien wissenschaftlichen Diskussion eine Ende gemacht hatte (ausführlich beschrieben bei Stümke und Finkler 1981), war es in der frühen Bundesrepublik vor allem Willhard S. Schlegel mit seinem 'konstitutionsbiologischen' Ansatz, der sich als Fortsetzer der Hirschfeld'schen Konstitutionslehre verstand und den Begriff der Zwischenstufen weiterführte (Gorsen 1984). Nach Schlegel (1969, S.376) "sind etwa 40 Prozent der Männer und der Frauen den Zwischenstufen zuzuordnen". Jenen 40% schrieb er als "angeborene sexuelle Verhaltensweisen" zu: häufiger Partnerwechsel, Abweichung "von der üblichen aktiven Sexualrolle des Mannes" und Homosexualität, d.h. eine feste Vermengung von Biologie und (Geschlechtsrollen-)Verhalten. Mit Vermessungen u.a. des Beckenausgangs versuchte er dies zu untermauern, stützte er sich doch auf die "gesicherte Tatsache, daß mit der Röhrenform des Beckenskeletts die sogenannten weiblichen Charakterzüge und die Neigung zu einem vorwiegend passiven Sexualverhalten, mit der Trichterform des Beckenskeletts die sogenannten männlichen Charakterzüge und die Neigung zu einer aktiven Rolle im Sexualverhalten verbunden sind"(a.a.O., S.52). Seine biologistische Sicht verband er mit derselben Begeisterung fürs 'Virile', welche schon die 'Gemeinschaft der Eigenen' und Blüher empfanden. Wie Blüher pries er die erzieherische Wirkung von Männerbünden inklusive homosexueller Beziehungen auf die "männliche Jugend" (Dannecker & Reiche 1974). Trotz dieser Übereinstimmung war Homosexualität für Schlegel ein Geschlechtsphänomen, mußte als Grundlage die Vermengung körperlicher und seelischer Geschlechtsmerkmale haben.

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Die Evolutionstheorie

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» Über die Entstehung der Arten () «
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der begünstigten Rassen im Kampfe um's Dasein

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Verlag: Wilhelm Engelmann
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So lange der Mensch überhaupt beobachtet, hat er die Erfahrung gemacht, dass Pflanzen und Thiere Nachkommen erzeugen , die den Eltern sehr ähnlich oder, wie man gewöhnlich zu sagen pflegt, "gleich" sind. Die Summe aller Nachkommen sogenannter "gleicher" Thiere, zusammen mit den Eltern , wurde nun nach ihren besonderen Charakteren anderen Thieren als selbständige "Art" gegenüber gestellt.

So bildete sich der physiologische oder genealogische Collectivbegriff der Art heraus, indem man die gemeinschaftliche Abstammung als Criterium der Zusammengehörigkeit festhielt. Zugleich nahm man die unbegrenzte Fruchtbarkeit und die sogenannte "Gleichheit" aller Individuen einer Art als selbstverständlich mit in den Kauf. Als nun die Zoologen und Botaniker anfingen, sich der Thiere und Pflanzen zu bemächtigen, sie einzusammeln und in Museen zu verwahren, sie zu beobachten und zu studiren, da gingen sie natürlich von dem allgemein verbreiteten Begriff der Art aus und hielten die drei Criterien der gemeinsamen Abstammung, der Fruchtbarkeit, der "Gleichheit" auch für die wilden Thier- und Pflanzenarten fest. Das erste Criterium indessen, die gemeinsame Abstammung, konnten sie zur Feststellung der Frage, was von ihren eingesammelten Objecten zu einer "Art" gehöre, nicht gebrauchen, das zweite, die Fruchtbarkeit der Individuen untereinander, ebenso wenig, also blieb ihnen nur die grössere oder geringere Aehnlichkeit der Körper. So bildete sich aus dem physiologischen und genealogischen allmälig der morphologische Artbegriff, indem man sehr richtig von der "Gleichheit" der Form auf gemeinsame Abstammung zurück schloss, die man anders nicht nachweisen konnte.

Unterdess hatte aber in der Praxis des Lebens das dritte Criterium, die "Gleichheit" der Individuen einer Art, einen argen Stoss erhalten : man hatte die Erfahrung gemacht, dass die Nachkommen der Hausthiere nach einer grossen Reihe von Generationen in ihren äusseren Formverhältnissen so weit aus einander gegangen waren, dass nur noch von einer im Verhältniss geringen Aehnlichkeit zwischen ihnen die Rede sein konnte. Der kleine krummbeinige Dachshund wich so auffallend vom grossen Windhund ab, die Kropftaube sehr bedeutend von der schlanken Botentaube, das leichte Rennpferd ganz entschieden vom plumpen Karrengaul, - und dennoch zweifelte Niemand an der gemeinsamen Herkunft der abweichendsten Racen, und Jeder rechnete sogar die Extreme mit zu einer "Art", trotz ihrer ausgesprochenen Ungleichheit. Man musste somit die Idee der vermeintlichen Gleichheit der Individuen einer Art aufgeben.

Sehr schlimm war dieses nun für die Zoologen und Botaniker, indem sie dadurch ihr einziges praktisch brauchbares Criterium des Artbegriffes verloren. In ihrer Praxis hatten sie es übrigens unbewusst bereits lange aufgegeben ; denn wenn sie die Exemplare, die als "eine Art" in ihren Sammlungen vereinigt waren, genau verglichen, so mussten sie gestehen, dass keines dem anderen vollkommen gleich, sondern nur mehr oder weniger ähnlich sei. Aehnlichkeit liess sich aber auch zwischen deutlich unterschiedenen Arten nicht läugnen, nur war der Grad derselben ein anderer. Linne war der Erste, der diesen verschiedeneu Stufen der Aehnlichkeit wissenschaftlichen Ausdruck gab. Indem er dem Begriffe der morphologischen Art, d. h. der Aehnlichkeit ersten Grades, den Begriff der Gattung (genus), d. h. die Aehnlichkeit zweiten Grades überordnete, fixirte er zugleich die Subordination dieser beiden Stufen für alle Zeiten durch Einführung der binären Nomenclatur. Jede Summe von Individuen grösster Aehnlichkeit erhielt als besondere "Art" einen Speciesnamen und mehrere Arten zusammen zur Andeutung ihrer entfernteren Aehnlichkeit einen gemeinschaftlichen Genusnamen, der bei der Bezeichnung dem Speciesnamen vorausgesetzt wurde. So heisst z. B. das Pferd Equus Caballus , der Esel Equus Asinus ; Equus ist der Gattungsname, der allen Pferdearten gemeinsam ist, also auch dem Zebra, dem Quagga, dem Onager u. s. w. zukommt, Caballus und Asinus sind Speciesnamen.

Mit der Constatirung verschiedener Aehnlichkeitsstufen, worin das unsterbliche Verdienst Linné's besteht, war nun auch der Anstoss zu weiterer Subordination der Verwandtschaftsgrade gegeben. Linné selbst vereinigte mehrere Gattungen zu je einer Ordnung, und mehrere Ordnungen zu je einer Classe, deren 24 sein Pflanzenreich und 6 sein Thierreich zusammensetzten. Latreille schob zwischen Ordnung und Gattung noch den Begriff der Familie, Cuvier und gleichzeitig Baer vereinigten mehrere Klassen zu je einem Kreis oder Typus und spätere Autoren vervielfältigten diese Stufenleiter bis zu 20, ja selbst 24 Categorien, wobei nicht nur dem Speciesbegriff übergeordnete (Gattung, Familie, Ordnung etc.), sondern auch untergeordnete Stufen der Aehnlichkeit mit besonderen Namen belegt wurden. Durch letzteres Verfahren wurde die Unterscheidung von "Subspecies", "Varietäten" oder "Racen" in der Wissenschaft geläufig. Die Hauptsache hierbei war, dass die Meinung, welche bisher der Species allein das physiologische Kriterium einer einheitlichen Abstammung vindicirt hatte, allmälig untergraben werden musste, indem man alle diese Collectivbegriffe, "Familie", "Gattung", "Art", "Varietät" als bloss graduell verschieden anzusehen sich gewöhnte, und nicht nur die Arten, sondern auch die weiteren Verwawdtschaftskreise durch bestimmte gemeinschaftliche Merkmale zu fixiren suchte.

So entstand allmälig das, naturhistorische System, bei dessen Ausbau man sich mehr und mehr bemühte, der natürlichen Verwandtschaft Ausdruck zu geben. Doch war die Bezeichnung "natürliche Verwandtschaft" lange ein leeres Wort ohne Bedeutung, so lange man eine Einzelerschaffung der Arten annahm, erst durch die Descendenz- oder Abstammungslehre bekam die Verwandtschaft der organischen Formen, von der Jeder sprach, die reale Bedeutung wirklicher Blutsverwandtschaft. War somit die Descendenztheorie ein logisch nothwendiges Postulat für naturhistorische Erklärung der überall beobachteten verschiedenen Verwandtschaftsgrade der Lebeformen, und daher auch seit dem Anfang unseres Jahrhunderts von zahlreichen Forschern ausgesprochen und deductiv als richtig bewiesen worden, so war doch die inductive Begründung von keinem der zahlreichen Vorgänger Darwin's (wir haben deren 47 aufgezählt) beigebracht worden. Daher stand die Descendenztheorie vor ihrer Neubegründung durch Darwin durchaus unbewiesen da und fand nur bei einem geringen Bruchtheil der Naturforscher Zustimmung, welches Verhältniss sich gegenwärtig zum Gegentheil gewandt hat.


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IV. Tier und Pflanze (S. 110)

Die Betrachtungen über Symbiose haben uns darauf geführt, daß zwischen Pflanzen und Tieren ein Gegensatz in der Art des Stoffwechsels existiert, der sich darin ausdrückt, daß Pflanzen zumeist Kohlensäure aufnehmen und Sauerstoff ausatmen, während die Tiere Sauerstoff einatmen und Kohlensäure abgeben. Hieraus könnte man schließen, daß es leicht sein müsse, allgemeingültige Unterschiede zwischen Pflanzen und Tieren ausfindig zu machen, wie denn in der Tat der Laie nie im Zweifel ist, bei den ihm allein bekannten höher organisierten Tieren und Pflanzen zu entscheiden, welchem Naturreich er dieselben zurechnen soll.

Je mehr man sich aber mit dieser Frage beschäftigt hat, um so schwieriger hat sich ihre Lösung herausgestellt. Schon die alten Zoologen kamen zur Auffassung, daß es Organismen gäbe, welche auf der Grenze von Tier- und Pflanzenreich ständen, und der Engländer Wotton nannte dieselben direkt Pflanzentiere oder Zoophyten. Jetzt wissen wir, daß die Pflanzentiere des Wotton echte Tiere sind mit einer oberflächlichen Pflanzenähnlichkeit; dafür sind wir durch das Mikroskop mit zahlreichen niederen Organismen bekannt geworden, deren Zugehörigkeit zu einem der beiden Naturreiche noch umstritten ist. Als solche sind zu nennen die Myxomyceten und viele Flagellaten.

Will man Unterschiede zwischen Tieren und Pflanzen ausfindig machen, so kann man einerseits physiologische, andererseits morhologische Merkmale heranziehen. Von physiologischem Gesichtspunkt ausgehend, schrieb Linne den Pflanzen nur die Fähigkeit der Fortpflanzung und Ernährung, den Tieren dagegen außer diesen noch die Fähigkeit der Bewegung und Empfindung zu. Seitdem wir wissen, daß das pflanzliche Protoplasma so gut wie das tierische reizbar und kontraktil ist, seitdem wir die lebhaften Bewegungen niederer Algen, die große Empfindsamkeit der Mimosen und anderer Pflanzen kennen gelernt haben, seitdem wir ferner wissen, daß zahlreiche selbst höher organisierte Tiere, wie Krebse, die Ortsbewegung verlieren und festwachsen und manche festsitzende Formen, wie viele Spongien, auch bei der genauesten Untersuchung unbeweglich und gegen Reize fast unempfindlich erscheinen, haben wir darauf verzichtet, die sogenannten animalen Funktionen als sichere Unterschiede zu betrachten.

Auch der Gegensatz im Stoffwechsel ist keineswegs durchgreifend. Jede Pflanze hat einen doppelten Stoffumsatz. Bei seinen Bewegungen und anderweitigen Lebensleistungen liefert das pflanzliche Protoplasma Kohlensäure und verbraucht Sauerstoff. Daneben geht unter dem Einfluß des Sonnenlichts und des Chlorophylls die Reduktion der Kohlensäure und die Abgabe von Sauerstoff einher. Am Tage überwiegen bei chlorophyllhaltigen Pflanzen die Reduktionsvorgänge so bedeutend, daß sich als Endresultat die Abgabe großer Mengen von Sauerstoff herausstellt, und nur nachts, wenn die Reduktionsvorgänge wegen des Mangels an Sonnenlicht eingestellt werden, kommt die Kohlensäureproduktion zur Wahrnehmung. Die Reduktionsvorgänge kommen aber sofort dauernd in Wegfall, wenn das Chlorophyll fehlt; chlorophylllose Pilze und Bakterien haben daher einen ähnlichen Stoffwechsel wie Tiere, insofern sie Kohlensäure produzieren. Ebenso ist es auch nicht richtig, daß nur die Pflanzen die Fähigkeit haben, Zellulose zu bilden. Denn Zellulose findet sich bei manchen niederen Tieren, den Rhizopoden, und in der relativ hoch organisierten Gruppe der Tunicaten: sie soll auch bei Ärthropoden verbreitet sein.

So kämen denn die morphologischen Merkmale zur Diskussion. - Vielzellige Tiere und vielzellige Pflanzen sind leicht zu unterscheiden, da erstere in der Keimblattbildung ein ihnen allein zukommendes Anordnungsprinzip der Zellen haben. Mit dem Auftreten des Gastrulastadiums ist jeder Organismus als unzweifelhaftes Tier charakterisiert. Indessen bei einzelligen Organismen kommt die Anordnungsweise der Zellen in Wegfall und kann nur die Beschaffenheit der einzelnen Zelle uns leiten. Gibt es nun unzweifelhafte morphologische Unterschiede zwischen der tierischen und der pflanzlichen Zelle?

Im Bau der Pflanzen- und Tierzelle ist ein wichtiger Unterschied dadurch bedingt, daß erstere eine Zellulosemembran besitzt, letztere dagegen zumeist membranlos ist. Auf diesen Unterschied muß in letzter Instanz das so verschiedene Aussehen der beiden Reiche zurückgeführt werden. Indem die Pflanzenzelle sich frühzeitig mit einem festen Panzer umhüllt, verliert sie ein gutes Teil von der Fähigkeit zu weiterer Umgestaltung. Daher sind pflanzliche Gewebe und Organe trotz mannigfaltiger intracellulärer Differenzierungen, wie z. B. der Chlorophyllkörner, einförmig gegenüber der ungeheuren Vielgestaltigkeit, welche die tierische Histologie und Organologie erkennen lassen. Die so außerordentlich viel höhere Stufe der Organisation, welche das Tierreich selbst in seinen niederen Klassen erreicht, ist zum großen Teil wohl eine Folge davon, daß die tierischen Zellen sich nicht eingekapselt und daher sich die Fähigkeit zu mannigfacher und höherer Entwicklung bewahrt haben.

Allein auch hier ergeben sich bei niederen Pflanzen und Tieren Übergänge. Bei niederen Algen haben die Zellkörper die Fähigkeit, aus der Zellulosemembran herauszutreten und herumzuschwimmen, ehe sie sich aufs neue einkapseln. Andererseits besitzen die meisten einzelligen Tiere die Encystierung; sie hören auf zu fressen und sich zu bewegen, kugeln sich zusammen und umhüllen sich mit einer festen, manchmal sogar aus Zellulose bestehenden Membran. Da in beiden Fällen ein Wechsel zwischen eingekapselten und freibeweglichen Zuständen vorhanden ist, kann nur die längere Dauer des einen oder des anderen bei der Unterscheidung leiten. Damit ist aber die Möglichkeit, daß indifferente Zwischenformen existieren, gegeben. Ihre tatsächliche Existenz ist Grund, weshalb wir auch jetzt noch keine scharfe Grenze zwischen Tier- und Pflanzenreich ziehen können.

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Begriffsentwicklung

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Ich bin mittlerweile bis zu den Anfängen der Begriffsentwicklung gelangt und wie sich darüber zeigt, so fand die Einführung und auch Anwendung der Begriffe auf der Grundlage des Jeweiligen teils für sich und auch getrennt voneinander statt, worüber sich auch weitläufig das Mix- und Mißwesen ergibt. Wie das historische Wörterbuch der Biologie darlegt, basiert der Ursprung auf dem der Sexualität durch Krøyer 1761 für die Botanik, woran sich das Weitere anschloß (Bisexualität durch Linné 1799). Seitdem gehen in der Biologie die ursprünglichen griechischen und die neueren lateinischen fundierten Deklarationen im Nebeneinander einher (Hermaphrodit: Plinius um 79). Markant hierin ist, daß die Umsetzung der sprachtechnischen Neubildung auf der Auseinandersetzung über die Geschlechtsbestimmung, auf was die männlich-weibliche Ausbildung beruht und man sich darüber sachtechnisch voneinander trennte. Ob das Huhn oder das Ei zuerst da war, bedarf keiner Klärung, diese Frage stellt sich nicht, jedoch bildet genau dies den Kern der Sache ab. So ist die Sache selbst auch elementar relevant für das Weitere (siehe mein Einbringen der Ausgeprägtheit!). Monosexual, Homosexual, Heterosexual (und auch Pygisten, was ebenfalls relevant ist) wurde um 1850 von Kertbeny eingeführt. Das Bindeglied zur Biologie ist einzig das der Sexualität, wohingegen die Kategorisierungen Neubildungen sind (relevant: ergibt daraus zwangsläufig auch ein Mix aus lateinisch-griechischem Sachbezug/Ideologie!). Die Inbetrachtziehung und Deklaration der 'menschlichen' Bisexualität geht aus der Vermischung des Homosexuellen mit dem Transsexuellen hervor (um 1900 - Details muß ich noch sichten - man vermutete dahintersteckend das Weibliche im Manne - auf jeden Fall ist es nicht so, wie z.B. Haeberle wiedergibt, daß es als 'logische Konsequenz' aus dem Homo-/Hetero heraus entstand!). Hierüber zeigt sich eindeutig, daß 'Bisexualität' als begriffliche Klassifizierung aus dem Biologischen übernommen wurde. Über die spezifische Beschäftigung mit der Transsexualität filterte sich diese wiederum als Eigenständiges, von der Hetero-/Homosexualität unabhängiges heraus und trennte sich damit verbunden auch gegenüber der Deklaration der Bisexualität. Als nächstes tritt das u.a. durch Freud Aufgebrachte auf den Plan, daß alle Menschen bisexuell seien. Elementar ist hierin, daß sich in der Zwischenzeit über die Beschäftigung mit der Homo- und Transsexualität überhaupt eine substanzielle Unterscheidung des Körperlichen und Psychischen als Ermessungsgegenstand entwickelte, hingegen über Freud's Aufbringen sich beides wieder miteinander vermischte, aufgrund dessen im weiteren Verlauf die Abneigung gegenüber der Sache dazu führte, daß die Bisexualität in der Inbetrachtziehung infolge der Ablehnung dessen regelrecht in der Versenkung verschwand. Über Kinsey's Berichte gelangt es wieder in Augenschein, maßgeblich darüber, daß er dieses Bildnis über die Statistiken abbildet. Elementar ist hierin die spezifizierte Einschränkung von 'rein' Hetero- und Homosexuellem auf die 0er und 6er, die Benennung der 3er als Bisexuelle und dem der 1,2,4,5er als undeklariertes/ungeachtetes Dazwischenstehendes, in Verbindung mit der Infragestellung, wie es sich denn damit verhalten würde, mit dem Ausmaß dieses Dazwischenstehenden. Wie man u.a. über Haeberle in der Bezugnahme zu den Berichten entnehmen kann, so hat man anderweitig ganz andere Vorstellungen. Bei genauerer Betrachtung der Entwicklung bei diesen wird vor allem deutlich, daß man darin die Heterosexualität und Homosexualität bis dato getrennt voneinander und einzig bezüglich ihres ambisexuellen Verhältnisses in Betracht zog. Bisexuelles war gar nicht ihr Thema, was man aus den diversen Gegenüberstellungen zu Kinsey Zahlen deklarationsgemäß rein auf Ambisexuelles ausgeführt, auch entnehmen kann. DARAUS bildete sich auch das, was man als "Bisexualität (eigentlich Ambisexualität)" überall antrifft. Die Bisexualität selbst ist einzig und wenn überhaupt, im Verhältnis von Kinsey's Aufweisen anzutreffen.

» Johann Ludwig Casper « (Rechtsmediziner)

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» Bezeichnungen für Homosexualitäten (Wikipedia) «

Quellenarchiv

» glbtq.com «

glbtq.com, which housed the world's largest encyclopedia of gay, lesbian, bisexual, transgender, and queer culture, closed on August 1, 2015. Most of the encyclopedia's entries, essays, and interviews have been archived online.


Gegründet und betreut seit 1994 von Prof. Dr. Erwin J. Haeberle

Erwin J. Haeberle (» Infos bei Wiki «) war einst Mitarbeiter des Kinsey-Institutes und hat darüber auch einen ganz speziellen Bezug dazu. 1994 gründete er das Archiv für Sexualwissenschaft am Robert-Koch-Institut in Berlin, das er von 2001 bis 2014 an der Humboldt-Universität weiterführte. Seither setzt er es in 15 Sprachen auf einem privaten Server fort als Archive for Sexology (wird jedoch nicht mehr aktualisiert).

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» Homosexualität als anthropologische Herausforderung (2001) «
Konzeption einer Homosexuellen Anthropologie
Erhard Köllner

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» Otto Stoll «
Schweizer Mediziner, Sprachforscher, Ethnologe und Geograph

» Suggestion und Hypnotismus in der Völkerpsychologie (1904) «

» Das Geschlechtsleben in der Völkerpsychologie (1908) «

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» Iwan Bloch «
einer der Begründer der Sexualwissenschaft als wissenschaftliche Disziplin

» Das Sexualleben unserer Zeit «
in seinen Beziehungen zur modernen Kultur

Der Einfluss äusserer Faktoren auf das Geschlechtsleben in England - I
Der Einfluss äusserer Faktoren auf das Geschlechtsleben in England - II
» Der Einfluss äusserer Faktoren auf das Geschlechtsleben in England - III (1903) «

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» Grenzfragen des Nerven- und Seelenlebens (1907) «
Herausgeber: Dr. L. Löwenfeld

Kapitel
» Grundbegriffe der Ethik (1907) «
Christian Freiherr von Ehrenfels

Kapitel
» Die Differenzierung von Mann und Weib als Geschlechtswesen «
Bisexualität, Heterosexualität und Homosexualität
L. M. Kötcher

Die reine Mischliebe im Bölscheschen Sinne ist bei allen vielzelligen Geschöpfen, wie gesagt, ein dem Individuum unbewusster, stiller Vorgang geworden und der ganze Sturm der Gefühle und bewussten Akte hat sich auf die notwendigen Präliminarien für den Mischvorgang geworfen, und der naive Geschlechtshunger hat sich in seinen Gefühlen und Akten überhaupt völlig unabhängig von der Hauptsache, der Ei- und Samenvereinigung gemacht. Wo die Geschlechter differenziert sind, sucht sich eben das ganze vielzellige männliche und weibliche Individuum möglichst zu vereinigen. Schon im Trieb, der zwei verschiedengrosse freilebende Zellen verschiedener Mutterzellen sich suchen liess und die Vermischung der Geschwisterzellen vermied, wohl zwecks vollkommenerer Stoffergänzung und grösserer Variationsmöglichkeit, - schon mit diesem Trieb war der Ausgangspunkt zur Differenzierung von zwei Geschlechtern, von Mann und Weib, gegeben. Als im zusammengesetzten Zellorganismus das Gesetz der Arbeitsteilung unter den verschiedensten Organen auch eine gewisse Zellprovinz, gleichsam ein Reservebecken für den Zweck der Fortpflanzung der Art, in den Generationsorganen mit ihren Keimzellen schuf, da führte es das angedeutete Prinzip der zwei Geschlechter durch Zuteilung der Samenapparate an den Mann, der Eiapparate an das Weib für die höheren Organismen immer konsequenter durch, und bei den Wirbeltieren mitsamt dem Menschen herrscht diese Differenzierung ganz regelmässig. Eine Parthenogenese, wie sie noch bei hochorganisierten wirbellosen Tieren vorkommt, ist hier völlig ausgeschlossen. Dennoch steht es fest, dass auch sogar beim Menschen in der Fötalzeit eine hermaphroditische Anlage vorhanden ist ; verkümmerte Reste der weiblichen Anlage beim Mann und der männlichen beim Weibe bleiben bekanntlich sogar das ganze Leben des Individuums hindurch bestehen. Und in anormalen Fällen findet man heute noch die bunteste Mischung aller Grade zwischen männlichen und weiblichen Geschlechtscharakteren vom Hermaphroditismus verus, wo männliche und weibliche Keimdrüsen in einem Individuum gleichzeitig bestehen, bis zum Pseudohermaphroditismus, bei dem wohl nur ein spezifisches männliches oder weibliches Gewebe der Geschlechtsdrüse vorhanden ist, die übrigen sexuellen Merkmale aber so verschieden in Erscheinung treten, dass sie das Bestehen eines der Art der Keimdrüsen widersprechenden Geschlechtes des Individuums vortäuschen, oder wenigstens sein Geschlecht zweifelhaft erscheinen lassen. Es besteht eine grosse Literatur über solche Fälle; ein ausserordentlich reiches Material hat neuerdings Taruffi zusammengestellt und Neugebauer vermehrt jährlich die Zahl solcher Beobachtungen beträchtlich (Jahrbücher für sexuelle Zwischenstufen).

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» Hans Blüher «
Psychologe und Philosoph

» Die drei Grundformen der Homosexualität (1913) «

Fernerhin bedürfen der Abweisung alle homosexuellen Fanatiker, die sich von der Propagierung der Homosexualität einen Kulturumschwung versprechen, einen Umschwung im Sinne der mannmännlichen Liebe. Diese Auffassung sieht in doppelter Hinsicht auf falsche Leitlinien. Zunächst ist die Zahl der Homosexuellen mit bewußter und voller Fixierung ans eigne Geschlecht prozentual gering und ihre Neigung ist den Normalen ganz unverständlich. Wenn diese sich nun zusammenschließen, ihr Liebesrecht geltend machen und z. B. durch Herausgabe schöngeistiger Zeitschriften den Verkehr untereinander aufrecht erhalten, so kann das nur anerkannt werden, aber doch eben nur als ein rein privates Unternehmen. Von diesem Punkte aus aber das Kulturleben umzugestalten ist ganz aussichtslos, weil eben die eigentlich kulturelle Frage nicht an der krassen Totalfixierung ans eigne Geschlecht verwurzelt ist, sondern in der allgemeinen Inversionsneigung. Also von einer Linie muß man ausgehen, nicht von einem Punkt, und wenn die Wissenschaft diese Linie nachweisen kann, so gehört das Problem eben in die universelle Sexualreform überhaupt hinein und kann sowieso, auch ohne die Mithilfe der eigentlich Homosexuellen nicht übersehen werden.

Der Grund für alle Mißverständnisse auf sexuologischem Gebiete ist offenbar in der sich allmählich vollziehenden Umgestaltung des Begriffes "Sexualität" zu suchen. Hier stehen sich zwei Schulsprachen, ohne es zu wissen, gegenüber und verwirren die Denkbilder. Das kommt in der Geschichte der Wissenschaften öfter vor und ist immer ein Zeichen dafür, daß ein wirklicher Fortschritt einsetzt. Ich führe hier als Beispiel nur die Umwandlung des Kraftbegriffes an: früher verstand man unter Kraft dasjenige, was eine Veränderung in den Dingen der Erfahrungswelt herbeiführt (vgl. hierzu John Locke in dem Kapitel "Of power" seines "Essay") Heute verstehen wir Kraft energetisch als etwas, was bei einer Veränderung verbraucht wird. Also etwas ganz anderes! Ähnliches beim Sexualitätsbegriff. Die ältere Schule fixierte den Begriff an die unmittelbare Tätigkeit der Genitalien und nannte eine Handlung oder einen Wunsch erst dann "sexuell", wenn es auf eine lustvolle Erregung der Sexualorgane abgesehen war. Heute ist diese Fassung nicht mehr brauchbar, und wer sich auf sie versteift, wird mit den wichtigsten Fragen der Sexuologie einfach nicht mehr fertig. Ähnlich, wie man in der Astronomie mit dem ptolemäischen Systeme nichts mehr anzufangen wußte und auf das kopernikanische hingestoßen wurde: man verstand die Erde erst, als man sie als Staubkorn begriff. Und so wird man in der Sexuologie erst wesentliche Lichtblicke bekommen, wenn man die eigentlichen sexuellen Handlungen nur als Spezialfälle und zwar als sehr seltene, eines weiteren und dauernd wirksamen Betätigungsgebietes auffaßt. "Pansexualismus" ist hierfür ein leicht irre führender Ausdruck, weil derartige Wortbildungen für eine ethische Kategorie beschlagnahmt sind, so z. B. Panslavismus und Pangermanismus. Hierin steckt immer ein Imperativ, daß etwas "pan" sein soll, während Pansexualismus durchaus nicht eine sexualisierende Tendenz in sich schließt, sondern lediglich einen neuen theoretischen Standpunkt bedeutet. Es wird also besser sein, statt eine neue Pansexualistengruppe zu bilden, den Sexualitätsbegriff durch eine neue Definition neu zu erschließen und man kann dann von der Wissenschaft verlangen - genau so wie in der theoretischen Mechanik beim Kraftbegriff - daß sie ihm folgt, wenn man ihr beweisen kann, daß es ohne ihn heute nicht mehr geht.

Der Mensch kann nicht allein sein. Ähnliche biologische Verhältnisse finden sich auch im Tier und Pflanzenreich, zunächst die Staatentiere, Ameisen, Bienen, Termiten, (worauf Friedlaender hinwies), dann alle Symbiosen von Tieren aus verschiedenen Klassen. Abstrahiert man hier von dem speziellen Nützlichkeitswerte dieses eigentümlichen Zusammenlebens, so bleibt als Rest der sozialsexuelle Trieb zum Zusammen-sein-wollen übrig. Auch gewisse Getreidearten (Weizen) bedürfen zu ihrem Gedeihen unbedingt des Zusammenstehens in einem Felde. Wem diese Analogien gewagt erscheinen und deshalb falsch, den erinnere ich daran, welchen erzwungenen und geradezu unfaßlichen Eindruck es für jeden Lernenden macht, wenn er hört, daß der Fall eines Apfels vom Baume die mechanische Gesetzlichkeit des Weltsystemes vollkommen in sich enthält. Hier wird die Bewegung par excellence, die als solche so überzeugend ins Auge springt, in Zusammenhang gebracht mit dem scheinbar Unbewegtesten von allem: dem Sternenhimmel. Und doch hat jener berühmte fallende Apfel im Garten Newtons diesem mit einem Schlage das Gravitationsgesetz enthüllt. Die Geschichte der theoretischen Wissenschaften ist voll von solchen Paradoxien und ein entscheidender Fortschritt in der Auffassung war bisher noch stets mit dem Gelächter der ersten Hörenden verbunden.

Die Fähigkeit und das Bedürfnis des Menschen, sich an beide Geschlechter anzuschließen und davon eine bestimmte Art der Befriedigung zu erlangen, die absieht von allen kulturellen Ueberbauen und Werten, nennen wir seine Bisexualität. Diese geht durch alle drei Phasen der alloerotischen Sexualität, wenn auch bei den meisten Menschen nur die erste (soziale) und ein Teil der zweiten (Kontrektation in verselbständigter Form) des einen Astes benutzt wird. Die Bisexualität ist also nicht eine bestimmte Eigenschaft einiger Menschen, sondern eine prinzipielle aller. Die alloerotische Sexualität des Menschen ist bisexuell, ähnlich, wie die Elektrizität bipolar ist. Bei der überwiegenden Majorität wird nun die homosexuelle Komponente durch die heterosexuelle unterdrückt, und zwar in verschieden spätem Alter und in verschieden starker Intensität, so daß sie bei manchen Menschen kaum je zum Vorschein gekommen ist und gleich mit der Pubertät ziemlich prompt die heterosexuelle Wahl eintrat, während bei anderen langes Schwanken bis in die spätesten Jünglingsjahre besteht und dann eine nur sehr oberflächliche Verdrängung erfolgt. Meistens aber bleibt die homosexuelle Richtung in der sozialen Phase stehen und dringt nur ganz selten einmal bei gewissen überschwenglichen Stimmungen Freunden gegenüber in die zweite. Aber dieser homosexuelle Triebast tut trotzdem seine Wirkung: er ist das eigentlich einigende Band der Menschheit. Wir sind heute nach den Forschungen von Heinrich Schurtz, Otto Weininger und Benedikt Friedländer langst darüber hinaus, in der Familiengründung die Grundlage zur Staatenbildung zu sehen. Die Liebe zum andern Geschlecht führt nie über die Ehe hinaus, während gerade das Interesse des Mannes am Manne und an den Interessen des Mannes die eigentliche Sozialisierung herbeiführt. Das Weib hat den Staat nicht erfunden.

Echtes Zwittertum ist bisher nicht erwiesen, dagegen einige Fälle neutrius generis mit ovotestis. Vgl. v. Neugebauer: Hermaphroditismus beim Menschen. ... Franz v. Neugebauer schreibt über den Hermaphroditen in seinem Standardwork "Hermaphroditismus beim Menschen" Seite 56: "Ebenso wie die sekundären Geschlechtscharaktere ist auch das psychische und sexuelle Empfinden ein den Geschlechtsdrüsen bald homologes, ihnen entsprechendes, oder ein ihnen nicht entsprechendes, heterologes." Und Seite 63: "Sehr wichtig ist die Verschiedenheit des Sexualempfindens bei Scheinzwittern. Die vita sexualis ist zuweilen ganz normal, oft garnicht vorhanden, wenig ausgesprochen, oder pervers, also homosexuell. Ja, es gibt Scheinzwitter, welche mit beiden Geschlechtern sexuell verkehren, viele, bei denen der Geschlechtsdrang anfangs ein männlicher war, dann in den weiblichen umschlug und umgekehrt." ... In demselben Sinne belehren uns Hirschfelds "Transvestiten" (Berlin 1912), deren in die Augen springende Weiblichkeit, die ihnen das Lebensschicksal bedeutet, durchaus keinen notwendigen Zusammenhang mit Homosexualität aufweist. Man sieht: die Androgynie des Menschen und seine Bisexualität gehen durchaus nicht parallel. ... Diese Einsicht ist auch Hirschfeld längst gekommen, der mit Recht nicht mehr von einer Zwischenstufentheorie spricht, sondern lediglich von einem "Einteilungsprinzip" der Zwischenstufen, und das ist ein vollkommen richtiger Gebrauch, denn die Zwischenstufen existieren und auch homosexuelle Zwischenstufen existieren.

Also: der Mensch ist nach einem androgynen Schema aufgebaut. Aus dieser prinzipiellen Androgynie erklären sich die deutlich bemerkbaren Zwischenstufen als verstärkte Spezialfälle und sind daher von dieser Grundlage aus vollkommen zu verstehen. Aber diese prinzipielle Androgynie ist durchaus verschieden von der prinzipiellen Bisexualität und hat theoretisch mit ihr garnichts zu schaffen. Sie wird aber fast überall mit ihr verwechselt! Hieraus stammt auch ein großer Teil der Irrtümer, die bisher in der theoretischen Morphologie der Inversion gemacht worden sind. Man braucht nur die unzähligen Aufsätze von Medizinern und Laien nachzulesen, und man wird in geradezu erdrückender Fülle ohne jede vorherige Sondereinteilung finden, daß die Homosexualität in naiver Selbstverständlichkeit mit Weiblichkeit zusammengebracht und "erklärt" wird. Aus der Bisexualität hebt sich ebenso klar der Männerheld und die Frauenheldin heraus, wie die verschiedenen Zwischenstufenformen sich aus der prinzipiellen Androgynie herausheben. Aber beides sind grundverschiedene Dinge.

Blüher beschreibt hierin seine Inversionslehre,
welche sich eng an Freud's anschließt, hingegen mit der Differenzierung kategorischer Typen.

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» Magnus Hirschfeld «

» Magnus Hirschfeld Stiftung «
» Digitalisate von Werken Hirschfelds «

» § 175 des Reichsstrafgesetzbuches (1898) «
die homosexuelle Frage im Urteile der Zeitgenossen

» Berlins Drittes Geschlecht (1901) «

» Was muss das Volk vom Dritten Geschlecht wissen! (1901) «

» Geschlechtsumwandlungen. Irrtümer in der Geschlechtsbestimmung (1912) «

» Der urnische Mensch (1903) «

» Vom Wesen der Liebe (1906) «
Zugleich ein Beitrag zur Lösung der Frage der Bisexualität.

» Die Transvestiten (1910) «
Eine Untersuchung über den erotischen Verkleidungstrieb,
mit umfangreichem kasuistischem und historischem Material.

» Die Vergeistigung des Geschlechtstriebes (1911) «

» Die Homosexualität des Mannes und des Weibes (1914) «

» Geschlechtskunde Vol. 1 (1926) «

» Geschlechtskunde Vol. 2 (1928) «

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» Sapphismus (Lesbos) «

Das Wort lesbisch leitet sich von der griechischen Insel Lesbos ab, die sich im ostägäischen Meer befindet. Die antike griechische Dichterin Sappho, die im 6. Jh. v. Chr. auf Lesbos lebte, hatte in ihren Gedichten die Liebe zwischen Frauen besungen, auch wenn ihre eigene sexuelle Orientierung bis heute umstritten ist. In der Antike wurde für weibliche Gleichgeschlechtlichkeit sowohl von den Griechen, als auch von den Römern unter anderem das Wort tribas verwendet, welches in verschiedenen Formen wie des Tribadismus oder der Tribadie und der Tribadin oder Tribade bis Mitte des 20. Jh. verwendet wurde und mit der Zeit eine immer engere Bedeutung bekommen hat. (Tribadie) Das in der Antike geläufige WortLesbiazo ("es machen wie die Frauen aus Lesbos"), bezeichnete orale Stimulation allgemein und Fellatio im Speziellen. Die erste eindeutige Verbindung zwischen weiblicher Homosexualität und der Insel Lesbos, von der die fiktive und als männlich beschriebene Tribade Megilla kommt und wo es mehrere ihrer Art geben soll, ist aus dem 2. Jh. n. Christus erhalten. Sappho betrieb auch eine Schule für aristokratische Töchter. In Analogie zum pädagogischen Eros der Päderastie wurde von Biographen im 3. Jh. n. Chr. das Wort gynerastia für die Beziehungen Sapphos verwendet. Bezeichnungen aus der Umgebung Lesbe und Sapphistin tauchen erstmals im Frankreich des 17. Jh. auf. Im Jahre 1787 erwähnt ein deutscher Lexikograph die Lesbiam Venerem ("lesbische Liebe"). 1837 ist im Brockhaus die sapphische Liebe erwähnt. Die Bezeichnung Lesbierin taucht gegen 1870 als Bezeichnung gleichgeschlechtlicher weiblicher Sexualität erstmals auf, 1890 wird das dazugehörige Adjektiv lesbisch erstmals im heutigen Sinne verwendet. Getreu anderer historischer Beispiele wie Sadismus oder Donjuanismus verwendet Krafft-Ebing einen Begriff aus der fiktionalen Literatur um in der Realität auftretende Fallbeispiele zu beschreiben. Im Jahre 1890 taucht der Begriff Lesbian auch erstmals im englischen Billing's Medical Dictionary auf und verbreitet sich schnell. Vor der Verbreitung der Bezeichnung Lesbierin, später Lesbe, wurde gelegentlich der Begriff sapphische Liebe oder Sapphismus verwendet. Angesichts der lange gepflegten gesellschaftlichen Unsichtbarkeit der homo- und bisexuellen Frauen wurden häufig auch Euphemismen wie "männlich wirkende Frau" oder "Freundin" als Umschreibung verwendet.

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Begriffsverhältnisse

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» IDC-Code F66 «
Psychische und Verhaltensstörungen in Verbindung
mit der sexuellen Entwicklung und Orientierung

"Info: Die Richtung der sexuellen Orientierung selbst ist nicht als Störung anzusehen."

F66.0 - Sexuelle Reifungskrise: "Die betroffene Person leidet unter einer Unsicherheit hinsichtlich ihrer Geschlechtsidentität oder sexuellen Orientierung, mit Ängsten oder Depressionen. Meist kommt dies bei Heranwachsenden vor, die sich hinsichtlich ihrer homo-, hetero- oder bisexuellen Orientierung nicht sicher sind; oder bei Menschen, die nach einer Zeit scheinbar stabiler sexueller Orientierung, oftmals in einer lange dauernden Beziehung, die Erfahrung machen, dass sich ihre sexuelle Orientierung ändert."

F66.1 - Ichdystone Sexualorientierung: "Die Geschlechtsidentität oder sexuelle Ausrichtung (heterosexuell, homosexuell, bisexuell oder präpubertär) ist eindeutig, aber die betroffene Person hat den Wunsch, dass diese wegen begleitender psychischer oder Verhaltensstörungen anders wäre und unterzieht sich möglicherweise einer Behandlung, um diese zu ändern."

F66.2 - Sexuelle Beziehungsstörung: "Die Geschlechtsidentität oder sexuelle Orientierung (heterosexuell, homosexuell oder bisexuell) bereitet bei der Aufnahme oder Aufrechterhaltung einer Beziehung mit einem Sexualpartner Probleme."

F66.8: "Sonstige psychische und Verhaltensstörungen in Verbindung mit der sexuellen Entwicklung und Orientierung"

F66.9: "Psychische und Verhaltensstörung in Verbindung mit der sexuellen Entwicklung und Orientierung, nicht näher bezeichnet"

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» SNOMED (1984) «
Systematisierte Nomenklatur der Medizin
Band 1: Numerischer Index
R.A. Cote

» Wikipedia « - Eine offizielle deutsche Übersetzung existiert nicht. Ein Teil von SNOMED CT wurde im Jahr 2003 von einer privaten Organisation ins Deutsche übersetzt und veröffentlicht, diese Version wurde seither jedoch nicht mehr gepflegt und ist daher veraltet.

96-99 Sexualstatus, Sozialstatus und verwandte Funktionen
960-963 Sexualstatus
  • F96000 normale Sexulalität
    • Heterosexualität
    • normaler Status
  • F96010 Sexualanomalie
    • anomale Sexualität
    • Sexualdevitation
  • F96020 normale Sexualentwicklung
  • F96030 anomale Sexualentwicklung
  • F96040 Hyposexualität
  • F96050 Hypersexualismus
    • Hypererotismus
  • F96060 normale Sexualität und Sexualentwicklung
  • F96070 anomale Sexualität und Sexualentwicklung
  • F96080 normale sexuelle Orientierung
  • F96090 sexuelle Orientierungsstörung
    • psychosexuelle Störung
  • F96100 Präpubertät
    • Vorpubertät
  • F96110 Pubertät
    • Geschlechstreife
    • Pubertas
  • F96120 Pubertas tarda
  • F96150 Virginität
    • Jungfräulichkeit
    • Jungfrau
    • Virgo (intacta)
  • F96160 keine Virginität
  • F96210 reife männl. Sexualität
  • F96220 reife weibl. Sexualität
  • F96250 Virilität
    • Mannbarkeit
  • F96260 Femininität
  • F96270 Intersexualität
  • F96310 Homosexualität
    • Uranismus
  • F96330 offenkundige Zwangshomosexualität
  • F96340 fakultative Homosexualität
    • (Am)bisexualität
    • Doppelgeschlechtlichkeit
    • Zweigeschlechtlichkeit
  • F96350 Ersatzhomosexualität
  • F96360 latente Homosexualität
  • F96370 symptomatische Homosexualität
  • F96380 Pseudohomosexualität
  • F96390 weibl. Homosexualität
    • lesbische Liebe
    • Sapphismus
    • Tribadie
  • F963X0 Homoerotik
    • Homoerotismus
  • F963Y0 Homogenialität

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» Wirwarr der Gefühle - sexuelle Orientierung und Sexualpädagogik «
Beate Martin in Sexualpädagogik in der Praxis, AJS Bayern 2002

"Die Erkenntnis, dass sexuelle Liebes- und Lebensformen veränderbar sind und gewechselt werden können, ist nicht neu. Bereits in den fünfziger Jahren hat der Amerikaner Alfred C. Kinsey die starre Welt der sexuellen Orientierung in Unordnung gebracht als er aufgrund einer Befragung belegen konnte, dass ein Fünftel der Frauen und die Hälfte der Männer, mindestens einmal Sex mit Partnern und Partnerinnen des gleichen Geschlechts noch vor Vollendung ihres vierzigsten Lebensjahres gehabt haben. Kinsey sprach damals von der Ambisexualität einiger Menschen. Gemeint sind diejenigen, die sich nicht eindeutig als Heterosexuelle, Schwule, Lesben oder Bisexuelle festlegen lassen möchten. Sie favorisieren die Wahlfreiheit ohne Festschreibung. Die meisten Menschen bevorzugen aber eine Kategorisierung ihrer sexuellen Identität, indem sie sich als homo-, hetero oder bisexuell bezeichnen."

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» Psychologische Entstehungshypothese
über die sexuelle Reifungskrise junger Erwachsener
als Folge einer Störung der Geschlechtsidentität
im Kindesalter aus Sicht der Analytischen Psychologie «

Herbert Antonu

Wellner, Brodda, Beach, drei große Endokrinologen, sowie die Autorin Karin Desirat, welche ich nun hier abschließen zitieren möchte, kommen gemeinsam nach eingehenden Untersuchungen zum Schluss, dass die Frage nach möglichen genetischen Ursachen für die Entwicklung von Abweichungen in der Geschlechtsidentität noch fast gänzlich offen sind. Maximal ein Mitverursachung, eine Beteiligung biologischer Faktoren ist bei der biologischen Geschlechtszuweisung nicht ganz auszuschließen, wie weit jedoch diese biologische Beteiligung geht, ist zur Zeit gänzlich unerforscht. Schlussendlich könnte man aus biologischer Sicht sagen: 'Der Ausstoß männlicher und weiblicher Hormone unabhängig vom Geschlecht eine deutliche Deklaration in der Sprache der Biologie ist, dass die Bisexualität ein Bestandteil der menschlichen Natur ist'.

Jung und Freud haben zu diesen Zeitpunkt scheinbar noch nicht erkannt (zumindest nicht niedergeschrieben), dass es neben der 'körperlichen' Bisexualität auch noch eine andere Ebene der Bisexualität gibt, diese bezeichnen Ian Baker und ich als 'Bisensualität' oder 'Bisensibilität' und meinen damit 'keine körperliche Bisexualität, sondern eine intime - erotische Bisexualität, dessen erstes und wichtigstes Prinzip das des 'körperlichen Zölibats' darstellt. Es handelt sich bei der 'Bisensualität' um eine ausschließlich intime erosbezogene rein spirituelle geistige Form der Bisexualität die wir 'Bisensualität' nennen. Denn gegenüber dem bekannten Begriff 'Bisexualität' der körperlich ausgelebt wird, hat die 'Bisenualität' nichts mit Körperlichkeit zu tun, sondern ist ein reiner emotionaler zwischenmenschlicher Austausch zwischen zwei Menschen gleichen Geschlechts. Diese Form des emotionalen gleichgeschlechtlichen Austausches sehe ich als wesentlichen Schritt im Individuationsprozess des Menschen an. In der nicht mehr das Genital (äußere Geschlecht) ausschließlich oder überwiegend für den emotionalen Austausch stehen sollte, sondern das der individuierte Mensch unabgängig vom eigenen oder vom Geschlecht des Gegenübers fähig ist, eine homoerotische Beziehung ohne körperlichen Austausch aufzunehmen und zu leben.

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Archiv für Sexualwissenschaft
» Encyclopedia of Homosexuality «
by Wayne R. Dynes

Bisexuality

Human bisexuality may be defined as the capacity to feel sexual attraction toward, and to consummate sexual performance with, members of the opposite and one's own sex. The concept needs to be distinguished from androgyny and hermaphroditism, with which, however, it is historically affiliated.

History of the Concept of Bisexuality. Modern thinking about bisexuality stems in part from medical investigations in the middle decades of the nineteenth century, which found that during the first few weeks after conception the urogenital system of the human embryo is undifferentiated as to sex. (Bisexuality in plants had been recognized since the beginning of the ninetenth century.) Determination of the anatomical gender of the organs of the originally neutral being is triggered by the intervention of mechanisms later identified as chromosomal. This embryological discovery suggested that human maleness and femaleness is in some sense secondary, and the puzzling duality of our natures could be restored, at least on the level of ontogeny, to a primal unity. Almost inevitably, these modern findings called to mind ancient Greek and Near Eastern mythological thinking about primordial androgyny. From this fertile mix of ideas it could be concluded that human sexual attraction should also be undifferentiated as to gender, since our postnatal gender dimorphism is but a secondary process superseding, but not completely effacing, an original oneness. The result of such research and speculation was to offer two complementary models, one of primordial unity, the other of a comprehensive triad: neutral, male, and female. Both the unitary and the triadic themes were to excercise their influence on the concept of sexual orientation.

Before this medical and mythological amalgam could be applied to the psychodynamic sphere, a conceptual apparatus had to be invented and diffused that assigned human sexual orientation to two distinct poles - heterosexual and homosexual - a polarity which is distinct from, yet analogous to the gender dimorphism of male and female. In classical antiquity and the Middle Ages, as well as in many non-Western cultures today, no such dichotomy was recognized. The medieval sodomite was viewed as a departure, sinful it is true, from universal human standards which form the abiding context. Thus, although the Middle Ages had to all intents and purposes its own notion of the homosexual (the sodomite), it lacked a concept of the heterosexual as such. The polarity of heterosexual and homosexual attraction was formulated in Central Europe in the 1860s by Karl Heinrich Ulrichs and Karoly Maria Kertbeny, who developed the homosexual concept. By the end of the century it had become widely familiar, and in the work of such writers as Richard von Krafft-Ebing, Otto Weininger, Wilhelm Fliess, and Sigmund Freud, the heterosexual-homosexual contrast melded with the previously discussed medical concept of primordial gender neutrality. Hence the Freudian idea of the "polymorphous perverse," in which the individual's attraction is freeform and undifferentiated (though in mature individuals this state yields to full heterosexuality). From this family of ideas descends the contemporary popular notion that "we're all bisexual."

In the 1940s growing dissatisfaction with such notions of bisexuality led to significant critiques. Sandor Rado's paper of 1940 signaled their abandonment by the psychoanalytic community. In 1948 Alfred C. Kinsey faulted the then-current concept of bisexuality on two grounds. First, in view of its historical origins, reliance on the term bisexuality fosters confusion between the categories of gender and orientation, which must be kept quite distinct. Second, Kinsey averred, the triad of heterosexuality, bisexuality, and homosexuality is too rigid, and should be replaced by his own more supple 0-6 scale. While Kinsey effectively attacked the prevailing exclusivism, his numerical scale presented its own problems and failed to gain widespread popular recognition. Its legacy was to leave the term "bisexual" with a somewhat amorphous and controversial claim to all those who could not be classified as exclusively heterosexual or homosexual.

The countercultural and social-utopian currents of the 1960s and 70s stimulated attempts at revision and partial restoration of the paradigm among many innovative (or would-be innovative) thinkers, who viewed the inherited "gender system" of fixed roles for men and women as an albatross which kept women inferior and hindered the full self-realization of both men and women. There was thus a trend to regard the anatomical differences of men and women as a minor matter. If this be so, it makes little sense to be overly concerned about the gender of the individual to whom one is attracted, and we are all free to be simply "humansexuals."

Also in this period the vocal assertion of homosexual rights, often cast in the minority mold, suggested to some that bisexuals too were a neglected and victimized minority, suffering from the invisibility which had once characterized homosexuality, and who should join together to fight for recognition and rights (Klein, 1978). Adoption of this "bisexual activist" view would lead to full-fledged recognition of three orientations, as seen, for example in the 1986 New York City gay rights ordinance, which explicitly protects heterosexuals, homosexuals, and bisexuals.

Contrasting with this triadic scheme is a unitary futurist Utopian model which posits bisexuality as the eventual human norm, superseding both exclusive heterosexuality and exclusive homosexuality which would be regarded as forms of sexual restrictiveness, and even bigotry.

In support of their contention, the advocates of bisexuality point to earlier civilizations and contemporary tribal societies where, they claim, bisexual response is the norm. This would be true also in advanced industrial societies, which, it is held, would be also bisexual were it not for their sophisticated apparatus of sexual repression. Here one should interject the caveat that since the concepts of heterosexuality, homosexuality, and bisexuality are themselves of recent Western origin, it may not be wise to impose them insouciantly on cultures other than one's own. Still, with all due caution, one can observe that some societies, such as ancient Greece and some contemporary Melanesian tribes do exhibit a serial bisexuality, in which the maturing male does undergo homosexual experience as part of initiatory rites, assuming the heterosexual roles of husband and father afterwards. This seriality is far, however, from the ideal of nonorientation propounded by some theorists, that is to say, the notion that an individual is free to chose objects of sexual attraction in total disregard of their gender.

Bisexual Liberation Movement. In the 1970s (and to a lesser extent in the 1980s) a number of organizations were active in support of "bisexual liberation", modeled on the gay liberation and the other sexual freedom movements. While these groups did not establish a consensus definition of bisexuality, they tended toward a broad conceptualization in which bisexuality was thought of as a basic capacity to respond erotically and emotionally/romantically to persons of either gender, either simultaneously or serially; the response did not have to be equal but had to be sufficient for a bisexual to feel somewhat alienated from identification as either homosexual or heterosexual.

Bisexuals, according to the leaders of this movement, were discriminated against by homosexuals as well as by heterosexuals, and much of the discussion revolved around a critique of homosexuals' attitudes toward bisexuality, and the exclusion of recognition of bisexuals in the gay movement, which was seen as dedicated to the fostering of an exclusively homosexual identity. Other topics were the implications of bisexuality for such institutions as marriage and the ghettoization which leaders decried in homosexual circles at the time. Bisexuals, it was held, should be allies in a common struggle with gays against discrimination, but should function as a bridge to the heterosexual world rather than being submerged in an exclusivist subculture.

Many bisexual spokespeople advocated bisexuality as superior (for various reasons) to either form of "exclusivism" (heterosexual or homosexual); they also held it to be much more threatening to the prevailing sexual norms, precisely because it potentially involved everyone rather than a small minority which could be ghettoized.

With the AIDS crisis in the 1980s, bisexuals were targeted as the most serious source of infection for the heterosexual majority, and "bisexual chic" passed as quickly as it had arisen. With it, for the most part, went the bisexual liberation movement. Its self-description as threatening had been realized all too quickly, but in a way none of its leaders had forseen. ...

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Gender Studies

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» The desire disorder in research on sexual orientation in women «

Contributions of dynamical systems theory (2012)
Archives of Sexual Behavior, 41, 73-83
» Lisa Diamond «

Wie man der Zusammenfassung dieser Studie mustergültig entnehmen kann, hat man zwischenzeitlich die Details der Inbetrachtziehungen erweitert. Man unterscheidet heute zwischen der sexuellen Veranlagung, der sexuellen (geistigen) Identität, der Attraktion und dem ausführenden Handlungswesen und die Grundlage bilden Langzeitstudien. Auch trifft man auf eine sachlich differenzierte Spezifizierung (Completely heterosexual, Mostly heterosexual, Bisexual, Mostly homosexual, Completely homosexual, orUnsure), die jedoch nach wie vor dem Kinsey-Prinzip entspricht, wie diese Aufzählung darlegt, die nämlich kein 'Completely bisexual' enthält, sich jedoch als inbetrachtziehender Aspekt der Studien aufweist. Darüber legt sich auch dar, daß man nach wie vor weit davon entfernt ist, die Bisexualität als solches zu spezifzieren und nur ein relatives Verhältnis dazu abbilden kann. So zeigt sich auch hierin die Markantz darin, daß man sich nach wie vor einzig auf den subjektiven Bezug zu zwei Geschlechtern (Mann/Frau) bezieht. Es wird in keiner Weise der ausfüllende Bestandteil bezüglich seiner sexuellen Konstitution hinterfragt. Die hinterfragende Erfassung bezieht sich hingegen spezifisch darauf, inwiefern sich ein konstantes Wirkwesen aufweist. In dem Bezug erfährt die Bisexualität somit über die neueren Studien zumindest in dem Punkt eine fokussierende Inbetrachtziehung, führt jedoch nicht dazu, deren Wesensart in Erscheinung treten zu lassen.

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Entwicklung

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» Human Rights (Schweiz) «
Abstimmung vom 09.02.2020

Die Stimmbevölkerung hat einer Erweiterung der Antirassismus-Strafnorm zugestimmt. Neu werden homophobe Äusserungen und Handlungen gesetzlich verboten, womit Lesben, Schwule und Bisexuelle einen verbesserten Schutz vor Hass, Hetze und Diskriminierung erhalten. Nicht bestandteil der Strafnorm ist der Schutz von intergeschlechtlichen und trans Menschen.

Die Gesetzesänderung ist auf eine von Mathias Reynard (SP/VS) eingereichte parlamentarische Initiative (13.407) zurückzuführen. Er hatte im März 2013 verlangt, dass auch homophobe Äusserungen und Handlungen gesetzlich zu verbieten seien, wie dies bereits für Rassismus oder Antisemitismus der Fall war. Die Initiative mündete im Jahr 2017 nach rund fünfjähriger Diskussion in einem Textentwurf der Kommission für Rechtsfragen des Nationalrates (RK-NR). Die RK-NR ging sogar noch einen Schritt weiter, indem sie auch die Geschlechtsidentität unter Schutz stellen wollte. Angesichts des Widerstandes des Bundesrates und des Ständerates sah sich der Nationalrat jedoch im Differenzbereinigungsverfahren gezwungen, auf diese Ergänzung zu verzichten. Gegen die Erweiterung der Anti-Rassismusstrafnorm wurde Anfangs 2019 das Referendum ergriffen, worauf die Gesetzesvorlage am 9. Februar 2020 vor das Stimmvolk kam.

Der Bundesrat stellte sich jedoch entschieden gegen die Aufnahme des Kriteriums der Geschlechtsidentität. Als ein zu «unbestimmtes Kriterium» könnte es nach der Meinung des Bundesrates «zu einer extensiven Auslegung führen und sich als problematisch in Hinblick auf die Vorhersehbarkeit des Strafrechts herausstellen». Deshalb empfiehlt der Bundesrat bei der Ergänzung auf dieses «Kriterium, dessen Tragweite nicht ausreichend voraussehbar ist» zu verzichten. Der Ständerat hat sich dieser Sichtweise angeschlossen und damit einen umfassenden Schutz der LGBTI-Gemeinschaft verhindert.

Hierüber kann man in aller Deutlichkeit den 'Mechanismus' erkennen, welcher hinter der stattfindenden Handhabe steckt und die vermeintlichen Bisexuellen derart in Betracht gezogen werden, wie es stattfindet. Dies beruht auf der 'bedingenden' Erachtung, daß sie der Hetero- und Homosexualität angehörig sind - ein Dazwischenstehendes/Dazugehöriges sind. Einzig in dem Bezug findet nach wie vor die Ambivalenz seine Inbetrachtziehung, nicht hingegen in seinem zugrundeliegenden Prinzip. Die Bisexualität erfährt somit auch 'nicht wirklich' seinen Status der Erachtung als eine weitere 'eigenständige', von der Hetero- und Homosexualität sich differenzierende sexuelle Veranlagung.

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Repräsentanten

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Vor 6 Jahren, als ich es schon einmal unternahm, über die Bisexualität aufzuklären, in Verbindung mit dem Aufbringen der bisexuellen Dritten, erwies es sich letztendlich als unmöglich, sich in irgend einer Weise Gehör zu verschaffen. Zu der Zeit gab es noch eine ganze Reihe von Repräsentanten und nirgends war auch nur ein annäherndes Herankommen möglich. Jetzt, wo ich wieder danach recherchiere, muß ich feststellen, daß es kaum noch Präsenzen gibt und bei den noch Präsenten kaum oder gar keine Aktivas anzutreffen sind. Der Hintergrund dessen verdeutlichte sich schon damals, denn Hip wurden LGBT im Verhältnis von Pan-/Omnisexuell und Queer, wie überhaupt die generelle Offenheit gegenüber jeglicher sexueller Lebensweisen und das Vereinen aller. Und so ist man allgemein mittlerweile bei LGTTIBQ+ gelandet, mit einem alle vereinenden Prinzipwesen.

Als übrig geblieben und einzig aktiv erweist sich nur noch BINe und wie deren öffentlich nachfolgend abgebildete Verlautbarung darlegt, so wird darüber auch die allgemein stattfindende Veränderung in deren Verhältniswesen beschrieben. Maßgeblich ist dem gegenüber jedoch die nach wie vor bestehende akademische Bezugnahme in Verbindung mit der Präsenz als Verein im Verhältniswesen dessen Deklaration und Satzung. Die als solche spezifizierte Bisexualität ist hierin nicht anzutreffen, hingegen erweist sich die inhaltliche Präsenz gegenüber der Deklaration als ein rein ambisexuelles Bezugswesen, abgrenzend zur Bisexualität und auch zur Homosexualität. Zur eindeutigen Klärung hatte ich eine Anfrage an den Vorstand des Vereins gesandt, inwiefern eine Unterscheidung zwischen Bisexualität und Ambisexualität stattfindet. Wie die erfolgte Reaktion daraufhin darlegt, so ist 'der inhaltliche Sachstand' als solches bei BINe eindeutig spezifiziert.

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» BiNe - Bisexuelles Netzwerk e.V. «

Der Begriff "bisexuell" unterstellt im Wortsinne, dass es nur zwei Geschlechter gebe, woran mit guten Gründen gezweifelt werden kann, und viele aus der LSBTIQA*-Bewegung bestreiten das Zwei-Geschlechter-Modell schon lange.

Ferner suggeriert er, dass es um Sexualität im engeren Sinn, um körperliche Aktivität gehe, was die Lebenswirklichkeit reduziert und eine verengte Sicht auf Liebe, Zuneigung und Begehren nahelegt.

Love knows no gender - aber was dann? Liebe meint Menschen - jeden Geschlechts. Einer Definition von Robyn Ochs folgend ist "bisexuell", wer sich zu mehr als einem Geschlecht hingezogen fühlt. Aber manche lehnen auch die Vorstellung einer Geschlechtsidentität ab oder verweisen auf zwischengeschlechtliche oder fließende Identitäten. Deshalb bezeichnen sich viele Menschen, auf die obige Definition zutreffen würde, nicht als bisexuell, sondern anders (queer, pan-, multi-, omni-, polysexuell, nicht-mono, hetero- oder homoflexibel) oder etikettieren sich lieber gar nicht.

... und warum wir ihn (trotzdem) verwenden

Eine aktive Interessensvertretung braucht aber einen Namen. Das Netzwerk hat sich bei der Vereinsgründung 1992 "bisexuell" genannt, weil die Genderdiskussion noch nicht so weit verbreitet und dies damals der allgemeinverständlichste und zweckmäßigste Begriff war. Vielleicht ist er das noch immer? Zumindest für eine breite Öffentlichkeit in Massenmedien, Politik und Gesellschaft trifft das wohl zu.

Die Mitglieder von BiNe - Bisexuelles Netzwerk e.V. bezeichnen sich selbst heute unterschiedlich, je nach sozialem Kontext als bi oder mit anderen Begriffen oder auch gar nicht. Die Gruppen an den CSD-Paraden und -ständen tragen oft mehrere unterschiedliche Flaggen und Bezeichnungen. Der Bi-Begriff ist im Wandel und wird vielleicht in Zukunft abgelöst durch einen anderen.

» Satzung «

Die Tätigkeit des Vereins ist darauf gerichtet, die Allgemeinheit auf geistigem und sittlichem Gebiet zu fördern durch die Aufklärung über bisexuelle Lebensformen, durch den Abbau von weitverbrei­teten Vorurteilen über bisexuelle Frauen und Männer sowie durch die Vermittlung der Erkenntnis der Sexualwissenschaft, daß Bisexualität eine gleichwertige Möglichkeit im Spektrum menschlicher Sexualität ist.

» BiNe's Zentrum für bisexuelle Lebensweisen «

... ist 1994 in Berlin als Erweiterung und Ergänzung des Beratungs- und Krisen-Telefons des Bisexuellen Netzwerks - BiNe e.V. - entstanden

Auszug aus » BiJou 28 (10/2013) « - » Das Bisexuelle Journal « von BINe

In eigener Sache: Bisexualität ist nicht gleich Bisexualität!
Nicht jede bisexuelle Person ist gleich gestrickt: Es gibt zig Variationen! Ich denke, die Unterschiede zwischen Bisexuellen selbst sind viel größer als die zwischen Hetero-, Bi- und Homosexuellen. Da nicht jede Ausgabe des BiJous alle Typen von Bisexuellen abdecken kann, hier noch einmal der Hinweis, dass Bisexuelle ganz unterschiedlich sein können:
  • monogam bis polyamorös,
  • treu bis fremdgehend,
  • nur Sex mit einem Menschen habend bis hin zum Swinger,
  • asexuell bis nymphoman,
  • von ein Geschlecht klar bevorzugend über fifty-fifty bis hin zu "queer" (offen über Geschlechtsidentitäten hinweg),
  • gar nicht geoutet bis hin zu komplett geoutet,
  • evtl. selbst transgender, intersexuell u.a. oder auch gar nicht,
  • sich selbst als bisexuell bezeichnend über offen, queer, ... bis hin zu jede Schublade verweigernd.
Jede Autorin, jeder Autor in diesem Heft hat da wohl auch ihre/seine ei-genen Vorstellungen - und nur mit dem Schreiben eines Artikels ist nichts über die eigene sexuelle Identität, Orientierung oder das Verhalten aus-gesagt.
Frank

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» Liebe-Leben-Leute «
Online-Bi-Community
(Martin Pflüger)

Hallo...
auf diesen Seiten findest Du Menschen, die nicht nur den Austausch zum » Thema Bisexualität « suchen.
Mit unserer Freiheit der » Bisexualität «, offen für alle Richtungen zu sein, verbinden wir die unterschiedlichsten Gruppen. Deshalb ist Jeder, der auf andere zugehen, zuhören und sich selbst einbringen kann, herzlich Willkommen.

Obwohl es keine Voraussetzung für Bisexualität (nach der altgriech. Vorsilbe bi- für "zwei", eigentlich "Ambisexualität") ist, seine "doppelte" Sexualität auszuleben, werden in der Regel nur solche Menschen als bisexuell bezeichnet, die bereit sind, mit Personen beiderlei Geschlechts eine emotionale und / oder sexuelle Beziehung oder Partnerschaft einzugehen.

Daß es zwischen Homosexualität und Heterosexualität noch einen sehr breiten bisexuellen Übergangsbereich gibt, ist leider wenig bekannt und wird kaum akzeptiert.

So groß, wie der Übergang ist, so unterschiedlich ist auch der Umgang damit. Es gibt keine einheitliche Denkweise. Ob als festes Paar mit gelegentlichen Ausflügen zum fehlendem Geschlecht, feste Dreierbeziehungen (s. Polyamorie) oder ein permanenter Wechsel.

Konstellationen, die auch recht häufig im bisexuellen Leben zu finden sind: Dreiecksbeziehungen (s. Polyamorie). Sie stehen zweifellos sehr in der Diskussion, da es dabei auch um die Werte der Treue und der "gesamten Liebe" geht. Es handelt sich meistens um eine bisexuelle Person, die die verschiedenen Geschlechter um sich "schart".

» Bisexuell.org «
Aktuelles, Wissenswertes und Historisches
(Martin Pflüger)

» Bisexuell.org auf Facebook «

» BiFly.org «
Aufklärungs- und Informationsmaterial zur Bisexualität
(Martin Pflüger)

Hierzu gilt es mir anzumerken, daß ich für eine Weile Mitglied im Forum Liebe-Leben-Leute war und dort in Verbindung mit der Gegebenheit der bisexuellen Dritten die regulierende Thematik der Bisexualität aufbrachte (» Der bisexuelle Dritte «, Beitrag vom 18.02.2014). Des weiteren gilt es, den Diskussionsverlauf meiner Kommentierung zu Herrn Pflüger's 'ideologischen Aufbringens' vom 25.02.2014 in Betracht zu ziehen - siehe: » https://www.liebe-leben-leute.de/bi-forum/liebe/re-verlaufen/view_3.html «. Mein Aufbringen:

"Hallo Mac, ..."

Ich war zuvor im Forum auf Inhalte getoßen, welche mir vermittelten, was es mit dem gonogam auf sich hat und dann stoße ich hier auch noch auf deinen Artikel 'Verlaufen' und deine Fragestellung: 'Jetzt wäre für mich die Frage, welche Alternativen es zu Gonogam gibt'.

Da muß ich sagen: die richtige Anwendung wäre gegeben, wenn man klar zwischen Bi- und Ambisexualität unterscheidet.

Die Frau in dieser "bisexuellen gonogamen Beziehung (Frau-Mann-Mann)" trägt bei mir die Deklaration 'bisexuelle Dritte' und die beiden Männer 'Pondants'.

Das funktioniert aber nur, wenn man die Bisexualität spezifiziert auf (s)ein FIXUM zu Dritt und die Ambisexualität differenzierend dazu auf seine VARIABILITÄT.

Das ist in der Biologie nach wie vor präsent und habe ich auch in meiner Ausführung unter "Verhältnissituation von Bisexualität und Ambisexualität in der Biologie/Botanik" auf meiner Internetseite http://www.sya.de/bisex/sprachverwirrungen.htm aufgeführt.

Darin sind bezüglich der Bisexualität beide Geschlechter (beständig) präsent (Geschlecht nicht wechselnd) und bezüglich der Ambisexualität gibt es ein 'simultan', wo beide Geschlechter gleichzeitig präsent sind, aber nur eines geschlechtsfähig und ein 'sequentiell', wo das Geschlecht wechselt - nur jeweils eines präsent ist.

Wie sich über die Verläufe herausstellte, so ist die 'Bisexualität', ausgehend vom Betreiber (Martin Pflüger), unerwünscht und letztendlich wurde ich auch aus dem Forum auf profane Weise gemobbt und daraufhin ausgeschlossen. Hinzu kommt, daß der Betreiber, wie die Dialoge mit diesem darlegten, die selbstdeklarierte » Gonogamie/Gonoamorie « repräsentiert (Lebensform von Bisexuellen, bei denen zwar eine polyamore Lebensweise vorliegt, welche sich aber auf jeweils nur eine Person pro Geschlecht beschränkt). Auch hier ist die Deklaration der Bisexualität nur der Deckmantel der Handhabe. Die Betreibung und Betreuung von Liebe-Leben-Leute wurde in 2018 eingestellt (siehe: » Info «), hingegen erweist sich die Facebookseite für Bisexuell.org noch als aktiv. Als ursprüngliche Begründer von Bisexuell.org in 2010 daklarieren sich » Deef Pirmasens « und » Paula «, dem gegenüber jedoch in einem Bericht von LLL namenlos in » BiJou 28 (10/2013) « von einer Gründung in 2006 die Rede ist.

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Alle weiteren Links deutschsprachiger repräsentierender Angebote, welche ich einst zusammengetragen hatte, existieren nicht mehr. Es ist somit ziemlich ruhig geworden und so ergibt sich auch Freiraum für die Entfaltung des Selbst der Bisexuellen, denen daraus nämlich einzig Bedrängungen heraus entstanden sind.

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LGBT(T)I(Q+)

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Der Verlauf der Entwicklung der Zusammenschlüsse begründete sich in ihrem Ursprung auf dem der Lesbien- und Gay-Community und erweiterte sich schrittweise gemäß der Listung der weiteren Bestandteile, in welchem zunächst die Bisexuellen, dann die Transsexuellen/Transgender und regelrecht im Verbund auch die Intersexuellen und letztendlich nicht nur Queer, sondern darüber auch Jegliches darüber Hinausgehende über das + eingebunden wurde, was nicht der regulären (heterosexuellen) Norm der Geschlechtsidentität und Geschlechtsverbindung entspricht. Zielsetzung darin ist damit verbunden auch, die normative Akzeptanz und regulative Anwendung gemäß der Homosexualität auf die angliedernden Mitglieder auszuweiten und damit verbunden auch als Verbund zu interagieren.

Gemäß meiner Auszeichnung der in Klammer gesetzten Anteile, gibt es diverse Unterschiede der Art und der anteiligen Mitglieder der Zusammenschlüsse, worin zunächst auch einmal das Verhältnis von Transsexuellen und Transgendern herausragt. Wie ich bereits im Abschnitt » Transgender « erläuterte, gibt es hierin ein Spezifizierungs- und Deklarationsproblem, was auf dem Verlauf der Weiterentwicklung des Ursprungs beruht. Gemäß dem trifft man hierin einerseits auf nur ein T, mit Bezugnahme auf Transgender, hingegen bei anderen auf zwei T, worin es sich auf die differenzierende Anteilnahme beider bezieht. Des Weiteren ist auch Queer und + nur in einigen enthalten. Gerade über die Integrierung von Queer und + weist sich jedoch die aktuelle Entwicklung auf, in welcher der Anspruch darauf hinausläuft, generell jedem die Freiheit seiner eigenen Wahl/Entscheidung über sein Sexualleben des Miteinander zu überlassen und repräsentiert die generelle 'Unspezifiziertheit' der Selbstbestimmung.

Betrachtet man sich den Verlauf der Ausweitung in Anbetracht dessen, daß nicht die Bisexuellen, sondern die Ambisexuellen integriert wurden, so zeigt sich darüber auch, daß Q+ darin bereits Bestandteil war und ist. Die Infragestellung, inwiefern sich das Eine von dem Anderen unterscheidet, erübrigt sich aus sich selbst heraus. Der Unterschied ist vielmehr marginal gemäß dem, inwiefern der Geschlechtsbezug Maßstab der Inbetrachtziehung ist. Die weitere elementare Veränderung besteht damit verbunden auch darauf, daß nicht mehr die Veranlagung als solches die Grundlage bildet - die sexuelle Ausrichtung, sondern die sexuelle Orientierung (auch diese Unterscheidung wurde zwischenzeitlich 'in einen Topf' geworfen!). Gerade hierüber verdeutlicht sich auch, was man generell heutzutage antrifft, daß nämlich die Veranlagten zu einer Minderheit geworden sind darin, aufgrund dessen dies auch entsprechend nicht nur in den Hintergrund, sondern gar ins Abseits gerät. Es ergeht somit der Sache selbst, wie es den Bisexuellen ergangen ist und zeigt darüber auch in aller Deutlichkeit, daß das Eine mit dem Anderen zusammenhängt!

Eine Infragestellung, inwiefern darin zwischen Bisexuellen und Ambisexuellen unterschieden wird - Bisexuelle überhaupt darin repräsentiert werden, erübrigt sich aufgrund der allgemeinen Gegebenheit der vorausgehenden institutionellen Repräsentanz, welche einzig dorthin übertragen wurde. Hingegen stellt sich die Frage, inwiefern überhaupt Veranlagte darin noch ihre 'inhaltliche (personelle) Repräsentanz' erfahren. Gerade über das Verhältnis der antreffenden Situation der Bisexuellen verdeutlicht sich nämlich, daß bei den diversen Repräsentanten generell die Veranlagung gar nicht mehr das leittragende Thema ist - sein kann, da sich bereits LGB(TTI) als solches dem gegenüber nicht abgrenzen läßt/kann, insofern nicht zwischen Bisexualität und Ambisexualität unterschieden wird und die Bisexuellen den ausfüllenden Bestandteil der Repräsentanz bilden!

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Partnervermittlung

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» Gleichklang Ltd. «

Partnervermittlung
Gründer: Dr. Guido F. Gebauer
Geschäftsführer: Seksan Ammawat

Gleichklang ist der einzige Anbieter für eine psychologische Partnervermittlung für Bisexuelle in Deutschland, Österreich und der Schweiz! Wir erheben von jedem unserer Mitglieder die Akzeptanz für Bisexualität und offerieren Ihnen nur solche Vorschläge, wo diese Akzeptanz auch gegeben ist. Deshalb finden immer mehr bisexuelle Männer und Frauen den Weg zu Gleichklang.

Seit unserer Grüdung 2006 ermöglichen wir als einzige psychologisch fundierte Partnervermittlung eine bisexuelle Suche: Bei Gleichklang können Sie als bisexueller Mann oder bisexuelle Frau drei Arten von Partnerschaften finden: (1) Partnerschaft mit einer Person, die Ihre Bisexualität akzeptiert, (2) Partnerschaft mit einer bisexuellen Person, mit der sie Ihre Bisexualität gemeinsam leben können, (3) Partnerschaft mit mehr als einer Person auf der Basis gegenseitiger Loyalität, Liebe und Bindung. 90% unserer bisexuellen Mitglieder suchen eine Beziehung zu zweit, 10% entscheiden sich für die Variante mit mehr als zwei Personen.

Die Ignoranz gegenüber bisexuellen Singles durch die anderen Partnerbörsen ist eine Diskriminierung, die gleichzeitig deutlich macht, wie sehr auch die Gesellschaft im Allgemeinen nach wie vor Bisexuelle und ihre Belange ignoriert. Nur so ist es erklärbar, dass es keinen Aufschrei gegen die Diskriminierung bisexueller Männer und Frauen durch nahezu alle Anbieter auf dem Dating-Markt gibt. Bisexuelle verfügten über keine ausreichend Lobby in Politik und Gesellschaft, so dass ihre Diskriminierung auf dem Dating-Markt weitgehend kommentarlos hingenommen werde.

Die Ignorenz gegenüber den Belangen bisexuelle Singles durch die meisten Partnervermittlungen im Internet spiegelt das Grundproblem der weitgehenden Unsichtbarkeit bisexueller Lebensweisen in der Gesellschaft wieder. Mithilfe der bisexuellen Suchoption leistet Gleichklang als Partnervermittlung einen Beitrag, um die Sichtbarkeit der Bisexualität zu erhöhen und die Akzeptanz für die biexelle Orientierung zu verbesern. Hierfür betreiben wir zusätzlich das bisexuelle Informations-Portal www.bisexuell.net.

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» bisexuell.net «

Bisexualität ist die dritte große sexuelle Orientierung neben Heterosexualität und Homosexualität. Bisexuell zu sein, bedeutet, eine unmittelbare sexuelle, emotionale und romantische Attraktion durch die Merkmale beider Geschlechter zu verspüren. Bisexuelle erleben also die körperlichen Merkmale von Frauen und von Männern als sexuell anziehend, sind daher durch Personen beiderlei Geschlechts erotisch ansprechbar und können ebenfalls eine emotionale und romantische Hinziehung zu Personen beiderlei Geschlechtes erleben. Entsprechend können Bisexuelle auch partnerschaftliche Beziehungen mit Personen beiden Geschlechts führen.

Innerhalb der Bisexualität ergeben sich vielfältige mögliche Ausdrucksformen von Sexualität und Bindung: So kann Bisexualität die Form eines "entweder oder" einnehmens, wo sexuelle und partnerschaftliche Beziehungen entweder mit einem Mann oder mit einer Frau geführt werden. Ebenso möglich ist jedoch ein "sowohl als auch", wo Sexualität und/oder Partnerschaft sowohl mit dem männlichen Geschlecht als auch mit dem weiblichen Geschlecht stattfinden. Weiterhin ist zwischen Sexualität und Partnerschaft zu differenzieren. Partnerschaft mag exklusiv an eine Person gebunden sein, während zusätzlich durchaus sexuelle Kontakte zu Personen des anderen Geschlechtes stattfinden können. Ebenfalls können aber Partnerschaften aus mehr als 2 Personen entstehen, wo typischerweise in Dreier- oder Viererkonstallationen mindestens eine der beteiligten Personen sexuelle und partnerschaftliche Kontakte zu mindestens zwei weiteren Beziehungspartnern unterschiedlichen Geschlechts pflegt. In einer Konstellation mit mindestens vier Personen sind ebenfalls komplett symmetrische bisexuelle Beziehungen möglich, wo alle Beziehungspartner sowohl sexuell-partnerschaftliche Kontakte zum männlichen als auch zum weiblichen Geschlecht aufweisen.

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Pressebericht
Zaro News Magazin
Partneragenturen grenzen Intersexuelle und Bisexuelle aus

Das Bundesverfassungsgericht hat den Gesetzgeber verpflichtet, bis Ende 2018 einen positiven Eintrag von intersexuellen Menschen in das Personenstandsregister zu ermöglichen. Seksan Ammawat, Geschäftsführer der Online Dating-Plattform www.Gleichklang.de, hofft, dass dies auch die großen Dating-Plattformen zum Anlass nehmen, Intersexualität zu entdecken. Denn bei nahezu allen Partnervermittlungen im Internet könnten Mitglieder nur angeben, ein Mann oder eine Frau zu sein. Entsprechend sei es auch nur möglich, nach Männern oder Frauen zu suchen. Intersexuelle fielen so durch alle Raster der führenden Internet-Partnervermittlungen.

Seksan Ammawat weist darauf hin, dass es eine weitere ganze Gruppe von Menschen gebe, die von den meisten Online-Partneragenturen komplett ignoriert würden: Bisexuelle. Bisexualität beziehe sich anders als Intersexualität nicht auf geschlechtliche Merkmale, sondern auf die sexuelle Orientierung. Für Bisexuelle sei Sexualität und Liebe mit Personen beiderlei Geschlechts möglich. Bei den führenden Online-Partnervermittlungen könnten Mitglieder in der Regel aber immer nur nach einem Geschlecht suchen. Bisexuelle müssten sich entweder auf ein Such-Geschlecht festlegen oder müssten durch die Buchung von zwei Profilen den doppelten Preis zahlen.

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» zu-zweit.de «

Was Gebauer und Ammwat dargelegen, erweist sich derart im Bezug auf dauerhafte Patnerschaften für Singles. Hingegen gibt es auch die Gegenseite der Inbetrachtziehung und somit Angebote für Paare. Im Bezug auf Dating und 'offene Beziehung' ist man da recht kreativ und wie nachfolgendes Bildnis von zu-zweit.de darlegt, so gilt darin gar das Dating als Grundstock für die ewige Liebe - zu Dritt? Nein, das ist damit darin nicht gemeint, sondern die des zu Bundes des zu-zweit in Verbindung mit Dritten. Da hat man wohl eindeutig noch nicht erkannt, daß da noch etwas anderes ist. Zu-Zweit ist auch nur die Test- und Vergleichsplattform, repräsentiert jedoch die Gegebenheiten der Börsen, die sie über ihr Programmangebot darstellen, die wie es sich darlegt, geschäftlich alle miteinander verknüpft sind.

zu-zweit.de

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» Kontaktboersen.de «

Vergleichsportal für Online-Partnersuche

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DIVERSITY / HR

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» Out Executives «

Germany's Top 100 Out Executives ist eine Liste, lesbischer, schwuler, bi* sowie trans* und inter* Personen, die geoutet sind und beruflich Erfolg haben. Sie sind aktive Rollenbilder für die LGBT+ Community in der Arbeitswelt und stehen so für LGBT+ Chancengleichheit ein. Ähnliche Listen sind bereits in den USA und UK zu finden. Die GERMANY'S TOP 100 OUT EXECUTIVES ist jedoch in Deutschland die erste Liste dieser Art und macht geoutete LGBT+ aus der Wirtschaft als stolze Vorbilder sichtbarer. Daher haben wir als UHLALA Group und PROUT AT WORK-Foundation die GERMANY'S TOP 100 OUT EXECUTIVES Liste ins Leben gerufen. Initiator der Liste ist Stuart B. Cameron CEO der UHLALA Group.

Artikel wie "Companies chase 'return on equality" in der Financial Times berichten davon, dass 70 % der nicht geoutete LGBT+ Mitarbeiter_innen das Unternehmen innerhalb von 3 Jahren verlassen (» Financial Times «). Außerdem weist der Economist darauf hin, dass 62 % der Absolvent_innen der Generation Y, die bereits an der Universität geoutet waren, mit Eintritt in das Arbeitsleben wieder zurück "in the closet" gehen (» The Economist «). Auch die in 2017 erschienen Studie "Out im Office?!" von Prof. Dr. Dominic Frohn, zeigt auf, dass an Arbeitsplätzen in Deutschland immer noch ein tägliches Versteckspiel in Bezug auf die sexuelle Orientierung oder auch der geschlechtlichen Identität stattfindet. Auch in den Führungsetagen, sind 6 von 10 LGBT+ Führungskräften nicht am Arbeitsplatz geoutet (» Diversity-Institut «).

» UHLALA Group «

Die UHLALA Group ist mit ihren Marken & Projekten wie STICKS & STONES, UNICORNS IN TECH, RAHM oder PANDA eines der führenden LGBT+ Social Businesses. Die UHLALA Group setzt sich seit 2009 weltweit für die Vernetzung, Weiterbildung und Förderung von LGBT+ Menschen im Berufsleben ein und bringt sie in Kontakt mit LGBT+ freundlichen Unternehmen und Organisationen. Mit ihrer langjährigen Expertise unterstützt die UHLALA Group Arbeitgeber bei der Umsetzung ihres LGBT+ Diversity Managements - beispielsweise durch Events, Vorträge und Consulting. Die UHLALA Group verfolgt das Ziel, Chancengleichheit für LGBT+ Menschen in der Arbeitswelt zu erreichen.

» Prout at Work «

PROUT AT WORK ist eine gemeinnützige Stiftung, die sich für ein diskriminierungsfreies und offenes Arbeitsumfeld einsetzt, in dem Vielfalt wertgeschätzt und gefördert wird. Ihr Engagement gilt dem gegenseitigen Verständnis und der Chancengleichheit von Menschen jeglicher sexuellen Orientierung, geschlechtlichen Identität und jedweden geschlechtlichen Ausdrucks am Arbeitsplatz. Der Einsatz für eine diskriminierungsfreie, offene Arbeitswelt und den Abbau von Homophobie reicht von Pressearbeit und Veranstaltungen über die Beauftragung und Veröffentlichung von Studien, Ratgebern und Infomaterial bis zum Austausch und der Zusammenarbeit mit professionellen LGBT+ Netzwerken.

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Lektüre

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Kulturelles (Bücher)


Verlag: Routledge
and

To the best of our knowledge, Same-Sex Desire and Love in Greco-Roman Antiquity and in the Classical Tradition of the West is the first published collection devoted to same-sex desire and love in the ancient Greco-Roman world. For more than a quarter of a century now, since the landmark publication of Kenneth Dover's Greek Homosexuality in1978, there has been a steady stream of books, monographs, articles,and conference papers, many of these looking at the phenomena of homoeroticism and homosexuality within the context of sexuality in the ancient world as a whole. The time seems ripe, therefore, for a wide-ranging collection of papers that will demonstrate to classicists and non-classicists alike how much the study of same-sex desire and love in Greco-Roman antiquity has advanced in the past quarter-century. The papers of this volume reflect not only an ever-expanding range of Specialized literary, socio-historical, and art-historical scholarship that has been brought to bear on the subject, but also the often heated debates ontheoretical and foundational perspectives, such as those emanating from feminism or social constructionist thinking.


oder Wörterbuch über die Physiologie
und über die Natur und CulturGeschichte
des Menschen in Hinsicht auf seine Sexualität

()

Amor ward in der neueren Mythe ein loses, schönes Knäbchen, als Symbol der ersten, unschuldig - schelmischen Jugendliebe ; man gab ihm Pfeil und Bogen, womit er die Herzen verwunde, hindeutend auf die tiefen Schmerzen der unglücklichen Liebe ; man gab ihm auch wohl eine brennende Fackel, denn treffender als mit einem Feuer hat kein Volk, seine Sprache das Gefühl der Liebe zu vergleichen gewußt : man gab ihm eine Binde um die Augen, denn es ist das große, weise Gesetz in der Natur, daß nicht trockener, überlegender Verstand, daß nicht klügelnde Wahl, sondern ein blinder Instinkt das Geschöpf zum Geschöpfe zieht :man gab endlich dem Amor einen Bruder Kupido, denn ach! das Verlangen ist der Bruder, der treueste Gefährte der Liebe!

» Die Sexualität des Menschen () «
De Gruyter Verlag

Angesichts der allgemeinen toleranten Einstellung der Poyleniser in sexuellen Fragen überrascht es nicht, daß auch homosexuelle und ambisexuelle Handlungen bei ihnen ganz offen ausgeübt werden konnten und als natürlich angesehen wurden. Transsexuelle konnten ihre Neigungen entsprechend leben, daher nahmen einige Männer Frauenrollen an. Unter diesen Umständn ist es wohl fraglich, ob die Bezeichnung "sexuelle abweichendes Verhalten" im Hinblick auf die Polynesier überhaupt einen Sinn ergibt. Es gab natürlich gewisse sexuelle Tabus (das Wort "Tabu" selbst ist polynesischen Ursprungs). Sie hatten indess eher mit gesellschaftlichen Schranken und Fragen des Ranges zu tun, als mit der sexuellen Handlung selbst. Bei der Wahl der Ehepartner gab es feste Regeln, aber sie verhinderten kaum eine sexuelle Erfüllung.

» Das geheime Wissen der Frauen «
Zweitausendundeins, Hardcover, ISBN:386150006X (1993)
DTV, Softcover, ISBN: 342336078X (1997)
Arun-Verlag, Hardcover, 1226 Seiten, ISBN:9783935581264 (1999)
Hrsg.: Dagmar Kreye, Übersetzung: Ulrike Bischoff
Original: » The woman's encyclopedia of myths and secrets (1983) «
Autorin » «

"Das ist der Daumen, der schüttelt die Pflaumen, der hebt sie auf..." Wer kennt ihn nicht, diesen Abzählreim aus frühen Kindertagen? Aber wer weiß noch, was sich an tieferem Sinn und jahrtausendealter Kultur hinter dieser magischen Fingerformel verbirgt, wer weiß, dass in der vorchristlichen Zeit der Daumen für die Seele des Kindes stand, der Zeigefinger der Mutterfinger war, der Mittelfinger hingegend der Vaterfinger, dessen Karriere als Phallussymbol bis in die heutige Zeit reicht? Und weiß man, warum der Freitag, der Tag der Göttin Freya, als unglücksbringend gilt? Was dieselbe heidnische Göttin mit dem Wort Schiff und Fregatte zu tun hat? Und dass das heute geächtete Zunge zeigen einst eine heilige Geste war und Zegnisse davon sich in gotischen Kathedralen und ihren zahlreichen Figuren finden? Früher wusste man das alles: Frauen wussten es und Männer wussten es. Und Männer waren es, die all das Wissen, das die herrschende Rolle der Frauen bei der kulturellen Evolution unserer Spezies belegt, unterdrückt und verdreht haben, um die patriarchalisch geprägten Macht- und Denkstrukturen im jüdisch-christlichen Abendland zu installieren und zu festigen. Diese feministische These ist dank Barbara G. Walkers einzigartiger Enzyklopädie mit 1350 Stichwörtern zu Mythologie, Religion, Sexualität, Geschichte, Kultur und Sprache, gesammelt in 25 Jahren detektivischer Arbeit, zu einer nicht mehr zu leugnenden Tatsache geworden - für jede Frau und jedermann!

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Spezifisches

» Biphobie «
» Why Do Lesbians Hate Bisexuals? «
» Bisexual erasure or bisexual invisibility «

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Erfahrungsgeschichten


Eine Geschichte der Weiblichkeit
Übersetzung von Karola Bartsch, Gabriele Gockel und Barbara Imgrund
Rowohlt Verlag
Orignal: Vagina. A new biography, London (2012)
Virago Press
» «

Warum überhaupt ein Buch über die Vagina? Ich habe mich immer für die weibliche Sexualität interessiert. Die Art, wie eine Kultur auf die Vagina blickt - sei es respektvoll oder verächtlich, fürsorglich oder geringschätzig -, steht stellvertretend dafür, wie in der betreffenden Zeit und an dem betreffenden Ort auf die Frau schlechthin geblickt wird. Ich begann zu erkennen, dass es in Wahrheit um etwas geht, über das nur selten gesprochen wird: um eine tiefgreifende Verbindung zwischen Gehirn und Vagina. Im Keim war dieses Buch als historische und kulturelle Reise angelegt, doch es wurde rasch eine sehr persönliche und notwendige Entdeckungsreise daraus. Ich musste die Wahrheit über die Vagina herausfinden, denn mir war durch Zufall ein Einblick in eine Dimension vergönnt, die ich noch nie an ihr wahrgenommen hatte.


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Eine ganz normale Frau, sie könnte die attraktive, alleinerziehende Frau aus ihrer Nachbarschaft sein. Sie ist bisexuell und erzählt davon wie es begann und wie es sich entwickelte. Sie stellt ihr Online-Profil vor und wie es überhaupt dazu kam, dass sie sagt, dass sie bisexuell ist. Wie war der erste Sex mit einem Paar? Das Buch ist eine leichte Einführung in das Leben einer bisexuellen Frau.

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Portrait
JÖRG LENAU

GALMERSTR. 36
65549 LIMBURG/LAHN

Tel: 0171-3309037

» Die Bisexualität «

siehe auch:
» Prinzipien des Seins «

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